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20.5.1903 Erstes Blatt
 
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Mittwoch LV. Mai 1903

153. Jahrgang

Erstes Blatt

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Redaktion. Expedition MCzvi»v* den poltt und aOgern.

Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen WW Kernivrrchanll-lubAr 51. " ____________________

Z)ie Todesstrafe.

Eine HimmelfahrtSbelrachtoag.

Gießen, 20. Mai.

Die christliche Urzeit glaubte, daß der hingeopferte und aufcrflandene Messias zur Rechten Gottes erhöht wurde und auf den Wolken des Himmels bcreinft Wiederkommen werde zur Aufrichtung seines Reiches. Und an drei Stellen im Neuen Testament wird ein sichtbares Lmporsteigen Jesu zum Wolkenhimmel und sein Berschwinben in den Wolken erzählt, was nach der Apostelgeschichte 40 Tage nach dem Auferstehungstagc geschehen sein soll. Daher wird seit Ende des 4. Jahrhunderts das sZest der Himmelfahrt Christi 40 Tage nach Ostern, also an dem Donnerstag der fünften Woche gefeiert.

Tie menschliche Kunst hat diesen weltbewegenden Vorgang, bas Entrücklwerden Christi vom Irdischen, diesen wunder- vollen versöhnenden letzten Akt der erschütternden Christustragodie, oft zum DarfteUungSgegenstand erwäblt. Tie Phantasie eines Giotto, des italicmfajen Meisters des 13. Jahrhunderts, sah, nach seinen berühmten Wandgemäl­den in der Arena zu Padua, Christus mit erhobenen, segnenden Händen von Engeln umgeben, in einer Glorie schweben Perugino, Rembrandt, Mengs, und unter den Neueren Eduaro v. Gebhardt haben in ähnlicher Weise Christi Himmelfahrt bildlich gestaltet. Die von den Rö­mern dem christlichen Abendlande überkommene Schau­bühne hat in frühen Zeiten schon halb gottesdienstliche Oster- und Deihuachtsspiele, aber niemals Himmelfahrts- spiele gekannt. So gab es in der aus der Liturgie her- vorgeganaenen Dramatik des Mittelalters eine Zeit, in der Christus der natürliche Mittelpunkt, der eigentliche Held der dramatischen Aufführungen war, und die Kirche veranlaßte und begünstigte lange die Aufführung von Passionsjpielen, wie noch heute die in Oberammergau und Höritz. Cs ist kein Zufall, daß im Anschluß an die refor­mierenden Bestrebungen der modernen Dramatik mit ihrem Drang nach psychologischer Vertiefung die Pflege des Christusdramaä in den Vordergrund tritt, ja eine wahre Massenproduktion in Christusdramen platzgegriffen hat. Wir nennen nur Gonschorowski'sHosianna «, Sternbeirn's Judas Jscharioth",Rabbi Josua" vonNemo", Zelling's Das Licht von Nazaret", Brand'sDer Erlöser". Dazu ist neuerdings Heyse's vielumstritteneMaria von Magdala«« und alS jüngstes wohlSaulus von Tarsus«« von Eduard Stilgebauer getreten. Einzelne dieser Dichtungen be­handeln die Auferstehung Christi in ihrer Reflexwirkung auf feine Anhänger und Verfolger. Andere sind mit eurer gewesen Kühnheit und Verachtung aller Rücksichten und Hompromiife geschrieben. Heyse und der pseudonymeNe­mo«« haben die Figur der El)ebrecherin vor Christus mit einer anderen b.vii,chen Figur, der eine mit der Schwester des Lazarus, der andere mit Maria Magdalena zusammen- aezoaen unu beide haben aus der Ehebrecherin eine Cour- tifane gemacht. Tas in Preußen verbotene Drama Hcyse's bringt in bedenklicher Weise die Frage des Erfolges ober Nichterfolges des Erlösungswerkes in Zusammenhang nut Magdalenens anderweitigen Liebesabenteuern. Noch andere mamen kein Hehl daraus, daß ihnen Christus ein Mensch ist und sonst nichts, ein medizinisch gebildeter Rabbi, kein Gott, und geraten so in Widerspruch zwischen der Gvttes- idee und rationalistischen Brutalitäten. Keiner aber von ihnen nimmt die Gelegenheit wahr, an der himmelschreien­den Freveltat von Golgatha die Fluchwürdiakett der Todes­strafe überhaupt durch die wuchtigen Peitschenhiebe einer unwiderstehlichen Logik nachzuweifen.

