Samstag 19. Dezember 1903
Nr. 298
153, Jahrgang
Drittes Blatt
fieren, um den
Verlobte
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Nickel aus den Taschen zu holen, um nachher für gute Bezahlung in den Besitz irgend einer Mama überzugehen, die ihrem Blondköpfchen gerade diese, die einen so bezaubernden Eindruck auf sie gemacht hat, aus den Weihnachtstisch legen möchte. Ter Andrang zu dieser Ausstellung war so groß, das viele Hunderte umkehren mußten, weil die stattlichen Räume bei Kroll längst derartig überfüllt waren, daß der bekannte Apfel faktisch nicht mehr auf die Erde fallen konnte. Der reiche Erlös dieser enolg- reichen Veranstaltung nun wird znr, Bescherung. unserer Armen verwendet, und zwar nach sachlichen Erkundigungen, die mit der nötigen Sorgfalt, aber auch mit dem notigen Takt vorgenommen werden, nicht erst nach Mvnaten, jon- dern tatsächlich zum Fest. Wenn die P^sse hilft, hilft sie schnell. Ihr hängt, Gott sei Dank, mod) kern ^nstanzen- Vofrt über den Rücken. Und wer schnell gibt, gibt doppelt. Das ist schon im Weisheitsschatze der alten Romer zu lesen. Neben dieser gut organisierten Wohltätigkeit blüht natürlich auch, wie alljährlich, wieder die SE^lfe: die mit Hampelmännern und anderem billigen Lpwlzeug die schnell lebendig werdende Freigebigkeit des Berliners aus ich zu lenken sucht. Wer seinen kleinen Mimsgram Mit ein bischen Originalität anzugreifen versteht, erntet natürlich
G Frauen seid gewarnt!
■ Die ächten Herkules - Spiralfeder - Coraets tragen ' alle entsprechenden Stempel oder Etiqnette Alle anderen weise man, weil minderwertig, zurück. 8859
(Landwirtschaftlicher (Lokalverein Gießen.
S. Gießen, 18. Dez.
Gestern hatten sich auf dem Lenzschen Felsenkeller zahlreiche Mitglieder eingesunden, um bei Spiritusbeleuchtung ihre zweite Winter sitzung abzuhalten. Der Beschluß, in der Folge nur bei Spiritusbeleuchtung zu verhandeln, war in der vorigen Sitzung gefaßt worden, in der Erkenntnis, daß gerade die Landwirte berufen seien, an ihrem Teil beizutragen, die Spiritusbeleuchtung auch auf dem Lande einzuführen und mit der Behandlung der Lampen, Laternen re. vertraut zu werden. Dazu ist nunmehr Gelegenheit geboten bei unseren Vereinssitzungen, in denen auch andere Apparate, wie Spiritusheizöfen rc. zur ständigen Vorführung gelangen sollen. Der Vorsitzende begrüßte die Versammlung und besonders Professor Gisevius, welcher als Mitglied des Lokalvereins zum erstenmale erschienen war und den Verein in seinen Arbeiten gern zu unterstützen versprach, — Man verhandelte zunächst über die Fortbildungsschulen auf dem Lande. Es gibt Leute, die sie überhaupt für überflüssig halten, aber doch noch mehr, die ihre Vorteile anerkennen. Daß bei dem Arbeitermangel es der Landwirt schwer empfindet, wenn der endlich herangewachsene älteste Sohn in dringendster Herbstarbeit den Pflug stehen lassen muß, um in die Fortbildungsschule zu gehen, ist begreiflich, daß man aber die Unterrichtsstunden an drei Tagen in der Woche meist so unglücklich legt, daß sie den kleinen landwirtschaftlichen Betrieb aufs empfindlichste stören, das ist unbegreiflich. Gegen Feierabend hin, an den kurzen Herbstabenden drängen sich eine Menge landwirtschaftlicher Arbeiten zusammen, die, da es an Arbeitskräften fehlt, schwer zu bewältigen sind. Und in dieser Stunde muß der oder die Söhne die Arbeit den Eltern überlassen, sich umziehen für die Fortbildungsschule und in dieser wöchentlich mindestens sechs Stunden zubringen. Warum werden die Unterrichtsstunden nicht wie die für die Gewerbetreibenden auf die späteren Abendstunden verlegt, auf die Zeit z. B. von 7—9 Uhr? Die Schlafmützen schlafen doch, wenn auch der Unterricht um 5 Uhr beginnt; nur die Eifrigen, die Streber,
Kaiser und Kronprinz.
