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«rschetut tSglich
aufcet Sonnlags.
Siebener A nzerger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Glesiener Zamilien dlüNer viermal tn der Woche deigelegl.
Romnonebrud u. Iler* log de, Brüh l'lchen Univech-Buch-a-Steln« druckere, IPiehch Erden) RedatNon. drpföttWH und 'Trurfrret;
Schatsi raße 7.
Ddresi« tüt Depeschen: «nieder (ötcfcen.
^rniprrch-ntrdluhÄr 61.
Dieusrag 1». rvrai 1903
Zweites Blatt.
153. Jahrgang
Gietzener Anzeiger
TJ' General-Anzeiger w
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
YezngSpre»», monatlich 7bPl., viertel» jährlich Mk. 8.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pl.; durch die Post Pik. 2.— vienel- sührl. ausldjt Beliellg. Annahme von »nzetgev sür die Lageonuuimer bis Dormitiage 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 18Ps^ au»n>drtl 8U Plg. verantwortlich tük den poltt und aQgcm. Teil: P. Wittko für ,Stadl und Land' und .Serichtssaal': A ua ust VLy. tüt den 9ln- zetaeuteil: Pans Beck.
Pie Aeutige Dummer umfaßt 8 Seiten.
Bekanntmachung.
Die Bahnhofstraße zwischen Löwcngasie und Markt- straße wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt.
Durch diese Sperre wird auch der Durchgangsverkehr Löwengasse-Tiesenweg unterbrochen.
Dießen, den 19. Mgi 1903.
GroßherzoglicheS Polizeiamt Gießen.
Hechler. ?____________■' ---------
Dom Sommerprogramm des Kaisers.
Xaj» eigentlich auf den 6. Juni fallende Jubiläum snsers 116. Regiments, das den Namen des Kaisers trügt, hatte die freudige Hoffnung in unserer Bevölkerung auf einen Kaiserbesuch in unserer Stadt erweckt, zumal in jenen Tagen das Kaiserpaar bestimmt in unserer Nähe weilen wird. Nach offiziösen Meldungen wird das Kaiservaar, soweit bis jetzt seststeht, heute (Montags abend von Schloß Ur Ville abreisen und Mittwoch nachmittag im Neuen Palais eintreffen, wohin das Kaiserliche hoslagcr schon am Santstag übergesiedelt ist.
Der Kaiser und die Kaiserin wcrocn dann, von Berlin kommend, am 3. Juni in Frankfurt eintreffen und dem BegrüßungS-Konzert zum Sänger Wettstreit beiwohnen. Nach dessen Schluß begiebt sich das Kaiserpaar nach Wiesbaden, von wo es nach Beendigung der Festspiele am 7. Juni abends zu mehrtägigem Besuch nach Homburg Übersiedelt. Das Gießener Regimentsjubiläum findet aber bekanntlich besonderer Umstände halber bereits am 29. Mai statt, und so lverden wir beim auf den Besuch des Kaisers verzichten müssen.
Eine Auslandsreise scheint der Kaiser in diesem Sommer nicht mehr unternehmen zu wollen. Nach den bisher getroffene» Dispositionen kommt nur die Nordlandfahrt in Frage. Hinsichtlich der ausländischen Gaste des Kaisers teht eivslweilen nur der Besuch des Königs von England est. Eine Begegnung mit dem König von Dänemark wird ür walrscheintich gehalten. Dagegen herrscht völlige Un- gewißhet, ob auf einen Besuch des Zaren für dies Jahr zu rechten ist. Letztmalig war Kaiser Wilhelm Gast des Zaren cuf der Rhede von Reval zurzeit der russischen Flottennanöver. Man glaubte damals, Nikolaus II werde in Erwiderung des Besuches in diesem Jahre den deutschen Flotten-perbsl-Manövern beiwohnen. Das , ist indessen ausgeschlossen, da der Kaiser selbst den Manövern der Flotte strnbleiben wird. Was das in Sachsen-Thüringen stattfindmde Kaisermanöver der Armee betrifft, so dürfte der Kreis der kaiserlichen Gäste weniger international fein, ald im vorigen Jahre in Brandenburg-Bosen. Namentlich die englischen und amerikanischen Militärs werden wohl de: Einladung und ddmit der Gelegenheit verlustig fielen, Vertretern ihrer Presse hämische Bemerkungen über die deutschen Truppen und die deutsche Taktil in die Fedei zu diktieren.