Kajaphas, der Hohepriester, sah tn Christus nichts

anderes, als die personifizierte Auflehnung gegen das Ge- setz. Nach ihm war er, der da gestorben war am Kreuz, gerecht gerichtet worden. Um wie viel mehr sind Ntord- nach solcher Anschauung des Todes würdig.

Wie einst, so regt sich auch heute noch in mitleidsvollen, selbst in zartesten Frauenseelen bei der ersten Kunde unb Schilderung eines schweren Verbrechens der Wunsch, daß Gleiches mit Gleichem vergolten werde. Ist ein Mord be­gangen worden, dann heißt es: Kopf ab! Keine andere Strafe sei für Mord denn der Tod!

Redete man so nur in der ersten Aufwallung, bann wäre bas ja weiter nicht schlimm. Toch bem ist leider nicht so. Eingewurzelt ist einmal in das Volk die Idee von der Notwendigkeit der Todesstrafe, so viele Schemen auch gegen diese Institution geltend gemacht werden können.

Ist der Mörder auf Grund von Indizienbeweisen veiu urteilt, so drängt sich uns die Frage auf: Wenn er nun am Ende doch unjchuldig wäre? Ter Fehler wäre nie wieder gut zu machen.Jrreparabilität" der Todesstrafe nennt der juristische Theoretiker diesen allerbedenllichsten Punkt. Tie bloße Möglichkeit eines Justizmordes er­füllt uns mit Schaudern.

Philosophisch Vemlagte bringen folgendes Bedenken vor: Niemand, der Staat fo wenig wie der Einzelne, hat ein Recht über das menschliche Leben. Tenn dieses ist ein ganz eigenartigesRechtsgut««, das jeder juri|lischen Behandlung trotzt. Es hat einen ewigen übermenschlichen Zweck, einen absolutenmetaphysischen«« Wert, vor dem der Staat mit feiner Strafreattion Halt machen muß.

Gerade der Staat darf nicht durch plötzliches Abschneiden deS Lebensfadens die tiefen Absichten des menschlichen Daseins vereiteln.

Und liegt nicht der Gedanke von der überirdischen Be beutung jeder einzelnen Menschenseele, auch der des Ver­brechers, allen großen Religionen zu Grunde?

Tas Christentum geht dabei nicht so weit wie das buddhistische Togma, das sogar in jedem Tier einen Kandi­daten für die Lösung dieses metaphys.scheu Problems sieht. Konsequent bestimmte der europäische Buddhist Schopen­hauer in seinem Testament, daß sein Hund nicht getötet werden dürfe.

Jeder, ob Mensch oder Tier, fort aber möglichst eines natürlichen Todes sterben.

Ter Staat darf zum mindesten beim Menschen den unnatürlichen Tod nicht zur gesetzlichen Strafe machen.

Ter Zweck der Strafe ist doch ein zwiefacher, einmal ein rein juristischer, zur Wiederherstellung des verletzten Rechtes, und zweitens ein ethischer, der des Besserungs­versuches an bem zu Strafenden.Wen Gott lieb hat, den züchtigt er.«« Tie Eltern strafen die kleinen Torheiten ihrer Kinder in erster Linie, um diese in Zukunft möglichst vor der Begehung ähnlicher Torheiten abzuhalten. Ter Dieb erhält eine Gefängnisstrafe und wird sich, hat er die Freiheit wieder, wohl überlegen, ob ein neuer Diebstahl unb bie ihm dann aufs neue drohende, obendrein verlängerte Entziehung der goldenen Freiheit wert ist, noch einmal gegen das siebente Gebot zu freveln. Und manchen noch nicht ganz verstockten Sünder wird die erlittene beschämende Strafe- bessern, b. h. ihn anhalten, von dem Pfade des Rechttuns in Zukunft nicht abzuweichen. Wie aber läßt sich bei der Todesstrafe der ethische Zweck der Strafe, der des Besserungsversuches, erfüllen ? Könnte nicht die Tätig- kett des Gefängnisgeistlichen dahin erweitert werden, daß ihm die Aufgabe werde, jedem einzelnen Ge­fangenen, unter b'enen es zweifellos viele giebt, die nur aus Mangel an elterlicher :c. Fürsorge auf den Pfad des Ver­