Eine englische Preß stimme.
So beklagenswert in jeder Hinsicht selbstverständlich die Krankheit des deutschen Kaisers war, so hat sie doch ein Gutes mit sich gebracht, — die ausländische Pre*? hat bei dieser Gelegenheit wieder einmal ihr deutschfteund- liches Herz entdeckt, und die Artikel in den englischen Zeitungen, die sich mit der Persönlichkeit des deutschen Reichsoberhauptes beschäftigen und die sich in den vergangenen Monaten oft nicht gerade durch Takt und Liebenswürdigkeit auszeichneten, haben auf einmal einen ganz anderen Don angenommen. Tas ist auch sicherlich nicht allein oder auch nur zum größten Teil auf Konto des Mitgefühls mit dem deutschen Volke oder seinem Herr'cher zu schreiben, denn der deutsche Kaiser ist keine Persönlichkeit, die geeignet ist, Mitleid hervorzurufen. Die englische Presse betonte, welcher Verlust nicht dem deutschen Volke allein, sondern der Welt durch die dem Monarchen aufgezwungene Periode der Untätigkeit und des Schweigens entstanden sei.
Auch die englische Wochenschrift „The World", die sich gern mit den Angelegenheiten der deutschen Nation und des deutschen Kaiserhauses befaßt, und die sich mit Vorliebe den Anschein gibt, besser unterrichtet zu sein als die einheimische Presse, ist von diesem Umschwünge nicht unberührt geblieben. In ihrer letzten Nummer bringt die Zeitschrift einen Artikel mit der Ueberschrist: „Der Kaiser und sein ältester Sohn", der im wesentlichen die Stellung des deutschen Kronprinzen zu seinem kaiserlichen Vater und zur Nation zum Gegenstände hat und in der Besprechung dieses Themas offenbar — gelinde gesagt — über das Ziel hinausschießt.
Ter Artikel beginnt mit einer Schilderung der öffentlichen Meinung in Deutschland, die so pessimistisch gehalten ist, daß einer, der nicht besser unterrichtet ist, die Ansicht gewinnen muß, in Deutschland gingen alle braven Staatsbürger tränenden Auges und mit schwarz umränderten Hüten und Taschentüchern umher, allein aus dem Grunde, weil man den offiziellen Bulletins und sonstigen Publikationen keinen Glauben schenke und die Lage für weit schlimmer halte als sie wirklich sei. Dann heißt es weiter: ""!!!!
„Um den gegenwärtig in Deutschland vorherrschenden Gemütszustand zu verstehen, muß man sich vergegenwärtigen, daß Kaiser Wilhelm nicht nur Kaiser, sondern auch Kanzler, Minister des Auswärtigen und des Inneren, und jeder andere Minister in einer Person ist. Seit dem Tage, an dem er den Fürsten Bismarck entließ, hat er tatsächlich in seiner Hand die Kontrolle jedes einzelnen Departements des Staatsdienstes gehalten. Er ist nicht so sehr das Haupt der Regierung, als vielmehr die Regierung selbst? Nichts kann in jedem einzelnen Departement getan werden, ohne daß er vorher befragt worden ist; ja, er ist es meistens selbst, der die ersten Vorschläge macht. Eine Stunde, bevor er sich in die Hand des Arztes gab, war er eifrig bei der Arbeit; und er war wieder bei der Arbeit, sobald die Operation vorüber war. Bevor noch seine Unterthanen sich darein gefunden hatten, daß überhaupt eine Operation vor sich gegangen war, wurden sie schon offiziell von der Tatsache unterrichtet, daß Sr. Majestät ,chef de Cabinet' ihm einen Tagesbericht der Staatsgeschäfte vorgelegt und die Befehle für den Tag empfangen hatte. Es ist ein schrecklicher Gedanke, daß er sich selbst in solcher Zeit keine Ruhe gönnen konnte. Vermutlich hatte er aber gar kein Bedürfnis nach Ruhe; wahrscheinlich zog er es vor, seine gewöhnliche Tagesarbeit zu tun. Aber vorausgesetzt, daß er zur Ruhe gezwungen gewesen wäre, daß er physisch unfähig gewesen wäre, einen Bericht entgegenzunehmen, was wäre dann geschehen? Das ist eine Frage, die sich die Deutschen
