Ausgabe 
22.7.1903 Erstes Blatt
 
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verein aus das so schön verlaufene Fahnenweihfest zurück-

worden.

KolMsche Tagesschau.

Die Anarchisten

blicken. . ......

Darmstadt, 22. Juli. DieDarm,tadter Privilegierte Schützen-Gesellschaft" hat vor wenigen Wochen ihr von

volles und praktisches Heim eingcweiht inte will nun den Schützen aus nah und fern, die sich vom 26. bis 29. Juli zum großen Preisschicßen hier einfinden werden, Gelegen­heit geben, die großen und vorzüglich eingerichteten Schieß­anlagen zu bewundern. Eine uon Gerichtsaccessist Kalbhenn verfaßte Festschrift erzählt manches Wissenswerthe aus der Vergangenheit der Schützengilde, deren Geschichte bis m das

Ionen diese WcksichMosigketten gc^eu die fremden Staaten den Serben sclir, die sich einbilden, man bade vor ihnen. Augst. Als wichtigster Punkt ist jedoch in Betracht zu ziehen, daß der König sich erst populär machen muß, bevor er überharrpt rrgend ctnute aus eigene ^>urd übernehmen rann, und deshalb ahmt er, wie wir schon rntttellten, den Kalifen Harun al Raschid Mich.

ausstellung festgesetzt.

Frankfurt, 21. Juli. Die tm neuen Schau­spiel h a ri s für Unterbringung der Dekorationen vorgesehenen Räume haben sich, wie das Hochbauamt berichtet, im Verhältnis zu den neuen Anschaffungen und den ails dem alten Haus herüberzunehmenden älteren Be­ständen als unzulänglich erwiesen. Intendant Claar hat seine früher aiisgesprochene Ansicht, mehr gerollte Dekora­tionen verwenden zu wollen sie beanspruchen weniger Raum als die ausgesteiften später modifizieren muhen, weil an die plastische Wirkung der Dekorationen stets ge­steigerte Anforderungen gestellt werden, welche die Verwend- ilng geschlossener und ausgcsteister Dekorationen in großem I Umfang unentbehrlich machen. Die Dekorationen, für deren I Unterbringung es an Raum fehlt, sind z. Z. in einem ge­mieteten Schuppen in größerer Entfernung vom Theater un­tergebracht, woraus neben den Kosten der Miete noch Mehr­kosten und Erschwerniffe des Betriebs erwachsen. 9iun wurde festgesteNt, daß die im Schauspielhaus selbst vorhandenen lager' und Betriebsräume unvorteilhaft ausgenutzt find und durch einige bauliche Veränderungen ergänzt und besser be­nutzbar hergestcllt werden können. Ferner ist auf dem Hof ausreichender Platz für ein Magazin vorhanden, auch kann der Hof zur Gewinnung weiterer Unterstandsräume überdacht werden. Dauernde Abhilfe ist aber damit nicht geschaffen. In der Magistratsvorlage heißt es, es sei leider nicht anzu- nehmen, daß dang dem Bedarf an Dekorations-Magazm- räuinen vollständig genügt sein werde; vielmehrwird 'zweifellos ein Bestand von Dekorationen übrig bleiben, der

Schauspielhaus und in dessen Zubehör keinen Platz findet, «sondern zu seiner Unterbringung Vorsorge auf einem vorn Schauspielhaus abgelegenen Grundstück erfordert" Demge­mäß ersucht der Magistrat die Stadtverordneten: 1. 32 000 Mk. für Magazin und Ueberdachung zu bewilligen und 2. das Hochbauamt in Gemeinschaft mit der Stadtkämmerei mit weiterer Vorlage für die danach noch nötig bleibende Er­weiterung der Dekorations-Magazinräume zu beauftragen.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den ^Nachbarstaaten. Aus Wetzlar wird berichtet: ^.er deutsche Generalkonsul in Neapel hat dem hiesigen Burgcr- meisteramt für das städtische Archiv den Sondcrabdruck eines i Vortrags übersandt, den Professor Zumpini der der lrnt- hülluna zweier an den Ausenthalt Goethes in Neapel er­innernder Gedenktafeln gehalten hat. Der Vortrag behandelt- auch sehr eingehend die Beziehungen Goethes zu Wetzlar.

