Ausgabe 
27.2.1903 Erstes Blatt
 
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Die Reifeprüfung

am Gr o ßh. Ghmna-

Vermischtes.

den ihr

Zu der

3. März wird voraussichtlich Frau Marie Jenny Benefinz haben.

N. Benefiz für Frl. Margarethe Feige, orem gestrigen Benefiz hatte sich Frl. Feige die Rolle

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Von der Budgetkommission deS Reichs­tages wurden bewilligt die Forderungen zum Neubau von Magazingebäuden in Mainz.

* Berlin, 26. Febr. Wegen Sittlichkeitsverbrechen wurde gestern der Klavierlehrer Wilhelm Hannibal verhaftet, der schon wegen des gleichen Verbrechens mit Zuchthaus vor­bestraft ist.

Berlin, 26. Febr. In der vergangenen Nacht wurde in die MelanchtHon-Kirche in Spandau eingebrochen und sämtliche wertvollen Kirchengeräte gestohlen. Die Täter konnten bisher nicht ermittelt werden.

* Braunschweig, 26. Febr. In dem zu den Braun * schweizer Kohlenwerken gehörigen Nordschachtc Suepplingen wütete gestern abend ein gewaltiges Schadenfeuer. <$m zirka 20 Meter hoher Förderturm, das KesielhauS sowie die anliegenden Gebäude wurden zerstört. Der Schaden belauft

alt sechsstündiger Sitz­ung mit dem crfreulidien Ergebnis ihren Abschluß gefun­den, daß die 23 Prüflinge bestanden und 16 davon vom mündlichen Examen befreit werden konnten. Dem Der-

Aus Stadt und Land.

Gießen, 27. Februar 1903.

* In der geheimen Stadtverordnetensitzung wurden gestern die Bezirksvorsteher und deren Stellvertreter wieder-, bezw. neugewählt. Wir lassen nachstehend die Namen folgen: 1. Bezirk: Vorsteher: Traber, stellv. Vorst.: Riebel; 2. Bezirk: Vorst.: Senner (bisher Döring), stellv. Vorst.: Wolf; 3. Bezirk: Vorst.: Wilk er, stellv. Vorst.: Nöding (bish. Eichenauer); 4. Bezirk: Vorst.: Tauern- Heim (bish. Eich), stellv. Vorst.: Hahn; 5. Bezirk: Vorst.: Schneider, stellv. Vorst.: Troß; 6. Bezirk: Vorst.: Büttner, stellv. Vorst.: Dr. Ebel (bish. Neuling).

"Postverkehr mit den Besatzungen Sr. M. Schiffe in den westindischen Gewässern. Nachdem die Blockade gegen Venezuela eingestellt worden ist und da­mit das mobile Verhältnis der beteiligten Streitkräfte auf- gehört hat, können Postsendungen an und von Personen der Besatzungen S. M. Schiffe in den westindischen Gewässern nicht mehr als Gegenstände der Feldpost zur Be­förderung gelangen; es kommt daher die nach der Bekannt­machung vom 11. Januar zuqestandene Portofreiheit und Portoermäßihung in Wegfall. Für den Postverkehr mit diesen Schiffsbesatzungen gelten von jetzt ab wieder die im Verkehr mit den deutschen Kriegsschiffen im Auslande allgemein bestehenden Portosätze.

Gast. Montag gastiert Herr Dietzsch zum zweiten und letzten Male alsPfarrer von Kirchfeld". Am Dienstag

der Plan ausführlich durch den Referenten erörtert war. ** Tie Reifeprüfung u... -

Schon in diesem Frühjahr wird in den Kreisen Alsfeld sium hat am 26. Februar unter dem Vorsitz des Herrn und Friedberg im Anschluß an die dortigen Ackerbau- Geh. Obcrschulrats N v d n a q c l in fast sechsstündiger Sitz­schulen, in Gießen auf den Versuchsfeldern der Universität ' v1* 9

mit der Ausführung der Sortenanbauversuche begonnen

werden, der streik Büdingen wird im nächsten Frühjahre _______tvv*,uvll

folgen. Auf diese vier Kreise wird man sich zunächst bei nehmen nach steht die -Neuordnung der Ferien in dem von uns beschränken. Ter 3. Punkt der Tagesordnung be- der Mehrzahl der Väter gewünschten Sinne (sechswöchige trnfft die Errichtung zunächst einer Ziegen-Zucht- Herbstferien von Beginn August unmittelbar bevor.

