Ausgabe 
22.7.1903 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

153. Jahrgang

Mittwoch 22. Juli 1903

Redaktion. Spedition und Druckerei: Schnlstratze 7.

Adresse für Depeschenr Anzeiger Gieße«.

Aernsprrchanschluß Nr, 5L

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Amtliche Nachrichten über Viehseuchen.

Die in den Gehöften des Konrad Friedrich, Echristian Krauthahn und Karl Stroh I. zu Nreder-Gemünden, Kreis Alsfeld, ausgebrochene Rotlausseuche ist erloschen und die über diese Gehöfte verhängte Sperre wieder ausgehoben worden.

Bekanntmachung.

Betr.: Schweinerotlauf.

Die über das Gehöft des Wilhelm Steul L in Betten­hausen wegen Schweinerotlaus verhängte Gehästsperre wird , hiermit aufgehoben.

Gießen, den 21. Juli 1902.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

I. V.; Dr. Heinrichs.

iilftertM Alltverpev, ssaufhavs guten, 80 IMidrrs.

an«, ^chinei!. in9 Der- ch.Off. Jctnb.

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unter 311 d. Ä.

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Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem GießenerAnzetger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Familien« blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l ffchen Anweck.-Buch- ».Stein-

fdr reisende Damen psternh?118' naiioesstr. 7. BK!

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Papst Leo XIII. f.

Aus dem Sterbezimmer des Papstes.

Der Leichnam des Papstes ist noch immer im Sterbe- zimmer aufgebahrt. Außer den Nobelgarden halten be­ständig die Ehrengeheimkümmerer und Kammeradjntanten des Papstes Wacht. Die Pönitentiare der Peterskirche ver­richten im anstoßenden Gemach Gebete. Zahlreiche Per­sonen wurden zur Besichtigung der Leiche und zum Fuß- tuffe in kleinen Gruppen zugelassen, nachdem sie die be­sondere Erlaubnis des Majordomus erlangten. In alten päpstlichen Gemächern sind die Fenster und Vorhänge ge­schlossen. Ueberall brennen Wachskerzen in Armleuchtern. Die Leiche wurde um 3 Uhr nach der geheimen Anticamera gebracht, wo sie um 5 Uhr einbalsamiert und mit dem päpstlichen Ornat bekleidet wird. Morgen abend wird sie in die Peterskirche gebracht und dort zwei Tage ausgestellt. Die Umgebung des Vatikans ist vom Kommen und Gehen der Wagen zahlreicher hoher Würdenträger stetig belebt.

Im Zimmer des Papstes werden durch Atönche aus dem Orden der konventualen Minoriten, die sich vierstündlich ablösen, fortdauernd Totengebete gesprochen.

Um 5 Uhr nachmittags nahm Lapponi, unterstützt von vier Aerzten des Vatikans, die Einbalsamierung der Leiche des Papstes vor, die mehrere Stunden erforderte. Nach der Vorschrift wurden die Praecordien und die inneren Teile der Brust und des Leibes her aus genommen und in einem Kristallgefäß versiegelt, um im unterirdischen Ge­wölbe der Peterskirche gesondert beigesetzt zu werden.

Mit den Vorbereitungen für die Ausstellung des Leich­nams des Papstes in der Kapelle del Sacramento in der Peterskirche ist begonnen worden. Der Kardinalkümmerer genehmigte die Maßnahmen, die der Polizeikommissar zur Aufrechterhaltung der Ordnung während des Vorbeipassie- rens der Volksmenge getroffen hat. Die Kirche wird in zwei Teile geteilt, in einem Teile werden die Trauerfeier- lichteiten veranstaltet, während der andere für den Durch­gang der Menge freigehalten wird.

Die Kardinale.

Heute morgen war an den Kirchentüren eine Kund­gebung des Generalvikars Kardinal Respighi angeschlagen, in der der römischen Bevölkerung der Tod des Papstes an­gezeigt und die 'Abhaltung der religiösen Feierlichkeiten, angeordnet wird. Bis zur Wiederbesetzung des päpstlichen Stuhles werden täglich abends von 8 Üis 9 Uhr die Glocken geläutet.Giornale d'Jtalia" zufolge wies die Regierung die Eisenbahnverwalttmg an, den zmn Konklave nach Rom kommenden Kardinalen alles Entgegenkommen zu gewähren und den ausländischen Kardinalen von der Grenze ab re­servierte Wagen oder, wenn sie es wünschen, Salonwagen zur Verfügung zu stellen. Die Bronzetür des Vatikans ist noch geschlossen. Die Börse ist heute in Rom geschlossen.

