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Ddresie für Depeschenr «n-etger Gießen.» ^ernsprechanschluß Nr. 81.
Nr. 161
Erscheint täglich
außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem keMschen Landwirt die Gießener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegt.
Rotationsdruck u. Verlag der BrÜHUlchen Untvers^Buch-u.Stein- druckerri (Pietsch Erben)
Erstes Blatt. 18». Jahrgang Montag 1». Juli 1903
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WZZ ——__________________________ zetgenteil: Pans Beck.
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Hofgut Albach, den 13. Juli 1S0Ü. Betr.: Landwirtschaftliche Ausstellung zu Gießen. As die Henk« Krßtzrr von Nogelsbergkr Kieh im Kreist Gieße«.
Hiermit bitte ich Sie, an der vom 10. bis 13. September d. Js. zu Gießen stattfindenden landwirtschaftlichen Provinzialausstellung mit Anmeldungen von rassereinen preiswürdigen Tieren fich recht zahlreich beteiligen zu wollen. Der Bezirkszuchtverein Gießen muß unbedingt auf dieser Ausstellung den Besuchern derselben zeigen, daß die Züchtung rr Vogelsberger Viehrassen in seiner hessischen Heimat noch !cht ganz verschwunden ist, sondern daß die Viehbesitzer be- '.^rebt find, diese anerkannt gute Zuchtrichtung immer mehr zu verbessern und wieder aus den Standpunkt zu bringen, welche dieselbe verdient. Keinesfalls darf der Zuchtverein Gießen auf dieser Ausstellung mit seiner Beschickung gegenüber den benachbarten preußischen Kreisen zurückstehen.
Durch Beschluß des Vorstandes vom Zuchtverein Gießen wird dem Ausstellungs-Komitee aus seinen vorhandenen Mitteln eine namhafte Summe zur Verteilung an Preisen zur Verfügung gestellt, auch ist für diejenigen Viehbesitzer, welche auf ihre Tiere keine Preise erhalten, eine entsprechende Wegvergütung in Aussicht genommen.
. Diejenigen Herren Viehbesitzer des Kreises Gießen, welche zur Ausstellung Tiere per Bahn nach Gießen schicken wollen, mache ich noch schließlich besonders auf die Bekanntmachung des Hessischen Landwirtschaftsrats vom 18. April d. Js. aufmerksam.
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angewachsen. Die Gymnasien und Realanstalten erfordern einen staatlichen Zuschuß von Mk. 900 000 gegen i/2 Million Mark vor zehn Jahren. Die Universität Gießen kostete vor zehn Jahren den Staat auch nur i/2 Million Mark, jetzt Mk. 800 00 0, und dabei sind die recht bedeutenden Aufwendungen des Staates für Neubauten usw. ganz unberücksichtigt gelassen.
Dem Kapitel „Verkehr" entnehmen k xr nach der „Frks. Ztg.", daß der hessische Staatseisenbahnbesitz im Jahre 1900/01 aus einer Betriebslange von 1157.92 Kllo-
jehen wird, so stand der eben angegebenen eigentlicher Staatsschuld von 261 Millionen Mark als werbendes Staatsvermögen gegenüber 1) das Anlagekapital der Eisen- Bahnen in der Höhe von 261 Millionen Mark (s. oben), 2p der Vermögenswert der Forst- mtb Kameraldomanen ernschl. des Familieneigentums des Großh. Hauses in der hohe von 117 Millionen Mark. Hierzu ist zu bemerken, i>aß das Familieneigentum des Großh. Hauses eingerechnet werben muß, weil oessen Ertrag in die Staatskasse slleßt Der Vermö'genswert der Forst- und üameraldomänen ist.
