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18.3.1903 Zweites Blatt
 
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Mittwoch IS. März I »V8

153. Jahrgang

Zweites Blatt

Nr. 65

Hbtefle für Develchen, «nzetger Gtetze«. ^milprrd)an1d>ln6^h 61

eubei Sonntag», idem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem hessischen Cantalrt d,e Gießener Zomlllen. dlätter viermal in der

Woche beigclegt d e. 0«r»

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SiehenerAnzeiger

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Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

monaihcb <b'Ü1- 01trill* täbihd) Mk si.ro. durch Jlbholf- u. ^wetgslelten monatlich flo tM.. durch bltHoti 'DU B. eirriel* lähxl aueldil vrliellg, sinnokfm« von Bnjrtgrl tüt bi« iagrtnummtl bil potmuiag» 10 Uh«, ßnlrnprtie letal lsiPZ, au*«»dm 10 tilg.

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Z>ie heutige Kummer umsaßt 12 Seiten.

Volitische Tagesschau.

Gm Erlaß lei Ponißl von Sachse».

DasDr. Journ." veröffentlicht folgenden Erlaß des KSnig» Qteorg von Sachsen:

Än mein Soll! Im Begriff, jur Erholung nach langer ernster Krankheit in den Süden zu reisen, drängt es midx noch einmal allen, die gelegentlich des schweren Unglücks, das über mich und meine Fa­milie herein geb rochen ist, mir herzliche Beweise der Teil­nahme gegeben haben, von ganzem Herzen zu danken. Mit diesem Ausdruck deS Dankes verbinde ich den Ausdruck der zuversichtlichen Hoffnung, daß die Unruhe und Auf­regung, welche infolge der betrübenden Vorgänge des vergangenen Winters sich weiter Kreise der Bevölkerung bemächtigt hat, endlich der Ruhe und dem früheren Ver­trauen Plan machen wird. Glaubet nicht denen, die Euch vorstellen, baß hinter all dem Unglück, das uns betroffen hat, nur geheimnisvoller Lug und Trug verborgen ist, son­dern glaubet dem Wort Eures Königs, den ihr nie^ als unwahr erkannt, daß dem unendlich Schmerzlichen, das über uns hereingebrochen ist, lediglich ungebändigte Le idenschaft der schon lange im Stillen ge­fallenen Frau zu Grunde liegt. In der Ueberzeugung, daß mein Bolk mir vertraut und sich in meiner tiefen Be­kümmernis immer mehr um mich schart, trete ich, von zu­versichtlicher Hoffnung erfüllt, meine Reise an. Georg."

Gegen die Jesuiten.

Der Gesamtvorstaud des Evangelischen Bundes hat bekanntlich eine Eingabe an den Bundesrat gerichtet, in welcher er die allerdcingendste Bitte ausspricht, der Bundesrat wolle die Aufhebung des § 2 des Jesuiten- gesetzeS ablehncn. Die Eingabe geht davon aus, daß nicht so sehr die Aenderung der rechtlichen Stellung des Jesuiten­ordens in Betracht kommt, wie vielmehr die gesamte kirchenpolitisch e Lage. Tie konfessionellen Verhält­nisse innerhalb des Reiches seien gegenwärtig aufs äußerste gespannt. Es wird bann hingewiesen auf dieMachterwei­terung des ultramontanen Einflusses in allen Teilen Deutschlands", auf die rastlose Bereinsbildung in klerikalem Interesse, auf die erstrebte Durchdringung des Verkehrs, der Rechtspflege, der Bildung, des Handels und Wandels mit katholisch-konfessionellen Grundsätzen, auf die Gründung einer katholisch-theologischen Fakultät in Straßburg, au| die seit Jahrzehnten beobachtete Identifikation katholischer und polnischer Interessen. Von der Rückkehr der Jesuiten habe man nur eine weitere Verschärfung der interkonfessio­nellen Verhältnisse zu erwarten, eine weitere Vertiefung der schon jetzt vorhandenen Zerklüftung unseres Volkes. Ferner verweist die Eingabe auf die Zustande im Königleich Bayern".

Wie einer unserer Berliner Korrespondenten erfahrt, ist zwar noch kein formeller Beschluß der bayerischen Regierung gegen die Aufhebung detz § 2 des Jesuitengesetzes gefaßt, aber eine solche Stellungnahme gilt in gut unter­richteten Kreisen für wahrscheinlich. Uebrigens dringt auch m i t Bayern, wenn die anderen Bundesregierungen wider­streben, der preußische Antrag nicht durch int Bundesrat.

In der am 16. b. M. in Potsdam abgchaltencn Hauptversammlung d.S Brandenburgische nPro- vinzial-Hauotvereins des Eoangclijcheii Bundes, die von zahlreichen Delegierten der Provinz Brandenburg beschickt war, wurde folgende Resolution einstimmig an­genommen:Wir erheben gegen die wenn auch beschränkte Wiederzulassung der Jesuiten im Deutschen Reiche ein­mütigen und rückhaltlosen Widers pruch. Zwar sprechen auch wir als evangeli|che Christen mit des Deut leben Reiches erstem Kanzler:Wir Deutsche fürchten Goll und sonst nichts auf der Welt", auch nidji die Jesuiten. Der evangelische Glaube lebt aus der Kraft des göttlichen ISortes unb kann nicht untergehen, aber mit schwerer Sorge erfüllt uns die Bed rohung des religiösen Frie­de ns in unserem Baterlande, die nach der Geschichte und dem Zeugnis hervorragender latholiicher Gelehrter nnc Döllinger, Schelt und Ehrhardt aus der Rückkehr derJefUiten erwachsen würde. Im 9lanten des bedrohten religiösen Friedens erheben wir unsere warnende Stimme und richten noch in letzter Stunde an die Regierung das dringende Ersuchen, die Jesuiten fern zu halten, damit nicht der Kamp der Konfessionen zur Gefährdung des gesamten Friedens führe." Die Resolution wurde mit 400 Unterschriften be­deckt und an sämtliche Regierungen gesandt.

Gegenüber anders lautenden Meldungen erfahren die Dr 91 91." aus absolut zuverlässiger Cuelle, daß die sächsische Regierung nach wie vor im BundeSrat gegen die Aushebung des § 2 des Jesuitengesetzes stim­men werde.

Kolouialpost.

__ Tabakbau in Deutsch-Südwestafrika. Die .Deuisch-lüdweilafr. Ztg." gtebt einige Auskünfte über den bisher m Deulsch-Südweslafrika betriebenen Anbau von -rabak. Sie schreibt- Es ist bekannt, daß Südwestafrika ebenso wie auch das übrige Südafrika für den Tabakbau durchaus günstige Bedingungen dielet. Bisher wird -vabak lediglich un Rahmen der Gartenkullur gebaut, und es Und benpid^Dcqc bei Grootfonteln und Ltahancha recht erfreuliche Eifolge er» iiclt worden. Aber auch der ,übliche Teu des Landes durste für die Kultur wohl geeignet jein; von lachocntand.g^ oe:ie wird hier namentlich anf die Gebiete deS ^.'ch- und Cianic- flusses hmgewiesen. Während m früheren ^:.cn c ö-atmci

höchstens zum eigenen Gebrauch Tabak bauten, hat man in den letzten Jahreu den Anfang gemacht, in dem hier ge­bauten Tabak einen Handelsartikel für baS Schutzgebiet zu choffen. Okahandja-Tadak ist in Windhoek und Ökatzandja bereits in ziemlichen Mengen verkauft worden und hat stet- willige Abnehmer gefunden. Auch im Sübbezirk hat der Verkauf dort gezogenen Tabaks sich gelohnt; ein Farmer dort erlöste nach einem Bericht im verflossenen Jahre auß einer Tabakernte etwa 6000 Mk. Von der guten Qualität deS im Lande gezogenen Tabaks legten die bei Gelegenheit der landwirtschaftlichen Ausstellung im Juni v. Js. aus­gestellten Proben Zeugnis ab. Die prämiierten Tabake wurden als für afrikanischen Tabak sehr gut und dem Trans» vaaltabak guter Qualität als gleichstehend erachtet. Die vier von der Tamaraland-Farmgesellschaft ausgestellten Sorten: Habana, Kuba, Puerto Rico und Maryland erhielten als Sammlung damals den 1. Preis.

Iic Enteignung des Kilanbes jür Oie neuen Altniken.

Schluß.

w. Gießen, 18. März.

Der Vorsitzende erteilt alsdann dem Rechtsanwalt Grünewald bas Wort. Dieser verweist barauf, baß keiner der medizinischen Sachverständigen bestritten habe, daß der von ihm, dem Redner, vorgeschlagene Platz zur Erbauung einer Chirurgischen und einer Augenklinik zweckmäßig sei. Professor Rehn habe sogar erklärt, dieser Platz sei der geeignetste. Auch die hiesigen Sachverständigen Geheimrat Riegel und Professor Poppert teilen diese Ansicht durchaus. Ter Einwand der größeren Entfernung des Geländes östlich der Klinik, im Gegensatz zu dem vom Staate in Aussicht genommenen Platz falle nach dem Gutachten der Sam- verständigen als ganz ohne Bedeutung. Mit Recht habe Medizinalrat Köhler-Lfsenbach darauf hingewllsen, daß es nicht mehr zeitgemäß sei. Kranke auf dem Handkarren mittels Menschenktaft zu transportieren. Es entsafte also die Notwendigkeit, die Institute gerade auf dem unteren Gelände zu errichten, und die Enteignung desselben sei nach dem Gesetz nicht zulässig. Ja, es wäre auch nach der Ansicht der Sachverständigen ein schwer wieder gut zu machender Fehler, wolle man seitens des Staates, weil man sich durch die Pläne usw. einmal für ein Projekt feftgelegt habe, dabei beharren, denn der obere von ihm oorgeschlagene Platz sei für die Institute geeigneter, nach Profelsor Rehn der idealste Platz, den man sich denken könne. Dort oben sei die beste Luft, freie Lage und in­folgedessen Ausdehnungsfähigkeit, was alles weiter unten fehle. Ter Einwand, es können auch dort oben auf der Höhe die Institute mit der wachsenden Bebauung von Privatgebäuden einmal umringt werden, fei nicht stich­haltig; denn daß der Bergwertswald, die Lindener Mart einmal bebaut werde, daran sei nicht zu denken, es sei denn, daß Frankfurt und Gießen einmal vereinigt würden unb daran glaube wohl niemanb. Die Uiipärteilichkeit der Sach- üerftänbigen, Prof. Rehn, Med.-Rat kühler und Muhlvt in der vorliegenden Sache werde selbst der Regierungs­oertreter anerkennen müssen. Allerdings hatten die Sach­verständigen zum Teil Vorbehalte wegen der 'Möglichkeit der zweckmäßigen Orientierung der Gwäude und der Zu­fuhrwege gemacht. Er sehe in denselben jedoch leinen Grund zur Verwerfung des Projekts. Sollte aber der Prooinzialausschuß eine Widerlegung nach die.er Richtung für nicht gegeben erachten, so fei es unbedingt nötig, auch Darüber Sachverständige zu hören. Aus bufen Gesichts­punkten müsse das Projekt der Chirurgischen Klinik an der vom Staate gedachten Stelle jedenfalls fallen. Beide geplante Kliniken stehen aber in keinem Zusammenhang. Die Ophchalmologijche Klinik könne auch einen anderen Platz erhalten, als der im Staatsprojett vorgesehene, denn beute Kliniken seien völlig unabl-angig^oon einander unb eine Trennung betreiben wohl mvgftch. Deshalb könne auch die Augenklinik auf bem für bas Regierungsprojekt vor­gesehene Gelände errichtet unb bie Gljirurgif^e K'ftnik allem nach oben verlegt weroen. Er sei übrigens überzeugt, baß der Staub, der Die Kranken belästige, wenn die Augenllinit gleichfalls nach oben gelegt »verde, dort nicht zu be­fürchten fei. Dies wurde noch weniger der Fall sein, wenn die Augenklinik unter Umsteftung der Gebäude auf den südlichen Abhang des Seltersberges hinter bie Chirurgische Klinik zu itehen komme. Wenn man ailerbings ganz allein auf bie Ansicht des Proftsiors V^sstus hin bie Augenklinik erbauen wolle, bann dürfe man bas neue Institut nur an ber Stelle deS Megierungsprojetts er­richten, bann fei jede andere, weit bester geeignete, Stelle nickst der richtige Platz da,ur. Eine vorurteusfrcie Prüfung der Sackstage werde ergeben, daß ber Sachoerstänb.ge Prof. Bossius in'ber vorliegenden Frage nicht als ganz unbe­fangen betrachtet werden könne» Es wurde sich Die 9iot» wendigkeit ergeben, noch einen anderen Lphthalmologen als Sachverständigen zu hören, ber objektiv und weniger von einem persönlichen Wunsche beseelt, sein Urteil abgeue, als bies bei Prosestor Vvssius ber Fall sti. Fe.ucr müsse auch ein Meteorologe gehört werden, der über die Winde unb besonders den Zug auf der Höi-e Au-ftunft geben könne. Jener südliche ^bljang des Seckersvergs, den er zur Erbauung der '^ugentkinU ui Boft'chrng g^bi.acht hohe, iei em ivarmes, von>iuvinde.. geschütztes Gelände. Das beweise schon Die Tatjckchd, daß in j,ener Gegend sich, weil sie warm unb vor Wind gft'a-ützt iei, mit Vorliebe das Wild aufhalle. Jeder ^in,tast.ge wurde ihm rea/i geben, wenn er behaupte, daß eine wettstchttge Baubehörde A-an» tentkiu u iueü hinaus aus ber Staut anlege uno Nicht in einer luge wo das wachsende Häusermeer die Institute