brechens gerieten, nach Möglichkeit ein Erzieher zu Recht und Gesittung zu werden?

Daß die Häufigkeit bertobcdtoürbiacn« Verbrechen in b,e n Ländern, die bie Todes­strafe abgeschafft haben, nicht zunimmt, ist statistisch nachgewiesen.

Tie Todesstrafe ist beseitigt in Italien, Holland, in einzelnen der Vereinigten Staaten Nordamerikas, in Ru­mänien, Portugal, in Brasilien und mehreren anderen Staaten Südamerikas. In der Schweiz schwankt der RechtS- zuftand. Aber der Schweizer Entwurf eines künftigen Strafgesetzbuches, ebenso der norwegische Entwurf Haden die Todesstrafe nicht aufgenommen.

Wie wohl wird sich der tüuftige deutsche Reichstag bei der Strafrechtsreform, vor der wir stehen, zur Todes­strafe verhalten? Werden wieder die rein nüchternen, kaltenfinanziellen«« Bedenken zu ihren Gunsten geltend gemacht werden, die einzig daraus pochen, daß bie zu langen Freiheitsstrafen Verurteilten dem Staate nicht ganz uner­hebliche Geldopfer auferlegen, während basKopf ab" so wohlfeil unb jo zweifelsohne fei? Am 1. März 1870 schon hatte der beuifaje Reichstag mit 180 gegen bl Stimmen Die Abschaffung ber Todesstrafe beschloßen. Unb 23 Tage später hob derselbe Reichstag mit 127 gegen 119 Stimmen Diesen Beschluß wieder auf. Hoffen wir vorn nächsten Reichs­tage auch in dieser Sache das beste.

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Die Balkan-Unruhen.

Rach einer gestrigen Meldung steht die von Mitrowitza gekommene Divstwn Nas,tt Paschas in Ipek und Umgeb­ung. Die von Djakowa gefommenen Truppen haben da­gegen ihr Lager bei Babaitloees ober Debabot noch nicht verlassen. Es ist möglich, daß man aus dem Yilöiz, in­folge von Meldungen über große Verluste ber Albanesen am 13. Mai beunruhigt, ben Vormarsch einstellen ließ. Nach einer anderen Meldung hätten sich die oppositionellen Albanesen nach der Schlappe vom 13. Mai unter der Führung Suleiman Agas auf Grasmaeeel, 8 Kilometer nördlich von Djakowa, vereinigt und bie Höhen von litt- prionit gegenüber dem 15 Äilometer südlich von Ipek gelegenen serbischen Kloster Detschani besetzt. Nach den allerletzten ^Nachrichten sei Schensi Pascha mit 8 Bataillonen beim Kloster Detschani eingetrofien und habe möglicherweise die Albanesen schon angegriffen. Dieselben dürsten schwer­lich Stand halten und sich über Mokra-Planina nördlich oder westlich gegen Plava unb Gusinje zurückziehen. An­gesichts ber Nähe der montenegrinischen Grenze sei bie baldige Unterwerfung der Albanesen zu erwarten, ba eine Einigung mit den betreffenden Grenzstädten nicht erzielt sei. Die Angabe, daß die Gesamtzahl Der zum Widerstand entschlossenen Albanesen 10 000 betrage, scheine eine un­begründete Schätzung zu fein. Der Nachschub- und Ver­pflegungsdienst der oorrüaenbcn Truppen macht mannig- sache Schwierigkeiten. Tie christliche Bevölkerung ist im Bewegungsgebiet der Albanesen und ber Truppen außer­ordentlich beunruhigt und leidet vielfqch. Montenegro sott die Grenzwache gegen Gusinje und Plava, sowie die Mokra-Planina-Grenzwcuhe bedeutend verschärft haben. Die Pforte erklärt, Daß mit dem Einmarsch ber Truppen in Ipek die Hauptaktion beendet sei. Jetzt verbleibe nur noch die Züchtigung der albanesischen oppositionellen Mi­norität. Auch Jene würden gezüchtigt werden, die erst im letzten Augenblick Gnade erbeten Haven. Auch im Attdiz scheint die Stimmung zuversichtlich zu sein.

