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11.4.1903 Erstes Blatt
 
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Samstag 11. April 1903

153. Jahrgang

Erstes Blatt

?ie Heutige Fummer umfaßt 18 Settern

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nufl von tinjeiycittji! uua) tic|er ftuiißlf dem Stoss uni) null fick» ix» Rechtes mg auf feine Art zu bewältigen. La- Zukunft.Wenn sich der 9x0(1 auch ganz es gicbt zuletzt doch nochnen Wein."

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rlArint täglich ouyer Sonniagi.

Lern (Birkener Anzeiger Treiben un Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die »ietzener Zamilien- Mälltr viermal m der Woche beiflelegu tRoiaiionäörud u. Ver­lag der B l ü h l icken Univekl.'Viich- u.Eiein- drucke reUAiellch Erden) Dtebafnon, (trpebinon unb Trudertt:

Lchulstrabe 7. Adresse für Depeickent Anzeiger totcfccn.

^rntpreLanItdllch )tr 61.

ft^dung am besten im Rachmitlagslicht ausübt. Daß das Äncldoteubild in dieser Sammlung nicht fehlt, versteht sich fast von selbst: ein Falstaff Grutzner s grüßt uns hier als alter Bekannter, GxicL Ehirici erfreut uns mit einer kostlick-en Trias lartenspiclcnder Kinder in einem malerisch- schmutzigen Winkel (wo, nebenbei bemerkt, dec Name des Künstlers als Wanbkritzclei neckisch angebracht ist), Karl Bauer schildert in einem flotten, kleinen Aquarell einen Rokokokavalier, der, wie der gcigenspielende Amor hinter ihm verdeutlicht, einem Stelldichein entgegenharrt, tz. Beer giebt in einem nicht größeren, subtiler durchgearbeitcten Aquarell ein reizendes Bild eines russischen loauetnmuD- ctens zu Pferd, üin hübsck-er Studientops (Bäuerin) von SCiclroem und E. Klimpschs prächtiges Was,erfchlebcnstvrträt beschließen würdig diese Reihe derAlten", die, wie man sieht, an veisästeoenen Punkten den Anschluß an die Jungen erreicht. £me gemäßigte Fraktion von diesen tritt uns in den Darmsräotem von derFreren Vereinigung" ent­gegen. Tie HerbstlandschaftWiesengrund" von Bracht, OieWnterlandschast" llbbelvhde's, Bahner sOdenwald- waldmühl"^ undAbenddämmerung", endlich d.e kleinen sonnenlicht-slimmernden Landschasten I. Hammer's illu­strieren sehr hübsch die Vieiseitigleit des laudschaftliä-cn Ideals der Modenisten; ms Porrraitisten und Charakter­maler treten ihnen Selzam und Kempru mit tüchtigen Bildern zur Seite, dieser mit mer Porträts, von denen daS einer jungen Tarne und das des Geheimrats Rittler be­sonders gmcklich tvirien, jener mit einem originellen Selbstporrrüt und interessanten Figuren und Tracht- sludien. Reich an schonen und bedeutenden Motiven bei vielseitiger Technik i|t die Reihe von Radierungen, Feder- zcimnungen, und St.zzen versa-iedenec Art, die Sa,moll ton Eisenwert auSgej.cdt hat. Auch m.t dieser verhäUniS- mäPig Leinen Aus.ouhl von Setten bekunoet die Verenig­ung wieder chre Tätigkeit, die noch viere schöne Früchce erhöhen läßt. Reihen nnr diesen Serien noch das UbenS- aroße Tanunportrut von F. Schvrz-^cunchen an, das die wohlbekannten Vorzüge des Kün.riers tzergt, sowie die aus- aezeickneteu Raderungen von E. ^aymauu-Muncyen, unter Denen das v ort rat des KomikersPapa Gais" heroorragt.

Beste der Gesamtheit der Reichsangehörrgen sich nicht wahren läßt, wenn daS Beste deS Reiches unberücksichtigt bleibt. Gewissenspslicht und Herzensbedürfnis aller Einsichtigen müßte eS fein, diese Erkenntnis in immer weitere Kreise hineinzutragen und nicht müde zu werden, allen Volks­genossen in Süd und 9Wrd, in Ost und West zu predigen, wo sie die wahren Wurzeln ihrer Kraft zu fud)cn haben. Gelingt es, das Interesse am großen, gemeinsamen Vater­land allgemein und allenthalben stets an tue oberste Stelle zu setzen, ohne daß natürlich die Liebe zur und das Interesse für die Bedüifnisje der engeren Heimat inihrerGesamt- hei t Abbruch geschehen darf,dagd.rLohii desVogclsbergis und OdenwaldeS, der bayerischen Berge wie dir norbifajen Wasserkante, dec a.tpreußische Sstelb^er wie der Schwabe oder der Alemanne mit gleicher Freudigkeit und gleichem Stolz- gcfühl an erste Stelle bie Reick-s Interessen stellt und seine eigenen diesen wesentlich unterordnet, dann würde, wenn auch nicht alles, so doch vieles besser, weit besser werden in den dcutsä-en Landen, unb die Osterglocken würden einen neuen deutschen Frühling, ein neues Blühen und Gedeihen des gesamten Volkes verkünden.

Das sträfliche Bemühen, dem deutschen Volke die Frcudc an seiner gesamten modernen Entwicklung auf tausenden Gebieten und damit die Freude am Vaterlaiide selbst zu vergällen, haben rührige Agitatoren fdjon in den Tagen des alten Kurses mit Lrsolg sich angelegen sein-lassen, um bann luäljrenb ber letzten paar Jahre ihre Maulwutfsarbett sott- zusetzen nun allerbings mit boppeltem Erfolge. Hier Wandel zu sd-afsen, follien bie Ofieraioden jeden Patrioten cint,r ng.i.h m hn n Zieht ein neuer Lenz, ein neuer kommet bei uns em, so mögen bie Leben weckenden Strahlen der Sonne aud> auf dem politischen Gebiete ihre Kraft nicht vermissen lassen.

Eines freUich müssen wir hossen unb wünschen: bas Sckwinben ber Rebel des Mißtraueiis unb des Mißverständ­nisses zwisd-en Stadt unb Land, zwischen Industrie und Landwirtschaft, Rebel, bie sich besonders über unser Hcssen- lanb gebreitet unb den luärmenben Sonnenstrahlen den Durd-gang verwehrt und erschwert haben. Wir wollen die Klagen, die seit Jahr unb Tag darüber laut geworden sind, daß diejenigen, die berufen sind oder sich berufen fühlen, das Volk und das Land im Parlament zu vertreten unb zu leiten, für bie Bebürfnisse der Gesamtheit des Volkes wie namentlid) für das gesamte Volks w o h I nicht das volle Verständnis besitzen, nicht allzu hoch einfdjäbcn. Tragen doch bie Klagenden jeLbet die Sa>uld daran, luenn die Wahlen zu den Parlamenten nickst ausftllen in dem i. E. füi die Allge­meinheit wüiisd-ensiverten 6 in ne. Es ist eben, wie gejagt, Oie alte Leier! Sie, die Zufriedeiien, fdyueigen in der Regel, der Ehor der Unzusriedenen aber pflegt um so lauter zu Lagen unb zu protestieren. Das Verlangen, ben Kurs der Politik nad) dem Kompaß des sogenannten Vollsempfin- dens zu regulieren, hat ja auch viel Bedenkliches, namentlich in Bezug auf die auswärtigen Angelegenheiten. Richt in Abrede zu stellen ijt es, ba^ Pessimismus in unserem poli­tischen Leben sich seit Jahren in unliebsamer Weise geltenb gemacht hat, unb baß selbst Q)utge|innte ihrerseits an mand/erlei reid)spolitischen Dingen eine jd)ärjere Kritik Üben zu müssen meinten, als es ihren Gepflogenheiten unb Ge- iuhlen bisher entfprodjen hatte. .

Rebel s olcher Art aber tonnen ebenso schnell, wie sie auf« gestiegen sind, wieder verfliegen, wenn auf allen Seiten ber ehrliche Wille vorhanden ist, fie zu jer (treuen unb ihre Wiederkehr zu verhindern. Mögen sie schwinben, wie draußen in der Natur der Reif und die Kälte beim Beginn des Frühlings bah in schwinden, unb möge bie Sonne eines

