Ausgabe 
11.9.1903 Erstes Blatt
 
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weiten Raum ein. Dann ist aber and) ben Ausstellern durch eine weitere Aufgabe, ,-die Auswahl der besten Aepfelsorten für ihre Gemeinde" ein selbständiges Urteil überlassen. Die Antwort der Aussteller zeigt, daß wertlose, schlecht tragende und geringwertige Früchte erzeugende Sorten nach und nad) ganz verschwinden und an ihre Stelle immer mehr die empfohlenen Sorten treten. Zum erstenmale waren in dem Programm die Aepfel und Birnen zur Taselzierde verlangt. Solche Sorten sind, wenn sie auch meist nicht zu den edelsten gehören, auf dem Markte sehr gesucht, und man sieht, daß sie in Oberhessen recht gut gedeihen, und daß man also einen ausgiebigen Handel damit treiben tann Etwa 20 Aussteller haben je 25 Pfund von Kaiser Alexander und anderen großen Sorten gebracht.

In die gute alte Zeit, in der man die Ausstellungen von Obst nach der Menge der ausgestellten Sorten beurteilte, versetzen uns die Ausstellungen von Liebhabern, Baum­schulen re., unter denen diejenigen der Fürst!. Obstbaum­schule in Lid) und des Kommerzienrats Gail in Gießen eine erste Stellung einnehmen. Für den Sortenfreund und Pomologen bieten diese reiches Material zum Studiunr. Mcht au übersehen sind die Obst- und Beerenweine. Nach der Aussage der Preisrichter, welche sich durd) ca. 40 Flaschen hindurch trinken mußten diese Schlemmer ist das ein gesandte Material im großen ganzen sehr gut.

Schließlid) fei noch erwähnt, daß der Oberhessi,che Obst- baiwcreüi, in dessen Händen die Leitung und das Arrange­ment liegt, 3um erstenmale die elegant ausgestatteten Eti- keiten von den Ausstellern selbst mit dem Sortennamen ver­sehe ließ und daß dabei nur äußerst wenige Fehler vor­kamen, was auf die Ausbildung der Aussteller in der Sortenkenntnis ein vorzügliches Licht wirft. Die ganze Ausstellung, welche die größtebisherinOberhessen abgehaltene ish bietet in ihrem Gesamtinhalt ein Blld des Fortschrittes und der Belehrung, welches fidj, umrahmt von geschmackvoller Dekoration des Ausstellungsraumes, dem Auge des Beschauers entrollt.

Maschmenausstellung.

Der Grundgedanke der M a s ch i n e n a u s st e l l u n g ist Wohl der, den Inhabern lleiner und mittlerer Betriebe alles das vorzuführen, was ihnen auf dem Gebiete der Arbells- maschinen unter Einschluß der Werkzeuge dienliche sein kann, ihre'Arbeiten zu erleichtern und zu fördern, chre Produktion zu verbllligen und zu verbessern. Die Ausnutzung aller durch die Technik gebotenen H-ilfsmittel neben kaufmännischem Be­trieb erste Bedingung; denn Stillstand bedeutet auch hier Rückschritt. Wie aber die kleinen Lokalbahnen im großen Verkehrsorganismus nicht nur bestehen können, sondern immer mehr von unseren Bauern verlangt werden, so ist auch die Errichtung eines gesunden landwirtschaftlichen Kleingewerbes Grundbedingung zur Entfaltung der ge­samten Ar bellst ätigkeit des Volles. Ueber den Umfang der Maschinenabteilung der Ausstellung gibt eine Zahl die beste Auskunft: nicht weniger als 557 Dhimmern nennt hier der Katalog. Wir nennen heute nur kurz die größten Aus­steller: Aktien-Maschinenbauanstall vorm. Vennleth und Ellenberger in Darmstadt (Dampftnaschinen), Minervahülle A Grimmel u Co. in Haiger, (Dresch- und Futterschneide- mafchinen icj, Oberndorfer Hütte bei Braunfels (Futter- re inigungsmafchinen re.), Franz Hüttenrauch in Apolda (Stalleinrichtungen), Gebr. Lutz in Darmstadt (Patent­pflüge re.), Heinrich Hollmann u Co. in Burgsolms (ver­schiedenartigste Pressen re.), Ph. Mayfart u Co. in Frank­furt (Walzen, Pflüge re.), Heinrich Hütter in Frankfurt a. M. (Pflüge re.), M. Rosenthal in Gießen (Drillmaschinen re.).