Heute nwrgen traten die in Rom weilenden und die aus Italien herbeigeeilten Kardinale alle Hum Zeichen der Trauer in Veilchen färben em Gewände rn der Sala bei Consistoro des Vatikans zur ersten Versammlung zur Vorbereitung des Konklave zusammen. Die Beratungen waren geheim. Es verlautet, daß mit großer Mehrheit beschlossen worden sei, das Konklave in Rom abzuhalten. Es nehmen daran voraussichtlich alle Kardinale mit Aus­nahme des Erzbischofs von Sydney, des Kardinals Moran, der durch weite Entfernung verhindert ist, teil. NaH der Versammlung empsiugen die Kardinale im gleichen Lwale die Botschafter von Oesterreich-Ungarn, Frankreich, Spanien und Portugal, die das Beileid ihrer Regierungen ausdrück­ten. Im Vatikan ist eine große Zahl von Beileidstelegram­men von Souveränen, Staatsoberhäuptern und anderen Sürstlichkeiten, von geistlichen Würdenträgern, katholischen Vereuren und Instituten aus allen Teilen der Welt eiw- geganben.^ste ^u|amntenl=un^ der Kardinale dauerte bis halb 1 Uhr. Während derselben wurde der Fischerring des ver­storbenen Papstes und dessen Siegel zerbrochen. Um 4 Uhr wird das Papst-Kollegium die Beileidsbezeugungen des diplomatischen Korps entgegennehmen. DerDribuna" zu- solge öffnet Kardinal Oreglia heute abend das Testament M Verstorbenen. tv r V ,

Infolge der Beschlüsse der Kardrnalversammlung be­gannen die Bauarbeiten im Vatikan zur Vorbereitung des Konklave. Im Damasushofe werden alle Zugänge ver­mauert. Im Vatikan werden etwa 65 Wohnräume von je zwei bis drei Zimmern für die Kardinäle mit ihren Sekretären und Konklavisten hergerichtet. Die Mahlzeiten nehmen die Kardinäle gemeinschaftlich ein. In der Sala Durale und in der Paulinischen Kapelle wurden Altäre zum Messelefen für sie hergerichtet. Die Wahlhandlung erfolgt den morgen- und Abendsitzungen in der Sixtinischen Ka­pelle, an deren Wänden Sitze für die Kardinäle errichtet

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Eichener Anzeiger«

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Amts- und MzetzeblÄt str den Kreis Gießen M4Z

---------------------------- zeigenteil: Han- Beck.

und zum Genuß verhilft. Ihr Leib war Gemeingut, ihre Vergangenheit stadtbekannt, von beiden Eltern her belastet dem: der Vater starb im Belgrader Irrenhaus, die Mutter war eine Trinkerin; jeder wußte: eine hitzige Dirne. Auch Alexander wußte es; der verstorbene Kaufmann Konara, der verstorbene Publizist Sima Popowitsch wußten es; viele Belgrader, die noch heute leben, aus eigener Erfahrung. Sie hatte ihren ersten Mann entehrt und ins Grab gebracht. Als sie eine Schwangerschaft heuchelte, um einen französi­schen Eisenbahningenieur zur Heirat zu zwingen, kaufte sich, der Mann kurz und brutal mit 500 Frs. von ihr los. Als Belgrader Bürger diesen Vorgang dem König erzählt und ihn kniefällig gebeten hatten, Draga nicht zu heiraten, rief endlich einer: ,^err, sie ist auch mit mir gegangen", und nannte den Preis. Aber Alexander war an sie gewöhnt, und überzeugt, daß er nur bei ihr glücklich werden könne. Als Milan und der Ministerpräsident im Ausland weilten als Freiwerber für den König um eine europäische Prinzessin, fand er den Mut, seine Verlobung zu proklamieren. Das Kabmett demissionierte. Milan aber schrieb an seinen Sohn: Nicht ein Musikfeldwebel, geschweige denn der kleinste Offizier der Armee, die ich zu befehlen hatte, durfte jo heiraten, wie Euer Majestät heiraten wollen. Ich lege meinen Offiziersdegen Ew. Majestät zu Küßen." Vor der Verlobung aber hatte sich folgendes begeben: Milan warnte den Sohn vor der wahnwitzigen Heirat mit einer Dirne; der Sohn schien ihm dankbar dafür. Da feuerte plötzlich der Mörder Knezewitsch seine Schüsse auf Mi­lan. Milan wurde nur leicht gestreift, sein Adjutant schwer verwundet. Aber der Mörder Knezewitsch lächelte noch auf der Richtstätte, weil er die Begnadigung erwartete; er wurde von dem Peleton rasch getroffen, der Präfekt Andjelitsch, der um die Sache wußte, erdrosselt aufgesunden. Auf seinem Totenbette sagte Milan:Das letzte Attentat auf mich war das Werk dessen, den ich in meinem Leben allein innig ge­liebt habe, es war das Werk meines einzigen Sohnes, für den ich vergessen habe, daß ich König gewesen bin und dem ich, in Reih und Glied tretend, diente. Das Attentat des Knezewitsch war von Alexander und seiner Draga vor­bereitet."

Ein Vorspiel zum Belgrader Königsmord.

Ueber Vorgänge, die sia) etwa 14 Tage vor dem Kö­nigsmord im Konak zu Belgrad selbst abgespielt haben, kommen jetzt erst Tatsaa;en an das Tageslicht, die eines gewissen Interesses nicht entbehren.

Für den 28. Mai war am Hofe ein kleines Familien- diner angesagt, zu dem die Brüder und die Schwestern der Wnigin Draga mit noch zwei intimen Freunden ein­geladen waren. Das Menu zu diesem Diner war, wie dies öster zu geschehen pflegte, vom König Alexander persmrlich zusammen gestellt und von ihm dem könig­lichen Küchenchef übergeben worden. In dem Menu war von dem Könige auch die Bereitung einer Gänseleber­pastet e befohlen, mit deren Herstellung der von früher her damit vertraute Küchen geHilfe namens Wefseli, sich zu befassen hatte. Dem Küchenchef, einem Deutschen, siel es auf, daß der Gehilfe an diesem Abend mit der Zubereitung der Pastete sich auffallend lange zu schaffen gemacht hatte. Zu seinem Entsetzen sah er auf dem Tische, auf dem Wesseli kulinarisch manipulierte, eine Papierdüte in der Form, wie sie in'den Apotheken für pulverisierte Medikamente verabfolgt wird. Der Mchenchef faßte so­fort den jungen Mann Bei der Hand und fuhr ihn scharf an mit der Frage, was er da treibe. Wesseli, vor Schrecken erbleichend, leugnete anfänglich, daß er irgend etwas Böses vor hätte. Sofort wurde der Generaladjutant Lazar Petrv- vitsch von bem Vorfälle verständigt, und er eilte in die Küche, wo er sofort der noch nicht fertigen Pastete ein Stück entnahm und.dieses einemsHünde vorwarf, der nach etwa zehn Minuten verendete. Hierauf vom Ge­neraladjutanten schärfer inquiriert, gestaiid Wesseli, daß er die Pastete mit Gift versetzt habe, um die Königin zu töten. Petrovitsch machte kurzen Prozeß, führte den jungen Mann in das Souterrain des alten Konaks und ließ ihn dort von drei Gendarmen nieder- schießen. In derselben Nacht wurde der Tote in aller Stille nach dem Friedhöfe überführt und beerdigt, ohne daß sein in Belgrad domilizierender Vater auch nur ein Sterbenswörtchen von dem ganzen Vorfälle erfahren hat. Also schon am 28. Mai sollten König Alexander und 'Kö­nigin Draga samt ihrer Verwandtschaft und den ein- eingeladenen Gästen aus der Reihe der Lebenden gestrichen werden. Und daß dies niasi auf eine spontane Eingebung eines 19 jährigen Burschen'erfolgt wäre, ist durch die nach­folgenden Ereignisse zur Evidenz bewiesen.

Bon serbischer Seite wurde seinerzeit der Vergift- ungsversuch dementiert und nur zugegeben, daß ein Küchenjunge wegen einer LiebesaffäreSelbstmord" ver­übt habe.

Ist Peter I. ein kluger Mann oder nicht?

Diese Frage muß sich jedem aufdrängen, wenn er sieht, wie der neue Herrscher die L)c.ör d e r des n i g s p a a r e s belohnt, sie in die besten Stellung>en ernsetzt, und das im schärfsten Gegensatz zu den Wünschen und selbst Vorstellungen der zivilisierten Welt. Betrachtet man diel Angelegenheit aber genauer, so wird man sich sagen müssen, daß Peter Karageorgiewitsch doch richtig handelt. Einem Zweisel kann es woyl nicht mehr unterliegen, daß er mit den V e r s ch lv ö r e r n seinerzeit u n t e r e i n e r D c cke gesteckt hat, Und es wäre daher für ihn sehr gefährlich, ihnen den verdienten Lohn vorzueuthalten, dann aber veruht auch eine Stellung aus dem Einfluß der Aufrührer. Wenn er nun gewissermaßen das Ausland durch seilt Vorgehen brüs­kiert, so lverden ihm doch teilte ernstlichen Nachteile daraus erwachsen, denn keine Macht scheint Lusi zu Haven, für die Ueberzeugung" ihrer Herrscher einzutreten, andererseits ge-

weröeu. Die LardinäLe treten in das Konklave am 3L Fuü abends etn und halten am 1 August morgens die erste Mchlverfammlung.

Der Kaiser trab der Reichs Anzeiger.

Dom Deutschen Kaiser ist nachstehendes Telegramm an Kardinal Oreglia auß Molde eingetroffen:

Schmerzlich bewegt durch die soeben erhaltene Trauernachricht, sende ich dem hohen Kardinalkollegium den Ausdruck aufrichtiger Antellnahme au dem schweren Verlust, welchen die römisch-katho­lische Kirche durch den Heimgang des Papstes Leo XI1L erlitten hat. Ich werde dem erhabenen Greise, der mir ein persönlicher Freund war und dessen so außerordentliche Gaben des Herzens und des Geistes ich noch bei meiner letzten Anwesenheit in Rom erst vor wenigen Wochen erneut bewundern mußte, ein treues An- benfen bewahren. Wilhelm L R.

DieNordd. Allgem. Ztg." schreibt: Ein friedlieben­der Kirchenfürst, ein warmherziger Freund der Armen und Unterdrückten, ein feinsinniger Gelehrter ist mit Leo XIII. dahin gegangen, dessen Name weit über den Kreis der katho­lischen Kirche hinaus mit dem Gefühl aufrichtiger Hoch- schätzung genannt wird. Unser Kaiser verehrte in dem Entschlafenen einen persönlichen Freund. Die wiederholten Besuche des Kaisers legten für das gute Verhältnis zwischen den Beiden ein beredtes Zeugnis ab. Beim Antritt des Pontisikates ging Leo der Ruf voran, daß er bestrebt sein werde, ein Friedenspapst zu sein. Diesen Ruf hat er dem Deutschen Reiche gegenüber in richtiger Erkenntnis der wahren Interessen, sowohl der Kirche wie der Staats­gewalt, gerechtfertigt. Unter seiner tätigen Mitwirkung gelang es den Kulturkampf beizulegen und einen Modus vivendi mit der katholischen Kirche zu sinden, der sich bis heute bewährte. Schon vor 18 Jahren übertrug ihm das Vertrauen der deutschen Regierung das Amt eines Schiedsrichters im Karolinenstreit mit Spanien. Wenn heute unter regem Anteil der katholischen Bevölkerung am Ausbau des Deutschen Reiches weitergearbeitet werden kann, so ist dies nicht zum wenigsten der staatsmännischen Einsicht Leos zu danken, oer auch nach der Beilegung des Kulturkampfes wiederholl und noch im letzten Lebens­jahre ein offenes Verständnis für die staatlichen Bedürf- nifie Deutschlands zeigte. Unter den vielen Päpsten, die in der deutschen Geschichte eine Rolle spielten, wird Leo XIII. eine der sympathischsten Erscheinungen bleiben.

Ikon Seröieus Aergangenyeit uni) Zukunst.

Alaxandar."

Der bekannte russische Schriftsteller Wladimir Koro- lenko, dessen neueste NovelleWie der Wald rauscht" neu­lich im Jnselverlage zu Leipzig erschien, erzählt' in der Rußk. Wedomosti", er habe im Jahre 1889 Jalta besucht und dort auch mehrfach die Königin Natalie von Serbien mit ihrem Sohne Alexander gesehen. Bei einer Besichtig­ung der Ausgrabungen im alten Chersones wurden die Touristen von einem Klosterbruder, der ihnen als Führer diente, gebeten, ihre Namen in das Freurdenbuch eintragen zu wollen. Als Korolenko in dem Buche blätterte, erblickte er plötzlich die UnterschriftNatalla". Dicht unter der­selben aber stand, in großen, von unbeholfener Kinder­hand hingemalten Lettern zu lesenAlaxandaö^. Die un­gefügen Buchstaben, die merkwürdige Sympathie für den Buchstaben a alles das verfehlte nicht, auf die Tou­ristengesellschaft eine erh eiter ende Wirkung auszuüben. Selbst der erirste Mönch könnte sich eines Lächelns nicht erwehren.Zu jener Zell", so fährt Korolenko fort,wär Mexander 13 Jahre alt Ein Knabe aus mittlerer klein­bürgerlicher Familie wäre bereits in der dritten Klasse des Gynurasiums gewesen und Halle den ziemlich kom­plizierten Kursus des Gymnasialunterrichts zu bewalligen gehabt. Der serbische Prinz hatte die neun Buchstaben, aus denen sein Name bestand, noch nicht fest inne ! .... Und das war im Jahre 1889. Bier Jahre später aber ver­haftete Alexander die Regenten, erllärte sich für voll- M)rig und überirahm die Herrschaft über ein ganzes Land mit Millionen von Einwohnern, mit all ihren Bestreb­ungen, Ansichten, Beschäftigungen, Bedürfnissen und Jtiter- essen... In verschiederren Artikeln, die den: Arrdettken des unglücklichen Königs geividmet waren, lese ich nun, daß er einevorzügliche Bildung" genossen habe.' Es entsteht nun die interessante Frage: Was nennt man eine vorzügliche Bildung? Im Jahre 1889 schlechte Schreib- kenullcisse, im Jahre 1893 ein Staatsstreich! Da' blieb wohl für eine Vervollkommnung der Bildung kaum viel Zell Übrig. Es konnte nicht mehr gelernt werden, man mußte regieren, d. h. sich grober Schmeichelei mcd der groben Beeinflussung durch Hofpollliker und Favoriten un­terordnen, das Spielzeug in ihren Händen sein, Staats­streiche inszenieren, au dem. bunten Wechselspiel der Hof- intriguen telluehmen, Minister entfernen und heraltziehen, M'oslliptionslisten aufstellen .... Die vier Jahre, die vergangen waren, selldenr der Kllabe Alexander im Frem- deÄuch des Klosters seine Kritzelei hingemalt Halle, Lountelt höchstens feine Handschrift ein wenig fester machen, und seine Vorliebe für den Buchstaben a in seinem Namen ein wenig abkühlen..."

Dragas und Alexanders Mordanschlag auf König Milan.

Im neuesten Hefte derZutun ft" schreibt der frühere serbische Ministerpräsidertt Dr. Vladan Georgowitsch, dessen Artikel,Die Frauen der Obrenowllsch" kurz vor dmn . Belgrader Umsturz Aufsehen erregt hatte, Über den letzten Obrenowilsch. Er niiniur die Belgrader Vorgänge in Schutz; Alexanders Verblendung mußte so enden. Georgowitsch, : der von der Rllnisterpräfidentschafr zurücktrat uni) ins Aus­land ging, als der König Draga heiratete, erzählt, wie sie zur Herrschaft gelaugte uni) die allmächtige Maitre sie wurde. Sre wußte, wie man den durch üble Laiiue der Natur voll den Frauen fern gehaltenen Männern den Schmerz erspart ,

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