153. Jahrgang
Zweites Blatt.
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Schnittspahn.
Drosch. RegierungS-Asseffor.
kürzen.
— Nach einer Meldung ans Osnabrück sand dort tn Gegenwart eines Vertreters des HandelsmünsterS die Er> össnung der Gew erbe Hal le, der ersten des preußischen Staates, statt.
Ausland.
Paris, 12. Mai. Der Kronprinz von Dänemark wird in nächster Woche zum Besuch des Präsidenten Loubet hier erwartet.
Clärens, 12. Mai. Nach achtmonatlichem Ausenthalt in Clärens, wo sich sein Befinden bedeutend besserte, reiste der ehemalige Präsident Steijn heute nachmittag mit Familie nach Neichen hall in Bayern, wo er den Sommer verbringen will.
Wien, 12. Mai. Abgeordnetenhaus. Der Minister für Kultus und Unterricht Ritter v. Härtel beant-
Politische Tagesschau.
Btini Ludwig von Bayern über Grohgrundbesih. lün . .
Di- bereits in unserer gestrigen Ausgabe erwähnte Rede «-ig-schmock S°«enM>er S-°nLei^
Deutsches Keich.
Berlin 12. Mai. Aus Straßburg meldet mmi: Der Kaiser', der gestern abend hier eintraf, hat die für
beute geplante Fahrt nach Schlettstadt und der Hohkönigs-! bürg wegen Erkaltung ausgegeüen. Heute nachmittag konnte er indes bereits die Parade über die Straßburgers I Garnison abnehmen. Nachdem sämtliche Regimenter vorbei-
-DuUlllUUlUUfUniJ» defiliert waren, wurde Kritik abgehalten. Der Kaiser begab
fielt.: Feldbereimgung in der Gemartu.tg BorSdors, sodann zu Fuß nach dem Kaiserpalast. Am Abend nahm
Büdingen. der Kaiser beim Statthalter das Diner ein.
c>ch ' bringe hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß 76 _ Ter Kaiser wird sich bald nach feiner Rückkehr
Grundeigentümer, welche mit 222,323« da Fläche in der Ge- aus den Reichslanden nach Schloß^ Prökclwi§ begeben, um mavtnng9 BorSdors begütert sind, unterschrifttich die F-ldbe- | wie alljährlich S-SdZast bcs, »nr^en Pt Tohna,-cht°. rrinigung und die Anlage von Wegen in 1 der Gemarkung BorSdors beantragt haben. ।
Ta »m Ganzen 260 Grundeigentümer mit 879,8681 ha
Fläche tn der Gemarkung BorSdors begütert sind, ist die nach' Art. 6 deS FeldbereinigungSgesetzeS vom 28. Septbr. 1887 erforderliche Mehrheit für das beantragte Unternehmen (mehr als ein Fünftel der beteiligten Grundeigentümer, welche mehr als die Hälfte der beteiligten Fläche besitzen) vorhanden.
Der obenerwähnte Antrag nebst Ergebnis deffelben liegt auf dem «lmtszimmer Gr. Bürgermeisterei BorSdors in der Zeit vom 16. biS einschl. 22. l. MtS. zur Einsicht offen.
Einwendungen gegen die Zulässigkeit oder RechtSbestän- bigkeit deS Ergebnisses sind binnen 14 Tagen, von der Veröffentlichung der Bekanntmachung im Kreisblatt an gerechnet, mittelst schriftlicher Beschwerde bei Großh. Ministerium deS Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, in Darmstadt geltend zu machen.
Büdingen, den 8. Mai 1903.
Der Großh. FeldbereinigungSkommiffär.
stimmt ist.
Aus Stadt und Land.
Gießen, am 13. Mai 1903.
*♦ Die Jubelfeier des Regiments ftndet, wie uns authentisch mitgeteilt wird, am 29. Mai statt. S. K. H. der Gioßherzog hat sein Erscheinen in Aussicht gestellt. Eine bestimmte Festsetzung des Tages und dec näheren Umstände ist nicht getroffen. Möglicherweise trifft zur Besichtigung der Bataillone Mitte Juni Generalfeldmarschall Gras Waldersee in Gießen ein.
** Personalien. S. K. h. der Großherzog haben den Amtsrichter in Herbstem Heinrich Noack zum Amtsrichter in Michelstadt ernannt. — Mit Zustimmung der Gr. Ministerien des Innern und der Finanzen wurde der zweite Beamte und stellvertretende Direktor bei der Gr. Lotterie- Direktion Dr. Langrock in Darmstadt zum stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstandes der land- und forstwirt-
diePosl Tlt.2.—ütertel- jädrl. auelcbL Besrellg. Annahme von Anzeigen hlr bte Tagesnummer bis üormuiagi 10 Uhr. Zeiten prei«: lokal 12'ÜU au»rodrts 20 Pig.