beschließt, in diesem Sintte vorstellig zu werden. Ein weiterer Antrag geht dahin, den Unterricht in den Dorfschulen in der guten Jahreszeit alletn auf die Vormittagsstunden zu legen. Man agt, am Vormittag sind die Kinder frischer, sie begreifen besser. In den heißen Nachmittagsstunden wird doch nicht viel gelernt, die sogen. Hitzferien verkürzen so wie so die Zahl der Unterrichtsstunden. Tie Kinder lernen, .wenn fte in der' guten Jahreszeit nur vormittags in die Schule geben, gewiß nicht weniger. Hat man doch auch in den Städten den Unterricht auf die Vormittagsstunden allein verlegt und dabei gute Erfahrunaen gemacht. Tie derberen Torskinder würden das viel besser aushalten, da sie ja den ganzen Nachmittag im Feld und Garten zubringen. Wieder sagt der Bauer mit Recht, unsere Kinder können, wenn wir Alten in Feld und Wiese beschäftigt sind, uns kleine Hülfeleistungen verrichten. Sie können das Haus hüten und die jüngeren Geschwister beaufsichtigen, sie können leichtere Arbeiten auf der Wiese und im Felde untcw unserer Anleitung verrichten und werden für ihren künftigen Beruf in Feld und Wald und Wiese zu arbeiten, spielend angelernt, ohne daß MLN ihren jungen Kräften zu viel zumutet. Auch in dieses Frage soll ein Antrag an richtiger Stelle Hilfe bringen. Ueber den 3. Gegenstand der Tagesordnung: „Welche Kraftfuttermittel sind bei den heutigen Preisen für Milchvieh zu verwenden?" entspinnt sich wieder eine lebhafte Auseinandersetzung. Viele Landwirte sind noch der Meinung, man müsse Geld sparen, indem man an das Milchvieh allein das Futter gebe, welches in der eigenen Wirtschaft erzeugt werde. Das gibt aber in der Regel für die Tiere eine schlecht zusammengesetzte Futterration, die nichts spart für den Geldbeutel des Besitzers, sondern im Gegenteil zur Verschwendung der selbst erzeugten Futtermittel siihrt. Wer viel und gute Milch erzeugen will-, muß seinen rsillter- rationen käufliche Kraftfuttermittel, wie Kleien, Oelkuchen usw. zusetzen, dann erst kann er hoffen, das selbst erzeugte Futter richtig auszunutzen, viel Milch, und gute Milcht und Fleisch zu erzeugen. Tie Milch in den Dampfmolkereien wird meist nach oem Fettgehalt bezahlt. Wer mager füttert, erhält magere Milch, und wenn er am Ende des Monats sein Geld in der Molkerei holt, dann ist auch der Geldbeutel mager, den er nach Hause trägt. Die Arbeit des Fütterns, die Pflege der Tiere kostet deswegen aber nicht weniger. Ueber diese Fragen soll in der. nächsten Versammlung weiter gesprochen werden. Prof. Gisevius erklärte sich bereit, das Referat zu übernehmen und besonders auch über die Frage zu sprechen, wie viel unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse ein Liter Milch zu produzieren kostet. — Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen schloß der Vorsitzende die angeregt verlaufene Versammlung unter Glückwünschen für die vor der Tür stehenden fröhlichen Minterfeiertage.
