Ausgabe 
16.10.1903 Erstes Blatt
 
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Nr. 243

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'sehen Untverj.-Buch-u.Stem- druckerei (Pietsch Erdens Redaktion, Spedition und Druckerei:

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Fcrnsprechanschluß Nr. 51.

Erstes Blatt.

Freitag 16. Oktober 1903

153. Jahrgang

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger

Amis- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

ve»«gopretSi monatlich 7b Ptt viertel' jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Ps.; durch die Post Mk. 2.viertel- jährt, ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen üx die Lagesnummer jiS vormittags 10 Uhr. x,eilenpret8; lokal 12 Pj^ auswärts 80 Psg.

Veraatworltich für den polt! and augem. Teili P totitto: für .Stadt und &mir und .GerichtSjaal": August Götz, für den An­zeigenteil: HanS Beck.

yie Merschieöuug des römische« Zarenöesuchrs und die Weltlage.

JA London schenkt man, wie von dort gemeldet wird, erner n e u e n al arm ier en d en Na chricht derMorn. Post" ans Tschifu B>eachtung, wonach dort die Gerüchte über das Bevorstehen eines Krieges zwischen Rußland und Japan sortdauern. In Tschifn glaubt man, daß die japanische Flotte in einem Konflikt mit Ruß­land desjen Flotte besiegen würde. Es sei nicht ausgeschlos­sen, daß die chinesischen Tru ppen an der Seite der Japaner kämpfen würdem Nach China seien in den letzten Monaten große Mengen Waffen und Munition eingcsührt worden.

Daß Japan tatsächlich gefahrdrohende Gelüste hat, >mterliegt ja längst keinem Zweifel. Der Premierminister, der Marineminister, der Kriegsminister und der Minister des Auswärtigen und der Finanzen hielten, wie aus Tokio gedrahtet wird, am 15. d. M. wieder einmal eine Konferenz ab, an der auch der Vizechef des Generalstabs, Kodama, teilnahm. In gut unterrichteten Kreisen ist man, nach Reuter, allgemein der Meinung, daß Japan darauf be­stehen wird, daß Rußland seinen Versprechungen nach- kommt, was kaum zu erwarten ist. Trotzdem werden die ostasiatischen Verhältnisse an Berliner maßgebender Stelle nach wie vor im Licyte einer friedlichen Lösung der Spannung betrachtet und die Verschiebung des Zaren- besuches in Rom mit der Lage in Ostasien dürfte doch Wohl nicht in Verbindung zu bringen sein. Wenn in italie­nischen Blättern Darmstädter und Berliner Ein­flüsse für die Verschiebung des Zarerrbesuches verant­wortlich gemacht werden, so handelt es sich dabei zweifel­los lediglich um Einflüsterungen aus französi­scher Quelle, denen offenbar durchaus nichts Tat­sächliches zu Grund liegt.

Sehr bemerkenswert ist, was das Turiner BlattMo- mento" von einem Interview des sozialistischen De­putierten Morgari mitteilt, der die Agitation gegen den Zarenbesuch ein geleitet hat. Mor­gari erklärt, die italienischen Sozialisten hatten eine Ver- ragung des Besuches nicht erwartet. Beim russischen Pro­letariat, unter das eine Million Abdrücke seiner Inter­pellation in der italienischen Kammer über den Zaren- ocsuch in Rom verteilt worden sei, werde, wie er glaube, die Vertagung ein lautes Echo finden. Hätte der Zar Rom besucht, so wären feindliche Kundgebungen irgendwelcher Bedeutung nicht veranstaltet worden, da die Sozialisten in Rom eine kleine Minorität bildeten. Sie würden, wenn der Zar noch komme, auf Demonstrationen ver­zichten, weil ihr Zweck nunmehr erreicht sei!!! DemGiornale d'Jtalia: zufolge tritt der russische Bot­schafter Nelidow noch immer für den Besuch ein. Den Ent­schluß des Zaren, die Reise aufzuschieben, bedauerte er sehr. DieTribuna" sagt, es erhalte sich' das Gerücht, die Vertagung der Reise sei auf das Verhalten der russischen Polizei zurückzuführen.

