Ausgabe 
20.4.1903 Zweites Blatt
 
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gäbe, baä Ritterkreuz L Klaffe mit der Krone desselben Ordens dem Major und Batarllonskommandeur C l ö ß n e r, seither im Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (L Großh. Hess.) Nr. 116, und dem Major unb Bataillonskommandeur Walter, seither im 5. Großh. Infanterie-Regiment Nr. 168. Am 18. Avril wurde Oberamtsrichter Geheimer Justizrat Karl Lange rmann in Gießen auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 4. Mai an in den Ruhestand versetzt. Ter Amtsrichter bei dem Amtsgericht Gießen, Amtsgerichtsrat Heinrich Gebhardt, wurde zum Oberamtsrichter, der Amtsrichter bei dem Amts­gericht) Beerfelden Theodor Dietz zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Gießen, beide mit Wirkung vom 4. Mai 1903, ernannt. Ernannt wurde der Gerichtsvollzieher mildern Amtssitze in Hirschhorn Becker zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Zwingenberg und der Sanitatssergeant im Infanterie-Regiment 118 in Worms Boßler zum Ge- richtsvvllzieher mit dem Amtssitze in Hirschhorn. Der Ver­walter am Gefängnis zu Darmstadt, Kreuter, wurde auf sein Nachsuchen in den Ruhestand versetzt. Der Vor­tragende Rat bei dem Ministerium de Finanzen, Abteilung für Steuerwesen, Geh. Oberfinanzrat Weigel, > unter Anerkennung seiner langjährigen, treu und er;, ^ch ge- leisteten Dienste auf fein Nach suchen mit Wttiuna vom 1. Mai L I. an in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß das Komturkreuz 2. Klasse des Verdienst­ordens Philipps des Großmütigen verliehen. Der bisher als StationsVontrolleur im Rrichsdienste kommissarisch ver- wendete Oberzollinspektor und Rcgierungsassessor Tr. Hellwig in Harburg a. E. wurde zum ständigen Hilfs­arbeiter bei der Abteilung für Steuerwescn des Ministeriums der Finanzen unter-Verleihung des AmtstitelsOber­finanzassessor" ernannt. Dem Hofgartengehilfen Schleck- m a n n wurde aus Anlaß seiner am 1. März d. I. zurück- aeleaten 25jährigen Dienstzeit^ der Hofgärtnerei Dessungen die Silberne Verdienstmedaille verliehen.

)( Kaufmännischer Verein. Am Samstag abend fand im Vereinshause an der Nordanlage die General­versammlung statt. Der Bericht über das beendete 30. Geschäftsjahr ergab eine überaus rege Tätigkeit des Vorstandes im Interesse der Gescljäftsführung. Der Verein bestand am Schlüsse des Vereinsjahres aus 6 Ehren-, 216 ordentlichen, 1 außerordentlichen uird 196 unterstützenden Mitgliedern, so daß die Gesamtzahl 399 ist. Von den 1265 Bänden der Vereinsbib.iothek wurden im abgelaufenen Jahre 1257 gegen 943 Bände im Vorjahre ausgeliehen. Die gemeinsam mit dem Ortsgewerbeverein im Winter­halbjahr veranstalteten sieben Vorträge waren überaus gut besucht. Zu den Kosten der vom Verein seit zehn Jahren eingerichteten Fachschule leistete der Staat einen Zuschuß von 2060 Mark, die Stadt Gießen 800 Mark, die Spar- und Leihkasse 500 Mark, während an Schulgeld 3417 Mark vereinnahmt wurden. Für das Lehrlingsheim wurde dem Verein ferner von der Spar- und Leihkasse 300 Mar! überwiesen. Oberlehrer Knauß, welcher den Bericht über die Schule erstattete, konstatiert, daß die Schüler während des Tagesunterrichts geistig wesentlich frischer und auf­merksamer sich erwiesen, als dies in den Vorjahren, wo die Unterrichtszeit in die späten Abendstunden fiel, der Fall gewesen sei. Er bedauerte, daß es immer noch eine ganze Anzahl Chefs gebe, welche das häufige Fehlen der jungen Leute beim Unterricht, nicht zu verhindern uchten. Von den 126 Besuchern der Fachschule zu Beginn >erf eiben, hatten 9 Gymnasial-, 27 Recuschul- und 90 Volks- chulvorbildung. Der Unterricht wurde in fünf Klassen vorgenommen und in allen Fächern kaufmännischen Wissens erteilt. Auch das Lehrlingsheim, welches an fünf Abenden in der Woche geöffnet ist, erwies sich als eine segensreiche, viel benutzte Einrichtung, während über einen recht schwachen Besuch des Vereinshauses seitens der Mit­glieder Klage geführt wird. Aus dem Voranschlag für 1903/04, der in Einnahme und Ausgabe mit ea. 7700 Mark ab schließt, ist hervorzuheben, daß darin vorgesehen ist, eine Schuldentilgung von 2000 Mark auf den seinerzeit erworbenen neben Dem Vereins!)ause gelegenen Bauplatz, dagegen mußte, um die Einnahmen und Ausgaben des Voranschlags gleich zu stellen, eine Kapitalemfnahme von 750 Mark in Einnahme gestellt werden. Die Vorstands­wahl hatte das Ergebnis, daß wieder gewählt wurden: Emil Horst, 1. Vorsitzender; H. Eichenauer, 2. Vorsitzender; Otto Meyer, 1. Schriftführer; G. Korell (neugewähll), 2. Schriftführer; Georg Böhm, Rechner; Heppeler und Eims (neugewählt), Bibliothekare. Tie Schulkornrnission be­steht wie seither aus den Herren Vaubel, Röhr uno Köfer. In der Debatte über den erstatteten Rechenscl)aftsbericht wurde das Reservieren von Plätzen bei den Vorträgen ge­rügt. Man fand es zwar in der Ordnung, daß für die-

Er soll um Entschuldigung bitten 1 Eine Anzahl Lärm­macher wurde aus dem Saale entfernt Der weitere Ver­lauf des Konzertes wurde nicht gestört. Grieg wurde nach jeder 9himmec mit enthusiastischem Beifall begrüßt.

Athen, 19. April. Tie italienische archäologische Mission hat bei Heratieton auf der Jiisel Kreta einen herr­lichen Palast aufgedeckt und verichiedeiie Gegenstände von hervorragendem Interesse gefunden. Tie Nachforsch, irngeii werden fortgesetzt

Tu allein!

Auf ewig bist Tu nur verloren, Denn nie kannst Du mein eigen sein. Tas Schickjal wollt, daß ich geboren Zum Unglück nur, zum Leid allem. Wie könnt ich je den Klang vergessen Ter Stimme Dein; sie ward mein Glück, Tu ahnst es nicht, kannst nicht ermessen. Wie es mich zieht zu Dir zurück.

Nur einmal macht ich Dich umfassen. In heißer Lieb Dich nennen mein, Ich weiß, Tu würdest mich nicht Haffen, Mem ganzes Herz ist ja nur Tein!

So lautet der Text eines in leidenschaftlich warmer Melodik gefetzten Liedes der Prinzessin Luise von Toskana, das soeben im Musikvcrlag von Hermann See­mann Nachfolger in Leipzig zum Preise von 9)lf. 1.20 er­schienen ist Durch den gleichen Verlag wurde noch eine andere Komposition der fürstlichen Komponistin veröffentlicht, und zwar ein anmutiges, technisch effektvoll gesetztes .Capri- cietto" für Pianoforte (Preis Mk. 1.20). Musik ist die Sprache dcS Gefühls, und in Tönen hat denn auch Luise von Toskana hier einiges von ihrer eigenartigen Empfindungs­weise in die Welt hinauStlmgen laffen, sodaß auch diejenigen, die kein spezielles Musiklnterestc besitzen, diese Werke als Spiegelungen einer seltsamen und ungewöhnlich veranlagten Frauenseele Interesse daran finden werden.

