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die bekannte, ungori[cf)e Malerin Bilma von Parlaghy ihrem Gatten, dem ftüxften Lwoff scheiden. Die in, welche im 38. Lebensjahre steht, war vor ihrer
Fürstin, welche
etzigen Ehe schon einmal verheiratet.
* Von der Höllenmaschine im Hafen von
Vermischtes.
* Berlin, 12. Mai. Ein schweres Verbrechen ist gestern in Rixdorf an einem siebenjährigen Mädchen namens Helene Krüger verübt worden, dem ein Unbekannter mit einem Messer den Unterleib drei Zenti- meter weit aufschlitzte. Das Kind liegt im Fieber und ist nicht vernehmungsfähig.
* Hannover,11. Mau Dem Leiter des Mlitär-Reit- Instituts General o. Mitzlaff wurde in der Reitbahn tmrd) einen Pferdehufschlag der linke Unterschenkel zerschmettert. Der General wurde nach dem Kranken- yause gebracht.
* M a g d e b u r g, 12. Mar. Tie Schuhmachersfrau Bar- tels, die cur Gesichtsrose litt, erdrosselte ihre Toch- tcr von 4 Jahren, ertränkte einen Knaben von 3 4 Jahren und erhängte dann sich selbst. Grund der Tat war der bevorstehende Tod ihres Mannes, der an Ge- hirncntzündung erkrankt war.
* Trier, 12. Mai. Tie uralte Abtei KarthauS wurde durch eine Fenersbrnnst zerstört. Die benachbarte Kirche konnte gereltel werden.
B remen, 12. Mai. Bei dem Stapellauf des Reich spostdanlpser^ „Prinz Sigismund" hielt im Auftrage des Pruizen Heinrich Konsul Achelis folgende Tausredc: „Als Erzeugnis des deutschen Geistes und beut*
Newyork. Aus Newyork wird über London telegraphiert, daß die Polizei feststellte, die Eilbriesmarke für den Warnungsbrief betreffend den Anschlag auf den Cunard-Dampfer „Umbria" sei in einem Newyorker Post amte von einem elegant gekleideten .Herrn, offenbar einem wohlhabenden Amerikaner, gekauft worden. Die amerikanischen und die englischen Behörden fahren fort, die Angelegenheit ernst aufzufassen. Der britische Generalkonsul ersucyte den New- Yorker Polizeikommissar um weiteren Schutz der britischen Schiffe, was ihn: zugesagt wurde.
Kauf- und Mietverträgen pp. zur Verfügung zu stellen. Landtagsabg. Korell hob den sozialen Charakter des Wohnungsgesetzes hervor und sprach den Wunsch aus, dax die Vorteile des Gesetzes auch minderbemittelten Familien der Gemeinde Leusel zugänglich gemacht werden möchten. Der Bürgermeister erklärte, daß er einem derartigen Projekte persönlich wohlwollend gegenüberstehe. In >er am vergangenen Sonntag svattgehabren Gemeinderatsitzung wurde die Angelegenheit weiter beraten und be- chlossen, die Wohnungsfürsorge im Sinne des Gesetzes von eiten der Gemeinde zu übernehmen und denjenigen min- »erbemittelten Familien, welche sich ein kleines Häuschen erwerben möchten, das nötige Kapital aus der Landeskredit- kasse zu beschaffen.
Grünberg, 12. Mai. Teu vor dem Neustädter Tor gelegenen städtischen Platz, den sogen. Spanneimer, beabsichtigt der Stadtvorstand zu veräußern. Demnach wäre es mit den hierauf geplanten Anlagen, welche gewiß auf jeden das Weichbild unserer Stadt betretenen Fremden einen günstigen Eindruck würden gemacht haben, Wieder einmal nichts. Als Kaufpreis wird pro Quadratmeter 1 Mk. verlangt. Ein derartiges Vorgehen ist einfach unverständlich. Einleuchtender wäve lÄenfalls das Gegenteil, wenn man jede Gelegenheit benützte, ähnliche Stücke Land zu oben erwähntem Zwecke zu erweroen. — Die Vorarbeiten für die am 16., 17. und 18. Mkai dahier stattfindende Geflügel- ausstellung, welche in ,Hamels Garten" abgehalten wird, sind in vollem Gange. Sie wird en Rahmen er beiden früheren Ausstellungen noch ganz beeutend übertreffen.