stativn iw Kreise Lautcrb ach auf der Jungviehweide § Butzbach, 26. Febr. Ein l8jähriger Metzger- bei Lauterbach. Hierüber referiert -Abg. K o r e 1 l - Leusel, gehilfe hier wurde heute in Untersuchungshaft Seit Jahren wird die Erfahrung gemacht, daß das aus gebracht, weil er gestern abend im Pferdestall seines Dienst» dem ^aan.cntal im Berner Oberlande ein geführte ausgezeich- Herrn durch Anzünden von Stroh eine Brandstiftung bet» netc Zuchlmaterral von Ziegen der Saanenrasse sich unter sucht haben soll. Dem rechtzeitigen .vinzukommen eines nn,eren klimatischen Berhältnisstn nicht immer gutartet", Knechtes lediglich hat es der Eigentümer des Anwesens Nicht selten erkranken die Tiere oder gehen ein, wenn zu danken, daß ein Umsichgreifen des Feuers verhütet wurde, rtzneii der Uebergang aus den gewohnten Verhältnissen Heute nachmittag gegen 4 Uhr zog ein von Gewitter

**'"*'"' ***-*' *iame Haltung und begleitetes Unwetter über unsere Gegend; auch kurz nach

5 Uhr hatten wir heftigen Sturm und Regen.

8g. Friedberg, 27. Febr. Wie verlautet, soll die Sektion Oberhessen der Gesellschaft für soziale Re-

_ § 4.

Ter Sitz des gemeinschaftlichen Theaters ist Gießen; die Spiel­zeit dauert vom 1. Oktober bis 81. März.

Als regelmäßige Spieltage werden an Wochentagen für Gießen Dienstag und Freitag, für Marburg Donnerstag festgesetzt. Von je drei Sonntagen ist an zweien in Gießen, an einem in Marburg zu spielen.

§ 5. sich auf zirka 300 000 Mk. Die im Schachte befindlichen 80

Tie zur Ausführung dieses Vertrags etwa erforderlichen Bergleute konnten sich durch einen Lustschacht in Sicherheit weiteren Vereinbarungen werden durch die Theaterkommissionen bringen.

be,fce$.egai gTogfeufser. Im ,L>berMes. Anz." lieft® ff1 * * * * * * *?'9/ RechtSpraktikant N-nsel

man:An unsere Herren Referenten.' Wir richten hiermit öon Aschaffenburg hatte an einem hiesigen Rentier wegen emes die Bitte an unsere Herren Referenten, fortan über Vereins- angeblichen SittlichteitSdelikteS Erpressung versucht, war Versammlungen und Feste kurz und bündig zu berichten, deswegen verhaftet, aber vorläufig wieder auf freien Fuß gesetzt nicht aber Referate zu senden, die wohl als Vereinspvoto- worden. Er ging flüchtig und wurde nun dieser Tage in

kolle, nicht aber für die Aufnahme in die Zeitung geeignet Italien verhaftet.

sindDie Eröfftiung der Sitzung" die Begrüßung der * Kulmbach, 26. Febr. Seit heute vormittag brennt

Erschienenen , Verlesung des Protokolls" der letzten Sitz- ein Teil der Stadt Steinach. Der Kirchturm ist be-

ung ,^anik des Vorsitzenden an die Redner",Schluß reife eingestürzt.

