Ausgabe 
19.8.1903 Zweites Blatt
 
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Aie heutige Dummer umfaßt 8 Seilen.

in Scharen kamen die Käufer von derRabenau" und auL den nach dem Vogelsberg hin gelegenen Ortschaften, um ihren Bedarf an Einmachgurken zu decken. Der Preis schwankte zwischen 1.10 Mk. bis 1.30 Mk. für das Hundert. Schon nach wenigen Stunden waren die Vorräte verkauft und Käufer wie Verkäufer konnten vollbefnedigt unser Städtchen verlassen. Es ist eine auffallende Erscheinung, daß in hie­siger Gegend die so beliebte Frucht wenig oder gar nicht gedeihen will, während sie in den Gemarkungen Ober- und Nieder-Bessingen in Menge angepflanzt wird und fast in jedem Jahre reiche Erträge liefert, sodaß die Gurkenzucht für die Bewohner beider Orte einen Haupterwerbszweig bildet. Am 28. August sind es fünfzig Jahre, daß unsere Stadtkirche eingeweiht wurde. Zum Andenken an dieses in der Geschichte unserer Stadt so bedeutungsvolle Er­eignis findet am Sonntag den 30. August eine Gedächtnis­feier statt, die in einem Festgottesdienste am Vormittage und einem Volks- und Jugendfest am Nachmittage be­stehen soll. (Gründ. A.)

Darmstadt, 18. Aug. Heute sind 40 Jahre ver­flossen, seitdem Seine Erlaucht der Graf Gustav zu Erbach-Schönberg den Besitz der Standesherrschaft an­trat. Der Graf, welcher gestern sein 63. Lebensjahr vollendet hat, ist Senior des Ecbach'schen Gesamthauses und zurzeit der älteste der Gräflichen Standesherren im Großherzogtum. Seine Gemahlin, Gräfin Marie, Prinzessin von Battenberg, ist die einzige Tochter des verewigten Prinzen Alexander von Hessen. Der älteste Sohn, Erbgraf Alexander, ist vermählt mit Elisabeth, Prinzessin zu Waldeck und Pyrmont. Der zweite Sohn, Graf Viktor, steht als Leutnant irrt 1. Garde- Regiment zu Fuß in Potsdam, während die einzige Tochter, Gräfin Elisabeth, noch im elterlichen Hause weilt. Die Darmst. Ztg." schreibt: Wie wissen uns mit den weitesten Kreisen der Bewohnerschaft unseres Hessenlandes überein­stimmend, wenn wir zum heutigen Tage dem erlauchten An­verwandten unseres Herrscherhauses ehrerbietigen Glückwunsch darbringen.

§ Helden b er gen, 19. Aug. Der Lehrer unserer israelitrschen Gemeinde, Wertheimer, feiert heute das seltene Fest seiner 40jährigen ununterbrochenen Amts­tätigkeit hier. Nicht nur als Jugendbiltmer, sondern auch, für das sonstige Gemeinwesen Hut er nach Kräften segens- rerch gewirkt; der Jubilar hat sich ferner große Verdienste um die Hebung seines Standes erworben mrd gehört etwa 12 Jahre dem Vorstand des hessischen israelitischen Lehrer­vereins an. Dem verdienstvollen Lehrer wurden deun auch zahlreiche Anerkennungen und Ehrungen von der Gemeinde, Behörden, Kollegen und Mitbürgerin zu teil.

Groß-Gerau, 17. Aug. Auf derHahnlachmühle^ wurde am Freitag der 21jährige Sohn des Schlossermeisters Hoffmann in Crumstadt von der Transmission des Be­triebes erfaßt und getötet.

Bensheim, 17. Äug. Sicherem Vernehmen nach tritt Geh. Regierungsrat Gros am 1. Oktober l. I. in den er­betenen wohlverdienten Ruhestand. Als Nachfolger wird Kreisrat Dr. Göttelmann in Heppenheim genannt.

