Ausgabe 
10.3.1903 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

teisx 16;n6s s w ' ^Ihtnq

*s*fc

In aQena^------

"lung edahäS^ bet * °d- unabh S.^res

eficÄw^^Jg ®l{. tniroeber J '"S

NZWs 'wo, doIL vkriraui, siknn ii^unb, jdjöne Ipanöjctirui u. fefrfcty l,^nl g|, MkA 9lr, 01017 g,b,j£ JWi laodwittlchas,. Uet, 'uchm 4um 1.TJ5 guten Lohn Ae>chälligung > ©arienatbeuen mj: ichlAen. Zu erfragen i xpedilion d. Al, OM

Buchhalterin

te Ronejponbentm v. aus- :mra Referenzen fuchtaiiü llelbslänb.'LerlrauensvMn CfietLuiiLülObü an

teres Mädchen, ir- ochen unb alle pausauti;-.: ehl, sucht per 1. Mi cuü inzrlnem hem, ober an auch kleinerer Familie., gen Louystraße 19, 01..

etfdjieöriirs

sang

WS

fephe»se'

KM M

i gebeten, sich zu einer «t M dmefsend Amdun La^chverern^ tS.Mrz, abrvdd 9 ».'

(Sbet ernznMden

i lebhaftem SiabKtfH' e am Markt, an - - erbahn zwifchen gengelegcn, istJWF*

vewicteu. M*tlor-:u

[efiantcnivöüenl^iH , . a Vogler, A-'v-, «w

ia S , u.L.ß.2' , »*

ffafflS?1;- SBs ?S-xS'S rspiegelung Gelb lit auf eriuche ich

W«16.',9?

Zwettes Blatt.

153. Jahrgang

Dienstag 10. Marzi S03

Valitische Tagesschau.

Der deutsche Aerztetag.

der am SamStag zu einer außerordentlichen Tagung in Berlin zusammengetreten war, war von rund 350 Delegierten, die 19 000 Stimmen vertraten, besucht. Zur einstimmigen An­nahme gelangte nachstehender Antrag des Geschäftsausschusses: 1. Der am 7. März 1908 in Berlin zusammengetretene außerordentliche deutsche Aerztetag stellt mit Bedauern fest, daß in dem Entwürfe eines Gesetzes betr. weitere Abände­rungen des Krankenoersicherungsgesctzes den lang­jährigen einmütigen und durchaus spruchreifen Forderungen der deiitschen Aerzte wiederum nicht Rechnung getragen worden ist, obwohl der deutsche Aerztevereinsbllnd seit Bestehen des KrankenversicherungSgesetzeS nicht nachgelassen hat, aus die Schädigung hinzuweisen, welche aus diesem Gesetze sowohl für den ärztlichen Stand wie für die Versicherten erwachsen sind. Um die auS dieser Sachlage drohenden Gefahren ab­zuwenden, richtet der deutsche Aerztetag an die Reichsregierung und an den Reichstag die Aufforderung, die in der Denk­schrift deS deutschen AerztevereinSbundeS an den Bundesrat begründeten Wünsche der deutschen Aerzte nach Anhörung von ärztlichen Sachverständigen zu berücksichtigen. 2. Im Hinblick auf die bisher fruchtlosen Versuche bic ReichSregierung zur Berücksichtigung der ärztlichen Forderungen zu veranlassen, ruft der deutsche Aerztetag die deutschen Aerzte auf, bis zur zufriedenstellenden Lösung der Kassenarztfrage in festem Zu­sammenschluß die Mittel der Selb st hülfe nachdrücklich zur Anwendung zu bringen.

Heer und Flotte.

Wegen der Rekrutierung beß HeereS sind jetzt vom Kaiser die Bestimmungen ergangen. Der späteste Ent- lassungStag soll der SO. September sein. Bei denjenigen Truppenteilen, die an den Herbstüllungen teil nehmen, soll die Entlassung der zur Reserve zu beurlaubenden Mannschaften in der Regel am zweiten, ausnahmsweise am ersten oder dritten Tage nach deren Beendigung oder dem Eintreffen in den Standorten stattfinden. Abweichungen hiervon können das .Kriegsministerium und in Bezug auf einzelne Mannschaften die Generalkommandos verfügen.

Der Kriegs Minister hat den Generalkommandos der ArmeecorpS mitgeteilt, daß besonderer Wert darauf gelegt werden müsse, daß Mannschaften, deren Dien st untaug­lich keit feslgestellt ist, nicht länger als unbedingt erforderlich im Dienst zurückbehalten und mittels eines beschleu- niflten Verfahrens seitens der Generalkommandos entlassen werden.