Vermischtes.

* Kiel 21. Juli. Heute früh fand ein Säbelduell Zwischen dem Assessor Schütz und Dr. $ et er 1 e n , P1rß Tondern statt. Schütz erlitt eine erhebliche Verlegung an d'er Brust. Die Ursache des Zwei- Kampfes ist in politischen Differenzen anläßlich der Reichs- *119* Danzrg,^21. Juli. Leutnant v. Puttkametr vom 2. Leibhusaren-Regiment, der beim vorgestrigen Rennen des westpreußischen Reiter-Vereins bei Zoppot mit dem Pferde gestürzt ist, ist heute früh im Stadtlazarett seinen schweren Verletzungen erlegen.

| * Betreffs Unterstützung bedürftiger §a.

milien, welche durch das Hochwasser in Schlesien betroffen wurden, traf der Vaterländische (Z-rauenvereiN, ent­sprechend den Erfahrungen bei früheren Ueberichwemm- ungen, Vorsorge. Die Tätigkeit ist gemäß der Anordnung der"Kaiserin alsbald nach den ersten Ereignisfen organisiert worden. Geldspenden werden entweder an den Haupt vor- stand des Vaterländischen Frauenvereins in Berlin oder an den Provinzialverband in Breslau erbeten. ,tie ,,-berl. Korr." schreibt: In dem vom preuß. Minister des Innern bereisten Hochwassergebiet wird sich die vom HM unsrer mit den örtlichen Instanzen besprochene Hilfsaktion ur drei­facher Richtung zu bewegen haben. Zunächst handelt es sich um die Linderung der augenblicklichen Not. Dazu wird hoffentlich das Ergebnis der Sammlungen, dre großer Opferfreudigkeit begegnen, ebenso genügen, wie zur Be­streitung der unmittelbaren Kosten. der Aufräumung und

1 Desinfektion. Letztere namentlich ist von weittragender Be­deutung, da erfahrungsgemäß Epidemien die Folgeerschem-

' una derartiger Wasserkatastrophen sind. Sodann handelt es , sich um die Feststellung des Schadens nach Umfang und ' Wert, namentlich soweit wenig Bemittelte von Verlusten ______.-.^-' getroffen oder einzelnen die Ernährungsquelle zerstört ist. Besonders gute Leistungen Die Feststellungsart durch die zuständigen Verwaltungv-

Arankreichs neuerVerbündeter".

MS der Krieg mit den Bereinigten Staaten ausbrach, Hef em spanischer General: ,/Man gebe mir einen em ter* haken, und ich verwichte dieJova". Die Jova war das aesürchtetste arnerikanische Kriegsschiff. Was dre Uitci> baten ihrer Generäle locrt sind, hat die Natron erfahren, vor welcher einst ,chie Welt zitterte". Was deur gegen- über eine wirkliche Flotte wert ist, sollte Alfons XIII. durch ' den Besuch der 27 französischen Kriegsschiffe denionstriert werden Ob dem spanischen B o l k der Unterschied zwischen der französischen Flotte und seinen 7 Schiffen zum Bewußb- sein tarn, scheint allerdings zweifelhaft. Em Schriftsteller bemerkt:Bei dem Spanier wird das Erkenne ^ich selbst durch das Vermindere Dich selbst ersetzt." Die saurer können nicht sehen, daß man einem Aridereri den ^or^ug, giebt. Das scht sie in Verzweiflung. Mit dwsem Eharakter- zug rechnete die französische Regierring nach dem^ Besuch König Eduards in Portugal. Und darum fiel der Flotten besuch so glänzend aus, weck Deleasss den Spanwr al» den Grandseigiieur kennt, der seine Emkunfte verloren, aber seine Prätentionen gerettet hat! .

Spanien hat das Schicksal feiner geographischen ^ige.

63 sollte der Wächter Europas über dem Eingang zum Mittelmeer urid über Afrika seiir. Aber weder tampffähig, I noch eigenttich bündnisfahig ist das Reich Karl» V. Es Dorf sich höchstensehrlich mißbrauchen lassen urid ivafür wird Frantteich schon sorgen. Em Spanier hat seinen Landsleuten mit Recht vorgeworfen, dag sie Mar trrege-i rischen Geist, aber kemen mllttärrscheri Geist besaßen, daß jede ernstliche Orgalnsation ihnen antipathisch ]cl ^pa- iuen bat für seine 120000 Mann 540 Generale gegen 300 Generäle in der französischen Armee. Von einem ^mo­dernen, geordneten, gut disziplierten Heerwesen ist ^pa^ Ttien weit entfernt Wie füllte das auch möglich fein in einem Lande, das nach einem Ausdruckallen Anschein, aber keine Wirklichkeit einer juristisch konstituierten Nation fteii&t"* wo man die Jnsttz noch mehr, als die Verbrecher,! fölTtet-üi einem Wbe, Ls mite- 1Ö0000 Beamten 70 000 äukwsbeamte, aber unter 19 Millionen Einwohnern 13 Ittllionen Lesens- und Schreibens-Unkuridige zählt und das den Schullehrern 8 Millionen Pesetas schuldet, sodaß diese den echt spanischen Gedanken Loyolas von der belliaen Bettelei" nicht selten in emer ungeahnten Weifte

die Praxis überttagen müssen. Die Spanier sind von! einem boshaften Engländer als die Bekenner der ein­zigen Religion ohne Dissidenten, namlrch der Faulheit, bezeichnet worden.

414000 ländliche Besitzungen sind in gerichtlicher Verwalt­ung, es gibt mehrere Millionen Berufslose; die Aus- bemtung der Madrider Stadtverwaltung durch viele sau­sende von Bettlern hat durch tljre llnverschäntthert Welt­ruf erlangt. Von der höheren Jugend behauptet man, datz sie nur einen Grundsatz, das Strebertum um Ruhe- vosten, kenne, deren Spanien eme sehr erkleckliche Zahl aufweist. Der Arbeiter, der den fünften Dell scmes Ern- ko mmeus an Verzehrssteuer bezahlt, spart nicht.

Trotzdem besitzt Spanien in seinem ständigen Geburten­überschuß in dem irrdustrielleu Genie der Katalonen, du das ganze unspauische Aiotw erfanden,Weniger Gerarych als Pistung", in den Handelsleuten Asturiens Aiaternal für einen modernen Staat. Aber es bedarf noch mefjr der Initiative, des -tatkräftigen Handelus, statt der großen Worte, das Voll muß lernen, der Regierung ber den Wahlen, statt durch Rebellion, Widerstand zu leisten; die Reaierungskunst muß aus dem Wechselspiel zwischen Par- rechäupttrugeu ^zu einer Politll sich erheben, dre mehr auf die Nutzbarmachung des brachliegenden Fonds innerer Schätze, als auf Abenteuer, auf Draquixoterinen, außerhalb Spaniens sich richtet. Für Spanien ist die Verbindung mtt Frankreich kein Glück. Es wird dadurch zu einer llcber- spannuug seiner Atittel und seines ohnehin ntcht geringen Selbstbewußtseius fcerteilet.

Zum Gluck für Spanien hat einstweilen der spar­same Villaverde das Ruder in die Hand bekommen. Das neue Ministerium ist endglltig folgendermaßen zusammen­gesetzt: Vlllaverde, Präsidium; San Bernardo, Auswär­tiges; Santos Guzman, Justiz; Martitegui, Krieg; Eobian, Aiarine; Besada, Finanzen; Garcia Alix, Inneres; Bu­tz allal. Unterricht; Gasjet, Ackerbau. Das neue Ministerium | leistete am Montag den Eid. Ausgenommen Villaverde,' Gasset und Garcia Mix sind alte Dtinister homines novi. Villaverde hat Vertreter aller konservativen Fraktionen ausgewählt. 9tach derVoss. Ztg." hegt inan großes Ver­trauen in sein Können und Tatkraft für die wirtschaftliche Wiedergeburt des Landes.

Wie man noch aus Pari^, meldet, dürfte die gemein­same Aktion Fran treichs und Spaniens in der marokkanischen Frage alsbald beginnen.

* Die Kronprinzessin von Griechenland durch einen Betrunkenen attackiert, lieberem aufregendes Erlebnis der Kronprinzessin Sophie von Griechenland wird aus Athen berichtet: In dein ^ommer- theater des Hafens von Phaleron gastiert zur Zett eint

geturnt. c orrf. , r v

** Die Ortsgruppe Gießen des Alldeutschen Verbandes beabsichtigt, eine Büchersamfnlung zu ver­anstalten zu Gunsten der Deutschen in den Ostniarken und im Auslände. Diese Absicht ist der allgemeinen Unter,tützimg wert im Interesse der Erhaltung des Deutschtums, und es I märe erfreulich, wenn diese Bemühiingen in weitesten Kreisen Beachtung fänden. Es empfiehlt sich, namentlich ältere Jahr­gänge von guten deutschen Zeitschriften und etwaige Dubletten in Privatbibliotheken dem Verbände, bezw. depen Beauf­tragten, dem Oberlehrer Fuchs, Bismarckstr.' 36, zu diesem Zwecke zur Verfügung zu stellen.

** Das Geschenk aus Amerika. Ern hiesiger ! Geschäftsmann erhielt vor Wochen aus Newyork ein in englischer Sprache abgefaßtes Schreiben, von desien In­halt, da er selbst nicht englisch versteht, er weiter Nichte begriff, als daß cs sich um Ananas handelt, welche von ienseits des Ozeans unterwegs seien. Der Entpfanger deste Schreibens glaubte nicht anders, als daß es sich um ein oon Amerikanern öfters schon ausgeführtes Manöver drehte, daß man nämlich eine größere Sendung züchte nach < Denlschland sendet und nach deren Anknnft von einem beut» , fdieit Hafenplatz aus den Weiterverfcuid auch ohne Bestellung ' ! an Firmen besorgt in der Annahnre, daß die;e Verlvendung si für die Ware hatten und daher die Sendung auch aeeeptteren l würden. So langten eines Tages die Ananas per ailgut auch hier afn und sollten gegen 5.50 Mk. Fracht auch aus­gehändigt werden. Der Adressat verweigerte aber, weil er die Ware nicht bestellt habe, die Annahme. Die Elftn- I bahnbehörde nahm, da es sich nm leicht verderbliche Waren handelte, eine Versteigerung der verlveigerten Ananas vor und erlöste dafür von einem Konkurrenten des eigentlichen Adressaten des Gutes ganze 3 Mk., ein Preis, wofür die Ware rein geschenkt war. Einige Wochen ftpäter empfing unser Geschäftsmann abermals einen Brief aus Newyork, I der aber in deutscher Sprache abgefaßt war und in welchem I et tjoi; einem Freunde, der drüben wellt, die Nittteilung I erhält, daß jener ihm mit einer Kiste Ananas, die er aus

I Amerika nach Bremen gesandt und für welche er auch die I Schiffsfracht bezahlt habe, einmal eine Freude habe machen wollen Ter Amerikaner knüpfte daran die Hoffnung, daß sein Gießener Freund die Sendung wohl längst erhalten und zu Einmachungen verwandt hätte. Der Amerikaner erhielt daraus die Weisung, daß, wenn er wieder einmal Ananas nach Gießen senden wolle, er es schlauer ansangen und vorher schreiben solle, ehe die Früchte hier anlangten. Was mag der Amerikaner gedacht haben, als er von der An­nahmeverweigerung hörte?

8 Freienseen, 21. Juli. Ter hiesige Gesangverein Ariederkranz" feierte gestern und vorgestern das Fest! seiner Fahnenweihe. Das ununterbrochene Regenwetter am Samstag schien das Gelingen des Festes in Frage zu stellen. Um so freudiger war man am Sonntag überrascht, als der Himmel sich llärte und Sonnenschein und leichter Wind I schnell die Wege trocknete. In reichem Festesschmuck prangte der Ort, Guirlanden überspcuinten die Straßen und Ehren­pforten grüßten an ihren Eingängen. Der Festplab, Prach- na unter blühenden Linden gelegen, mit wundervoller Aus­sicht in die reizende Umgebung, eignete sich vorzüglich zur Abhaltung eines solchen Festes. Im stattlichen Festzuge schritten 20 Vereine, daruuier 16 Gesangvereine, und drei Musikkapellen. Die Gesangvereine Ulrichstein und Selln­rod waren mtt eigenen Musikkapellen erschienen. Auf dem Festplatze begrüßte der Präsident des Gesangvereins, Herr V^ lp nach dem Gesänge deö Vereins die Gesangvereine und Festgäste mtt herzlichen Worten. Psarrer sch en hier hielt hierauf die Weihereoe. Unter poettfeher Anspruchs überreichte Fräulein Jmmel die neue, sehr Fahne. I Mit einem begeistert auf genommenen 5) och auf Kaiser und ! Großherzog, ausgebracht vorn Vorsteher des Gefangvcreins, EffiÄA Ln erschallten die Vorträge der ein- ! Leinen Gesangvereine, die alle Zeugnis ab legten von fleißiger des Männeraesanges. Besonders gute Leistungen «Die Festftellungsarr ourcy oie

Iboten b« G^anavereine von Grünberg, Laubach unb Ulrid)» Lrgane ist für alle Teile der Provinz nach gleichen Grunb- ' stein Rafck und präzise wickelte sich der Gezang der vielen sätzen vereinbart. Erft nach Eingang dieser Berichte wird es Vereine ab ^^nz und Volksbelustigung rechtzeitig bc? Regierung möglich sein zu der Frage der Staats-und emtreten konnten Mit aller Befriedigung kann der Gesang- Kommunalhilfe definitiv Stellung zu nehmen. Endlich wer-

augenblicklich nicht ein lückenloses Programm dafür aufge­stellt werden. Daß hier in erster Lime möglichst ausgedehnte und gründliche Flußreguliernngen und Schaffung euies den Fortschritten der modernen Wasierbau-Technik entjprechem den Eindeichungssystems in Frage kommen, versteht sich!

16. Jahrhundert zurückführt. Die ältesten Aufzeichnnngeu stammen aus dem Jahre 1573. Damals nahm die ^gemamo Schicßgesellschast zu Darmbstadt", 3Fähnlem" (zu 20 Mann) stark, an einem allgemeinenGlückschießen" teil, das v£?err Georg, Landgrav zu Hessen, Grav zu Katzenelnbogen, Dietz, Ziaenhain und Nidda" veranstaltete. Eine mächtige Ehren­scheibe war da vom Landgrafen nach eigenem Entwürfe ge­stiftet, Jo vom Nagelt bis an die Ecke anderthalb ehlen groß gewesen", und außerdem als 1. Preis em Ochse, jo 12 Gulden gekostet." Auch Heuer wird Großherzog Ernst Ludwig dem Feste beiwohnen.

Wiesbaden, 21. Juli. Unter dem Vorsitz des Oelono» Imierats Dahleni sand heute mittag im Beisein des Reichs- ! loumiissars für die Weltausstellung in St. Louis 1904, Geh. Oberregierungsrat Lewald, eine Konferenz von Wein- händlern und Produzenten statt, um die Art und Weise der Beschickung der deutschen Weinbauausstellung auf der Weltausstellung festzusetzen. Anwesend waren un­gefähr 50 Herren aus allen weinbautreibenden Gegenden des deutschen Reiches. Nach längerer Debatte wurden die Be- ftimmungen für die Teilnahme an der deutschen Sammel-

Hcer und Flotte.

Das Ritterkreilz erster Klaffe des Großh. Heff. Verdienst­ordens Philipps des Großmütigen wurde dem Major Praol, aggregiert dem 2. Oberelsäss. Jnfanterie-Regiment Nr. 17 , und dem Niaior I l s e m a n n beim Stabe des Husarenregiments König Huiiibert von Italien (1. Kurhefsischen) Nr. 13; der Steril zuni Kouiturkreuz des Großh. Sächs. Hausordens dem Generalmajor von Wachter, Generaladjutant S. K. H. des Großherzogs von Heffen; das Rüterkrenz erster Abteilung desselben Ordens: dem Major z. D. Freiherrn von Hou- wald, Bezirksosfizier beim Landlvehrbezirk Mainz, und dem Hauptmann Freiherrn Schäffer von Bernstein, Flügeladjutanten S. K. H. des Großherzogs von Heffen ver- liehen.

Aus Stadl und Kand.

Gießen, 22, Juli 1903.

"Landwirtschaftliche Ausstellung Gießen. Auf der landw. Llusstellung im September d. I. siiidet auch eine Konkurrenz in Mollereiprodnlten statt und zwcrr in folgenden Klassen: Klasse 1: Süßrahmbutter, Klasse 2: Sauerrahmbutter, Klasse 3: Bauernbutter, Klasse 4: Käse, Klasse 5: Andere Molkereiprodukte. Die Einsindnng der betr. Produkte hat bis zum 5. September, nachdem eine ord­nungsmäßige Anmeldung vorausgegangen ist, zu erfolgen. | Sie werden hiernach am 8. September durch 2 Preisgerichte voll Sachverständigen beurteilt und prämiiert. ^Mntliche Produkte" werden alsdann unter Beifügung der äuerkannten Preise in einer besonderen Abteilung auf der Ausstellung ausgestellt. Als Preise kommen zur Vergebung: 1 ^-leger- ehrenpreis, 1 Staatsmedallle, Medaillen und Diplome.

** Deutsches Turnfest in Nürnberg, ^urner C. MÜ11 er vom Turnverein Gießen erzielte bei dem Einzel- wettturnen 52 Punkte, und die Gan-Aiufterriege hat gut

in Chicago scheinen, sofern man der internationalen Sen­sationspresse trauen darf, chre verbrecherischen Pläne zur Anstiftung von Attentaten auf euroMsche Staatsoberhäup­ter wieder aufgenommen zu haben, nacksdem sett der Er­mordung des Präsidenten McKinley nichts von der licht­scheuen Tätigkeit jener Gesellschaften mehr verlautet hat. Jetzt sollen Vorberettungen zu einem Anschlag aufden Teutsch en Kaiser durch die Wachsamkeit der Polizei in Chicago entdeckt worden sein. Einem Berliner Sensa­tionsblatte wird wenigstens aus Newyork gemeldet: Ter Polizeipräsident in Chicago bestätigt, daß er die Nachricht von einem Anarchistenkomplott gegen den Deutschen Kaiser nach Berlin gekabelt habe. Tie näheren Details sollen erst nach Beendigung der llntersuchuntz veröffentlicht werden. Die LondonerCentral News" verbreiten ferner ein Tete- oramm desNcewyork Herald" aus Chicago, wonach die dortigen Polizeibehörden die angeblich von amerikanischen Anarchisten in Kopenhagen geplante Verschwörung und die,y fyrtüenÄ eines Komplottes zur Ermordung des Deutschen! dem hiesigen Architekten Prof. Olbrich neuerbautes geschmack- Kaisers bestätigen. Der Chicagoer Polizeidire'ktor' -------in,n ni,n ben

S'Neill teilte mit, vor einigen Wochen seien vier Anar­chisten, zwetMänner un d z w ei Fr aue n,. von einem amerikanischen Hasen nach Schweden gereist, mit der erklärten Absicht, oen Deutschen Kaiser wahrend seines Besuches b ei König Os kar zu ermo r d en;

bie Kopenhagener Polizei sei amtlich ^avon informiert