Mainz, 16. Aug. Vom morgigen Tage ab müssen alle Wirtschaften mit Damenbedienung um 11 Uhr abends schließen. Die Regierung hat eine strenge Beauf­sichtigung der sogen. Animierkneipen angeordnet.

Hd. Mainz, 19. Aug. (Orig.-Tel. d. Gieß. Anz) Der vor 5 Jahren wegen Lustmordes zum Tode verurteilte Sekretär Weygand, der damals aus dem Gefängnis entfloh, ist gestern hier verhaftet worden. Er hat in der Zwischenzeit in der Fremdenlegion: in Afrika gedient. Ferner nahm er an den Kämpfen in China teil, wo er aber wieder desertierte und nach Deutschland zurückkehrte. Er schlief in Deutschland weder in Gasthöfen noch in Herbergen, sondern tets nn Freien, wodurch ihm möglich geworoen ist, sich o lange der Verhaftung zu entziehen. Die Verhaftung erfolgte durch einen GenSdarmen, der, ats Vaga­bund verkleidet, schon längere Zeit mit dem Lust­mörder verkehrte und sein Vertrauen zu gewinnen verstand. Weygand hatte seinerzeit in Eberstadt bei Darm- tadt ein lljähriges Schulmädchen in be,rialischer Weise ermordet.

Kastel, 18. Aug. Es ist der Bürgermeisterei nicht gelungen, zum Aushauen des auf die Freibank ver-

Kolouialpost.

Aus Samoa.

Man schreibt uns aus K o l o n i a l k r e i s e n:

Ten Gouverneuren unserer Kolonien wird ihre Dätig^- keit mitunter nicht leicht gemacht. Sie sind zuweilen griffen ausgesetzt, die sich bei Prüfung der tatsächlichen Ver­hältnisse als ungerechtfertigt erweisen, aber die Arbeits- freudigkeit dieser auf verantwortungsvollen Posten stehen­den Ikänner nachteilig beeinflussen können. So ergeht es beispielsweise dem Gouverneur Samoas Tr. Solf. Als er im Reichstag in einer vortrefflichen Rede seine kolonialen Verwaltungsgrundsätze darlegte, wurde ihm auch von kolo­nialgegnerischer Seite Anerkennung nicht versagt. Tr. (Sol: konnte mit gehobener Tatkraft die Rückreise nach der Südsee antreten. Umso verwunderlicher erschien, daß im versessenen Frühjahr einige Blätter scharf gegen Dr. Solf Stellung nahmen, ja sogar die Berufung eines anderen Gouverneurs forderten, well Dr. Sols die Interessen der deutschen An­siedler nicht genügend berücksichtige. Die Beschuldigungen waren, wie sich herausstellte, von Leuten ausgegangen, di den Gouverneur dafür verantwortlich machen wollten, da ihre auf die Ilebersiedelung nach Samoa gesetzten Erwart­ungen sich nicht erfüllten. Es wurde damals Herrn Dr. Solf auch zum Vorwurf gemacht, daß er die Uebersührung chinesischer Landarbeiter nach Samoa in die Wege geleitet hatte. Man sprach ziemlich unverblümt vom Sklavenhandel". Tatsächlich aber vollzog sich die Beschaff­ung dieser Arbeitskräfte in den humansten Formen auf Grund ßines sorgfältig ausgestellten Vertrages, der eine ausreichende Kontrolle seitens des Gouverneurs vorsiehjt. Die deutschen Pflanzer auf Samoa sind erklärtermasten Dr. Solf danDar, daß er der dringendsten Leutenot cch- geholfen hat. Mit den Pflanzern ist Dr. Wählt mann, eine Autorität in kolonialer Landwirtschaft, der Ansicht, daß noch mehr Kulis eingeführt werden müßten, um die Bearbeitung des gesamten, für edle Tropenkulturen geeig­neten Bodens zu ermöglichen. Dr. Sols hat also durch die Einführung der Asiaten die Lösung der Arbeiterfrage, dieser wirllichen Lebensftage für Samoa, angebahnt. Es ist übrigens interessant, daß nicyt nur von mißvergnügter deut- cher, sondern auch von amerikanischer Seite versucht wird, die Tätigkeit Dr. Solfs herabzusetzen. Die New- yorkerAssociated Preß" lieh sich dieser Tage aus Tutuila (Amerikanisch-Samoa) melden, daß man auf Upolu (Deutsch- Samoa)' mit den Kulis schlechte Erfahrungen gemacht habe. Von unterrichteter Seite, nämlich durch die mit Kakao­kultur sich beschäftigende Safeta-Samoa-Gesellschast, wurde : riefe Behauptung sofort zurückgewiesen. Dr. Solf wird sich durch amerikanische Anfeindungen wohl schwerlich getroffen ühlen; anders bei den Angriffen von deutscher Seite. Der einstige Gouverneur Ostasrikas, General v. L i e b e r t, sah sich gleichermaßen behandelt und verließ schließlich den Kolonialdienst. Es ist zu wünschen, daß Dr. Solf auf Sa­moa bleibt. Deutschland hat keinen Ueberfluß an hervor­ragenden, nicht-bureaukratisch wirtschaftenden Kolonial-

