mitees sehr enttäuscht und entmutigt ist. Hierzu hat vor allem der Umstand beigetragen, daß die Entete zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland sich bewährte unb sich der Zustimmung der übrigen Mächte erfreut, ferner, daß die Geschwader aus Saloniki abberufen wurden bezw. das französische Geschwader den Hasen überhaupt nicht an- gelaufen hat, was dem Komitee als Beweis dienen mußte, daß die Entsendung des Geschwaders keineswegs als Aufmunterung der macedonischen Bewegung oder Hinderung und Ueberwachung der türkischen Gegenmaßregeln gedeutet werden darf. Ueberdies machen sich die Folgen der jüngsten ungewohnt energischen und zielbewußten Maßregeln der Türkei, der äußerst klugen und vorsichtigen Haltung des Sultans und seines diplomatischen Geschickes allseitig in günstiger Weise bemerkbar. Alle diese Llmftänbe dürften die Leiter der Bewegung zu der Ueberzeugung gebracht haben, daß eine Fortsetzung des Bandenunwe,cns und neue Anschläge schwer möglich sind, und ein weiteres Vorgehen in Macedonien selbst wenig Erfolg verspreche. Es scheint daher, daß die Komiteeleitung gewaU.am in Bulgarien und von dort aus Verwickelungen Hervorrufen will, was durch die gegenwärtigen dortigen Vorfälle und Erscheinungen bestätigt würoe. Es scheinen deshalb dementsprechende altseitige Vorkehrungen dringend notwendig. Gestern aus Bulgarien eingetrosiene Nachrichten und von dort kommende umontroLierbare Gerüchte haben eine gewisse Beunruhigung heroorgeruien. In Regierungs- unb diplomatischen Streiten ist jedoch die zuveriichtlicye Hoffnung vorhanden, daß der Einfluß der leitenden Männer aller Parteien bedeutende Ausbruche der Voltsstiinmuiig und unüberlegte Schritte verhindern werde. Tie Türken sind wohl infolge des Treibens der macedonischen fto- mitees gegen alic Bulgaren erbittert, jedoch keineswegs kriegsdürstig. Es müßte seitens der Bulgaren eine flagrante Herausforderung erfolgen, um eine Kriegserklärung seitens der Türkei zu veranlassen.
Politische Tagesschau.
Die revolutionäre Propaganda in Rußland
findet mehr und mehr auch in militärischen Kreisen Eingang. Wie früher schon in anderen größeren Garnisonstädten, ist jetzt auch in Kronstadt eine, wie es scheint, ziemlich weit reichende Beteiligung dieser Kreise an der staatsfeindlichen Bewegung festgeftellt worden. Tort erschoß sich ein jüngerer Offizier des kaspischen Regiments. Tie Polizei hatte bei den Nachforschungen nach den Trägern der revolutionären Propaganda mehrere Per- ionen verhaftet, darunter einen Bruder und eine Schwester des Offiziers. Man fand bei ihnen eine Menge kompromittierender Schriften und Briefschaften, darunter auch solche, welche den im kaspischen Regiment dienenden Bruder bloßltellten. Ter Kommandeur oes Regiments ließ den jungen Ofsizier rufen und soll ihm unter vier Augen den Rat erteilt gaben, seinem Leben ein Enoe zu machen, um weiterer Schanoe aus dem Leege zu gehen. Ter Bor- all erregt in mckirürischen Kreisen das peinlichste Aufehen. Auch verschiedene Offiziere füllen verhaftet wor- )en fein. — Ferner melden Privatnachrichten aus dem Gouvernement Saratow von großen Bau er n- unruhen, wobei die Revoltanten oereits einige Guts- höfe in Brand steckten. Es wurden sofort energische Maßregeln durch den Gouverneur zur '^muenoung gebracht. Nähere Details fehlen noch. — Endlich meldet heute „W. T. B.", daß in Ufa, im russischen Ural, der Gouverneur Bogdanowitsch im Stadtpark von zwei Personen erschossen wurde.
Die ru,sische Preßbegorde versucht es nach wie vor mit den überlieferten Maßregelungen der Tagcsbiätier. So ist neuerdings in Petersburg der Zeitung Nowosti der Einzelverkauf entzogen, die Zeitung Wmynj verboten worden.
Deutschland, Brasilien und das Kaffeegeschäft.