fern gen Herren des Vorstandes, welche den Dienst haben, einige Plätze frei bleiben, daß man aber an ganzen Tischen in langer Reibe die Stühle umlege, soll für die Folge vermieden werden. Zur Auszahlung von durchreisenden unterstützungsbedürftigen Kaufleuten verfügt der Verein an Jahresbeiträgen über 560 Mark. Der Vorstand bean­tragte bei der Generalversammlung, diese wolle be­schließen, die Großh. Bürgermeisterei zu bitten, zuzulassen, daß diese Unterstützungen durch den städtischen Arbeitsnach­weis gegeben würden. Gegen diesen Antrag wurden aus Der Mitte der Versammlung Bedenken laut Der Vorstand wurde sodann beauftragt, sich vorerst bei größeren kauf­männischen Vereinen zu erkundigen, um zu erfahren, wie diese die Angelegenheit handhaben und welche Erfahrungen sie auf diesem Gebiete gesammelt, um dann zu versuchen, ohne Inanspruchnahme des Arbeitsnachwrises das Unter­st ützungswesen zu organisieren. Ein weiterer Antrag des Vorstandes, 300 Mark zu bewilligen utr Annahme einer Hilfskraft, welche die Vorstandsmitglieder in den an­geblich vielen Schreibereien usw. entlaste, rief eine lange und heftige Debatte hervor. Eine starke Minorität vertrat Den Standpunkt, daß, wenn man die Arbeiten planmäßig unter den Vorstandsmitgliedern verteile, keines derselben mit Arbeiten zu überlastet sein würde, und daß Sparsam­keit nötig sei, schon in Rücksicht darauf, daß der Vor­anschlag nur durch ein aufzunehmendes Darlehen die Ausgaben decke. Von der Gegenseite wurde darauf hm- gewiesen, daß dem aufzunehiiienden Darlehen von 750 Mark eine Schnldabtragung von 2000 Mark gegenüberstehe, mithin eine Vermögensvergrößerung von 125u Mark vor­handen sei, und der Antrag gestellt: Der Vorstand möge versuchen, durch eine geeignete Organisation die Arbeiten mehr als seither unter sich zu teilen, um damit den Einzelnen zu entlasten. Weiter aber solle der Vorstand ermächtigt sein, eventuell von Fall zu Fall sich einer geeigneten bezahlten Hilfskraft, bis zur Höhe von 300 Mart, zu bedienen. Dieser Kompromißantrag wurde mit einer Stimme Mehrheit angenommen. Damit war die Tagesordnung erschöpft.

** Der geschaftsführende Ausschuß für die Ausstellung des landwirtschaftlichen Pro­vinzialvereins trat am 18. d. M. zu einer Beratung zusammen über die Ausstellungs- und Prämiierungs-Ord­nung. Ein Entwurf lag vor. Der mit einer Anzahl Ab­änderungen genehmigt wurde. Die Prämien für die Vogels­berger Rinder suid endgiltig festgesetzt. Sie erreichte die Höhe von nahezu 6500 Mark in Geldprämien. An diesen Geldprämien sino auch , die benachbarten preußischen Kreise beteiligt, soweit sie Vogelsberger Rinder zur Ausstellung bringen und dem Verbände angehören. Als Ausstell- ungöplatz wurde endgiltig der Trieb bestimmt. Der un­gefähre Plan des J-esiplatzes wurde von Baurat Stahl uorgelegt. In den nässten Tagen wird derselbe bis ins Einzelne ausgearbellet und vervielfältigt werden. Dann kann die Tätigkeit der Kommissionen beginnen.

** Die Vorstände der drei Meisterprüf- ungskomMissionen aus Starkenburg, Rhein­hessen n.nd Oberhessen tagten hier am vergangenen Samstag; auf besondere Einladung hatten sich dazu ein­gefunden: Beigeordneter Kommerzienrat Heyligenstaedt, sowie der Vorsipende Falk-Mainz und Sekretär Engelbach von der Handelskammer in Darmstadt. Nachdem der Vor­sitzende der Prüsungskommisswn |ür Oberhe,sen Traber Die Sitzung eröffnet halle, sand ein lebhafter Austausch Der bei den vorjährigen Prüfungen gemachten Erfahrungen statt, und man bel/andelle eingehend die einzelnen Erschein­ungen, um tunlichst die Durchführung der Prüfungen in allen drei Provinzen gleichmäßig zu gestalten, wenn schon die Verhältnisse osrmals Abweichungen nach der einen oder anderen Richtung bedingen. Die Vertteter der Handwerks­kammer, Falk und Engilbach, erkannten in anerkennenden Worten die hauptsächlich ehrenamtlich behandelte Tätig- (eit der Kommission an und wünschten dabei, daß die Er­kenntnis über den Wert der Prüfung von den beteiligten Handwerkskreisen recht bald im Sinne der Gewerbeordnung gefunden werden möchte. Insbesondere wurde daraufhin gewiesen, daß es angesllebt werden möchte, daß fettens der Ortsgewerbevereine wie es bereits in Gießen geschehen sei für die nächste Zukunft Vorbereitungskurse zur Prüfung eingeleitet und entsprechend durck)igeftchrt würden, hieraus blieben die Teilnehmer nc-cQ einige Stunden in fröhlicher Stimmung zusammen und dabei wurde noch manche Frage gestellt und behandelt, sodaß man auseinander ging mit der Ileberzeugung, um einen wesentlichen Schrttt der wichtigen Sache näher gekommen zu sein.

(-) Kälte und Schnee. Die Temperatur sank in der Nacht vom Freitag aus Samstag auf 3 Grad Kälte und von Samstag auf Sonntag sogar auf 3h, Grad Kälte. Die Temperatur betrug gestern nur 3 Grad im Freien. Die letzten harten Nachtfröste haben die Blüten der Pflaumen-, Kirsch-, Pfirsicb- und Aprikosenbäume, sowie Der Stachel- und Johannisbeeren größtenteils vernichtet. Der Landwirt befürchtet auch daß der Klee und das Sommergetreide erheblich gelitten naben, da letzteres ge­rade im Ke.men begriffen und der Boden durch den Ragen und Schnee ziemlich naß ist. Die Vorhöhen des Vogels­bergs und Westenvalds sind mit Schnee bedeckt. Hinter Grünberg und Laubach liegt der Schnee stellenweise bis 5 und 10 Zentimeter hoch Dasselbe erfahren wir aus Dem ehemals hessischen Hinterland.

Aus dem Theaterbureau. Die für morgen Dienstag angesetzte Ausführung vonFledermaus" wird sicher auf das Gießener Publikum die alte Anziehungskraft beweisen. Welche Popularität diese Operette genießt, beweist die Tatsache, daß das Berliner Opernhaus, da« dieFleder­maus" vor zwei Jahren in das Repertoir aufnahm, feit diesem Zeitpunkt 400 Aufführungen des Werkes m Szene gesetzt hat. Die Operette ist hier mit den ersten Kräften de- etzt. Die Rosalinde flngt Frll Stög er, den Elscnstem Herr 'Holte, das Stubenmädchen Adele Frl. Bartl und den Gesangsdirektor Frank Herr Bruck. Der Frosch ist in den Händen von Herrn Gangert.

HumoristischcVeranstaltung. HerrRamseyer, daS frühere Mitglied unseres Stadttheaters, hat dem Gießener Publikum noch einmal Gelegenheit gegeben, an feinen komischen Darbietungen sich zu unterhalten. Er rief, und alle, alle kamen. Seine Verehrer nämlich, Männer, Frauen und Kinder, sodaß alle Plätze im Textor'schen Saale gestern nachmittag besetzt waren. Herr Ramscyer ist nicht nur Komiker, sondern auch, neuerdings, ein konzessionierter, witziger Theaterunter­nehmer. Er begrüßte feine Gäste mit einer ungeheuren blechernen Geldbüchse, die er,der Rot gehorchend, nicht dem eigenen Triebe", wie er bemerkte, von Tisch zu Tisch trug. In ziemlich rauchiger, aber von angenehmster Stimmung ge- jchwängetten Atmosphäre bestieg danach Herr Ramscyer da*

