Ausgabe 
12.8.1903 Zweites Blatt
 
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Air Heutige Hlummer umfaßt 8 Setten.

radikal-polnische Partei verfolgt

trotzdem sie bei den

unterstützt hat

doch in erster Linie nationalpolnische

schlechten Nährboden für die Darmbakterien dar.

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Fabrikant: I. Gioth, uanan a. M.

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Auch zu Salat, Saucen 2c. eignet sich Hengstenberg*

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letzten Reichstagswahlen in dem einen oder anderen Wahl­kreise, so namentlich im rheinisch-westfälischen Jndustriebczirk (Gelsenkirchen z. B.) die Sozialdemokratie in der Stichwahl

einigen Frank­ist es einem ganz beträcht- von demselben

vor auswärtigen Firmen, hauptsächlich furter Versandtgeschäften. Das zweite mal hiesigen Geschäftstreibenden passiert, Waren in lichem Umfange erhalten zu haben, welche

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I Weinessig; vortrefflich.

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Spanien und der neue Papst.

Der Madrider Korrespondent derTimes" meldet, daß man in Spanien mit einer ziemlich bedeutenden Unruhe der Politik entgegensehe, die der neue Papst Spanier! gegen­über befolgen werde. Man sei dort sicher gewesen, duß, wenn Kardinal Rampolla gewählt worden wäre, die Politik des Vatikans der Pyrenäen-Halbinsel gegenüber dieselbe geblieben wäre, aber bei Pius X. habe man dieses Ver­trauen nicht. Die Ursache für diese Befürchtung ist aller­dings eine sehr einfache und nicht leicht zu nehmende. Der neue Papst ist nämlich als ein intimer Freund des Prä­tendenten Don Carlos bekannt. Teilweise, fährt der Korrespondent fort, sei man der Ansicht, daß der ehemalige Patriarch von Venedig, der sich so sehr mit den Geschäften seiner Diözese abgab, daß er keine Zeit fand, sich um die Politik der großen Welt zu kümmern, von Spanien und spanischen Verhältnissen nichts weiter weiß als das, was er von Don Carlos erfahren habe. Er sehe also wahrschein­lich die Lage durch dessen Augen an. Uebrigens war Kar­dinal Sarto die Persönlichkeit, durch die Don Carlos bei dem Tode Leos VIII. dein heiligen Kollegium sein Beileäd ausdrücken ließ. Der Korrespondent meint, daß dieser Um­stand gewiß nicht ohne weiteres übersehen werden dürfe, aber andererseiW gehe man in Spanien zu weit, indem man schon offen der Befürchtung Ausdruck gebe, daß der neue Papst nun ohne weiteres einen neuen Karlistenkrieg anzetteln werde. Sicherlich werde aber der Umstand, daß der Papst von jetzt ab eine gefährliche Waffe in der Hand habe, bei der bevorstehenden Lösung der Ordensfrage eine nicht unbedeutende Rolle spielen, denn jedenfalls habe der Papst es nicht nötig, irgend welchen Wünschen der spanischen Regierung nachzugeben. Immerhin sei anzu­nehmen, daß, wenigstens jetzt, jeder Versuch der Kurid, Vorteile durch derlei Drohungen gegen die Dynastie zu verlangen, von keiner der Parteien gutgeheißefn werden würde. Man tut gut, zu diesen Meldungen etliche Frage- zeichen zu machen.

Zwecke, und ist keineswegs etwa ein gefügiges Werkzeug in der Hand sozialdemokratischer Führer, wie diese es möchten. Also das Liebeswerben der Sozialdemokratie um die Gunst der nichtdeutschen Arbeiter und die aufgewandten Agitations­gelder haben einstweilen recht wenig Erfolg. Aber für die sozialistische Generalkommission verschlagen diese Mißerfolge nichts; die Herren Legien und Genoffen sind unermüdlich tätig, für die sozialistischen Cadres auch alle fremdländischen Arbeiter in Deutschland eiuzufangen. Ob sie damft in Zu­kunft mehr Erfolg haben werden als bisher, steht noch sehr dahin. Wenn man bedenkt, daß als ausländische Arbeiter doch der Zahl nach an erster Stelle stets aus Rußland herübergekommene Polen stehen werden, und diese naturge­mäß, wird ihr Aufenthalt dauernd, sich viel eher einer radi­kal polnischen Organisation anschließen als einer sozialdemo­kratischen, so ist anzunehmen, daß viel von der auf die aus­ländischen Arbeiter verwandten sozialistischen Agitationstätig- keit verlorene Liebesmühe verbleibt.

DieKrisis" in Ungarn.

Alle Peinlichkeiten der Lage in Ungarn, der ex lex- Zustand, ein zerklüftetes, durch den Bestechungshandel bloß­gestelltes Parlament, ein wankendes Ministerium treten weit zurück hinter die Tatsache, daß infolge der Obstruktion die diesjährige Rekrutierung noch nicht vorgenommen werden konnte. Am 1. Oktober sollen 40 00050 000 Mann Soldaten aus Ungarn in die Armee eingereiht und ebensoviel entlasten werden. Nun ist es unmöglich, die Kadres der Armee so weit zu schwächen, daß vom 1. Oktober statt des etwa 300 000 Mann starken Friedensstandes nur 250 000 Mann den Dienst versehen. Dies hieße die Friedensorganisation des Heeres zerrütten und die Kompagnien der ungarischen Regimenter, die auch jetzt im Frieden nur ungefähr 80 Mann zählen, zu emcr Art von Gerippe verdorren lassen. Ein einziger Aus­weg ist möglich: die Mannschaften muffen auch nach Ablauf der dreijährigen Dienstzeit bei der Fahne gehalten werden, bis die neue Rekrutierung vom Parlament bewilligt wird. Dies ist auch die Ansicht militärischer Kreise, und wird für unmöglich gehalten, daß von leitender Stelle aus am 1. Oktober eine andere Weise an die Truppenkommandanten ergehe. Gewiß wird in Ungarn ein Sturm darüber ausbrechen, aber aAe billig Denkenden werden einsehen, daß die Verantwor- tring für diese Mißstände ausschließlich das Parlament, aus­schließlich dessen übermütige Minderheit trifft, die die Staats- iniaschine in diesem Punkte zum Stillstand bringen wollen. Das ist die wichtigste Angelegenheit, die den Grafen Khuen bestimmt hat, an das kaiserliche Hoflager in Ischl zu reisen. !sf ür ihn persönlich handelte es sich um die Frage, ob er ent- Wossen ist, die notwendige, aber unpopuläre Maßregel «auch wirklich durchzuführen, oder ob er es vorzog, an»

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**Ern jugendlicher Ausreißer. Gestern mittag wirrde auf der hiesigen Bahnstation ein neun Jahre alter Junge ausgesetzt, weil er keine Fahrkarte besaß. Er hatte, nämlich die Reise von Coblenz nach hier ohne Fahrkarte unternommen. Er ist seinen Eltern ausgerissen, denen er wieder zugeführt werden wird.

** Ueb erfahren. Auf dem hiesigen Rangierbahn­hofe wurde gestern abend der Brem ser Schn ei der aus Betzdorf von einem ablaufenden Wagen erfaßt und über­fahren. Der an beiden Beinen Schwerverletzte wurde sofort der hiesigen Klinik überführt. Der Bedauernswerte ist Vater von 6 unmündigen Kindern. Der Unfall ist durch eigene Unvorsichtigkeit des Verletzten herbeligeführt worden.

** Der Ausflug des Maschinenbauer-Gesang­vereins nach Kleinlinden am vergangenen Sonntag er­freute sich eines recht zahlreichen Besuchs. Daß es nicht nur die Aussicht auf ein Tänzchen war, die so viele herbeigelockt hatte, bewies die starke Beteiligung von Sängern befreundeter Vereine. Nur allzu rasch vergingen die Stunden bei Sang und Tanz.

** Die Hegezeit der Feldh ühner undWachteln. Das Großh. Ministerium des Innern erläßt folgende Be­kanntmachung: Auf Grund des § 3 der Verordnung vom 2. September 1903 haben wir mit Rücksicht auf den Stand der Ernte und der Weinberge das Ende der Hegezeit der Feldhühner und Wachteln für die Provinzen Starkenburg, Rheinheffen und Oberhessen, mit Ausnahme der Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten, auf den 2 3. August d. I. festgesetzt. Für die Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten behält es bei der allgemeinen Bestimmung, wonach die Hegezeit der genannten Wildarten am 31. August endigt, sein Bewenden.

Butzbach, 11. Aug. Vorsicht empfiehlt dieB. Ztg.*

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Aus Stadt und Land.

Gießen, 12. August 1903.

** Personalien. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren tmirbe verliehM durch Allerhöchste Entschließung S. K. Hoheit des Großherzogs dem Kom­mandanten der freiwilligen Feuerwehr zu Heidesheim,Jakob Schmelzer daselbst.

** UnbestellbarePostsendungen. Wie wir er­fahren, lagern bei der Ober - Postdire? tion in Darm- 'tadt folgende Sendungen, deren Llbsender vielleicht zu unseren Lesern zählen, als unbestellbar: Postanweisung über 8.20 Ml. aus Bad-Nauheim, Empfänger (unbe­kannt) in Cöln vom 10. 9. 02; Postanw. über 2.05 Mark aus Bad-Nauheim an Editor of Railway News in London vom 29. 7. 01; Postanw. Mer 4 Ml', aus Romr ob, Empfänger (unbekannt) in Frankfurt (Main) vom 29. 9. 02; <$eto. Brief mit 1.70 Mk. in Freimarken aus Friedberg (Hessen) an P. Joseph in Mendorf (Kr. Kirchhain) vom 13. 11. 02. Die zur Empfangnahme der Gegenstände Berechtigten müssen sich binnen 4 Wochen bei der Ober- Postdirektion melden, widrigenfalls die Postanweisungs­beträge und die in den Sendungen enthaltenen oder durch Versteigerung des Inhalts erlösten Geldbeträge der Post- Unterstützungskasse überwiesen, die Briefe aber vernichtet werden.

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sbr manche sonst so tüchtiqe Hausfrau, wieso ihre Nachbarin stets so schön gewaschene Wäsche hat, während sie es schon mit vielen Waschmitteln probiert und keine so vortreff-- lichen Resultate erzielt hak Wenn sie Gioth's gemahlene Kernseife mit Salmiak und Terpentin zum Kochen und Ausivaschen der Wäsche genommen hatte, nn'irde sie über die leichte Arbeit und die chön geivordene Wäsche erstaunt gewesen sein. Per Packet nur 15 Pfg., für die Wäsche garantiert unschädlich und chlorfrei.

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schell, 25 Jahre ächern bewand, cellg. z. baldig, eieriir. 1, pari.

gefichts der sich austürmenden Schwierigkeiten das Feld zu räumen.

England und die mazedonischen Aufständischen.

Bei der Beratung des Etats des Auswärtigen lenkte Bryce (liberal) ziemlich ohne Ursache die Aufmerksamkeit auf die Zustände in Macedonien. Balfour erwidert, er bedaure, daß er bezüglich des Aufstandes nichts Beunruhi­gendes mitzuteilen HMe; er beabsichtige nicht, au: Bryees» Kritik hinsichtlich der Untätigkeit Europas seit dem Berliner Vertrag einzugehen. Die Kritiker der europäi­schen Diplomatie sollten jedenfalls nicht die außerordent­lich verwickelten Schwierigkeiten der Aufgabe vergessen. Es gebe ernste Beschwerden, die aus einer tiesiitzenden Krankheit herzuleiten seien. Er bedauere den Mißerfolg bei dem Versuche, diese zu behandeln und habe gehofft und hoffe noch, daß ein bescheideneres Projekt, das England zu unterstützen wünschte, erfolgreicher in seinen Ergeb­nissen sein werde. Rußland und Oesterreich seien die haupt­sächlich berührten Mächte. Es sei die Pflicht der übrigen Mächte Europas, sie zu unterstützen, solange ihre Bemüh­ungen in keinem ehrgeizigen Geiste geführt werden, ©r glaube, die Pforte sei sich er wolle nicht sagen, der Humanitären Seite der Frage wohl aber der politischen Notwendigkeit der Unterdrückung aller Ausschreitungen der Truppen ebenso bewußt, wie England. Bei den rebellischen Banden habe die englische Regierung leider keine ent­sprechende Autorität. Ihr absichtliches, und, wie er glaube, ein gestand en es Ziel sei, die Zustände in Macedonien so unmöglich zu machen, daß daselbst, um was immer für einen Preis für den Weltfrieden, eine Intervention seitens Oesterreich-Ungarns oder Rußlands oder seitens beider er­folgen muffe. Das sei nicht die Politik, welche die britische Regierung erfolgreich zu sehen wünsche, die Politik, die es fördern wolle, sei, Oesterreich-Ungarn und Rußland bei der Einführung jener elementarer: Grundsätze einer gesun­den Regierung zu unterstützen, die, wieweit sie entfernt sein mögen von dem, was England selbst dort sehen möchte und eines Tages dort sehen dürfte, doch das beste Projekt bildeten, um in unmittelbarer Zukunft dem tief sitzenden Uebel jenes unglücklichen Teiles Europas abzuhelfen.

MP sachlich M Hlansgasse?. wem Fräulem Mckgabe nach jert.um.bVM erberen. 0^ ) Mk., zkathol. i gejucht. iDtonatl ,?L CfietL uni *eb. d. A.

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Zweites Blatt. 153. Jahrgang Mittwoch 12. August l»«3

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gar nicht bestellt waren. Versäumt man eben die sofortige Verweigerung, hat man die Waren ruhig hinzunehmen. Es wäre zu wünschen, daß derartige unnoble Firmen allgemein bekannt gegeben würden, damit jedermann auch Vorsicb^ bei regulären Bestellungen denselben gegenüber anwendet.

-ft Friedberg, ll.Aug. Zahlreiche wertvolle Fund e aus der Römerzeit wurden dieser Tage in der Mitte der Stadt gelegentlich der Herstellung von Kanalisationsarbeiten gemacht. So wurden Teile einer Statuette ausgegraben, der eine ein Arm, der andere weniger gut kenntlich scheint ein Bein zu sein. Ein anderes Fundstück ist eine talergroße Münze, anscheinend aus der Zeit des Kaisers Vespasian. Sehr interessant und wertvoll ist eine Emaille- Gewindnadel, die etwa talergroß ist und in der Mitte der Vorderseite eine Erhöhung trägt. Um den Rand ist sie mit Gold und Emaille eingelegt und zeigt Striche, wie die Ziffer einer Uhr. Auf der Rückseite sieht man noch die Haken und Oesen der Nadel. Weiter fand man Bronzeschnallen, Glasperlen, Reste von großen Krügen, Taffen rc. mit Schrift- zeichen.

