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r. Mainz, 11. Dez. Die hiesige Stadtverordneten- versammlung beschloß in ihrer letzten Sitzung, die Zahl der besoldeten Bürg er meisterei beige ordneten von zwei auf drei zu erhöhen. Dieser Beschluß wurde aus Antrag der Bürgermeisterei mit Zustimmung des sogenannten SeniorenkonvcntS gegen den lebhaften Widerspruch eines juristischen Stadtverordneten gefaßt, welcher besonders das eigenmächtige Vorgehen des Seniorenkonvents, der sich unbefugter Weise über die Stadtverordnetenversammlung setze, tadelte. Bon ihm, Rechtsanwalt Dr. Horch, ist jetzt bezüglich des Seniorenkonvents folgender Antrag emgebracht worden: 1. Die Geschäftsordnung für die Stadtverordnetensitznngen einer Revision zu unterziehen, insbesondere bezüglich der Frage, ob der sogenanute Seniorenkonvent als Organ der Stadtverordnetensitzlmg zu bestätigen und welche Kompetenz ihm emzuräumen sei. 2. Bis zu dieser geschästsordnungs- mäßigcn Regelung den Seniorenkonvent außer Funktion zu setzen Außer dem Antragsteller ist der Antrag noch von 1U weiteren Stadtverordneten unterschrieben. — Durch eine Unachtsamkeit eines Apothekergehilfen hat gestern das Kind eines Gastwirts in dem nahen Ginsheim das Leben eingebüßt. Dem erkrankten Kinde wurde die aus das Rezept eines Arztes hergestellte Medizin cingegcben, woraus die Kleine in einen tiefen Schlaf verfiel, dec schon nach einer Stunde mit dem Tode endigte. In später Abendstunde kam der Apotheker angeradelt und wollte die Medizin zurückholen, denn er hatte bereits selbst den Irrtum eingesehcn. Es war indeß zu spät, das Unglück war schon geschehen. Irrtümlich soll der Medizin Morphium beigejetzt und auch Spuren davon in dem Körper des Kindes gefunden worden sein. Eine strafgerichtllche Untersuchung gegen den Apothekergehilfen i|t bereits eingeleitet worden.
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DARMSTADT DARMSTADT. ^EDAILLE 1901. yxa vM TURIN 1902.
Vermischtes.
• Aachen, 11. Dez. Im Kohlscheider Gemeindewalde Entstand eine Erdsenkung von gewaltigen Dimensionen, schräg abfallend und unter dem Wurmfluß hinführend. Der Fluß droht die Grube des „Steinkohlenberghaus" mit Wasser zu füllen. Der Schaden ist ganz bedeutend.
• Rom, 11. Dez. In einet Papierfabrik zu Isola fanden Arbeiter den Kops eines Knaben. Die Untersuchung ergab, daß eS sich um einen Mord handelt, der vor 10 Tagen verübt wurde.
• Neapel, 11. Dez. In dem Dorfe Oboli tötete eine Bäuerin ihre 20jährige Tochter, welche sich mit einem jungen Manne eingelassen hatte, durch 26 Messerstiche.
* Petersburg, 11. Dez. Else v. SchabelSki, die einst auch in Berliner Schriftsteller- und Theaterkceisen eine gewisse Rolle gespielt hat, während der letzten Jahre aber in ihrer russischen Heimat lebte, ist hier unerwartet verhaftet worden, weil gewisse, schon vor Jahresfrist ausgejauchte Verdachtsmomente, die sie an einer großen Wechsel- fälschung schuldig erscheinen lassen, aufs neue Leben erhielten.
* St. Loui 8,10. Dez. Iw. Beisein des deutschen Konsuls Niel off, des Vizekonsuls Reoen, der amerikanischen Ausstellungsbehörden, der fremden Ausstellungskommlssare, Vertreter der Presse und zahlreicher hervorragender Bürger v on St. Louis wurde heute das Richtfest des Deutschen Hauses begangen.
