Ausgabe 
23.12.1903 Drittes Blatt
 
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Nr. 301

»rsfchetn, tägUch außer Sonnlags.

Dein (Siebener Anzeiger werden un Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien- blutter viermal in der Woche beiqelegL

Rolalior,-druck u. Per­lag bei iH r ü h l 'tchen Unioer1.-B»,ch- u.Slk,n- drucke rei IPiettch <4 rben) Ateduknor», (ärpebition und Druckerei:

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FerniprkchunichlutzAr 51.

Erstes Blatt.

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Mittwoch 23. Dezember 1903

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läbrhd) Ml 2.20; durch Vlbbole- u. yiveiglleiley monatlich 6o Ai.; durch bi e'150)1 Atk. 2.viertel- |äbrl außlM Betlellg. Annahme von Lnzetgen üi die Dagesnununer otJ) vormlliügfl 10 Uhr. fetten pvcti total'liU auflrvdrti VO "Wg.

De ta*i t»e rliid) tÜV den polt! and augem.

153. Jahrgang

General-Anzeiger

Amt§- und Anzergeblaü für den Ms Gießen

Teil U öiHifo, tüt .Stab» und »Sorte* und .(Send)IS)aal*; August Götz, tüt den An- ^etaentetl: Pan4 Peck.

Dculsches Reich.

Berlin, 22. Dez. Der Kai s er hat auf ein ttn- käßlich der Iah- Hundertfeier des Husaren-Regiments Königin Wilhelm in a der Niederlande" (Hannov.) Nr. 15 an ihn gerichtetes Huldlgungs- und Ergebenheits­telegramm die folgende Drahtantwort erteilt:

Ten mit dem 15. tzusaremRegiment heute zur Feier der hundertjährigen Wiederkehr des Stiftungsfestes des 1. engli,ch-en Husaren^Regiments vereinigten Husaren d-cs vormaligen Königlich Hannoverschen GarÄe- und Königin- HusaremRegiments sage ich für das Gelöbnis unverbrüch- licher Treue, Liebe und Verehrung meinen Königlichen Tank. Möge es den 15. Husaren nie an Männern fehlen, wie die waren, welche in der Legion freudig Blut und Leben für die Ehre und Größe des Vaterlandes dahin­gegeben haben. Tas walte Gott! Wilhelm."

Der Neujahrsempfang beim Kaiser wird fich, da der Kaiser v o l lstän d i g wie d er he r g e st e lbt ist, in den bekannten Grenzen abwickeln, eine Eins chrän k- ung ist in keiner Weise geplant.

Wie der Draht aus Paris nach demEcho de Paris" meldet, hat Präsident Loubet den französischen Bot­schafter in Berlin, den er gestern in Privataudienz em­pfangen hat, beauftragt, Kaiser Wilhelm anläßlich seiner Genesung die persönlichen Glückwünsche des Präsidenten zu überbringen.

Ter König von Württemberg, der zum Ge­burtstage seiner Tochter, der Erbprinzessin zu Wied, in Berlin eingetroffen war, hat sich wieder nach Stuttgart zurückbegeben. Die Königin gedenkt noch einige Tage hier zu bleiben.

Dem Oberpvstdirektor Griesbach-Berlin wurde bei seinem Scheiden aus dem Tienste der Charakter als Wirklicher Geheimer Oberpostrat mit dem Range eines Rats er st er Klasse verliehen.

In parlamentarischen Kreisen verlautet durchaus zu­verlässig, daß die N a t i o n a l l i b e r a b e n diesmal bei der Besetzung des Präsidiums im preuß. Abgeordneten­hause zu gunsten eines Freikonservativen übergangen werden sollen.

München, 22. Dez. Der O b erm eister der hie­sigen Metzgerinnung erläßt folgende Bekanntmachung: .,Jm Hiubna auf die in letzter Zeit rapid gefallenen Schweinepreise am hiesigen Markt und in Verfolg der Verhandlungen des bayerischen Landtags und der dort ausgejproryeneu Anregungen sieht sich der Obermeister ver­anlaßt, den Kollegen ans Herz zu legen, Ein - und Ver­kaufspreise in oben bezeichnetem Artikel in ge* recht e n E i n k l a n g zu bringen."