so haben wir bie bedeutenderen Stücke diesermittleren" Serie genannt. Doch nun kommt einervon den Neusten, er wird sich gränzenlos erdreusten". Ja, grenzenlos ist bie koloristische Keckheit bieses offenbar hochbegabten Schweden unb immer aufs neue verblüsfenb sein Streben unb seine Kunst, alles gerabe anbers anzupacken, als man's gewöhnt ist unb bamit, was bie Hauptsache ist, Wirkungen zu erzielen, denen selbst der Skeptiker und Freund des guten Alten sich schwerlich entziehen kann. Was diese 18, zum Teil sehr großen Bilder vorfuhren, ist immer nordische Landschaft mit nordischem Getier; besonders scheinen's ihm bie Waiservögel angetan zu haben, bie er im Teich unb in Meereswellen, bei Tag, in ber Dämmerung, in bunfler Nacht belauscht, die er mit Wasser, Schnee und Eis wie mit dem moosigen Grün und dem schwankenden Röhricht des Ufers, dem fd>leierartia verhüllenden Hangenden Grün der Weiden in höchst wirk­samen Kontrast sttzt. Aber er ist fein einseitiger Strand- und Teichmaler. Der Uhu, der unter dem dunkelblauen Rachthimmel seine Beute erhascht, der Sd)neehase im schnee, durch dessen Decke noch em durstiges Grün schim­mert, die jungen Füchse, die aus ihrem Bau unter dem weiter grauen Granitlnock hervorlugen, sie alle scheinen wie das gefieberte Volk in ihren Typen und Bewegungen vorzüglich ber Natur abgelauscht. Tas Frappierende, manchmal schlver Glaubliche, wenn nickst gar Unglaubliche i|t, wie gesagt, daS Kolorck, die koloristische Umwertung unb Stil "leru.ig abnormer unb scheuer ladbarer Natur­erscheinungen. Ta g.cbt er violette Mee '^"llen geibgrunem Schaum, sckstvefelgelben $ i mm e leb eiten: iichcn Fläche der E.S,^/olten, -wissen de das Lst.,scr hecoormickt, da er,chemt die Wecken oewegte Fläche eines Tc.ches im ivic getigert und bic schwimmenden und als drollige Rcitteldekoration des feuchte.

FoMilche Ksterwüvsche.

Tas Alte ist vergangen; siehe, es will alles neu werden! so lautet die Botsd-aft, bie Jahr für Jahr, sobald des Minters Herrschaft gebrochen ist, ber hoffenden unb harren­den Welt burch bie Osterglocken verkünbet wird. Leicht und weit er dstießen sich ihr die Herzen, wenn linde Lüfte das festlickst Geläut von Ort zu Ort tragen, wenn draußen Die Natur im Sonnenschein lacht unb daS Erwachen bes neuen Leben- allerroärtd bereits in bie Erscheinung tritt, denn wer vermöchte sich den Eindrücken seiner Umgebung unb der Einwirkung ber Verhältnisse, zumal der erfreu» licken und anregenden, vollständig zu entziehen. Empsäng- lick- aber bleiben für bie verheißungsvolle Osterbotschaft bie Gemüter selbst bann, wenn bie schrille Stimme bes Sturms den freunblichen Klang bet Glocken zu ersticken droht, wenn Regengüsse ber Sonne ihr segensreiches Regi­ment zunächst noch ein wenig streitig zu machen suchen. Tie Freude am Frühling, ber doch bereits gekommen ist unb unter dessen Einfluß sich alles, alles wendet, ist den Sterblickstn, bie sich selbst noch nickst völlig verloren haben, allzu lief eingepflanzt, als baß am trüben Tage unb im bedrückten Herzen bie Lenzesdot(chaft und die Auferstehungs- künde ohne Widerhall bleiben könnte.Die Welt wird alt und wird wieder jung doch der Mensch hofft immer Besserung."