Aus mannigfachen ibcobaajtungen und Anzeichen scheint hervorzugehen. Daß die Leitung ber mazedonischen Ko-

torien), weltlich, ernst un!/ komilch alle großen Chor­werke mit Orchester, die jetzt zahlreich vorhandenen Lieder­spiele und humoristischen Gesamtspiele. Die ftüheren Werke Challiers sind dasDoppel-Handbuch der Gesangs- unb Klavierliteratur««, ein alphabetisch geordnetes .Ver­zeichnis aller transskribierten Lieder, Arien, Gesänge, ein- und mehrstimmig, mit allen ihren Klavier-Tranchtripiionen, Phantasien :c. (1881), bieSonaten-Tabelle", eine nach Ton­arten alphabetisch geordnete Aufstellung sämtlicher Klavier- Sonaten von Giementi, Haydn unb Mozart in allen Aus­gaben (1882, 3. Auflage vermehrt 1887), dasSpezial- Handbuch««, ein Verzeichnt- sämtlicher gemischten Potpourris, melodramischen Werke, Werke für bie linke Hand, Werke mit Äinberinftrumenten (1883), dasVerzeichnis sämtlicher komischen Duette unb Terzette««, nach Kompositionen, Titeln, Anfängen und Namen der Personen geordnet (1884), der Große Lieberkatalog««, wohl das bekannteste und am meisten verbreitete Wert Ch-l.i.'is, enthaltend sum^ick^ e.nrimm.gen Lieder, nach Anfang und Ueberschrift alphabetisch geordnet (1885), dieBeelhoven-Sonaten-Tabelle««, in allen noch vor­handenen Ausgaben nach Tonarten, Revisoren, Verlegern und nach Opuszahlen geordnet, mit Angabe der Widmung, Preise, Titel, Criginatoerleger (1887), derKatalog der Gelegenheits-Musik««, ein klassifiziertes Verzeichnis von Kom- pofitionen für Gelegenheit aller Art der Vokal- und In­strumentalmusik, mtt Sachregister aller erdenklichen Ge­legenheiten (1897), derGroße Duelten-Katalog", enthaltend sämtliche Duette und zweistimmigen Lieder, nach Anfang und Ueberschrift alphabetisch geordnet (1898), derGroße Männergesang-Katalog", enihailend sämtliche Mannerchore nach Textanfang und Titel alphabetisch geordnet (19u0i. Fast sämtliche dieser bibliographischen Nachschlagwerke habenNachträge«« erhalten, derGroße Liederkatalog«« z. B. seil seinem Erscheinungsjahr 1885 nicht roemger als Deren acht, sodaß also bax. Hauptwerk bis auf die neueste Zett ergänzt worden ist, etwa in der Art ber Supplemente zu Meyers Konversationslexikon oder Andrees Handatlas. Cs stectt eine immense Arbeitsleistung in diesen Katalogen.

FcuMcwll.