Podium, wo feine Leistungen lebhafte HeiterkeitSauSbrüche hervorriefen. ES war teilweise eine derbe Kost, die er da dem Publikum vorletzte. Nach einigen KoupletS, die er vor­trug, erschien auch feine Frl. Tochter, eine anmutige Er­scheinung, von lautem Beifall begrüßt. Vater, Tochter und Söhnchen veranstalteten unter Klavierbegleitung Posten, KoupletS und GesangSvorträge; wir roarteten zwar das Ende nicht ab, denn der Veranstalter hatte mit bezeichnender Hand­bewegung gefügt, daß die Unterhaltung bis ins Unbestimmte Dauern sollte aber fidel warS sicher bis zum Schluß. Ob wohl noch eine zweite Unterhaltung in Aussicht steht?

** Marine-Verein. In der Generalversammlung am SamStag stand unter anderem die Vorstandswahl auf der Tagesordnung. In den Vorstand wurden gewählt die Kameraden E. Koch als erster Vorsitzender, K. Ohr als zweiter Vorsitzender, R. Krauße als erster Schriftführer, K. Schwarz als zwetter Schriftführer, L. Henß als Kassierer. Beisitzer sind die Kameraden: Gg. Hebstreü und I. Heim­bach.

-i- Abendstern, 18. April. Unter dem Vorsitz seine- Vettrauensmanns, StationS-Astistenten Carl Peter, hielt der Deutsche Privat-Eifenbahn-Beamten-Vereln heute im großen Saale des Restaurant Abendstern feine zwecke Generalversammlung ab. An die offizielle Sitzung schloß sich ein geselliges Beisammensein mit Musik und Gesang.

Rod heim v. d. H., 18. April. Unser neu an­gelegter Friedhof soll demnächst mit einer Mauer em- gefriedigt werden. Die Kosten hierzu sind mit 7200 Mk veranschlagt.

Bad-Nauheim. In der Stadtverordneten­versammlung am Freitag waren sämtliche fünfzehn Stadtverordnete anwesend. Der Gehalt für den zu­künftigen Bürgermeister soll betragen: Im 1. bi8 3. Jahre 5000 Mk., im 4. bis 6. Jahre 5400 Mk., im 6. dis 9. Jahre 5800 NU., im 9. bis 12. Jahre 6200 Mk. Außerdem erhält der Bürgermeister jährlich 1000 Mk. WohnungS- oergütung, welche nicht pensionsfähig sind. Die PensionS- oerhältniffe regeln sich nach der Städteordnung.

0 Friedberg, 19. April. Medizinalrat Tr. W e cke r« ling vermeachte dem Stadtkirchenbauverein ein Ge­schenk von 200 Mark. In Dorheim wird mit Beginn Des neuen Schuljahrs eine wettere Schul stelle erriajtet, sodaß Dorheim eine dreiklaffige Schule erhält. Der von Bad-Nauheim natt dem Forst Haus Winter­stein am Johannisberg und Hof Hasselheck vorbeiführende Weg, der von Badegästen un. Touristen von jeher viel be­nutzt wurde, ist in den letzten Jahren größtenteils chauffiert worden. Auch in diesem Jahr soll wieder ein Stück hergestellt werden, wozu daS Material bereits un­gefähren ist. Nach Groß-Karben siedelte diese Tage ein Lehrer W. aus Dorpfelden a. d. Nidder über. Der besseren Besoldung wegen ist er aus dem preußischen in den hessischen Schuldienst übergetreten.

