Ausgabe 
11.12.1903 Erstes Blatt
 
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Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Buchholz und Rothenkirchen. Finanzminister Rieger er­widerte, die Untersuchung habe ergeben, daß nicht ein alfches Sparsystem, sondern ein strafbares Verschulden der

Beamten die Unglücksfälle verursacht habe.

München, 10. Tez. Der Finanzminister v. Riedel wird nach einer Privarmitteilung an verschiedene Land- tagSabgeordnete am Schlüsse der Kmnmersessivn seinen Abschied nehmen und als dauernden Wohnsitz München wählen, wo er sich auch bereits ein Haus kaufte.

Kasteler Festungsgelände entstanden. Wenn die Militär­behörde an diesem Grundsätze gegenüber Mainz festhalte, so dürsten nach der Ansicht des Dr. Schmitt auch an Mainz schöne Forderungen herantreten.

Nr. 291

Erscheint täglich außer SonnlagS.

Dem (Siebener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien, blätter viermal in der

Woche beigelegt Rotationsdruck u. Ver­lag bet Vrü h l'schen Unlvers.-Buch- u.Slein- btuderei (Pietsch Lrbenl Redatkion. Ärpehitton und Druckerei

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Anzeiger (Sieben, grrniprrchanlchlußltr 61.

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Krer und AlolLe.

» Bezüglich der Entfestigung von Mainz machte das bekannte Zentrumsmitglied des hessischen Land­tages, Dr. Schmitt, am Sonntag in einer Versammlung in Kastel die Mitteilung, daß beabsichtigt sei, Mainz nach Niederlegung der jetzigen Festungsmälle zu einem großen befestigten Lager umzugestalten, welches eine Außenbefestigung erhalten solle. Für diese Befestigung seien auf dem linken Rheinufer zwei neue Forts bei Zornheim und je ein Fort bet Elsheim und Bodenheim und auf dem rechten Ufer je ein Fort bei Wiesbaden und auf dem Petersberg bei Erben­heim vorgesehen. Wie dieKöln. Voltsztg." meldet, teilte Dr. Schnull mit, die Militärbehörde habe sich bei allen Ver­handlungen, welche über die Entfestigung von sDtaing und Kastel geführt worden feien, immer auf den Standpunkt ge­stellt, daß sie für das freiwerdende Gelände so viel einnehmen müsse, als die Erbauung der neuen Forts koste. Auf diese Weife sei auch seinerzeit die 8 Millionen-Forderung für das

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Bollinger (nl) deshyvotheken- tfen, bei der Zweiten - die Regierung um wt die Verzinsung iverschreibungen der ct.

äfer in Lich bittet m ist 1832 geboren qe Gar-e-Cheoaup fiatte er bo§ Un« Unterschenkel detz rt. nMen, daß Lei \txnet Entlassung chies geworden, an dem und Blutknoten zu leiden hat. Tie erwährende Behänd- Seine zurückgeblieben unfähig.

>ack beantragen, die ichen, um alsbaldig' 5ur Beseitigung bei bach. nf£ die Wahl der N- lelungtüt9i,f|S

Deutsches Reich.

Berlin, 10. Tez. Anläßlich des Hinscheidens des Geh. Kommerzienrates Adolf von Hansemann hat der Kaiser an die Geschäftsinhaber der Tiskonto-Gesellschaft folgendes Telegramm gerichtet:

Neues Palais, 9. Dezember 1903. Die Meldung von dem Hinscheiden des Geheimen Kommerzienrates Adolf von Hanscmann hat mich mit aufrichtiger Trauer erfüllt und spreche ich Ihnen zu diesem schweren Verlust, wel­chen die Diskontogesellschaft erlitten hat, mein Beileid aus. Tas Andenken des trefflichen um das Vaterland hochverdienten Mannes wird mir stets lieb und wert sein. Wilhelm."

Ter Kaiser hörte heute die Vorträge des Kriegs­ministers und Chefs des Generalstabes der Armee.

Ter preußische Handelsminister Möller soll nach derKgsb. Hart. Ztg." nahe daran gewesen sein, bei seiner schwierigen Stellung in dem kouservatw-agrari- schen Ministerium den Mut zu verlieren; er habe sich aber entschlossen, aus seinem Posten zu verharren, um ihn nicht ganz und gar den Agrariern auszuliefern.

TieNordd. Allg. Ztg." veröffentlicht die dem Reichs­tag zugegangene, dieser Tage zur Verteilung gelangende Tenkschrift über die Entwickelung der deutschen Schutz­gebiete in Afrika und der Südsee vom L April 1902 bis 31. März 1903.

Ter Bundesrat überwies in seiner heutigen Sitzung den Antrag Preußens, betreffend die Entwürfe von Militär-Peniions- und Versorgungs­gesetzen; erster Teil: Reichsheer, den Ausschüssen, ebenso die Vorlage betreffend den Bezug von Invali­den- und Unsallrenten in ausländischen Grenz­gebieten. Tie Vorlage betr. Vereinbarungen mit Schweden über Stadt und Herrschaft Wismar und die Aemter Poel und Neukloster nebst Zubehör wurde zur Kenntnis genom­men. Tie Zustimmung wurde erteilt dem Ausschußantrag betreffend Abänderung der Anführung des unter 5, Alinea 5, dem Gesetze betreffend die Kinderarbeit in gewerb­lichen Betrieben, vom 30. März 1903 anliegenden Verzeich­nisses, dem Ausschußantrag zum Entwürfe von Bestimm­ungen über Zulassung von Ausnahmen von den Bor- schriften der Paragraphen 12 und 13, Absatz 1 des Gesetzes betreffend die Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben vom 30. März 1903 und dem Ausschußbericht über die Vorlage vom 20. November 1903 betreffend die Feststellung des Brennsteuervergütungssatzes.

H-ute sand eine Sitzung des Hauptvorstandes des Ostmarkenvereins statt. Tie allgemeine Lage des Vereins wurde beraten und eine Reihe wichtiger Beschlüsse über tpn Ausbau der Vereinsorganisation und dessen prak­tische Tätigkeit gefaßt. Ferner wurde die Errichtung einer Witting-Stiftung genehmigt und be,chlofsen, int -oahre 1904 eine Bismarck-Lotterie zu veranstalten, deren Ueberschuß der zur Unterstützung bedrängter Deutscher in den Ostmarken gesch/affenen BismarEiftung zu Gute kommen soll. . ,, ö .

Tie Behauptung, eines suddeutschen Blattes, daß man in Regierungskreisen wegen der Neugestaltung der Kanalvorlage in nickt geringen Sorgen sei, ist un- zutrefseird. Innerhalb der Sraatsregierung smd endgiltrge Bescutüsse darüber, in welcher Form die neue wasserwrrt- scuaitliche Vorlage an den preuß. Landtag zu bringen ser allerdings noch nicht gefaßt, es schwebe:: aber fortgesetzt Besprechungen mit den Führern der Mehrheitsparteien, und das bisherige Ergebnis dieser Veryandlungen berech­tigt zu der Annahme, daß eine Verständigung, welche un- be.chadet der Zweckbestimmung des Kanatpro^ekts die Zu­stimmung der Landtagsmehrheit finden dürste, sehr bald erzielt sein wird. _ -

Köln, 10. Tez. Gelegentlich der , Gewerbe- ^erichtswahlen kam es in Deutz, als abends plotz^cy Hunderte von Wählern zur Wahl er;chienen, zu t umul- t u a r i s ch e n S z e n e n. Tie Menge erstürmte das Wahl- bureau, sodaß der Wahlakt geschlossen und ein neuer Ter­min festgesetzt werden muhte. Die Sicherheitsorgane waren dem Trewen gegenüber ohnmächtig; mehrere Personen wurden verletzt. Auch in anderen Wahllokalen kam es

Ans Stadt und Land.

Gießen, 11. Dezember 1903.

* Von der Landes Universität. Dem Staats­haushaltsetat ist zu entnehmen, daß für 1904/05 zwei neue außerordentliche Professoren in der philosophischen Fakultät vorgesehen sind: einer für alte Geschichte und einer für Forst­wissenschaft.

** TasEnde desDazars. Vielversprechend hätte der dritte und letzte Tag mit den Versteigerungen, die er auf sein Schild geschrieben hatte, eine ungeheure Besucher­zahl angezogen. Es herrschte im Saale eine ziemliche Hitze; Wangen glühten und die Herzen auch. Noch ein­mal boten die schönen Verkäuferinnen allen Liebreiz auf, um ihre Waren restlos an den Aiann zu bringen. Trüben, auf demEhristtiudelmarkt" wird versteigert. Ein Aus­rufer, in schreiende Farben gekleidet, zeigt mit hoch er­hobenen Armen seinen Zuhörern und Zuhörerinnen Kunst­gegenstände, große und kleine. Eine kleine Eule, aus' Porzellan, bietet er für 9 Mark aus. Niemand will sie ür so teuren Preis. Da geht er herunter auf 7, 6, 5 Mk., und eine reizende, weiß gekleidete Fee veranlaßt ihren Gemahl, der Kunst diesen Tribut zu zollen. Dann bietet der bunte Mann mit faoelhafter Beredtsamkeit ein sezessio- nistisches Mohrenbildnis aus, für das sich ein Liebhaber nicht so rasch finden lassen will. Ein Leutnant erwübjt für 2 Mark ein Kästchen mit Briefpapier. Sehr verständi­gerweise einsehend, daß das prächtige Bild des Bazars unter so vielen, gleicyzeitigen Auktionen leiden würde, stellte man sie von Zeit zu Zeit ein, und befriedigte die Kauflustigen durch doppelt liebenswürdige Bedienung und ein Entgegenkommen mit sehr billigen Preisen. Und da wurden denn noch große Mengen aller möglichen Waren an den Manu gebracht. Tie Damen des orientalischen Ta­bakhauses verkauften neben süß duftenden Zigarren und Zigaretten ganz enorme Vorräte von feinen Lckören. Wer einmal davon geöostet hatte, kam immer wieder, und das münzenbehängte, freundliche Antlitz der hübschen Händ­lerin lächelte mit bezauberndem Liebreiz ihren treuen Kunden zu, ihnen allerlei verlockende Aufmerksamkeiten gewährend. Man erhielt Heine Geschenke zur Erinnerung in Form schöner Zigarrenspitzen und bisweilen sogar einen Gratis-Likör. Tann plötzlich setzte die Musik wieder ein, und der Tabakskiosk wurde von Tänzern umrauscht. Oben in der Weinstube, im Cafe oder in der feuchten Ecke ging es nicht weniger lebhaft zu. In der Tombola wurden die letzten Gewinne ausgerufen; eine Glückliche siegte mit einem Kinderwagen, den jie eifrig durch die erhitzte Menge schob. Da riefen laute, seltsame Töne uns wieder in den großen Saal zurück. Tie beiden Egypter haben ihre hohen Gestalten an den beiden Obelisken aufgerichtet und sprechen, das Antlitz gen Mekka richtend, laut wie int Gebet. Hörte man aufmerksamer zu, so vernabm man freilich Sätze rnürder andachtsvoller Hingebung an die Gotbi S; sehr harmlos vergnügt ertönte es aus chrem Munde:

er Schmrps tostet nur noch 10 Pfennig, oder: Wir tvollen einen neuen Bazar haben. Endlich erhob sich einer der hohen Muselmanen und bot die Scharapsreste zum Meistgebot aus. In der Stunde um Mitternach wurden allmählich die Vertaufsstellen aufgeräumt und geschlossen; mit einem letzten Vorrat von Papierbällen ging eine dunkeläugige, schwarzhaarige Schöne, deren wunderhüb­scher silberner Kopfputz angenehm auffiel, mit dem besten Erfolg hausieren. Tie letzten Atkorde verklangen in der Weinftube und im Kaffeehaus, und daun wurde es stiller und stiller, die Bowlen- und Weinquelle war versiegt, und die geduldigen Sitzfesten tonnten konstatieren: Ende gut, alles gut.

