Nr. 162
Erscheint täglich nutzer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden nn Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Giehener Familien- blätter viermal tn der Woche beigelegL
Rotationsdruck u. Vertag bei Brü h l'schen Untvett.-Buch- u. Stein- druckerei (Ptetjch Erben) Redaktton. Expedttton und Druckerei:
Schulstratze 7.
Adrelle tüt Depeschen: Anzeiger Gießen.
FerniprrchanlchlußAr 51.
Dienstag 14 Juli isyz
158. Jahrgang
Erstes Blatt.
GiehenerAnzeiger
General-Anzeiger v
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
BezngspreiSr monatlich 7bPs^ viertel» jährlich Mk. 2.20; durch Avhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.—viertel- tährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittag- 10 Uhr.
ZetlenpreiS. total 12
auSwürtS 20 Pjg. Verantwortlich tÜc den poltL und aÜgenu Teil- P. Wittko: für .Stadl und tianb* und .GerichtssaalE; August Gütz; für den Anzeigenteil: Han« Beck.
Der sterbende Uapst.
Rom, 13. Juli.
Der Zustand des Papstes verschlimmert sich. Lapponi untersagte jede Audienz von Kardinälen. Der Krankheitsbericht von heute morgen 9 Uhr lautet: Vor Mitternacht war der Papst ruhig, empfand aber später von Zeit zu Zeit eine vorübergehende Unruhe. Die Untersuchung der Brust ergab keine Aenderung in dem vorgestern festgestellten Zustande. Die Nierentätigkeit ist immer noch ungenügend, das Allgemeinbefinden etwas deprimiert. Puls 82, Atmung 32, Temperatur 36,2. Mazzoni. Lapponi.
Das „Giornate d'Jtalia" meldet: Der Kardinal Vives begab sich um halb 10 Uhr in den Vatikan, die anderen Kardinale folgten später. Der Papst empfing indessen niemand. Die Aerzte sollen wegen der mangelnden Nieren- junktionen beunruhigt sein; eine Katastrophe ist immer zu befürchten. Lapponi verließ den Vatikan um halb 10 Uhr. Man beschäftigt sich im Vatikan mit der Besetzung wichtiger Aemter. Das dcprimierenoeAbg^rneinb.finden setzte während der Nacht den Vauran in Unruhe. Fast alle Gesandten sprachen heute früh im Vatikan vor. Der Papst blieb den ganzen Tag in dem Zustande beunruhigender Depression. Ein Anzeichen, welches den Aerzten besonders zu Besorgnis Veranlassung giebt, ist der fast vollständige Harnmangel, indes besteht kein Anzeichen einer Blutvergiftung. Der Gehalt des Harnes an Harnstoff ist weit unter normal, während man ihn in dem ausgeschiedenen Harn in sehr geringer Menge vermehrt finden sollte Der Umstand zeigt an, daß die Nierentätigkeit fast vollständig versagt. Die Lage ist ernst geworden.
Wie von Persönlichkeiten, die den Vatikan abends verließen, mitgeteilt wird, erholte sich der Papst im Laufe des Abends ein wenig. Er plauderte etwas und sprach mit Kardinal Sattolli über die Bibliothek. Der Papst sei klaren Geistes und habe sein Gedächtnis. Lapponi versicherte, es bestehe noch keine Gefahr. Die Kardinäle verließen desn Vatikan. Bald nach Mitternacht aber hieß es: Die Umgebung des Papstes i st bestürzt. Man wagt kaum zu hoffen, daß der Kranke die Nacht überstehen könne.
Seitdem die „wundertätige" Mitra aus Neapel in den Vatikan gebracht wurde, werden von zahlreichen italienischen wie ausländischen Kirchen Angebote von Reli- a uie n aller Art gemacht, die gleichfalls gegen Krankheit geeignet sein sollen. Rampolla lehnte indessen sämtliche Angebote ab.
In Neapel werden große Festlichkeiten zu Ehren des Schutzheiligen Januarius vorbereitet, weil die vorgestrige geringe Besserung im Befinden des Papstes auf die wundertätige Mitra zurückgeführt wird.
Die in vatikanischen Dingen gut informierte „Gazetta di Venezia" versichert, der Papst habe schon vor 20 Jahren sein ganzes Vermögen an seine stets geldbedürftigen Nesfen verteilt. Deshalb hinterlasse er keine nennenswerte Summe.
Bei dem römischen Telegraphenamte ist die Arbeit derart an geschwollen, daß die pensionierten wie beurlaubten Beamten eingezogen werden mußten.
Das Wiener „Vaterland" veröffentlicht ein vor ganz kurzer Zeit geschriebenes Gedicht Leos XIII., das seine Geschichte hat und das in diesem Augenblicke sicherlich mit erhöhter Teilnahme gelesen werden wird. Inmitten tWö silbernen Papstjubiläums, das vor vier Monaten gefeim wurde, schwebte dem Jubilar das Bild des nahenden Todes vor Augen, und getreu seiner Neigung, seine Gedanken und Stimmungen in Verse zu kleiden, schrieb Leo XIII. ein lateinisches Gedicht, das in deutscher Übersetzung wie folgt lautet:
Schicksalsschwer enteilt dir die Stunde, Leo I Du wandle
Ach nach Verdienst — es ist Zeit — alles Vergänglichen Weg.
Welches Los Harri deiner? Ten Himmel ließen dich hoffen Alle Geschenke, die dir einst gab ein gnädiger Gott.
Aber die Schlüssel Petri, dies Amt voll unendlicher Schwere, So viel Jahre her dein . . . Denkst du daran nicht voll Angst?
Denn wer unter den Völkern der Höchste an Ehren emporragt,
Wehe dem Armen I Er büßt furchtbarer was er gefehlt.
In dieser Qual, da sieh 1 Ein Gesicht voll himmlischen Trostes;
Süß, ach, tönt dir ms Herz, was dir die Stimme verspricht: Was verzehrt dich so pemvolle Angst? Die Jahre des Lebens
Ueberschauend, weshalb hegt solchen^Kuminer dein Herz? Christus ist da, der Erbarmer: Dem Sünder schenket er Gnade.
Auf, du Beter, vertrau! All deine Schuld ist getilgt.
Jayrcss st des Kauptvereins der Kustav-Adolf- Stlftul-g im Kro^Herzoglum Kessen.
(Originalbericht des „Gieß. Anz.") Zweiter Tag.*)
B. Herbstein, 10. Juli.
Trüb schaute der Himmel auch gestern am frühen Morgen auf das sestsrohe Städtlein, und als gegen 12 Uhr der Festzug sich unter Vorantritt der Kapelle Stumpf aus Lauterbach und unter dem Geläute der Glocken nach der Kirche in Bewegung setzte, regnete es. Der Predigt des Festredners- Pfarrers Reinhardt von Wörrstadt, lag Ps 27, 41 zu Grunde. Er redete von der Bauarbeit des Gustav Adolf-Vereins und wies auf den Bauherrn und die Früchte der Bauarbeit des Gustav Adolf-Vereins hm. Nach einer Begrüßungsansprache durch Professor Trümpert, in der er den friedlichen Charakter des G.-A.-Verems betonte, erstattete derselbe den Jahresbericht. Tie Einnahmen sind im letzten Jahre gewachsen, wie die An-
*) Wegen Raummangels verspätet. D. Red
sorderungen an den Verein von Jahr zu Jahr größer werden. Der Gesamtverein hat im Jahre 1901 gerade 100000 Mark mehr verteilt, als im Jahre vorher. Die Zahl der hilfesuchenden evangelischen Diaspora-Gemeinden beträgt 2093, wovon 62 im letzten Jahre neu hinzugekommen sind. 1900/01 wurden 56 Kirchen und Bethäuser, die mit Hilfe des G.-A.-Vereins erbaut sind, eingeweiht, zu 33 weiteren wurde der Grundstein gelegt; auch eine große Anzahl evangelischer Pfarr- und Schulhäuser wurden mit Hilfe des Vereins erbaut. Der hessische Hauptverein hat 28 Pfleglinge, von denen drei neu hinzugekommen sind, nämlich Assolderbach, Nack und 'Rockenberg. Nach Verlesung des Rechenschaftsberichts begrüßte Superintendent Petersen-Darmstadt den G.-A.-Verein, und die Festgemeinde im Namen des Gvoßh. Oberkonsistoriums. Daraus brachten die Vertreter des badischen, hessen-kasselschen und des Wiesbadener Hauptvereins die Glückwünsche ihres Vereins dar. Dabei lud Pfarrer Sievert-Ladenburg den hessischen Hauptverein zu dem Jahresfest des badener Vereins am 29. Juli in Wertheim ein. Dekan Schmidt- Schlitz sprach für das Dekanat Lauterbach und überreichte der Gemeinde Herbstein als Baustein zu ihrem neuen Psarr- und Schulhaus beinahe 600 Mk., von den Geistlichen und Gemeindegliedern des Dekanats Lauterbach gesammelt. Auch aus den Zweigvereinen Alsfeld, Homberg, Büdingen u. a. waren schon vor dem Gottesdienst dem Geistlichen von Herbstein größere Beträge, z. B. vom Zweigverein Alsfeld 148 Mark, zu dem gleichen Zweck übergeben worden. Der Alsfelder Zweigverein hatte die gleiche Summe für Zeltweg in Steiermark gesammelt, die dem Vorsitzenden des Hauptvereins eingehändigt wurden. Nach einem Dankeswort des Professors Trümpert und dem Gesang eines Liedes erteilte Superintendent Petersen den Segen und schloß den Festgottesdienst.
Daraus setzte sich der Festzug in derselben Ordnung, wie er sich zur Kirche bewegt hatte, nach dem neuen Psarr- und Schulhaus, an der Straße nach Lauterbach prachtvoll in einem schönen Garten gelegen, unter Vorantritt der Musik in Bewegung. Hier hielt Superintendent Petersen die Weiherede; Baumeister Stumpf überreichte sodann dem Ortsgeistlichen die Schlüssel, der sie dem Vertreter des Gustav Adolf-Vereins unter passenden Worten überantwortete. Dieser gab sie an Superintendent Petersen weiter, der darauf nach einem rzen Gebet das Haus j ein er Bestimmung übergab und die Pforten öffnete (Pfarrhaus und Schulhaus haben jedes eigenen Eingang).
Damit hatte die Feier ihr Ende erreicht, und Hetzer eilte, um bei dem jetzt folgenden Festessen die leiblichen Kräfte wieder aufzu frischen. Bon der Unmenge der bei dem Festessen ausgebrachten Toaste seien erwähnt der von Professor Trümpert auf Kaiser und Großherzog, der von Kreisrat Dr. W a l l a u auf den G. A.-Verein, als den eigentlichen Begründer des neuen Pfarr- und Schulhauses, der von Dekan Schmidt und Sup. Petersen, der von diesen auf den Ortsgeistlichen, der von Dekan Hainer aus die evangelische Gemeinde Herbstein. Pfarrer Zinn gedachte der Wirksamkeit des G. A.-Vereins, besonders des Prof. Trümpert, Pfarrer Guyot lenkte die Aufmerksamkeit auf den Baumeister des Hauses, Herrn Stumpf, Frau Reuschler -Alsfeld empfahl die Gründung eines Frauenvereins im Dekanat Lauterbach.
So war allmählich die Zeit der Nachversammlung herbeigekommen, ja bedeutend überschritten worden, und es war beinahe 1/26 Uhr, als dieselbe ihren Anfang nehmen konnte. Als erster Redner ermahnte Divisionspsarrer Büttel-Schleswig mit markigen Worten die Evangelischen Herbsteins zur rechten Glaubenstreue. Sodann gedachte Baumeister Stumpf der Handwerker, die den Bau gefertigt haben; ein Handwerksmeister und nachher auch der Ortspsarrer erinnerten^ an die Fuhrleute der Umgegend, die alle Steine und Sand und überhaupt alle Baumaterialien gratis zur Baustelle gefahren haben. So flössen unter Gesang und Musik und bei schönen Reden die Stunden schnell dahin. Schade, daß der nicht enden wollende Regen den Ausenthalt im Freien nicht erlaubte, wozu der Festwirt schon alle Vorkehrungen getroffen hatte. Das Fest war zahlreich besucht und wird hoffentlich jedem Teilnehmer recht lange in angenehmer Erinnerung bleiben.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 14. Juli 1903.
** Berliner Tonkünstler-Orchester. Ein außergewöhnlicher musikalischer Genuß steht uns heute abend 8 Uhr im Neuen Saalbau bevor. Das ausgezeichnete Berliner Tonkünstler-Orchester unter Leitung des bekannten Komponisten und Dirigenten Franz von Blon wird hier konzertieren. Tas genannte Orchester ist eine seit Jahren festgefügte musikalische Körperschaft, hat unbestritten die Erbschaft Bilses übernommen. Modern in seiner Zusammen st elluna, mit vortrefflichen Solisten in seiner Mitte, dient es durchaus nicht nur der leichten Muse, sondern unterzieht sich auch, wie seine Programme lehren, ernstesten Aufgaben. Wenn in Berlin die Saison abgeflaut ist, begibt sich das gesamte Orchester auf Kunstreisen. In diesem Jahre führt es uns ein günstiges Geschick in unsere Mhe und damit nach Gießen selbst. Möge sich niemand diesen seltenen Genuß entgehen lassen, die Eintrittspreise sind mäßig, im Vorverkauf bei Ernst Challier: 0,75 Mk.
** Geh. Oberbergrat Lepsins depeschiert der „Frkft. Ztg." aus Pontresina: Zu der Notiz aus Darmstadt vom 11. Juli erkläre ich, daß sich das aegen mich eingeleitete Disziplinarverfahren auf Verleumdungen bezieht, gegen welche ich bereits bei der Staatsanwaltschaft Strafantrag gestellt habe.
B a d N a u h e i m, 11. Juli. Unterhaltungen sind in dieser Woche vorgesehen: Mittwoch nachmittags und
abends Konzert der Kurkapelle. Abends Theatervorstellung: „Hosgunst". Donnerstag nachmittags und abends Konzert der Kurkavelle. Abends Tanz. Freitag nachmittags und abenos Konzert der Kurkapelle. Abends Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle: „Der Obersteiger". Samstag nachmittags und abends Konzert der Kurkapelle. Abends Vorstellung des Zauberkünstlers W. Rössner aus Berlin. Sonntag Doppelkonzert des Künstler-Waldhorn-Quartetts Klöpfel-Hannover und der Kurkapelle. Montag Kinderfest unter Leitung des Herrn W. Rössner aus Berlin.
§ Hoch-Weisel, 12. Juli. Anfangs von herrlichem Wetter begünstigt, sand heute die 25jährige Stiftungsfeier unseres Kriegervereins und das Bezirkssest des Kriegerverbandes Butzbach-Nauheim hier statt. Nachmittags 2 Uhr bewegte sich der aus den Lokalvereinen, Schuljugend, Festdamen und Verbandsvereinen gebildete imposante Festzug unter Musik durch das schön geschmückte Dorf. Aus dem idyll.isch gelegenen, kulturhistorisch berühmten Hoyer-Festplatz angelangt, wurde nach einer Festrede die von Sr. Majestät dem Kaiser kürzlich dem Jubelvereine verliehene Fahnenschleife durch einen Vertreter des Großh. Kreisamts Friedberg überreicht. Dann hielt der Bezirksvorsitzende eine Ansprache und überreichte die vom Bezirk unserem Kriegerverein gestiftete Schleife. Leider wurde nach 6 Uhr die schön verlaufene Feier durch ein arges Unwetter vorzeitig unterbrochen, wobei der Blitz in ein Gebäude schlug und zündete. Das Feuer dauert zurzeit der Absendung dieser Zeilen noch fort, wird aber auf seinen Herd beschränkt werden.
a. Haina, 12. Juli. Der Landesausschuß hat in seiner letzten Sitzung bezüglich der Errichtung eines Denkmals für Landgraf Philipp den Großmütigen beim Landeshospital hier beschlossen, als Platz den Klosterhof zu wählen. Für das Denkmal ist die Form einer Bronce- büste auf einem den Größenverhältnissen des Platzes angepaßten und mit entsprechendem Bildwerk verzierten Sockel m Aussicht genommen. Die Ausarbeitung eines speziellen Denkmalsentwurfes wurde Professor Wiese in Hanau übertragen, der, salls sein Entwurf die Billigung des Landes- ausschusies findet, auch mit der Ausführung des Denkmals betraut werden soll. Die Kosten dafür sollen den Betrag von 10 000 Mk. nicht übersteigen.
ü.L. Darmstadt, 12. Juli. Der Odenwald-Klub unternahm heute bei prächtigstem Sommerwetter seinen Ge- samtausslug nach Auerbach, an dem sich die einzelnen Sektionen zahlreich beteiligten. Das erste Rendezvous fand von vormittags 10 Uhr ab auf dem Felsberg statt, wohin sich die Darmstädter Sektion mit Damen in Begleitung einer Musikkapelle begeben hatte. Am Ohly-Turm hiett der stellvertretende Vorsitzende eine vortreffliche Ansprache, und bann gings in langem Zuge unter brennender Sonnenhitze nach Auerbach. Der herrliche Luftkurort hatte sich zu Ehren der Gäste reich mit Fahnen geschmückt, und am Eingang des Ortes wurden die Festteilnehmer vom Vorstand der Sektion und der Gemeinde herzlich willkommen geheißen. Das Gros der Teilnehmer versammelte sich dann in der „Krone", woselbst Herr Dieffenbach eine vortreffliche Mahlzeit lieferte. Im Laufe derselben fanden mehrere Begrüßungsansprachen statt; u. a. brachte Ministerialrat Braun einen kräftigen Toast auf das deutsche Vaterland aus.
? Vom Rheiu, 13. Juli. Der Reiseverkehr am Rhein ist gegenwärtig so gering wie noch fetten üt dieser Jahreszeit. Abgesehen von den Sonn- und Feiertagen, an welchen die üblichen Vereinsausflüge den lokalen Verkehr auf den Schiffen etwas beleben, weisen die meisten der großen Personendampfer sowohl auf ihren Berg- wie auch aus ihren Talfahrten immer große Lücken auf, welche neben den Dampfschissahrtsgesellschasten von den Restaurateuren der einzelnen Schisse am meisten empfunden werden. Noch auffallender zeigt sich der geringe Reiseverkehr in den großen und Heineren Hotels und Gasthäusern tn allen Städten und Städtchen de^ Ober- und Mittelrheins, aus welchen überall Jammer und Klagen über die geringe Frequenz und den mäßigen Konsum ertönen. Bekannte' Hotels am ganzen Mittelrhein, in welchen in dieser Jahreszeit ohne Vorherbestellung selten ein Zimmer zu bekommen ist, stehen bis zur Hälfte leer. Die Folgen der allgemeinen wirtschaftlichen Depression dürften hierbei mitwirken.
[ ] Marburg, 12. Juli. Die regierungsseitige Genehmigung zum Umtausch des städtischen Kohlwald es bei Elnhausen gegen die dicht vor der Stadt liegenden Berg- wälderDammelsberg und Augustaruhe, welche bekanntlich fiskalisches Eigentum sind, ist nunmehr eingetroffen. 9)ian hat auch sofort mit dem Abschätzen des HolzbestandeS begonnen. Im Jntereffe der Stadt Marburg, die nunmehr in der Ausgestaltung der Anlagen dieser herrlichen Aussichtspunkte mehr freie Hand haben dürfte, ist der Tausch nur zu begrüßen.
Universltüts-Ualyrichten.
Basel, 11. Juli. DaS Baseler Volk verwarf das Projekt einer Handelshochschule mitt 4583 gegen 752 Stimmen.
Rheinisches Technikum Bingen für Maschinenbau und Elektrotechnik. 0245