Kraf Niuow rechtfertigt stch.
In einem ersichtlich von der Regierung inspirierten Artikel, bei sich in mehreren zu amtlichen Publikationen benutzten Tageszeitungen findet, wird die Auffassung zurück- gcwicsen, als betriebe Graf Bülow eine Politik der Nach - giebig eit gegen das Zentrum. Ter Reichskanzler habe, so -cißt es, bei seinem Amtsantritt das Zentrum in der alte: Stärke borgefunden, und er mußte mit dem gegebenen yattor rechnen, lieber diese Notwendigkeit sei auch die Staaskunst des Fürsten Bismarck nicht hinwegge- kommen. Es wird dann weiter als politische rvurzfichng- feit bezeihnet, wenn man glaube, daß die wichtigste innere Aufgabe, die Bekämpfung der Sozialdemokratie, sich lösen lasse im steichzeitigen Kampfe gegen das Zentrum. Zweck- mäßig md verdienstlich sei es vielmehr, die politische Vcr- tretung »er Katholiken zur Mitarbeit an den nationalen Aufgeben heranznziehen. Niemand könne dem veranKvort- lichen Staatsmann die Unllugyeit zu.rauen, das Batenand in einen konfessionellen Kampf hineinziehen zu lassen.
Tas ist eine Absage des Reichskanzlers an die Be- ftrebungci, die seit dem Papstbesuch Kaiser Wilhelms ich bemerkbar machen, und die Absage ist speziell gerichtet ai die Adresse der Wortführer deS Protestantismus. Tie Tatsahe freilich, daß der so glanzvoll inszenierte Papstbesuch Kaier Wilhelms und die im Anschluß daran erfolgten Aufmerksankeiten gegenüber Vertretern der Kurie vom 3 en t run als Befestigung feiner Machtstellung, als willkommene Interslützung seiner Wohltätigkeit empfunden wer- den schaff Graf Bülow nicht aus der Welt. Ein Blick auf die Wahlbewemng zeigt, daß verschiedentlich das ev-angelische Bewußtseii gegen „Ultramontanismus und romfreundliche Politik de Grafen Bülow" mobil gemache ist. Ter Heer- rufer aus dem Regiermigslager bemüht sich vergeblich, den staatserhatenden Parteien zum Bewußtsein zu bringen, daß Der Feint links stehe, daß man mit dem tonfesswnellen. Hader ledglich die politischen Geschäfte dieses Feindes besorge. Te Gründe der Staatsraison, auf die Graf Bülow sich beruf, werden da wenig Eindruck machen, wo die Ion» fefl’ioneilet Instinkte wachgeruftn sind. In einer Wahl- versamml.ng in Schlesien griff em koniervatioer Geistlicher da- Zentrum so jcyars an, daß der polizeilichen Auf- lösung dr Versammlung nur durch vorzeitigen Schluß Dorgebeug werden konnte. Tie Dortige Presse bemerkt, daß man im iöayltrerse einen solchen Tumult feit 1848 nicht erlebt hab. Für euren „Kulturkampf" freilich ist eine Zeit,
in der die Wirtschaftspolitik im Vordergründe steht, wenig geeignet Aber das Wetterleuchten wird so bald nicht vom politischen Horizont verschwinden; es dürfte besonders grell in Erscheinung treten, wenn die Wahlen vorüber sind, nämlich im Herbst, wenn einerseits auf dem Katholikentag, andererseits auf der Hauptversammlung des Evangelischen Bundes in Ulm die Geister sich erheben werden. Graf Bülow aber kann, solange diese (Spannung besteht, an die Erledigung des Antrages auf Aushebung des bekannten Jesuiten- paragrophen nicht denken.
Tie lVattatt-Uuruhen.