(!) Ast he im, 19. April, lieber ein nachahmenswertes Vorgehen zur Besserung kleiner Wohnungsoerhält- nisse wird uns geschrieben: In unserem kleinen Orte lassen die Wohnungsverhältnisse manches zu wünschen übrig. Die vorhandenen Mietwohnungen für kleine Leute weisen mancherlei Mangel auf, außerdem herrscht Wohn­ungsmangel. Um hierin Besserung Herbeizuführen, finb eine Anzahl hiesiger Einwoyner zusammengetreien behufs Gründuiig einer gemeinnützigen Baugenossenschaft. Zu letzterem Zwecke fand gestern Hierselbst eine sehr zahlreich besuchte Veisammiung füllt, an welcher auch der Bürger­meister sowie saft sämtliche Gemeinderäte tellnohmen. Aus Darmstadt war der Landcswohnungs-Jnspektor erschienen, welcher in eingehendem Vor trage die hessische Woynungs- gesetzgebung unb das Wesen der Baugenossenschasten er­läuterte. Er hob insbesondere hervor, dckß das Wohnungs­fürsorgegesetz den Gemeinden Die Pflicht auferlege, bei Hebung der Wohnungsverhältuisse der minderbemittelten Klassen mitzuwirken und dies könne insbesondere auch da­durch geschehen, daß die Gemeinden gemäß der Absick^ des Gesetzes bei der Landeskredit lasse Darlehen zur Er­bauung kleiner Wohnungen ausnehmen und sie an gemein­nützige Baugenossenschaften toeitergeben. Infolge der im Gesetze vorgesehenen gmistigen Verzinsungs- unb Tilgungs- Bedingungen und der zugelassenen bogen Beleihung sei es auch Dem kleinen Manne möglich gemacht, sich eine gute Wohnung ober ein eigenes Häusci-en zu erwerben, krine größere Anzahl der Anwesenden ertlarte sofort ihren Beitritt zur Genossenschaft; das Zustandekommen der­selben ist infolgedesien gesichert. Zur Festsetzung der Sta­tuten, sowie auch für die wettere Tätigtell Der Genossen­schaft hat der hefsisck/e Zentralverein für Errichtung billiger Wohnungen in Darmstadt umfangreiches Material zur Ver- sügung gestellt.

1. Darmstadt, 19. April. Unter Leitung des Landes- turninspektorS E. Schmuck wurde hier vom 30. Marz bi3 18. April em DamenturnkurfuS zur Ausbildung von Turnlehrerinnen abgehalten. Gestern nachmittag fand in An­wesenheit der Vertreter der obersten Schulbehörde und einer Anzahl geladener Gäste daS Schlußturnen und Die Entlastung der Kursteilnehmerinnen in der Turnhalle, Soderstr. 30, statt.

)( Darmstadt, 19. April. Prinz Heinrich von Preußen ist gestern abend 8,4 Uhr mtt dem fahrplanmäßigen D-Zug über Frankfurt a. M. nach Kiel zurüagereist. Seine hohe Gemahlin, welche noch einige Tage mit den jungen Prinzen hier verweilt, sowie Der Grogherzog begleiteten ihn zum Bahnhof. Tie gestern zu besuch am hiesigen Hofe wellenden Erbprinz uno Prinzeß in zu Sachsen-Mc in­nigen, sowie die Landgräfin 9Rargarethe von Hes,cn sind naujinittagd 4,23 wieder abgereist. In einem ^ause bet Karlstraße hier wurde gestern oormutag in Der Abort­grube Durch die Polizei ein oollstänbig ausgewachsenes rtind gehinoen. Wie hierbei festgestellt wurde, hatte die etwa 2d Jahre alle Dienftmagb M. Meyer aus Michelstadt, welche in Dem Hause bedienstet ist, am »wetten Feiertag geboren, und das Kind in die Grube geworfen, -sie befindet sich feit dem zweiten Cfiertag im eiabt. Krankenhaus. Tte dtachforschungen über ihre Krankheit ergaben dies Resultat. Die naajmittag$_ in Anwesenheit Der Gerichtsbehörden usw. stattgehabte öeltion läßt ver­muten, baß bas Kind gelebt hat unb von der Mutter erst getötet wurde. Zu der von unS schon am SamStag gemeldeten Verhaftung beS O be r po st a s s i sten t e n x. wird uns noch bend^et, das er feit Jahren ein unsolides Leden führte. Er war setther Beamter am Ausgabeschaller und hat fortgesetzt die den Behörden zu stundeiwen Pvrto- berräge in die KontodückZer und feinen Adsa> höher als tatsäa/iich der Betrag irtachte, eingesetzt. Dadurch ist cS ihm gelungen, die Unter schleife Längere Zett unentbeett orirusetzen. Diese reichen auf eine ganze Reche vo»