Ausgabe 
11.11.1903 Erstes Blatt
 
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Er-steS Blatt.

153. Jahrgang

General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

vch-lftratz- r.

Rbvefli tüt Depetchem Adriger Aretzea.

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Mittwoch 11. November 1903

BezugSpret-r

monatlich 75oiertel* tährUch ML. 2.20; durch Abhole- a. Hroeigfleden monatlich 65 Pt.; durch die Post ML. 2. ütevtel« fährt auslcht BeUellg. Annahme von Anzeigen [Üx die tLagesnummet bü8 ootmlUaga 10 Uhr. ßctUnprett total ILP^ »marwlu» W Ptg.

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Nr. 265

Srtiyetot täglich Lu her Sonntage.

Dem «Siebener Anzeiger werden Im Wechsel mit dem hessischen LandwiN die Hieneuer KamiUen» Hättet viermal tn der

Woche b«igelegt

Roteltxmflörud a. ©et* lag bn t) t ß I) I ich«! UniDed.-öueb- n.6td#» krude er* (Pietsch (fcrbruj

trachten.

Sturz des Grafen Lamsdorss?

aus Paris gemeldet wird, erfährt derFigaro",

Wie

,ein Be-

Uhr der

gestrige Spaziergang gut bekommen. Die Wunde ist von gutem Aussehen und begiaut sich zu verkleinern

AUÄ ^luiii Uttö Sand.

Gießen, den 11. November 1903.

** Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Am heutigen ersten Ziehungstage der 1. Klasie fiel ein Gewinn von 25 000 Mk. auf 9ir. 71237 (nach Eisenberg in Sachsen- Anhalt), ein Gewinn von 5000 Mk. auf Nr. 57140, vier Gewinne von je 1000 Nit. auf Nr. 20651 29966 58820 96218, ein Gewinn von 400 Mk. auf Nr. 38940, sechs Gewinne von 200 Mk. auf 9ir. 43956 56894 57776 61227 77050 78612. (Ohne Gewähr.)

"Aus dem Bureau des StadttheaterS. Da zu der am Freitag stattfindenden dritten Volksvorstellung, die zur nachträglichen Erinnerung an Schillers Geburtstag »Don Carlos" bringt, sich großer Andrang geltend machen dürfte, so werden Interessenten gut tun. sich bei Zeiten Plätze zu sichern.

** Ein Geisteskranker wurde gestern früh auf der hiesigen Station aus einem aus Berlin kommenden Schnellzug entfernt und in die psychiatrische Klinik gebracht. Er hatte die Notleine gezogen und darauf das Personal mit einem geladenen Revolver bedroht.

* Unbestellbare Postsendungen. Wie wir er» fahren, lagern bei der Oberpostdirektion in Darmstadt folgende Sendungen, deren Absender vielleicht zu unseren Lesern zählen, als unbestellbar: Postanweisung über 5 Mk. 20 Pfg. vom 12. Nov. 1902 aus Gießen nach Hungen, Empfänger un­bekannt; Postanweisung ist in Verlust geraten. Gew. Packet aus Llch an Salamoni Augusto in Essen (Ruhr) vom 22. Juni 1903. Die zur Empfangnahme der Gegenstände Berechtigten müssen sich binnen 4 Wochen bei der Oberpostdirektion melden, widrigenfalls die Postanweisungsbeträge und die in den Sendungen enthaltenen oder durch Versteigerung des Inhalts erlösten Geldbeträge der Post-Unterstützungskasse überwiesen- die Briese aber vernichtet werden.