Ein wenig Wahres und viel Falsches offenbar schreibt in folgendem der LondonerDaily-Tesegraph": Die Sach­lage ist zu klar, als daß sie die Ableugnung der Tatsache zuließe, daß, wenn sonst nichts, die Gewalt der Umstände die großen Mittelmeermächte zu engerem Zu­sammenschlüsse bringt. Der Verzicht des Kaisers von Rußland auf den Besuch in Italien beeinträchtigte nicht im mindesten die Wärme des Empfanges, den der König von Italien in Paris gefunden hat. Es sieht sehr danach aus, als wenn wir am Vorabend der Auflösung der offiziellen Bündnisse und chrer Ersetzung durch Gruppen ständen, die ohne äußere Form durch gemein­same Jnteressensympathien verbunden werden.

An das letztere ist natürlich nicht im geringsten zu denken. Dagegen ist der engere Zusammenschluß der beiden Mittelmeermächte wohl allerdings in Paris voll- zogen worden. In der Mittelmeerpolitik, über die während der Pariser Festtage zwischen den Ministern Delcasss und Morin zweifellos verhandelt worden ist, hat aber auch Spanien ein immerhin gewichtiges Wort mitzureden, da es durch seinen nordafrikauischen Besitz das eigentliche Eingangstor zu Marokko beherrscht. Ueber Spanien hinweg werden also zwischen Frankreich und Italien Vereinbar­ungen nickst getroffen werden können. 9dm ist zwar in letter Zeit mancherlei gemunkelt worden von Verhand­lungen zwischen Frankreich, Italien und Spanien in der Mittelmeerfrage, etwas Tatsächliches aber ließ sich aus alledem nicht entnehmen. Im Gegenteil fordert dre Be- ackUung heraus, daß der spanische Ministerpräsident Vrlla- verde feine vor einiger Zeit stattgehabte Reise nach Parts unter ausdrücklicher Ableugnung des politischen Charakters mit finanziellen Absichten motivierte, und ferner, daß Präsident Loubet seine schon wiederholt als bevorstehend gemeldete Reise nach Spanien nochi nicht angetreten hat. Ob die Vermutung zutrisft, mit Spanien werde über dre Mittelmeerpolitik erst verhandelt werden, nachdem die beiden Großmächte zu einem Einvernehmen gekommen sind, wird sich la bald Herausstellen. rr^>ni.......................

Deutsches Keich.

Berlin, 15. Okt. Der Kais er traf mit Gefolge beute in Chorin ein, besichtigte dreiviertel Stunden die Klofterruine im Beisein der Minister Dr. Studt und von Podbielski und reiste dann nach Wildpark ab, wo er um 2 Uhr 55 Min..eintras. Er begab sich nach dem Neuen Palais. , , r .

Die aus den türkischen Gewässern abberufene ^re- gatte Moltke erhielt heute vom Kaiser Befehl, von Venedig am 7. November zur Geburtstagsfeier des Sultans K o n st a n t i n o p e l anzulaufen und

der Einweihung der dortigen staatlichen Medizinschule beö- zuwohnem

Wie dieGermania" mitteilt, wird der heute aus Rom hier eingetroffene Prälat Dr. Wilpert morgen vom Kaiser in Audienz empfangen werden, um demselben das von ihm verfaßte Prachtwerk über die Malereien der Katakombe n mit einem Handschreiben des Papstes zu überreichen.

Der Bund esrat stimmte in seiner heutigen Sitz­ung den Anträgen des vierten und sechsten Ausschusses über den Antrag Preußens auf späteres Inkrafttreten der Krankenversicherungsnnovelle vom 25. Mai 1903 für die preußischen Knappschaftskassen sowie den Anträgen des siebenten und vierten Ausschusses über die Vorlage betr. Ausprägung von Kronen zu.

Wie dieDeutsche Tagesztg." hört, gilt es für aus­geschlossen, daß der preußische Landtag eher ein­berufen werde als in der zweiten Januarwoche. Die Ent­schließung wird damit begründet, daß weder die Hoch­wasser-Vorlage noch der Etat früher fertiggestellt werden können, sodaß der Landtag kein genügendes Ma­terial zur Beratung haben würde. Weiter wird dem ge­nannten Blatte mitgeteilt, daß die Einberufung des Reichstags vor Anfang Dezember sich!er nicht zu erwarten sei.

Aus der Gen er al-Sy node wurde ein kaiserl. Erlaß mitgeteilt, der eine Ausbesserung der mate­riellen Lage der evangelischen Pfarrer herbei­führen soll.

Berlin, 15. Okt. Die Generalversammlung des Ver­bandes der Viehhändler Deut sch lands hat be­züglich des Reichsviehseuchengesetzes folgende Entschließung einstimmig angenommen:

Die zu ihrer Generalversammlung versammelten Mitglieder des Verbandes der Viehhändler Deutschlands erklären die zurzeit vorliegenden amtlichen Vorschläge zur Abänderung des Reichsviehseuchengesetzes für un­annehmbar und sprechen die bestimmte Erwartung aus, daß bei Abänderung des Gesetzes den Wünschen der Viehhändler mehr Rechnung getragen und diejenigen Härten beseitigt werden, welche schon lange als wirtschaftliche Mißstände beklagt werden, zu einer prak­tischen Bekämpfung der Viehseuchen nicht erforder­lich sind, und wenn sie weiter bestehen bleiben, den Vieh­handel zu unterdrücken drohen."

Leipzig, 15. Ott. Die ,^Leipz. N. Nachr." melden aus Dresden, daß das neue sächsische Landtags- Wahlgesetz, dessen Entwurf den Mitgliedern der Vor­der atu ngskotnmission bereits zugegangen ist, im wesentlichen Neueinteilung der Wahlkreise und zwar Ver­minderung derselben bringe, während die Zahl der Abgeordnete n mindestens die gleiche wie bisher bleiben werde. In der zweiten Kammer werden wahrschein­lich einzelne Körp er schäften un d Berufsver­eine, vor allem die Handelskammern, besondere, von den allgemeinen Wahlen unabhängige Vertreter er­halten.

In Reichsgerichts kreisen wird angenommen, daß der Direktor im Reichsjustizamt Dr. Gutbrod zum 9i e i $ S * gerichtspräsidenten ernannt werden wird.

Keer uuü Srolte.

Berlin, 15. Okt. DieB. N. 9?." melden, Kultus­minister Dr. Studt habe in einem Erlaß bestimmt, wegen der bei den Herb st üb ungen alljährlich unter den Mannschaften des Heeres vorkommenden Fälle von Unter» teibtyphus und Ruhr infolge von Infektionen sollen vor den Manövern in dem in Frage kommenden Gelände Ortsbesichtigungen durch Kreisärzte und militärische Sachverständige vorgenommen werden. DemVorwärts" zufolge ist die Mättermeldung unrichtig, nach der Fähn­rich Hüssener in Dtagdeburg Spaziergänge in den Straßen unternehme. Es handle sich nur um Spaziergänge in der Hauptallee der Zitadelle. Hüssener trägt Uniform, jedoch nicht den Dolch.

Ausland.

Marseille, 15. Okt. Der Generalrat des Departe­ments Bouches du Rhone nahm einen Antrag an, in dem der Wunsch ausgesprochen wird, daß das französische Parla­ment einen Plärr aufftellen möge, um em internationales Schiedsgericht sowie Stillstand oder Ermäßigung der Heeresausgaben herbeizuführen.

Wien, 15. Ott. König Leopold hielt sich am Samstag auf der Fahrt nach Wien auf Station Pölten mehrere Stunden in einem dortigen Hotel auf. Es ver­lautet, die Gräfin Lony ay werde dort mit dem König z u s a m m e n t r e f f e n.

Sofia, 15. Ott. Jeder Tag bringt neue Anzeichen, daß die Kriegs st immun g der maßgebenden Kreise sich verflüchtet. Tatsächlich werden hier täglich Freischärler­transporte von der Polizei eingebracht. Das BlattWelsch. Poschta" meint, der frühere Kriegs Minister Papri- kow habe die Hanfschnur verdient, weil er die Armee ohne Munition gelassen habe. Den jetzigen Machthabern gehöre die Seidenschnnr, w e il sie 30 Millionen für Kr i e gs an s ch a ff un g e n aus gegeben haben, ohne letztere zweckmäßig zu ver­wenden.

Konstantinopel, 15. Okt. Nach Mitteilungen der Pforte begehen bulgarische Bändert in den von Bulgaren bewohnten Dörfern der vier rrrmeliottschen Provinzen Brandstiftungen und richten dort Verwüstungen an, um die Einwohner zu zwingen, sich nach Bulgarien zu begeben und so in Europa das Gerücht in Umlauf zu setzen, daß die Einwohner jener vier Provinzen sich nach

Bulgarien retten, um den Verfolgungen seitens der Türken zu entgehen.

Munq der Stadtverordneten.

Gießen, 15. Ott.

Anwesend Oberbgm. Mecum, die Beigeordneten Ge­orgi und Heyligenstaedt, die Stadtv. Brück, Em- melius, Euler, Faber, Dr. Gutfleisch, Hanau, Haubach, Heichelheim, Helfrich, Huhn, Jann, JugHardt, Kirch, Krumm, Leib, Loos, Pe tri, Dr. Schäfer, S ch a f f st a e dt, Schiele und Wallen­fels. Vor Eintritt in die Tagesordnung teilt Oberbgm. Mecum mit, daß der Erweiterungsplan des Bahnhofs vom Architekten Hofmann der Stadt zugegangen sei. Dieser Plan ist an der Wand des Sitzungssaales zur Einsicht aufge­hängt. Oberbgm. verliest ein Schreiben der hiesigen Eisen­bahnbetriebsinspektion an das Großh. Kreisamt, worin die Genehmigung der Pläne des Erweiterungsbaues des hiesigen Stationsgebäudes mitgeteilt wird und ferner, daß der neue Wartesaal 3. und 4. blasse zuerst errichtet werden soll. Dann soll die Hatte auf dem 1. Ober- hessischen Bahnsteig errichtet werden und die Hallenver­bindung zwischen dieser und dem neuen Wartesaal 3. und 4. Klasse. Dadurch, wird es möglich, daß das Publikum vor Nässe und Wetter geschützt in das Bahnhofsgebäude gelangen kann. Ferner wird noch mitgeteilt, daß zum Tragen des Gepäckes, falls die Gepäckträger ander­weitig beschäftigt sind, unbeschäftigte Dienstmänner stets zur Verfügung stehen.

Der Rechnungsabs chluß des Elektrizitäts­werks für 1901/1903 ergiebt die Summe aller Ein­nahmen von 200 305.01 Mk., 6405.01 Mk. mehr als im Voranschlag vorgesehen war. Einnahmen und Ausgaben betragen in der Gesamtsumme gleich viel. Unter den Be­triebseinnahmen sind 109 694.48 Mk. für abgegebenen elek­trischen Strom, 2743.19 Mk. für Elektrizitätszählermiete, 19 461.88 Mk. aus »gefertigten Anschlüssen; die Summe der Betriebseinnahmen beträgt 160 591.99 Mk. Die Einnahme für das Vermögen beträgt 39 713.02 Mk. Unter den Be­triebsausgaben jind Kapitalzinsen 53166.64 Mk., Amortisa­tion 19 802.49 Mk., Gehalte und Löhne 21429.67 Mk., Heiz­material und Wasserverbrauch 8 917.22 Mk. (13082.78 Mk. weniger als nach dem Voranschlag), für gefertigte Anschlüsse 16600.11 Mk., Anschaffungen für das Lager 2o 751.35 Mr.; die Summe der Betriebsausgaben beträgt 160 591.99 Mk. Tie Summe der Ausgaben für das Vermögen beträgt 39 713.02 Mk. Stackkv. Kirch äußert den Wunsch«, die Be­diensteten, die in dstn Häusern die Elekttizttätskraft fest­stellen, möchten sich besser legitimieren als bisher; er ichlägt eine Dienstmütze für sie vor. Oberbgm. 9Necum will der Sache näher treten, meint aber, seines Wissens hätten die Arbeiter bereits Legitirnattonskarten.

Das Baugesuch der Baugenossenschaft des evattgelischen Arbeitervereins, der am Wetz­larerweg eine Kle inkinderschul e mit einem Teil des oberen Geschosses in geschiefertem Fachwerk errichten will, ist von der Baudeputation befürwortet worden und wird genehmigt.

Das Baugesuch des Georg Schäfer fürAn den Bahnhöfen" wurde abgelehnt.

Das Baugesuch des Ph. Schwan für eine Scheuer an der Rodheimerstraße an Stelle der vor einigen Mo­naten abgebrannten wird unter der Bedingung geneh­migt, daß der Besitzer die Scheuer, wenn sie dereinst hinderlich werden sollte, wieder beseitigt.

Das Baugesuch des Wilh. Hause für die 9Näusburg wurde von der Tagesordnung abgesetzt.

Das Baugesuch des Julius Ruck st u hl und Alfred Fröhlich für die Walltorstraße wurde genehmigt.

Ter Müller Möser baut eine neue Mühle und vedarj eines Dispenses wegen 4 Fenster, die .vom Nachbargrund­stück nicht 3 Meter Ab stände-hab en. Das Gesuch wird ge­nehmigt. Ein Dispensgesuch des Weißbinders Lauus- pach wegen eines Erkers in der Alicestraße, das eben­falls ursprünglich nicht auf der Tagesordnung stand und ein Dispensgesuch des Apothekers Dorn­berger, der am seiner Apotheke ein größeres Firmen­schild anbringen will, wurden genehmigt.

Ein Gesuch des Albert Rubsamen um Gen eh- m i g u n g zum Lagern von Kies auf einer städti­schen, von ihm gepachteten Wiese wird unter der Be­dingung genehmigt, Paß der Gesuchsteller 500 Mk. hinterlegt für eventuelle Instandsetzung der durch das Lagern des Kieses verdorbenen Wiese. Diese Instandsetzung nruß ein Jahr vor Ablauf des Pachtvertrags stattfinden.

Für die Reparatur eines Kessels in dem Kasernen­gebäude werden auf Antrag der Buudepntation 160 ML bewilligt.

Tas Gesuch der Firma Stein und Meyer wegen Herstellung einer Zufahrt zu den Häusern Ostanlage 20 und 22 wurde von der Tagesordnung abgesetzt.

Die Anlage von Ueberbrückungen im Reu­st ä d t e r Feld wird dem Gesuchsteller Georg Bichl er auf Befürwortung der Kulturinspektion zugestanden.

Die vom Tiefbauamt beantragte Um Pflasterung der Markt st raße ruft eine längere Debatte hervor. Von der Stadt wird nach dem Antrag der Baudeputation für diese Arbeiten ein Kredit von 865 Mk. beantragt, wäh­rend der Firma Jäger und Rumpf 105 Mk. zur Last fallen. Es war nämlich nötig geworden, um den alten Kanal auf­zufinden, das ganze Straßenpflaster aufzureißen, für dessen Instandsetzung, soweit die neue Kanal- anlage diese Aufreißung des Pflasters nicht bedingt hätte, die Stadt mit Idem Betrag von 865 Mk. auszukommen hat. Stadtv. Kirch spricht seine Verwunderung darüber aus, daß man solche Arbeiten vornehmen wolle, wenn man