Musikalische Bibliographie. In berDffixin /er Drillt schen Universitäts-Druckerei geschieht zurzeit die Drucklegling eines neuen umfangreichen Werkes auf dem Gebiete der musikalischen Bibliographie, ein»dGr o ß e n Chorkatalogs«« von Ernst Challier. Herr Challter, der Gießener Musikalienhändler, hat sich im gesamten beat- schen und ausländischen Buch- und Diusikalienhandel durch feine großen musikalisch-bibliographischen Werke einen Namen gemacht. Selbst der im verlorensten xbinfel beö Deutschen Reiches ansässigezünftige«« Buch- und Musikalien­händler, der seine Vertretung in Leipzig hat, kcuin bie Hauptwerke Challiers nicht entbehren. Dem Buchhändler stehen eine Anzahl von bibliographischen Nachschlagwerken, von Gesamtlataiogen der Erscheinungen des deutschen, öster­reichischen und schweizerifchen Verlagshandels zur Ver­fügung, als ba sind die monatlichen, Halbjahrs- und Fünf- iabr3tataloge von Hinrichs in Leipzig, das Heinsiussche und das Kalfersche Bücherlexikon, ber bandereiche R^stcllfche Gesamtkatalog, ferner einige Schlagwortkataloge und Sonderbibliographien der einzelnen Wissenschaften zc. x-er deutsche Musttalienhandel dagegen besitzt eigentlich nur bie Kataloge Challiers als unentbehrliche Hilfsmitteb Der augenblicklich im Erscheinen begriffene große Chor-Katalog, ber sämtliche gemischte Chöre enthalt, nennt in uber]i$t- licher Schlagwort-Anordnung, wie Challiers Großer Männergesangs-Katalog, von allen Choren, die Gemein. Aut geworden sind, alle Ausgaben, ganz gleich ob diese einzeln erschienen finb oder sich nur in großen Sammlungen beftiiden. Dadurch ist dieser Katalog zugleich em General- Jiihalts-Verzeichnis sämtlicher Lieder,ammlungen,das eine große Zahl älterer Chore zu ermitteln ermöglicht, sämt­liche Chore sind nach Anfang und Ueberfchrist aufgenom­men, überall die Komponisten, die Searbeiter, bie Ver­leger und die Preise zugesügü Der Kataloo.enthalt lebe Komposition für gemischten Chor - geistlich (auch Cra-

Jn einem uns voittegenden Prospekt des Challierlchen Katalog-Verlages findet sich die Bemerkung, daß alljährlich ca. 2400 Lieder zu erscheinen pflegen. Daraus kann man sich ungefähr einen Begriff machen von der Mühsamkeit des gewissenhaften Zusammentragens der ungeheuren Flut von Erscheinungen des deutschen Musikalienhandels in diese statt­liche Reihe zuberlässigster und cum grano falls natürlich erschopjendster Kataloge. Im deutschen Verlags-Buch­handel ist es seit Olims Zeiten üblich, sämtliche Neuerschein­ungen dem Hinrichsschen Katalogverlage in Leipzig in einem Exemplar zu gewissenhafter Registrierung vorzu­legen. Taher die fast lückenlose Vollständigkeit der biblio­graphischen Werke dieses Verlages. Jni ^cuftkalienhandel besteht dieser Brauch gegenüber dem Ehallierschen Kataloa- verlage, so viel uns bekannt ist, leider nicht. Ihm dienen also als Hilfsmittel wohl nur die SonderkaicAoge der einzelnen Musitalien-Berleger, deren Prospekte unb Inserate in ben Fachzeitschriften. Um so erstaunlicher ist bie Präzisität und relative Vollständigkeit ber Chattierschen Berlagswerke, von benen einzelne, wie berGroße Lieberkatalog«« unb ber Große Chorkatalog", eigentlich auch in ber Bibliothek keines größeren musikalischen ober Gesangvereins fehlen sollten.

Neue Männerchöre a capelta. Der Gießener Kapellmeister Paul Polster hat Drei neue Männerchöre komponiert, bie soeben in bem bekannten Verlage von I. Schuberth & Co. erschienen finb.C wunberbares, tiefes Schweigen«« ist ein melobienreiches, in zarten Tönen ausklingenbes fteies Walblied, das jedem guten Gesang­verein zu empfehlen ist,Ich weile gern im Wald allein" ein mufikalifcy tief empfundenes Idyll, unbDer golbene Amor««, ein frisches flottes Lieb aus Sängers Wande^ahren; ein eigenartiger Ton, ein keckes Auftreten unb der ziel- bewußte Aust taug des Liedes sind charakteristisch. Sämtliche Texte hat Polster benRheinischen Liedern«« von Herrn. Bender entnommen, bie bei Baumert u. Rcuge in Großenhain erschienen sind.