Ausgabe 
24.10.1903 Erstes Blatt
 
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Samstag Ä4. Oktober 1903

Erstes Blatt.

153. Jahrgang

Schalstrahe 7.

Adresse für Depeschenr «u-etger «tetzen.

Frrnlprkchanschluß Vtr. 51.

Nr. 850

Erscheine täglich außer Sonntag«.

Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gietzener Familien, blätter viermal In der

Woche dergelegt.

-totalionSdruck e. Ver­lag der Brühl 'schen Unwert ^Buch-u. Stetn- druLkeret (Pietsch Erde«)

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger v

v Den poltt and öligem.

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW

V -Nr " ^eiqentetl Pans Beck.

Komische Tagesschau.

Zur ReichSfiuauzrefsrm.

DieNordd. Allg. Ztg." meldet: Der Reichskanzler empfing am Freitag den bayerischen Fiuanzmiuister Frhrn. v. Riedel M einer längeren Unterredung.

Bayern scheint augenblicklichTrumpfs zu sein. Es liegt nahe, diese Unterredung mit den Spezialvorschlägen des Frhrn. v. Riedel für die Reichsfinanzreform in Zusammenhang zu bringen. Eine beglaubigte Darlegung über die Verhandlungen der Ministerkonferenz liegt übrigens noch immer nicht vor. Bon absoluter Geheim­haltung wird doch kaum die Rede sein können, denn es ist beispielsweisedurchgesickert", daß die Ansichten der Teil­nehmer an der Konferenz über die fin an zielten Wirk- n tt gen d es neuen Zolltarifs auseinander­gingen. Wie in anderen Fallen, hat auch hier das Vor­enthalten genauerer Auskunft die für die Regierung gewiß nicht erwünschte Folge, daß ein gewisses Mißtrauen rege wird. Man fragt sich: Mas ist da zu verbergen, wenn es sich nicht etwa um eine Steuer-Ueberraschung han­delt? Äe Korrespondenz für Zen trumsbl." behandelt die Reichsfinanzreform bereits mit entschiedener Ablehn­ung. Es sei ein neuer Versuch, den steckengebliebenen Karren der Miquel'schen Reichsfinanzreform wieder flott yt machen. Des Pudels Kern würden neue Steuern auf Tabak und Bier sein. Gar nichts wissen will das Zen­trumsorgan von der Festlegung, daß die Beiträge der Einzel st aaten gleich der Reberweisungssumme des Reiches sein müssen, denn dadurch hätten die Bundesstaaten kein Interesse mehr an der Entwickelung der Reichs­finanzen, an der Erhöhung der Ausgaben durch neue Militär- und Marineforderungen usw. Vom Zentrum scheint darnach die Finanzreform einer scharfen Opposit ion auSgesetzt zu werden.

Zur Börseureform.

Zu der Blättermeldung über das Börsengesetz erfährt dieNat.-Ztg.", daß die Angelegenheit zurzeit in kein neues Stadium getreten ist. Die Verhandlungen über die Reform haben seinerzeit gestockt. Es blieb noch eine Verständigung über Aenderungswunsche einzelner klein staatlichen Vertret­ungen zu erzielen, die indessen nicht von grundsätzlicher, sondern mehr von formal-juristischer Bedeutung waren. Ueber die Grundzüge der Reform herrschte allseitige Ue herein st i mm nng, und es darf nach wie vor an der Erwartung festgehalten werden, daß der Bundesrat bis zu Beginn oer neuen Reichstagssession die Vorlage erledigt.

Nach den Informationen unseres Berliner Mitarbeiters ist jedoch dieBoss. Ztg." in bezug auf die Herabsetzung der Stempelsteuer zutreffend unterrichtet. Wir selbst konnten schon vor einigen Wochen auf die Wahrscheinlichkeit dieser Erleichterung des Börsen­verkehrs Hinweisen.

Deutsches Reich

Berlin, 23. Okt. Der Kaiser hörte heute den Vor­trag des Ministers Budde und empfing den Staatssekretär Frhrn. v. Stengel.