meter bestand. Das dafür aufgcwandte Gesamtanlagekapital betrug im Durchschnitt des Rechnungsjahres 19O0/O1 rund 261 Millionen Mark, die Eisenbahnschulden betrugen im Durchschnitt des gleichen Rechnungsjahres 248 Millionen Mark, d:e Reineinnahme aus Eisenbahnen (Anteil am Ueberschuß der Gemeinschastsverwaltung abzüglich öffentlichen Abgabe) betrug Mk. 11090 850, sooaß sich das Gesamtanlagekapital zu 4.24 Prozent, das Schuld kapital
4.47 Prozent verzinste. Für die Eisenbahnschulden zahlte der Staat im Durchschnitt des Rechnungsjahres 1900/01 Mk. 7 811448 Zinsen. Mithin überstieg die Reineinnahme aus Eisenbahnen den Zinsenaufwand um Mk. 3 279 402. Da der Zinsenauswand in $ro$enten des Schuld kapital s 3.15 betrug, so überstieg die Aktrvverzinsung des Schuldkapitals dessen Passivverzinsung um 1.32 Prozent.
Das Handbuch gibt auch eine Uebersicht über die ^Staatsschuld und das Staatsvermögen. Die
kti i eigentliche (nicht besonders gedeckte) Staatsschuld betrug im Rechnungsjahr 1900/01: 266 Millionen Mart,(alle folgen- I den Angaben in runde?! Beträgen), wovor: aus die Eisen- I dahnschulden 248 Mill. Mark und auf sonstige (allgemeine) 1 Staatsschulden 18 Millionen Mark kamen. Wenn hier von I den nicht werbenden, im wesentlichen aus Dienstgebäuden i| bestehenden Jmmobiliar-, sowie Mobiliarvermögen abge-
Jndem ich hiermit nochmals die Herren Viehbesitzer zu einer recht regen Beteiligung an der Ausstellung zu Gießen »inlade, bin ich zu jeder gewünschten Auskunft gern bereit.
Der Direktor
deZ landw. Bezirksvereins Gießen für Vogelsberger Vieh. I. V.: Aug. Klein.
Statistisches aus Kesten.
Nach dem von der Großh. Zentralstelle für die Landesstatistik herausgegebenen Statistischen Handbuch für du s Groß Herzogtum Hessen betrug die Bevölkerung des Großherzogtums am 1. Dezember 1900: 1119 893 Personen, das fce Deutet seit den letzten zehn Jahren eine Zunahme von rund 127 000 Personen, und zwar ein Ansammeln der Bevölkerung in den Städten, während das platte Land vielfach mit der Bevölkerungsziffer stehen bleibt.
hatten
Einwohner im Jahre
an die finanziellen Leistungen des Staates sind in ungewöhnlicher Weise gestiegen. Beispielsweise sind die vom Staate zu den Kosten der Volksschulen zu leistenden Zuschüsse in den letzten zehn Fahren von 1 Million Mark auf 2y2 Millionen Mark
1890
1900
Mainz . .
. . 72059
84 251
Darmstadt
.. 56 399
72381
Ofienbach .
.. 35 085
50468
Worms \ .
.. 29119
40 705
Gießen . .
. . 20571
25 491
wie das Handbuch besagt, dem Vorgang anderer Staaten folgend, aus dem Durchschnitt des Reinertrags der Jahre 1898/99 bis 1900/01 durch Kapitalisierung mit 2 Prozent ermittelt. Der Gesamtwert des werbenden Staats- Vermögens betrug also 378 Millionen Mark. Zieht man davon den Betrag der eigentlichen Staatsschuld ab, so bleiben rund 112 Millionen Mark übrig, um welchen Betrag das werbende Staatsvermögen die eigentliche Staatsschuld übersteigt. Wenn nun zuletzt noch der Reinertrag des werbenden Staatsvermögens mit dem Aufwand für die Verzinsung der eigentlichen Staatsschuld verglichen wird, so ergibt sich als Reinertrag der Eisenbahnen für 1900/01 Mk. 11090 850, als Reinertrag aus dem sonstigen werbenden Staatsvermögen für 1900/01 Mk. 2186 634, zusammen also Mk. 13 27 7 493 Reinertrag aus dem werbenden Staatsvermögen, dem ein Zinsenauswand für die eigentliche Staatsschuld von 8457181 Mark gegenübersteht, so daß der Reinertrag des werbenden Staatsvermögens oen Aufwand für die Verzinsung der eigentlichen Staatsschuld um Mk. 4 8 20 312 übersteigt.
Der steröeilöe Mpst.
Rom, 12. Juli.
Der Papst empfing gestern seine Nichte,dieMar- quise Canali. Es ist dies das erste Mal, daß der heilige Vater in seinen Privatgemächern eine Frau empfangen hat. Der Besuch war übrigens nur kurz. Die Frau Marquise fiel sofort beim Anblick des Papstes auf die 5hne, war sehr erschüttert und weinte bitterlich. Der Papst sprach nicht zu ihr, sondern begnügte sich, seine rechte Hand aus ihren Kopf zu legen.
Lapponr erklärte gestern abend im Vatikan den versammelten Kardinälen, daß wider Erwarten im Befinden des Papstes wirkliche, wenn auch nur leichte Besserung eingetreten fei. Zwei warme Bäder führten vermehrte Nierentätigkeit herbei. In der Lunge und im Brustfell hat sich keine Flüssigkeit wieder angesammelt. Der Papst schlief die Nacht von Samstag auf Sonntag einige Stunden. Das Allgemeinbefinden besserte sich ausfallend. Das heute vormittag 9 Uhr ausgegebene Bulletin lautet: Der Papst verbrachte eine ruhige Nacht. Der Schlaf von einigen Stunden trug sichtlich zur Besjerung des Allgemeinbefindens des Papstes bei. Der Puls ist weniger klein und etwas kräftiger. Er beträgt 82, die Atmung 30, die Temperatur 36,4. Die Harnabsonderung ist gering, gez. Mazzoni. Lapponi.
Der Papst verließ das Bett nicht. Die Aerzte fanden ihn bei ziemlich guten Kräften und gehobener Stimmung. Mazzoni sagte beim Verlassen des Vatikans, bei diesen: Stande der Krankheit könne man zufiieden sein. Eine unmittelbare Gefahr bestehe nicht. Morgens wurde ein Fenster im Zimmer des Papstes etwas geöffnet. „Atessaggero" meldet: Während der Nacht herrschte in: Vatikan verhältnismäßig Ruhe. Der Befehlshaber der Nobel- und der Schweizergarde purste sich zur glühe begeben. Ein anderes römisches Blatt meldet indessen: im Gegensatz zu dem amtlichen Krankheitsbericht habe sich das Befinden des Papstes verschlimmert.
In einer Sonderausgabe der „Tribuna" wird gemeldet, Mazzoni sei eine Stunde beim Papst gewesen und habe fest- gestellt, daß der Zustand s:ch nicht verschlimmert habe. Der Papst zeigte größere Lebhaftigkeit in seinen Bewegungen. Er begrüßte Mazzoni mit der Hand und sagte, er befinde sich ziemlich gut. Mazzoni machte dem Kranken eine Einspritzung unter die Haut mit künstlichem Serum. 'Er stellte fest, daß die Krankheit einen vollkommen normalen Verlauf nehme. Der Papst wollte das Bett verlassen, Mazzoni aber riet, noch einige Stunden zu warten. Aus die Frage des Berichterstatters, ob noch Hofsnung bestehe, antwortete Mazzoni: „W a r u m nicht?"
Heute früh ist der Domkapitular Graf Caracciolo aus Neapel im Vattkan eingetroffen, mit der wund er tätigen Bischofsmütze des Neapeler Schutzheiligen Januarius. Er wurde von Kardinal Rampolla empfangen und d:e Bischofsmütze im Zimmer des Papstes auf einen: improvisierten Altar aufgestellt. Äe heilige Mitra gilt als überaus wundertättg und soll dem Papst z u m Kusse g e r e i ch t werden; sie wird als letztes R e t t u n g s m i 11 e l betrachtet.
Pros. R o s s o n i erklärte mehreren Journalisten, die Kräfte des Papstes seien erschöpft, er, Rossini, sei zu spät gerufen worden und hätte nur noch den schlechten Zustand des Patienten feststellen und dessen wetteres Fortschreiten verhindern können.
Pros. Rossoni leidet an einem leichten Fi e b e r an fa ll.
Nach der „Jtalie" leidet Rampolla infolge übermäßiger Arbeit während der letzten Zeit an Schlaflosigkeit und fiebrigen Zuständen. Lapponi verordnete ihm Siuhe, aber Rampolla setzt die angestrengten Arbeiten fort. „Gior- nale d'Jtalia" zufolge verlautet, ocr Architekt des Vatikans habe für den Zusammentritt des Konklaves schon einen Plan aufgestellt. Mehrere im Vatikan lvohnende Familien haben d:e Aufforderung erhalten, die Wohnungen zu verlassen, die für die Zwecke des Konklaves dienen sollen. Nach dem „Messaggero" ordnete der Papst an, die Depeschen der Souveräne zu beantworten und mit Papst Leo XIII. zu unterzeichnen.
W:e ans vatikanischen Kreisen mitgeteilt wird, soll angesichts des Konklaves eine Art Allianz zwischen Rampolla und dem Kardmal Gotti zu ftaube gekommen sein. Dieselben hatten sich dahin verpändigt, daß für den Fall, daß der (Sine oder Andere beim erßen Wahlgange nicht gennihlt wird, beide für den Kardinal Agliard: eintreten. Die Kardiuäle £' r e g l i a und ll n g 1) e r ini sind erkrankt. Der in vatikanischen Dingen gnl unterrichtete „Corr, della Sera" bestrettet, daß Gotli deutschfeindlich sei,
wie bisher meist angenommen wurde, uni) zwar verweist der „Barrere" auf den Umstand, daß der Kaiser bei dem Frühstück in der preußischen Gesandtschaft sich auffallend lange und freundlich mit Gotti unterhielt, dem als Präfekten der Propaganda das Missionswesen untersteht. Ebenso erinnert der „(Sortiere" daran, daß Gotti zu allen preußischen Gesandten angenehme Beziehung pflog. Der „(Sortiere" folgert daraus, daß Dejutschland^ der Wahl Gottts sympathisch gegenüberstehen könnte. Dasselbe Blatt hebt die seltsame Tatsache hervor, daß in diesem Konklave etwa ein Dutzend Konkurrenten mit denselben Chaneen auftreten. Was die französischen Kardinäle betteffe, so seien diese wegen der französischen Kirchenpolitik keineswegs Rampolla oder seinen Kandidaten allzu günstig gesinnt.
W:e mitgeteilt wird, hat zwischen Rampollaund dem Arzt Mazzoni eine Auseinander se tzung stattgesunden. Rampolla soll d:e Aerzte ersucht haben, sich über die Krankheit des Papstes in den Bulletins günstiger zu äußern. Lapponi soll sich hierzu berett erklärt Haven, lvährend Mazzoni Widerspruch erhob und erklärte, fo etwas fei mit seiner Würde unvereinbar und er wolle in diesem Falle lieber den Vattkan verlassen. Infolgedessen soll Rampolla von seinem Wunsche Abstand genommen haben, woraus der Zwischenfall erledigt war.
Gestern traf im Vattkan ein Telegramm des Zar en ein und zwar ohne Vermittelung der russischen Botschaft. D:ese Kundgebung des Zaren hat allgemeine Befriedigung hervorgerufen.
Deutsches Reich.
Berlin, 12. Juli. Aus Trier kommt die bestimmte Zusage, daß KaiserWilhelm gelegentlich seines Aufenthaltes auf Schloß Ur ville im y/tai 1904 die Städte St. Johann und Saarbrücken besuchen wird, um der feierlichen Enthüllung des Kaiser Wilhelm-Denkmals auf der alten Brücke beizuwohnen. Bei dieser Gelegenhett wird der Kaiser auch die Schlachtfelder von 1870/71 besuchen.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." dementiert offiziös die Mitteilung über ein angebliches Gespräch des Kaisers mit dem Amerikaner Vand er bilt, worin der Monarch sich über d:e Frage einer Reichst-agsauflösung, über das Anwachsen der so zia lde m o tr atischen Stimmen und sonstige innerdeutsche Verhältnisse geäußert haben soll.
— Ein Hamburger Blatt hat kürzlich gemeldet, der Kaiser habe dem amerikanischen Admiral Cotton zu- gesagt, er werde die Prinzen Heinrich und Adalbert in Erwiderung des amerikanischen Flottenbesuchs in Kiel mit einem Geschwader nach Nordamerika entsenden. Diese Meldung ist. wie die „Nctt.-Ztg." von unterrichteter Seite hört, unrichtig.
— Der Kaiser hat auf das Telegramm der konstö tuierenden Versammlung des Vereins zur Gründung eines „Museums von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik" in München nachstehende telegru- ph:sche Antwort an den Verein zu Händen des Staatsmi- n:sters v. Feilitzsch erteilt:
„D:e Mitteilung über den in Gegenwart Sr. Kgl. Hoheit des Prinzen Ludwig gefaßten Beschluß der Begründung eines Vereins zur Errichtung eines deutschQi Museums von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik begrüße ich mit Befriedigung. Ich verfpreche mir von dem neuen Museum eine wesentliche Förderung der deutschen Naturwissenschaft und Technik, die ja schon jetzt in her ganzen Welt eine jo hoch angesehene Stellung einnehmen. Gern werde ich dem von so bewährten Männern ausgegangenen vaterländischen Unternehmen mein besonderesJnteresse zuwenden und weitere Mittellungen über die Entwickelung des Vereins entgegennehmen."
— Der „Staatsanzeiger" veröffentlicht das Reglement über die Ausführung der^Urwahlen zum Abgeordnetenhause, das an Stelle des Reglements vom 18. September 1893 tritt. Das neue vom 14. März 1903 datierte Reglement sllllwt zuerst' bei der nächsten Neuwahl des Abgeordnetenhauses Anwendung.
— Die „Staatsbürgerztg." führt aus, daß nach^ dem amtlichen Material ein antisemitischer Sttmmeurück- gang von 284 250 auf 246 948 stattgefunden hat. Dabei sind als antisemitische Stimmen auch die Stimmen für Christlich- Soziale eingerechnet und (Stimmen für den national* sozialen Kötfchke in Sangerhausen und den Bündler v. O e r tz e n in Lennep-Mettmann.
K o l b e r g , 12. Juli. Im Winter 1890 hatte derBürger- meister von Kolberg, Kümmert, anläßlich der Reichstagswahlen den Saal des stüdttschen Kurhauses den Sozialdemokraten zu einer Wahlversammlung überlassen, nachdem auch fast alle anderen Parteien den Saal benutzt hatten. Kümmert wurde daraufhin auf dem Disziplinär- Wege zu einer Ordnungsstrafe verurteilt Kurz dar- anf wurde ihm auch das Recht aberkannt, die Uniform zu t r a g c n (Kümmert war Offizier der Landwehr). Vor wenigen Tagen nun wurde das Nettelbeck-Gneisenau- Denknial hier eingeweiht. Bei dieser Gelegenheit überreichte der Oberpräsident v. Maltzahn-Gultz dem Bürgermeister den Roter: Adlerorden vierter Klasse und sprachdenMmsch aus, daß er noch recht lange an der Spitze der Stadt stehen möge.
Köln, 12. Juli. Heute wurde das von dein Blldlstruer. Schre:ber geschasseue D e n f m a l des Gründers der katholischen Gesellenvereine, K o l p i n g, vor der Minoniten- kirche, in der Kolping begraben liegt, feierlich enthüllt Vierhundert Gesellenvereine aus Deutschland, Oesterreich- Ungarn, Schweiz, Frankreich, Belgien, Holland, i£nglaub und Amerika waren teils vollzähllg erschienen, lells ent sandten sie Vertreter. Die Zahl der Teilnehmer betrug ca. 15 000. D:e Straßen sind geschmückt. Der Feier wohnten


