Ausgabe 
22.12.1903 Drittes Blatt
 
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Dienstag 22. Dezember 1903

9^. 300

153. Jahrgang

Drittes Blatt

Politische Tagesschau.

W Heue Sendung eingefroren. W

(Zrohes Hlluffriertes Kochbuch

I «I n I. ,w M.

für den einfachen, bürgerlichen und den feineren Cifch.

Verlag des Siebener Anzeigers

Frei ins Baus geliefert 3.10 Ulk.

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beträgt also 4060 Mk. gegen bisher 3700 Mk. Die Mittel­schullehrer erhalten daneben eine pensionsfähige Zulage von 400 Mk. pro Jahr. Gleichzeitig wurde das Höchstgehalt der

der Brauerei Schöfferhof und, ehe man ihn daran hindern | konnte, hatte er sich eine Kugel in den Kopf geschossen. Er

Willkommenffes

Weihnadifsgefdienk!

Nachbarstaaten. Oberst a. D. Spohr aus Gießen hielt in Marburg einen Vortrag über das Thema: Was versteht man unter Naturheilverfahren und inwiefern stehl es im Gegensätze zur Medizin? In Heidesheim werden z. Zt. Bohrungen nach Wasser vorgenommen. Em junger Mann von 23 Jahren, aus Haineborn gebürtig, war damit beschäftigt, ein Wasserleitungsrohr m den Brunnenschacht mit Flaschenzug hinabzulassen. Der Flaschenzug riß plötzlich ab und riß den Mann mit in die Tiefe, aus der er als Leiche herausgeholt wurde. In Nieder-Jngelheirn sprang der 25 jährige Sohn des Gastwirts Pitz auf einen im Gang befindlichen Rollwagen der im Bau begriffenen Selztalbahn, um auf diese Weise zu der seinem Vater gehörigen Kantine zu gelangen. Dabei kippte der Wagen um und stürzte mit dem Pitzer die Böschung hinab, wo der junge Mann als Leiche aufgehoben wurde. Ein schweres Unglück traf die Familie Lutz in Lampertheim. Ihr 172 jähriges Kind ging durch die Hostüre in die Wilhelmstraße und wurde dort überfahren. Nach wenigen Minuten war es tot. Der Fracht- fuhrmann Oberfeld, der um diese Zeit die Straße passierte, gibt an, nichts von dem Hergang des Unglücks zu wissen.

Vermiete»«

Spielbank. Nach einem Pariser Telegramm hat sich dort eine Gesellschaft zur Begründung einer Spielbank ii< Neutral - Moresnet gebildet, die jedoch den Ausgang der Verhandlungen gegen den aufgehobenen Spielklub ab­warten will,um hiernach Vorsichtsmaßregeln treffen zu können.

* Bei der Rückkehr von einer Hochzeitsfeier mürben der Landwirt Harms und seine Frau unweit der Station Freschlüneberg (Hannover) von einem Eisenbahn- zug überfahren und aetötet.

Handarbeitslehrerinnen auf 2225 Mk. erhöht.

Kleine Miltd g 1 u > e, sen und den

Kandel und Pritrehr. ^Dlksuniirdjafl

Durch die ungewöhnlich hohen K.a r t v s f e L p r e i f e und andauernd starke frage für Stärke- und Speise­kartoffeln, der letzteren auw zu Aussuhrzwecken, wird den Spiritusbrennereien ein erheblicher Teil des dafür von vornherein bestimmten Materials entzogen. Die Branntweinstatistik für den Monat November läßt er­kennen, daß die Produktion beträchtlich hinter dem Um­fange zurüableibt, der aui Grund der diesjährigen Produk- tionsbiiidung zugelassen war. Die im dcovember be­icht offene Erhöhung der Produktionsrechte um 10 Prozent läßt eine durchgreifende Wirkung nicht erkennen. Unter diejen Umständen erweist es sich als unumgänglich not­wendig, die Tätigkeit der Brennereien durch energische Maßnahmen anzuregen, um die Deckung des Trintkonsums und des tn lebhafter Steigerung begriffenen gewerb­lichen Verbrauches zu sichern. Ter Gesamtausschuß der Zentrale für Spirikusvei Wertung hat sich unter dem Zwange dieser ganz außergewöhnlichen Verhältnisse ent- fchlossen 1) das Produkttonsrecht der landwirtschaftlichen Kartoffelbrennereien und weitere 10 Prozent auszudehnen, 2) den Äbschiagspreis mit Geltung vom 21. Dezember er. an auf 15 Mark zu erhöhen, 3) die Verkaufspreise für Trink;piritus um 6 Mark zu steigern. Auch für den dena­turierten Spiritus, de.sen Preisstand seit zwei Jahren eine Aenderung nicht erfahren hat, konnte man sich einem Aufschläge nicht entziehen. Man beschränkte sich darauf, den Preis von 20 auf 25 Psg. pro Liter zu 90 Prozent und von 25 ctuf 28 Psg, pro Liter zu 95 Prozent zu er­höhen, um die Entwialung auf diesem Gebiete nicht zu stören.