** Sterbekasse für Mitglieder des Hessi­schen LandesgewerbeVereins. Eine zum Zwecke der Umwandlung von dem seitherigen Umlageversahren in das Kapitaldeckungsverfahren (feststehende Beiträge) anbe­raumte außerordentliche Telegiertenversammlung fand am Sonntag zu Darmstadt statt; zu derselben waren ca. 40 Vertreter erschienen. Der Geschäftsfüyrer, Handwerks- kaimnersekretär Engelbach, teilt nut, daß der Vorhand der Kasse nach mühevoUer Arbeit jetzt, endlich so weit gekommen sei, eine definitive Vorlage zu machen. Ein Versicherungs- Mathematiker habe eine genaue Berechnung aufgestellt, aber dabei auch in Betracht gezogen, daß die Kasse Mitglieder bis weit über 60 Jahren besitze, die mit möglichst geringen Beiträgen zu belasten seien. Diese Berechnung sei dem Sackcherständigen auch insofern gelungen, als daß, nach dem Tarife, die über 50 Jahre alten Mitglieder dieselben Bei­träge zu zahlen hätten als die 50jährigen. sJ£ur müßten die St er beraten bei diesen älteren Mitgliedern (über 50

Jahre) eine Reduzierung erfahren. Auch müsse zur Deck­ung dieser Sterbegelder ein Eingriff in den Reservefonds im ungefähren Betrage von 30000 Mk. erfolgen. Es ent­wickelt sich über den Beitragstarif eine längere Diskussion.

un gen). Die Meldung von der auf Grund derselben Be- chuldigung erfolgten Verhaftung des hiesigen sozialdemo­kratischen Kassensührers Braun und des Arbeiters Newa- g r o k k y bestätigt sich». DerKönigsb. Volksztg." zufolge ist über Braun die Briessperre verhängt worden, sodaß alle an ihn geneideten Briefe zuerst der Staatsanwaltsehast zugestellt werden müssen.

Deutsches gteidj.

Berlin, 10. Nov. Aus ein heute von dem Senais- präsidenten Bremens Bürgermeister Dr. Pauli an den Kaiser gerichtetes Telegramm, in dem die lebhafte Freude über das günstige Befinden ausgedrückt war, erfolgte nach? Gehende Antwort: I

^Jch danke dem Senat der Freien Hansestadt Bremen und seinem Präsidenten für den Ausdruck seiner Teil­nahme uno hoffebeieiniger Schonung in Kürz e gänzlich wiederhergestellt zu sein."

Demnächst wird in Berlin ein wertvolles Geschenk für d e n K a i s e r eintrefsen, dessen Spender der S u l t a n ist. Es handelt sich um eine Anzahl von Fassadestücken des Kastells und Tempels von M'scheda bei Amman, die unter Leitung eines deutschen Fachmanns an Ort und Stelle ab­getragen, mit der Hedscha-Bahn über Damaskus nach Beirut transportiert und hier in 500 Kisten an Bord des Dampfers verfrachtet wurden. Die historisch wertvollen Stücke sind vom Kaiser für das Kaiser Friedrich-Museum bestimmt.

Bekanntlich war zu den Empfangsfeierlichkeiten nach Wiesbaden auch eine Konipagnie des Berliner Alexander» regiments beordert. Der Zar, der die Uniform des Kai)er- Alexander-Garde-Grenadier-Neginients trug, jedoch mit dem Haarbusch, äußerte, er fände die Greuaoier mütze viel schöner, er möchte auch eine besitzen. Dec Regiments­kommandeur Oberst v. Schien? bat ihn darauf um die Erlaub­nis, daß das Alexander-Regiment ihm eine solche schenken dürfe. Die Offiziere wurden sänrtlich dekoriert. Tie Kom­pagnie erhielt UO Annenmedaillen in Silber, mit welchen in erster Linie die Unteroffiziere und Gefreiten ausgezeichnet wurden.

Ausland.

London, 10. Nvv. Die 20jährrge Prinzessin Alice von Großbritannien hat sich mit dem im 30. Lebens­jahre stehenden Fürsten Alexander Teck, Rittmeister im 7. englischen Husarenregiment in Aldershot, verlobt.

Indischen Müttern zufolge ist eine unter Befehl des Hauptmanns Hammond üach Tibet äbgesandte Ex- )edrtion von den Tibetanern bis auf den letzten Mann niedergemacyt worden. Die Mannschaften der Expedition sollen vor ihrem Tode schrecklich verstümmelt worden sein.