Unseren Hausfrauen können wir eine frohe Botschaft unterbreiten, vorläufig ist noch lange nicht dara n zudenk en,daßder Kass eewiederteurer wird. Unser Konsul Eschke in Sao Paulo (Brasilien- Hal sehr eingehende Studien über das Kasseegeschäst und den Kaffeebau gemacht und erklärt, an der Uebetproduktion und infolge davon an dem niedrigen Kaf,epreise ist Sao Paulo allein schuld; denn während die Promotion aller Kaffee bauenden Länder außer <sao Pumo zusammen seit 20 Fahren ziemlich gleichmäßig zw^chen 7 uno 8 Millionen Säcke betragen hat, ist die Produktion Sao Paulos in demselben Zeitraum von 1755 UOU Säcken aus 91,* Millionen Sacke gewachsen. Und Sao Paulo hat damit seinen Höhepunkt noch nicht erreicht, denn von den 66a Millionen Kasfee- bäumen, welche in diesem Staate gezahlt worden silid, jinb 135 Millionen jünger als 4 Fahre, d. h. sie werden erst in den folgenden Fahren ertragsfähig und bannt zur weiteren Erhöhung der Ueberproduliion beitragen. Tie Elemente, welche das Gefchäftsleben im Konsulatsbezirke Sao Paulo hauptsächlich bestimmen, smd, wie Kon,ul Eschke betont, Kaffee und Kurs. Ter letztere mar nach den ungeheuren Schwankungen des Jahres 1960 im soeben ab* geschlossenen Berichtv»ahre verhältnismäßig ruijiger. Tie Gesamiausfuhr im Hafen von Santos im Fahre 1901 hatte einen Wert von 291 < ,4 103 Milreis gegenüber einem Werbe von 264099 577 Milreis im Borjahre; hiervon tarnen allein auf den i 287 735498 Milreis; hinzu kamen noch 488 356 Milreis für den Kaffee in Schale und 2<o Milreis für den Kaffee geröstet. Der üafjec stellt also allein 99 Proz. der Gefamtausiuhr dar. Was nun die Einfuhr anbetrifft, so kann es nur uns Deutsche erfreuen, daß wir auch in Brasilien immer festeren t\ug fassen. Fn der Reihe der Herkunftsländer steht natürlich Großbritannien an erster Stelle mit einem Einfuhrwerte von 31OUJ Eontos de Reis, demnächst folgt Teutschland nut fast 14 060, Argen,in ien mit fast 13 600, Ftalien mit 11000, die Bereinigten Staaten von Amerika mit 100U0, Portugal, Frankreich und Belgien mit je 4500. Fn den Ärtiteln der Eisenindustrie, welche gegen bar gekauft werden, konkurriert Teutsa-land mit großem Erfolge. Eiserne Scharniere kamen frül-er ans den Vereinigten Staaten, jetzt aus Teutschland; Borstenpinsel lieferte früher Frankreich, jetzt Deutschland. Auch bezug- lich der Manufakturwaren geht Deutschland vorwärts, Strümpfe werden ausschließlich aus Ehemnitz b.zogen Eine in deutschen Händen besinnliche Glashütte, lv.lche im Jahre 1900 erst wieder eröffnet worden war, hat gute Fortschritte gemacht. Sie hatte eine Tagesproduktion von etwa 3000 Kilogramm. An Gegenständen liefert sie hauptsächlich Arzneiflaschen, Weinflaschen, Trinkgläser, Kmnpo.schusicln. Tie Arbeiterfrage, welche der Landwirtschaft große Schwierigkeiten bereitet hatte, ist m genügender Weise geregelt. Tie Regierung war ermächtigt worden, 50000 (im- wanderer auf Staats kosten einzufuhren unb hat von dieser
Befugnis in vollem Umfange Gebrauch gemacht. Ein reiches Feld der Betätigung deutschen Fleißes ist in Brasilien gefunden, freilich muß es unausgesetzt beackert werden.
Aus Stadl und Land.
Gießen, am 20. Mai 1903.
•• Himmelfahrt. .Unser Vater in dem Himmel", so beten und bekennen, so weit die Christenheit geht, alle frommen Herzen. Darum ist auch ein frommes Gemüt mit dem Himmel wohl vertraut, wie ein Kind im Vaterhause. Da denkt es zuerst an den blauen Himmel dort oben, an die Sonne, bie da lacht, an der Sterne unendliches Heer, das dort leuchtet, an die Wolken, die da ziehen, an die Lerchen, die da jubeln, und hinter dem allen sucht und spürt e§ das treue Herz des Vaters, besten Gabe alle Schönheit des Erbenhimmels ist unb bet barm bie Fülle seiner Liede über uns ausschüttet. Unb wenn ber Erbe Ungerechtigkeit unb Unfriebc, Lieblosigkeit unb Haß uns bebrücfen, bann klingt es in uns tröftenb: „Himmelan geht unsere Bahn*. Mag immerhin ber nüchterne Verslanb unser spotten unb fragen: Wo ist benn bein Himmel? Wir wissen es wohl, baß wir ihn nicht erreichen, wenn wir gleich burch bie Wolken führen unb von Stern zu Stern emporstiegen in ben unenblichen Raum. Nicht ein von uns getrennter Raum, fonbern eine anbere Art bes Daseins ist es, was wir mit Himmel meinen, unb in ben Himmel kommen wir nicht baburch, baß wir äußerlich aus einer Welt in bie anbere versetzt werben, fonbern baburch, baß wir innerlich himmlisch, göttlich werben, baß wir eine sittliche Umroanblung erleben. Das ist .ber Weg, ben uns Jesus vorangegangen ist. Wo hätte er anders hingehen sollen, als fein Leben auf Erden zu Ende war, als in ben Himmel, ba boch sein ganzes Leben eine Himmelfahrt war? Er bringt auch uns in ben Himmel, weil er uns innerlich zu Gott bringt unb uns erfüllt mit Kräften bes ewigen Lebens. Wenn er fein Werk in uns hat, bann können wir getrost beß warten, was wir fein werben, wenns hier mit uns aus ist. Mit ihm geht unser Weg himmelan!
** TaeSordnung für bie Sitzung der Stadt- verorbneten-Versammlung am Freitag ben 22. Mai, nachmittags 31/, Uhr. 1. Mitteilung betr. Besuch S. K. H. bes Großherzogs. 2. Baugefuch bes Jakob Hartmann 11. von Heuchelheim für bie Kreisstraße Gießen—Heuchelheim. 3. Baugesuch des Lubwig Müller für bie Bahnhofstraße 61, hier: Dispens. 4. Gesuch bes Wilh. Möser II. um Erlaubnis zur Uebcrbauung bes Stabtgrabens. 5. Erbauung einer katholischen Kirche, hier; Straßenkostenbeitrag. 6. Verpachtung eines Kieslagerplatzes am alten Viehmarkt an Konrad Nübsamen. 7. Gesuch des H. Hettler um Erlaubnis zur Benutzung des Bürgersteigs in ber Frankfurterstraße bezw. Südanlage. 8. Niederlegung ber bem Konrab Nübsamen gehörigen Felbscheuer in ber Schwarzlach. 9. Entleerung ber Schmutzwassersammelgrube bei ber Provinzialsiechenanstalt. 10. Die Bürgersteige in ber Landgrasenstraße, hier: Vergebung ber Klinkerlieferung. 11. Herstellung eines Bürgersteigs in ber Ostanlage vor ben Häusern Nr. 20. unb 22 am Schoorweg. 12. Verlegung des Stabtringgrabens von ber Steinstraße bis zum Walltor in bie Norbanlage. 13. Errichtung eines stäbtischen Elektrizitätswerks, hier: Berichtigung des Beschlusses vom 20. Juli 1900. 14. Gesuch ber Firma Heyligenstaebt u. Co. um Gelänbeabtretung am Erbkauter- tveg. 15. Gesuch bes Joh. Gg. Lauer um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetriebe im Hause Neuenweg 36. 16. Desgleichen bes Theobor Hinkel wegen Branntweinausschanks im Hause Kreuzplatz 6.
" Ter Hessische Zentralverein zur Errichtung billiger Wohnungen hält am 28. b. Mts. im Saalbau zu Darmstadt seine Hauptversamnilung ab. Auf derselben werden folgende Vorträge gehalten: 1) Zweck und Wesen der gemeinnützigen Bautätigkeit unb ihre Bebeutung für das öffentliche Wohl, Referent: Landesrat Dr. Brandts- Düsseldorf, Korreferent: Landeswohniingsinspektor Gretzschel- Tarmstadt, 2) Tie Wohnungsverhältnisse in ländlichen Bezirken. Referent Kreisarzt Dr. Walger-Erbach i. O. Diese beiden Vorträge sind schon deshalb von besonderem Interesse, weil sie zu dem neuen hessischen Wohnungsfürsorgegesetz in engster Beziehung stehen unb eine Reihe Gesichtspunkte behandeln werden, welche für bie Ausführung bieses Gesetzes von Bedeutiing finb. Um beshalb möglichst weiten Kreisen die Teilnahme an ber Versammlung zu ermöglichen, sind Einlabimgen außer an die Mitglieder an eine große Zahl sonstiger Interessenten am Kleinwohnungsbau versandt worden.