besonders schönes, ungebohrtcs Exemplar. Für die wirklich tadellosen, etwa zimmerhohen Bäume kann man ganz schlank 8—10 Mark los werden, wenn man nicht so gescheit ist, auf dem Engros-Markt zu kaufen. Auch in einem anderen Weihnachtsartikel hat man diesmal eine Zentrale geschaffen, die allerdings weniger durch Billigkeit als durch überraschende Mannigfaltigkeit und verlockende Arrangements Zugkraft entwickelt. Einer der Jdeenfinder des „Lo- kalanreigers" hat den Gedanken gehabt, für wnhllätige Zwecke eine große Puppen-Ankleide-Konkurrenz ins Leben zu risien, die über Erwarten glücklich ausgefallen ist. Tie nackten Bälge liefert der Verlag; die rührigen Berlinerinnen aber fingen an zu schneidern und zu probieren, bis die „Braut in Weiß" oder die „schmucke Schwarzwälderin" oder die „elegante Balldame" und viele hundert andere Schönheiten fertig waren. Bei Kroll sanden sie sich wieder zusammen, um mit einander um die ausgesetzten Ehrenpreise zu rwali- schaulustigen Herrschaften die Mark und Taschen zu holen, um nachher für gute
am meisten. So wird der Berliner Junge zum Dichter. Das Talent dazu zeigt sich ja öfter. Ich denke immer noch mit fröhlicher Verwunderung an die Gruppe zehnjähriger Mädel, die ich in den Tagen des Kwilecki-Prozesses beim Abzählen zum Haschenspiel belauschte.
„Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben", tönte es lustig in der Runde. Aber die Fortsetzung hieß nicht, wie sonst etwa:
„Wo ist denn mein Schutz geblieben?"
Der Sinn -für das Gegenwärtige, die Sucht nach dem Aktuellen hatte auch hier Wandel geschaffen, und die zweite Zeile lautete wie etwas Selbstverständliches, längst Gekanntes und Begriffenes:
„Wir lassen uns nicht unterschieben!"
Ter Berliner Junge aber, der mit der mechanischen „Maus"' handeln geht, zapft Dich mit folgender Poesie an:
„Eenen Jroschen de laufende Maus!
Se macht uff Speck un Wurscht keene Jagd, Se piepst ooch nich de janze Nacht: Jeb'n Se schon 'nen Nickel aus!"
Das mischt humoristische Töne in den überhand nehmenden Trubel, der sonst nicht gerade sympathisch berührt. Unter dem sonstigen mechanischen Spielzeug, das arbeitslose Familienväter auf dem Asphalt vorführen, macht sich als lustige Neuheit der ,.schreibende Schutzmann" geltend, eine Figur, die dem satirischen Couplet eines unserer Komiker, Alfred Schmafow vom „Schillertheater" seine Entstehung verdankt. Manch liebes Mal habe ich das fanns pointierte Stückchen von dem Schutzmann am Potsdamer Platz, der schreibt, „als schrieb er die Weltgeschichte", während irgendwo im Norden ein Verbrecher seine Untat begeht, ohne gekriegt" zu werden, gehört. Es war eine nicht ganz unverdiente Verspottung der verschiedenen Mißerfolge unserer Hermandad während der verflossenen Jahre und löste allemal einen verständnisinnigen tollen Beifall aus. 9hm tanzt gar der schreibende Schutzmann en miniature auf dem Pflaster der Weltstadt herum, und der behelmte Hüter der Ordnung sieht gutmütig lächelnd zu, denn er weiß, daß es nicht gerade böse gemeint ist. Und das viele Schreiben hat er im Stillen vielleicht selber auf dem Strich! . . . .
A. R.
Plaudereien aus der Kaiserstadt.
(Nachdruck verboten.)
Auf dem Berliner Christtannen-Markt — Puppenkonkurren, bei Kroll. — Berliner Zugend-Verse. — Der schreibende Schutzmann.