Brüssel, 9. Nov. Um das durch die Armeerevrganisa- tion stark in Anspruch genommene Kriegsbudget zu ent­lasten, hat die Heeresverwaltung eine sogewaltigeVer- minderung der Effektivbestände eintreten lassen, daß diese kaum noch' den sechsten Teil ihres Solls auf­weisen.

Rom, 10. 9Lov. Das Ministerium beschloß, Ro- arros Begräbnis auf Staatskosten und beauf­tragte Luzzatti mit der interimistischen Verwaltung der Finanzen und zwei Minister mit der Vertretung beim Be­gräbnis. Giolitti war von der Unschuld Rosanos überzeugt, trotzdem verlangt Ferri den Rücktritt des Kabinetts.

Graz, 10. Nov. Der Landtag nahm die Reform des Land tags Wahlrechts an, wodurch die direkte und g e -

warten. Wir haben begründeten Anlaß,.an der Richtig­keit dies er Mitteilung zu zweifeln. Die Verstärkung der Auslandsslotte ist tatsächlich ins Auge gefaßt. Eine entsprechende Vorlage wird nicht allzulang nach Er­öffnung des Reichstags auf sich warten lassen. Daß vor etlichen Tagen gleichzeitig in mehreren größeren Müttern, u. a. in der9Lationalztg^" und in derMagdeb. Ztg.", die Notwendigkeit einer Vermehrung der Auslands schiffe ein­gehend begründet wurde, ist kein zufälliges Zusammen­treffen. Es handell sich auch nicht etwa um Privatwünsche und Projekte, sondern diese Artikel haben eine reale Unter­lage und sind in gewissem Sinne als offiziös zu be- Das weitere wird die Zukunft lehren.

Heime Wahl eingeführt und eine vierte Kurie mit acht Mandaten geschaffen Wirch, von denen aus jeden Wahltreis eins entfällt.

Belgrad, 10. Nov. Das Inventar der Hinter­lassenschaft der Königin D r a g a ist jetzt zusammen­gestellt. Zu demselben gehört ein Haus im Werte von 50 000 Franks, Schmucksachen im Werte von 190 000 Fr., Aktien im Nominalbeträge voll ICO 000 Fr., Bargeld in Höhe von 155 000 Fr., sowie 61000 Fr., welche bei Gericht deponiert sind. Insgesamt ist das Inventar auf 580 000 Franks geschützt. Das Gericht hat die Schwestern der Königin als Erben anerkannt. Ta dieselben Schaden­ersatz verlangen für die ihnen in der Mordnacht entwendeten Gegenstände, hat das Kricgsministecium eine Untersuchung eingeleitet.

Konstantinopel, 9. Nov. Der Groß wesir, der gestern noch dem im Iildiz zu Ehren des deutschen Bot­schafters und der Offiziere des SchulschiffesMoltte" ver­anstalteten Empfang beiwohnte, meldete sich krank und er­schien heute nicht aus der Pforte. Es geht das Gerücht, daß er abgesetzt ist.

Washington, 10. Nov. Der amerikanische Geschäfts- trüger in Santo Domingo telegraphiert, daß ein der domini­kanischen Regierung gehöriges Schiff die Stadt San Pedro de Mareeris beschossen und teilweise zer­stört habe. Ein Telegramm aus Santo Domingo meldet, daß die Aufständiichen die Stadt am 7. d. M. beschossen, ohne ihr Schaden zuzufügen. Der Komman­dant der Ausständstchen veclangce Die Uebergabe der Stadt. Diese sei verweigert worden. Die Feindseligkeiten se^in wieder ausgenommen. Vorräte seien hinreichend vorhmiden.

Als hier die Nachricht einging, die kolumbische Re­gierung Deabjidjtige eine Anzahl englischer Schisse zur Be­förderung von Truppen von Buenaventura nach dem Isth­mus zu chartern, erhielt ein amerikanischer Kreuzer den Befehl, nach Buenaventura zu gehen und int Falle einer Verschiffung von Truppen den Befehlshaber Derselben zu benachrichcigen, daß die Trupven auf dem Isthmus nicht landen Dürften. Admiral Glaß ist mit den Kriegsschiffen Rtarelehead und Eoncerd in Panama einge- trosfen, denen die Wyeming folgt.

Kapstadt, 10. Nov. Eine Abteilung aufrühre- x i s ch e r Hottentolt n üoerschritt bei Ramensdrift den Oran^efluß, wunde aber von Der Kappolizei zurückge­trieben.

Die Besserung im Aussehen der Wunde des Kaisers schreitet, wie D.-Ä. Hd. uns mitteilt, weiter fort. Gestern unternahm der Monarch den gewohnten Spaziergang im Freien und hörte später Die Vorträge des Chefs des Militär- iäbinetts, des Chefs des Admiralstabes der Marine und des Chefs des Marinekabinetts. Wie dieHTat.-Ztg." feststellt, hat der Kaiser Blutungen aus dem Kehl­kopf nicht gehabt. Vielmehr ist die Angabe im Be- rickste des Professors Orth so aufzufassen, daß innerhalb des kleinen Polypen, welcher eine Anzahl allerfeinster dünn­wandiger Blutgefäße enthielt, minimale Blutungen ftatt- gefunden haben. Der näheren Umgebung des Kaisers ist es seit drei Wochen ausgefallen, daß seine Stimme permanent heiser und belegt klang.

Wenn das Letztere zutrifft, und es wird jetzt von ver­schiedenen Seiten behauptet, dann wäre es zweckmäßig ge­wesen, die Oeffentlichkeit in entsprech-ender Weise vorzu­bereiten, statt daß sie unvermittelt vor eine vollzogene Tatsack-e gestelll wurde. Wir entsinnen uns nicht, im Hof­bericht der letzten Wochen oder sonst einem amtlichen oder halbamtlichen Bericht irgend eine Andeutung über Unpäß­lichkeit des Kaisers gesunden zu haben. Auch die aus­wärtigen Höfe scheinen von der Erkrankung nicht unter­richtet gewesen zu sein. Man wird der von maßgebender Seite vertretenen Ausfassung- daß die Oeffentlichkeit Recht habe auf zuverlässige Berichterstattung über das finden des Kaisers, nur zustimmen können.

DieNeue Polit. Korr." hört von maßgebender Stelle, das neue Militärpensionsgesetz sei soweit vorbereitet, daß in allernächster Zeit die definitive Gestalt­ung für die Vorlage beim Bundesrat feügelegt werden Durfte. Auch das Servistarisgesetz sei innerhalb der Reichs­ressorts bereits kertigtzestellt.

DieBert. Polit. Nachr." können bestimmt versichern, weder in den Kreisen der Reichsregierung noch in denen Der Spirituszentrale werde der Plan einer Wiederaufnahme Des Branntweinmonopols auch nur erwogen.

Eine Bereinigung deutsch-nationaler Juden" hat sich in Berlin gebildet und beabsichtigt, Mit­glieder in ganz Deutschland zu werben. Die Hauptpunkte des Programms lauten: Die ,-Vereinigung deut sw-natio­nal er Juden" macht es sich zur Ausgabe, den gesell­schaftlichen wie den N a s j e a n t i s e m i t i s m u s durch Die Pflege und Förderungdeutsch-nationalerGe- s i n n u n g und Betütigung in allen Kreisen und Schichten Des Judentums zu bekämp^.n. Die Mittel, durch die der Verein seine Ziele zu erreichen sucht, sind Wort und Schri.st, das heißt die Veranstaltung von öffentlichen Vor­trügen, Versammlungen usw., ferner durch die Agitation vermittels eines geeigneten Vereinsorgans. Mitglied des Vereins kann jeder werden, der, im Besitze Der bürgerlichen Ehrenrechte sich mit den Tendenzen ves Vereins einver­standen erklärt; ausgeschlossen dagegen ist jeder, der auch nur im entferntesten sozialdemokratische Ten­denzen und Bestrebungen billigt oder unterstützt.

Königsbergi. Pr., 10. Nov. Zu der Beschlagnahme nihilistischer Schriften, die nach Rußland trans­portiert werden sollten, bei sozialdemokratischen Agitatoren m Memel teilt das dortigeDampfboot" mit, daß nach einer erfolgreichen Haussuchung bei dem Uhrmacher Treptau und Arbeller Klein auch die Kugel scheu Eheleute be­sucht wurden. Bei ihnen, die seinerzeit imFall Kugel" Stein uni) Bein geschworen hatten, im Schmuggel revolu-- tionärer Broschüren unbeteiligt zu sein, hätten sich unter dem Bette usw. in Fässern versteckt und säuberlich mit Waren anderer Artüberd eckt, haufenweise die gesuchten Schriften vorgefunden. Es heißt außerdem, daß vom Züricher Aktionskomitee der Nihilisten nicht bloß die beschlagnahmten Bücher, sondern auch erhebliche pekuniäre Unterstützungen dem Kugelschen Ehepaar übersandt worden eien. Gestern und heute wurden auf Neauisitivn der hle­igen Staatsanwaltschiaft bezw. der Kn.minalpolizei in Memel Treptau, Klein und Kugel verhaftet. Die Ver­haftungen erfolgten auf Grund des § 128 des Reichsstraf­gesetzbuches (Teilnahme au geheimen Verbind-

NaliNsche Tagesschau.

Ein Dementi.

Ein Berliner Mitarbeiter schreibt uns unterm 10. Nov.:

Ausbester Quelle" will eine Berliner Zeitungskorre- fpondenz erfahren haben, eine Flottenvorlage sei für Die bevorstehende Tagung des Reichstages nicht zu er-

daß mit anderen Ministern aud); der Graf Lamsdorff feines Amtes enthob en und durch Herrn Iswolski, Den Gesandten in Kopenhagen, ersetzt werden soll. Eine Aenderung in Der auswärtigen Politik, so fügt das Matt hinzu, bedeute dieser Personenwechsel nicht.

Schon vor einigen Wochen verlautete, daß die Stellung Les russischen Ministers des Aeußern erschüttert sei. Als Grund des Personenwechsels wird angegeben, Graf Lams­dorss habe sick) über Die weitgehenden diplomatischen Voll­machten beim Zaren beschwert, die dem Admiral Alexejew für Ostasien (Verhandlungen über Die Mand­schurei) bewilligt worden waren. Der Zar habe den Ein­spruch als unberechtigt zurückgewiesen. Nach russischen Quellen ist eine andere Verstimmung von größerem Einfluß gewesen. Der neuernannte Sekretär des Zaren habe nach, Nöemmtg des Grafen Lamsdorff, übrigens auch noch anderer russischer Minister, eine zu einflußreiche Vertrauensstellung^ inne. Möglicherweise wirkt beides zusammen, dett Sturz des Grafen Lamsdorff herbei- zuführen. Das Scheiden des Grafen von seinem Posten Ware zu bedauern. Er gill als ein ganz ungewöhnlich be­fähigter Diplomat; seine Besonnenheit und seine Energie find der Balkcmpolitik hervorragend zu flotten gekommen. Muh bei der Wiesbadener Kaiserbegegnung soll Graf Lams- dorfs den günstigsten Eindruck gemacht haben. Von Herrn Iswolski hat man in der politischen Welt bisher sehr wenig gehört. Seine Taten wären abzuwarten. Uebrigens ist auch Graf Murawiew, der Vorgänger des Grafen £am^ dorff, seinerzeit plötzlicha mtsmüd e" geworden.

Bekanntmachung.

Bktr.: Rotlauf in Klein-Linden.

In dem Gehöfte deö Gg. Hermann zu Klein- Linden ist Schweinerotlaus festgestellt worden. Tie er­krankten Tiere sind unter Stallsperre, die der Seuche Ver­dächtigen unter Gehöftsperre gestellt.

Gießen, den 9. 9lovember 1903.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

I. V.: Dr. K r a n z b ü h l e r.

Pie Operation am Kaiser.

Das heutige neueste Telegramm lautet:

Neues Palais, 11. Nov. Das heute früh 10

80 Miu. Lusgegebeue Bulletin lautet; Dem Kaiser ist