Aus Hluöt und Land.

Gießen, 22. Dezember 1903.

* Mit einer lächerlichen Schwindelreklame geht eine italienische Zeitung auf den Abonnentenfang in Deutschland. Ein Freund unseres Blattes übersendet uns einen Prospekt, demzufolge ein Mailänder Zeitungsverlag seinen Abonnenten für das Jahr 1904ganz großartige Prämien offeriert im Gesamtwerte von mehr als 500 000 Lire". Die erste Prämie, so heißt es, bestehe in einem herrschaftlichen Haus in Mailand, die zweite Prämie sei eine Villa in San

Remo, die dritte eine Villa in Brunate am Comersee, die

vierte bestehe in einem Elektro-Automobil, die fünfte sei ein

Halsschmuck aus dicken Perlen (wahrscheinlich so unecht wie

die Villen). Es folgen dann weitere Prämien, wie Schmuck­sachen, Pianos, Aussteuer, Billard, Kunstmöbel, Schlafzimmer- und Speisezimmer-Einrichtungen, silbernes Tafelgerät :c. Wir warnen unsere Leser vor diesem ostentativen Schwindel.

die gute Wirkung des Gesetzes wesentlich abgeschwächt! Ge­rade die ernsten Fälle, in denen vielfach eine lange Unter­suchungshaft mit allen ihren nachteiligen Folgen für Ge­sundheit und Existenz des Betroffenen ftattgefunben hat, scheiden auf diese Weise aus. Beispielsweise hätten Frei­gesprochene wie im Kwilecki-Prozetz sehr wahrscheinlich auf keinen Pfennig Entschädigung für die erlittene Untersuch­ungshaft zu rechnen. Ter Reichstag wird dafür zu sorgen haben, daß nicht zwei Klassen Freigesprochener gebildet werden, die eine mit der Anerkennung der Entschädigung für die Untersuchungshaft, die andere mit der nachträg­lichen Aufheftung eines Makels durch Versagung des An­spruchs, ein Makel, der im öffentlichen Leben dieselbe Wirkung wie eine Verurteilung aus üben müßte. Dann lieber feine Reform, als eine solche mit Mitteln, die, wie Fürst Bismarck zu sagen pflegte,schlimmer sind als das Uebel selbst."

Abonnenten des Siebener Anzeigers

ülafhilde Ehrhardts

** Baumaterialienhändler-Verband. In der Baumaterialien - Branche haben sich im Laufe der Jahre zahlreiche Mißstände emge- schlichen wir erinnern nur an den Bauschwindel und das Emporwuchern einer den soliden Handel ganz gefährdenden Schleude r to n kur r e n z, deren Be­kämpfung sich immer dringender notwendig machte. Aus dieser Notwendigkeit heraus erfolgte kürzlich die Begründ­ung desVerbandes vereinigter Baumaterialienhandler Teutschlands", einer Vereinigung, die sich die Abwehr der die Branche bedrohenden Gefahren zur Aufgabe gemacht bat. Obschon erst, wie gesagt, seit kurzem bestehend, ge­hören dem Verbände, der seinen Sitz in Leipzig hat, doch heute schon die angesehensten Firmen der Branche ganz Teutschlands an und in ihm ist dadurch bereits ein Jahresumsatz konzentriert, der mit 100 Millionen eher zu mäßig als zu hoch angenommen ist. Und immer wachst die Mitgliederanzahl tägM in erfreulicher Wer>e, sodaß die Hoffnung gerechtfertigt ist, dem.Verband «erde es allmählich gelingen, bessere Verhaltnme zu schaffen. Alle ^ntereiienten der Branche, Baumaterralrenhandler >owohl als Produzenten, welche die Notwendigleit eines engeren rfusammenschtusses erkannt haben, pnd als Mitgle^er willkommen/ Tieselben erfahren Näheres durch die Ge- 'chäftsstelle des Verbandes: Leipzig, Lronprinzenstraße 54.