Von einem kleinen Unfall des Kaisers wird nachträglich aus Rominten berichtet: Gelegentlich der Pirsche im Forstort Blindischen, wo der Kaiser den starken Zwanzig- ender zur Strecke brachte, erlebte er das kleine Mißgeschick, bis zu den Hüften in ein brüchiges Moor ein­zusinken. Sobald der Kaiser von Rominten abgererst war, wurde ein 60 Mann starkes Kommando Pioniere unter Führung eines Offiziers vom Pionier-Bataillon Rr. 1 in Königsberg dorthin beordert, um das Moor zu entwässern.

DerVoss. Ztg." zufolge vertritt Graf Walder- /ee den Kaiser bei der am Sonntag in Münster statt- sindenden Feier zu Ehren des in Peking ermordeten Ge­sandten v. Ketteler. ,, . '

Der Präsident des Reichsmckitargerrchts General Frhr. v. Gemmingen ist heute gestorben.

DenBerl. Pol. Nachr." zufolge wird dem Rerchs- rage eine Denkschrift über die von den einzelnen (Staaten zur Lösung der Wohnungsfrage ergriffenen Maß-

erfährt, ist art unterrichteter Stelle nichts davon bekannt, daß Verhandlungen über eine Reform der Ei senbahn.Person entarrfew Aussicht genommen seien. . .

,Hann. Kur." ist in Hildesheim tn sozialdemokratischen Versamm- J 0< rx «tlstnHt/i fiat n*t o-vi

Rach dem

lung beschlossen worden, Geschäftsleute, Bet denenmele Arbeitei kaufen, auf zu fordern, sich mcht der Wahl zum preuß. Landtage zu enthalten, sondern für dre sozial, demokratischen Wahlmänner zu stimmen Me Ge- schäftsleute, welche sich dieser Forderung nrcht fugen, sollen eventuell boykottiert werden!.. . nr.w

- Auf dem Parteitag der deutschen Reform­partei, d. t). der Antisemiten ZMmermann-Bruhnscher Richtung! ist nach denDeutschsoz. em Antrag Er- furt, auf eine Einigung der anttscmtttsch en Richtungen hinzuwirken, ohne Beratung etnsttmmrg Nach^dcr^.Dcmokr. Storreft" sind Vorbereitungen im Gange, ein Ka r t ell d er N at t o na l soz talen, der freisinnigen Volkspart ei und der Deutschen V o l k § p a r t e i in München herbeizufuhren.

Ausland.

Kopenhagen, 23. DIt In Ho streifen verlautet, das Zarenpaar werde demnächst von Darmstadt nach

Fredensborg reisen. Auf Anregung des Zaren wirt» König Christian zn seinem vierKigjLhrigen Regierungsjubi^ läum am 15. November ein wertvolles Geschenk erhalten, wozu die nächsten Verwandten beitragen.

Paris, 23. Oktober. Bei der Zusammenkunft zwischen dem rusiischen Minister deS Auswärtigen Grafen Lambs­dorff und Minister D e l c a s s 6 soll es sich in erster Linie um eine Rücksprache über die Balkanangelegen- heiten und die zwischen Oesterreich'-Ungarn und Rußland getroffenen Abhandlungen handeln, aber auch über die Ab­sichten und Pläne der russischen Regierung in Ostasien sollen Aufklärungen gegeben werden. Wie in eingeweihten Kreisen versichert wird, soll die Haltung Frankreichs. in beiden Fragen die russische Regierung nicht befrie­digen, auch die englisch-französische Annäher­ung habe an der Newa vielfach llnbehagen hervor­gerufen. Graf Lamsdorf begrabt sich nach Zusammentreffen mit Delcass6 nach Darmstadt zurück, und von dort gegen Ende nächster Woche wieder auf seinen Posten nach $eter§» bürg.

AUS SIM und Lund.

Gießen, den 24. Oktober 1903.