Kirche uno z-chuie.

Ter preuß. Ltultusminister sagte eine wohlwollende Erwägung des Gesuches des Vorstandes des Verbandes der deutschen Süordseebäder um Verlängerung der Sommerferien in den höheren Schulen Preußens zu.

FUver die ^age in Wasim

tauten die neuesten Meldungen recht widersprechend. In London wird die Situation in Japan als äußerst gefähr­lich angesehen. Tie täglich steigendeVersichernngs- Prämie gegen Kriegsgefahr wird als bester Maß­stab hierfür betrachtet. Japan ist es offenbar gelungen, für den Kriegsfall die öfsenlliche Aleinung für sich zu haben. Nach Depeschen aus Shanghai konzentriert England seine Flotte vor Wei-hai-wei. Rußland lasse jede Unze Gold ausprägen. Es kaufe Münz- Maschinen in England und präge auch privatim in Brüssel. Chirurgische Instrumente werden von Rußland und Japan in großen Quantitäten in England

gekauft. Londoner Blätter erhielten Nachrichten aus Tokio, oie japanische Negierung habe Befehl gegeben, alle Trockendocks für die Flotte bereit zu halten. Einem Gerücht zufolge werden die japanischen Transport­schiffe bei Hiroschima konzentriert. Ter chinesische Ge­sandte in Tokio soll seiner Regierung telegraphiert haben, der Krieg stünde unmittelbar bevor.

Wenn man den Angaben englischer Blätter Glauben schenken darf, ist in den Kohlengruben von Wales in den letzten Monaten hauptsächlich für militärische Zwecke ge­arbeitet worden. Es hat nicht nur die britische Admi­ralität das Doppelte der um diese Jahreszeit üb­lichen Quantität Kohlen bestellt, sondern es smd auch seitens anderer Mächte Lieferungsau fertige bedeutenden Um­fanges nach Wales ergangen. Was in dieser Beziehung über Rußland berichtet wird, muß zu dem Schluß führen, daß man dort den Kr i e g für u n v e r m e i d l i ch hält, -denn die Aufträge sind angeblich auf sofortige Lieferung erteilt, laufen immer aufs neue ein und sind durchweg für Ostasien bestimmt. Cs wird weiterhin berichtet, daß die russische Regierung eine große Anzahl von Kohlendamp fern gechartert habe, um die in Wales gekauften Vorräte so schnell wie möglich an ihren Bestimm­ungsort zu schaffen. Welcher Nationalität die gecharterten Dampfer sind, wird nicht betraten. Russische Schiffe werden es kaum sein, da die russische Handelsflotte an Fahrzeugen derart, wie sie für große Kohlentransporte geeignet sind, nur sehr wenige besitzt. Handelte es sich um englische Schiffe, so würden bte Londoner Blätter davon wohl Mit­teilung gemacht haben. Seltsam wäre es allerdings, wenn zur Vervollkommnung der kriegerischen Rügung Rußlands englische Rheder sich her geben würden, also Angehörige einer Nation, die mit Japan, dem Gegner Rußlands, im Bundesverhältnis steht. Davon, daß Rußland für seine Kohlentransporte französische Fahrzeuge heranzieht, hat nie etwas verlautet. Mit den deutschen Dampfern aller­dings verhält es sich anders. Sie werden russischerseits mit Vorliebe für Transportzwecke gechartert und haben während der Chinawirren derart Verwendung gefunden. So der Dampfer ,Mitavia" der Hamburg-Amerika-Linie, von dem es unlängst in der Tat hieß, daß er f ü r r u s s i s ch e Rechnung nach Ostasien dampfen werde, mit einer Ladung von 10000 Donner Waliser Kohle« wohl dec größ­ten, welche je in einem Schiffe befördert wurde. Ob dieses Gerücht zutrifft, darüber kann allein die Hamberg-Amerika- Linie Auskunft geben. Aber selbst wenn es zutrisft, ist das kein Beweis, daß der Krieg vor der Tür steht. Tenn es gehen Wochen ins Land, ehe dieKessel-Munition" an Ort und Stelle und auf die russischen Kriegsschiffe umgeladen sein würde.