Br. W. Knechts Magenbitter

SÄNTIS

ist bei Magen- und Darmbeschwerden das vorzüglichste und unentbehrlichste Hausmittel. Probeflasche 1 M. Xml

-- ___

Aus Stadt und Kaiid.

Gießen, den 10. März 1903.

** Sektion Gießen des D. u. Oe st. Alpen- Vereins. Vorjährige Wanderungen in den Mgauer, Lech- t-aler, Oetztaler und Stubaier Alpen behandelte Herr Kauf­mann I. Sauer vor zahlreich besuchter Manatsverfamm- Inna in einem ausführlichen Bortrage, dem wir die fol­genden Angaben entnehmen: Ausgehend von Station Sont­hofen im bayr. Algäu unternahm die kleine Reisegesellschaft nach dem Marsche über Hindelang und Hinterstem die Be­steigung -beä 2244 Meter hohen, beschwerlichen Gais- horn, dann eine an prächtigen Ausblicken reiche Höhen- wanderung bis zu dem von Fremden leider gänzlich über­füllten Prinz-Luitpold.Haus. Bon hier wurde am scühen Morgen die mächtig ragende Felsgestalt des Hoch, vogelö (2589 Meter) erstiegen, wo sich bei herrlichstem Wetter eine wunderbare Rund sicht über Hunderte von firn- gekrönten Gipfeln bot; der Abstieg wurde auf der öftreichi- schen Seite zum Hornbachtal genommen und als Endpunkt e»nes lüstündigen Tagemarsches das ansehnliche Elbigenalp am Lech erreicht. Weiber ging es durch das Madauertat zur Memminger Hütte und nach Besteigung des See- ko g e l s (2408 Meter) auf demSpiehlerweg" zu dem 2942 Meter hohen Gatschkopf; über tue Augsburger Hütte erfolgte dann der Uebergang nach Landeck im Jnntal. Die Fortsetzung der Wanderung führte durch das prächtige « a u n f e r t a I auf das in unvergleichlicher Lage erbaute Nevatschh aus der Sektion Frankfurt, von da über das e l g r u b e n j o ch (3008 Meter) zur Taschachhütte. Aber inzwischen eingetretener Wetterumschlag und zwei- iLgiges Schneegestöber mtt Nebel nötigen die bergfrohen Tanderer schließlich, wenn auch schweren Herzens, auf den Sefudj der Wildspitze zu verzichten. So stiegen sie ab nach Mittelberg im Pitztal, um von hier zu der in eisiger Einöde chvconenden Braunschweiger Hütte (2712 Meter) zu ^langen. Ter Uebergang über das niedliche Pitztaler Jöchl fuihrte hinab nach dem herrlichen Sölden an der Oetztaler bhe. Nach der Wanderung im engen Windachtale aufwärts bet dann die Hildesheimer Hütte willkommene Unterkunft. Götzen Genuß bereitete die von hier aus unternommene Be- jiaingung der Stubaier Bergriesen, die beschwerliche Älet- ie:ei zu dem steilen Gipfel des in glitzernden Eismantel gefüllten Zuckerhütl (3511 Meter-, und nicht minder bi'-t Ersteigung des Wilden Pfaffen (3471 Meter- und bc:d_ mit dem Kaiserin Elisabeth-Haus gekrönten Bechers 3173 Meter). Seim steilen Abstieg wuroe noch die Teplitzer yütte berührt, dann bei Rindnaun der Talboden erreicht, in; dem die bequeme Fahrstraße zum E^sack und zu dem üller t üml ichen Slerzing an der Brennenbahn hinaus führt. --Die tiefempfundenen Schilderungen t?:.- der c Ji_b.ncn Schönheit der durchwanderten Hochg^b.r^s^r. p^eu fanden

m der Vorführung trefflicher Lichtbilder nach eigenen Auf­nahmen des Redners wirkungsvolle Unterstützung.