Nr. 193

Erscheint tSglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Kamillen, blätter viermal in der Woche betgelegL

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'ichm >ünwers,-Buch- u. St ein-

UsMische Tagesschau.

König Eduard m Marienbad.

, 0^er, König von England ist Samstag um 2y2 Uhr tn Marienbad eingetroffen; seinem Wunsche entsprechend wurde sein Inkognito streng gewahrt. Es fand kein Em- psang, keine offizielle Begrüßung statt. Tie Ankunft des ^urgs :m Bahnhöfe vollzog sich in größter Stille, mit Ausschluß des Publikums. Der Sonderzug bestand aus zwei Salonwagen, einem Speisewagen und einem Wagen für dre Dienerschaft. Der König sprang rasch aus dem CoupH. Er trug einen grauen Jackettanzug und einen weichen grauen Hut. In der Linken hielt er einen Stock und eine'glimmende große Zigarre. Die rechte Hand stpeckte er dem Botschafter entgegen, den er sehr herzlicy wie einen alten Freund be­lichte. Kräftig schüttelte der Wnig dem Botschafter die Hand und fragte chn:How do you do?" Tann reichte der König dem Botschaftssekretär die Hand. Den Gruß der übrigen Herren erwiderte der König durch, Lüften des Hutes. Dann schritt er mit dem Botschafter durch die Vor­halle dem Wagen zu. Man konnte hierbei sehen, daß der König sich eines vorttefslichen Aussehens erfreut. Jede Spur der schweren Krankyeit, die seinerzeit die Verschiebung der Krönung nötig machte, scheint geschwunden zu sein. Das Gesicht zeigt gesunde Röte. Der Bart ist allerdings ganz weiß geworden, seitdem man den König zum letztenmal hier gesehen; dennoch macht der Wnig nicht den Eindruck eines allen Herrn. Er bewegt sicy leicht, frei und ungezwungen, er ist auch nur unmerklill) stärker geworden. Auch vor dem Bahnhofe gab es nur wenige Neugierige, zumeist Knaben und Mädchen aus den umliegenden Häuserm Erst in einer Entfernung von einem halben Kilometer begannen die ersten Ansammlungen. Da waren aus der in die Stadt führenden Straße zuerst Engländer zu Fuß und zu Wagen, die ihren König begrüßten, zum Teil auch die Gelegenheit benutzten, ihn zu pyotographiLren. Je näher der Wagen des Königs der Stadt kam, desto zahlreicher wurden die Neugierigen. Schließlich war die Straße von dichten Spalieren besetzt. Vor allen Geschäftslokalen, vor den Restaurants standen die Leute, alle Fenster waren besetzt, und respektvolle Be­grüßung ward dem König auf dem ganzen Weg zuteil. Am Tor desHotel Weimar" empfing, der Hotelier Herr Hammer- schmid den König und entbot ihm ehrfurchtsvollen Will­kommgruß. Der Wnig dankte in deutscher Sprache und sagte: ,Lch freue mich wieder in Marierrbad zu sein." Me Frage des Hoteliers, ob der Wnig eine angenehme Reise hatte, bejahte der Wnig und begab sich dann in seine Appartements. Er durchschritt alle Zimmer und bemertte: Sehr hübsch, ich bin lehr zuftieden." Leider wurde der Wnig bisher durch die Indiskretion des Publikums arg belästigt. Als er am Morgen nach seiner Ankunft zum Kreuzbrunnen ging mrd dann dort mit dem Glase in der Hand promenierte, drängte sicy eine dichte Menschenmenge um chn herum. Die Schutzleute waren nicht imstande, die Leute wegzubringen und mußten mit Gewalt dem König einen Weg zur neuen Kolonnade bahnen. Ter Wnig setzte sich dort auf eine Bank, und alsbald drängte sich der neu­gierige Hause wieder um ihn. Dieselben Belästigungen wiederholten sich, als der König seinen Spaziergang fort- setzte, sodaß er laut auf deutscv sagte:Warum lausen mir diese Leute nach? Es ist ja alles andere als angenehm. Wie dumm manche Leute sind!" Die vornehmer denkerrden Kurgäste von Marienbad sind von dieser taktlosen Zudring­lichkeit peinlich berührt. Die englischen Zeitungen äußern sich darüber mit Entrüstung, und diePall Mall Gazette widmet den Vorkommnissen sogar einen eigenen Leitartikel.

Die ungarische Krisis.

der Schwarzen Meer-Flotte anbelangt, so ist das City­blatt der lleberzeugung, daß dieser Schxitt der Zaren­regierung sehr wenig Eindruck auf den Sullan machen werde da dieser ganz genau wisse, daß die engllschen Megsschrffe im Notfälle immer sehr schnell zur Hand waren. Der ,-Standard" betrachtet die Lage im allgemeinen als sehr wenig hoffnungsvoll, zeigt aber auch mit Bezug aus die russische Intervention keinerlei Unruhe. Auch dreses Blatt sagt nicht, daß der Zar sich genötigt ge­sehen hätte, einzuschreiteu, sondern daß die russische Re­gierungGelegenhell" bekam, den Sultan ernstlich zur Veranwortung zu ziehen. Das Blatt weist darauf hin, daß der Wnig von Rumänren ruhig in Gastein weile und dadurch bekunde, daß er selbst keine welleren Verwickelungen be­fürchte. DerDaily Graphic" erklärt, unter den Umpänden könne man sich der Ansicht des Premierministers nicht anschließen, daß die Verantwortlichkeit für die Verbrechen, die den gegenwärtigen Zustand herbeigeführt haben, mehr aus feiten der Aufständischen resp. der Bulgaren liege, als bei den Türken. Das Verhalten der Türken habe den Aufstand, wenn auch nicht gerade gerechtfertigt, so doch entschuldbar gemacht, und man müsse daher die Verant­wortung den Türken, und, bis zu einem Grade, den enro- päischen Großmächten zuschieben.

wiesenen Fleisches einen hier wohnenden Megger zu finden, der fern eigenes Geschäft betreibt. Es hat hierzu ich nunmehr ein Metzger aus Kostheim gemeldet, Dein auch die Stelle übertragen wurde. (Rt. Tgbl.)

0 Marburg, 18. Aug. Die 3i/2 prozentige Mar­burger Anleihe im Betrage von 3H2 Millionen Mark, die zu 98,63 Prozent vergeben worden ist, wird zum Ver­kaufskurs von 991/2 Prozent angeboten. Die Zulassung zur Notierung an der Berliner Börse soll demnächst be- antragt werden. Der Kreiswund arzt Dr. Vahle ist auf den 1. September zum Kreisarzt in Frankenberg ernannt worden als Nachfolger des dortigen in gleicher Eigenschaft nach, Kassel versetzten Kreisarztes Medizinalrat Dr. Heinemann.

