Ausgabe 
17.6.1903 Drittes Blatt
 
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W. 139

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel nut dem Hessischen Landwirt die Siehener Familien- bIStter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl 'schen Untvers.-Buch- u.Stein- brudetei (Pietsch Erben) Rebaftton. Erpedition und Druckerei:

Schulstraße 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger (Sieben.

Ferniprechanichluß Nr. bl.

Mittwoch 17. Juni 1903

Drittes Blatt.

153. Jahrgang

Eichener Anzeiger

** General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

vezugAprets, monatlich <b Pt, otcrt* iädrlich Mk. 2J0; durch Adbole- xl Hioetgflellen monatlich 6o W.; durch die Post Mk.L viertel- labrL auSfchi. Bestellg. Annahme non Anztigen ür 'die Tagesnummer te ponmliage 10 Uhr. . eilenpreiS: lokal 13 Bl, auswärt» 80 Pig.

Veraalworlttch tüx den pollt and allgem. Teil: P. Ötttfo: für »Stadl und tfanb* und .GenchtSsaalE: lluaufl ® ö tj; für den Yin- zeigenteil: Pan« Beck.

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ab gelehnt, der zweite Antrag Darmstadt und der Antrag des Kricgervereins Hungen zurückgezogen und der Antrag des Bezirks Gryß-llmstadt mit einer vom Präsidium vor geschlagenen Aenderung angenommen lvurden. An Lc. Ma,, den Kaiser und Le. Kgl. Hoheit den Großhcrzog wurden Begrüßungstelegramme gesandt, fllod) während der Be­ratungen lief von Le. Kgl. Hoheit dem Großherzog Tank­telegramm folgenden Inhalts ein:Ten zum Delegierten- tag versammelten Mitgliedern der Hassia sage ich meinen Tank für das mir übersandt.' Telegramm, das mich herrlich erfreut hat. Ernst Ludwig." Um 1 Uhr waren die Ver- handlunaen beendet und die Kameraden vereinigten sich zum Bankett im Pariser Hof, bei welchem die jröhlichste Stimm­ung herrschte. Im Laufe de- Nachmittags mußten die meisten delegierten wieder abreisen, um zu ihrem Berufe zurückzukehren. Die Binger Kriegervereine beschlossen den Tag mit einem jcftboß..

Cassel, 15. Juni. Präsident Geheimrat Professor Stolzel Berlin hat anläßlich seines Jubiläums dem hiesigen Friedriche Gymnasium, dessen Schüler er 184047 gewesen ist, ein Kapital von tausend Mark überwiesen mit der Bestimmung, daß die Zinsen zu Schülerbiblio- theks-Anschaffungen verwendet werden sollen.

Vermischtes.

-Berlin, 16 x)uui. Be einer Felddienstübung de- Regiments Garde du Corps erlitt heute vormittag der Oberleutnant Prinz Wilhelm zu Wied, der als Regiments- Adjutant eine Meldung zu überbringen hatte, einen Unfall. Sein Pferd ging plötzlich durch uno jagte in einen Kiefern- wald mit niederen Stuntmen, der Prinz wurde durch das Geäst vom Pferde geschleudert und ihm das linke Bein gebrochen. Auf dem Pferde eines Sergeanten mürbe der Prinz nach Potsdam gebracht, wo sich her Prinz in ärztlicher Behandlmtg befindet.

" Berlin, IG. Juni Wie aus Breslau gemeldet w-ird, sind in der Provinz Schlesien schwere Gewitter niederge­gangen. Acht Personen wurden durch Blitzschlag getötet.

* Hannover, 16. Juni. In der Sciiillerstraßc wurde heute nacht gegen 1 Uhr die Prostituierte Luise Brunnschöw von ihrem Zuhälter namens Schrader aus Gelle nach einem Streit erstochen.

* Eisfeld, 16. Juni. Aus der Heimfahrt des Ober* Winter GesanaVereins vom Liegmundburger Sängerfest stürzte ein Wagen um, wodurch 10 Personen verletzt; mürben.

* Paris, 16. Juni. Infolge der zahlreichen Thphar- Erkrankungen in Rouen hat der Kriegsminister die Heber- steveiung Der dortigen Garnison nach Mailly cutgcorimti. In Rouen wird nur ein kleines Platz-Kommando zurück, bleiben.

* Mmr seil le, 16. Juni, der englische Dampfer Ossa ist bei dem Versuche, den an der Küste von Senegal ge- strandeten Fraissinct Tampfer wieder flott zu machen, eben­falls auf gelaufen. Beide Schiffe gelten als ver­loren.

* Lern berg, 16. Ium. In der verflossenen Nacht wurde die reiche Witwe Orange und ihr dipnftmäbdjen von unbekannten Tötern ermordet.

* Bogota, 15. Juni. Wegen Pestfällen in *Kre* guipaist für sämtliche Herkünfte aus Peru in Panama Quarantäne angeordnet. Die Zahl der Cuarmitänetage ist noch nicht bestimmt.

Gothaer Geld-Lotterie

Höchstgewinn evtl

Alk. 30

3

versendet F. JL. Ohnacker, Darmstadt.

Ziehung 23.26. Juni 1903.

Ich sehe auf den NamenÄ ------- eine airige-

tlärte Hausfrau, wenn ich einen Artikel, mit dem ich zufrieden war, wieder m derselben Qualität haben will. So geht es auch mit Groths gemahlener Kernseife mit Salmiak und Ter­pentin. Wer dreies vorzügliche Waschpulver einmal benutzte und sich nachher als Ersatz dafür ein anderes billigeres Waschpulver har au'jchwätzeir lassen, darf sich nicht beklagen, wenn seine Wasche notleibet, der Waschfrau die bänbe auigehen, und man noch drei Packele mehr verbraucht, wo früher e i n einziges Packet ausreichte* Gioths gemahlene Kernseife, Fabrikant I. Gioth, Hanau. Preis per Packet 15 Psg. 3735

Aus Stadt und Land.

Gießen, 17. Juni 1903. Nachrichten ans Stadt wnb Land sind ans stets willkommen und werden angemefieu honoriert!

** Personalnachrichte n. S. K. H. der Groß- Herzog Haden Allergnädigft geruht, am 23. Mai b. I der Gemeinde-Hebamme Katharina Elisabctha Renke! geb. Allmann zu Ober-Mossau die Silberne Medaille des Lubewigsorden s znm 1. Juni zu verleihen. Durch Ent- schließung des Großh. Ministeriums der Justiz vom 12. Juni d. I. ist der Gerichisaccessift Dr. £tto Eger in Darm­stadt zum Gerichtsassessor ernannt worden.

** Enteignung der Ho f raite Lampus vor dem Provinzialausschuß. Als Vertreter der Witwe Lampus erschien in der Verl)anblung Rechtsanwalt Katz, die Stabt wurde vertreten durch Oberbürgermeister Meeum.

em Dun. N Referat ging

hervor, daß die Stadt für das Lampus sche Anwesen frei­händig ein Gebot von 50000 Mark eingelegt halt, weil sie eines Teiles desselben zur durchfuhrung des Fluchtlinienplanes für den Seltersweg bedarf und weil die Witwe Lampus erklärt hat, nur die gesamte Hofraite abgeben zu wollen. Rechtsanwalt Katz hat beantragt, zum Termin eine Reihe von Kaikfaktcn einzufordern, um daraus fest­zustellen, welct)e Preise für Grundstücke in ähnlicher Lage in letzter Zeit gezahlt worden seien. Das Gutachten der Lokalkommission billigt als angemessenen Kaufpreis den Besitzern für ihre Hofraite 41580 Mk. zu, und dieser Betrag setzt sich in der Weise zusammen, daß man für den Quadrat­meter des Grund und Bodens 60 Mk. als angemessen in Rechnung stellt, den Rest aber für die Gebäude annimmt (die Hofraite hat 470 Quadratmeter Flächeninhalt), denkt meni sich die Lampus'sche Hofraite unbebaut als Bau­platz, so entspricht der zugebilligte Preis von 41580 Mk. einem Betrage von 90 Mk. für den Quadratmeter, die Lokalkommission hat bei der Preisbildung im vorliegenden Fall die Verkäufe von Bauplätzen in ähnlicher Lage in Berücksichtigung gezogen und zwan-E. Metzger, Selters­weg für den Quadratmeter 50 Mk., I. Rudolph, Selters­weg für den Quadratmeter 25 Mk., Schwan an Wmn, SelterSweg für tjen Quadratmeter 60 3)11., Gebr. Schmidt an Roth, Schellenberg Nachfolger, für den Quadratmeter 68 Mk. Aus den eingcforderten ftaufatten wurde konsta­tiert, daß für Ho frait en -Bauplätze gezahlt wurden beim Verkauf Mund, Bahnhofstraße, an Hochstätten für 324 Qua­dratmeter unbebaute Fläche 20 000 Mk. Frohnhäuser an Noll, Mäusburg (Hofraite) 75 und 169 Quadratmeter 66 500 Mark, Loos Eheleute an H. Katz, Mäusburg, eine Hofraite, deren Gebäude seinerzeit abgerissen wurden, um dem jetzigen neuen Hause Platz zu machen, für 88 Quadratmeter 33 000 Mark. Oberbürgermeister Meeum stellt namens der Stadl, da die durchführung des Fluchtlinienplanes an Geregter Stelle des Seltersweges ein unaufschiebbares dringendes Bedürfnis sei, den Antrag um Ueberweisung der Lampus'schen Besitzung gegen Hinterlegung der von der Lokalkommissiou zugebilligten Summe. Rechts­anwalt Katz befreitet die Zulässigkeit der beantragten Bescheinweisung. " Der Lampus'sche Vertreter be­streitet ferner die "Notwendigkeit der Enteignung seiner Äienten. Ein Bedürfnis, gerade jetzt den Seltersweg an jener Stelle zu regulieren, liege nicht vor, er wolle ja -ugestehen, jene Stelle der Straße sehe nicht schön aus, aber ein Mißstand sei dies nicht. Die von der Lokalkommission zuge'billigte Entschädigung sei bei weitem zu gering. Rechts­anwalt Katz erklärt, er wolle Zeugen bringen, die beweisen Könnten, daß Lampus für ihr Eigentum 70000 Mk. ge­boten bekommen, aber nicht verkauft hätten, weit man glaubte, nodi 5000 Mk. mehr zu erzielen. RechtsanwaLt Katz beantragt schließlich einen Augenschein aller derjenigen Objekte welche als Vergleich für die Wertbemessung im vorliegenden Falle heraugezogen worden feien, den dcr Pw- vinzialausschuiz für Samstag den 27. Ium auch beschließt.

* die Gemälde-Ausstellung am Brand i)t oon morgen Donnerstag an wieder geöffnet Wie bereits

Mk. 125 000.

Porto und Liste Los 30 Psg. extra |4767

erwähnt ist, sind außer Gemälden and) kunstgewerbliche Gegenstände nach den Entwürfen Darmstadter Künstler mit zur Ausstellung gebracht

Nidda, 16. Juni. Am letzten Somitag wurden nach schon vorher abgehaltener Prüfung die Gesellenbriefe überreicht an 13 junge Leute, (2 Maurer, 2 Zimmerleute, 1 Schreiner, 1 Schlosser, 1 Weißbinder, 2 Schmiede, 1 Wagner, 2 Bäcker, 1 Schneider), die theoretische Prüf­ung erstreckte sich auf fachliche Dcrufskenntnisse, aber auch auf Geschäfts rech neu, deutsch und Aufsatz. Jeder Prüflüig hatte ein Gesellenstück und eine Arbeitsprobe zu liefern mit Ausnahme der Bäcker, welche blos eine Arbeitsprobe zu leisten hatten. Alle bekamen die Note:Gut bestanden."

Darmstadt, 16. Juni. Nachdem nunmehr das neue Schießhaus der hiesigen prw. Schützengesellschaft fast vollständig fertiggestellt ist, soll dessen Einweihung am 28. Juni erfolgen, ein Fest, das zweifellos für die Schützen­gesellschaft eine erhebende Feier und auch für die Stadt ton bleibender Bedeutung sein wird. Leider wird der hohe Protektor und Oberschützeumeister der Schützengesellschaft, S. K. H. der Großhcrzog, dessen Teilnahme an dem Weihe este bereits in Aussicht gestellt war, an diesem Tage nicht n Darmstadt anwesend sein, da er bereits vorher sein Er- cheinen bei dem am gleichen Tage in Frankfurt a. M. statt- indenden Sportfeste zugesagt hatte. Wie groß indessen das Interesse S. K. H. des Großherzogs an der hiesigen Schützen- aescllschaft ist, geht daraus hervor, daß er vor wenigen Tagen sein Porträt in Lebensgröße mit eigenhändiger Namensunterschrift als Schmuck des neuen Schützenheims zu schenken geruht hat Ebenso steht kurze Zeit nach dem Einweihungsfeste der Besuch Se. Königl. Hoheit auf dem Schützenhause zu erwarten, nämlich bei dem ersten großen Preisschießen, welches sicherem Vernehmen nach Se. Kal. Hoheit eröffnen und bei welchem er selbst die ersten Schüsse auf den Schießstanden abgeben wird. Tas Preisschießen soll etwa Ende Juli oder anfangs August stattfinden. Tie nähere Bestimmung des Tages wird S. K. H. dem Groß­herzog anheimgegeben werden. Während das Einweihungs- fest fast ausschließlich intern gefeiert werden soll, ist für das PreiSf(hießen eine größere Ausdehnung geplant, indem zahlreiche Einladungen nach auswärts verwandt werden, sodaß ein recht großes Fest zu erwarten steht

H. Bingen, 15. Junt In den 9Jlauem unserer Rhein­stadt tagte gestern der Verbandstag der Krieger- kameradschaft Hassia. Reicher Festschmuck zierte die Stadt. Vorgestern nachmittag trafen bereits die Mitglieder des Präsidiums hier ein, um eine vorbereitende Sitzung zu holten. Auch viele Delegierte fanden sich schon vor­gestern ein, welche die günstige Gelegenheit benutzten, das Niederwalddenkmal zu besuchen und fidj die Stadt Bingen anzusehen. Abends 9 Uhr versammelten sich die anwesenden Präsidialmitglieder, Gäste und Delegierte mit den drei Binger Kriegervereinen zu einem Kommers im englischen Hof. Ein reicher Damenflor verschönte das Fest. Musikstücke, Gesangsvorträge, ein patriotisches Festspiel und ein Schwank, sowie lebende Bilder, alles in hervorragender Ausführung geboten, wecken rauschenden Beifall. Erst spät lichteten sich die Reihen, und noch lange nach Mitternacht hielten kernige Trinksprüche und zum Schluß ein Tänzchen Jung und Alt zusammen. Gestern, Sonntag vormittag um 9 Uhr be- ganneu die Verhandlungen des Derbandstages im Saale der Aktienbrauerei. Es waren 38 Bezirke mit 2005 Stimmen Der treten. Vom Präsidenten Cramolini herzlich begrüßt, bewillkommneten Geh. Regierungsrat Spamer als Vertreter der Staatsregierung und Bürgermeister Neff namens der Stadt Bingen die Versammlung, und ihnen fügten ihre besten Wünsche an die Vertreter der Landes-Kriegerverbandc von Preußen und Württemberg, Prof. Westphal und Oberst a. D. v. Funk. Als Gäste waren ferner noch erschienen vom Würtlembergischen Kriegerbund Schatzmeister Münz und von der Pfälzer Kampfgenossenschaft Rechtsanwalt Schweickeri. Aus den Verhandlungen wollen wir hier nur kurz erwähnen, daß der Antrag des Präsidiums auf Aender­ung des § 21 der Satzung mit einem vorn Bezirk Gießen beantragten Zusatz angenommen, der Antrag des Bezirks Friedberg und der erste Antrag des Bezirks Darmstadt

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