** Wer sein Geld nicht kann lassen liegen, der kauft sich Tauben und läßt sie fliegen. In den Kreisen der hiesigen Geflügelzüchter erregt ein Prozeß, welcher seit Anfang Dezember vor unserem Amtsgericht verhandelt wird, baß lebhafteste Interesse. In vier Ter­minen beschäftiate sich bas Gericht und zwei Anwälte mit der Sache. Selbst einen Taubensachverstandigen, der übet die Frage, was sindgereifte Tauben", Auskunft gegeben hat, hat man bereits in dem Prozeß beschäftigt. Dem Prozeß liegt folgender Tatbestand zu Grunde. E.n hiesiger Züchter verkaufte nach Schwetzingen einem Liebhaber ein Paar Brief­tauben unter der ausdrücklichen Zusicherung, daß die zu liefernden Tiere bisher noch keine Reise mitgemacht hätten. Käufer zahlte den Kaufpreis, worauf die Tauben per Post nach Schwetzingen abgingen. Etwa 14 Tage nach der Ab­sendung meldete ein Brief aus Schwetzingen dem Gießener Taubenzüchter, daß der Täuber dort zwar den Schlag ver­lassen, in denselben aber nicht wieder zurückgckchrt sei, und hieran wurde die Anfrage geknüpft, ob oer Täuber vielleicht hier in Gießen gelandet sei, was auch der Fall war. Aus vielerlei Gründen tonnte die Rücksendung des Flüchtlings nicht gleich geschehen, doch erhielt der Eigen­tümer disselben Die Mitteilung von dessen Anwesenheit in Gießen. Nun meldete der Schwetzinger auch, daß die Täubin verschwunden sei, und behauptete in gerade nicht sehr höflicher Weise, da, wo der Täuber hingeflogen sei, müsse auch die Täubin hingekommen sein; er sandte dabei 50 Pfennig in Marken und verlangte umgehende Zusendun der beiden Tauben. Der Erfolg des Briefes war der, da der Gießener Herr sich den Ton des Brieses nicht gefalle: lassen wollte; er sandte die Marken zurück nach Schwetzingen und erklärte, er fei gar nicht verpflichtet, dem Schwetzinger Herrn den Täuber einzusangen und zurückzusenden; der­selbe möge doch nach Gießen kommen, um sich seinen Diuber zu holen, wobei er gleichzeitig als Vergütung für Fütter­ung pro Tag einen Pfennig verlangte. So kam die Sache an unser Amtsgericht. Der Mann in Schwetzingen verlangt Nagend den gezahlten Kaufpreis zurück, rndem er behauptet, Der Gießener habe ihm schon gereifte Brieftauben gesandt. Beweis: der zurückgeflogene Täuber, der den ca. 200 ftm. langen Weg nicht gefunden haben würde, toenn er wirklich nicht gereift hätte. Diesen Beweis hat aber der Beklagte nrcht gelten lassen, und es ist in der Sache durch Bekundung des Sachverständigen bewiesen, daß der Weg von Schwctz- ingen bis Gießen für den angeborenen Orientierungssinn Ieltift für junge Brieftauben fern Hiendernis bilde, um zum Schlage, den sie 14 Tage vorher verlassen hätten, zurück- Aufmben. Fest steht in diesem Prozeß nur, daß die unter- liegende Partei ein Paar recht teure Tauben erhält.

T Der Lehrer-Tur nvereün des Bezirks Gießen hielt am vergangenen Samstag wieder Turnübungen ab Der Verein besteht jetzt im dritten Jahre. Im DerfLoffenen Jahre stieg die Mitgliederzahl von 16 auf 21; an sechs Nachmittagen wurde geturnt Lehrer Bach-Gr.-Linden wurde für die nächsten zwei Jahre wieder zum Vorsitzenden ge­wählt, desgl. Lehrer Zöller-Watzenborn wieder zum Schrift­führer und Rechner.

t Watzenborn, 9. März. Im Gasthaus zum Löwen hier fand gestern eine sehr zahlreich besuchte land- wirtschaftliche Versammlung statt. Gegenstand der Tagesordnung bildete ein Vortrag des Generalagenten Wilh. Hartenfels aus Gießen überDie Haftpflichtversicher­ung des Landwirts". Nach eingehender Verbreitung über das allgemeine Wesen der Haftpflicht gab der Vortragende ein Bild von der Haftpflichtgefahr des Landwirts. Den Ausführungen folgte eine Besprechung der verschiedensten Fragen aus dem Bereiche der Haftpflicht.

§ Wippenbach, 7. Marz. Heute nachmittag zogen zwei Scharen Kraniche kurz nack-einander nach Norden. Gegenwärtig werden auf Selterser Gemarkung Bo h r - versuche unternommen. Die Ergebnisse sind recht günstig. Nach dieser Bohrung werden noch zwei weitere Versuche dieser Art an gestellt.

l. Bad Salzhausen, 8. März. In dem benach- barten Geiß-Nidda verschwand vor einigen Tagen der Schweineh ändler Ludwig mit Hinterlassung be- deutender Schulden. Wie verlautet, ist der Mann nach Amerika außgeroanbert.

Nr. 58

Eriche,», täglich oußei Bönning».

Dein Hieben er Anzeiger werden tm Wechte« mit dem kesstschen Landwirt d,e Siebener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegL

Rotationsdruck u. der» lag bei V e 0 h t 'leben Univerl.-Buch- u.Slem» brucksret (Piellch Erben) kedaknom Exoedilio« unö Druckerei.

Gchulpratze 7.

Ndietlr tüi Depelchen» Anzeiger Gießen.

^♦rn«Dtfd)anld)lii6Wt 61

Ier Irauksurter Kongreß.

Frankfurt a. M., 9. März.

Gestern «Lend war Begrüßung der Teilnehmer am Kongreß zur Bekämpfung der Gcschlechtskrankhetten. ES war eine zwanglose Zusammenkunft ohne große Reden, wie denn überhaupt die ganze Veranstaltung, dem Ernst der Sache entsprea-end, lein festliches Gepräge aufweist.

Der Kongreß nahm heute früh seinen Anfang. Ter Vorsitzende Geheimrat Prof. Dr. Neißer-Bxeslau begrüßte die Kongreßteilnehmer. Man werde mit Eifer an die chwierigen Arbeiten herantreteii. Geh. Medizinalrat Prof Dr. Kirchner- Berkut begrüßte die Kongreßmitglieder namens der preußischen Staatsregierung, des Kultusmini- teriums und des Reichskanzlers. Der Kamps gegen die Geschlechtskrankheiten ähnele dem Kampf des Herkules gegen die Hydra. Man dürfe nicht nur mit polizeilichen Maßregeln vorgehen, sondern müsse im Volke aufklarend wirken. Over- )|ibent Graf von Zedlitz-Trütz chler sprach namens >er Provinzial-Regierung. Kirche und Schule, Theorie und Irraxis müßten gemeinsam wirken. Oberbürgermeister Tr. Ad ick es begrüßt die Teilnehmer namens der Stadt Frank- urt. Tie zu behandelnden Fragen müsse man vom pyilan- tropisch-humaner en und vorn soziat-uottswirtsa/aftlichen Standpunkt betrachten und berfu^.n, e.ne Serfianoigung über die verschiedenen Streitfragen herbeizuführen. Tr.

> Tuboit-Havenith aus Drüfsel sprach für die inter­nationale Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrank- , heilen und überbrachte die besten Wünsche für die Ocr- i Handlungen. Ferner begrüßten Prof. Dr. Sioli namens . des Aer^levereinS, Prof. Dr. Max Flesch für den Frank» : furtcr Verein für Hygiene die Versammlung. Dr. Herr» : Heimer überreichte namens des Komitees die Festschrift.

Als erster Referent sprach OberlandeSgcrichtsrat Schmöl- : d e r-Hamm über die strafrechtliche Bedeutung der Geschlechtskrankheiten. Er befürwortete die Bestrafung i von Personen, die mit ansteckenden Geschlechtskrankheiten ' behaftet, den Beischlaf auSüben, Bestrafung von Ehegatten in demselben Falle und schließlich die Bestrafung geschlechts­kranker Frauen, welche gewerbsmäßig Unzucht treiben. An der Diskussion.beteiligten sich Prof. Dr. Fränckel - Halle, Tr. R i e s - Stuttgart, Prof. Tr. Flesch-Frankfurt, Dr.

1 Oppenheim-Straßburg, Katharine Scheven -Dres­den und der Vorsitzende. Wesentlich neue Punkte traten in der Diskussion nicht zutage. Man hielt als durchweg die vom Referenten vorgeschlagenen gesetzlichen Bestimmungen für zu weitgehend. Sensation machten die Ausführ- ungen des Assessors ClauSmann- Köln, der die bis­herigen Verhandlungen für völlig fruchtlos erklärte. Gerade so gut hätte man über bic Beziehungen der Kautschukindustrie zu den Geschlechtskrankheiten sprechen können. Man müsse jich mit der Reglementierung der Prostitution befassen, das sei daS einzig richtige. Ueber die zivilrechtliche Bedeutung der Geschlechtskrantheiten sprach Oberlandesgerichtsrat Schmolder-Hamm im Anschluß an seinen ersten ©er­trag. Redner verlangte den Gesundheitsattest- Zwang für Heiratskand idate n. Weiter sprachen Frau Fürth und Prof. Max Flesch,

In der Nachmitlagssitzung erstattete Dr. N e u b e r g e r* München das erste Referat über die Frage:Wie können die Aerzte durch Belehrung der Gesunben und Kranken der Verbreitung der Geschlechtskrankheiten steuern'?" Redner empfahl den Hinweis Gesunder auf die Gefahren des außer ehelichen Geschlechtsverkehrs und die Unterweisung geschlecht­lich Erkrankter durch gedruckte Leitsätze. Schließlich hrelt er eine Warnung vor Kurpfuschern für am Platze. Er betonte auch, daß die meisten Aerzte über die Erschein­ungsformen und die Behandlung der Geschlechtskrankheiten nur sehr geringe Kenntnis hätten, weil auf der Universität dieser Teil der ärztlichen Wissenschaft sehr stiefmütterlich behandelt werde. Dr. B lock-Hannover stimmte dem Refe­renten zu. Sanitätsrat Dr. E n y r i m - Frankfurt befür­wortete eine völlige geschlechtliche Enthaltung der jungen Männer. Prof. Lesser-Berlin empfahl öffentliche Vorträge über die Geschlechtskrankheiten. Dr. G a l e w s k i - Dresden warnte speziell vor Kurpfuschern. Die Mädchenerziehung dürfe ebenfalls die Geschlechts­krankheiten nicht ignorieren. Prof. Dr. v. Düring - Kiel ist für gute Erziehung der unehelichen Kinder. Geheimrat Dr. Erb- Heidelberg hebt hervor, daß bei manchen Individuen die geschlechtliche Enthaltsamkeit Neurasthenie und Hysterie hervorruien könne. Arbetterselretär Grä f- Franlfurt teilt mit, daß die Krankenkassen häufig von den Aerzten falsche Diagnosen erhielten. Die Diskretion der Aerzte den Kassen gegenüber müsse aufhören, damit die letzteren ein genaues Bild der Sachlage erhielten. Die weitere Diskussion brachte wenig Interessantes. Es sprachen noch Frau Scheven-Dresden, Dr. Mareuse-Mann- heim, Tr. Gauch er-Paris, Max Cohen-Frankfurt. Die Debatte verlor sich in eine Reihe persönlicher Bemerkungen, in denen besonders die Kurpfuscher bös mitgenommen wurden. Morgen früh werden bte Verhandlungen fort­gesetzt.

Der Frankfurter Ortsausschuß des Kongresses hat in Rücksicht auf die in den nächsten Jahren zu er­wartende Bearbeitung der einschlägigen Fragen versucht, den Teilnehmern des Kongresses eine übersichtliche Zusammen­stellung der älteren und neueren Literatur vorzulegen. Die Ausstellung, welche durch das Entgegenkommen der Stadt­bibliothek, des Senckenbergianum, rc. unter Mitwirkung von Privaten zu stände getommen ist, macht auf Vollständigkeit feinen Anspruch; sie umfaßt aber gleichwohl weit über tausend Bände, darunter eine Reihe hervorragender Seltenheiten. Wir erwähnen darunter eine Schrift von Grünbeck,üe moruo co aus dem Jahre 1503, die, wenn auch die Theorie iber die Einschleppung der Syphilis durch die Entdeckung Amerikas heute nicht mehr aufrechthält, doch sicher eines der ältesten, vielleicht überhaupt das älteste Werk über die Syphilis darstellt. Ferner weisen wir auf bte ausgestellte Original- Ausgabe des berühmten BucheS von Ulrich von Hutten, Ue Guajacoli medicina , hm, ferner auf die Drigmal- Ausgabe von Fracastor's Gedicht von der Syphilis, in welchem dieser Name zum ersten ÜDlate für die Franzosenseuche auf­taucht. Em Uebcrblirf über den reichen Inhalt der Ausstellung wird den Kongreß-Teilnehmern zugestellt. Nur Besitzer von ZulassungSkatten zu dem Kongreß (SDlitgheber unö Teilnehmer) haben Zutritt zu der Ausstellung. Tieselbe sindet in dem oberen Saale der Baer'schen Buchhanblung statt und ist von 9 Uhr Morgens bis 7 Uhr Abends zugänglich.

O a erieaHrttii

SW TD Bienatlid)7öi<1^ ptertei*

GiehenerAMgerW

General-Anzeiger " 1=^

Amts- unö Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WW

__ _______ trhientfil; Pan« Beck.