[] Marburg, 18. Ang. Aus bis jetzt noch unaufge­klärten Ursachen stand heute früh in dem nahen Ockershausen ein Bäckergeselle vor dem Backofen plötzlich in hellen Flammen. Trotzdem gleich Hülfe zur Stelle war, erlitt der junge Mann doch solche Brandlounden, daß eine Ausnahme in di'e Klinik erfolgen mußte.

Tie politische Lage in Ungarn geltallet sich rmmer schwieriger, da erheblichere nationale Zugestandinffe speziell in der Armeefrage ausgeschlossen sind. Tiefer Standpunkt wird bei der bevorstehenden Ankunft deB Königs rn Buda­pest noch stärker und entschiedener zum Ausdruck gelangen. Andererseits gilt es als unwahr;chernlrch, daß jetzt ^gend ein ungarischer Staatsmann, wer immer e» ;ei, ohne solche Zugeständnis;e Die Kabinettsbildung verfuchM werde Ber so ttefgehenoen Gegen.ätzen zwr;chM der Krone unfr der offenti Mcinuna ist in der nächsten Zert rrgent» eine SliÄÄ Sum denkbar. Man glaubt daher, daß d^r ietziae er lex-Zust°nd mit dem abgedankten Ministe- rinni an der Sväe sich unverändert so lange erhalten toX bi? ein Älandel >n . bet öffentlichen Meinung ein- tritt, der eine friedliche Lösung ermöglicht.

Zu den Wirren in Ma,ed°nien.

-In M i c II e r diplomatischen Kreisen glaubt man nicht

§5 wirkliches Vorgehen der russischen Flotte in den türkischen Gewässern, man faßt die Stachricht vielmehr als eine Drohung auf, die nicht ansgefnhrt werden Wick, hn ber Sultan ohnehin aus ;ede Forderung eingeht. In Rußland 7st die öffentliche Meinung so stark erregt, iinü Nie russischen Forderungen mit allem Nachdruck go stellt wecken müssen. - Englands Presse sicht ün und ganzen der Lache abwartend gegenüber und konstatiert daß die englische Regierung bereit ist, die «ächstbeteiligten Mächte: Rügland und Oesterreich-Ungarn in nrer B-lkan-Politik zu unterstützen. DieTimes" sieht

Sache sehr ruhig an und sagt, die Ermordung des »»sii'chen Konsuls habe der Regierung des Zaren einen bivloniatischen Vorteil in die ^and gegeben, den diese mubl ausnutzen würde, wenn |te sich viel davon ver- Horäcke Äber die Forderungen Rußlands bewegten sich in uernünfligen Grenzen. . . . Was jckoch die Bewegungen,

Zweites Blatt. 188. Jahrgang Mittwoch 19. August 1903

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Gietzener Anzeiger

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Fernsprechanschluß Nr. 51.

beamten.

Aus Stad! und Aaud.

Gießen, den 19. August 1903.

** Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben dem Lokomotivheizer in der Heff.-Preuß. Eisenbahn- gemeinschaft Johann Knauth zu Mainz aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand daS Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift »Für treue Dienste" verliehen.

Wieseck, 18. Aug. Der 18. August, der Ehren­tag der Hessischen Division im Kriege 1870/71, wurde auch in unserer Gemeinde am Sonntag durch den Krieger­verein festlich begangen. Am Vormittag fand gemeinsamer Kirchgang statt, an welchem sich viele Mitglieder, besonders zahlreich die Veteranen, beteiligten. Der Nachmittag war der Pflege treuer Kameradschaft gewidmet, indem sich der Verein bei Kamerad Schneider versammette. Bei Ansprachen, Klaviervorträgen, Gesängen und Erzählungen aus schwerer Zett schwanden nur zu rasch einige vergnügte Stunden dahin.

Grünberg, 16. Aug. Der gestrige Markt bedeutete wohl die diesjährige Hochsalson für das Gurtengeschäft. Hunderte von Körben mit Gurken hatten die Bewohner der Olle Ober- und Nieder-Bessingen zu Martt gebracht, und