• Eine eigenartige Geschichte passierte dieser Tage einem Schul inspektor in der Lüneburger Haide. Dec gestrenge Herr hatte vom Bahnhof bis zur Schule einen Weg von etwa 20 Minuten zurückzulegen. Auf diesem Wege holte er einen Schuljungen em, «den er fragte: „Wohin willst Du denn, mein Junge?" Der Knirps sieht den Fragesteller verwundert an, und zeigt auf seinen Schulranzen und sagt dann: „Dat fannfte doch rvoll sich (sehen)!" Verblüfft ob dieser Antwort sieht der Schulinspellor ans den Jungen nieder und meint: „Du könntest doch wohl ein wenig freundlicher sein. Weißt Lu denn auch, wer ich bin? Und nun erfolgte ebenso schlagfertig wie vorhin die Antwort: „Ja , Du büsl de knurrige Schcmlrat. Awerst teuf man, rneck krigile am Dage nid) tau säten." („Aber warte nur, mich kriegst Du heute nicht zu fassen".) Sprach's und verschwand. Ver
Beim Herannahen des Winters tritt die Frage nach Beschaffung einer guten «ud brauchbaren T.schlampe wieder in den Vordergrund. Die UnzutraglifaleUen der noch meistenteils benutzten Petroleumlampen sind genügend bekannt. Sie erfordern eine tägliche sorgfältige Reinigung, wenn sie nicht russen und blaken sollen. Sie verbreiten nicht nur beim Brennen, fanbevn auch durch das Schwitzen der Bassins stündig einen üblen Geruch und fallen häufig durch die starke von ihnen ausgehende Hitzwirkung Ifang. Das Fehlen aller dieser Unzuuäglichkeiten verschafft der Spiritus- BeLeuchtuug i» immer lüeitereit Kreisen Anhänger. Die in neuester Zeil wesentlich vervollkommneten Lampen geben bei sparsamen Verbrauch eine dem Gasglnhlicht vollständig ebenbürtige Flamme und brennen blak- und geruchsrei, ohne eine tägliche Ab- Wartung zu verlangen. Unter neuen Brennern ist besonders der unter dem Namen „Amorbrenner" bekannte hervorzuheben, welcher stets gleichmäßig imb sicher funktioniert und bei etiva doppelter Helligkeit sich in seinem Brennfloffverbrauche nur um etwa Psg. teurer stellt als eine normale Peirolemnlampe.
Warnung S
Die meifiten Nacbahmnugen v«-n 1) llommelfl Haematoppn werden, uiu das D. K. P. I^o. blfabl zu umgoueu, mit Zuuiltenaimie von Ah her bereitet, ein Zusatz, der insbesondere für Kinder und Nervöse direkt schädlich ist. Um sicher zu sein, das aetherfreie Original-Präparat zu erhalten, verlange man stets ausdrücklich Dr. IJommel’s Haematogen und achte auf die Schutzmarke „Säu-
hier, mit Katharine Vollhardt in Egelsbach. 'Jim 8. Vez. riranz Sebastian Pauli, Taglohner in Nieder-Alörlen, mit Anna Kling dahier. Am 10. Dez. Heinrich Christoph Angnst Bnes, Sanitäts- Unteroffizier dahier, mit Sophie Kling Hierselbst.
Eheschließungen.
Am 5. Dez. Wilhelm Meijel, Bizeseldwebel dahier, mit Ottilie Anna Elisabeths Lina Lang hierselbsl. — Angnst Ernst Valentin, Steinbrecher dahier, nut Margarete Karoline Psarnunnller hier- jclbft. Am 10. Dez. Dr. Franz Philipp Karl Heinrich Ludwig Friedrich Stuhl, pral’t. Arzt m Braunfels, mit Atarie Ottilie Vigelms dahier.
Geborene.
Arn 29. Nov. Dem Schreiner Jakob Hillgärtner ein Sohn Ludwig Eduard. Am 30. Nov. Dem Weißbinder Heinrich Konrad cm Sohn. Am 3. Dez. Dein Bahnarbeuer Georg Zimmer eine Tochter Katharine Anna. Am 4. Dez. Dem Lokomotivheizer Johannes Moller eine Tochter Marie Martha Alwine. — Dem Bnchdruckercibesitzer Albin Klein ein Sohn Paul Ehristian. Am 6. Dez. Dem Küfermeister und Wtvt Peter Mm le eine Tochter. — Dem Fuhrknecht Adam Horny emc Tochter Kaiharme Hermine. Anr 7. Dez. Dem Schneider Heinrich Klee eine Tochter Karolme. Ain 8. Dez. Dem Bureaugchilsen Hermann Strobel eme Tochter Pauline. Am 9. Dez. Dem Dreher Rudolf Wols em Sohn.
Gestorbene.
Am 4. Dez. Heinrich Schreiber, 60 Jahre alt, Rentner dahier. Am 6. Dez. Anna Linker, geb. Houuaun, 71 Jcchre alt, Wilive des Schlossers Heinrich Linker dahier. — Gertrude Plattner, 8 Monate alt, Tochter des Schreiners Karl Joseph Plattner dahier. Am 8. Dez. Johann Heml, 3ö Jahre alt, Kellner dahier. — Karl Mayer, 27 Jahre alt, Schneidergeselle dahier. Am 9. Dez. Lina Baum, geb. Klein, 65 Jahre alt, Ehefrau des Maschinisten Heinrich Baum dahier. Am 10 Dez. Elisabeths Michel, gev. Kuhl, 75 Jahre alt, Witwe des Fuhrmanns Wilhelm Nüchel dahier. Ain 11. Dez. Frieda Elisaöethe Karoline Christine Launjpach, drei Jahre alt, Tochter des Hiifsbremsers Heinrich Launjpach dahier. — Helene 'Marie Lenz, 1 Jahr alt, Tochter des Taalohners Heinrich Lciiz dahier.
gebens warteten an diesem Tage Schnkinspektor und Lehrer aus das Erscheinen des pfiffigen Burschen.
* E i u sechsjähriger Ries e macht in England gegenwärtig viel von sich reden, weil er infolge seiner monströsen Körperenuvictlung vom Schulbesuche befreit wurde. Ter Junge ist das Kind eines Arbeiters in dem Londoner Vorort Peuch am. Ber einer Große von 4 Fuß hat er einen Brustumjaug von 41 Zoll uni) ein Gewicht von 240 Pfund. Für ein solches Nieserikind -ist natürlich m den Schulbünkerr der Sechsjährigen kein Raum. Ter Arzt der Schulverwaltung teilt über das Kind in der „Times" mit, daß das Gewicht keineswegs einer krankhaften Fetterilwicilung' zuzuschreiben sei. Auch die Vttis- tulatur ist so entwickelt, daß der Kleine erwachsene Personen mit Leicht.ig.leit aufhebt. Geistig soll der Knabe tinc gewisse Frühreife zeigen. Jack, so heißt das Rifaenlind, legt selbst mfai das geringste Verlangen au den Tag, Lu),ulunterricht zu genießen. Wenn er nicht schläft, was seine Hauptbejchsts 1 igung ijt, so beivegt er sich in wie gen - Der Gun gart auf der Straße umher, oder er verdient sich sein Mittagbrot dadurch, bag er m einer Wirtschaft seines elterlichen Hauses Vorstellungen gibt, wobei er mit Leichtigkeit mit Gewichten von bü Psuiid hankierk. Wenn er auch unfähig ist, zu lesen und zu schreiben, so hat er doch sehr schnell eine genaue Kenntnis der ver,chwdenen Geld- Iorten erworben und weist sehr genau ein Sechspennh- llüct von einem Schilling zu unterscheiden. Von einem Schulbesuch durch den jungen Riesen wurde unter der Begrüiidung abgesehen, daß seine Erscheinung bic Auf- lnerijamkeit der übrigen Kinder ableureu werde, daß er keinen Pla^ in den Schuibänten Hal, und daß er durch feine K.rperkraft u.itcr seinen Altersgenossen alies mog- llo/iC Unheil anrichien könnte.
* Aberg 1 äuvische dräute. Lei eine. H oc zeit in Loudon, die k^rziici) iiatrjanö, wurden abergläubische Gebräuche Ouy alter Zett wiener geübt. Eine der Brautjungfern trug, wie btr „Onlooter" berichtet, „des Gluues wegen" grüne Strümpfe, und auch Oie alte Regel „etwas Alles Uno etwas Neues, etwas Geborgtes uni) etwas Blaues", lüuroc nicht veigejsen; die sechs Brautjungierri trugen blaue Hüte und Jedem. „Bräute sind heute noch genau |o abergiaubijch^ wie sie früher waren", jagte der stuft er einer btt vorueym^en iiirujeii L^rwous. „BwUeicht ist ber Aberglaube ui ast meyr so mannigsaltig wie früher; was aber baoon geblieben ijt, wirb ebciijo sireng wie je beachtet. Die Bräute ändern vor allem ben Tag nicht, wenn es irgeno geht; sie tun lieber alles anbere, a.s Die Heirat verschieben. Ferner heiraten sie möglichst niust am Freitag, west ber Tag für ungtüalich gehalten wirb. Ebenso ist es mit dem 13. bes Ai-onafs"
jmidd uni) Verkehr. Mkswirlschasl.
DiskouLo-Komiuaudttge-cUschafr. uuf den Tob oes ^etrn von Hamernai.ii hm zogen Die'Utuen der Tiskonlogeselljchait träitig an, während sie zur Zrn ber Krankheit des Tähmgeschredenen Ufa m weichender Bewe.N lg besaudcu. Es Dürfte Die erslere Erjfaei- nung laut Der Aleinuag eines Berliner Börjenberichterstatiers der „M. Z." darauf zurückzuführen sein, daß sich Die Erwartung geltend mafae, die Gesichfaasl wurde auf ber von dem Versiorveuen gc= jfaahene?: Grundlage sich kräftig weiter entwickeln. Umeres Er- afatciiS ist gerade das Umgekehrte der Fall. Ter Verblichene übte sclfaiverNändlifa auf die GeieUifaaft einen dominierenden Einfluß aus; nafageiviescn ist auch, daß er sich maiiajeifai Steuerungen gegenüber ablehnend verhielt und insbesondere m-uifaeit lulraliven Geschäften ziemlich abgeneigt war; dies dürste ,tfa nun ändern. Namentlich wird auch geglaubt, daß die seitherige Kommanou- gejelljchast in eine Altiengejellsfaaft umgcroanbelt wirb, woburfa Ufa bie Bewegungsfreiheit ber Bank bedeutend steigern dürfte. Alles dies wird einstweilen schon im Kurse eskomptiert und ist derselbe gestern bis 200 gestiegen.
KohtenkonLer. Das neueste Mitglied des rheinisch-westfälischen Kohlenst)ndllates erhielt die Firma „Rheinische Kohlenhandel- und Rhedereigesclhfaait, Gejelljfaau mit beifarunUer Haüpilifat,, mit dem Sitze in Mühlheim a. b. Ruhr und einem Kapital von 18 Atill. All. Die Tauer ist diejenige des gedachten Syndikates selbst. Ter Auistchisrat besieht aus 6 höchstens 9 Personen.
eAusiUij hub drn L>ri!»ers«miBlktjchuu On Llsür *K>.ra. Aufgebote.
Am 3. Dez. Peter Auguu Latz, Geschäftsführer in Frankfurt a. M., mit Georgine Eharloite Ehrifiiane Johanna Bill dahier. Am 4. Dez. Kaspar Baitz, Lagerarbeiter dahier, mit Karoline Drommershailsen hierjelbst. Am b. Dez. Heinrich Haas, Schreiber Dahier, nut Katharine Diehl in Frankfurt n. 'M. Am 7. Tez. Ehristian Heinrifa Jakob Frey, Schneider dahier, mit Eniilie Laye Viebegoit in Osienbafa. — Johannes Sauer, Schutzmann in Bicle- 'elö, mit Aimna Schramm dahier. — Adam Becker, Sergeant da
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