*• „Hassia". Herr Dr. Vogt in Butzbach, der Schriftführer der „Hassia", schreibt uns:
„Im ersten Blatt der Nr. 114 Ihres geschätzten Blattes vom 16. d. Al. bringen Sie eine Notiz, berjiifolge einzelne Mitglieder des Präsidiums brr Kriegerkamcrabschait Hassia nicht mit dem bekannten Erlaß, betr. Stellungnahme ber Krieger- vereine gegenüber ber Sozialdemokratie einverstanden gewesen seien. Ich ersuche Sie um gest. Richtigstellung dieser durchaus falschen uUitteitimg, da das vollkommenste 6iiiüentelnncn aller Mitglieder des Präsidiums a uSnahms - t o s in dieser Frage beliebt unb von icher, b. h. seit über 20 Fahren bestanden hat. Sie dürfen dabei Ihrem geehrten L'eicr- kreise weiter bekannt geben, daß denselben grundsätzlichen Standpunkt die V o r ft ä n b e aller deutschen Lande s - K r i e g e r v e r b ä n d e e i n n e h m e n , wie das seitens derselben im Oktober 1901 auf dem Kyfihäuser beschlossen wurde.
Unsere Mitteilung in Nr. 114 beruhte auf einer Information von sehr vertrauenswürbiger Stelle, die, soviel uns bekannt, ber „Hassia" sogar recht nahe steht. Wir glaubten daraus schließen zu dürfen, baß ber Kyffhäuscrbcschluß wenn auch bie schließliche Zustimmung, so boch nicht die völlige Billigung aller maßgebenden Persönlichkeiten der „Haffia" gefunden hat.
" Ein Diebstahl wurde dieser Tage beim Gastwirt R. in Klein-Linden verübt. Zwei '-Pfänner entnahmen in kurzer Abwesenheit des Wirtes der Kaffe eine Summe Geld, bezahlten rasch unb verschwanden. Der Wirt merkte aber alsbald die Tat unb nahm bie Verfolgung ber Diebe auf. Es gelang ihm, sie cinzuholen und zur Herausgabe des Gelbes zu bringen.
Haarschncidefabriken. Wir lesen im „Darmst. xgbl.4 folgenden Originalartikel:
Wlünftet b. T leburg, 14. Mai. In unserer an Industrie Äicmhd) armen Gegend wird demnächst em neues industrielles Unternehmen erstehen. Tie Firma Donner zu Frankfurt a. M.
beabsichtigt, in ber Nähe des hiesigen Stationsgebäudes eine Haarschneibeiabrik für zirka 60—80 Arbeitskräfte zu erbauen. Bauunternehmer ist Herr Gastwirt unb Kohlenhänbler Mick. Haus von hier. Ta bereits eine Haarichneibefabrik ber Firma Block unb Hirsch-Offenbach hier besteht, so werben wir hier demnächst zwei solcher Unternehmungen besitzen.
Also die Haarfchnetdeindustrie ist in erfreulichem Steigen begriffen. Warum aber gerade der 2100 Einwohner zählende industriearme Ort Münster bei Dieburg gerade zwei Haar- schneidefabmkcn nötig hatte? Anderswo läßt man sich höchstens alle 14 Tage einmal das Haupthaar scheeren. Zweifellos wird nun die neue Fabrik in Münster bessere Geschäfte machen als die alte, da sie in der Nähe des Bahnhofs liegt unb ben Zugang von Rohmaterial bester an sich ziehen kann. Denn bas läßt sich boch wohl nicht bestreiten: so rasch wachsen auch ben Leuten in Münster unb Umgebung bic Haare nicht, baß ihre Behanblung allein schon bie Errichtung einer Haar- schneibefabrik mit 60—80 Arbeitskräften erfordern würde. Diese schon mehr sportliche Bewegung in Münster erscheint uns indesten ein wenig zweifelhaft. Sollten Haarschnetbe» maschinenfabriken gemeint sein? Oder sollten es Tierfelle sein, bie in Münster bearbeitet werben? Der Bericht könnte sich barüber benn boch etwas beutlicher aussprechen. Der Satz, „ba bereits eine Haarichneibefabrik hier besteht, so werben wir hier bemnächst zwei solcher Unternehmungen besitzen', ist übrigens weniger problematisch unb bestätigt nur bie allgemeine Regel.
-i- Bab-.Nauheim, 19. Mai. Der neue Bürgermeister Kaiser soll bereits am I.Juni eingewiesen werben. Aisbann tritt bie Stäbteor bnung in Kraft.
-i- Wetterfelb b. Laubach, 18. Mai. Die erste Ausführung bes Lutherfestspiels von Hans Herrig fanb am Sonntag nachmittag statt unb erfreute sich trotz ber Ungunst ber Witterung eines guten Besuchs. Die Aufführungen hat ber Gesangverein unter Leitung bes Lehrers Jakob ins Leben gerufen.