L.U. Dem Assistenten am hygienischen In­stitut der Landes-Universität, Dr. Karl Kißkalt, wurde die venia legendi für das Fach der Hygiene erteilt Seine Habilitationsschrift handelte über: Beiträge zur Lehre von der natürlichen Immunität. L Die kutane Infektion.

** Jubiläum ber Alice-Schule. Wir werden gebeten, nochmals darauf aufmerksam zu machen, daß alle diejenigen, welche keine besondere Einladung zu der Feier am Sonntag morgen erhalten haben, einer Eintrittskarte bedürfen, die für die Mitglieder des Alice-Vereins in. der Bürgermeisterei, Zimmer Rr. 14, und für die ehemaligen Schülerinnen in der Alice-Schule ausgegeben wird.

** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Ta für die morgige unbedingt letzte Aufführung desblin- denPassagiers" auch von auswärts zahlreiche Anmeld­ungen vorliegen, so werden Interessenten gut tim, sich zeitig Plätze zu sichern. Zu der um 3^/s Uhr beginnenden KinderkomödieDas tapfere Schneiderlein" wird die Musik von der Kapelle des hiesigen Infanterieregiments gestellt. Di: nächsten Vorstellungen sind- Sonntag, 25. Oft und Dienstag, 27. Oktober: Abonnementsvorstellungen; Mittwoch, 28. Okt., Volksvorstellung; Freitag, 30. Okt., Dienstag, 3. Nov., Freitag, 6. Nov., und Sonntag, 8. Nov.: Abonnementsvorstellungen.

*^Der neue Kommandeur der o st asiatischen Besatzungsbrigade, Oberst Petzel, welchem, wohl ein Unikum, schon vier Wochen vorher durch das ,Militar- wochenblatt^ seine Ernennung zum Generalmajor an­gekündigt worden ist, kennt Ostasien genau, denn von dem hiesigen 116. Infanterieregiment kam er beim Beginn der Chinawirren als Oberstleutnant nach Ostasien; er wurde am 18. Januar 1901 zum Obersten befördert und erhielt als jüngster Oberst das 5. ostasiatische Infanterieregiment. Bei der Reduzierung der Division auf eine Brigade wurde er Kommandeur des 2. ostasiatischen Infanterieregiments, von dem das 2. Bataillon in Peking sich befindet. Oberst Petzel hat es verstanden, eine ganz vorzügliche Manneszucht zu halten, nicht einmal sind Klagen über seine Truppen laut geworden; er gilt als ein außerordentlich ruhiger, umsichtiger Offizier, der in kritischen Fällen, wie sie die ostasiatische Lage jetzt immer mehr und mehr mit sich bringt, die Würde und daß Ansehen deS Deutschen Reiches voll schützen wird. In seine Hand ist augenblicklich viel Macht gelegt. Ungern werden die Truppen auch den Generalmajor v. Rohrscheidt scheiden sehen, der sich ihrer wie ein Vater angenommen und für ihr leibliches und geistiges Wohlsein mit allen Kräften gesorgt hat. Die Ausbildung unserer Truppen in China hat russischen und englischen Offizieren nur volles Lob abringen können. Petzel ist am 12. Dezember 1872 Leutnant ge­worden, rückte am 21. März 1881 zum Oberleutnant, am 2. April 1887 zum Hauptmann auf. Am 31. Mai 1892 wurde er Stabsoffizier (Major) und erhielt vor vier Jahren an Kaisers Geburtstag sein Patent als Oberstleutnant. Seine Ernennung zum Obersten datiert vom 18. April 1901.

)( Klein-Lind en, 23. Okt. Der hiesige Manner- aesang -VereinAriorck' hat beschtossen, rrächste Pfingsten an dem Gesangwettstreit des Maschinenbauer- Gesangvereins in Gießen teitzunehnren. Der ca. 35 Sänger zahlende Verein wird geleitet von Musiker Bauer aus Gießen.

Kirch-Göns, 22. Oft. Em heiteres Vorkomm­nis ereignete sich dieser Tage hier. Hatte da ein Fuhr­mann aus einem benachbarten Orte abends seinen Wagen mit Pferd vor einem hiesigen Wirtshaus stehen, während er sich nach den vorherigen Anstrengungen stärken woNte und dies auch ahnungslos bestens ausführte. Doch wer be- schreibt des Mannes Schreck, als er sich nach seinem Gefährt begab und heimwärts ziehen wollte, war sein treues Roß verschwundeu. Mit dem Wirtssohn begab er sich, ausgerüstet mit einer Laterne, auf die Suche auf der Chaussee und in nächster Umgebung. Nach einer Stunde kehrten beide erfolglos zurück und waren bei ihrem Er­scheinen in der Mrtschaft nicht wenig erstaunt, das Pferd bei bestem Wohlsein in der Wirtsstube inmitten der Gäste anzutreffen. Das Tier war nämlich durch den Garten und anstoßenden Saal in die Wirtsräume geraten, ob frei­willig ober unter scherzhaft angelegten Führers Hand, ist vorläufig noch Geheimnis. Genug, Fuhrmann und Pferd hatten sich wieder und wie man sich weiter erzählt, sollen beide nach kräftigem Schluck Gerstensaft ffin so freudiger

ihren heimatlichen Penaten zugesteuert sein. Wahr aber ist die Geschichte und harmlos verlaufen ist sie auch. (Butz­bacher Ztg.)

t Grunberg, 23. Oft. Die Deutsch-amerika­nische Petroleumgesellschaft erbaut aus der hie­sigen Station demnächst eine Petroleum-Tank­anlage. Die Behörden haben das Projekt bereits ge­nehmig.

Laub ach, 22. Okt. Heute nacht kurz nach 12 Uhr wurden die hiesigen Bewohner durch Feuer lärm erschreckt. Cs brannte in der städtischen Ziegelhütte. Das Feuer hatte den östlichen Teil des unwett des Wohnhauses stehenden Hauptnebenbaues ergriffen. Nasch gelang es der Feuerwehr, des Feuers Herr zu werden, sodaß die nächstliegenden Holz­stöße und die übrigen Gebäude verschont blieben. Der herab- strömende Regen unterstützte die Löscharbeiten; zu diesem hier seltenen Ereigniffe hatten sich viele Zuschauer, sowie auch Mit­helfer an dem Brandplatze eingefunden. (Grünb. Anz.)

§ Ober-Ohmen, 23. Oft. Gemäß Anordnung des Großh. Justizministeriums wird jetzt auch für unsere Ge­markung das Verfahren zur Anlegung des neuen Grünte buches im Sinne des Reichs-Immobiliarrechtes eröffnet

R. B. Darmstadt, 23. Okt. Die gestrige Festvor­stellung im Hoftheater gestaltete sich zu einem glänzenden Ehrenabend für unseren beliebten Hofkapellmeister de Haan, der gestern sein 25 jähriges Dienstjubiläum als Dirigent des Hostheaterorchefters feierte. Der Vorstellung, in der de Haan'3 dreiaktige Oper ^Die Kaiserstochter" zur Aufführung kam, wohnten auch das russische Kaiserpaar, der Großherzog, Prinz und Prinzessin Heinrich und die Battenbergischen Herr­schaften bei. Als der Jubilar vor sein reich geschmücktes Dirigentenpult trat, erscholl minutenlang stürmischer Jubel durch daS Haus. Die Oper ist schon vor etwa zwei Jahr­zehnten hier ausgeführt ^vorden. Das Libretto, ziemlich dürftig und inhaltslos, behandelt die bekannte Liebesgeschichte zwischen der Tochter Kaiser Karls des Großer:, Prinzeffin Emma und dem kaiserlichen Geheimschreiber Eginhard. Die Musik ip leicht und gefällig, und keineswegs sehr original, aber farben­reich mftrumentiert. Dem dritten Akt ist eine melodiöse, sehr feinsinnig ausgearbeitete Einlettungsmusik beigefügt, wie über­haupt der dritte Akt reich an musikalischen Schönheiten ist Die Ausstattung der Oper war eine ganz pompöse. Di« Darstellung lag in den Händen der Damen Ho fa cf er (Emma), KaschowSka (Adalrun), und der Herren Spemanv (Eginhard), Weber (Kaffer Karl) il a. Die Beifallslust des Publikums ging außerordentlich hoch. Immer wieder mußte der Jubilar vor der Rampe erscheinen und beim dritten Akt häuften sich die breiischleisigen Lorbeerkränze darunter auch einer vom Großherzog zu Dutzenden. Vom Zaren wurde dem Jubilar eine prächtige Dose überreicht und unter den weiteren Geschenken befand sich in Form eines Phantasie­kopfes ein großes Dintenfaß, auS Silber und Gold gearbeitet und mit Edelsteinen besetzt, das ihm, wie wir hätten, von den vier Schwestern Sr. Königl. Hohett als JubttäumSgabe überreicht wurde.

