Ausgabe 
16.10.1903 Zweites Blatt
 
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VezugsprerSt

Iie heutige Yummer umfaßt 8 Seite«.

Botschaft zahlreiches Publikum, das

in Hochrufen auf Frank-

lährl. ausschl Lestellg. Annahme von Anzetgen sirr Die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ßetlenpret»; total 12

aufl rvürtfl 20 Pig. 'ISecafiiro^rlliA Tüt den poltL und aÜflem, TeUi U ©Utto, für .Stadl und Kanir und JSertcfyt5|aalei August Götz, für den An- jetqentetli HanS Beck.

Heute vormittag begab sich der Präsident der Republik mit Gemahlin nach dem Palais des Ministeriums des Aeußern und holte das italienische Königspaar ab. Alsdann fuhren die Herrschaften zusammen nach dem Jmvalidenhotel. Auf der ganzen Strecke, die der Zug passierte, hatte sich eine zahlreiche Menschenmenge eingefunden, die das italienische Königspaar lebhaft akklamierte, mit den Rufen: Es lebe Italien, es lebe die Königin. Die hohen Herrschaften bestiegen alsbald nach Ankunft auf dem Bahnhofe den bereit stehenden Sonderzug, der sie nach Versailles brachte, wo sic um 10 Uhr 15' Minuten eintrafen. Auf dem dortigen Bahnhofe hatten sich der Präfekt des Departements Seine et Oise, der Bürgermeister von Versailles sowie die Spitzen der Zivil­und Militärbehörden zur Begrüßung eingesunden. Vom Bahnhofe begaben sich die Herrschaften unter lebhaften Ovationen des Publikums nach dem Schloß, wo das Königs­paar das Museum in Augenschein nahm. Um 12 Uhr fand im Schloß ein Dejeuner statt. Während des Frühstückes regnete es in Strömen, bald aber ließ der Regen nach und das Wetter wurde schöner. Der König und die Königin unternahmen in Begleitung des Präsidenten und Madame Loubet eine Spazierfahrt in den Park von Trianon. Nach Besichtigung des Trianon traf das Königspaar mit dem Präsidenten und Gemahlin wieder im Ministerium des Aeußern ein. Die am Bahnhofe und am Ministerium versammelte zahlreiche Menge brachte Hochrufe auf das Königspaar aus. Präsident Loubet und Gemahlin begaben sich nach dem Elysee.

Heute nachmittag versammelte sich vor der ftanzösischen

reich, Italien und den König seine Freude über den dem Königspaar in Paris bereiteten Empfang ausdrückte.

Die Galavorstellung in der Großen Oper zu Ehren des Königspaares verlief ohne Störung. Bei der Ankunft auf dem Opernplatz, wo sich eine große Volksmenge eingefunden hatte, wurden Präsident Loubet und seine Gäste lebhaft be­grüßt. Der Opernsaal, in dem alle Notabilrtäten der Republik anwesend waren, bot mit den reichen Toiletten der Damen und den zahlreichen Uniformen ein prächtiges Bild. Die Königin trug ein weißseidenes Kleid, mit Brillanten besetzt, und ein großes Diamandendiadem. Die Vorstelluug, welche, da jedermann auf das Signal des Königs wartete, ohne das geringste Beifallszeichen blieb, umfaßte den zweiten Akt von Aida", den dritten 'Akt von MolißresLe bourgeois- gentilhomme, MassenetsMeditation de Thaiis und das BalletLa maladetta von Vidal. Auf dem Heimwege brachte die Menge dem Cortöae laute Ovationen.

4. BeförderungvonBriesendur ch Agenten. Die Katserl. Oberpostdirektion in Leipzig hatte Ende v. I. gegen eine g-irma in Rheydt eine Strafverfügung erlassen, weil sie ihrem Leipziger Agenten offene Briefe und Post­karten, die an Empfänger in Leipzig gerichtet waren, in verschlossenen Briefen mit der Poft zugesandt hatte, und der Agent die Briefe den Empfängern entweder selbst zugestellt oder nach der Ortstaxe frankiert in Leipzig zur Poft ge­liefert hatte. Die Posrver walturig erblickte hierin eine Zu­widerhandlung gegen Z 1 des Gesetzes über das Postwesen vom 28. Oktober 1871, weil hier eine Beförderung ge­schlossener Briefe vorliege, für die der Agent eine Vergütung erhalte, die in seiner Provision mit einbegriffen sei. Die Kammer befurchtet von dieser auch vom Schoss engerichte zu Leipzig vertretenen Auslegung eine Schädigung des ge­schäftlichen Verkehrs, denn dem Agenten werden nicht der Portoersparnis halber die Sammelsendungen übermittelt, sondern um ihn über alle Beziehungen der Firma zu ihrer rkuudschaft in seinem Bezirie zu informieren. Sie wird daher, falls auch die höchste Instanz der Ansicht des Schöffengerichts zu Leipzig beitreten wird, zur Beseitigung jenes Mißstandes eine entsprechende Aenderung des Reichs­gesetzes über das Postwesen beantragen.

5. E iM g ä n g e:

a) Scharf u. paese, Handel und Wandel, Lesebuch für junge Kaufleute, Wittenberg, R. Herrose's Verlag;

b) Mitteilung des Reichspostamts, betr. Eröffnung des internationalen Postverkehrs nach Ostasien via Si­birien, vom 1. Okt. d. I. ab;

c) Den Schriften der Vereinigung der in Deutschland arbeitenden Privat-Feuerversicherungs-Gesellschaften zu dem Entwurf eines Reichsgesetzes betr. den Ver­sicherungsvertrag ;

d) Eingabe des Vereins zur Wahrung der gemeinsamen Interessen des deutschen Handels und der Industrie von Fleisch- und Fettwaren an den Bundesrat, betr. das Schlachtvieh- und Fleischbeschaugesetz;

e) Eingabe des Vereins zur Wahrung gemeinsamer Wirtschaftsinteressen der deutschen Elektrotechnik an den $2ernt Reichskanzler, betr. Abschluß von Handels­verträgen mit Schweden und Norwegen;

s) Eingabe der Vereinigung für die Zollfragen der Papier verarbeitenden Industrie und des Papier- Handels an den Herrn Reichskanzler, betr. Neu­regelung unserer Handelsbeziehungen zu Oesterreich- Ungarn ;

g) Von zuverlässiger Seite sind der Handelskammer Mitteilungen zugegangen über eine internationale Kunst- und Gewerbeausstellung für Erzeugnisse aus Metall und Stein in St. Petersburg, die Förderung der deutschen Einfuhr nach Rumänien, den Absatz nach Beira und dessen Hinterland, den Absatz deutscher Maschinen nach Shanghai, den amerikanischen Wett­bewerb in Shanghai, deutsche und ameritänische Drähtnägel auf dem chinesischen Markt, die An­knüpfung von Geschäftsverbindungen mit chinesischen Kaufleuten in Amory, die Absatzgelegenheit für deut­sches Bauholz in Transvaal, den Absatz deutscher Waren im Staate Amazonas, den Absatz von Ma­schinen, Textilwaren und Weißmetallwaren in Uru­guay, die Bildung von Kaffeesyndikaten in Brasilien, über das unreelle Geschäftsgebahr en einiger Singr- naer Exporthäuser und zweier rumänischer Firmen, ' sowie über zweifelhafte Firmen in Madrid und : Budapest.

Die Eingänge können wahrend der üblichen Geschäfts- Seit im Bureau der Handelskammer eing^jehen werden. 1

6. Nach Erledigung der Tagesordnung folgten die Mit- 1 glieder einer Einladung des Herrn August Gabriel ( j u n. zur Besichtigung der L a h n k a lk - und Marmor- 1 Industrie m A b en dsteru bei Gießen. Das Werk wurde un November 1888 in Betrieb gesetzt und tft seit i dieser Zeit in ununterbrochmrem Sammer- und Winter- < betrieb. In dem zuerst erbauten Ringofen ist seit dem -

Aus Stad! uns KauS.

Gießen, 16. Oktober 1903. Der Nachdruck unserer Originalartikel wird nur unter Zitierung in der FormGieß. Anz." gestattet.

** Kreisausschuß. Samstag, den 17. Oktober l. Js., vormittags 9 Uhr, findet im Sitzungssaale des Regierungs­gebäudes dahier eine öffentliche Sitzung des Kreisausschusses mit folgender Tagesordnung statt: 1. Rekurs des Ludwig Hellmold zu Gießen gegen einen Polizeibefehl der Großh. Bürgermeisterei Gießen betr. Beseitigung eines Schuppens. 2. Rekurs der Wilhelm Volz Wtw. zu Gießen gegen einen Polizeibefehl der Großh. Bürgermeisterei Gießen betr. Her­stellung eines Jauchebehälters und einer Abortgrube. 3. Be­schwerde der Hch. Sonntag Ehefrau zu Gießen gegen eine Verfügung des Ortsarmenverbandes daselbst. 4. Beschwerde der Gg. Bausch Ehefrau zu Gießen gegen eine Verfügung des Ortsarmenverbandes daselbst. 5. Beschwerde der Joh. Schmidt Eheleute zu Gießen gegen eine Verfügung des Ortsarmen­verbandes daselbst. 6. Gehalt des Markrechners zu Bellers- heün. Hieran schließt sich eine nichtöffentliche Sitzung.

** In Sachen des Gießener Bahnhofs-Um- und Erweiterungsbaues findet, wie wir hören, am nächsten Montag in Frankfurt eine Konferenz statt.

** Evangelis eher Bund. Es wird uns mitgeteilt, daß ber hiesige Zweig verein des Evangelischen Lundes seine allgemeinen Familienabende im Neuen Saalbau (früher Steins Garten) für den 15. November, den 24. Januar und den 21. Februar vorgesehen hat. Nachdem durch verschiedene Vorkommnisse in hiesiger Stadt das evangelische Bewußtsein weiter Kreise geweckt und geschärft worben ist, Werderi diese Abende, die allen Evangelischen zugänglich sind, noch mehr wie bisher ihre Anziehungskraft bewähren. Wir sind letzt schon iif der Lage, mittellen zu können, daß es den Bemühungen des Vorstandes gelungen ist, für den ersten Abend Pfarrer Duseck, einen tschechischen evangelischen Geistlichen aus Kolin in Böhmen, zu einem Vorträge über die böhmischen kirchlichen Verhältnisse zu gewinnen.

R. B. Darmstadt, 15. Okt. Bei der heutigen Er- satzwahl der Wahlmänner für die beiden von der Kammer als ungiltig erklärten Darmstädter Landtagsmandate erzielte die nationalliberale Partei einen großen Erfolg.

Nr. 243

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien» blätter viermal in der Woche bergelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl 'schen Univers.-Buch- u. Stein­druckerei (Pietsch Erben) «edaktton. Expedition und Druckerei:

Schnlftratze 7.

Adresse für Depeschenr Anzeiger Gießen.

Krrnsprechanschluß Nr. bl.

Aas italienische Königspaar in Faris.

Paris, 15. Okt.

^eftern abend ereignete sich ein Zwischenfall, der leicht üble polgen hätte haben können. Bei der Illumination ge­riet einer der Masten in Brand, wodurch eine Panik ent­stand, die noch dadurch erhöht wurde, daß ein Droschkenpferd scheute und einen Mann überrannte, der schwer verletzt wurde. Erst als das Feuer gelöscht war, trat unter der Menge wieder Beruhigung ein. Die Polizei entfernte gewaltsam eine auf dem Gebäude der Arbeitsbörse gehißte rote Flag ge, wogegen die anwesenden Arbeiter protestierten, indem sie er­klärten, daß die rote Farbe keineswegs eine herausfordernde (ei, da sie bereits von Loubet, Waldeck-Rousseau und An­deren defiliert sei. Trotzdem wurde die Fahne entfernt, nach­dem die Polizei gedroht hatte, die Arbeitsbörse besetzen zu lassen.

tagen gefahrene Spätzug Gießen-Lich -Hungen in dem WinterfahrfÄan 1903/04 nicht vorgesehen ist, so hat die Kammer cm die Königl. Eisenbahndirellion Frankfurt a. M bas Ersuchen gerichtet, den Zug für die Folge endgilttg bei- zubehalten, event. ihn noch einige Monate probeweise ver­kehren zu lassen, um zsü prüfen, ob auch für den Winter ein Bedürfnis für die Beibehaltung des Zuges vorliegt. Die Direktion hat die erforderlichen Ermittelungen einge­leitet und wird nach deren Beendigung der Kammer wettere Mittellungen geben.

2. Wahl der Handelsri ch ter. Am Ende dieses Jahres läuft die Amtsdauer der seitherigen Handelsrichter ab. Die Kammer nahm daher die erforderlichen Neuwahlen für die Jahre 190406 vor und wird die Gewähllen dem Herrn Präsidenten des Großh. Landgerichts zu Gießen für das Amt des Handelsrichters, bezw. Ergänznngsrichiters in Vorschlag bringen.

3. Einfuhrzoll für Wein zur E ssigbereit- un g. Der Verband deutscher Essigfabrikanten in Fohr (Rheinland) übersandte der Handelskammer eine. Eingaoe an den Bundesrat zur Unterstützung, in der die Verzollung von Wein zum Zwecke der Essigbereitung nach vorherge­gangener Denaturierung mit Essig zum Zollsätze für Essig beantragt wird. Unter den geltenden Zollsätzen ist es für die einheimische Weinessigindustrie schwierig, "mit der aus­ländischen Industrie aus dem deutschen Markte zu kon­kurrieren, da der Einfuhrzoll für..Weinessig nur 8 Mk. pro 100 Kilogramm beträgt, während der für die Essigbereitung einzuführende Wein einem Zollsätze von 24 Mk. pro 100 Kilogramm unterliegt, falls er nicht in einer Zollnieder­lage stichig geworden ist. Die Kammer beschloß nach An­hörung hiesiger Interessenten die Eingabe des genannten Verbandes zu unterstützen.

8. Sitzung der Grotzh. Handelskammer Gießen, für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach.

Protokoll-Auszug.

Gießen, 13. Okt. 1903.

Anwesend die Herren: Kommerzienrat Koch, Vorsitzen­der, Balser, Ihr ing, Katz, Moll, Nowack. Rinn, Röhr, Schirmer, Zurb uch, sowie der Syndikus Dr. &ntL ^nS dem Geschäftsbericht ist folgendes mit- zuteilen: .

a. Das Großh. Ministerium des Innern hat in einem Rundschreiben an die hessischen Handelskammern darmif hin- oeroiefeit, daß die Verwendbarkeit ihrer Jahresberichte er­heblich gewinnen würde, wenn diese von allen Kammern in der gleichen sachchchen Einteilung abgefaßt und rn dern- selben Format veröffentlicht würden. Die Handelskammer Gießen hat sich scheu vor Jahren gegenüber dem Deni^ scheu Handelstage in ähnlichem Sinne ausge,prvchen und sich auch jetzt bereit erklärt, der Anregung des Großh Mini­steriums Folge zu geben. ,

b Die erste der von den Großh. Handelskammern zu Friedberg und Gießen in Aussicht genommenen Konferenzen für die Lehrer in den Kaufmännischen Fortblldungsschulen -Oberhessens fand am 10. Oktober statt. Abgesehen von einigen anderen Punkten standen zur Berattm«: Der Under- richt im 'Deutschen an den Kaustlmunifchen Fortbitoungs- sckulen insbesondere die neue Rechtschreibung und der Ent­wurf einer gemeinsamen Haus- und Schulorouung. lleb-er die Ergebuille der Verhandlungen wird un Jahresbericht ber Handelskammer eingehend Mitteilung gegeben werden.

c Ta der in den Monaten Juli-September an Sonn-

Avhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Ml. 2. viertel»

Jahre 1888 noch das erste Feuer. Ursprünglich bestand das Werk nur aus einem Ringofen, einer Waggon- und einer Fuhrwerkswage. Infolge der starken Nachfrage nach den verschiedenen Stein- und Kallprodukten, wurde die Anlage fast in jedem Jahre vergrößert, sodaß das Werk heute eine große Bedeutung erlangt hat und sein Absatz­gebiet immer mehr erwettern kann. Gegenwärtig um­faßt das Werk u a. zwei große Ringöfen zum Brennen von Kalk und Ziegelsteinen, eine Dampfziegelei und ver­schiedene Anlagen zum Zerkleinern der Kalk- und Marmor- stücke. Zum Betriebe der Zerkleinerungsanlagen, bestehend aus Steinbrecher, Walzwert nebst anderen Zerkleinerungs­maschinen, dient ein im letzten Frühjahr in Betrieb ge­setzter Zirkulations-Röhrentessel, der im stände ist, eine zehnpferdige Dampfmaschine zu treiben. Eine 45 pferdige Dampfmaschine dient augenblicklich noch zum Betriebe der verschiedenen Zerkleinerungsmaschinen und zur elekttischen Beleuchtung des ganzen Werkes, das etwa 100 Glühlampen erfordert, Tie Dampsziegelei wird durch eine weitere etwa 30 pferdige Dampfmaschine angetrieben.

In dem Gabriel'schen Werke werden hergestellt:

1. Bau- und Düngerkalk in Stücken und in feinster Mahlung,

2. Terrazzosteine und Steinmehle für die künstliche Steinfabrikation in den verschiedensten Farben und Körn­ungen, und ferner

3. Ziegelsteine, die im Ringofen gebrannt werden.

Das Rohmaterial für die Dampfziegelei, der Lehm, findet sich m vorzüglicher Beschaffenheit und größten Mengen direkt am Werke, während Kalksteine und Mar­mor aus den Brüchen bei Bieber mit der Biebertalbahn herangeschafft werden. Besonders hervorgehoben zu wer­den verdient, daß die Marmorkalksteine ca 99i/2 Prozent kohlensauren Kalk enthalten, also fast chemisch rein sind.

Die günstige Lage des Wertes an der Kreuzung der Staatsbahn und Biedertakbahn gestattet in bequemster und billigster Weise den Geleisanschluß an die beiden Linien. Da überdies die gesamte Anlage in jeder Richtung von Geleisen in praktischer Weise durchschnitten ist, so ist es möglich, die bedeutendsten Quantitäten mit Leichtigkeit zu befördern.

Die gute Qualität sämtlicher Produkte wird durch zahlreiche vorzügliche Atteste betätigt; auf den beschickten Ausstellungen erhielt das Werk die höchsten Auszeich­nungen, so auch jetzt wieder auf der Landwirtschaftlichen Ausstellung in Gießen. Von besonderem Interesse und großer Entwicklungsfähigkeit erscheint auch die noch neue Zndustrie, die ans den zerlleinerten Kalk- und Marmor- fteinen künstliche Steine, wie künsttichen Marmor und Bau­steine, Terrazzosteine, und das als Fußbodenbelag usw. Verwendung findende Steinholz herstellt.

Was die Gesamtfördenuig des Werkes feit Ende 1888 bis 30. August 1903 anbetrifft, so gelangten insgesamt 33 454 Toppelwaggons a 10000 Kilogramm zur Produktion, Verbrauch, bezw. Versandt. U. A. werden jetzt ca 800 Doppelwaggons Kalk pro Jahr gebrannt, bezw. versandt.

Alle Teilnehmer gewannen bei der Besichtigung des Werkes die lleberzeugung, daß dieses in jeder Beziehung auf das praktischste eingerichtet ist, und unter feiner vor­züglichen Leitung noch einer großen Entwickelung ent­gegengeht.

Zweites Blatt. 153. Jahrgang , Freitag 16. Oktober 1903

Sietzener Anzeiger '

General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen