Ausgabe 
14.2.1903 Drittes Blatt
 
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Nr. 38

Drittes Blatt.

153. Jahrgang

Samstag 14. Februar 1903

-,d)etnt täglich autzei Sonnlags

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mH dem Hessischen Landwirt btt Siebener Familien* blätter viermal in der Woche beigelegl.

ätolalionsdrnct u. Ver­lag der Brühl'schen Unioers.-Buch- u.Slein» drrickererlPielsch Erbens Stedaklion, Exveduioa und Druckerei.

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Z)ie Kommenden Kandelsverträge

lieber die voraussichtliche Entwickelung der handels­politischen Lage 1903 zieht dieDeutsche Export-iRevue" aus berufener Feder in einer Reihe fortlaufender Aufsätze interessante Ausblicke. Die anfängliche pessimistische Auf­fassung macht jetzt einer etwas mehr optimistischen Platz; dieDeutsche Export-Revue" rechnet offenbar mit bestehen­den Tatsachen, die auszunuyen das erste Gebot für den prak­tischen Geschäftsmann ist.

In der handelspolitischen Lage ist mit dem neuen Jahre keine unmittelbare Veränderung eingetreten. Tie mittel­europäischen Handelsverträge sind nicht gekündigt worden, laufen also vorläufig weiter, doch kann die Kündigung nun­mehr jeden Tag erfolgen, und es erlöschen dann die .Handels­verträge ein Jahr nach dem Kündigungstage.

Abgesehen von den besonderen Verhältnissen zwischen Oesterreich-sUngarn und Italien, die zur Kündigung des österreich-ungarisch.italien-schcn Handelsverträge. führten, haben sämtliche Regierungen sich enthalten, die Kündigung der Verträge auszusprechen, sie scheinen auch nicht zu beab­sichtigen, eine Kündigung eintreten zu lassen, sie wollen offenbar einen vertragslosen ober gar zollkciegerischen Zu­stand vermeiden. Mit der Kündigung der Verträge werden nach übereinstimmender Annahme die beteiligten Regie­rungen erst dann vorgehen, nachdem sie sich über den Ab­schluß neuer Verträge verständigt haben.

Nicht unbegründet ist die Besorgnis, daß die neuen Verträge weniger inhaltsvoll ausfallen, als es die alten sind, daß sie im allgemeinen höhere Zollsätze und geringere Zollermäßigungen bringen. Aber int großen und ganzen darf man doch erwarten, daß die neuen Vertrüge im wesent­lichen den internationalen Güteraustausch, wie er bisher bestand, aufrecht erhalten, und daß sie nach manchen Rich­tungen hin einen neuen Güteraustausch anregen werden.

Bei dieser Lage ist zwar der deutsche Ausfuhrhandel berechtigt, Klage zu führen über die mangelhafte Stetigkeit der internationalen Handelsvertragsverhältnisse, aber er wird fitfj sagen müssen, daß diese mangelhafte Stetigkeit nur formell vorhanden ist, daß die bestehenden Verträge unverändert fortdauern und daß die beteiligten Regie­rungen, in e.rster Reihe die deutsche, zu Gunsten ihrer großen Ausfuhrinteressen darauf bedacht sein werden, die mangelhafte Stetigkeit der internationalen Handelsbezich- ungen wieder herzustellen durch Abschluß neuer Handels­verträge, die wenigstens im großen und ganzen eine mög­lichst wenig gestörte Kontinuität des bisherigen internatio­nalen Güteraustausches verbürgen.