In der Weltstadt hat alles seine Börse. Blumen und Kränze kauft die kundige .Hausfrau in der Lindenstratze- Markthalle; Wild, Geflügel und Gemüse am dslexander- plab und den Weihuachtsbaum holt sie sich vom Groß- qörschen-Babnhosi vorausgesetzt, daß sie zu den Sparsamen gehört, die nicht aus Bequemlichkeitsrücksichten 1—2 Mark mehr ausgeben und beim Händler an der nächsten Straßenecke kaufen. Die gibt es natürlich auch, und zwar tn Hülle und Fülle; sonst würden diese Interims-Kaufleute mit der kurz angebundenen Umgangssprache, die manchmal jene Der berühmten Fischweiber noch übertrumpft, sich zweifellos etwas artiger geberden. In einer Millionenstadt kann man eben auch mit Grobheit sein Geschäft machen. Am Groß- qörschen-Bahnhof, auf der Grenze zwischen Schoneberg und Berlin, ist ein wenig befahrener großer Platz, _etne Art Nebenglied vom Tempelhofer Felde, auf dem im Dezember viele Tausende von Silber- und Doppeltannen, sowie auch einfache Fichten in mächtigen Haufen aufgestapelt liegen. T-a grüßen einander die schlanken, sturmerprobten Emde der schlesischen und thüringischen Berge; da finden sich die Harztannen ein und die vom Erzgebirge: und mancher Sh der schlesischen oder sächsischen Erde denkt im Vorubergehen an die heimische Erde, die er so lange schon nicht mehr gesehen, und er träumt davon, daß dieser und jener der aufstrebenden Bäume ihm wohl Grütze aus den Talern daheim sagen könnte, wenn er nur wollte. Das sit der Engros-Markt in Meihnachtsbaumen, auf dem dre kleinen Ländler von Reit zu. Zeit immer wieder erscheinen, um neue Truppen zu werben. Und hier an Ort und Stelle kommt auch die Hausfrau zu einem erschwinglichen WxV; füt den Riesen, der „von der Diele bis an die Decke reicht, L:c die lieben, ausverschämten Schlingel zu Haus ihn sich beim Weihnachtsmann bestellt haben. Denn die wurze- svendenden Waldboten sind von Jahr zu ^ahr teurer geworden, und tür drei Mark bekommt man nicht etwa ern
nicht ohne Sorge vorlegen. Und die Folge davon ist, daß werden von dem Fortbildungsschulunterricht Vorteil haben, sie den Kronprinzen mehr beobachten als bisher, und daß einerlei zu welcher Zett der Unterricht stattfindet. Man sie zum erstenmal ein Interesse an seinen Handlungen TiofrüiiPüt m hrpfcm Sinne vorstellig zu werden.
und seiner Persönlichkeit an den Tag legen."
Der Artikel schildert dann die Indifferenz, die das deutsche Volk angeblich dem Kronprinzen gegenüber bisher an den Tag gelegt hat, und behauptet, der K a i s e r s e l b st wünsche nicht, daß sein ältester Sohn zu viel an dieDeffentlichkeit. träte, und in der Tat habe er ihn bisher vollständig im Hintergründe gehalten. Es heißt in dem Artikel'ferner, alle Eingeweihten wüßten, daß der Lieblingssohn des Kaiers nicht der Kronprinz, sondern sein jüngerer Bruder, Prinz Eitel Fritz, sei, obwohl der Kronprinz mit seinem Vater auf sehr gutem Fuße stände. Der Grund für all dies liege aber durchaus nicht in einem Mangel an Fähigkeiten oder guten Eigenschaften aus Seiten des Thronfolgers, der in Intelligenz sicher bedeutend über das Durchschnittsmaß hinausrage und äußerst liebenswürdig, und gutherzig sei. Wenn er trotz dieser Eigenschaften, die für gewöhnlich einem Prinzen die weiteste Popularität zu sichern pflegen, beim Publikum nicht fo bekannt und beliebt sei, so liege der Grund hierfür einfach darin, daß er das Unglück habe, einen genialen Vater zu besitzen. „Die Wahrheit ist", heißt es in dem Artikel, „der Kaiser nimmt die Aufmerksamkeit seines Bolles so sehr in Ansprmch, daß sirr die Mitglieder seiner Familie nichts übrig bleibt, nicht einmal für seinen ältesten Sohn."
Erschein, täglich mit Ausnahme des Sonntags. 9 & . . . . ? verantwortlich für bett M:
Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der W U A UM M 88 f W UM ÖL, Rotationsdruck und «erlag bet Brützllch«»
"Hessische Landwirt" erschemt monatlich einmal. w B W El w 'V' UnwersilälSdruckeret (Pletsch Erdens Gieße«,
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.