K. L. Darmstadt, 13. Mai. (Eigener Drahtbericht des „Gieß. AnzR). Durch Entschließung des Großh. Ministeriums des Innern ist Regierungsassessor P i st o r in Gießen mit der Dienstverrichtung eines Polizei-
zu Gebote stehenden Heilfaktoren, besonders der in en letzten Jahren dank der Fürsorge er Großh. Hessischen Regierung geschaffenen Mucinrichtungen und Neuänlagen. Auch die medizinischen Fakultäten der beiden benachbarten Universitäten Gießen und Marburg waren durch mehrere Professoren vertreten. Tie Gesamtteilnehmerzahl betrug ia. 150 Personen. Mit regstem Interesse wurden in Augenschein genommen die vers ikdenen Badeeinrichtungcn, die mannigfaltigen Bäderformen und unter diesen hauptsächlich die kohlensäurereichen Sprudclbäder, die Röhrenkammern der Quellen, das neue Inhalatorium, Zanderinstitut, er neugefaßte Karlsbrnnnen, die verschiedenen Säle und Ge- sellschaftsräume es Kurhauses usw. Auf die Besichtigung, beren Führung der Vorstand er Badedirektion, Bau rat Tr. Es er und Kurdirektor v. Gr olm an üernommen hatten, folgte eine Wagenfahrt durch en Hochwald auf en Johannisberg. Am Abend fand Milttärkonzert auf der Terrasse statt. — Den Eindruck, den die Teilnehmer mit nach Hause nahmen, war er beste, wie dies in en Worten seitens des Professor Tr. Sommer und Geh. Medizinalrat Dr. Traudt zum Ausdruck kam. (,,W. A.") lw. Leusel, 12. Mai. Zur Besprechung des Wohn- ungsfürsorgegesetzes fand hier aus Veranlassung des KreiSamts unter dem Vorsitz es Bürgermeisters eine Versammlung statt, welche zahlreich besucht war unb_an er auch nahezu der ganze Gemeinderat teilnahnr. Ter aus Darmstadt erschienene LMideswohnungsinspektor erläuterte das Gesetz in eingehender Weise und hob hervor, daß das Gesetz den minhcrbemutelten Klassen insbesondere zu guten Wohnungen verhelfen wolle, was nicht nur in gesundheitlick)er, seitlicher und sozialer Hinsicht für die betreffenden Familien von Vorteil sei, sondern auch geeignet erscheine, die wirtschaftliche Lage derselben wesentlich zu heben. Sollte die Erbauung von Wohnungen für Heine Leute tu Aussicht genommen werden, so sei der hessische Zentralvereiu zur GrrutMng billiger Wohnungen Lern bereit, sein reichhaltiges Material an Bauplänen,
schaftlichen Berufsgenossenschaft für es Großherzogtum Hessen bestellt.
** Militärdien st Nachrichten. Schindler, Mllitärintendant des 18. Armeekorps, zum Wirklichen Geheimen Kriegsrat mit dem Range eines Rates 2. Klasse ernannt. Dre Kaserneninspektoren H en k e l in Tarrn stad t, Dänisch in Mainz zu Garn.-Berwalt.-Kontrolleuren ernannt. Paetzold, Proviantamtsaspirant, als Proviantamtsassistent in Mainz zum L Mai 1903 an gestellt.
** Aus der Tagesordnung der naäMen Sitzung des Bezirkseisenbahnrats Frankfurt a. M. steht u. a. ein Antrag des Kommerzienrats F. C. B. Koch- Gießen auf Einführung eines zweiten Schnellzugs- vaares auf der Strecke Gie ßen-Köln.
** Eine sogenannte Ueberraschungs-Kom- mission aus Berlin (Geh. Oberreg.-Rat Hofs und Geh. Oberbaurat Wolf) revidierte am 11. und 12. b. M. den Bahnhof Gießen, insbesondere die für den Dienst des Zugs-, Maschinen - undRangierpersonals getroffenen Einrichtungen, bezw. die bezüglichen Diensteinteilungen für dasgesamte Personal bis in das kleinste Detail; weiter sind die Lokale für Erholung und llebernachtung bezw. solche für kurzen Aufenthalt hinsichtlich ihrer inneren Einrichtung eingehend untersucht worden. Wie wir hören, war die Kommission in der angenehmen Lage zu konstatieren, daß die erwähnten Räumlichkeiten sich in bestem und zweckentsprechendem Zustande beftnden; auch wurden die Tiensteinteilungen den bezüglichen für die preuß.-hess. Verwaltung erlassenen Bestimmungen entsprechend befunden, wie denn auch das ein- gebend befragte Personal keinerlei Klagen vorgebracht hat. (Hiernach müssen die früher erwähnten Klagen des Personals auf unrichtige Angaben einiger Mißvergnügten, wie solche leider überall vorhanden sind, zurückgeführt werden.)
** War die Religion nie das Ergebnis der Wissenschaft? Der Vortrag des Herrn Robert war mäßig besucht. Ter Redner verwies auf seine Schrift „Durch Nichts zum Glauben" und führte aus, daß der Un- sterblichkeitsgedanke nach seiner Meinung noch ungleich Erhabener sei, clls die Schrift ihn lehre. Die ganze Welt der Erscheinungen habe alle Jahrtausende noch gar nichts für einen geringsten Anhalt des Lebens über den Tod hinaus vermocht. Des Redners Darlegungen über das Prinzip des Gegensatzes, wobei er eigentümliche Thesen auf stellte, halten wir philosophisch und logisch für verfehlt. „Wenn der Körper das Was der Welt sei, weil er durch seine in Endlichkeit begrenzte Ausdehnung bestehe, so müsse der Geist als das absolute Gegenteil davon überall unendlich, unbegrenzt und unausgedehnt fein. Dadurch aber komme man von einer Ueberraschung zur anderen: Tenn wenn das Was die ganze Welt der Erscheinungen umfasse, so bleibe für den Geist nur ein Nichts übrig." — Uns schien, daß des Redners Ausführungen in mancher Hinsicht durch Hegels Logik angeregt worden seien, deren Bedeutsamkeit sie allerdings nicht haben.
** Die studentische Neformverbindung Adelphia beging am 9. und 10. d. Mts. ihr 33jähr. Stiftungsfest unter sehr zahlreicher Beteiligung der hiesigen und auswärtigen Philister. Mngeleitet wurde es durch einen im festlich geschmückten oberen Saale des Cas6 Ebel abgehcutenen Festkommers, der unter der schneidigen Leitung des stud. theol. Schott auf bas Glänzendste verlief. Auf die offiziellen Reden der Chargierten erwiderte mit begeistert aufgenommenen Worten Se. Älagrii- ftzenz Prof. D. Tr. Krüger, der als Vertreter der Landesuniversität erschienen war, sowie der erste Vorsitzende der Alt-Adelphia Medizinalrat Dr. Hab er korn. Nach Mitternacht trat die Fidulität in ihre Rechte und die ausgehende Sonne mahnte die letzten zum Ausbruch. Der nächste Morgen versammelte die meisten Festteilnehmer aus der Adelpl-enliteipe zum Kalerftühstück und Frühschoppen, an den sich am YLachmittag die althergebrachte Wagenfahrt auf den Gleiberg anrechte, wo vor 33 Jahren die Adelphia gegründet ward. Ter Abend des Tages fand wiederum viele Adelphen auf der Kneipe, nochmals der verflossenen Stunden gedenkend und froh über den so glücklich schönen Verlaus des Stiftungsfestes.
*♦ In der Wählerliste für die Reichstagswahl sind für die Stadt Gießen über 5000 Wähler verzeichnet, ca. 700 mehr als bei der letzten Wahl. Vom Samstag ab wird die Wählerliste offen ausgelegt.
** Gelände-Verkauf. Ter letzte Bauplatz in der neuen Lcmdgrafcnstraße, der Eckplatz an der Ostanlage, wurde, von dem Architekten Meyer an den Maurermeister H. W. Rinn für 12 000 Mark verkauft. Mit der Bebauung des Platzes soll noch in diesem Jahre begonnen werden.
Dad-Na nheim, 12. Mai. Am 10. Mai d. I. hatte sich eine große Anzahl Aerzte, zum Teil mit Damen aus dem Großherzogtum, sowie aus Frankfurt, Marburg, Hanau und Kassel eingefunden zur Besichtigung der hier
Unwersitäts-Nachrichtr«.
Dir 17. Versammlung der Anatomische» Gesell- schäft findet vom 29. Mai bis 1. Juni in Heidelberg statt. Es find 35 Vortrage mü Demonstrationen angemeldet. — Aus Würzburg wird geschrieben: Pros. Dr. Matthias Kantor in Straßburg hat einen Rus als a. o. Professor der theoretischen Physik an die hiesige Universität erhalten und wird ihm zu Begmn des Wintersemesters Folge leisten. — Der Privatdozent für Physio- logie in Greifswald, Dr. med. R o s e m a n n tfl in gleicher Eigenschaft in die medizinische Fakultät der Universität Bonn ausgenommen. — Aus Tübingen wird geschrieben : Unter großer Beteüigung der praktischen Aerzte Tübingens und desien weiterer Umgebung hat hier der erste FortbildungSkursus für Aerzte begonnen. Die Vorstande der rnedizmifchen und e. Frauenklinik, die Professoren Dr. Krehl und Tr. Döderlein, haben die Vortragsreihe eröffnet
Der preußische Kultusminister beabsichtigt, wie die ,9lat- Ztg." berichtet, in Breslau die Einrichtung einer Klinik für Tollwutkranke in die Wege zu leiten.
Gerichtssaal.
Mainz, 12. Mai. In der letzten Sitzuno der Straf» k a m m e r des hiesigen Landgerichts wurde der Bauunternehmer Karl Hartenbach von Worms wegen fahrlässiger Tötung und Körperlenung zu 6 Atonalen Gefängnis verurteilt Karl Hartenbach hat in Gemeinschaft mit seinem Bruder y^'er in Worms voriges Jahr cm vierstöckiges Haus gebaut, am 21. Septbr. znsammenslürzte und mehrere Arbeiter verschuldete, wovon zwei den Tod fanden und drei erhebliche Verlegungen erlitten. Rach der Angabe der Tackoerständigen wurde der Einsturz durch Verwendung schlechten Materials wie durch verschiedene KonslruktionS'chler verursacht. Keiner der beiden Hartenbach hat irgend eine Bauschule besucht, der eine war Maurer und der andere Gärtner, die sich zu einem Baugeschäft vereinigt und schon viele Wohnhäuser errichtet haben. Ta Karl hartenbach allein die Bauleitimg führte, traf auch ihn allein die vchuld, während b« Bruder freigesprochen wurde.
Saarbrücken, 12. Mai. Dor der hiesigen Strafkammer stand heule der Tagelöhner Geier aus Malstatt-Burbach. An- geflagt war er, sein eigenes Kind und das Kind einer Freundin semer Frau dadurch getötet iu haben, daß er den beiden Kindern eine Abkochung von Mohn-Kapseln gab, um sie zu beruhigen. Beide Kinder starben am nächste» Tage und zwar, »vie der ärztliche Befund ergab, infolge dieser Ablochung. Trotzdem wurde der Angeklagte freigesprochen, weil er Nachweisen konnte, die Gefährlichkeit des Mittels nicht gekannt zu haben, und ferner, daß eine Apotheke ihm diese KapsAn als Beruhigungsmütel für Kinder verkauft hatte.
Ein Prozeß gegen den Kaiser. „Recht muß Recht bleiben" waren die Worte, mit welchen der Kaiser den Schlußstein des Reichsgerichtsgcbaudes in Xlcio-ig einmauerte, und getreu diesem Spruche erkannte der höchste Gerichtshof auch in dem Prozeße, welchen die Haffusereisenbahngesellschaft am Frischen Haff bei Brauns berg gegen den Kaffer als Besitzer des Gutes R ab men
inspektors beim Großh. Polizeiamt Darmstadt betraut worden.
Darmstadt, 11. Mai. Zu Gunsten der erblindeten und gänzlich mittellosen ftüheren Schauspielerin und Sängerin Marie Widemann hatte HoflchauspielerWilly Loehr, der bereits vor einiger Zeit in der „Deutschen Bühnengenossenschast" eine Sammlung für die bedauernswerte Künstlerin eröffnet hatte, heute unter Mitwirkung erster Bühnenkräfte im Kaisersaal eine Abendunterhaltung arrangiert, die einen in Anbetracht der vorgeschrittenen Jahreszeit überraschend zahlreichen Besuch ge- unden hatte; die Solomitglieder unseres Hoftheaters waren nahezu vollständig erschienen. S. K. H. der Groß- Herzog, I. H. die Prinzessinnen Franz Joseph von Battenberg und Xenia von Montenegro, Ihre Durchlaucht die Gräfin zu Erbach^Schönberg nebst Gräfin-Tochter Edda zeichneten die Veranstaltung durch Anwesenhett aus. (D. Z.)
Mainz, 12. Mai. Der Vorstand des Verbandes rheinhessischer Wein Händler beschloß einsttm- mig, in einer Eingabe an das Ministerium des Inneren Verwahrung einzulegen gegen das den Handel schädigende Verfahren des Ministerialrats Braun, welcher in einem gedruckten Zirkular an Beamte sich zur Lieferung von Do- manialweinen in Flaschen unter Ausschaltung des Weinhandels bereit erllärt hat. Auch der Vorstand des Vereins Mainzer Kaufleute wird zu der Angelegenhett Stellung nehmen.
* Frankfurt a. M, 12. Mai. Hier erfreut sich ein Bürger, der infolge seines fröhlichen Lebenswandels reich mit Gläubigern gesegnet ist, öfters des Besuches eines Herrn, der nie von ihm geht^ ohne daß er etwas mitgenommen hätte oder wenigstens ein sichtbares Zeichen seines An- pruchs zurückzulassen. Es ist, man entschuldige das harte Wort, der Gerrchtsvollzicher. Tieser Tage kam der Beamte wiederum vor die Tür seines Freundes, wo ihm aber ein großes Plakat entgegenlachte: „Ich bin ausgezogen." Ter Beamte verfügte sich zum Hausherrn, der chm aber ver- icherte, der Herr sei nicht auSgezogen, er befinde sich sogar ehr fidel und sei daheim. Ter Mann des Gesetzes holte einen Schlosser und ließ die Tür öffnen. Wie erstaunte er, als er seinen Menten munter und gesund — im BetL vorfand. „Aber wie kommen Sie dazu, anzuschreiben. Sie eien ausgezogen? Wissen Sie nicht, daß das eine--?
„Aber lieber Freund, erlauben Sie", entgegnete mit mildem Vorwurf der andere, „ich bin wirklich aus gezoa en." Und zum Beweise stteckte er sein unbekleidetes stachliges Bein unter der Decke hervor. Er war in der Lat ausgezogen. , .
() Marburg, 12. Mai. Der Jäger Heinrich Wolf I. von der 4. Kompagnie des hiesigen Jägerbataillons, der unter dem Verdacht, einen Kameraden bestohlen zu haben, flüchttg gegangen ifc wird steckbrieflich verfolgt. — Die hiesige landwirtschaftl. Versuchsstation hat im letzten Rechnungsjahr 19 143 Proben gegen 17 752 im Vorfahre untersucht. Wenn die für Molkereien untersuchten Milchproben außer Rechnung bleiben, so ergiebt das eine Zunahme der Untersuchungen um 33,8 Prozent.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Im Saalbau in Frankfurt fand gestern abend die erste Gesamtprobe des Begrußungschores der Frankfutter Sänger statt. Es sangen 1700 Mann, was einen gewaltigen Effekt machte. Die nächste Gesamtprobe findet in der Festhalle statt. — In Neckar-Steinach fand die feierliche Einweihung deS neuen Schulhauses statt. — In Siefersheim feierte die katholische Gemeinde das Fest der Grundsteinlegung zum Bau einer eigenen Kirche.
scher Arbeit bist du beftimmt, bmauszusayren m ote Gewässer der Südsee und dort im Anschluß an die Reichspoftdampferlinien den Verkehr zu vermitteln zwischen T.utsch- land und Neu-Guinea. Tiefe vielverheißende, aber noch wenig durchforschte deutscbe Kolonie versprich: in Zukunft vermöge der außerordentlichen Fruchtbarkeit und der dort chlummernden Reichtümer eine der wertvollsten Besitzungen des Deutschen Reiches zu werden. Tu sollst den Namen eines jugendlichen Hohenzollernsprosses fuhren, >essen edler Vater ihm ein leuchteiides Vorbild echt deutschen Männlichkeit, Tatkraft und Liebenswürdigkeit war. Prinz Heinrich ist nicht nur int deutschen Val er lande hochverehrt und geliebt, sondern wußte auch die Herzen aller im Fluge zu erobern, auf den Fahrten nach dem fernen Osten und zu dem mächttgen unteriiehmenden Volke der Amerikaner. Ziehe hin, du stattliches Schiff, allezeit glücklich, dem Namen zur Ehre, dem Erbauer zum Ruhm und dem Mrddeutschen Lloyd zum Segen. Auf Geheiß des Prinzen Heinrich taufe ich dich „Prinz Sigismund".
* Hamburg, 12. Mai. Der peruanische Generalkonsul erhielt eine amtliche, von gestern dasiette Depesche aus Lima, in der nutgeteilt wird, daß bisher in Callao nur vier Pestfälle und feit dem 7. Mai keine neuen vorgekommen ind. Lima und Ancon sind ganz seuchenftei. Ancon sei zum Einfuhr- und Ausfuhrhafen erklärt.
* He idelberg, 12. Mai. Ein ungenannter Herr teilte der Stadt Heidelberg 100000 Mark zur Errichtung eines Neubaues für die städtische Kunst- und Altertümersammlung zur Verfügung.
* Tübinben, 12. Mai. In Hailfingen, Oberamt Rottenburg, fptelte sich gestern während einer Hochzeitseier ein folgenschweres Liebesdrama ab. Der 24- jährige Gramer gab, als ihm seine Geliebte Meyer das Liebesverhältnis kündigte, auf diese einen Revolverschuß ab, der das junge Mädchen zu Boden stteckte. Gramer er- choß sich darauf selbst. Tie Meyer lebt noch, ist aber so chwer verletzt, daß ihr Ableben stündlich zu envarten ist.
* München, 12. Mai. Ter Prinzregent hat das vom niederb Lyrisch en Schwurgericht unterm 10. März d. I. gegen den Sattler Karl Bradl von Viechtach und dessen Sohn Max wegen ^Verbrechens des Mordes, verübt an einem Geschäftsreisenden, gefällte Todesurteil bestätigt- Tic Hinrichtung von Vater und Sohn findet voraussichtlich am Freitagrnorgen im Straubinger Landgerichts- Gefängnis statt.
"Rom, 12. Mai. In Nervi wurde eine von Fischer, zerfressene Leiche ohne Kopf und Beine ans Land gespült. Es scheint sich um die Ueberreste des seit Monatsfrist vermißten preußischen Rittmeisters v. Mackensen, der in Rom lebte, zu handeln.
'Konstantinopel, 12. Mai. Infolge mehrerer in Tanta, zwischen Kairo und Alexandrien, vorgekommener Pestfälle ordnete der Sanitätsrat für Herkünfte aus Alexandrien eine zweitägige Beobachtung und Desinfektion an.
* Tampferkollision. An der Ostküste von England kollidierten, wie aus London telegraphiert wird, zwei Dampfer, von denen einer innerhalb zwei Minuten sank. Ter Steward sowie 6 Mann der Besatzung des untergegangenen Schiffes sind ertrunken.
* Scheidung. Wie die „Berl. Ztg-" erfahrt, läßt sich