9" L"'' Vorgänge, die in jeder Versammlung ' Krakau, 26. Febr. An mehreren Stellen Galiziens Ä* S -Hervorhebung nicht be- ist die Weichsel über di- Ufer getreten und hat weite

Stoßscufzer an. Dauptbestrcben Z^ng ist es, Strecken Land überschwemmt. In mehreren Gemeinden sind so abwechslungsreich als möglich zu sein. Unsere werten,c '=aaten °°2'3 vernichtet, der Schaden ist sehr qrah. Der ständigen und gelegentlichen Mitarbeiter, die selbst ein In- Bezirkshauptmann von Rozmce, der die Rettungsarbeiten in teresse daran haben, möglichst viel Neuigkeiten aus der feinem Kreise leitet, war mehrere Tage vom Wasser emge- Zeitung zu erfahren, seien darum gebeten, sich stets recht schloffen, konnte aber schließlich gerettet werden.

kurz zu fassen und namentlich altes lieberflüyigc zu vA> Dien, 26. Febr. In der Schönbrunnerstraße wurde m£l"en* heute nachmittag ein Radfahrer, welcher einem Motor-

I Berlin, 26. Febr. Tin mutiges Rettungs­

werk hat ein Fräulein Minna Sinnert voll führt.

Tie Frau eines Feldwebels von einem hiesigen Garderegi­

ment passierte mit ihren zwei Kindeni den oberen Teil

der Friedrichstraße, als das etwa dreijährige Kind sich un­

bemerkt von der Mutter losriß und den Damm zu über-

chreiten versuchte. In dem Augenblick, als das Kleine auf

dre Gleise der Straßenbahn gelangte, kam ein Straßenbahn­wagen in voller Fahrt heran. Eine Dame bemertte die Gefahr, in der sich das Kind befand, und versuchte das-

elbe zu retten, indem sie sich kurz vor dem Wagen über das Kind warf und es mit ihrem Leibe deckte und mit den Armen schützte, während sie von dem noch immer in Bewegung befindlichen Waggon gegen Lehn Meter weit vorwärts gestoßen wurde. Das Kind war dank dem mutigen Eingreifen der Dame ohne jede Verletzung davongekommen, während die Retterin, der das Publikum stürmische Ovationen darbrachte, anscheinend starke Quetsch­ungen erlitten hat.

in die neuen nicht durch sehr aufmerksc Pflege erleichtert wird. Die Käufer solcher Tiere Ge­meinden ober Private werden durch solche Mißerfolge leicht entmutigt und die Ausbreitung guten Materials dadurch in der Provinz gehemmt. Tie Schwierigkeiten müssen behoben werden. Tie Ausbreitung der Ziegenhalt­ung hat sich gerade unser Provinzialverein im Interesse der kleinen Leute, für die die Haltung einet Kuh unwirt­schaftlich oder gar unmöglich ist, zur besonderen Aufgabe gemacht. Ta die Erfahrung lehrte, daß die hier gezüchteten Ziegen der Saanenrasse sich ohne erhebliche Verluste un­seren Verhältnissen gut anpaßten auch ohne ihre guten Eigenschaften, besonders die Milchergiebigkeit dabei ein­zubüßen, so kam man zu dem Plan, Zuchtmaterial für Gemeinden und Private auf besonderen Stationen heran­zuziehen und jenen zu angemessenen Preisen abzugeben. Es wird beschlossen, noch in diesem Frühjahr die Ziegen- mchtstation Lauterbach zu eröffnen und das Präsidium des Provinzialvereins zu ersuchen, mit der Stadt Gießen in Verbindung zu treten, um in der Gemarkung Gießen im Laufe des Jahres eine Ziegenzucht st ation er­öffnen zu können. Auf den Jungviehweiden für Rinder und Fohlen in Lauterbach, Zell und Tier­garten werden Ergänzungsbauten notwendig, um die in Die Sommerfrische ziehenden zahlreichen jungen Rinder und Fohlen angemessen unterzubringen. Auf diesen Jungvieh­weiden, die im Walde oder wenigstens am Walde in der Regel auch an Waldbächen liegen, finden die Tiere unter Aufsicht eines Wärters gute Weide, freie Bewegung in Berg und^Tal, Unterkunft und Futter in güt eingerichteten luftigen Stallungen. Die Kette, die die Tiere den Winter über an einen Platz Tag und Nacht fesselte, ist zu Hause

Marie imMuttersegen" oberDie Perle von Savoyen" gewählt. Der Wett des Stückes ist gering, die Charakter­zeichnung ist oberflächlich, zum Teil direkt unnatürlich. Trotz­dem bietet das Stück eine Reihe dankbarer Rollen. Die Leistungen der Darsteller aber waren durchweg vorzüglich. Hervorheben möchten wir die Chonchon der Frl. Sieg, die auch gesanglich recht gutes leistete. Den Haupterfolg des Abends hatte Frl. Feige als Marie. Sie wußte allen An­forderungen dieser nicht leichten Rolle aufs beste nach­zukommen. Ihre entzückende Naivität in der Unterrichts­stunde, ihre wilde Verzweiflung nach dem Besuch deS Vaters und ihre Darstellung der Wahnsinnsszene am Schluß, das waren alles künstlerisch völlig harmonische und ausgeglichene Leistungen. Am Schlüsse jeden Aktes wurde der Künstlerin denn auch begeistetter Beifall zuteil, und die zahlreichen, zum Teil prachtvollen Blumenspenden, die ihr überreicht wurden, legten beredtes Zeugnis ab von der großen Beliebtheit, deren sich die Künstlerin in allen Kreisen der Bevölkerung erfreut.

** Die Ausschußsitzung des land Wirtschaf t- lirben Vereins für die Provinz Ober Hessen fand gestern nachmittag im Prinzen Karl hier statt und war, wie stets, gut besucht. Es fehlten einige Abgeordnete des Reichstages und des Hess. Landtages, auch mehrere andere Herren waren abgehalten. Der Vorsitzende begrüßte msbesondere die Vertteter der Regierung und des Hessischen -xmdwirtschaftsrates. Es wurden 24 Mitglieder neu aus­genommen. Dann referierte Herr Schabe-Altenburg er­schöpfend über den Plan der S orten an b au v er such e U"f^er hauptsächlichsten Feldfrüchte. Dem Landwirt steht jedes Jahr eine solcye Menge neugezüchteter Arten von Feldfrüchten zur Verfügung, daß ihm der Kopf brummt, wenn er die mit ausgiebiger Reklame begleiteten Ange­bote der verschiedenen Sämereien prüft. Die Auswahl, die richtige Beurteilung ist ihm unmöglich, es ist meist em unsicheres Hineintappen, wenn er auf gut Glück eine hochgepriesene Neuzüchtung gegen schweres Geld erwirbt. Die Sortenanbauversuchc, btc in allen drei Provinzen unter einheitlicher Leitung des Hess. Lanbwirtschaftsrates mit bestimmtem aus derselben Quelle stammendem Saat­gut vorgenommen werden, sollen Klarheit darüber schaffen, welche Getreidearten, welche .startoffel- und Rübensorten unter Berücksichtigung aller Verhältnisse für bestimmte Ge­genden unseres Hessenlandes die empfehlenswertesten sind. Dabei ist vorgesehen, daß der Anbau unter normalen Ver­hältnissen, besondere bei normaler und gleichmäßiger Düngung vor sich geht. Professor Alb er t wird sich mit feinen ihm zur Verfügung stehenden Versuchsfeld em be­teiligen und unter seiner Mitwirkung und Leitng werden die Versuche zur Ausführung gelangen, und voraussichtlich Resultate zeitigen, bte unsere Landwirte in die Lage bringen, mit Sicherheit da§ für ihre Feldlagen passende Saatgut iit der Folge auszuwählen. Die Versammlung bejMoß m dem angebeuteten Sinne vorzugehen, nachdem

form die Gründung einer Oberhesfischen Baugesell- schast für Arbeiterwohnungen planen. Da mit der praktischen Tätigkeit auf dem Gebiete der Wohnungsftage alsbald begonnen werden soll, dürfte die Realisierung des Planes in nächster Zeit zu erwarten sein. Dieses Vorgehen der Sektion Oberhessen wird wohl von jedermann mit Freuden begrüßt werden.