Morgen wollen wir hierüber und über vieles Andere noch eingehender berichten.

Politische Tagesschau.

Graf Bülow begleitet dm Kaiser nach Wim.

DieNcordd. Allg^ Ztg." meldet: Die kürzlich von einem Wiener Blatte gebrachte Angabe, der Reichskanzler werde an der bevorstehenden Zusammenkunft des Kaisers mit dem Kaiser Franz Josef nicht teilnehmen, erweist sich als un- zutteffeÄ. Gutem Vernehmen nach wlld Graf Bülow in den Tagen der Wiener Zusammenttmst sich in Begleitung des Kaisers befinden

Selbswerständlich hat der Wiener Besuch in diesem Augenblick der Balkankrisis eüie hohe politische Bed eutun g. Ist auch Deutschland nicht unmittelbar durch die Wirren in Mitleidenschaft gezogen, so gehört es doch zu seinem festen polllischen Programm, in jeder Weise die Bestrebungen zur Erhaltung des Weltfriedens zu unter­stützen. König Eduard hat jüngst, nach den Aeußemngen englischer Zeitungen, das Einverständnis der englischen Re­gierung zu erkennen gegeben mit der Ballanpolitik des Grafen Goluchowski. Die gleiche nachdrückliche Billigung wird von deutscher Selle zu erwarten sein, und da and) bvx Zar demnächst'in Wien eintrifft, mit der Absicht, von dort ans den lange geplanten Besuch in R o m abzustatten, so tritt das Einvernehmen der Mächte der Balkankrisis gegenüber ff ar uno eindringlich zu Tage. Die betelligte Mplvmatte muß mit weitgehenden Möglichkellen rechnen, sie muß kalt­blütige Umwälzungen ins Auge fassen, die der Tages­politiker als allzu kühn nicht in Rechnung zieht. Das Reformprogramm für Maeedonien blldet den geringsten Tell der Sorgen; auf viel größere und ernstere Fragen, die über Nacht kommen ttmnen, gilt es sich einzurichten. Wohl wesentlick) aus diesem Grutllre sind in diesem Jahre die Monarchenzusammenkünfte so ungewöhnlich zahlreich. Daß bei derartigen Besprechungen der deutsche Reichskanzler nicht fehlen darf, leuchtet ein.

Herr v. Podbielski, der preußische Landwirtsd)aftsminister, soll dem Redakteur Mrschewija Wjedom.", wie dieser in seinem Blatte be­richtet, bei einem Besuch in Berlin in der vorigen Woche erzählt haben, er sehe keine Möglichkeit, von den Minimalzöllen nachzulasfen. Sollte manin Rußland besonderen Wert darauf legen, den Unterschied zwischen dem Weizenzoll und dem Roggenzoll über 50 Pfg. für den Doppelzentner hinaus zu erhöhen ich W rn diesem Unterschiede ein großes Entgegenkommen unsererseits gegen Rußland so könnte das nur unter Innehaltung Der im autonomen Tarif für den Roggenzoll festgesetzten Minimalgrenze geschehen. Ich hatte und habe die Memmig, daß Rußland Gelegenheit nehmen könnte und nehmen würde, sich Gegenleistungen, wenn man so sagen darf, auf dem Gebiete des Holz- und Petroleum­handels zu bedingen." Die Regelung der Vieh zolle begegne einer zweifachen Schwierigkeit, deren kleinste darin liegt, daß die Aenderung der Eisenbahntarife die Wirkung jedes mci)t unbedingt prohibittven Zolles aufheben kann. Dce größere liegt in den Maßnahmen, die zum Schutze gegenBiehseuchen unbedingt getroffen werden müssen.