An (ich selbst alber denkt, nach des Dichters Wort, der brave Mann zuletzt. Das sollte namentlid) in einer Zeit, wie in ber unfeigen, in ber das öffentlidje Leben an Bc- beutung unb Inhalt mehr unb mehr gewinnt unb in ber auch für 'jeden Einzelnen nach dem Wunsch unb Willen unserer Reid-ö- rote unserer Landesregierung iSicherung des Wahlgeheimnisses unb direkte Landtags- wähl) der Kreis der politisdstn Rechte unb Pflichten sich erweitert, ein Jeder sich gesagt sein lassen, der in Stadt unb Provinz, in Staat und Reich als guter Bürger gelten unb vor allem wirken will. ES mag alS eine hoffentlich halb ganz überwunbene Folge der langen Periode politi­scher Ohnmacht unb Zerrissenheit, durch die das deutsdst Volk hindurchgehen muffte, zu betrachten fein, daiß das Oe üf/ bet Jnderefsensolibarität, bie den einzelnen Reichs- angehörigen mit der Gesamtheit ber Dolksgenosfen verknüpft, bei unS weniger entwickelt ist, als anderwärts; daß viele fiel) vollkommen beruhigt und zufrieden fühlen, wenn nur in ihrer unmittelbaren Umgebung alles ansckstinend wohl bestellt ist, ja daß sie ben HinwerS auf bie Notwenbigkett, ihren Blick über baS räumlich Nächstliegenbe hinaus den Interessen unb vedürfnifsen weiterer Kreise zuzuwenben unb sich alS freunbliche und friedliche Glieder einer großen, nationalen Qkmcinfdjaft zu bezeigen, ablehnen. Der Latid- mann behauptet, der Stadter fei fein Fe mb, den er be­kämpfen mu|je, unb umgekehrt. Namentlich bei uns in Hessen ist dieser Antagonismus von Stabt unb Sanb außer- orbentlid) stark. Der eine, bessen Existenz doch nur burch bie Kaufkraft bes anbern erhalten wirb, kümmert fich nur um feine eigenen eng umgrenzten Sonbermteresfen, unb zur Zeit ber Wahlen legt der mit feinen eigenen Verhält­nissen nur halbivegs Zu f rieb en e seine Hänbe still in ben Schoß unb kümmert sich nicht um rechts unb links, der Un­zufriedene aber drängt mit aller Macht auf bie Vertretung feiner kleinlichen Svezialwünsche. Weder der eine aber unb ber andere denken daran, daß es sich um das Wohlergehen bcs gesamten Reiches handelt, daß auf die Tauer das

Kunflverein.

B. S. Gießen, 11. Aprrl.

Im Turmhaus am Brand ist der Kampf zwischen Men unb Jungen entbrannt unb bietet ein ergötzliches, für ben tiefer Schauenben ein höchst belehrendes Schau­spiel. Ter Zufall führte bie feindlick-en Mächte auf Den- selben Plan; bie längst gehegte Absicht der Gießener Sektion bes Landesvereins, wieder einmal Kunstwerke aus hiesigem Privatbesitz zu einer kleinen Sonberausstellung zu vereinigen, verwirklickste sich zu derselben Zeit als von der freien Vereinigung Darmstädter Künstler eine interessante Auslese unb von bem Schweden Bruno Liljefors eme Kollektivausstellung von 18 Bildern zur Verfügung stand. Sie alle und dazu noch einige ver­einzelte teilen sich nun brüderlich in den Raunt, unb man darf sagen, daß fast alles gut zur Geltung kommt, bie zarten Feuer- unb Bleistiftzeichnungen ber alten Meister wie bic auf großen Abstanb berechneten Farbenmaifen ber Liljefors'schen Bilber. Wenden wir unsere Aufmerksam­keit zunächst ben Bildern aus dem Besitz hiesiger Kunst- ftcunde zu, so finoen mir als bie ältesten ber alten bic beiben Frankfurter Schütz m.t ihren bescheibenen, aber an­heimelnden Fluß- uno Hügellaiidfdstiften vertreten, bann bie deutsche Romantik durco Hanbzci^nuugen uno Aqua­relle SchnorrS von CarolSfeld, Philipp Veit's, ^Ludwig Rickiter's B von Rehers, Friedrich Prellers d. ä.; von hohem Wert ist hier bcsonoerS die entzückende Rötel- reichnung von ?lcher's. Die vom Dogma des P^rnair noch unberührte Landschaft von sauberer, klarer Durchbildung vergegemvärligen die nordisa-en La,ch(chauen von ^cunche und Th. von Eckenbrecher» uno die Waidmuyle von Burnitz. Neuere Tendenzen verraten schon das s hr sein beleuchtete Waldinterieur der russischen Bärenjagd von ^aial und Hans Thoma'S gemütlich-schlichtes Bckochen ,,^n der Led bei Frankfurt", und ganz auf dem Voixm der Gegenwart stehen wir mit dem lauschigenBauernhaus von Krel- roein und dem Keller-Reutlingen'ichen RachtbckdMarkt­breit am Main", dem Prachtstück der Aus(lellung, oas seüfn g^eheimnisvollen Zauber in der gegenwärtigen Auf­

neuen politischen Lenzes die Bahiien des deutschen VolkeS erhcllen!

Aus Sladt uni £mii).

Gießen, am 11. April 1903.

- Personalien. Se. 9)laj. ber Kaiser hat bem LanbeSökonomlerat Goethe zu Larmslabt ben Königlichen Kronenorben 3. Klasse verliehen. Verliehen würbe bem Nevierkonnmsiär Bachert zu Tarmstabt die Golbene Ber- bienstmebaille beS LubewigS-OrbenS, bem Revierkommissär Listmann zu Darmstabt bie Krone zum Silbernen Kreuz beS VerbienstoibenS Philipps bcS Großmütigen. Dem Rriniste- rialfekretar bei bem sjjhni|levium ber Finanzen, v. Grolman, würbe ber Eharakter als Regicrungürat verliehen. Der LleucrkoMroUeur, RegiernngSasiefsor Breitw ieser in Friebberg, würbe unter Berleihimg beS Titels ,Fmanz- amtmann^ zum KontroUbeamten ber Lokalkassestellen für ben Bezirk Tarmstabt 1 ernannt.

** ZuOstern. Seit Tagen schaut schon alt und jung sorgend nach Himmel und Wetter auS. Soll's denn wieder Helgen:Grüne Weihnachten, weiße Ostern"? Lange genug haben wir des Winters Joch getragen, nun drängt mächtig Das Lcbensgefühl heraus und möckste in Sonnenschein und Frühlingsgiün sich regen und bewegen. Ja, was für ein armseliges Ding ist's doch um dies Lebensgefühl, das von Wollen unb Winden abhängig ist, und von mieuiel hundert oft recht kleinen Dingen mehr! Wer kann und mag sich Dock) Daran genügen lasten? Sehnt sich nicht unser Herz auS allen Enttäuschungen, aus allem bloßen Schern heraus nach Der rechten unD wahren Lebensquelle?JesuS lebt, mit iljm auch ich", so fmgt und bekennt an Ostern die christliche GemeinDe. Mögen tausende und abertausende versuck-en, ihr Leben ohne ujn zu führen wer ihn einmal gesunden, hat, innerlich von ihm ergriffen ist, der kommt nicht wieder von ihm los, dem ist eine neue Quelle der Gedanken, Der Kraft und der Liebe aufgegangen, die ihn mit dem freudigsten Lebensgefühl erfüllt. Bald zweitausend Jahre (mb vergangen, feitbem zuerst bie Botsck-aft erscholl: ,He(uS lebt", aber in allem Wechsel der Menschengeschichte hat sich Meie Botsd-aft erprobt. Keine 9tot hat Menschenherzen angefochten, für bie sich ein besserer Tröster gefunben, keine hoi-ere sittliche Ausgabe bat sich uns aufgebcungt, als er sie uns stellt, keine Frage hat unsere Ansid-t bewegt, für bie er nickst eine Lösung gehabt. Wenn wir nur immer ben Mut hatten, es einzuge,ieyen, wie sehr wir seiner bedürfen! Wer bazu ehrlich genug ist, dem wird auch daS freudige Bekenntnis gefchentt: Jesus lebt, mit ihm auch ich!

- Der landwirtschaftliche P r o o i n z ial o e re in für die Provinz Oberhessen entsendet Ende Mai, spätestens anfangs Ium eine Kommisiion in die Schweiz, um für die Zlegcnzuchtstation Lauterbach, für bie Zuchtvcreine, auch für Gemeinden und Private Ziegen zur Zucht anzu* zukaufen. Interessenten seien auch an biqer Stelle auf­merksam gemacht. Anmeldungen sind an bie Geschäftsstelle des Prvvinzialvereins nach Alsfeld zu richten bis zum 15. Mai.

** Hessischer Zentralverein für Errichtung billiget Wohnungen. Die auf Hebung der WohnungS- oerhältmsse der minderbemittelten Klassen, insbesondere auf Ausbreitung der gemeinnützigen Bautätigkeit gerichteten Be­strebungen des ZentraloeremS haben in den legten Monaten gute Fortschritte gemacht. In Erbach i. D. ist eine Bau-

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