(!) Allendors a. Lahn, 11. Aug. Tätlichen Ausgang hatte eine Sch ge r e i, welche sich in der hiesigen Wirt­schaft von Luh zutrug. Ter 50 Jahre alte Johannes Ulm geriet mit dem 20 jährigen Burschen Mandler in Streit, in deren Verlauf Mandler den Ulm zur Türe hinauswarf. Ulm blieb im Hofe bewußtlos liegen, wurde nach Hause verbracht, wo er, ohne das Bewußtsein wieder zu erlangen, in derselben Nacht den Geist aufgab. Mandler, der die schlimmen Folgen seiner Tat nicht erwartet hatte, stellte sich freiwillig der Polizei. Gestern erfolgte die ärztliche Sezierung der Leiche, welche ergab, daß der Sturz beim Hinauswerfen die Ursache des Todes war. Auch die Staats­anwaltschaft weilte an Ort und Stelle urlb nahm den Tatbestand auf. Mandler wurde alsbald ins Gefängnis nach Gießen überführt. Der jäh Verstorbene hinterläßt eine Witwe mit mehreren unmündigen Kindern.

Frankfurt a. M., 11. Äug. Heute vormittag ließ sich ein etwa ldlreißig Jahre alter Unbekannter in einer Waffen Handlung am alten Markt einige Revolver zeigen". Einen davon ließ er laden, da er ihn kaufen wollte. Er hatte die Waffe jedoch kaum in der Hand, als er ^wei Schüsse auf sich ab gab. Eine Kugel drang in oen Hals, eine in die Brust; beide wirkten tätlich. Der Mann wurde bewußtlos ins .Heiliggeistspital gebracht.

Die Darmkrankheiten der Säuglinge im Sommer be­treffen meistens Kinder, deren Maqen-Tarmkanal entweder durch ungenügende oder zu reichliche Milchnahrnnq geschwächt ist. Kinder, welche mit Kufeke's Kindermehl und Milch ernährt werden, werden viel weniger von Darmkrankheiten befallen als solche, die nur Kuhmilch oder andere Nährmittel bekommen, weil das.Kufeke- Kindermehl wegen seiner leichten Verdauung den Magen-Darm° kanal schont und die Gährungen verhindert. Es bietet auch einen

Kckanntmnchung.

Die am 16. Juli l. Js. angeordnete Sperre der Hamm- straße zwischen Wieseckbrücke und Unterführung an der West­anlage wird hiermit aufgehoben.

Gießen, den 12. August 1903.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

__________________I. V.: Roth._______________

Politische Tagesschau.

Die sozialistische Propaganda und die ausländischen Arbeiter.

Viele Tausende nicht im Deutschen Reich geborener und nicht der deutschen Nationalität angehöriger Arbeiter fin­den bekanntlich in der deutschen Landwirtschaft und Industrie ihr Brot. Zu den Tschechen, Polen, Italienern haben sich in der letzten Zeit auch zahlreiche Letten gesellt, die in Deutschland Arbeit gesucht und gefunden haben. Flugs ist die Sozialdemokratie erschienen und hat versucht, die Letten für die Partei einzufangen. Auf Anweisung der General­kommission hat ein Genosse in Riga die Arbeiterverhältniffe in den baltischen Provinzen angeblich eingehend studiert, hav eine sogenannte Aufklärungsbroschüre geschrieben, anderes Material zur sozialdemokratischen Agitation unter den Letten verschafft, dieses wird z. Z. in den baltischen Provinzen ver­breitet. Die Generalkommission hat in einem Aufruf die or­ganisierten Genossen ersucht, überall dort, wo sie mit Arbei­tern aus den baltischen Provinzen zusammenkommen,auf­klärend" zu wirken und sich wegen geeigneten Agi­tationsmaterials mit dem Abgeordneten Legien in Ver­bindung setzen zu wollen. Mit dem Polen-, Tschechen- und Jtalienerfang hat die Sozialdemokratie bis jetzt bekanntlich wenig Glück gehabt, obgleich das italienisch-sozialistische Blatt die polnischen und tschechischen Agitationsschriften schon Berge Goldes gekostet haben. Die kleinen sozialistischen Ansätze unter den italienischen Bauarbeitern in Deutschland sind nicht weiter gekommen, stellenweise sogar noch zurückgegangen. Die Zahl der Tschechen und Polen, welche direkt zur sozia­listischen Fahne schwören, fft ebenfalls nur gering. Auch die