v Sichenhausen, 26. Febr. Heute fand in den Distrikten Mühlberg und Enzigsberg hiesiger Forstwartei eine Brenn- und Nutzholzversteigerung statt. Die Versteigerung war gut besucht, und es wurden hohe Preise erzielt. Fichtenstammhol', kostete im Durchschnitt 18 bis 22 Mark, Fichtenderbstcmgen 1618 Mark pro Festmeter, Bnchenscheinthvlz 1. Klasse 5,105,30, solches 2. Klasse 3 bis 3,50 Mk., Buchenstöcke 67 Mk., Buchenreisig 80 Psq. bis 1,20 Mk. pro Raummeter.

§ Eschenrod, 26. Febr. Beim Nachhausefahren sprang ein hiesiger Gastwirts während des Fahrens vom Wagen, kam zu Fall und zog sich bedeutende Verletzungen am Kopfe zu, die soforttge ärztliche Hilfe nötig machten.

,0 Selters, 26. Febr. Gestern starb der langjährige hiesige Beigeordnete Philipp Spahn HI. Eine Lungenent­zündung brachte dem sehr kräftigen 68jährigen Mann den Tod.

Offenbach, 26. Febr. Eine Gasexplosion hat sich heute früh um 6 Uhr in der ObermainstraUe an der Stelle, wo der Große Biergrund in dieselbe einmündet, ereignet. Dort waren mehrere Arbeiter damit beschäftigt, einen Nebenstrang an das Haupttohr der Gasleittmg an- zulegen. Plötzlich begann das Gas heftig auszusttömen: es entzünbete sich sofort an einer einige Meter entfernt stehenden brennenden Straßenlaterne, sobaß vier in dem Rohrschacht befindliche Arbeiter wie in einer Feuersäule standen. Sie erlitten zum Teil sehr erhebliche Brandwunden an Gesicht und Händen.

M a i n z, 25. Febr. Die Schiffer Kärl Wihel aus Gerns­heim und Andreas Kigzer aus Weiler wollten in vergangener Nacht nach ihrer Angabe ein Mädchen Namens Winkler von hier mit auf ihr Schiff nehmen. Bei dieser Gelegenheit sei das Mädchen ausgeglitten, in den Rhein gestürzt und ertt unken. Die beiden Schisser wurden vorläufig in Haft genommen.

§ L

Tie Städte Gießen und Marburg verpflichten sich zur Unter- Itutzung eines gemeinschastllchen Tbeaterunternebmens (Städtebund- theaters) vom 1. Oktober 1903 ab zunächst für die Dauer eines Jahres. Der Vertrag gilt stillschweigend als jedesmal für ein weiteres Jahr verlängert,, wenn nicht bis zum 1. Dezember eine Kündigung erfolgt ist. Im ersten Jahre ist die Kündigung noch bis zum 1. Februar zulässig.

Wird einer der zwischen beiden Städten und dem Theater­unternehmer abgeschlossenen Verträge von diesem rechtzeitig ge­kündigt, so gilt dies als rechtzeitige Kündigung auch dieses Vertrags; von einer derartigen Kündigung hat jede Stadt der andern unver­züglich Mitteilung zu machen.

Die beiden Städte verpflichten sich, die zwischen ihnen und den, Theater Unternehmer abgeschlossenen Verträge nur in gegen­seitigem Einverständnis zu kündigen.

§' 2.

Tie Stadt Gießen gewährt dem Theaterunternehmer einen Jahreszuschuß von 3000 Mk., die Stadt Marburg einen solchen von 1500 Alk. Die Verwendung dieser Zuschüsse regelt jede Stadl selbständig.

Im übrigen wird das Verhältnis der vertragschließenden Städte zu dem Theaterunternehmer durch Sonderverträge näher bestimmt.

_ § 3.