Auf die Grenzsperre zu verzichten, hält Minister v. Pod­bielski für unmöglich, wenn jenseits der Grenze ein Ver­seuchungsfall vor gekommen ist.

Zu Preußens Antrag gegen den Alkoholmißbrauch.

Wir teilten gestern in unserem lokalen Teile mll, daß eine von Preußen beantragte Beschränkung des Gastgewerbes im ganzen Reiche in Aussicht steht, diach einer jetzt in der Berliner Presse vorliegenden Mittellung macht sich eine lebhafte Protestbewegung dagegen geltend. Wahr­scheinlich wird ein außerordentlicher Del e gier te n t a g aller deutschen Gastwirt-Ve reine nach Berlin einberufen werden. Ob der preußische Entwurf zur Gewerbe­ordnungsnovelle ein taugliches Mittel zur Bekämpfung des übertriebenen Alkoholgeuusses ist, erscheint auch uns zweifel­haft, denn Bestimmungen z. B. wie die, daß geistige Ge- tränfe nicht aus Borg verabfolgt werden dürfen, sind ziemlick) überflüssig, well die kreditierenden Wirte, zum mindesten in Universitätsstädten, doch niemals aus- fterben! Der Zwang, zur Bereithaltung bestimmter kalter Speisen unb bestimmter nichtgeistiger Getränkenad) freiem Ermessen der Konzessionsbehörden". Wie wenn nun Der Wirt mit den befohlenen Speisen und Getränkensitzen Meibt"? Wer ersetzt ihm den unter Umständen beträchtlichen Schaden? Schließlid) sind doch die Ansprüche und der Ge­schmack des Publikums entscheidend. Die letzte Folger­ung ist, daß die Speise- und Getränkkarten regelmäßig zur Zensur eingereicht werden müssen. Wir sind der Meinung, dieser neue gutgemeinte Eingriff wird viel Un- zuträglichkellen herbeiführen, dem Alkoholmißbrauch aber so gut wie gar keinen Abbruch tun.

Die Jager zu Pferde.

Man schreibt uns von besonderer Seite: An der Kavallerie-Attacke, durch die der Kai­ser das Manövergefecht bei Roßbach zu Gunsten der West­armee wendete, ist bemerkenswert die Hinzuziehung von Jägern zu Pferde. Man darf hierin wohl ein Anzeichen sehen, daß eine Vermehrung der Kavallerie auch die Jäger zu Pferde umfassen wlld. Der Vermehrung gerade dieser Truppe aber stand der Gleichst ag bisher am meisten ablehnend gegenüber. Er wollte sie nicht zur speziellen Formatton sich entwickeln sehen, sondern sie für den Notfall gewissermaßen aushilfsweise, bewilligen, Es besteht indessen Grund zu der Annahme, daß die Milllär- verwaltung die Errichtung einer Abteilung Jäger zu Pferde für jedes Armeekorps sich zum freilich erst all­mählich zu erreichenden Ziel gesteckt hat. Diese Spezial­truppe wird also in jeder Mllllärvorlage eine Rolle spielen. Die Ausgestaltung dieser Detachements zu Regi­mentern dürste indessen nur für die Grenzen und für die­jenigen Kriegsbezirke in Aussicht genommen werden, die Mangel an Kavallerie haben, wie der des 11. Korps in Kassel.

Keer und Alotte.

Düsseldorf, 10. Sept. Die nächstjährigen Kaisermanöver werden unter Beteiligung des 7., 8., 10. unb 11. Armeekorps im südöstlichen Telle Westfalens stattfinden.

Prinz Ludwig und Prinz Arnulf von Bayern, beide Generale der Infanterie, sind zu Gene­ralobersten der Infanterie mll dem Ran^e von Generalfeldmarschällen befördert.

Der kommandierende General des 1L Armeekorps von Wittich gedentt nach den Manövem seinen Abschied zu nehmen Es verlautet, daß der Divisionskommandeur von Heeringen sein Nachfolger sein werde.

Kirche und Schule.

Pfarrer Naumann wlld von einzelnen seiner früheren Amtsbrüdern abgeschüttelt. Im Sprechsaal der amtlichenWeimarer Ztg." schreibtein evangelisck)er Geistlicher, der auch Nationalsozialer gewesen ist":

Wollen Sie nicht die Freundlichkeit haben, an Ihrem Tell mit darauf hinzuwirken, daß das Haupt der früheren nattoncllsozialen Partei nicht mehr alsPfarrer" Nau­mann, sondern einfach als Herr Naumann in der Presse figuriert? Der Herr ist doch nicht mehr Pfarrer, und ein charaeter indelebilis kommt doch nun einmal uns evangelischen Pfarrern nicht zu Herr Naumann hat selbst die Solidarllät mll dem Stande, dem er früher angehörte, gelöst, so wolle man es doch auch diesem Stande nickft antun, daß Herr Naumann immer wieder als zu chm gehörig genannt wird."

Daß Vtaumann jüngst mit bestem Rechte Doktor der Theologie h. c. geworden ist, scheint der ehemalige Weima- rische 9Zationalfo§iale gar nicht zu wissen.

Wichtige Zugänderungen ab 1. KKtober.

I. Nene Züge. Frankfurt-Gießen-Marburg: Die ab 1. Mai eingelegten Schnellzüge 101 und 104, Frankfurt-Dlarburg (Halle) und zurück werden auch im Winter beibehalten. Der ab 1. Mai täglich befördette Personen­zug 810, Marburg ab 858, Frankfurt an 1205, wird auch im Winter beibehalten. Personenzug 791a, Butzbach ab 610, Gießen an 640 (Werktags).

Gießen-Siegburg-Cöln: Der ab 1. Mai ein­gelegte Personenzug 647, Gießen ab 438, Betzdorf an 655, wird auch im Winter beibehalten. Die ab 1. Mai ein­gelegten Personenzäge 618, Siegburg ab 845, Eitorf an 916, und 621, Eitorf ab 1212, Troisdorf an 1203, werden auch im Winter beibehalten. Gemischter Zug 6774, Sinn ab 534, Wetzlar an 616 (Werktags); Zug erhält in Wetzlar An­schluß an Personenzug 449 nach Gießen.

Hanau-Friedberg: Der bisher nur im Sommer beförderte gemischte Zug 838, Friedberg ab 1010, Hanau an 1121, wird auch im Winter gefahren.

Hungen-Laubach-Mücke: Auf der am 1. Oktober zur Eröffnung kommenden Sllecke Laubach-Mücke werden m jeder Richtung vier Züge von der Sllecke Hungen- Laubach durchgeführt.

II. Ausfallende Züge: Frankfurt-Gießen- M arb urg: Gemischter Zug 7343, Friedberg ab 500, Gießen an 638 (Werktag), als Ersatz ist Personenzug 791a Butz­bach - Gießen eingelegt.

III. Sonstige wichtige Zugänderungen, ins- besondereFrühverlegungen:Gießen-Gelnhausen- Ful d a: Personenzug 514, Gießen ab 832 (bisher 819), Geln­hausen an 1037 (bisher 1036); der Zug erhält in Gießen Anschluß an den Schnellzug 123 von Coblenz. Gemischter Zug 1040, Gießen ab 252 (bisher 240), Grünberg an 420

(bisher 416); der Zug erhält tn Gießen Anschluß von Den Zügen 634 von Köln, 526 von Fulda, und in Lollar An­schluß vom Zuge 796 von Fronhausen.

Friedberg-Homburg v. d. H.: Personenzug 905» Homburg ab 700 (bisher 750), Friedberg an 747 (bisher 836). Personenzug 906, Friedberg ab 718 (bisher 725) Hom­burg an 804 (bisher 826).

Die Zeiten von 600 Uhr abends bis 559 morgens sind in den Minutenziffern unterstrichen.

Aus Stad! und Kand.

Gießen, den 11. September 1903.

** Verände rnngen im Beamtenpersonar der Umgegend. Der Großh. Gerichtsassessor Weiß, seither Amtsanwall für Gießen, Hungen und Lich, ist mit amtsrichterlichen Dienstverrickstungen in Laubach beauf­tragt worden. Ter seitherige Inhaber letzterer Stelle, Großh. Gerichtsassessor Birnbaum in Laubach, ist an Stelle des ausgefchiedenen Gräflichen Kammerdirektors Schön in die dortige Gräfliche Rewttammer eingetreten.

** Bei dem vorgestrigen starken R e g en raujdjte so schreibt man uns am hiesigen Dahnhofeingang zu den Zügen nad; Koblenz und Gelnhausen auf das geneigte Publikum ein Wasserfall von der auch sehr geneigten Ueber» dachung wieder ungehindert herab. Kaum ftr-edte eine zarte Damenhand die Fahrkarte unter dem Schirm hervor, so verschwand sie a.ud) schon unter dem dicken Strahl des himmlisches Nasses, und bis die Fahrkarte entwertet war, war es der Aermel mancher besseren Bluse auch. Diatürlid) ist es ja was Beferes, Apartes, womit sich ein auswärtiges Frauchen für Güßen kostümiert; gar farbenprächtig anzu- schauen, wie ein schöner Schmetterling, und läßt sich auch waschen, aber ungefähr mit demselben Erfolg wie ein solcher!Daß da oben dock) ein Kcnrdel wäre", seufzte mancher Begleiter.Ack) ja, Männchen, dasselbe dacht' ick) grade auch" erwiderte die teure Gattin;da dürfen wir uns was toünfd)en. Die alte Bluse ist doch hin, nicht wahr, Tu kaufst uns eine neue." Was ist da zu machen! Nun, vielleicht tut einem die Bahnverwaltung die Liebe, und läßt die Latten des Zuganges bis unter die Ueberdachung verlängern. Dann können sich die beiden Zerberusse mit ihren Durchlochungsapparaten etwas mehr ins trodene Land postieren und das wartende Publi­kum kommt mehr örtlich als pekuniär aufs Trockene. So lange das nicht geschieht, schlägt einem dort in den heiligen Hallen die Rache des Jupiter pluvius immer gerade aufs Portemonnaie.

r. Rodh eim a. d. Sieber, 9. Sept. Auch für unfern Kreis Biedenkopf wächst die Einquartierung von Tag zu Tag. Ten Anfang machten die Gemeinden in unmittel­barer Nähe der Stadt Wetzlar, welche mit Artillerie belegt wurden. In diesen Tagen sind die 24er Trgoner in Gladen­bach und Umgegend eingezogen, denen am 10. September die Infanterie-Regimenter Nr. 168 und 115 folgen werden. Mitte Septenllier erreid)t die Einquartierung ihren Höhe­punkt, indem bis dahin so ziemlich alle Orte von Truppen belegen gewesen sind. Die Orte am Dünsberg und im Biebertal erhallen am 18. September starke Einquartierung; nur Rod heim bleibt diesmal davon befreit.

)( Dutenhofen, 9. Sept. Auch> unseren Ort haben die 117er Infanteristen heute verlassen, um in Weil­münster und den umliegenden Orten im Oberl ahn kreis Quartier zu beziehen. Während der fast 14itägigen Einquar- tierung glich unser Dorf fast einem vollständrgen Garnison­orte.

)( Laub ach, 10. Sept. Am vergangenen Sonntag, und Montag sand unter zahlreicher Beteiligung seitens der Schützenvereine Alsfeld, Büdingen, Gießen, Grünberg und Wetzlar das Haupt-Preis-Schießen des Schützen-Vereins hier von herrlichem SSetter be­günstigt, statt. Für gute Getränke und Speisen war ge­sorgt und eine Musikkapelle ließ ihre munteren Weisen während des Festes ertönen. Während sich am Sonntage hauptsächlich nur hiesige Veremsmitglieder beteiligten, kam am Montag eine große Schar auswärtiger Schützenbrüder herbei. Tll ersten Preise wurden errungen: a) auf dem Zentrumsstand von: Högy, Laubach, b) auf dem Karten­stand (12 Ring-Scheibe) von: Emmelllts, Laubach mit 56 Ringen, c) auf dem Freihairdsicuid (12 Ring-Scheibe) von: MHI, Gießen mll 35 Ringen. Die Ehrenscheibe am Sonntag (Ehrengabe: Blumenständer) errang Appel, Bü­dingen, die am Montag (Ehrengabe: Stand-Barometer) Lehning, Büdingen.

R. B. T a r m st adt, 10. Sept. Den in der zweiten Kam­mer der Landstände geäußerten Wünschen entsprechend werden zur Beschleunigung der legislativen Arbeiten mehrere Ausschüsse der Kammer bereits in diesem Monat ihre BeroLmrgen wieder aufnehmen. Als erster tritt der Sonderausschuß in Funktion, der zur Beratung der landständischen Geschäftsordnung niedergesetzt worden ist. Ter Vorsitzende, Abg. Tr. Schmitt-Mainz, hat Die Mitglieder für nächsten Dienstag zu einer Sitzung einberufen. Ein im allgemeinen Interesse sehr danketiswerter Versuck) ist gestern vom hiesigen Garteiibauverein unternommen wor­den. Derselbe harte äffentlid) die Bereinsdamen und alle sich dafür interessierenden Hausfrauen zu, einem präkti- schen Obstverwertungskursus eingeladen, den Kreisobstbau­techniker Lorentz unentgeltlich in den Räumen der hiesigen Freimaurerloge abhielt. Zu diesem Kursus hatten sich ca. 7080 Damen eingefunDcn, denen Herr Lorentz in ein­gehender Weise Vortrag hielt über die einfachste und prak­tischste Art, Obst und Gemüse in Patentgläsern zu kon­servieren. An zahlreichen Beispielen zeigte Der Redner dem aufmerksam lauschenden Damen, wie leicht und bequem das ist, wenn man nur richtig weiß, wie es gemacht wer­den muß. Da von den Gärrnern zahlleid),e Obst- und Ge- müfeforten zum Verkauf gestellt waren, und die Frauen Patentbüchsen und Konservierungsmittel mit zur Stelle ge­bracht hatten, so benutzten die meisten die Gelegenbelt ihren ganzen Winterbebarf in den geräumigen Küchen unter genauer Anweisung über die Zerr des Scedens usw seEg zu stellen. - Das hier gegebene Beispiel solle über­all Nachahmung finden!

r , R h ein he s s e n, 10 Sept. In einem Dorfe trug vch folgende wstllche Geschichte zu. Ist va ein Beamter besmafttgt mit Zellunglesen. Aus einmal hört er Wort­wechsel, immer lauter, immer lauter bis xum Lärm -ivr Seanite öffnet das Fenster und fragt ein?n?°rWe?gehen" den jungen Mann, wa» da los |eL Der Gefragte erwiderte ?ammc!!|Set Gemeinderat ist wieder bei.

Kleine Mitteilungen aus Lessen und hpn Nachba rst aaten. In stabe et e n bei Mainz hat der dem Trunte ergebene Landwirt Adam Kenth seinen Knecht un Street erschossen. - In einem Weinberge der Gemarkung Snlzherm wurde em Reblausherd entdeckt- erst vob