Vermischtes.
* Roosevelt und die Babies. Präsident Roosevelt hat bie Gabe, sich bei seinen Wählern beliebt zu machen. Eine kleine Episobe, bie selbst bem ärgsten Feinbe Roosevelts zu Herzen gehen muß, hat sich in Des Moines im Staate Iowa zugetragen. Als ber Präsibent auf seiner Reise burch den Westen in ber genannten Stabt eintraf, würbe er, wie bisher überall, enthusiastisch empfangen. In ber großen Menschenmenge, bie ben Bahnhof bei ber Ankunft beS Präsi- benten umlagerte, war bas weibliche Geschlecht besonbers stark vertreten. Junge Damen reichten bem Präsibenten kostbare Bouquets in ben Wagen, währenb bie Mütter ihm — ihre Babies entgegenstreckten! Unb Präsibent Roosevelt nahm bic Blumen mit freunblichem Lächeln entgegen unb bie Babies — küßte er mit großer Zärtlichkeit auf Munb unb Wangen.
• Versuche mit Motor-Omnibussen haben, ins» besonbere in Berlin, mit einem so vollstänbigen Fiasko ge- enbigt, baß allen Beteiligten vorläusig bie Lust zu weiteren Experimenten vergangen zu sein scheint. Nun kommt aber aus Lonbon bie Nachricht, baß man bort seit kurzer Zeck mit einem Motor-Omnibus neuester Konstruktion sehr günstige Resultate erzielt hat. Das Gefährt gehört, wie bie „Köln. Ztg." mitteilt, ber Lonbon General Omnibus Compagny unb gleicht in äußerer Erscheinung ganz einem gewöhnlichen un- bespannten Omnibus, ber auf etwas kleineren, biefen Gummirädern ruht unb im Innern zwölf, auf bem Dache achtzehn Sitzplätze hat. Die trcibcnbe Kraft wirb burch eine elektrische Dynamomaschine geliefert unb bie nötige Elektrizität burch eine Petrolmaschine von 20 Pferbekraft erzeugt. Der Vorteil biefer anschcinenb übermäßig komplizierten Einrichtung besteht barin, baß bie elektrische Triebmaschme wesentlich schneller in Gang unb zum Stehen gebracht werben kann, als ber Petrolmotor, was bei einem Straßenomnibus, bet fortwährend Fahrgäste aufnimmt und absetzt, von besonderer Wichtigkeit ist. Dann erheischt ber Straßenomnibus, wenn er stark besetzt ist, oder eine bedeutende Steige zu überwinden hat, bedeutend mehr Kraft als gewöhnlich, unb biese wird durch das Fischersche zusammengesetzte System geliefert. Wenn volle Kraft nicht von 9löten ist, so wird ber übermäßige Strom automatisch einer Magazinbatterie zugeführt und von dieser bann im Bebürfnisfalle roicber automatisch abgegeben, sobald das Durchschnittsaufgebot an Kraft nicht autzreicht. Tie Ausgabe auf den Kilometer für BewegungSkraft soll sich auf nur em Viertel des Betrages stellen, bie ber mit Pferden bespannte Omnibus erfordert. Der Motoromnibus überholte die nut Pferden bespannten auf ebenem Boden mit Leichtigkeit, überwand Steigungen ebenso leicht, bewegte sich mit geschmeidiger Leichtigkeit im dicksten Wagengewühl unb verbreitete nur einen kaum merklichen Petrolgeruch. Es scheint indessen, daß der Wagen noch etwas mehr stößt, als ben meisten Fahrgästen angenehm ist. Allcrbmgs ist auch bie ganze Maschinerie noch nicht eingefahren, unb außerbem glauben bie Fabrikanten noch ein Ziemliches in ber Feber- einridjtung tun zu können, um bieses Vibrieren zu milbem. — Jedenfalls wird man auch in deutschen Großstädten gut tun, bie Erfahrungen, bie in Lonbon mit ben Motor- Omnibusten gemacht werden, aufmerksam zu verfolgen. Sollte sich in London das beschriebene System bewähren, so ist zu erwarten, daß man sich auch in anderen Großstädten dem automobilen Omnibus zuwendet. Denn daß dieses Fahrzeug für den Straßenverkehr zum niindesten nicht gefährlicher ist als das nut Pferden gezogene Fuhrwerk, hat sich z. B. bei den Probefahrten in Berlin, wo sogar bie Polizei die große Lenkbarleit unb Bremsfähigkeit solcher Wagen anerkannte, bereits mit Sicherheit ergeben.
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