Verantwortlich tüt den poltt und atigern, Teil: P. Witiko. tüc .Stabt und Uanb* und ®cndX61aale; A uguft Dütz. hn den VI n- jeigentctl: $>an< Beck.
Mittwoch 13. Mai 1903 vezagSprets: monatuch7bPt., oiertel- täbrlid) T1L 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch
v jüßiflfeiern und «LiekiganeLdoten.
( Darmstadt, 12. Mai. Dem feierlichen Akte svlgte mittag im Hotel der Ludwigbahn aus Anlaß der Liebigseter bas^e les en. Pros. Stadel begrüßte besonders die Tochter -reblgß, ^rau Ge hcimrat Thiersch. Ter Tirektor der Technnchen pochfchu.t, Pro,. V i a r r, feierte den Geheimrat Volkhard als den geistigen „Adoptivsohn" Liebigs. Pro?. Vollhardt batikte dem Komitee tm Namen der Gäste für das Arrangeinent des jcfteS und brachte das „köstlich bereitete" Mahl in allerlei launige Beziehungen zu den voii Liebig erfunbenen NahrungSmittelpraparaten. Tabei er- aähUe der Redner eine allerliebste Anekdote. L^big hatte, (val unsere größeren Liebig-Art,kel) um agrarkulturchemische Ver- uch'e anzusleUen, ein Stück Land in der Rahe von G.eeen rnst den verichiedensten Bodenerzeugnissen bebaut. Auch einen klernen Wem- aar m batte er dort, aus der jetzigen L t e b i g h o h e, angelegt, um an dem Gedeihen der Trauben den Wett der von ihm konfwuierten Tungmittel experimental nachzuweisen. Prof. Vollhardt suchte nach wahren den Wirt ani, der nad-. des Gelehrten Uebersiedelung nach München die Liebighöhe bestellte. Auf die Frage des Redners, wie es denn mtt dem Liebigschen Weinbau stehe antwortete der biedere Siue: etmaaebt sich, « m°°ch- sich, »« » «I I«“«S5 “ V«_eÄ" n o r 3 n n n i rh baamlrch unnerm .1 e p p e l w e l . — 4,1. Hans v. Liebig, ein Enkel, sprach über dre Mode in der chemischen Wisse,ischatt und drückte die voffnung aiiä, cs werde 5och einmal wieder de. Rin „zurück aut xtiebig , ben bem^en Fdealaelehrten", laut werden. Ein Hoch aalt der <.tabt ~ann= nabt Ter Prorektor der U n t d e r 111 a t @ t e b e n, Pro'. Tr. Hansen, überbrachte im Namen der Landesunwersttat der Technischen Hochfchule,ihr^Gruße. - yerner schreibt uniev u.-d. Mttarbetter: Die hiesige S t u b e nt e n i a; a f i hatte heute nach
als eine Verwechselung zu sein. D. Red.)
— Es hat such hier ein Komitee gebildet, dem die angesehensten Persönlichkeiten der Reichs Hauptstadt angehören, und das zu Sammlungen zu einer Jubiläumsgabe auf« fordert, die der Kaiserin zu ihrer am 27. Februar 1906 stattfttidenden silbernen Hochzeit überreicht werden
außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem liesst?chen tanbrolrt die Gießener Kamilien« blätter viermal tn der
Woche beigelegL Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Untveck.-Buch- u.6tein- bruderei (Pietsch Erben) Redaktion, flrpeöUum und Druckerei:
ausgebrochen waren. Studenten hatten ein Brauhaus ersturntt, well sie angebltd) von den dort zechenden Burgersohnen beleidigt worden, hatten hier und anderswo alles kurz und klein geschlagen, hatten — geschwärzt und bewaffnet — bie Straften durchzogen, Bürger Frauen und Kinder durchgewalkt bie Polizeiwache im ©tuim genommen, bte Polizisten mißhandelt, der Obrigkeit em Pereat gebracht und mehrere Tage und Rächte hindurch derartigen Lärm verübt, daß ein paar Schwadronen Chevaurlegers und als diese nicht ausreichten und einige Studenten gar -u Pferde aus- rüctten, auch Infanterie zu üufc gezogen wurden Die Studenten veranstalteten nun den bekannten Exodus naa) 'Altdott angeblich um dort bte Universität wieder zu errichten, m Wirklichkeit aber, itm dort einige Tage auis gründlichste zu zechen und nach acht Tagen in pomphaftem Zug wieder hemizukehreu. Wahrend Liebigs Abwesenheit war -'ein Pult erbrochen und der Versuch gemamt worden, sich seiner Papiere zu bemächtigen. Ter Boden Erlangens wurde ihm derart heiß, daß er mtt einem Verbrndungsbruder Louis heimlich ausrückte und über Nürnberg nach Tarmstadt beuneilte. Tort erhielt er einige Monate Stabta rr eit. Louis wurde relegiert. Tie Einzelheiten finden stch geschildert im Tagebuch Platens, mtt dem Liebig kurz vor feinem Abgang von Erlangen bekannt geworden war. Ter persönlichen Bekanntschaft folgte ein bis zum Bcmmec 1825 anbarernber Briefwechsel, den Platen nad) der Mitteilung Liebigs vor seiner Verlobung abbrach. Tie Stadt Erlangen ließ gestern zum 9lnbcnfen an Liebig eine igen Wohuhause anbringen.