Wo die fremden Staaten die Absicht bekunden, ihre Jn- dustriezvlle zu erhöhen, um die deutsche Ausfuhr znrück- zudrängen, wird die Neichsregierung bei den künfligen Handelsvertragsverhandlungen nachdrücklich bestrebt sein müssen, mit Hilfe kundiger Unterhändler und durch ange­messene Zugeständnisse für die Ausfuhr deutscher Jndustrie- erzeugnisse tunlichst günstige Bedingungen zu schaffen. Das ist eine schwierige, aber keineswegs aussichtslose Aufgabe. Liegt es doch durchaus nicht immer int Interesse der fremden Staaten, ihre Jndustriezölle zu erhöhen. Zunächst sollen die Jndustriezölle fast überall auch zu den Einnahmen bei­tragen, sie dürfen daher nicht so hoch angesetzt werden, daß sie die fremde Einfuhr verhindern. Sodann sind hohe Jn­dustriezölle nur da angebracht, wo bereits eine lebens­fähige Industrie vorhanden ist. Nicht wenige Industrie­zweige in fremden Staaten sind entweder no»ch gar nicht entwickelt oder aber nicht existenzberechtigt, und gerade mit Bezug auf derartige Industrien ivird es der deutschen Han­delspolitik gelingen, die Interessen der deutschen Ausfuhr wirksam wahrzunehmen.

Nach Annahme des neuen deutschen Zolltarifs hat Deutschland seine handelspolitische Richtung beendet, wäh­rend andere Staaten noch im Rückstände sind. Alles in allem ist die handelspolitische Stelliurg Deutschlands gegen­über dem Auslände gestärkt worden, und es besteht für die Interessenten der deutschen Ausfuhr kein Anlaß, düster in die Zukunft zu blicken. 'Nicht entmutigen sollen sie sich lassen, sondern werktätig Mitarbeiten an dem Ausbau der neuen Verträge, um ihre Interessen nachdrücklich wahrzu­nehmen.

Tie Gefahr von Zollkriegen ist so gut wie ausgeschlossen. Die Reichsregierung wird sicherlich keinen Anreiz zu Zoll­kriegen geben und solche nur da führen, wo sie von anderer Seite dazu provoziert worden ist. Erfahrungsgemäß leiden bei einem Zollkriege die beiden beteiligten Staaten ziem­lich in gleichem Grade, und so sind alle Staaten bestrebt, Zollkriege zu verhüten, da sie ihnen nur Schädigungen zu- sügen.

Somit lassen sich die pessimistijchen Borhersagungen, als würden neue Handelsverträge mit dem Deutschen Reiche wegen des ueuc.i deutschen Zolltarifs nicht zu stände kom­men, nicht recht begründen. Gras Bülow, der verantwort­liche Staatsmann, hat ausdrücklich erklärt, daß der neue deutsche Tarif eine brauchbare Grundlage und ein gang­barer Weg für neue Handelsverträge ist, er hat auf die Einfuhrüberschüsse und auf die Kaufkraft Deutschlands hin­gewiesen, er hat hervorgehoben, daß die anderen Nationen an dem Fortbestände von Handelsverträgen genau dasselbe Interesse haben wie die Deutschen, und endlich hat er die loyale Absicht bekundet, in den Handelsoertragsverhand- lungen einen gerechten und billigen Ausgleich der deutschen Interessen mit denjenigen der befreundeten Nationen herbeizuführen. Auf Grund dieser Erklärungen dürfen die Interessen.en bei deutschen Ausfuhr mit guten Hoffnungen und mit uit rschütt.rlicher Zuversicht die Entwicklung der Dinge adwarten.

Nach offiziösen Andeutungen ist die Vorlage der neuen Handelsverträge nicht vor Ende 1903 zu erwarten. Ein so weitschichtiges und verwickeltes Werk erfordert geraume Zeit.

ZUM AkUtNer Kurp-uscherprozcß.

Man schreibt uns aus Berlin, 11. Februar:

Tas Interesse an dem in Berlin zur Verhandlung stehenden Kutpfuscherproz.ß Nardenkö11er und Gen. hat auch nach der Flucht des H a u p t a n g e k l a g t e n nicht nachgelassen. Dies Entweichen istnach einem sorgfältig ausgearbeiteten Plan" erfolgt, belehren uns heute abend Mitteilungen der Presse. Nach denselben exakten amtlichen Feststellungen wird angenommen, daß Nardenkötter bereits ein sicheres Asyl in London gefunden hat. Solche Nach­forschungen beweisen einen schönen Eifer der B.Hörden, wie denn auch jetzt die Wohnung des Flüchtigen observiert wird aber die Verwunderung darüber wird durch die Er­mittelungen post festum womöglich noch bestärkt, daß ein Angeklagter, der gegen eine verhältnismäßig sehr bescheidene Kaution aus freiem Fuß belassen war und hohe Strafe zu gewärtigen hatte, in acker Gemütsruhe und unbehelligt seinen sorgfältig ausgearbeiteten Plan aussühren konnte. Ter Präsident des Gerichtshofes hac die Verantwortung der Staatsanwaltschaft zugeschoben, die Staats­anwaltschaft habe während der langen Voruntersuchung niemals den Antrag auf Inhaftnahme Nardenkötters ge­stellt. In der heutigen Verhandlung nun ist ein neuer Vorwurf gegen die Behörde erhoben worden. Ern als Zeuge geladener Apothekenbesitzer, der an Nardenkötter Medika­

mente lieferte, entgegnete auf den Vorhalt des Präsidenten: Nardenkötter wäre bei einer ablehnenden Haltung sämtlicher Apotheker Berlins bald lahmgelegt worden, folgendes: Wenn die Untersuchung 2y2 Jahre im Gange war, Hütte die Behörde doch wohl die Apotheker warnen sollen!" Cs erscheint fraglich, ob Nardenkötter seine Praxis hätte aufgeben müssen unter der vom Präsidenten yervvrge- hobenen Voraussetzung eines Apotheken-Boykotts, denn dieserWohltäter der Menschheit" hätte ja einen Wohnsitz wählen können, wo er in dieser Hinsicht Entgegenkommen fand. Aber außer Zweifel ist allerdings, daß eine Warnung der Behörde, nachdem einmal das gemeingefährliche Treiben des Angeklagten den Gegenstand der Untersuchung bildete, sehr am Platze gewesen fein würde. Mehrere Berliner Apo- thekenbesitzer sind durch die Uebernahme von Lieferungen an Nardenkötter in eine überaus peinliche Lage geraten. Und nicht nur das, sie haben außer der materiellen Schä-, digung, die ihnen durch die Beunruhigung des Publikums entsteht, noch ein Verfahren wegen Verletzung der Apotheker- Betriebsordnung zu gewärtigen. Der Geschäftsbetrieb Nar­denkötters war ganz kolossal, unb er ist bis in die neueste Zeit fortgesetzt worden, wie im Laufe der Verhandlungen wiederholt zur Sprache kam. Diesen Umständen gegenüber muß doch wohl die Frage als berechtigt aufgeworfen werden: Lag hier nicht ein eminentes öffentliches Interesse vor, daß seitens der Behörden auf Grund der Ermittelungen unb der Ergebnisse der Untersuchung alsbald eine, wenn auch zunächst vertrauliche Warnung an die Apothekenbesitzer und an die Presse erlassen wurde? Mag es auch übertrieben sein, wenn Nardenkötter behauptet, jährlich 75000 Mk. für Anzeigen und Reklamen verausgabt zu haben, sicher ist, daß ihm der Weg zu solchen Ankündigungen mindestens sehr erschwert worden wäre durch ein warnendes Wort der Behörde.Ich habe nicht gewußt", erklärte in der heutigen Verhandlung der erwähnte Apothekenbesitzer,daß Nardenkötter ein Kurpfuscher ist." Die Verbindung wurde abgebrochen, nachdem der Apotheker erfahren hotte, daß gegen Nardenkötter Prozesse schwebten. Die im Prozeß zu tage getretenen Ungehörigleiten in mehreren Berliner Apo­theken sind selbstverständlich in keiner "Weise zu entschuldigen. Cs ist nur in der Ordnung, daß die Aufsichtsbehörde dagegen einschreitet. Doch wenn ein solches Versayren, wie mit Recht geltend gemacht wird, im Interesse der Beruhigung der Oefsentlichkeit liegt, so war es im Interesse der öffent­lichen Gesundheitspflege, soviel als nur möglich zu ver- hiichern, daß sich noch weiterhin zum Teil schwer erkrankte Personen >: dasInstitut Nardenkötter" wendeten und schwere Geldopfer für eine Behandlung brachten, die im besten Falle äußerst oberflächlich war, im ungünstigsten Falle aber ernste körperliche Schädigung herbeiführte. Die Feststellungen dieses Prozesses haben Aehnlichkeit mit den Feststellungen der Polizei nach der Flucht des Haupt- angcHagten sie kommen zu spät. Allenfalls, daß sich lernen läßt, was ein anderes Mal zu tun ist.

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Plaudereien aus der Kailerstadt.

(Nachdruck verboten.)

Sternberg Nachfolger. Die Sorglosigkeit der Großstadtmütter. Nardenkötters Abschied. Tas Tal des Leben» und die

Zensur.

Noch haben sich die Pforten des Zuchthauses für den reichen Wüstling Sternberg nicht wieder auf getan, _ noch sind die naturwidrigen unb ekelhaften Untaten desselben frisch in dem sonst so schlechten Gedächtnis des Berliners, sodaß dieser schon aus dem Zuchthause heraus umfassende Tispositionen trifft, seinen Berliner Grundbesitz an den Mann zu bringen, um nach Verbüßung seiner Strafzeick Berlin sogleich den Rücken kehren zu können und schon sorgt ein Greis, dessen gesellschaftliche Stellung durch feine Zugehörigkeit zum Offizierkorps der Reserve gekenn- zeichnec ist, ein Landmesser Stellst, dafür, daß wir nicht vergessen, an welchen Untiefen von Schmutz und Schande wir täglich vorübergehen, ohne es zu wissen; daß in den großen Mietskasernen, in denen Die meisten von uns wohnen, vielleicht Flur an Flur mit uns, das Laster seine Heimstätten haben kann, daß die Frauen mit dem ehr­baren Wesen, dem freundlichen Lächeln, die immer gut, aber nie auffällig gekleidet gehen, und sich anscheinend vom Abvermieten an ältere Herren in besserer Stellung nähren, dabei aber so viel Pech hoben, daß das Vermie- tungsplakut nie von den Fenstern verschwindet: daß diese braven, liebenswürdigen Matronen in Wirklichkeit gar nicht brav und ehrbar sind! Während im Falle Sternberg der Kreis der sogenannten Masseusen das Hauptkontingent für das Kupplertum stellte, sind von den vorläufig im Falle Stellst verhafteten vier Personen drei angeblich Händle­rinnen; die vierte wurde als Schneiderin angesehen, der bte aus- und eingehenden jungen Mädchen fertiggestellte Garderobestücke.brächten. Entsetzen erregend ist auch bei diesem neuen Skandal wieder das jugendliche Alter der Opjer. Es figuriert darunter ein Ackidchen, das dem

Verhafteten schon im Alter von 11 Jahren zugeführt worden ist. Aber wenn man tagtäglich sieht, wie unendlich viele der Berliner Kinder in die, em unkontrollierbaren Labyrinth von Straßen, auch noch in späten Abendstunden, umhertollen oder gewerbsmäßig ihre Streichhölzer und Blumen anbieten müssen, so erstaunt man darüber, daß nicht mehr dergleichen an die Oefsentlichkeit kommt. Ich traf vor wenigen Abenden am Potsdamer Bahnhof ein Kind von kaum zehn Jahren, das von der Wannseebahn kam und mir durch die Königgrätzer-, Prinz Albrecht- unb Zimmerstraße wie eine Klette anhaftete. Es war schon zehn Uhr vorüber, die Sache daher um so bedauerlicher. Auf Befragen erfuhr ich, daß das Kind von der Eisbahn in Friedenau kam unb Erlaubnis bis chalb elf hatte. An der Charlottenstraße bog ich ab, während das heme Fräulein einen Weg nach der Stal lschreiberslr aste tapfer sortsetzte. Ind ähnliche Fälle beobachtet man täglich. Auch das Back- ischpublikum unserer Theater, das sich naturgemäß aus besseren, d. h. zahlungsfähigen Greifen rekrutiert, macht mich oft nachdenklich. Man sieht die 14- und 15-Jährigen in Stücken, zu denen Eltern unmöglich die Erlaubnis ge­geben haben können. Tas Anbetteln beliebter Schauspieler um Postkarten-Untecschr^f.en, das zu einer wahren Man.e ausartet, und sich vor Beginn der deir. Verkeilungen am Schauspielhause usw. tägckch wiederholt, ist eine Harm­losigkeit Dagegen; die durcv die Unermudtichteit der Auto- graphen gebenden eitlen Mitterwürzlein, ^aase's oder auch Kainz von beiden! einen belustigenden Zug erhält. Elternblindheit, wenn nickst schlimmere Fehler, sind die Ursache aller dieser Erscheinungen, und so manches Ber­liner Fräulein, das daheim noch fürein Kind" gilt, wandelt in den unfoiurotherten Stunden auf Bahnen, die die Ueberreife festgetreten!

Es ist eben fi^c immer eine gute Spekulation, wenn man auf die Leichtgläubigkeit feiner lieben Mitmenschen baut Auch der Falt Nardenkötter beweist es. Dieser Kur­pfuscher mit den Schablonen-Rezepten und t en typischen Abfertigungen unzufriedener Patienten hat em Jay res-

einkommen gehabt ime iaum einer der berühmtesten ärzt­lichen Kapazitäten Berlins. Unb daß ihn der Richter gegen eine Kaution von nur 15 000 Mark auf freiem Fuß ließ, war ein brillanter Abschluß seiner Berliner Spekulationen auf die Leichtgläubigkeit. So konnte er in aller Ruhe verduften, und läßt nun die anderen, die er mit geradezu schäbigen Löhnen abgefunben hat, den lstsen Brei auslöffeln. Uebrigens finden fia/ unter den Zeugen auch etliche, denen die Mixturen dieses modernen Eisenbarts geholfen haben. Cs geht eben nichts über den guten Glauben.

Auch Serenissimus hat ihn in Max Dreyers amüsantem SchwantTas Tal des Lebens". Dort ist es em Leib- medikus, der den Wundertrank braut, dessen Wirkungen für die Erbfolge imLändle" so notwendig sind. Wie oas Ländle nun zu seinem Kronprinzen kommt, unab­hängig von den Wirkungen des Zaubersaftes, wie dadurch die Bigotterie imLarnste",die Keuschheit unter militä­rischer Begleitung" wieder verschwindet undTas Tal des Lebens" seine Ammen wieder alssozusagen Staats­beamte" nach der Residenz usw. liefern darf, das ist der Inhalt des entschieden hochkomischen Stückes, das eine hÜbsme Anzahl von Aufführungen erleben würde, wenn nicht der Zensor fein Voium eingelegt hätte. Die Aufführ­ung vor geladenem Publikum erzielte einen starken Erfolg, der nur nach dem etwas ab flauenden Schlußakte nachließ. Aber trotz der tapfer applaudierenden Rezensentenschar, die mit dcm lachenden unb unermüdckch die Häuoe regenden HermannSuoermann diesmal einig mar, werden die Berliner nicht in dasTal des Lebens" pilgern können, wenn sie nicht nach Hamburg reisen. Hamburg ist eine freie Reichsstadt, die feinen Zensor kennt und über Sere­nissimus lacht, wenn er komisch ist. Wir dürfen uns nur über Pariser Bourgeois amchchren, die's dafür aber auch um so toller treiben. Ist das nun eine Auffassung, die einenDreyer" wert ist? Ll. R.