Nach einer Meldung aus Paris sind nach privaten Meldungen aus Tokio die japanischen Vertreter im Aus­lande vertraulich verständigt worden, daß der g u t e W i l l e des russischen Ges an dien Rosen zur Beilegung der schwebenden Streitfragen nicht zu be- z w e i f e l n sei. Auch derStatthal terAlexajew zeige bis zu einem gewissen Grade Entgegenkommen.

Seitens der Londoner Vertretung der Nippon Jusen Kalsha (Japanische Dampjschiffog.sellschaft- w.rd die Ansicht ausgesprochen, daß kein Krieg zwischen Rußland und Japan ausbrechen werde. Die Gesellschaft habe keinerlei Mitteilung erhalten, daß irgendwelche ihrer subventionier­ten Dampfer von der Regierung requiriert würden, was eine der ersten Maßnahmen sein würde, die im Falle von Feind­seligkeiten zu erwarten teuren.

Daily Mail" berichtet aus Peking, der französische Gesandte habe erklärt, wenn von C h i n a eine Al li an z mit Japan abgeschlossen mürbe, so würden französische Truppen in die Provinz Kwangsü einbringen, um ein Büno- nis zu verhindern.Daily Telegraph" meldet aus Na­gasaki, die japanische Reserve hätte Befehl erhalten,

sich zum Abmarsch bereit zu halten. Wie dieNene Freie Presse" meldet, sind die W.ener diplomatischen Kreise überzeugt, daß die russisch-japanischen Differenzen ohne Blutvergießen beigelegt werden.

Eine dem Reuterschen Bureau aus Petersburg vom 21. Dezember von einem Privat7or rcspondenten zugegangene Depesa-e besagt, das Verhüt..cks zwischen Rußland und Japan sei unverändert. Tas russische Au^ttmrtige Amt teile nicht b.c in England vorherrschende pessimisti­sche Stimmung. Die englischen Meldungen seien von Anfang an pessimchisch gewesen, aber das Petersburger Auswärtige Amt sehe keinen Grund, weshalb es die Hoffnung auf friedliche Regelung dev Meinungsverschiedenheiten verlieren sollte.

Aus Paris wird gerüchtweise gemeldet, der französische Minister des Aeußern De leas so bot sich als Schieds­richter zwischen Japan und Rußland an.

In russischen Finanzkreisen wird davon gesprochen, daß die russische Regierung gegenwärtig in Berlin Sondier­ungen vornehmen lasse, um auf dem deutschen Markte ein größeres Anlehen unterzubringen. Angeblich handele es sich um 500 Millionen Mark.

Aus Stad! mid KanL.

Gießen, den 23. Dezember 1903.

** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Weick-ensteller in der Hess.-Preuß. Eijenbahngemein- schast Michael Adam Kaiser zu Dieburg aus Anlaß seiner Versetzung inj den Ruhestand das Llllgemcine EhrenzeichM mit der Inschrift:Für treue Dienste" verliehen.

** Landwirt schaftlicheAus st elluug Gießen 1903. Ter geschäftsführende Ausschuß der verflossenen landteirtschaftlichen Ausstellung hier war vor einigen Tagen zur Abnahme der Schlußrechnung über das Unternehmen im Restaurant Kaltwasser versammelt. Oekonomierat Lei- thiger konstatierte, daß trotz der Ungunst des Wetters die Ausstellung nur mit einem Fehlbeträge von rund 9500 Mark abgeschlossen hat, ein Betrag, den der landwirtscb. Provinzialverein durch Ersparnisse wieder gut machen wird. & sei ganz außer Zweifel, daß, wenn die Witterung wäh­rend der Ausstellung nur einigermaßen erträglich gewesen 'wäre, die Veranstaltung nickt nur mit keinem Fehlbetrag, sondern mit einem erheblichen Ueberschuß abgeschlossen haben würde.