* Aus dem Bureau des Stadttheaters. Für die 3. Fremdenvorstellung am Sonntag den 13. Dezember, nachmittags halb 4 Uhr, in der Heyse'sMaria von ibiagdala" zur letzten Aufführung gelangt, macht sich leb­haftes Interesse geltend. Es sei nochmals auf diese in­teressante Aufführung aufmerksam gemacht. Sonntag abend gelangt auf vielseitiges VerlangenPension Schüller" nochmals zur Aufführung. Die Posse erregte bei der Auf­führung neulich geradezu HeiterkeilSslürme. Vorauf geht der EinakterFlitterwochen" von Direktor Hermann Steingoetter, der bei der Premiere ebenfalls allgemein angesprochen hat.

-Krankenversicherungsgesetz. Das am 1.Januar 1904 in Kraft tretende abgeänderte Krankenversicherungsgesetz bringt eine Reihe von Erweiterungen, die im Interesse der Versicherungspflichtigten sehr zu begrüßen sind. So darf der Bezug von Krankengeld und der Anspruch auf freie ärztliche . Behandlung und Heilmittel auf nicht unter 26 Wochen sest- gesetzt werden (bisher nur 13 Wochen); Wöchnerinnen- , Unterstützung muß mindestens auf die Dauer von 6 Wochen : gewährt und Geschlechtskranke dürfen nicht mehr von der Bc- 1 Handlung unb Unterstützung auf Kassenkosten ausgeschlossen - bleiben. Infolge Heraufsetzung des durchschnittlichen Tage- - lohneS ist die Bildung höherer Klaffen nunmehr möglich. Von den sonstigen Bestimmungen ist noch die Einbeziehung der Handlungsgehilfen und -Lehrlinge in die Krankenversicher- - ung zu envähnen, wenn ihr IahreSgehalt nicht 2000 2llk. i über steigt. Um diesen erhöhten Anforderungen entsprechen ? zu können, muß man natürlich allenthalben zu dem Mittel $ der Beitragserhöhung greifen. Gleichzeitig mit dieser Neuerung

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Nolitische Tagesschau. \

Der Vertrag mit Rußland.

Man schreibt uns aus Berlin, 10. Dezember:

In parlamentarischen Kreisen erzählt man sich, daß Gras Bülow in Sorge sei wegen der Handelsver­tragsverhandlungen mit Rußland. Diese be­wegen sich angeblich und trotz des festlichen Mahles, das der Staatssekretär Frhr. v. Richthofen den russischen Dele­gierten zu Ehren veranstaltete, in einem Gleise, das zum toten Strang hinleite. Ob es sick in der Tat so ver­hält, läßt sich zuverlässig nicht beurteilen. Ueber den Stand der Verhandlungen verriet der Kanzler heute im Reichs­tag nichts. Immerhin scheint es, daß man deutschersei.s auf eine längere Dauer der Verhandlungen sich einzurichten beginnt, als ursprünglich in Betracht gezogen war. Unter diesen Umständen dürfte der russische Handels­vertrag in der laufenden Tagung schwerlich noch an den Reichstag gelangen. Da er nicht gekün­digt ist, würde er als auf ein Jahr stillschweigend verlängert anzusehen sein, natürlich mit den Sätzen des alten Tarifs. Diesen Zustand eintreten zu lassen, erachtet Rußland offenbar als in seinem Interesse liegend.

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zu ähnlichen stürmischen Szenen. _ ., _ ,

Dresden, 10. Dez. Der konservative Landlagsabg.

Kühlmorgen interpellierte die Regierung in der 2. Kammer über die schweren Ei^enbahnnnglücksfalte bei

Freitag 11.Dezember 1903

Bezugspreis»

® Anzeiger

Seneral-Anzeiger

Ausland.

London, 10. Dez. Der Buren-General James Viljoen ist hier eingetroffen, um sich, wie es heißt, im Februar mit Fräulein Mey zu verheiraten.