bald umspanne unb in ihrer weiteren Ausdehnung unb Entwickelung tjinbere. Er fasse seine Ausführungen bahin ufammen, baß nach dem Gutachten ber Vachverltänbiaen )ie Chirurgisckst Klinik am zweckmäßigsten oben auf der Höhe erbaut werde, daß es aber nicht erwiesen fei, daß die Qphthalmologische Klinik auf bem Platze erbaut werben müsse, wo sie geplant sei. Ucbrigenfl stehe auch der Er­richtung ber Kliniken unter Trennung ber beiden Anstalten nichts im Wege. Seiner Ansicht nach, fei nur noch bie Frage zu erörtern, ob sich eine bautechnisch sachgemäße Lösung des Projekts finben lasse, und er beantrage, hierüber weitere Sachverständige zu hören, falls der Provinzial- ausschuß sich nicht jetzt schon hierüber schlüssig machen könne.'

Rechtsanwalt Kal? bemerkt, bie Frage, um bie es sich eigentlich brehe, sei bie, ob ber Platz, ber von ber Bau- behörbe zur Errichtung ber Kliniken vorgcselstn, ber rich­tigste, beste unb ,achgemäßeste für biefen Zweck fei, ober ob alle biese Bebingungen nicht besser unb ebenfoaul an anberer Stelle vorhanben seien. Er halte bas Projekt Grünewald als dasjenige, welches allein dem Staatsprojekt vorzuziehen sei, uno empfiehlt wegen der erhobenen tech­nischen Bedenken des Vertreters der Baubehörde bie Ver­nehmung unparteiischer Sachverftänbiger.

Rechtsanwalt Röm Held äußert sich im gleicken Sinne. Er habe gleich von Anfang an bas Grünen-albsche Projekt für das geeignetste gehalten. Wenn er außerdem oben an ber Franlfurter,trage hinter ber Psychiatrischen Klinik vorgeschlagen habe, bie neuen Institute zu erbauen, jo habe er dies getan, weil man anfänglich Wert auf die 2tähe ber Franksurterstrahe gelegt habe.

Justizrat Hirschhorn hält es nicht für bie Sache ber Exproprianten, Projekte zur Erbauung ber in Frage kommenden beiden Institute vorzulegen. Wenn man dies aber dennoch getan habe, ja, wenn man schon weiter ge­gangen sei und Sachverständige darüber benannt babe, so habe man mehr getan als man nötig gehabt habe. Zweifel­los sei ber dkachwets geführt, baß bas Projekt Grünewald, wie es allgemein genannt werde, allen Wünschen ent­spreche. lieber die technische Möglichkeit ober Unmöglichkeit Der Ausführung dieses Projekts könne nur ein tecynstcher Sachverständiger ein Gutachten abgeben. Den Herrn Bau­inspektor Beaer könne er aber als Sachverständigen nicht anerkennen, dieser |ei ber Vertreter bes StaatSprojekts, ja er sei ber eigentliche Vater besfelben, unb es fei natur­gemäß, baß er basselbe verteidigt habe, wie ber Vater lein Kind. Der Herr Bauinspektor möge doch Sachverstänbige Vorschlägen, bie ihm genehm sind, unb man werbe prüfen, ob man seinen Vorschlägen zustimmen könne.

Justizrat Hirschhorn erörtert bann bie recht­liche Seite ber ganzen Frage. Man habe auf bem SelterS- berg 14 480 Quadratmeter aufgespartes Gelände, bie für Kliniksbauten vorzüglich geeignet seien. Es wiberstreite Dem Gesetz, wenn man bieses Gelänbe für anbere Zwecke aufspare, unb anderes Gelände enteigne. Dabei iverde üohitänDig ignoriert, dag man, wenn man die Kliniken in bie Stadt hineinbaue, das schönste Baugelände in der Stadt zerstöre, unb die Entwickelung des ganzen Stabt- teilcö bamit hemme. Die Verhandlung habe leinen einzigen Gesichtspunkt ergeben, welcher die Maßnahme rechtfertigen würde, bie Kliniken zwischen Wilhelmstratze unb Klinik- straße zu erbauen. Der Staat möge erst das für Kliniken aufgesparte Gelände bebauen, er solle Die Eigentümer an der Wilhelmstraße in Frieden lassen, unb nickst bie Ent­eignung von beren Gelänbe begehren. Die Privatwobnung für den Direktor ber Augenklinik, rooAU man Gelände der Baiserstiftung enteignen wolle, sei nicht nur unnötig, son­dern ein Luxusbau. Keine Augenklinik in ganz Deutsch­land, kein derartiges Institut in Oesterreich unb in der Schweiz habe nach bet eigenen Bekunbung bes Professors Vossius eine Direktorwohnung, unb hier wolle man eine sck-asten und die Notwendigkeit dieses Baues begründen mit Gründen, bie keine Grunbe finb. Justizrat Hirschhorn kommt bann auf feinen schon vor ber Lokalkommiftion erhobenen Einwanb zurück, baß bie Fonbs ber Balser- Itiftung unantastbar feien unb nur mit Zustimmung ber Stäube angegriffen werben konnten. Die Verfassung schütze Die Balfttstifiung vor bem Schritt, ber hier geplant sei. Ter Redner unterzieht bie Darlegungen der Lokal- toinmiifiun, welche feine Ansicht in b^fem Punkte wtber­legen foften einer Kritik, unb erklärt, baß man zwar sage, bie Bülsetstiftung bekomme ja Gud für ihr Gelänbe. hiergegen protestiere et; benn Die Balsersnstung wolle Den iyLamniou nicht, sie brauche bas Geld nicht, wohl aber brauche sie bas Gelände um sich auszudchneu, um einer größeren Zahl von armen Augenkranten Unterfunft unb Teilung zu gewähren. Auch Die Ansicht ber Lokalkom- miniou, oaß Du geplante staatftche ^chwesteranftalk bie grogere sei, gegenüber Der Heineren x^^critifiuiig unb dqb diese schon, loeil beide 'änjtaaen btm gLi^en Zwecke Dienen, na^stehen muffe, auch die,e B^grunoung könne et nicht gutheißen.

Heraus nimmt ber Vertreter bes Staats, Justizrat Jöckel-Friedberg, das Wort. ES sei, so führt dieser aus, mit den Sachverständigen gar nichts dewllsen. Die Herren leien von Frankfurt hctübcrgekommen, hätten sich dort oben auf den Stlter»bct0 hmg^,teilt uno ertlärcn nun, ohne überhaupt recht oriehi^rt zu sein, hier müßren die Kliuikcu ^in uno nicht dort. So dürfe man aber doch nicht ^^anbtln, wenn man beweisen wolle. Es liege vor das Gutachten der Tolaliommtsfioii, wohl begründet m allen Einzelheiten, und Die» bilDc Die Grundlage des ganzen Verfahrens. Tllfes Gutachten besage nut den bis ins einzelne gchenbeu Grun­zen, daß das 5taa.5proj.fi ba^ allein richt.ge feu Tie vertretet der >egt : haben a^a) davon gciprochen, baß oas stäbtifa-e 3iu.Lu.fe nu^ bcrauf.chtigt, ja g<.fu^oigt fei, roenn das StüütSprvjeft t^nter ber Wfthelm,rraße auSge-