** Kais er Panorama. Eine hochinteressante Reif,, ist gegenwärtig im Kaiserpanorama ausgestellt. Nachdem die Serie Tirol vor 14 Tagen so verdienten Beifall ge­funden hat, wird uns heute die Fortsetzung derReise in den Alpen" geboten. Auch für das verwöhnteste Auge sind diese Vorführungen ein hoher Genuß, weil durch dienatür­liche" Wiedergabe hier sich uns eine Welt erschließt, die uns ein Staunen abuötigt. Viele Bewohner wissen noch nicht, welche interessanten Sehenswürdigkeiten hier all­wöchentlich vorgeführt werden. Viele Vereine entnehmen die so billigen Vereins'billets, auf die hiermit nochmals hingewiesen sei.

** Tie Großh. Landeswaisenkasse zu Darnk- stadt hatte nach derT. Zbg." im Jahre 1902/03 eine Gesamteinnahme von 202 679,60 Mk. Unter den 201458,39 Mark betragenden ordentlichen Einnahmen befindet sich ein Zuschuß aus der Hauptstaats lasse von 168 496,92 Mk., ferner 21025,81 Mk. Opfer, Legate, Jllate der Kinder, 11396,24 Mark Kapitalzinsen usw. Unter den Ausgaben sind ver­zeichnet 5408,21 Mk. Besoldungen und andere persönliche Ausgaben, 195 390,65 Mk. Verpflegung der Waisen (Pflege­gelder 155 333,55 Mk., Unterstützungen 35 310,59 Mk. und ärztliche Behandlungen und Arzneimittel 4746,51 Mk.) und 669,53 Mk. sachliche Aufwendungen; zusammen betragen die Ausgaben 201468,39 Mk. Ende März 1902 waren 1933 Waisen in Verpflegung, zugegangen sind 468 (162

MteraLur und Kunst.

Das Buch der Selb st schneid er ei, praktische Anleitung zum Gebrauch für jedermann, von Brigitta Hochfetden und Marie Riedner, (Verlag derDeut­schen Moden-Zoitung" Aug. Pölich, Lepzig), betitelt fiel) ein kürzlich erschienenes Werk, das allen Anforderungen entspricht, die man an eine solche Schrift zu stellen vermagc Leicht faßlich und gefällig gesckrieben, ist sie für jeden Laien ungemein verständlim und von außerordentlichem Wert, darum sollte dieses Werk auch in keinem Haushalt rn Von den 20 Kapiteln, die es enthält, feien nur

Über: Taillen, Musen, Röcke, Jacken, Unterröcke, Kragen und Pelerinen, vom Bügeln, über das was kleidet usw" hervorgehoben. Außerdem sind noch ein Schnitt­bogen, eine Tafel mit Maßtabellen und eine Tafel' mit modischen Neuheiten beigejugt Jedenfalls ist dieses Buch das Beste, das augenblicklich auf diesem Gebiet existiert.

Zum Preise vom 1 Mark erschien soeben einP r a k t i - sches Wirtschaftsbuch für sparsame Haus­frau e n". (Verlag des Deutschen Druck- und Verlags- Hauses in Berlin S.W., Lindenstvaße 26.) Die einfache, übersichtliche Anordnung ermöglicht mit geringer Muhe eine-7 aenaue Ueb er sicht iäev die HauShaltun gskosten in den v-richaedenen Zwergen. Sie ist Mgleui) -m- Chrom! der XcMbiten Preise und eine Quelle mteres,unter Roum für ^Notizen und Adresse», houswirtichaftlrche W» lehrungen, ein Bezeichnis der Geburtstage u;m. vervoll- MMgen das dauerhaft gebundene Buch.

^an-bfalenber 1904. Mit Jagdbildern aus der «eit Kaiser Biaximilians. Bon Wilhelm Stumpf. Berlag von Kart Ernst Poejchel, Lechzig, Preis 1.80 Mk. Die nchderne Kunst hat unter andersm Guten ba» große Der-