Die vertragschließenden Städte verpflichten sich, während der Dauer dieses Vertrags keine andere gewerbsmäßige Theater­unternehmung durch Gewährung von Zuschüssen zu unterstützen, noch auch einseitig mit anderen Städten Verträge zum Zweck der Begründung oder Unterstützung eines gemeinschaftlichen Theater- unternehmens abzuschließen.

* Das Verordnungsblatt für die evang. Kirche des Groß-Herzogtums 5>cssen Nr. 2, ausgegeben am 21. Februar d. I., enthält: 1. Ausschreiben 9tt. 3 vom 17. Januar 1903, bett es send Gesuch des Vereins für Innere Mission in Metz urni Bewilligung einer Hauskollekte. 2. Bekanntmachung vom 6. Februar 1903/ betreffend die Notenabstufung bei der theologischen Schlußprüfung. 3. Dienstnachrichten. Ernannt wurden: Pfarrer Schnell- bächer zu Wahlen zum Pfarrverwalter in Güttersbach, (Dekanat Erbach (unter Aufrechterhaltung seiner dienst- pragmatischen Rechte als Pfarrer): Pfarrassistent Loch zu Vilbel zum Pfarrverwalter in Großen-Buseck, Dekanat Gießen: Pfarramtskanbibat Römheld in Darmstadt, zu­letzt Pfarrverwalter zu Ettingshausen, zum Pfarrassistenten in Vilbel, Dekanat Rodheim. 4. Aufforderung zur Bewerb­ung. Zur Wiederbesetzung werden ausgeschrieben: die evang. Psarrstelle zu Altenstadt, Del. Rodheim: die evang. Pfarrstelle zu Fr e i e n st e in au, Dek. Lauterbach; die evang. Pfarrstelle zu Schwickartshausetl, Dekanat Nidda, die evang. Psarrstelle zu Okarben, Dek. Rodheim (mit einstweiliger Verpflichtting zur Vcrsehung des Dienstes geblieben, Knochen,' MusMn und Sehnen, Lunge ' und in Petterweil). Herz können sich unter den günstigen Einflüssen des Weide-

* Vom Volksbad. Aus dem Vorstand des Volks- ganges gut entwickeln, alle Vorbedingungen, unter denen oadeS scheidet statutenmäßig in jedem dritten Jahre ein Mit- ein gutes Zuchttier für die Folge entsteht, sind gegeben. glich auS, und es wird deshalb eine Ergänzungswahl not- Anträgen, die Ergänzungsbauten alsbald vor­wendig. Diesmal schied Geheirnerat Prof. Dr. Gaffkv aus. Aunehmen wurde unter gewissen Vorbedingungen nach

emstlmmtg nuedergewahlt. Vogelsberger Vieh beschickt werden. Tie Mittel stellt der

Aus dem Theaterbureau. Arn Sonntag den Provinzialverein zur Verfügung. Die übrigen Gegen- L, Marz, nachmittags 4 Uhr, findet nach langer Pause wieder stände der Tagesordnung haben kein allgemeines Jnter- eine Kindervorstellung statt und ist hierfür eines der esse, erledigten sich ohne besondere Schwierigkeiten, so reizendsten Märchen,Rotkäppchen", in der Bühnen- daß der Vorsitzende gegen 5^2 Uhr die angeregten Verhano- bearbeifung von Sophie Hennig ausgewählt worden. Abends Zungen schließen konnte. Voraussichtlich noch im März 8 Uhr gelangt das vieraktige LustspielDer Veilchen- et eine weitere Ausschußsitzung statt.

fresser" von G. v Moser zur Aufiubruna mit .'Herrn < Vereinigtes Theater Gießen-Marburg.

Hubert rmm AtnhHhPAfor b-T Ara der"gestrigen geheimen Stadtverordneten-Versammlung

ri m n Freiburg t. B. als wurde der Vertrag zwischen Gießen-Marburg und

------51 r-w dem neugewLhlten Theaterdirektor Steingötter ge-

nehmigt. Ter Vertrag, der von Marburg bereits geneh­migt ist und die Unterschriften des Oberbgm. Mecum und der Magisttatsmitglieder in Marburg trägt, hat fol­genden Wortlaut: