153. Iahrg
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen.
Schluß 3% Uhr.
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wird sehr erschwert, wenn die einzelnen Reichsämter so weit auS- einanderliegen. Und gerade in einer schwierigen Lage, im Falle eines Krieges, ist das von besonderer Bedeutung. Ich kann mit vorstellen, daß man alle Reichsämter in ihrer Gesammtheü vom Mittelpunkt der Stadl hinweg verlegt. Aber ein einzelnes Amt aus der Nähe der übrigen herausnehmen, das gehl doch nichl. Ter Vorwurf, daß die Gegend in der Bellevue,'ttaße besondcrS theucr sei, ist nicht zutreffend. DaS Terrain wird dadurch noch besonders verbilligt, daß eS thcilwcise unbebaut, theilweisc von unbewohnten Baracken besetzt ist. Wir haben lange nach einem passenden Terrain gesucht und sind schließlich zur Ansicht gelangt, daß bted die beste Lösung darstellk. Auch die Ansicht, daß der Platz nicht reichlich genug sei, trifft nicht zu. Eine eventuelle Erweiterung konnte auf dem dort befindlichen, der Universität gehörigen Grundstück vorgenommen werden.
sogen, .judenreines- Hotel — aufgestellt. Laaß kandidierte bei den letzten Stadtoerordnelenwahlen, doch unterlag er gegen nationalliberule Kandidaten. Die demokratisch- fortschrittliche Partei stellt dem Vernehmen nach den Stadtverordneten Dr. Heinrich Rößler, früher Direktor der Gold- und Silber-Scheide-Anstalt, auf. Rößler erfreut sich in Burgerkreisen großen Ansehens und großer Beliebtheit. Von den Nationalliberalen hört man noch nichts. Andererseits wird der Name des hiesigen nationalliberalen Parteisekretärs Martell genannt. Die sozialdemo- kratische Partei hält an der Kandidatur Schmidt fest.
ricks und Roberts. Tie englischen Blätter aller Parteischat, trerungcn rufen dem Minister Willkommen entgegen. Bezüglich des Erfolges seiner Mission drücken sich die Regierungsblätter sehr zuversichtlich aus, während die oppv- sitionellen Crganc ein defmitwes Urteil hierüber für verfrüht erklären.
Wahl-Bewegung.
Nürnberg, 15. März. In der anläßlich der Landes- Versammlung.der nati°nall>b-ral-n Part« Bayern- abaehaltcncn öffentlichen Versammlung re,er>-rt- ReichStagSabg. Sieber.Sluttgatt über R-ichSP-littk; RcichSIagSabg. Dem. dardt-TeidcShcim, tue LanLlagsabg. Wagner-AugSburg und Casselmann-Bayreuth betonten bet Besprechung der Situation in Bayern demonstrativ die Notwendigkeit der Einigkeit aller Liberalen zwecks geschloffener Bekämpfung der uliramonlanen Gefahr.
Frankfurt a. M., 14. März. Die hiesige deulsch- sozialc Reformpartei hat als Reich.:agsabgcordncten den Gastwitt Laaß, Inhaber des Hotels - <Jne; por" —
Staatssekretär von Tirpitz: Ich habe nicht gefaßt, daß emc centrale Lage des MatineamtS gerade für den Kriegsfall nothwendig fei. Ich habe von dem normalen Verkebr gesprochen und nur binzuacfuat, daß dieser Umstand im Falle eines Krieges besondere in Bettackt käme. An der Bellevueftraße hat die Marinepcrwal- mng gar kein Interesse. Aber es ist kehr schwierig, einen andern zu bekommen. Ter Platz ist nicht theuer. Ter Preis entspricht den Preisen für Grundstücke in der Karlstraßc, Krausen- straße, ÄSkaniscker Platz. Tie Angaben des Vorredners über Die Hchc des Baues sind nicht zutreffend. Dci Der dort zugelastenen Höhe von 22 Mtt. würde der Bau sehr gut vierstöckig auSgefuhrt werden tonnen.
Abg. Singer (Soz.) kann die Beweisführung des Staats sekretärS nicht anerkennen. Der Staatssekretär sei um die Gegen gründe vorsichtig herumgegangen. Der Platz in der Bellevuestraße fei zu theuer, nicht an sich, aber wegen der Begleitersch.-inungen. Den Luxus der Bellevuestraße können sich die allerreichsten Leute gestatten. Außerdem stehen auf dem bett. Bauplatz zwei .gewöhnliche Gebäude" — wie der Staatssekretär m der Kommission ftdi ausdrückte —, die einen Ieuerkassenwerth von 1 Mill. Mk. re präsentirten (hört, hört!) und einfach auf Abbruch verkauft werden müßten. Daß eS für den Kriegsfall so wichtig sein soll, daß dos Marineamt in der Bellevuesttaße liegt, (Heiterkeit) daS macht einen geradezu komischen Eindruck. Sollte wirklich eine Seeschlacht deshalb verloren gehen, weil der Staatssekretär zu einer Konferenz 10 Minuten länger zu fahren hat? (Heiterkeit.) Einen weiteren Grund gegen daS Grundstück bildet der Umstand, das; nach dec Bauordnung in der Bellevue st raße gar nicht 4 Stock hoch gebaut werden batf, wie beabsichtigt. Nun könnte das Marineamt ja einen Dispens bekommen. Aber Reichsämter sind nicht dazu da. um Vergünstigungen zu erhalten, die Privatleuten nickt geirährt werden. Am besten ist, eS findet ein Austausch des bisherigen Grundstücks gegen ein andere« statt. Und es wäre gar kein Unglück. wenn man noch ein Jahr warten müßte.
Nun ist in der Kommission noch gesagt worden, die Stadt Berlin müßte eigentlich für daS Grundstücks aufkommen, aus Tank- barkeu dafür, daß das Dlarineamt seinen Sitz in ihrem Stadtbezirk hätte. Das ist die Poltttk deS preußischen Abgeordnetenhauses, übertragen auf das Reich. Ick muß sagen: dieses Verlangen ist geradezu grotesk. (Sehr wahr! links.) Zunächst einmal: Tie Stadt Berlin hat gar nichts davon, daß die Reichsbehorden ihren Sitz in Berlin haben. Tie meisten Beamten wohnen ja doch außerhalb Berlins, zahlen also ihre Steuern nach anderen Kommunen. Dann aber sind für diesen Fall auch noch VerkehrSrucksichten geltend gemacht worden. Man sprach davon, daß die Stadt das Grundstück in der Bohstraße für die Untergrundbahn brauchen wurde. Mtt Genugthuung möchte ich feststellen, daß die Stadt die Untergrundbahn längst gebaut hätte, wenn es ihr nicht durch eine kaiserliche Ordre untersagt worden wäre, mit der Motivirung. daß diese Linie der Firma Siemens u. Halske Vorbehalten werden müßte, damit die Hochbahn rentabel werde, (Hört, hört!) und jetzt verlangt man, daß Berlin Geld zuschichen soll wegen dieser Untergrundbahn. Für eine solche Kommunalpolitik wird die Stadt Berlin sich bedanken. ES sind genug Plätze in Berlin vorhanden; in erster Linie kommen fiskalische Grundstücke in Betracht, deren es in der König- grätzerstraße genug gicbt. Vielleicht könnte man einen Thcil der Gärten der Ministerhäuser dafür nehmen. Als das in^Vorschlag gebracht wurde, wurde uns mü einer ungewöhnlichen Schroffheit und Herbhett erroibert: die Gärten geben die Minister nicht her. DaS ist ja gerade so, als ob den Ministern die Gärten gehören, und nicht dem Staat. Ich meine: man soll sich auf den Platz in der Belleouejtrahe nicht verbeißen. ES wird auch so gehen.
ist damit gefallen.
Im weiteren Verlauf der Berathung verlangt
Abg. Gouip (Rp.), die Marineverwaltung sollte zu ihrem Bedarf daS Holz nicht vom Ausland beziehen.
StaatSselretär von Tirpitz erwidert, daß die Marineverwal- hing bestrebt sei, die HoUer möglichst von hetmiscken Produzenten zu kaufen. Tie Hölzer, die in Teutsckland nicht wachsen, mußte sie ft-eilick vom Ausland beziehen. (Heiterkeit.)
Der Rest des Marineetats wird ohne Debatte angenommen. "
ES werden folgende zu einzelnen Po,iuoncn von der Kommt ff i o n beantragte Resolutionen angenommen: 1. den Reichskanzler zu ersuchen, für den nächstjährigen Etat eine Er« Höhung b'es Höchstgehaltes der Führer, Steuerleute und Maschinisten von Derftdampfcrn. Schwimrnkrähnen. Schwimmdocks sowie der zwei Schleusenmetstergehilfen in Erwägung zu nehmen. 2. Die verbüiidetcn Regierungen zu ersuchen, d,e Verhältnisse der Gemeinde Wellingdorf einer Prüfung dahin unterziehen zu lasten, ob die Gewährung einer Beihilfe zu Sckulzweclen erforderlich sei. 3. Tie verbündeten Regierungen zu ersuchen, die Verhaltniste der Stadt Wilhclmcckoven einer Prüfung dahin zu unterziehen, ob etne Beihilfe nach Maßgabe der von der Stadt eingereichten Petition zu gewähren fei
Damit ist die zweite Berathung des Marine- e t a t S mit Ausnahme der Positton betreffs Reparaturkosten der Kreuzer ..Kaiserin Augusta" und „Irene", über die die Abstimmung noch ausgesetzt ist, erledigt.
ES folgen Wahlprüfungen.
Auf Antrag der Kommisswn wird beschlossen, über die Wahle» der Abgg. v. Rautter (lons.j und Boltz (nat.-lib.) noch Er- Hebungen veranstalten zu lasten.
Die Kommission beantragt, die Wahl deS Abg. Steg (nat.- lib.) für ungiftig zu erklären.
Abg. Ballermann lnat.-lib.) beantragt, die Wahl von der Tagesordnung a b z u s e tz e n , da ein so wichtiger Gegenstand nicht vor so schlecht besetztem Hause verhandelt werden dürfte. Sollte man diesen Antrag ablehnen, so würde er die Beschlußfähigkeit des Hauses bezweifeln.
Abg. Singer (Soz.) findet es bezeichnend, daß der Abg. Basier- mann jetzt von einem Mittel Gebrauch machen wolle, über dessen Anwendung er sonst nur Töne der höchsten Entrüstung habe. Er müsse dem Antrag Baficrmann widersprechen und bitte alle Parteien, die Sache nicht zu verzögern. Der Reichstag solle nicht den A nicke in erwecken, als ob es ihm nickt ernst damit sei, diese Wahlprüfung endlick zum Abschluß zu bringen.
Abg. Dasbach (Gtr.) bittet den Abg. Dasiermann, seinen Wider-
Staatssekretär von Tirpitz erklärt, daß. da die Armirungen nun einmal nothwendig seien, in den nächsten Etat entsprechend höhere Forderungen eingestellt werden müßten.
Die Kommission hat die geforderte Summe von 80 000 SRarf als erste Rene zum Bau eines neues Dienstgebäudes für daS ReichSmarineamt gestrichen, ebenso die Summe von 6 020 000 ’SJlat! zum Ankauf von Grundstücken für den Bau eines neuen Dienstgebäudes für daS ReichSmarineamt m der Bellevuesttaße.
Staatssekretär von Tirpitz: Schon bei der ersten Lesung de- LtatS ist die Marine Verwaltung mehrfach angegriffen worden wegen dieser Forderung. Es ist dargestellt worden, als wenn sie mit einer Opulenz imrthschafte, die nicht im Einklang stehe mit der allge. meinen Finanzlage. Es ist habe*- erforderlich, daß ick das Vernünftige der Vorlage darlege. Tie Bedurfnißftage an sich ist nicht bestritten worden. Sie ist schon unter meinem Amtsvorgänger anerkannt worden. Ich meinerseits habe die Forderung so lange zurückgestellt, alß irgend möglich. Es ist nun bestritten worden, daß das Marineamt eine centrale Lage haben müsse. Die Be- theütgten sollten daS doch am besten beurteilen können. Man hat darauf hingewiesen, daß die (Entfernungen nickt so kehr in Betracht kämen, weil man durchs Telephon Vieles erledigen tonne. L,as ist aber für eine große Reihe von Materie gat nicht w.egnch. wichtige Angelegenheiten muffen mündlich verhandelt werden. DaS
Aus Sladl und Land.
•* Personalien. Ernannt wurden am 6. März der Privatdozent Tr. Joses Collin zu Gießen, am 7. März der Prioatdozent Dr. Adolf Strack zu Gießen — zu außerordentlichen Profestoren bei der philosophischen Fakultät der LandeS-Universitäl. — TaS Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen dem Mitgliede der freiwilligen Feuerwehr zu Bingen Konrad Scholl borlfclbfr. — Ernannt wurde mit Wirkung vom 1. April l. IS. an der Bauastestor, Baumspektor Karl Kubo zu Mainz zum Bauinspektor ohne Amtsbezirk mit dem Wohnsitz in Mainz.
** Frl. Triesch hat bem Vorstand des Theater- vereins gestern morgen mitgeteilt, daß eS ihr wegen starker Beschäftigung durch Vorstellungen und Proben leider unmöglich sei, das versprochene Gastspiel im Laufe dieses Monats zu absolvieren.
q Friedberg, 15. März. Am 11. d. M. fand int hiesigen Kreisamte eine Konferenz der Bürgermeister der Gemeinden des Kreises mit über 1000 Einwohnern statt, in welcher die Ausführung oes Lvohn- ungssürsorgeges-tzes vorn 7. August 1902 erörtert rourüe. Ter Konferenz wohnten auch der Kreisarzt und der Kreisbauinspektor, sowie der Vorstand des gemein» ... - . Golbeswert" in Frieo- berg oei, i rncr war ber LandesMohnungsinspektor Gretz- schel aus Darn .20t erschienen. Letzterer referierte über
< iimmuii .. ..Gesetzes unb darüber, wie die Prak- .y:i;r..ug desselben zu handhaben sei. Reben
Abg. Liebermann von Sonnenberg (Anns.) tritt für den Äonv misfionSbcschluß ein. Verständig sei hier einfach die größte Spar- samkcu. Die Gegend in der Bellevucstraße sei zu theuer. Die jetzigen Eigcnthumer ließen sich ibn ordentlich bezahlen, sonst wurden sic nickt Agenten in den Reichstag senden, die hier herum- laufen und bei den Abgeordneten Smnmnng für den Ankauf machen In erster Lime müßten fiölaliscke Grundstücke in Be- kracht kommen Mau könne sich nicht dcnlcn, daß b:r preußische Fiskus das Reich so sehr übersteuern wurde. Uebtigen« sei eS immer nod) bester, das Geld fließe in den Säckedec- vreußischen Staate-, alß in die Tascke der Juden in der Bellevuei'ttaßc. AIS geeignet schlägt Redner daß Terrain der ehemaligen Muraffier« Fafcrnc am Belle '.iQianccplau vor. Dic Marineverwaltung konwe schon ganz gut sich billiger cuuubtcii, wenn ne nur endlick einsehen wollte, daß die Zeit der Flitterwochen für dic Marin vorüber sind, daß sic feine jungfräuliche Bram mehr ist, bei man unbe» sehen AllcS zum Geschenk macht, waS sie sich wünscht, iondcrn daß sie jetzt eine verständige Hausfrau sein soll, von der man verlangen rann, daß sie mit ihrem WirthsckaftSgeld auskommt.
Ter Anttag der Kommission wird hierauf a n g e • nommen. Der Bauplatz tu der B e l l e 0 u e st r a ß e
Neber die Ankunft Chamberlains
in Southampton wirb telegraphiert: Ter Dampfer „Normann" landete hier am Samstag gegen 8 Uhr morgens. Ein Menschenmenge begrüßte Chamberlain sowie seine Gattin. Ter Kolonialminister wurde vom Bürgermeister und Korporationen von Birmingham empfangen und fuhr nach dem Hartley-Institut, wo bet Bürgermeister von Southampton eine Bewillkommnungs-Adresse überreichte. Auf dieselbe erwiderte der Minister mit Tankesworten für den Empfang. Er warnte davor, zu viel von d em Resultat seiner Reise zu erwart e n. Tie G e s ch i ch t e S ü d a f r i k a s sei st u r m i s ch und man könne daher eine Ausweßung ber langen Chronik von Schwachheiten unb schwankender Politik nicht im Handumdrehen erwarten. Ter Fortschritt sei langsam, aber sicher Er kehre voller Hoffnungen und Vertrauen zuruck. Ter lange schwere Konflikt des letzten Vierteljahrhunderts in Südafrika 'zwischen der holländischen Vorherrschaft und den englischen G.eichberechligungsbesirebungen sei ein für allemal zu Gunmen Englands entschieden. — In London traf der Extrazug mir Chamberlain und seiner yamuie um 1212 Uhr e.n, wo wiederum cir menge den
Minister bewillkommne' Unter : -*■ 4 oer Be-
Hörden, di- ihn ein#, - -1-ur, Br-d-
Parlamentariichc Lierhandlungen.
Nachdruck ohne Vereinbarung nicht gestattet.
Deutscher Reichstag.
184. Sitzung vom 14. März.
1 Uhr. TaS HauS ist äußerst schwach besetzt.
Arn BundcSrathStisch: von Tirpitz U.A.
Auf der Tagesordnung steht zunächst die zweite Berathung bei Etats für ftiauifdjou.
Der Berichterstatter Abg. Basicrmann (nat.-lib.) berichtet über die Verhandlungen der Kommisswn und theill u. S. mit, baß die Kommisswn eine Resolution angenommen hat, durch bie der Reichskanzler ersucht wird, mit der preußischen Unterrichts- Verwaltung in Verbindung zu treten, damit dem Kolonial- recht im Rahmen der juristischen Vorlesungen an den Universitäten, insbesondere an der Universität Berlin, die seiner Bedeutung entsprechende Stellung eingeräumt werde.
Äbg. Dr. MÜllcr-Sagan (freit. Bp., schwer verständlich): Ich will gegen die gestellten Forderungen keinen Widerspruch erheben, aber doch darauf Hinweisen, daß Kiautschou keineswegs den Erwartungen entsprochen hat, die man daran geknüpft hatte. Anerkennen will ich, daß die Marine-Verwaltung in Kiautschou weit mehr geleistet hat, als die Verwaltungen in den anderen Kolonien. Toch darf man auch nicht vergessen, daß unser Privat- kapital dort viel geleistet und besonder» die sanitären verhältmste gebe fiert hat.
Bbg. Frhr. von Hertling (fcentr.): Ich begrüße besonders die Refolutwn der Kommission, ich bin schon im Vorjahre dafür ein» getreten, daß an unseren Universitäten Kolonialrccht gelehrt wird. Kolonialrecht wird zwar schon hier und dort gelehrt, aber nirgends in so umfafienber, zusammenhängender Werse, wie eS seine Bedeutung erf orbert.
Staatssekretär von Tirpitz: Auch Wir erkennen es an, daß es wünschenSwcrth ist, wenn unsere Kolonialbeamten eine entsprechende Vorbildung auch im Kolonialrecht erhallen. Wir verfolgen deshalb auch die Bestrebungen, die dahin zielen, dem Kolonialrecht an den Universitäten eine Stätte zu verschaffen, mit dem größren Interesse. Doch liegt die Entscheidung nicht bet un5. Die Marinc- verwaltung wirb aber Alles thun, was m ihrer Macht steht, um diese Bestrebungen zu unterstützen.
Nach kurzer, unwesentlicher Debatte wird der Etat für Kiautschou unverändert, mit einigen kleinen von der Korn- Mission beschlostenen Abstrichen bewilligt, die Resolution der Kommisswn wird einstimmig angenommen.
ES folgt die Fortsetzung ber gestern abgebrochenen zweiten Berathung de» M a r i n e - E t a t S.
Der Abstimmung über den Antrag Frese, die ganze Summe für den Umbau der Kreuzer .Kaiserin Augusta" und .Irene" zu bewilligen, bei der sich gestern die Beschlußunfähigkett de» Hause» ergeben hatte, wird einstweilen auSgesetzt.
TaS Exttaordinarium totrb Wetter betätigen, bei einer Anzahl von Positionen betreff» Armirung der neuen Schiffe hat die Kommisswn Abstriche vorgenommen.
Parlamentarisches.
Rerlin 14. fflärsi Im preuA. Abgeordneten« Hause würbe bie Beratung bes KulwEats fortgesetzt beim Tttel Elementarschulen. Nach Erlebigung des eiben würbe ber Titel höhere Mäbchenschulen beraten. Htercmf würbe bie F r a u e n b c w e g u n g einer l^S^en Ttskusiwn unterzogen. — Der Erbauung bcs Posener Res 1 benz schloss es hat bie Bubgetkommtsfton des preuß. Abgeordnetenhauses in ihrer gestrigen Abenbsitzung da- buäh zugestimmt, batz sie ben für bic Do.^betten b<rzu un Finanz-Etat geforberten 'Betrag fron o 0 00 0 M k. v - willigte Tic Negierungsvertteter führten aus, man könne ber Krone nichr zumuten, auf eigene Kosten em solch« Schloß zu bauen, da sie ja gewissermaßen schon doLurcy ein Opfer bringe, baß jie Aufenthalt in ber Provinz Pchen nehme. Ferner wurde mitgeteilt, baß auf ausdrücklichen Wunsch des Kaisers in bie Begrünbuna ein Passus eingefügt ist, wonach es im polittschen Interesse hege, baß das Kaiserpaar in ber Provinz Posen regelm aßig r e i i b i e r e. Auch bie von ber Regierung geforderte L st- marken-Zulage für Beamte unb Lehrer würbe genehmigt.
spruch zurückzuzichen.
Vor der Abstimmung bezweifelt Abg. Basiermann die Beschlußfähigkeit deS Hauses.
Präsident Graf Ballestrem schließt sich diesem Zweifel cm.
Sitzung muß abgebrochen werden.
Nächste Sitzung: Montag 1 Uhr. Tagesordnung: Vertrag Luxemburg über die Luxemburger Bahnen, Novelle Secmannsordnung und Petitionen.
Montag, 16. Marz 1903
SEsi Gießener Anzeiger


