Ausgabe 
13.6.1903 Erstes Blatt
 
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Mlischcr WohnilugsuachMis

Otartenstratze 2, Rimmer Nr. 14.

(GeschäftssUmden von 81 und von 36 Uhr.)

Es sind zu vermieten:

24 Wohnungen von 17 Zimmern, 3 möblierte Zimmer.

Zu mieten gesucht:

14 Wohnungen von 28 Zimmern.

Die Vermieter haben eine Einschreibgebühr zu entrichten und zwar für eine Wohnung mit einem jährlichen Thetivert bis 300 Tif. einschließlich 0,20 Mk., von mehr als 300 Mk. bis 500 Mk. ein- schließlich 0,50 Mk., und von mehr als 500 Mk. 1,00 Mk.; außer­dem nt für jede Wohnungsanmeldung 1,00 Mk. zu hinterlegen.

Für die Wohnungssuchenden erfolgt die Vermittelung un- entgeltlich. 4739

Arbeitsnachweis der Stadt Gießen

Gartenstraße 2 (Vürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14.

Der Arbeitsnachweis hat die Ausgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeit,iehmern (Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln.

An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 bis 6 Uhr geöffnet.

Eo können eingestellt werden:

18 Dienstmädchen für sofort ttni> später gegen hohen Lohn, 1 Kindermädchen, 1 Kmderivarterin, 1 Zimmermädchen, 1 Köchin znr Aushilie, 1 Weißzeugnäherin, 2 Laus- bezw. Putz- iraueu, 1 Waschfrau oder -Mädchen bei hohem Lohn nach auswärts, 5 Waschfrauen, 1 landwirksch. Magd, 1 Kunstschlosser, 1 Spengler (auswärts-, 6 Bau- uud Möbeljchreiner (1 hier, 5 auswärts), 2 Drechsler (ariswärts), 1 Schiieidinüller (auswärts), 1 Zementmüller (auswärts), 5 Anstreicher (2 hier, 3 auswärts), 1 Bäcker (auswärts), 2 Schneider (1 hier, 1 auswärts), 1 Hausbursche, 1 Pferdeknecht, 1 jüngerer landwirtschaftlicher Pferdeknecht (auswärts).

Lehrlinge:

1 Wagner, 1 Schneider, 1 Friseur (auswärts), 1 Maler und Lackierer, 1 Schreiber, 1 Lehrmädchen (Verkäuferin).

Es suchen "Arbeit:

2 Dienstmädchen, 2 Zimmermädchen, 1 Kindermädchen, 1 Kinderwärterin, 3 Flickerinnen, 3 Waschfrauen, 6 Lailf- bezw. Piltzirauen, 1 Lausmädchen, 1 Wäsche- oder Plättmädchen, 2 Metall- former, 1 Spengler, 1 Ban- und Maschinenschlosser, 2 Bauschlosser, 1 Maschinenschlosser, 8 Bau- und Mobelschremer, 1 Wagner, 1 Zimmermann, 1 Hüter, 3 Glaser (darunter 1 Rahmenmacher), 2 Weißbinder, 2 Buchbinder, 2 Schuhmacher, 2 Heizer, 1 Burean- gehilfe, 12 Hausburschen, 4 Diener bezw. Auslauser, 2 Kutscher, 1 Krankenwärter, 3 Laglöhner. 6 Pferdeknechte (darunter 4 für Landwirtschaft), 3 landwirtsch. Arbeiter.

Lehrliuae:

1 Schreiber. 4738

Bekanntmachung.

In der Zeit vom 6. bis 13. Zum 1903 wurden in hiesiger Stadt .

gefunden: 1 Manschettenknopf, 1 Kinderjäckchen, 1 Paar

Turnschuhe und 1 Turnergürtel;

verloren: 2 Portemonnaies nut Inhalt, 1 goldene Brosche und 1 schwarzer Damenkegenschirm.

Entflogen sind: 2 Kanarienvögel.

Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen.

Gießen, den 13. Juni 1903.

Großyerzoglimes Polizeiamt Gießen.

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(Offrnriihicf

an den ehemaligen Gutsbesitzer, Land­wirt a. D. und jetzigen Ockonamierat Herrn Sch len Ke in Meßen!

Das liberale Wahlkomitee und andere haben zwar Ihre Auslassungen in Nr. 132 des Gießener An­zeigers bereits kritisiert und richtig gestellt, trotzdem oll und muß gegen die Art und Weise Ihres Vor­gehens und den Inhalt Ihres Pamphlets, aus der Bürgerschaft heraus, energisch Protest eingelegt werden.

Warum schreiben Sie denn in Ihrem politischen Glaubensbekenntnis:Die folgenden Wahlkämpfe über­gehe ich" Warum? fragen wir. Glauben Sie, daßdie jüngere« unerfahrenen Führer" der nationalliberalen Partei und die Wähler den gemachten

Heugras-Versteigerung

der Stadt Gießen.

Montag, beit 22. und Dienstag, den 23. Juni 1903, jedesmal vormittags 9 Uhr beginnend, soll das Heugras von den städtischen Wiesen, von dem Friedhof und von den Anlagen vor dem Friedhof meistbietend versteigert werden und zwar:

Montag, den 22. Juni 1903:

a) an Ort und Stelle von den Wiesen vor der Neustadt, sowie das Gras von einer Wiese auf dem Seltersberg,

b) am Neuenwegertor von den Wiesen im Heegstrauch und in der Stephansmark,

c) an Ort und Stelle vom Friedhof (Abteilung 18), von den Anlagen vor dem Friedhof und von den Wiesen im Rußland, d) im Philosophenwald, nachmittags 2 Uhr, von den Wiesen im Füritenbrunnen, im Wiesecktal und von 2 Hospitalwiesen, sowie 2 Psarreiwiesen in der Gemarkung^Wieseck, und um 5 Uhr von ea. 16 Morgen Wiesen in der Schwarzlach.

Dienstag, den 23. Juni 1903:

e) von den Ochjenwiesen, einer Hospitatwiese, von den Wiesen im Stolzenmorgen, Utersbrunuen und Altentisch,

f) nachmittags 2 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Rödgen, g) nachmittags */,3 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung AUen-Buseck,

h) nachmittags 3 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Großen- Buseck.

Die Zusammenkunft ist am 22. Juni am Neuslädtertor, am 23. Juni in den Lchsenwiesen.

Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, Vorstehendes in ihrer Gemeinde bekannt machen zu lassen.

Gießen, den 12. Juni 1903. 4723

Ter Oberbürgermeister.

Mecu m.

Zur

WtzslWMlst!

In Nr. 132 empfiehlt Herr Oekonomierat Schlenke, Herrn Köhler in Langsdorf zu wählen. Obgleich ich über­zeugt bin, daß Herr Schiente nur das gute und beste für die Landwirtschaft will und das auch mit Taten begründet, so glaube ich aber doch auch, daß, wenn die Industrie in un­serem Wahlkreis nicht so blühte, und hauptsächlich in der Umgegend von Gießen die Landwirtschaft auch eine Einbuße erleiden würde. Z. B. fast alle Gerste, die in der Wetterau von den Landwirten gezogen wird, wird, wenn sie gut ist, von den Bierbrauereien attfgekauft und zu Bier gebraut, und )aS meiste Bier wird doch in der Stadt und von den In­dustriearbeitern auf dem Lande getrunken. Ferner glaube ich nicht, daß wir immer einen so guten Absatz für unser Fettvteh und Schiveine in Gießen hatten, wenn die Industrie in Gießen nicht in dem jetzigen Maße bestände.

Zwar ist ja bei Aufbesserung der verschiedenen Berufs­ständen die Landwirtschaft nicht immer so gut bedacht worden wie z. B. die Arbeiter, aber vielfach ist doch auch den kleinen Landwirten die Gelegenheit geboten, durch die Industrie einen Nebenverdienst zu erzielen.

Deshalb glaube ich, daß man bei der Wahl des Kan­didaten nicht einseitig sein soll, sondern man soll einen Mann wählen, der die Interessen der Industrie und der Laud- wirtfchaft vertritt.

Was nun die Wahl des Herrn Heyligenstaedt betrifft, so glaube ich sicher, daß er beide Berufsarten vertreten wird, denn wenn ein Mann wie Heyligenstaedt, der es von einem Arbeiter bis zur icyigen Höhe gebracht hat, (denn wie oft sah ich ihn am Schraubstock bei Georg Nenzel arbeiten, wo ihm der Schweiß vom Gesicht triefte) und der eine so große Weltfirma errichtet hat, und immer seine Arbeiter so sehr gut honorierte und für sie sorgte; soviel mir bekannt ist, so glaube ich, daß ein jeder, sei er Beamter, Handwerker oder Bauer, oder Arbeiter Herrn vcnligcustacdt ivählen darf und soll, well ich ihm vertraue, daß er alle Staude gewissenhaft ver­treten wird. 4751

Ei« Landwirt.

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Lelanntmachung.

In das Handelsregister wurde heute bezüglich der FirmaJulius Nattuicmn" zu Gießen eingetragen: Die Pro- kiira des Kaufmanns Louis Reitz dahier ist erloschen.

Gießen, 6. Juni 1903. 4726] Großh. Amtsgericht. Konkursverfahren.

Das Konkursverfahren über das Vermögen des Gastwirts HansProttengeier in Gießen wird mangels Vorhanden­eins einer den Kosten des Verfahrens entsprechenden Masse eingestellt. [4719

Gießen, 9. Juni 1903.

Gr. Amtsgericht.

Forderungen und son­stige Ansprüche an den Nach­laß des am 16. Mai dahier verstorbenen Kunstmalers Otto Fritz sind bei Meidung vorläufiger Nichtberücksichtig­ung alsbald bei dem Unter­zeichneten anzumelden.

Gießen, 13. Ium 1903.

Römheld [4745 Rechtsanwalt und Notar. Tie Lieferung von 210 Zentner Nußkohlen I. Sorte und von 93 Ztr. Nuß-Coaks II. für daS Gr. Amtsgericht und das Haftlokal soll im Sub- missionsweg vergeben werden. Angebote sind zum EröffnungS- ternun Donnerstag 18. Juni 1903, vormittags 11 Uhr ein­zureichen. Ziischlagsfrist eine Woche. Die Bestimmungen des Mmistenal-Erlasses vom 16. Juni 1893 finden Einwend­ung. [4727

Gr. Amtsgericht Lich.

HellMSverßeilierNl].

Montag, den 15. Fuui, nachmittags von 5 Uhr ab wird bei Gastwirt Schäfer zu Duubringen das dies­jährige HeugraS von der fis­kalischen Lorauwiesc ver­steigert. 4707

TrerS a. d. Lda, 11. Juni 1903 Großh. DberfÖrfteret TrerS

Schneider.

Donnerstag, den 18. Juni vormittags gegen 10 Uhr soll das Hengras von den der Gemeinde Altenbuseck gehöri- gen Wiesen im Anschluß an die fiskalische Versteigerung bei Wirt Otto Rabenau versteigert werden.

Altenbuseck, 13. Juni 1903. Gr. Bürgermsterel Alten-Buseck.

4733] Körber._________

Versteigerung.

Freitag, den 26. dS. MtS., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich tm Pfandlokale Seilersweg 11 gegen Barzahlung:

1 Musikautomat, 1 Kassafchrank, 1 Schreibtisch, iSpiegel, mehrere Soias, Konioden, 2 Vertikows, 1 Klelderschrank, 1 Regulator, 1 Nähmaschine, 1 Ptanino, 2 Fahrräder, 2 Koffer, 1 Laden- lheke, 1 Glasichrank, 1 Billard, Stühle, 2 Kastenwagen u. a. m. Gießen, den 18. Juni 1903.

4750 Sier,

_______ stellv. Psandmeister.

Montag, den 15. dS. MtS., nachmittags 1 Uhr, versteigere ich in dem tteschaftSlokal des H. Back lu Lollar gegen Bar­zahlung: 4736

1 Laoentheke mit Regal, 1 De° zrmalwage mit Gewichtsteinen, 2 Schränke, darunter 1 eisernen, 1 Regulator, Feuerwerkskörper, Schreibmaterialien und allerlei Kurzwaren, sowie ca, 1 Mille Zigarren.

Versteigerung bestimmt.

Vorn, Gerichtsvollzieher.

Bersteigeruug.

Dienstag, den 16. d. Mt»., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Bar­zahlung:

2 Bettstellen mir Matratzen, Geräts chrank m. Aufs atz, 6 Rohr­stühle, 1 Spiegel, Göthes, Schillers, Lenaus, Lessings und Shakespeares Werke, 4 Bande Weltgeschichte, Brockhaus Kon- fervations- Lexikon, 1 Pierd, 2 Wagen und sonstige Möbel aller Art. 4737

Born, Gerichtsvollzieher.

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11 i reisende HOSPIZ Damen

evang. Schwesternhaus, i Giessen, lobannesstr. 7.

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Fehler, Sie als Kandidaten für den Reichstag auszu- tellen, vergessen hätten?

Weiter ereifern Sie sich, daß ein freisinniger Parteiführer (wohl Herr Beigeordneter Georgi ge­meint) den nationalliberalen Kommerzienrat Heyligen- taedt präsentiert. Derselbe hat allerdings daran nicht gedacht, Herrn Schlenke der jetzt so schön Zeit hat das Mandat anzubieten wie unrecht! Erst nationalliveral, dann agrarisch und heute Lorspann- dienste den Antisemiten leistend 1 Welche Wand­lungen !

Weiter schreiben Sie:Wir, die Landwirte, das Kleingewerbe, die Handwerker, die mit uns auf dem Lande leben u. j. w." Ei! seit wann sind Sie denn ivieder Landwirt, Kleingewerbtreibender oder Hand­werker! seit wann wohnen Sie denn auf dem Lande? Nach dem Adreßbuch bewohnen Sie doch em dem Herrn Brauereibesitzer Bichler gehöriges Wohnhaus auf dem Hardthof m oder bei Gießen.

Es ist bedauerlich und empörend, daß Sie sich dazu hergeben, einen Herrn Köhler-LaugSdorf als besseren und berufeneren Kandidaten zu empfehlen, weil er grob, geradeaus, ehrlich und seine Meinung gerade heraus sagend sein soll, während Sie unseren Kandidaten, Ihren Mitbürger und gewesenen Parteifreund Heyligenstaedt, aus Grund seines Be­rufes, der Begehrlichkeit, des Nimmersattseins, des schlimmen Beispieles für die immer noch gedrückten Agrarier, der ungerechtfertigtsten übertriebenen An­sprüche u. s. f. bezichtigen. Wir überlassen das Urteil über diese Handlungsweise ruhig den Wählern in Stadt und Land und sind beseelt nur von dem einen Wunsch, daß dieselben Ihnen die einzige aber richtige Antwort erteilen, indem sie am 16. ds. Mts. chre 3tim in en dem Kandidaten der bürgerlichen Mittel­parteien

Herrn Nommerzienrat heyligenstaedt geben werden.

Gießen, Juni 1M3. 4717

billigeder liberale» Waadmedner".