Von türkischer Seite wird über das Gefecht, das am 13. Mai bei Debatal, zehn Kilometer nordwestlich von Djakowa slattfand, noch berichtet: Das Truppenlager Cmar Rusch di Paschas wurde aus großer Entfernung beschossen, woraus die Truppen vorgingen und Den Albanesen einen Verlust vo n ungefähr 120 Toten und Verwundeten beibrachten. Hierauf zerstörten die Truppen in sieben Dörfern der Umgebung die Häuser oppositioneller Albanesen, die unter Fahrung von Hassan Siakus stehen. — Die Wohnsitze der Christen wurden geschont. Tie Nachrichten über Den Fortgang der Aktion und den Einmarsch in Ipek sind vielfach widersprechend. Während nach den Angaben Der Pforte die Truppen ohne Widerstand in Ipek einmarschiert sind, gut empfangen wurden, und die Führer der Opposition dem Sultan ihre Unterwerfung uiid die Annahme Der Reformen telegraphisch mitteilten, verlautet andererseits, daß der von Mittowitza kommenden Division Nasir Paschas vor Ipek kurze Zeit Widerstand geleistet wurde und die Truppen Schensi Paschas unterwegs zwischen Djakowa und Ipek stark behelligt wurden. Die Stimmung in den Sandschaks Ipek und Prizren fei noch sehr gereizt und weiterer Widerstand werde vorbereitet.
Die Nachricht, daß der bulgarische Bischof von Sttu- mitza, Gerasimos, verhaftet worden fei, entstand dadurch, daß an ihn zugleich mit der Mitteilung, daß er von den Lolalbehörden nicht mehr anerkannt werde, durch den Kaimakam die Aufforderung erging, Strumitza zu verlassen. Gerasimos erklärte wiederholt, daß er ohne Befehl seines Kirchenchefs nicht abreifen könne. Seitdem ist er durch Wachen von der Außenwelt abgeschlossen und darf nur mit seinem Diener verkehren. Seine gewaltsame Entfernung will die Pforte nicht durchführen. Der Exarch erbat sich die Intervention des russischen Botschafters. — Seit Den Vorfällen in Saloniki überwachen zwei Geheimpolizisten Tag und Nacht das Wohnhaus des Exarchen und Die Exarchatkanzlei. Die gleiche Ueberwachung wird seitdem auch für den diplomatischen Missionär und verschiedene Anstalten und Persönlichkeiten durchgeführt.
Die Pforte ergriff Maßregeln gegen die zur Ueber» nähme der Bandenkommandos nach dem Sandschak Serres abgegangenen bulgarischen Offiziere und Studenten. — Aus Saloniki ist die Meldung etngegangen, daß der Bulgare Marko, welcher die Minen in die Cttomanbanf gelegt hatte, verhaftet ist.
Politische Tagesschau.
Die Arbeitszeit im Fleischergewerbe.
Wie von Berlin aus verbreitet wird, hat der Verband der sozialdemokratischen Fleischergesellen Teutschlands die Absicht, eine Deputation zum Reichskanzler zu entsenden, um diesen in Rücksicht auf die Ergebnisse der amtlichen Erhebungen zum Eintreten für eine Bundesratsverord- nung über den Maximalarbeitstag für das Fleischer-Gewerbe, ähnlich wie sie für das Bäckergewerbe besteht, zu veranlassen. Tie Gesellen glauben, daß die Stimmung in Regierungskreisen ihren Absichten günstig ist, da der Minister des Innern in einem Erlaß kürzlich den Regierungspräsidenten Die strenge Kontrolle der Arbeitsraume für Fleischereien nahegelegt habe. In Berlin wird zurzeit von Den Fleischergesellen eine Enquete veranstaltet, um die Aufhebung Der Werkstätten und Schlafräume in den Kellern durchzufetzen. Tas gesamte Material soll Der Regierung zugängig gemacht w.rden. Dazu schreibt die „Allg. Fleiicher- zeitung":
„Wir glauben aufs bestimmteste, daß der Herr Reichskanzler auf diese Angelegenheit nicht eingehen'wird, denn angesichts der durch die von Reichs wegen veranstalteten Erhebungen festgestellten Tatsache, daß die Arbeitszeiten von über 12 Stunden (nach Abzug Der Pausen- nur in einem Fünftel (im Winten bis einem Drittel (im Sommer) der Fleqchereibetri.be Vorkommen, hauptsächlich in Berlin, Nordost- und Mitteldeutschland und den Großbetrieben, die nur saisonweise arbeiten, bezw. Lurstfabrikation und dabei Ladengeschäfte betreiben und gezwungen sind, auf meist weit entfernt gelegenen öftenilichen Schlachthöfen zu schlachten, rst fein Grund zu einem gesetzgeberischen Einschreiten vorhanden, besonders deshalb nicht, weil einerseits die im Fleischergewerbe angest^llten Hilfskräfte fast ausschließlich aus jungen, kräftigen und gesunden Personen bestehen, die durch eine außerordentlich reichliche, kräftige und ausgezeichnete Verpflegung bei familiärer Behandlung im Hause des Meisters und zum weitaus größten Teil in der Hoffnung auf baldige Selbständigkeit befähigt sind, ohne Beschwerde ein volles Maß Arbeit zu verrichten, zumal die Lohnverhältnisse günstig find, kleinere und größere Urlaube stets ohne Abzug bewilligt werden, die Arbeit in frischer Luft sich überwiegend unter Deutbar gesundesten Bedingungen vollzieht und ein Weg zur Arbeitswut, gänzlich wegfällt, waS bei anderen Arbeitern Die durch Die gewerbliche Beschäftigung tatsächlich in An pruch genommene Zeit wesentlich erhöht. Die Arbeiter erschlafft und in Verbindung mit karger Selbstoerpflegung, ungünstigen Wohn
ungsverhältnissen und anderen Fahrlichkeiten ihr LoS bei weitern weniger beneidenswert erscheinen läßt, andererseits Die schwierige wirtschaftliche Lage des Fleischergewerbes (geringe Ertragsfähigleit bei großer Konkurrenz, ungünstige Vleiiwährschastsverhältnisse, der durch unberechenbaren Bedarf ftanDig und meist plötzlich herbeigeführte Wechsel deS Arbeitspensums und das ra)d)c Verderben Der Waren eine Schablonlsierung der Arbeit nicht zulassen."
Die Kischinewer Judenkrawalle.
Auch für die Verhafteten, bezw. deren Familien ifi eine Sammlung in die Wege geleitet worden. ES ist auch bereits eine ansehnliche Summe eingegangen. Die Spender — namentlich viele Offiziere — * sind durchweg Christen. Wie bei allen solchen Ausschreitungen, sind auch hier größtenteils Leute verhaftet worden, Die an den Exzessen nicht teilgenommen haben; die Hauptschuldigen sind entkommen. Wie das „Berl. Tagebl." ans Petersburg zu berichten weiß, ist der Gouverneur der Provinz, v. Raaben, nach Petersburg zum Minister des Inneren berufen worden und wird seinen Abschied erhalten, da es feststeht, daß er sich seinen Pflichten in keiner Weise gewachsen zeigte. — Ter „Frkf. Ztg." wird aus Newyork telegraphiert: Tie ausführlichen Postberichte über das Blutbad in Kischinew enqaajen einen neuen Entrüstungssturm. Am Sonntag flochten zahlreiche Prediger in ihre Predigten scharfe Verurteilungen der Geschehnisse ein. Es wurden viele Versammlungen abgcljaiten und Beschlüsse gegen die russische Regierung gefaßt Kardinal Gibbons rief in einer Baiti- nwrer Versammlung, Kischinew sei ein Schandfleck unseres Jahrhunderts. Der russische Botschafter Eassini, der bereits in Newport eine Villa gemietet hatte, hat sich plötzlich entschlossen, eine Europareise zu machen.
Deutsches Deich.