Bingen, 23. Oft. Prinz Heinrich von Preu­ßen traf mit dem Kaiser und der Kaiserin von Rußland, dem Großherzog von Hessen, Prinz Friedrich Karl von Hessen und Gemahlin, Prinz Andreaus von Griechenland und Gemahlin, Prinz Ludwig von Batten­berg und Prinzessin Luise von Battenberg heute gegen 12 Uhr in drei Automobilen von Darmstadt kommend, auf Bur^ Rheinstein ein. Dort nahmen die Fürstlichkeiten rm Rittersaal das Mittagessen ein und begaben sich dann gegen 3 Uhr nach Station Bingen, von wo aus die Rück­fahrt mittels Sonderzuges nach Darmstadt erfolgte.

Mainz, 22. Oft. Die Büglerin Lina Klees, welche sich zurzeit in Wiesbaden in Untersuchungshaft befindet, wird nach demM. Tgbl." des dreifachen Kindes- mordes beschuldigt. Sie hat vor zwei Jahren in Mainz ein Kind geboren, getötet und beiseite geschafft. Ferner hat sie in Wiesbaden im vorigen Jahre, als sie bei einer Herrschaft am Michelsberg in Stellung war, wieder ein Kind geboren, dieses wieder nach der Geburt getötet und in eine Abortarube geworfen, wo man nach einigen Sagen die Kindesleiche sand. Die Mutter konnte seinerzeit nicht ermittelt werden. Den dritten Kindesmord verübte die Klees vor einigen Wochen. Sie packte, wie bekannt, die Leiche in einen Koffer und schickte ihn an eine fingierte Adresse nach Gießen. Der Koffer kam wieder an die Ober- postdireftion nach Frankfurt zurück, wo man beim Oeffnen die Kindesleiche entdeckte. Die Klees soll nunmehr alle drei Fälle vor dem Untersuchungsrichter eingestanden haben.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Bad-Nauheim wurde der flüchtige Kassenbote Franz Lippe, der der Paderborner Bank 60000 Mk. in Wertpapieren und 2000 Mk. bar aus einem erbrochenen Depot stahl, als er einen Chiffrebrief auf der hiesigen Post abholen wollte, verhaftet. Der 23jährige Kellner Wilh. Bode in Frankfurt hat mit seiner Braut Tilli Steinhauer den Tod gesucht. Er ist an dem Schuß, den er sich beibrachte, gefioi'ben; seine Braut wird voraus­sichtlich am Leben bleiben. Aus dem Kreise We fei ar meldet man demHerb. Tgbl.": Gegen den Bürgermeister L. in K. Ijat die Staatsanwaltschaft das Untersuchungsver- fahren wegen Unterschlagung eingeleitet. Zeugenvernehm­ungen haben bereits ftattgcfiinben, auch soll der Aufsichts­behörde wegen anderer Unregelmäßigkeiten des L. Anzeige erstattet worden sein. In Lollar wurde eine amtliche Verkaufsstelle für Postwertzeichen Herrn Franz Weiß, Cigarrengeschäft, Papier- und Schireibwarenhandlung, über* tragen.