Paris, 10. Dez. Bon gewöhnlich gut unterrichteter Seite wird gemeldet, der Zar habe die Vorschläge des Admirals Mexejeff angenommen, von denen eine fried­liche Beilegung des russisch-japanischen Kon­lik t e s erwartet werde.

Tas Finanzministerium schätzt das Erträgnis der diesjährigen Weinern te Frankreichs auf 3öVs Mill. Hektoliter, was gegen die vorjährige Ernte ein Minus von 41/2 Millionen Hektoliter bedeutet. Tas Erträgnis der Weinernte Algeriens wird auf 6V2 Millionen geschätzt.

Rom, 10. Dez. (Senat.) Auf eine Interpellation über den Stand der internationalen Beziehungen Italiens erwidert Ministerpräsident Gioletti, er könne nur wieder­holen, daß Italien die Erhaltung des Friedens und der Freundschaft mit den übrigen Mächten anstrebe. Dem Dreibunde werde von der Regierung die größte Be­deutung beigelegt. Alle irredentistischen Bestrebungen seien stets energisch unterdrückt worden. Dem Dreibund stehe als Element des F-rüedens auch die s 0 z i a l i sti s ch e P a r - t e i freundlich gegenüber.

Wien, 10. Dez. DieN. Fr. Pr." erfährt von einer wohlunterrichiteten Persönlichkeit in Belgrad, die dienst­habenden Offiziere um die Person König Peters, die als Teilnahmer an dem Komplott gegen König Alexander bekannt sind, sollen in der nächsten Zeit von ihrem Posten am Hofe entfernt werden. Ferner behauptet das Blatt, Oesterreich und Rußland verlangten, daß die kompromit­tierten Offiziere ganz aus der serbischen Armee entfernt werden.

Sofia, 10. Dez. Die Forderung Rußlands auf Bezahlung der Ostrumelischen Kriegsschuld in Höhe von 13V2 Millionen Fr es. ist von der Regierung noch nicht beantwortet worden. Man erblickt in der russischen For­derung den Beginn neuer Repressalien.

Aden, 10. Dez. Es verlautet gerüchtweise, die im englischen Heere dienenden Somalileute hätten sich empört und sich der Armee destollen Mullah" an geschlossen.

Newvork, 10. Dez. DieAssoc. Pr." verbreitete eine Tepesche, oerzufolge Generalmajor Mae Arthur bei einer militärischen Konferenz in Honolulu einen Krieg mit Deutschland wegen Südamerikas fürunab­wendbar (!) erklärte und ihn sogar alsvor der Tür stehend" (!) bezeichnete, weswegen auch die Bürgerwehr Hawais stauk gefördert werden müsse. Tie alldeutschen Bestrebungen seien auch unter den Deutschamerikanern im Wachsen. 9tur wenige von ihnen hätten sich bei dem spa­nisch-amerikanischen Krieg als Freiwillige gemeldet. Diese Aeußerungen seien durch einen Bericht des Obersten Jones an den Gouverneur Carter bekannt geworden. DieAssoc. Pr." zog bald die Depesche zurück, teilte aber nun mit, daß Mac Arthur unerreichbar sei, well er unterwegs von Hono­lulu nach San Francisco sei. Indessen wurde die De­pesche freigegeben.

Frhr. Speck von Sternburg hat durch die Associa­ted Preß dem amerikanischen Volke mitgeteilt, Kaiser Wilhelm sei tief gerührt von den vielen auf­richtigen Beweisen von Sympathie aus An- lafc (einer Operation.

Senator Morgan griff im Senat die vom Präsi­denten Roosevell verfolgte Politik aufs heftigste an und sprach die Prophezeiung aus, daß Cuba die Fäden, die das Land an die Vereinigten Staaten fessele, zerreißen werde und dabei vielleicht an Deutschland einen Freund finde, das dem Beispiele Amerikas folgend, über Nacht einen unabhängigen Staat schaffe und diesen dann bei Sonnenaufgang annektieren würde. Zweifellos werde gekämpft werden, denn wer sei wohl ramb(begieriger als der deutsche Kaiser oder Amerikas kühner Präsident.

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Erstes Blatt. 153. Jahrgang

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