dienst gehabt, die Bücherverleger heftig mit de^Nase darauf zu stoßen, daß die Buchbruckerkunst eine wirkliche Kunst sein soll, nicht nur eine schematische Handlung. Diese neue Bewegung fyat also u. a. auch den alten Buchschmuck neu­geboren und in neue Bahnen geleitet. Ter Verlag von Karl Ernst Poeschel hat Jägern mit feinem prachtvoll ein­heitlich ausgestarteten Jagdkalender eine große Freude be­reitet. Der Kalender ist in Buchformat mit 12 Monats­tafeln von steifem Büttenpapier zum Aufhängen cm der Wand des Jagdzimmers bestimme und hat eine famose dekorative Wirkung. Jedes Bild ist voll Wucht und Hand­lung und läßt bei aller Naturtreue niemals die dekorative Wirkung vermissen. Nur ein Bild fei hier erwähnt, die Elchjagd: im Vordergründe ein kapitaler Elchhirsch, der den einen Hatzrüden auf seine gewaltigen Schaufeln ge­nommen hat, schickt sich eben an, den zweiten, der sich in seinem Vorderlauf verfangen hat, übers Kreuz zu fassen. Tie beiden Jäger sind auf Skis der Hatz gefolgt und greifen mit Speer und Bogen den Urelch an.

Der Kaufmann. Kalender 1904. Verlag von Karl Ernst Poeschel, Loipzig. Preis 40 Pfg. Dieser Kalender, der für Kaufleute bestimmt ist, getoinnt auf den ersten Blick durch sein kunstlertsches Teureres und und seine ge­schmackvolle Ausstattung Blättern wir in dem handlichen Bändchen, so sehen tetr neben dem Kalendarium interessante Bilder aus der Vergangenheit des deutschen Kausmanns eingeschalten. Wir finden da unter anderen den Titel zu Adam Rieses Rechenbuch aus dem Jahr 1574, einen Fracht­brief von 1756, einen Berliner Kurszettel von 175o und Tarstellungen aus dem Leben der Kaufleute des 16. bis 18. Jahrhunderts. Nicht minder wenvoll ist der textliche Inhalt des Kalenders. Er enthält Abhandlungen namhafter Autoren, Tr. Georg Obst, Prof. W Wick, Dr. Emil Dectert,

l Prof. Anton Schmidt und anderer, über Volkswirtschafts­lehre, Handels- und Berlehrs'verhältnisse, Geld-, Bank- und Börsenwesen, Buchführungsmethoden re.

Eine Auswahl von Sonatinen hat der Kla­vierpädagoge .Heinrich Bungart bei P. I. Tanger in Köln herausgegeben. Er stellt 20 Sonatinen von Beel Hoven, Elementi, Diabelli, Dussek, Haslinger, Hünten, Kuhlau, Mozart, Müller und Pleyel zusammen, ordnete sie nach der Schwierigkeit und versah sie mit Fingersatz, Vortrags- und Phrasierungszeichen. Tiefe sorgfältige Bearbeitung würde allein fa/on genügen, der neuen Sammlung all­seitig Eingang zu verschaffen, dazu kommt aber noch: die neue Sammlung ist lüaenlos. Wie ein Glied der Kette sich an das andere reiht, so -evdiyt eine Sonatine der anderen die Hand und nirgends tlafft ein Riß. Dieses lückenlose Vorgehen ist ellvas, was das Bungartjche Sona- tinen-Album zu einer wertvollen Bereicherung des K'la- vierunlerrichtsstoffes macht. Ter stattliche Band (72 Seiten stark) kostet nur 1 Mk.

Karl Steller, ein von weiteren Kreisen leider nicht nach Gebühr gejchätzier Lyriker, cm Schuler (Seibels, vollendet am 26. Dejemder sein 80. Lebensjahr. Von seiner geistigen Frische legt sein soeben bei Baedeker in Elberfeld erschienenes Buch: Erlebnisse eines Achtzigjährigen^ ein beredtes Zeug­nis ab Slelter ist auf seinem langen Lebenswege einer Reihe be­deutender Männer begegnet und erzcihlr davon in seiner gemütlichen An in diesem Buche recht Interessantes. Wir nennen von denen, die mit ihm umgingen und mit denen er umging, nur Gust. Frey tag, (jr. v. Badenstedt, Wilhelm Jordan, Jul. Riuershaus und Ernst <vcherenderg. Seit 20 Jahren leb: Steirer, cm geborener Elber­felder, in Wiesbaden.

Newyork, 22. Dez. Vor einem hundertkövfigen geladenen Publikum fand gestern m der Melropoulau-Opera öie einen großen Erfolg veriprecheude Generalprobe zu Wagners .Par­st f a l" statt.