Berlin, 18. Mai. Man meldet aus Metz: Heute fand eine größere Truppenübung westlich von Metz statt, die sich bis St Privat ausdehnte und an der die gesamte Metzer Garnison teilnahm. Angenommen war, daß eine feindliche Armee von Nordwesten bis St. Privat vorgedrungen war, und das Fort Lothringen aus vier großen Batterien beschoß. Der Kaiser, Der früh in Chatel St. Germain zu Pferde gestiegen war, leitete eine kombinierte Division, Die dem Angriff des Feindes entgegentrat. Mittags war die feindliche Stellung eingenommen und damit das Manöver beendet. Die anschließende Kritik wurde von dem neuen kommandieren- Den General v. Stötzer abgehalten. Nach ihm nahm der Kaiser eine Besprechung vor. Gegen 3/41 Uhr fuhr der Kaiser im Wagen über die Feste „Kaiserin" bei Chatel St. Germain nach Metz und begab sich mit dem General v. Stötzer nach der Wohnung des Generalfeldmarschalls Grafen Hä sei er. Später nahm der Kaiser bei ersterem das Frühstück ein. Durch eine Allerhöchste Kabinettsordre vom 18. ds. werden dem Grafen Häseler unter Stellung zur Disposition die Brillanten zum Schwarzen Adlerorden b er Hel) en. Graf Häseler bleibt Chef des 2. brandenburgischen Ulanenregiments Nr. 11. Der Kaiser ist am Nachmittag nach Schloß Urville zurückgefahren.
— In der heutigen Sitzung des Bundesrates wurde den Beschlüssen des Reichstages zu dem Entwurf eines Gesetzes betreffenb weitere Abänderungen des Krankenversicherungsgesetzes, dem Ausschußantrag bette ff ent) den Zollverwaltungskostenetat für Hainburg und Dem Antrag der Landesversicherungsanstalt Sachsen-Anhalt auf Erweiterung der Leistungen gemäß § 45 Absatz 1 des Invalidenversicherungsgcsetzes zugestimmt.
— Eduard von Hartmanns Ansicht, daß die Sozialdemokratie in etwa 25 Jahren „regierungsfähige Partei" sein werde, findet in der jozial- demokratischen Presse, z. B in der „Magdeb. Bolkssttmme" vom 17. Mai, folgende Erwiderung:
„Die Soziatdemokratie wird stets rücksichtslos die Interessen der Arbeiterklasse wahren und ihre republi- tanischen, demokratischen und sozialistischen Endziele niemals aufgeben. Allerdings ist das einzige Rettungsmittel vor dem Ultrarnontanismus die Sozialdemokratie, da die herrschenden Klassen der hohen Herren der Kirche bedürfen, um die Arbeiter zur Demut und Knechtseligkeit zu erziehen."
— Tein Kreisanzeiger für den pommerschen Kreis Franzburg zufolge haben Die 15 Fleischer des Städtchens beschlossen, den Preis für 1 Pfd. Schweinefleisch von 50 auf 60 Pf. zu erhöhen. Wenn man berücksichtigt, bemerkt dazu das genannte Blatt, daß die Schweine jetzt mit 33 bis höchstens 35 Mark der Zentner bezahlt werden, so ist jener Aufschlag gerade jetzt gar nicht zu rechtfertigen, und man kann geradezu von einem Fleischwucher sprechen.
Den „Berl. Pol. Nachr." zufolge, geht wahrscheinlich in nächster Zeit Dem preußischen Landtage Die Wahl - gesetz Novelle zu, ferner die Knappschaftsgcsetznovelle als Folge der Revisron Der Krankenversicherung, sodann die Vortagen über Heilquellen und Beittagszahlung oer Aerztc- kamrnern, ferner auss neue Entwürfe über die Ausführung des Reichs-Seuchengesetzes, Aenderung Der Posener Kreis- Ordnung und des <ZeuerlöschwesenS. Unsicher hingegen ist Die Ferligstellung legislatorischer Arbeiten auf dem Gfebiete Der Wohnungssürforge und des FideikommißwesenS.
Kiel,^ 18. Mai. Nachdem ^andelsminister Möller und UnterstaatSsLkrerär Lohmann heute Die Germania- Werft, Die Stauer; che Werft, sowie Die HowalDwerkc besucht hatten, nahmen sie an einer Sitzung Der hieben Handelskammer teil. Der Handelsminister führte ungefähr folgendes aus: Man sollte sich immer Daran erinnern.


