Ausgabe 
14.12.1903 Erstes Blatt
 
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'Nr. 2N3

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Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt dre Siebener Familien» blätter olennol in der Woche bergelegt.

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^rrnsprkchantchluß Nr. 61.

Erstes Blatt. 153. Jahrgang Montag 14.Dezember 1903

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GietzenerAnzeigerW ** Senerat-Anzeiger v ** m-ms. Amis- und Anzeigeblatt für den Meis Gießen KWZ ________ v " vJy zetgenteil: HanS Beck.

Deutsches Reich.

Berlin, 13. Dez. Tas Kaiserpaar begab sich gestern nachmittag vom Neuen Palais nach Berlin, und -ort nach Ankunft aus dem Potsdamer Bahnhofe nach der niglichen Akademie der Künste, um dort Gemälde besichtigen, die für den neuen Tom bestimmt sind. Als c Kaiser gestern abend der Vorstellung im Schau- » »ielHause beiwohnte, erhob sich das Publikum bei j -incm Eintritt, und brachte ihm eine begeisterte Ovation -l ir, der Kaiser, der sehr gut aus sah, dankte erfreut.

Bei dem Besuche der Kunstakademie fiel es angenehm auf, daß der Kaiser wieder laut und ver­nehmlich sprach und die Stimme den alten sono­ren Klang hatte. Nach einer Meldung derKöln. Volksztg." hatte Prof. Schmidt bei der ersten Untersuch- mg sofort die Gutartigkeit des Leidens erkannt und ^egen einen Aufschub der Operation aus diesem Grunde nichts eingewendet. Außer der Kaiserin und dem Leibarzt wußte nur ein Flügeladjutant von dem Leiden. Daß die Heilung langsamer, als erwartet, vor sich ging, hatte seinen Grund in dem Umstande, daß der Kaiser sich bei seinem Temperament nicht genügendSchonung auf- crlegen wollte.

Nach dem Besuche des Schauspielhauses begab sich as Kais er paar nach deur Neuen Palais zurück. Zur steigen Jrühstückstajel waren geladen: Generalstabsarzt v. Leuthold, Professor Orth und Dr. Spieß. Tie Aerzte wohnten auch der Vorstellung und dem Souper im Schauspielhause bei.

Wie aus Kopenhagen telegraphiert wird, gedenkt der König von Dänemark am 16. Dezember nach Emünden zur Teilnahme an der Feier der siw-ernen Hoch­zeit des Herzogs und der Herzogin von Cumberlagnd zu reisen und unterwegs Aufenthalt in Berlin zu nehmen.

Der Kaiser sollte nach demReichst." den Wunsch ausgesprochen haben, den Wmiral Evans, den Höchst­kommandierenden des amerikanischen Geschwaders in den asiatischen Gewässern, auf dessen bevorstehender Heimreise zu empfangen. Wmiral Evans wird Anfang März k. I. nach Ablauf seiner zweijährigen Dienstzeit zur See auf dem SchlachtschiffeKentucky" durch das Mittelmeer nach der Heimat zurückkehren. Bei dieser Gelegenheit, so hieß es, werde der Wmiral dem Kaiser einen Besuch abstatten. Vom Marinedepartement zu Washington wird diese Nach­richt jetzt als unzutreffend mit dem Hinzu fügen be­schnei, daß die dem Wmiral für die Zurücklegung jeiner unreife gestellte Frist einen Aufenthalt in den deutschen b ewässern überhaupt nicht gestatte. (Sollte sich das Frag e- md Antwortspiel, das den Tagen des Besuches der ameri- . mischen Flotte in Kiel voraufging, wiederholen?)

Für den verstorbenen Geheimrat Adolf von Hanse- Mann fand in dessen Palais eine Trauerfeier statt, an der die Minister von Rheinbaben, Möller, Schönstedt und Budde sowie zahlreiche Persönlichkeiten aus der Finanz- Bank- und Handelswelt teilnahmen. Ws Vertreter aus­wärtiger Finanz-Institute waren u. a. der Sohn des Ba­rons Nataniel Rothschild aus Men und Direktor Kornfeld von der Ungarischen Kreditbank erschienen. Ter Kaiser hatte sich durch seinen Wjutanten vertreten lassen. Unter den zahlreichen Kranzspenden befand sich auch ein pracht­voller Kranz des Kaisers. Tie Beisetzung fand un Han,e- mann'schen Erbbegräbnis auf dem Matthäi-Friedhofe statt.

h- Der Vorstand der nationalliberalen Reichstagsfraktion hat sich endgillig konstituiert., Vorsitzender ist der Abg. Tr. Sattler. Außerdem gehören dem Vorstande an die Wgeordneten: Dr. Blankenhorn, Tr. Paasche, Frhr. Heyl von Herrnsheim, Boltz, Tr. Hie- ber, Krämer, Münch-Ferber, Patzia, Sieg und Wallbrecht. Geschäftsführer sind die Abgg. Graf Oriola urw Tr. Seniler.

Wegen der Regelung der Entschädigung un­schuldig Verhafteter ist jetzt in der Hauptsache eine Verständigung zwischen den Bundesregierungen erzielt worden.

Bei der Schnelligkeit, mit der sich die Etatsdebatte abwickelt, hofft man, daß der Reichstag bereits Diens­tag abend die Ferien beginnen kann.

Wie eine offiziöse Korrespondenz meldet, ist die Finanzlage in Preußen wenig günstig; die Bilanzierung des Etats werde sich nicht ohne Schwierig­keiten bewerkstelligen lassen.

In den Bureaus für Sozialpolitik fand gestern abend unter dem Vorsitz des Freiherrn von Berlepsch eine zahlreich besuchte Sitzung des Ausschusses der Gesell­schaft für soziale Reform statt. Auf der Tages­ordnung stand in erster Linie die endgiltige Beschluß­fassung zum Zehnstund entag der Fabrikarbei­terinnen. Berichterstatter war Generaldirektor Dr. Pieper. Seine Resolutionen wurden mit tleinen Abän- derungen genehmigt. Ter Verein wird sich mit seinen Anträgeu über den Zehnstundentag an den Bundesrat wenden. lieber die Erhöhung desSchutzalters der jugendlichen Arbeiter in Fabriken berichtete Ge­neralsekretär Professor Fraucke. Der Ausschuß beschloß die Fortsetzung und Ausdehnung der Untersuchungen über diese wichtigen Fragen, lieber die Beschlüsse der Internationalen Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterschutz betr. gewerbliche Nachtarbeit der Frauen, ferner über die Verwend­ung von Phosphor zur Zündholzfabrikation berichtete v. Berlepsch. Die Vorbereitungen sind im Gange, welche zur Berufung einer internationalen Staatenkonferenz über diese Fragen führen soll. Ferner wurde beschlossen, die nächsteGeneralversammlu ng für Sozialreform im Herbst 1904 in Mainz abzuhalten. Aus die Tages­ordnung kommen: Konsumvereine und Arbeiter­ämter. Schließlich wurde der Vertrag mit dem In­stitut für Gemeinwohl in Frankfurt a M. be­treffend die Errichtung des Bureaus für Sozial­politik in Berlin genehmigt.

Tie Gesamtorganisation der deutschen Juden soll nunmehr zur Tatsache werden. Schon hat in Berlin ein engerer Ausschuß getagt. Man war hier allgemein der Ansicht, daß die Verteidigung der staats­bürgerlichen Rechte der Juden nicht allein bestimmten politischen Parteien überlassen, sondern von den Juden selbst in die Hand genommen werden müsse. IN den ersten Monaten des Jahres 1904 soll die konstituierende Telegier­tenversammlung der Israeliten Deutschilands stattsind en, die zunächst der neuen Organisation ihren Namen geben, sowie ihre Befugnisse und Aufgaben anweisen soll.

Tie elsässischen Abgg. Blumenthal und Rifs haben mit Unterstützung' der beiden freisinnigen Gruppen einen Antrag eingebracht, worin ein Gesetzentwurf ge­fordert wird, der für Elsaß-Lothringen eine aus allgemeinen, gleichen, direkten und g eh ei- men Wahlen hervorgehende Volksvertretung einführt.

Kiel, 13. Tez, Die KaiserjachtMeteor erhielt Befehl, mit den Vorbereitungen zu ihrer Indienststellung, die im nächsten Jahre erfolA, zu beginnen, um früh­zeitig eine Auslandsreise anzutreten.

Dresden, 12. Dez. Die Konservativen bean­tragen in der zweiten Kammer jetzt die Aufhebung der viel angegriffenen steuergesetzlichen Bestimmung, welche das landwirtjchaftliche Betriebskapital steu­erfrei läßt int Gegensatz zum industriellen Betriebs­kapital.

Tie Regierung fordert vom Landtag 10 000 Mark für ein Gen darmerie aus gebot in Crimmit- s chau.

München, 12. Tez. einer Sitzung des Ge­meindekollegrums wurde gestern der Beschluß des Magistrats, vom Mai bis einschließlich August völlige Sonntagsruhe imHandelsgewe rbe einzuführen, und in den übrigen Monaten eine zweistündige Sonnrags- arbeit zu gestatten, ab gelehnt, ebenso ein klerikaler Antrag aus unbedingte Sonnkr^ruhe. Angenommen wurde mit großer Mehrheit ein Antrag von Professov Quidde (d. Vp.), welcher oahingeht, daß die Handels-An­gestellten nur von 10 bis 12 Uhr an Sonn- und Feier­tagen beschäftigt werden dürfen und ihnen jeder zweite Sonn- und Feiertag fteizugeben seü

Stuttgart, 13. Tez. Der Minister des Innern hat die Bestimmungen für die königliche Zentralstelle für Gewerbe und Handel dahin geändert, daß die Lohn­arbeiter unter die Beiräte der Zentralstelle enw geführt werden.

Kolomalpost.

DieEhemn. Allg. Ztg." erfährt aus Reichstags- kreisen, daß zum Nachfolger des Gouverneurs von T e u t s ch - S ü d w e st a f r i l a Oberst Leutwein, der deutsche Generalkonsul in Kapstadt, von Lindequist ausersehen sei-

Irovinzial-Ausschutz.

Gießen, 14. Dez.

Me wir bereits berichteten, sand am Samstag eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen statt. Ter erste Punkt der Tagesordnung be­traf den Leichenbeschauer in der Gemeinde Atzenhain im Kreise Alsfeld. Der Sachverhalt ist fol­gender: Nachdem der ftühere Leichenbeschauer Johannes' Seng II. zu Atzenhain gestorben war, wurde Johannes Hahn von da als Leichenbeschaueü von der Gemeinde Atzenhain in Vorschlag gebracht und unterm 4. Dezember 1882 als solcher verpflichtet. Hahn besitzt in Atzenbain ein Gut, das er bis zu dem Tode seiner Ehefrau oronungD- mäßig bewirtschaftete. Seit dieser Zeit hat er jedoch sehr nachgelassen und foft vollständig aufgehört, in der Land­wirtschaft tätig zu sein. Wenn er schon bei Lebzeiten seiner Ehefrau dem Alkohol gerne zugesprochen hat, so tut er es jetzt, nachdem die Aussicht, die seine Frau über ihn ge­führt hatte, weggesallen ist, in einem solch erhöhten Maße, daß er die meiste Zeit nicht nüchtern ist und infolge des Alkoholgenusses nichts arbeitet. Der Ortsarmenverband Atzenhain sah sich daher veranlaßt, beim Großh. Amts­gericht Grünberg Antrag aus Entmündigung des p. Hahn zu stellen, welchem auch unterm 16. Juli d. I. stattgegeben und die Entmündigung ausLesprochen wurde. Die Bürger-

Kroßherzogi» Alice.

Zum 14. Dezember.

Ter heutige Ta.g ist ein vaterländischer Gedenktag für as GroßhevMgtum tz-s,en. Tie Mutter unseres erhabenen Monarchen, Guvßherzogin Alice ist heute vor einem tierteljahrhundert, am 14. Dezember 18/8, in noch sehr iunaen Jahren gestorben. Sie starb damals gewissermasjen <ls Märtyrerin der Mutter- und Gattenliebe an der Tiph- tberitis, die sic sich durch Ansteckung am Krankenlager des Kindes und des Gatten geholt, ^sN/Alter von 35 Jahren. Aber nicht die besonders schmerzliche Art, nicht der frühe Tod der Fürstin allein erregten damals so allgemeine Teilnahme, sondern weil diese gütige yurfun, bie aiS -pan» En Alice Mary Maud von England am 25. April 1843 aeboren war, sich sv besonderer Sympathien bei ihrem Bolle erfreute und diese Liebe durch ihre seltenen Gaben des Geistes und Herzens auch m reichstem Maße verdiente.

Betannt sind die Beziehungen dieser Fursrin zu dem Philvsvphen David Friedrich Strauß. ^m He^st 1868 machte Prinzessin Alice, dre am 1. ^uli 1882 die Ge- 2li7Vnseres Mteren Gvoßherzogs Ludwig IV damali­gen Prinzen Ludwig, geworden war, die Betannt;chaft des berühmten Mannes, der, ein Sechzigsühriger, in stiller «uruckaezogenlseit in Darmstadt seinen wissenschaftlichen Arbeiten lebte. Nur widerstrebend hatte der durch eme nnolückliche und bald geschiedene Ehe Mit der berühmten ^naerin Agnes S ch e b e st frühzeitig verbitterte Ge­lehrte darin gewilligt, der Fürstin vorgestM zu werden, er äulKrte sich dann selbst über diese erste Begegnung: ^Des Umgangs mit Großen gänzlich ungMwhnt, suhlte ich mich doch dieser Dame gegenüber gleich von Anfang

wie in einem vertrauten Elemente. Die peundkck>e Natürlichkeit des Entgegenkommens, die Helle des geistigen Veiüänbniffes g>keill)i nlles ous. ,

^ Strauß folgte wiederholt der Emlodung der Prm- zeilin und versichert, daß die jedesmal stundenlangen UnterhaltungenQuellen der wolst-tatigsten Anregung und E?Mschuug lür beide Teile waren." Strauß trreb danmls Boltaire-Studien. Die Prinzessin erfuhr davon sre wünschte Strauß möchte ihr aus dem Manuskript vv-rlesem Es sollte

anfänglich! ein erlesener Zuhärerkreis den Vorträgen bei­wohnen, twch erkrankte der Gemahl der Prinzessin an Tiphtheritis, wodurch dieser Plan vereitell wurde.Sie bat mich zu sich", so schreibt Strauß,sofern ich mich vor Ansteckung nicht fürchte, und eröffnete mir dann, da sie sich nun für Wochen so einsam sehe, so würde es chr von besonderem Werte sein, wenn ich mich geneigt sinden ließe, für meine Vorträge über Voltaire mit ihr allein als Publikum vorlieb zu nehmen. Tazu war ich sehr gern bereit." In sieben Stunden wurde das Voltaire-Manu­skript vorgelesen, wobei sich der Vortragende ,church bic immer gleiche lebendige Aufmerksamkeit" der fürstlichen Zuhörerin gelohnt sah".

Mittlerweile ging einerseits", so berichtet Strauß, der Truck der Schrift weiter, andererseits der fteuudliche Verkehr mit der Prinzessin fort, die eines Tages in der ihr eigenen liebenswürdigen Art der Empfindung Ausdruck gab, wieviel sie in den zwei Jahren unseres Umgangs mir an Klärung ihrer^ Einsichten und Festigung ihrer Grundsätze schuldig geworden." Mit aufrichtiger Ueber- zeugung hob Strauß dagegen hervor, wie erftrschend und anregend ihr Verkehr auf ihn gewirkt und wie erdie Lust und den Mut zu seiner Arbeit ihr verdanke".

Wie ihre Schwester Viktoria, die spätere Kaiserin Friedrich, in Preußen, so hat sich die Großherzogin Alice in ihrer neuen Heimat um die Verbesserung der Erwerbsverhältnisse der Frauenwelt be­sonders verdient gewacrst, ebenso auch um die Armen­pflege. Sie ist dre Urheberin und Mutter aller mit ihrem Namen heute gezierten gemeinnützigen Uuternehm- ungen im Lande. Ern Bum über Armeicpjlege vori der berül-mten englischen Philantropin Miß Ocravia Hill wurde auf rhre Anregung ins Teutsche übertragen und von ihr mit einem Vorwort versehen.

Wie chr Tod damals wert über die Grenzen des Landes schmerzlich, empfunden wurde, so wird der heutige Tag von vielen Tausenden als ein Tag treuen und innigen Gedenkens in stiller Weise andachtsvoll begangen weroen.

B. C."

Kouzertverem.

Gießen, 14. Dez.

Das gestrige dritte Konzert des Konzertvereins machte die zahlreich erschienenen Musikfteunde mit drei in Gießen noch nicht gehörten Neuigkeiten bekannt, von denen die beiden ersten mit dem Hauptwerk des Abends,DeA Hei­lands Kindheit" von Hektor Berlioz namenllich texllich zusammenpaßten. An erster Stelle des inter­essanten Programms stand der MarschDie heiligen drei Königs" aus dem OratoriumChristus" von Franz Liszt, dessen größere Kompositionen durchgängig für großes Orchester geschrieben sind. Herr Musikoirektor Traut mann hat mit der Wahl dieses Marsches einen glücklichen Griff getan. Unter seiner verständnisvollen Leit­ung kam das tonschvne Werk, in dem sich übrigens die Mechmusik weniger bemerkbar machte, wie es z. B. in den symphonischen Dichtungen der Fall ist, in schönster Weise zur Geltung^ Das Orchester folgte allen Anweisungen des geschätzten Dirigenten rmit großer Hingebung und trug damit viel zum Gelingen des Werkes bei. Alles übrige waren Kompositionen von 5^ektor Berlioz zur Feier von dessen hundertsten Geburtstag. Ein bisher nicht veröffent­lichter, 1832 in Rom komponierterChor der Magier" für gemischten Chor und Orchester brachte den Beweis, daß er namentlich in der Behandlung biblischer Stoffe verständliche Musik zu schreiben weiß. In seinen beiden großen Schöpfungen Symphonie phantastique und Lelio kennt man ihn gar nicht wieder. Dirigent, Chor und Orchester gaben auch hier ihr Bestes, sodaß auch diese Aufführung als eine musterglltige gelten kann. Mele Konzertbesucher werden gestern sicherlich an die vor Jahren im Klubsaal stattgesuudene Aufführung der Flucht nachi Egypten von demselben>mponi.sten gedacht haben.

Das Hauptwerk des gestrigen Abends war die Er­zählung vondes Heilands Kindheit", die der Komponist gleichfalls mit einer Fülle schöner und verständlicher Ätelo- dieen auszustatteu gewußt hat. Es sind an der Aufführ­ung beteiligt vier Solisten, gemischter Chor und Orchester, und das ganze Werk zerfällt in drei Teile: der Traum des Herodes, die Flucht nach Egypten und die Ankunft in