eid i vorbeerfränjen geschmückt, welche Gelehrte und Körperschaften nieberlegten.
heftiges Feuern vernommen und Häuser und Hütten in Flammen stehen sehen, Tetuan sei belagert und die Ver- bindung mit der Stadt unterbrochen. Nach den letzten NaäMimten aus Tetuan dauert der Kamps fort. ^ie Verbindung zu Wasser und zu Lande ist abgeschnitten, nur wenige spanische und jüdische Familien sind in der Stadt zurückgeblieben. Der Dampfer „Turki" ist heute nachmittag mit 120 Mann Truppen von hier nach Tetuan abgegangen. Die Lage ist kritisch. Der Sultan ist dabei, ungefähr 3000 Mann Kavallerie- und Jnfanterieverstärkungen nach .. Tetuan abzusenden, die in zehn Tagen dort eintrefsen. Der - britische Bizckonsul aus Tetuan ist in Tanger angekommen. 6 Nach Meldungen aus Ceuta haben die Aufständischen A n - gestellte der französischenundenglischenPost fest genommen und den ftanzäsischen und den englischen Konsul ausfordern lassen, sich des weiteren B-rtef- verlehrs mit Tanger zu enthalten. Das Schicksal der spanischen Post ist unbekannt. Zn Tanger sind zwei Dampfer mit Munition angekommen, ivelche für den sultan be-
mittaq eine Auffahrt und Huldigung vor dem Denkmal Liebigs am vauptbahnhof arrangiert, woran sich sämtliche Korporationen unb tfadiabteilungen der Technischen Hochschule mit ihren zahnen beteiligten. Tte Auffahrt erfolgte in ca. 25 Wagen von der Rhein, (trage her. Nachbem bie Chargierten unb Abtettungsvorstanbe, sowie Hunderte von nichckorporierten Studierenden im kreise um das Denkmal Ausstellung genommen hatten, hielt der Vorsitzende des Gesamtausschusses der Studierenden eine kurze, kernige Gedächtnisrede, und legte namens de- Ausschusses einen prächtigen Lordeerkranz am Denkmal nieder. Auch bte Vertreter der einzelnen Korporationen ehrten das Andenken des großen Toten burd) Niederlegen von Kränzen und WidmunLsschleisen. — Tie Gesellige Vereinigung, die am Abend im caalbau stattt'and, war |tart von Tarnen und Herren besucht. Hier wurde den Anwesenden eine reiche Auswahl musikalischer Genüsse dargeboten, so von den Lo- listen Dr. Pip tmd Studiosus Garels, Mugltedern des Miisikoerems und dem Musikkorps des Jnf.-Regts. Nr. 115. Nach dem Vortrag einiger Musikstücke hielt Derr Baiirat Prof. P f a r r eme patriotische Festansprache, die mtt einem dreimaligen Hoch auf den Kaiser und den Großherzog schloß. Später brachte auch Herr Kathreiner- Worms in launigen Worten einen xoajt auf bie Tarnen aus. Nachdem das offizielle Programm beendet, wurden noch fröhliche ftommerslieber gesungen, bis die stark vorgerückte Sttmde zum Aus- bruch mahnte und die Festteilnehmer herzlichen Abschied von einander nahmen. ,
Justus Liebig in Erlangen. Man schreibt ans Erlangen- Zwischen den Bonner und PariserAusemhalt Liebigs fällt ieme Erlanger Studienzeit, die am Schluß des Wintersemesters 182122 ein etwas gewaltiames Ende nahm. Liebig hatte 'ich als Angehöriger der Landsmannschaft der R h e^m- l an der an den Krawallen beteiligt, bie am 24. isebr.
wartete heute die eingebrachten Jnterpettatianen betr. die Stuben tenunruhcn an der Technischen Hochschule und an der Universität und erklärte, er könne nur dem zu- stimmcn, daß Tumulte, wie sie in der letzten Zett statt- gefunden haben, eine ebenso beschämende, wie traurige Erscheinung seien, welche das 4lnsehen der Hochschulen im Auslände untergrabe. Falsch und ungerecht sei jedoch, den Tadel, todd^n die Exzedenten mit Recht verdienen, auf die gesamte Studentenschaft auszudehnen. Der Minister zweifelt nicht, daß toenii von anderer Seite keine
«ums ^E°rt bie Meldung, dasi der Kai j e r r u h c n inW < e n an a e j e 11 e 11 unb Don botiun ter-
I wählend feiner Ihrtevrebung mit bem Pap>t sich über bie Xan fler 12 «ter finb uraoungen eingegangen.
UN deutschen Metz stattftnde, auch ma)t ganz ohne politischen Tanger, -.orres^, fenoe 4.r ippr ^aliscben Dampfers „Mi- ä™".«"Titere'k.'EInS’ÄäÄf"SÄÄ.B;*.l5"»11.1, I« w. <n «..BHüfe.«
SÄ S!" W. S°S
Landwirte tn Schweinfurt lautet in ihrem ersten, allgemein c^ndung deS FstirstbÜchoss Kopp zur Einweihung des neuen interessierenden Teile rote folgt: Portals der Metzer Kathedrale. (Wir Haden die erstere Nach-
Jch bin kein neuer Landwirt; ich treibe die Sache schon ^on bem verweise von vornherein in Zweifel gezogen
einigen Dezennien, und wie e« da nicht anders möglich ist, !habe! daher überhaupt nicht gebracht. Ebenso schien uns
ich viel Freude, aber auch viel L n" ä u s ch u »g «riebt. vorliegende Meldung des Pariser „Rappel" von
M brt'b'.h’an6^.«!^!. ‘^ozbebe1..1: 'Jnc iicbentung, bi- der Liltseabung eines päpstlichen Telegierien Nichte Änberes
dessen mit der eigenen Scholle, mit der ebenen Gegend, mit dem eigenen Lande verbindet; denn jeder andere ^nn sich ;a fortbewegen, der Landwirt aber unb noch wehr der Forstwirt sind an die Scholle gebunden. Eo ist kein Zweifel, daß der Großgrunb- befiu fofern er in Regie betrieben wirb und "^ verpachtet wirb -denn bann spielt ber Großgritnbbesitzer feine Rolle aß Land- roirt lonbeni er ist nur Rentier wie ein auberer —, also wenn der Großgrunbbesitzer selbst die Lanbroirtschast betreibt, ist kem Zweifel, daß er von Segen für ferne Umgebung jem wird. Tas ut ja auch die große Bedeutung der F t d e i k o m m i s s e, daß, wenn, wie es im Lause der Dinge nicht anders möglich, auf emen outen Wirtschafter ein schlechter folgt, bie Familie damit nicht zu- orui!be geht, iondern daß es bem skachsolgev möglich ist, das 0ut| zu machen, was der Vorfahre jchlAt geruacht hat. budcn nnr I Lier auch nicht zu wett gehen. Ter. G ro ß g r u u d b e s, tz ist recht, wenn er einen verhaltsmaßig J^e*ne{ , t ( des Landes inne hat. Schlimm wäre eä und fchlimm war es in den Landen, in denen der Grund und Boden sich in d e u Händen weniger be unden hat. Es ist zu wünschen, daß memanb ausgeschlossen ist, tm eigenen La n d sich Grundbesitz $u erwerbe n, wenn er ^reude daran Hal, unb ich nehme ebensowenig den m^ulete.n ®^^bc^e,r e der» Lauern mid die kleineren Lerne, die Taglöhner, au», uie letiicren, die ja so nur beschränkt aus ihrem eigenen Grund und Boden leben, »m übrigen aber auf den lerbicnft auf größeren (i>ülent oder auf den 'Jlcbenöetbienft alö Fabrikarbeiter m beiiaclibarten Städten angcroujcn sinb.
soll. , , t . , . „ ,
— Die ursprüngliche Absicht, datz das ans seiner Ueb- ungsreife befindliche erste Geschwader Anfangs Juni einige holländische Häfen vor der Rückkehr nach kiel anlaufen sollte, ist au f g e g e b e n worden, um die ohnehin kurze Zeit für die taktischen Hebungen noch mehr zu ver-
GietzennAnzeiger
General-Anzeiger v
ttbrefle für Devefchenr Anzeiger «tcße».
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heutige Kummer umfaßt 10 Seite».
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