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25.4.1903 Drittes Blatt
 
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Erscheint tSzstch ouher Som,rag«.

Dem (Siebener Anzeiger werden tm Wechsel mit dein kesßfche» Landwirt die Gietzener Zamillen- diiiNer viermal m der Woche deigelegt.

RotattonfbnKf il Ver­lag de. Brüh l'schea Univer1.-Buch-u.Sieln- dructerr, (Bietsch Erdens NedakNon, Ervedltron und Druckerei:

Schatsirab« 7.

Aldrefse füt Depeschenr Anzeiger Sieben.

Aern'vreLonlidtutzNr 61.

Drittes Blatt.

153. Jahrgang

Samstag 25. April 1903

GietzenerAiizeiger

General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen

AezagdpreiOr monatlich 7b Bl., oiertd- tfibrhd) Bll. 2.20. durch Addote- u. Zweigstellen monatlich 6o Bi., durch die Bolt Bll. 2. vienel- lalnl. auolchl. Benellg. Annahme von Anzeige» m tue t<xqe«nummec >iS vormittag« 1U Uhr. ^erlenpret«: lokal I2Bi^ au«,oärte 20 Big.

Berantwörtlich *üt den oola und aUflrm. Teil B Wttiko nlt ,Siabi und Uantr und ictiielaal* lll uguft ® öt) <üi den Tin» tetaenteil Van« Beck.

Volilische Tagesschau.

Zur brauuschweigischea Throufolgefrage.

Aus den uieijen der braunschweigischen Vaterländischen Bereinigung iit dem hannoverschen Courier" eine Zuschrift zugegangen, die im Hinblick aus die in jüngster Zeil ver- breiteten Gerüchte über eine bevorstehende endgiltige Lösung der Braunschweiger Thronfolge frage den augenblicklichen Stand der Frage beleuchtet. Danach ist weder von Berlin au* noch von Oknunden aus der erste Schritt zu einer Verständigung zu erwarten.

,^on Gmunden nicht, weil dort die Meinung bestehl, daß welfischerseits wiederholt der Frieden angeboren, aber jedesmal von preußischer Seite oder richtiger von Bismarck eine Verhandlung darüber abgelehnt fei; von Berlin nicht, weil die preußische Regierung nach wie vor an der Auf­fassung festhält, daß der Titel, aus Grund dessen Hannover gewonnen wurde, zum rechtlichen Besitze genügt. Selbst wenn nun aber trotz dieser beiderseitigen Anschauungen einem beiden Teilen gleich nahestehenden Vermittler die Anbahnung von Verhandlungen gewinnen würde, so wären damit die Schwierigkeiten nicht etwa gehoben, sondern würden nun erst recht beginnen, und bei aller Bereitwillig­keit auf beiden Seiten, Frieden zu schließen, kaum beseitigt werden können, da die Anschauungen in der Kardinal- srage grundsätzlich entgegcngesetzter Natur sind.

Es ist ganz selbstverständlich daß nur der endgiltige Verzicht dcS welfischen Hauses auf Hannover die Ba,is für die Verhandlungen über eine Zulassung zur Regierung in Braunschweig fein kann. Ter Herzog von Eumberrand jedoch wird sich niemals auf einen solchen Standpunkt stellen, nicht etwa, weil ein feinem Vater gegebenes Versprechen ihn bindet, niemals den Ansprüchen auf Hannover zu ent­sagen ein solches Versprechen besteht tatsächlich nicht, sondern einmal, weil er die Meinung vertritt, daß der Begriff eines Friedensschlusses die völlige Hinwcgnahmc eines Landes ausschließt, also eine Rekonstirution des stönig- reich» Hannover, wenn auch in noch so geringem Umfange, herbeiführeu müßte, dann, weil er sich zu einem solchen Verzicht gegenüber seiner Deszendenz und der Bevölkerung des Landes, soweit sie die Selbständigkeit des Königreichs Hannover anstrebt, nicht für berechtigt hält. Auch ist die Thronfolge in Braunschweig nach seiner Auffassung kein Aequivaleut für den Verzicht auf Haniiover, sondern eine ganz getrennt von der hannoverschen zu behandelnde An­gelegenheit, ein ihm ohnehin zustehendes und nur mit Gewalt vorenthaltenes Recht."

Bei solcher Gegensätzlichkeit der Anschauungen erscheint der Zuschrift ein Ausgleich völlig ausgeschlossen, solange das gegenwärtige Haupt des welfischen Hauses am Leben ist. Ob die Deszendenz ebenfalls auf diesem Standpunkte beharren wird, sei freilich eine andere Frage. Für die nächste Zukunft aber fei keine Aussicht auf eine Lösung der braun­schweigischen Frage vorhanden.

Aus Stadt und Land.

Gießen, am 26. April 1903.

D. Bereicherung des Museums. Tie Architekt furftüde, welche bisher den Eingang *u Steins Etablisse- ment an der Bergstraße zierten, und steinerne Wappen haltende Löwen darstellen, sind von den Besitzern des Neuen saalbaucs unserem Museum im alten Ralhause überwiesen worden. Bekanntlich ist das Museum auch im Besitze der Löwen, welche als Schmuck den ehemaligen Marktbrunnen

krönten. Die Löwen von Steins Garten bilden nun dazu ein interessante- und wertvolles Pendant.

* Töchter hort. Die von Angehörigen der Reichs­post- und Telcgraphenverwaltung im Fahre 1890 ins Leben gerufene StiftungTöchterhort" bat bis zum Aublauf des Wahres 1902 ein Kapital von mehr als 800 000 Mk. durch freiwillige Beiträge angcfammelt und im gleichen Zeitraum neben der Kapitalansammlung einen Betrag von 750000 Mark zur Gewährung von Beihülsen und Unterstützungen aufgewendet. Aufgebracht werden diese Beträge von Be­amten und Unterbeamien, und es wird ganz besonders darauf gehalten, daß die Beiträge der einzelnen minimal bleiben, sodaß sie niemand drückend werden. Die Stiftung wurde ins Leben gerufen zu dem Zweck, den verwaisten Töchtern von Beamten und Unterbeaniten in ihrem weiteren Fortkommen bchülflich zu fein durch Gewährung von Unter» ftützunaen, durch (Rwäh.ung von Be.Hufen zur Erlernung eines bestimmten Berufszweiges u. dgl. mehr.

* Reichstagswahl. 2lachdem nunmehr sowohl der Termin für die Reick,stagSwahlen als auch für die Aus­legung der Wählerlisten seststeht, dürften folgende Mit­teilungen von allgemeinem Interesse fein: Wähler für den Deutschen Reichstag ist nach § 1 des Wahlgesetzes vom 31. Mai 1869, das nach der Gründung des bleiches 18<1 in Geltung geblieben ist, jeder Deutsche, welcher das 25. Lebenswahr zurückgelegt hat in dem Bundesstaate, wo er seinen Wohnsitz hat. Für Personen des Soldaienstandes, des Heeres und der Marine ruht die Berechtigung xum Wählen so lange, als sie sich bei der Fahne befinden. Bon der Berechtigung zum Wählen sind ausgeschlofsen: 1. Per­sonen, welche unter Vormundschaft oder Kuratel stehen; 2. Personen, über deren Vermögen Konkurs- oder Fallit­zustand gerichtlich eröijnet worden ist, und zivar während der Dauer dieses Konkurs- oder Fallitverfahrens; 3. Per­sonen, welche eine Armenunterstützung aus öifentlichen oder Gemeindemckteln beziehen oder im letzten, der Wahl vor­hergegangenen Zahre bezogen haben; 4. Personen, denen infolge rechtstrafligen ErienntnifseS der Vollgenuß der staatsbürgerlichen Rechte entzogen ist, für die Zeit der Entziehung, sofern sie nicht in diese dteajte wieder eingesetzt sind. Ist dec Vollgenuß der staatsbürgerlichen Rechte wegen politischer Vergehen oder Verbrechen entzogen, so tritt die Berechtigung zum Wahlen wieder ein, sobald die außerdem erkannte Strafe voll­streckt oder durch Begnadigung erlassen ist. Wer das Wahl­recht in einem Wahlbezirke ausüben will, muß in demselben ober, im Falle eine Gemeinde in mehrere Wahlbezirke geteilt ist, in einem derselben zur Zeit der Wahl seinen Wohnsitz haben. Zeder darf nur 'in einem Orte wählen. Zn letzter Zeit ist häufig die Frage erörtert worden, ob die am 16. Zuni 1878 geborenen Personen bet den nächsten Reickjstagswahlen schon wahlberechtigt sind ober nicht. Zn biefer Beziehung tritt nach dem seit den letzten allgemeinen Reichstagswahlen in Kraft getretenen Bürgerlichen Gesetz­buch eine Aenderung gegenüber den früheren Wahlen ein. Am 16. Zuni 1898 waren die am 16. Zuni 1873 geborenen Personen noch nicht wahlberechtigt. Nach dem damals noch geltenden französischen Recht rouroe bei der Berech­nung des Lebensalters der Tag der Geburt nicht mit» gerechnet, und da der § 1 des Reichstagswahlgesetzes jeden Deutschen, der das 25. Lebensjahr Aurüdgeiegt hat, hir wahlberechtigt erklärt, so war diese Voraussetzung für die am 16. Zum 1873 Geborenen erst mit dem Ablauf des 16. Zuni 1898 erreicht. tunmehr kommt aber § 187 des Bürgerlicl)cn Gesetzbuches in Betracht, nach welchem, falls der Beginn eines Tages der für den Anfang einer Frist j

maßgebende Zeitpunkt ist, dieser Tag bei der Berechnung der Frist mitgereck-net wird. Danach ist eS nicht zweifel­haft, daß die am 16. Zuni 1878 geborenen Personen bei den bevorstehenden Wahlen wahlberechtigt sind und in die Wählerlisten aiufgenommen werden müssen. Zn die in zedem Bezirke anzulegenden Listen werden die zum Wählen Berechtigten nach Zu- und Vornamen, Alter, Ge­werbe und Wohnort eingetragen. Ein sprachen gegen die Listen sind binnen aclst Tagen nach Beginn der Auslegung bei der Behörde, welche die Bekannimachung über die Auslegung der Liften erlassen hat, anzubringen und inner­halb der nächsten vierzehn Tage zu erledigen, worauf die Listen geschlossen werden. Nur diejenigen sind zur Teilnahme an dec Wahl berechtigt, welche in die Listen aufgenummen sind. Die Wahlhandlung soivie die Ermittel­ung des Wahlergebniises fmu öffentlich Tas Wahlrecht ivirb in Person durch verdeate, in eine Wahlurne nieder­zulegende Stimmzettel ohne Untersä-rrst ausgeübt. Diese Zettel sind außerhalb des Wahllokals mit dem Namen oes Kandidaten, welchem der Wähler seine Stimme geben will, handschriftlich ober im Wege der Vervielfältigung zu versehen. Die Wahl ift direkt. Sie erfolgt durch absolute Stimmenmehrheit aller in einem Wahlkreise ab­gegebenen Stimmen.

il Ulfa, 23. April. Gin junger Landwirt, Heinrich Ludwig Gottwald von hier, der damit beschäftigt war. Die Mauer um feine neu erworbene Hofraite von wild­wuchernden Gesträuchen zu reinigen, fiel heute so un­glücklich rücklings in einen Schlammgraben, daß er sich dabei einen Bruch des linken Oberarmes »uzog.

L Schotten, 24. April. Tie diesjährige Frühjahrs» konserenz der Lehrer des Bezirks Schotten findet am 2. Mai auf dem LchcerheimVogelsberg" statt. AuS der Tagesordnung sind besonders zwei Punkte hervorzuheben, die zur Besprechung gelangen: L Was ist erforderlich damit der Unterricht in der Fortbildungsschule für die Schüler anregender «und für das praktische Leben nutzbringender wird. 2. lieber das Wesen einer wahren Disziplinierung und ihre Bedeutung für Erziehung und Unterricht.

[ j Glauberg, 23. April. Heute sand in der Ge­meinde die Wahl des Bürgermeisters statt. Dia Beteiligung an dec Wahl war sehr lebhaft. Der bisherige Bürgermeister Schmidt, welcher vor neun Jahren gewählt wurde, erhielt die Stimmenmehrheit. Gegenkandidat des Gewählten war Gastwirt Borgheimer.

[; Marburg, 23. April. Ter Malermeister K. von hier stürzte heute abend in der Barfüßerstraße zu Boden und war sofort tot Gin Schlagan fall hatte feinem Leben ein jähes Ende bereitet

Forma» (Schnupsenaihrr) klinisch erprobt unb ärztlicherseits mehrfach als geradezu ideale» Schnupfenmittel bezeichnet! Bei leichtem Schnupfen Forman- Watte (Dose 30 Pf.) Bei starkem Schnupfen Forman - Pastillen (50 Pf.) zum Inhalieren mittels Riechgläschens. Wirkung frappant: Bei beginnendem Schnupfen fast unfehlbar. In allen Apotbeken. Man frage seinen Arzt 1323

weißer Plastron umschließt ihn. Mies Bunte ist ausge­

schlossen, auch Achselstücken sind verpönt Der Hut ist spiegelblank unb ohne Tressen; bie Stulpen ber Stiesel müssen hell unb glanzlos, die Handschuhe rotbraun sein. Was sich bei einem solchen Mu^erknaben des Bockes auf dem glatten, nicht zu hageren Antlitz trotz seiner Reg­ungslosigkeit alles an Empfindungen abspiegelt, ^umal der zum p.ebejischen Gehenmüs,en DCioammien Menschheit ge­genüber, das läßt sich in dem engen Rahmen einer Plauderei nicht zum Ausdruck bringen. Ich hoffe auch, daß der Leser sich zu Zeiten schon selber über bergt hoheits­volle Physiognomien weidlich amüsiert hat!

Unser BerlinerBerujssahrer" mit derBlechwalze"' auf dem Schädel, ber Droschkenkutscher erster und zweiter Züte", hat verdammt wenig von diesen glanzvollen Eigen­schaften eines G.ntlrman des Bockes. Zn ferner Verachtung aller ansprechenden Aeußerlichlecken liegt etwas tief philo- sophischcs, und seine sonstigerauhe Schale" läßt entschie­den auf einen sogen,guten Ziem" schließen. Schade nur, daß das Publikum und vor allem bie Fremden weder von dieser Philosophie noch von dem guten Hern etwas profi­tieren. Sie sehen nur die wenig weckstädtische, oft dürftige und schmutzige Erscheinung, und nehmen die widerwärtige, schadenfrohe, ost ge.abeju empörende Grobheit dieser Peit­schenschwinger als Zugaoe mit in den Lauf! Man muy cs Horen, wie diese rackern an ©tragenübergängen die Schimpfregister zieh», wenn ihnen ein geängftigrer Passant nicht gleich aus dem Wege flitzt! Man muß es erleben, mit weich' frec/cm Spott sie an Unwetter-Abenden, wie es der lepte Sonntag n>ar, den he^mkechenden Theaterbesuchern die Fahrt verive.gern! Daß sie nicht fahren wollten, konnte man ihnen nicht verdenken; denn bie Pferde fielen auf bem schlüpfrigen Asphalt wie die Aehren vor uct Sichel; aoer rnck welkem £oyn sie ihre Weigerungen

. An jenem eJxno i|i es nur l.ar geworden, dag der Rus der Berliner Grobheit zum gn ,_:i Teil auf das kvnto seiner Droschken­kutscher zu buchen ift! v R.

Plaudereien aus der KaiserUadt.

(Nachdruck verboten.)

Korsowetter. Etwas vom Fahrkowmeut. Ter Kutscher, wie er sein soll. Unsere Berufsfahrer, b. h.: Die Berliner Droschkenkutscher.

Dcrn SBeltftabtbilbe, das Berlin in feiner heutigen Entwickelung bietet, fehlen noch ein paar Farben. Berlin ist tagsüber zu sehr Grwerbsstadt. Auch die Leute, die es können, mochten sich nicht von ihrem Pensum Arbeit trennen, Mit Ausnahme derer, die ber Arbeit Überhaupt Valet gesagt haben Aber bie sinb auch schon keine richtigen Berliner mehr, sondern haben sich dem immer mehr anwachsenden Heere ber Luxusnomaden cmgcscl-loiien, bie bald in 9ttzza, balo in Ostende, bald in Neapel und bald in Paris sind, und Berlin jahrüber höchstens ziveimal vier Wockjen mit ihrer werten Gegenwart beehrew In diesen launischen Slpriltagen just kommt der breite Strom ber Montes allsten wieder zurück von den sonnigen Ge­filden ber ghoiera, zum Teil gelockt durch die Einricht­ung der Korsofahrten im Tiergarten, bie bas Weltstadt- bild vorteilhaft zu ergänzen geeignet wären - unb sitzt nun oerbrie^üb in einem Na^trag, den ,uy der Winter, der immer em alter satyrischer Nörgler war geleistet bat. fürwahr, unter ungünstigeren Verhältnissen konnte das Sorgenkind der Berliner haute vvlee, der. Tiergarten- Corso, kaum geboren werden! Aber trotzdem f^t er dies­mal lebensfähiger unb frischer aus als bie oor ihm ge­wesenen, bie nach kurzem Syeimeben sämtlich wreder^t- icLlaien jinb Es kann wohl fern, datz stch die Sacyc diesmal Entwickelt und Berlm sich aldba.b Jemen alteren Rivalen Par^ unb Lonbon ebenbürtig an die ©eiteteilte. Als Koriostraße hat man die -siegesallee gewählt, bie wegen ihrer Breite sowohl ald^aua) ^^r bequrmm ^ge IVÄÄÄÄS SKÄJ »6MSLSM

rallek zeigt mitunter fonberbare Kontraste. Tie Sproß- linge ber alten Recken, bie als Palaoine brandenburgischer Fürsten hinter ben Marmorstanodi.dern stehen, sind viel­fach nichts weniger als reckenhaft, unb das verlebte Ge- jicht bes heutigen Trägers eines alten swlzen Namens läßt bie energische Kraft im Antlitz ber Marmorbüste um so auffälliger hervortreten! Aber zu recken unb zu kutschieren versiehn s.e doch, wenn ihnen auch das Hünen­hafte bes Körperlichen oder das Wetierleuchten des Geisti­gen untreu geworden ist; und b>e Korsostraße dot an den paar Tagen mit erträglichem Wetter einen wirklich im­posanten Anblick. Florte Ztveis^inner, Gigs, Mail-eoachs, elegante Vierspänner, zum Teil wundervoll mit Blumen geschmückt, daneben Recker auf entzückend gebauten Pferden, zogen an den Augen ber Zuschauer in buntem Wechsel vor­über. Freilich: hier und dort ^eigie es sich, bat Berlin eben noch in ben Kinderschuhen faj.,ionabicn Leoens steckt. Tie sestsiehenben Gesetze des Fahrspons finden noch nicht überall Beachtung, und manche Parvenue-Equipag-, bie sich keck in den Strom ber vornehmen Weck wagt, ru,t auf dem Gesicht des Kenners ein leises Lächeln hervor, fei es, weil die Monogramme auf den Scheuklappen -twas gar zu protzig in bie Welt hinausvlirren, sei es, weil die Livree des Kutschers allzu phantastisch geraten ist. Vornehme Einfachheit ist auch hier noch immer das Kennzeichen wirklichen Herrentums; unb wenn auch bie Vorschriften für bie Tra t des fechstverständtich bartlosen und frisch rasierten Rossecknkers oem gewohnli^en Staub» gebornen, der zu Fuße pi.gert, in L;rer Strenge und Enge ein bischen komisur oorUmmen: einen guten ^nbrua mauji er doch, dieser herrschaftliche Kutscher, ber von seinem schwarzen Rock mit dem Sammettiagcn und den sechs vorderen und vier Hinteren knöp,en, d.e Schöße so faden* ros herumiicmmt, als fe.en fie ü)m au| den weipen Lederi)osen fejtgeyefieL Genau einen hawen >>...^m^tei. ragt seine gefireifte Weste über dem Rockkragen hervor, während der Hohe steife Stehkragen natürlich gco,,ere Am-

Gelegenheit, die Ahnen und Enkel märkischer Grschlechter I bition betätigt, und als breiteres Band sichtbar ist. Gin nebeneinander bewundern zu können. Freilich, die Pa- in«>iru>r qiinürnn umfrfifip6t ihn 9no>a 9^int<» ift mtano.