Q Lang-Göns, 21. Dez. Die Erweiterungs­bauten an unserem Bahnhof werden bis zum Fruchahr vollendetifein. Es handelt sich um die Verbreiterung der G-leisaniagen und um Herstellung eines sogenannten Ueber- holungs,Geleises. Zu dem Gesamtumbau sind 200 000 Mk voraesehjen. Die allgemein gewünschte Verbreiterung des Viadukjts der Kreisstraße wird nicht ausgeführt werden.

_it Lich 20. Dez. Theaterdirektor Gittermann hat dieser/Tage l'm Heilandschen Saale seine Theater-Vor- i'iell stngen begonnen. Er spielt auch tn den 5iaä)bat= «üdtchen Hungen und Nidda. I'» benachbarten Dors. Gü,,l hat sich eineLandwirtschaftliche Bezugs- und Abs atzgenossenschaft" gebildet, welche gememschaftüchen bezw. Verkauf von Gegenständen, Verbrauchs tosten und «r.'Zugnissen bezweckt. In Langd wird demnächst mit sPr ©rbauung eines neuen Schulhauses begonnen.

j z Friedberg, 20. Dez. Der Schutzmann F. wurde / der letzten Nacht von den drei Brüdern Nikolaus aus SL»walhenn in der Usagasse überfallen und miß. h nbelt. In der Hellerschen Wirtschaft hatten fte Dorier ^ser zerschlagen. Nur mit Mühe gelang es, die Wutenden

V Mainz, 20. Dez. Eine Liebestragobre splelte sich Astern Abend in der Schusterstraße ab. Der 18 jährige Oberarbeiter Max Lubwig hatte mit einem Ladenmädchen . Warenhauses Tietz ein Verhältnis. Weil bas Mädchen ' \ . Verhältnis gelöst hatte, wollte er ferne Geliebte gestern q-11 r-b beim Verlassen des Ladens erschießen. Als er durch

' on benachrichtigte Polizei an seinem Vorhaben ver- wurbe, sprang der verschmähte Liebhaber in den L)0i

jur Entschädigung für unschuldig erlittene Untersuchungshaft, war auf der Stelle tot.

Mau schreibt uns aus Berlin, 21. Tez.: . el, 20. ®eB. Son den Stadtverordneten wurde

Der Gesetzentwurf über die Entschädigung für un- eme Vorlage des Viagistraks wegen anderweitiger diormie- schuldig erlittene Untersuchungshaft ist, nach den vorläufi- rung der Volksschullehrer-Besoldungen der Stadt gen Mitteilungen über den Inhalt des Entwurfs, wenig angenommen. Die Gehälter der Lehrer an den Bürger- geeignet, Befriedigung hervorzurufen. Tie glücklich schulen «und Volksschulen betragen demnach vom 1. April aus den Strafgesetzen versch-vundeneVerdachts- 1894 ab: a) Grundgehalt 1400 Mk., b) Mietsentschädigung Strafe" taucht hier wieder auf. Tenn es soll der Ent- 50O Alk., c) Alterszulagen 9 ä 240 Mk. Das Höchstgehalt schädigungsanspruch bei Bestehenbleiben des Verdachts nur -----'

in dem Fall gewählt werden, daß es sich um eine so geringfügige Tat handelt, daß die Verhängung oder die Verlängerung der Untersuchungshaft nicht gerechtfertigt _ ~ : OQQF. . Sa2

war. Warum wird nun wieder durch solchen Vorbehalt wipenlchaftlichen Lehrerinnen auf 2985 M.

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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen.