Ausgabe 
10.3.1903 Drittes Blatt
 
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153. Jahrg

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Vrltfieinf tSgNch mit Aufnahme tzeß Brnmtogl,

v. fStttte; für txv t<,

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Siehe».

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schicht, so i'l dieser ein erbärmlicher Feigling! In Danzig haben Soldaten einem anderen ans Befehl den Mund öffnen und in den-

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falls ironisch-wohlwollend geurtheilt. Am drolligsten wirkte die berühmte Kavallerieattacke! Manche Kompagnie wurde 45 Mal aufgeriebcn. (Hciterkett.) Als die Herren von der Kavallerie heranbrausten, riefen ihre Kameraden von der Infanterie:Pardon, wir sind ja schon lange todtl" (Heiterkeit.) Tine Schwadron Husaren stürzte sich todcSmuthig auf ihre eigene Infanterie. (Hei- terlcit.) Muß eine solcheKampf eSweise" nicht den Spott und Ho. -i des Auslandes herausfordernd In einem Buch von Beyerlein Jena oder Sedan?" werden in Romanform alle Mängel unserer Armee dargelegt. Ein militärischer Mitarbeiter einer Tageszeitung hat diesen Roman allen Offizieren als sehr lehrreich zur Lektüre empfohlen. Ich glaube, man sollte auch an maßgebender Stelle

dienst wird von Jahr zu Jahr schivieriger! (Zuruf rechts: Zwei, jährige Dienstzeit!) O nein, auch die ist noch zu lang! Die Leute dienen ja thatsächlich nut ein Jahr, das andere Jahr wird ja in Wahrheit zu anderen überflüssigen Zwecken verwandt! Die Armee ist nur für Kriegszwecke da, für nichts Anderes! Die Aus­bildung soll nur für Kriegszwecke erfolgen! Thatsächlich werden aber allerhand Spielereien getrieben, die nur zur Belustigung, nicht für den Ernstfall da sind. DaS Aeußerc, Bunte überwuchert boi Innere, Ernste! Da ist der famose .neue Griff". Da müssen Vorgesetzte und Unteroffiziere sich abplagen, um solch einen neuen Griff einzustudiren l WM soll er uns im Krieg? Die Aus­bildung unserer Armee ist thatsächlich auf einem falschen Wege! Tos haben selbst hervorragende Militärs zugegeben. Käme es nur auf Prunk und äußeren Schneid an, wir wären die erste Armee der Welt. Aber im Innern sieht es ein wenig anders aus. Sind die enormen Summen, die wir alljährlich für unser Heer aus­geben, wirklich gut angcwendet? ES kostet 767 Millionen im Jahr, und diese Summe wird in 3 Jahren auf 867 Millionen angewachscn sein. Und waS wird dafür geleistet? Oberst v. d. Goltz hat in einem Artikel:Bilden wir unsere Armee wirklich zum Kriege aus?" erzählt, daß manche Kommandeure noch nicht einmal die Kommandosprache beherrschen! Das sind ja gute Aussichten für einen Krieg I Paradeschritt und Ehrenbezeugungen danach wird die Tüchtigkeit bewerthetl Beim Schulexcrzircn, da hnrb brillirtl Beim Gcfechtsexcrziren aber, wie sieht cs da trübselig auS! Wohl­

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Ti ,6ie|er: Lamiltenblötler" werden dem Ai'.,'':aer o erma wöchentlich beigelegt. Der < Yess, e toaöeti*" erscheint monatlich einmal.

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Uxd) schwere Fälle nachgewiesen zum Äusrrao zu bringen und auf die Uniform verzichtet. J empörendsten GaILt unmtr wundere mich überhaupt, daß Herr Bebel so viele Tinzelfalle wieder aus Furcht verfchwiegen werden, fo faßt euren ordentlich erne ßict vorgebracht hatte worauf Herr Kuncrt vorgestern verzichtet Vuth! Ich muß sagen: D-nn em Dorgeieüler sich manche dieser hatte; bet Herrn Bebel smd wir cs gewöhnt, daß er sonst mehr Dinge gegen einen Un-ra-oenen erlauben d«ß ohne daß dieser p^ipiell die Fragen erörtert. Auf alle einzelnen Falle einzu. die erste beste Waffe ergreift und een Kerl einfach über den Haufen geßclL ifl mir unmöglich. Ich muß Herrn Bebel barm Recht geben, lchicßt, so vi bteter ein erbärmlicher ttcmlmal In Dan^ia haben ____tr.if* rr ft» »rlrnfini

Stelle eine andere Auffassung Platz greift. Sonst wird eS nicht; gemerkt, das Alles sagt nicht ein Sozialdemokrat, da- sagt ein ander». Haben doch auch im letzten Jahre wieder Begnadigungen Oberst von der Goltz!

von Duellanten in den verschiedensten Theilen des Reichs statt- | Wie sieht eS denn mit den Manövcrn auS? Sind sie wirklich gefunden. i eine Vorbereitung zum Krieg? Werden wirklich nur solche Evo-

Ein grelle» Streiflicht aus das Duellunwcsen wirst der Fall lutionen gemacht, die im Ernstfälle angewandt werden können? '** k:-r fv-t)rc verstorbenen Hauptmanns a. D. Honig, eines Man sehe sich die letzten Kaisermanöver an! Sie haben die herbste

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einem wissenschafttichen Werke über den Krieg 187071 beffen Vater beleidigt hätte. DaS gleiche geschah ih:.i mit dem Oberst von Bernhardt. Honig lehnte die Forderung ab, weil er sich die Freihest seiner wissenschaftlichen Ueberzeugung nicht einschränkcn lassen wollte. Daraufhin wurde ihm die Uniform aberkannt! Glaubt man, daß die Armee einen Nutzen davon hat, wenn man so auch die Freiheit der Ueberzeugung und die wissenschaftliche For­schung unter einen Kodex stellt! (Sehr wahr!) Und wie stand der Fall von Aye-Saldern? Ntuß der Duellunfug nicht aufrcckst- erhallcn werden, wenn die offiziellen Militärbehörden sich offiziell gegen das Gesetz aussprechen, wenn die, die sich nach dem Gesetz richten, aufhören, hoffähig zu sein und gesellschaftlich boykottirt werden! Hier in Berlin hat eine Versammlung von Studenten stattgefunden, die den ftriegSminifiet aufforderten, dahin zu wirken, daß bei Duellen zwischen Offizieren und Studenten krumme Säbel statt der Piswlen gebraucht werden! Ist c5 nicht unerhört, daß öffentlich zur Uebertretung des Gesetzes ausgefordert wird, ohne daß ein Staatsanwalt auch nur einen Finger rührt! Kein Wunder freilich! Gehören doch Staatsanwalt und Richter selbst zu denen, die so daS Gesetz brechen! WaS s.nd die Statuten deS Kösener S. C. anders als eine permanente Aufforderung, gegen die Gesetze zu handeln! Was sind dagegen die harmlosen Eide der Thorncr Gym­nasiasten. über die Sic (nach rechts) sich entrüsteten. Man kann sagen, daß die hcrrschcndcn Klassen sich in einer permanenten Ver­schwörung gegen das Gesetz und gegen den Staat befindenI Sie (nach rechts) gehören selbst zu denen .td begünstigen das!

So weit daS Kapitel des DuellunfugS. Wenden wir uns den Mißhandlungen au! Man hat mir oft Leichtfertigkeit in der Lorbringung der Anklagen vorgeworfen. Der Statts- anwalt in Halle hat aber erllärt, ich hätte mir zweifellos ein .oßes

Abg. Lebe! (Soz.): Der Abg. Graf Roon hat vorgestern beim Pensionsetat gesagt, e5 sei unerfreulich, immer mit Dorten zu fechten, während die Thatcn auZbleiben. Leider vergißt man immer wieder, daß diese langen, unerfreulichen Verhandlungen jahraus, jahrein gepflogen werden müssen, weil man nie einen Finger rührt, um den gerügten Mißständen abzuhelfen. Unsere Anregungen sind Beschwerden bleiben ohne Erfolg. Wäre der deutsche Reichstag ein Parlament, wie da» englische, stanzösische oder amerikanische, so wäre daS unmöglich. So müssen wir immer wieder uns der Auf­gabe unterziehen, dieselben Klagen vorzubringen. Auch heute will ich eS thun, obgleich ich den negativen Erfolg schon voraussehc. Bei der ersten Derathung deS Etat? ist wieder gegen die Duelle gesprochen. Zwei EentrumSabgeordnete haben dabci sehr milde Töne angeschlagen. Dem Eenttum wird die Sache unangenehm; cs hat stets im Dordertrcffen dieses Kampfes gestanden und mutz eS sich gefallen lassen, daß immer wieder Vorfälle passircn und entschuldigt werden, die ein Faustschlag ins Gesicht deS RcichSwgS sind. Das war denn die Affaire BlaSkowitz-Hilbebrandt in Aum- binncn! Und Leutnant Hildebrandt ist schließlich begnadigt worden! WaS besonders aufregenb war, war die demonstrative Art, in der diese Begnadigung von den Kameraden gefeiert wurde! Diese Feier ist doch geradezu eine Herausforderung des Reichstags, der jenes Duell scharf verurtheilt hatte. Es ist kein Wunder, wenn der Duellunftig nicht zurückgeht. Die Offiziere wissen ganz genau, daß sic begnadigt und datz sie später befördert werden. Will der Reichstag die Dinge nicht einfach resignirt laufen lasten, wie sie laufen, so mutz er sich endlich zu einer energischen Aktion auf­schwingen und diese sc lange fortsetzen, bis an der entscheidenden

Zunächst hat Herr Bebel vom Duell gesprochen, vom Duell» Unwesen oder Duellunfug, wie er sich ausdrückte. Er meinte, die Duelle zwischen Offizieren griffen immer weiter um sich. Ich konstatire dem gegenüber, daß im Jahre 1902 zwischen aktiven Offizieren überhaupt kein Duell startgefunden hat. (Hört! hört! rechts.) Und nur in einem einzigen Duell ist ein Offizier be­teiligt gewesen; das war in Jena, wo einem Offizier von einem Studenten ins Gesicht geschlagen wurde. Herr Bebel hat bann, anknüpfend an bic Begnadigung deS Leutnants von H:ldebrandt, die Art und Weise der Begnadigung überhaupt einer abfälligen Kritik unterzogen. Der Gang der Sache ist aber der, daß der Präsi­dent des Reichsmilitärgerichts, der den Bericht macht, auch gleich

die Errichtung her königlichen Residenz in Posen. D'.____2__

tage hätten der Provinz Posen zweifellos sehr genutzt." Zu be- dauern sei aber, datz daS Holz für Biwackzwecke ausschließlich der königlichen Forstverwaltung entnommen fei Auch seien im Uebrigcn die Entschädigungen, die gezahlt seien, zu gering gewesen. Der KriegSnnnister möge ferner bte Militär fromme Gegend von Mescritz, die eine rein deutsche fei, durch Belegung mit Garnisonen wirth- schafUich stärken.

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sich endlich auf den eigentlichen Zweck des Heere» besinnen und die glänzende Außenseite hinter dem Ernst der Sache etwas zurücktrettn lasten. (Lebh. Beifall bei den Soz.)

Kriegsminister v. Goßler: Herr Bebcl hat feine Rede mit einer Entschuldigung cingeleitet, daß er sich wiederholen müsse. Ich muß ihm recht geben: die Wiederholungen in seiner Rede waren recht zahlreich. Im Grunde hören wir daS Gleiche alle Jahre: die Form ist verschieden, der Inhalt ist genau derselbe.

Die Manöver datz er ihm gegenüber vollständig wehrlos ist! Wie werden die *"1 ' gemeinen Soldaten bestraft I Ein Soldat, der im Rausch den RiI

auSstößt: »Hoch bic Sozialdemokratie!" wird mit 1 Jahr 1 Monat Gefängniß bestraft, also härter, als ein Unteroffizier für viehische Mißhandlungen I 2 Soldaten vom Halbcrstädtcr Aüraificrrcgimcnt betrinken sich auf dem Tanzboden in der Sylvcstcrnacht und wider­setzen sich ihrem Unteroffizier, der sie aufforbert, fortzugchenl Und dafür erhalten sie 5 bezw. 6 Jahre Zuchthaus! Der Staatsanwalt hatte nur Gefängniß beantragt, aber das Kriegsgericht wandelt die Strafe in Zuchthaus um! Und bas geschieht, während jene Best en, die ihre Untergebenen peinigen, frei Herumlaufcnl Der Militär-

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Parlamentarische Perhondlunszen.

Nachdruck ohne Vereinbarung nicht g'cstatkrt.

Deutscher Reichstag.

278. Sitzung vom 9. Marz.

1 Uhr. DaS Laus ist sehr schwach besetzL, Am BundeSrathSttsch: von Goyler u. 1 Die zweite Derathung des Militär-Etats wird fort- gesetzt.

Abg. Dr. Müller-Meiningen (fretf. vp.): Ich möchte die Frage bei Ncu-Uniformirung der Armee zur Sprache bringen. Zsti Folge deS südafrikanischen Kriege- ist eine tiefe Bewegung durch alle Armeen gegangen. Bei den modernen Schußwaffen sind unsere Uniformen vielfach sehr bedenklich geworden, die Hellen Farben wer­den zum Verrät her. Die- gilt besonders von den Kavallerie-Uni- formen. Wir hängen immer noch an dem alten Zopf, und dabei wird der Zopf bei uns immer größer, fast jeden Monat kommen neue Aenderungen, die theilweise geradezu lächerlich sind. Z. B. höhnt selbst die -Post" über den neuen Uniformknopf. Ich habe ausgerechnet, daß ein Sergeant, der zugleich Fahnenjunker ist, 11 verschiedene Abzeichen trägt. Ich weiß wohl, daß durch solche Ab­zeichen daS Selbstbewußt, ein der Truppe gehoben wird, hat doch ein Regiment im siebenjährigen Kriege wahre Wunder von Helden- thaten verübt, um die ihm abgenommenen Gardelitzen wieder zu erringen. Aber heute gehen wir doch zu weit. Das geben selbst Militarschriftsteller zu. In anderen Ländern, u. A. Frankreich, geht man schon mit der Einführung einer indifferenten Uniform vor, will dort sogar die rochen Hosen abschaffen, obwohl der französische Soldat sehr daran hängt. Aehnlich ist auch Rußland vorgegangen. Deshalb müstcn wir unsere Armeeverwaltung fragen, was sie auf diesem Gebiete zu chun gedenkt. Der bekannte Oberst Schiel hat mir da- Manuskript des zwetten TheilS seiner Erinnerungen zur Verfügung gestellt, er hält einen grau-grünen Rock für baS Beste und fprid# sich auch energisch gegen die Halsbinde aus, die eine wahre Tortur für die Mannschaften sei. Aber auch vom sanitären Standpunkt aus kann die bisherige Uniformirung unmöglich beide- halten werden. Nicht bloS medizinische, sondern auch militärische Sachverständige haben sich gegen den deutschen Waffenrock u. aus­gesprochen. Ein Fachmann, ein ehemaliger RegimemSkommandeur, hat in der StraßburgerPost" sich energisch gegen das .Be- kleidungSunwesen" ausgesprochen. Der Hitzschlagverlust in jedem Sommer sei gleich dem Verlust in einer bitzigen Schlacht. Aller­dings, eS giebt Käuze in der Armee, die da glauben, bei einer etwas legeren Uniform würde der Geist der Armee leiden. LS heißt doch aber diesen beleidigen, wenn man annimmt, dieser Geist sei an enge Uniformröcke und enge Kragen gebunden! Die Schlag- sc nigkeit und die Felddiensttauglichkett mutz der leitende Gesichts­punkt sein. Oberst Schiel meint, der Filzhut sei die praktischste und angenehmste Kopfbedeckung für den Kriegsdienst. Nach dem Krieg hat in der englischen Armee eine Art Abstimmung darüber stattgefunden: 7. derselben hat sich für den Filzhut ausgesprochen. Unsere Husarenpclzmütze ist geradezu eine vorsintfluthliche Ein­richtung auf militärischem Gebiete. Wir dürfen mit Neueinrichtun­gen hier nicht sparen. Im Uebrigcn kann ja auf militärischem Ge­biete sehr viel gespart werden. (Abg. Dr. Oertel (kons.j niest kräfttg. Redner wintt ihm ein Prosit zu, worauf Abg. Dr. Derlei sich dankend verneigt.) Abg. Dr. Oertel scheint mir zuzustimmenl (Große Heitcrkett.) Wir wollen sparen, wo wir können. Auf diesem Gebiet aber müssen wir das thun, was für unser Kriegs­herr nothwendig ist.

Abg u. Ezarlinski (Pole) kommt auf die Entziehung des Be­rechtigungsscheins für den einjährig-fteiwilligen Dienst der im Lhorner Sazulprozeß verurthcilten Gymnasiasten zu sprechen. Ter Te^t deS Eide-, den der 5tt:iegSminister neulich zur Begründung dieser Maßregel hier vorgelesen, sei nicht der richttge gewesen, von einer Auflehnung gegen die Staatsgewalt könne man doch nicht sprechen: schließlich ,ei der Schuldirektor doch nicht die Staats­gewalt in persona. Den jungen Leuten sei ein schweres Unrecht geschehen, das wieder gutgemacht werden müfie. DeS Weiteren beschwert sich Redner über die grundsätzliche Boykottirung polnischer Geschäftsleute und Wirthschaften seitens der UrmceDcciraltung.

Kriegsminister v. Gotzler: Der Vorredner ist auf meine Rede zurückgckommen, die ich bei Gelegenheit der Poleninterpellation ge­halten habe, und hat mir den Vorwurf gemacht, daß der Eid, den td) damals verlesen, nicht in Wahrheit geleistet fei. Mir lag da­mals daS Material nur im AuSzuge vor. Das Erkenmniß hatte ich nicht. Jetzt habe ich eine Abschrift desielbcn. DaS eine ist richttg; eS ist nicht nachgewiesen, daß der Lid, den ich verlesen,' auch wirklich von den betreffenden Gymnasiasten geleistet worden ist. | Im Erkenntniß steht nur, daß er die Grundlage der ganzen Unter­suchung gebildet hat. Die Umersuchmtg hat ergeben, daß vier Eides­formeln un Gebrauch waren, die in diesen geheimen Vereinigungen den Novizen auf erlegt wurden. ES ist dieS an den Gymnasien in Krotoschin, Neumark i. Westpr., Kulm und StraSburg i. Westpr.1 nachgewiesen worden. Die Aufnahme eines Stovizen erfolgte stets unter großer Feierlichkeit, auf dem Tisch befanden sich aufgeschlagene polnische Bücher und Lieder; die Hand am Kruzifix mußte der Neueinrretende beim Andenken deS polnischen Vaterlandes und bei Allem, waS ihm heilig sei, schwören, die Existenz deS Vereins nie zu verrathen. Die Untersuchung hat ferner ergeben, daß der Gc- heimbund sich über das (äci'anumgcbiet deS ehemaligen Königreichs Polen erstrecken sollte, daS zu diesem Zweck in drei Bezirke cin- getheilt war. Es fanden Kongresse statt, auf denen die einzelnen Vereme durch Dclegirte bertreten waren. ES wurden polnische Zeitschriften gehalten, die polnischen Fetertage wurden gefeiert. Man kann also keineswegs sagen, datz eS sich in diesen Vereinen um rein wissenschaftliche Zwecke handelte. Die jungen Leute sind mit vollem Recht besttaft worden.

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Verdienst dadurch erworben, daß ich immer wieder diese r iigstände ocnr oes vteicysmituargenchls, oer oen »errcht macyr, auch gteid) anS Tageslicht gezogen. (Hört, hörrlj Ich sage da° ..,t für mich, oder in einem besonderen Bericht die Begnadigung vorschlägt. DaS ich sage daS für Sie, Herr Graf von uiL-n, bt -ic über meine geschieht auf ausdrückliche Bestimmung Se. Majestät, bamit der Anklagen immer beunruhigt schienen. Wer 1 .ll es leugnen, daß höchste Gerichtshof mit seiner vollen Kenntniß der Atten und der gerade wir Sozialdemokraten durch unser fortgesetzten Anklagen 1 mildernden Umstände sich über die Begnadigung äußert. Im die Unhaltbarkeit der alten Militarstrafprozeßordnung dargelegt speziellen Fall, das kann ich Herrn Bebel versichern, lagen so viele und die Reform derselben bcwtttt haben? Man muß auf diesem 1 mildernde Umstände vor, datz eine Begnadigung gerechtfertigt er- Gebiete um so energischer vorgchcn, als man immer wieder sich schien. Betreffs dessen, waS dann in Gumbinnen geschehen ist, die vor Augen halten muß, daß die meisten Fälle von den Mißhandelten Ctiaiion auf dem Bahnhof, von der Herr Bebel sprach, ist bekannt- aus Furcht verschwiegen werden. ES hat sich häufig erwiesen, datz nachher so scharf durchgegriffen worden, daß über die Auf- die mißhaTidelten Soldaten unbrauchbar, schwachsinnig waren. Man , faffung an entscheidender Stelle gar kein Zweifel bestehen kann. Der beruft sich dagegen auf daS Urtheil der Militärärzte! Aber man Herr Vorredner hat auch den Fall Hönig hineingezogen. TS ist weiß ja, tote solche Gutachten n Stande kommen und toaS diese wahr, die Sttettigkeit war die Folge eines Artikels über den .Krieg Aerzte un Interesse des Mtlita: -muS aussagen! £te fogenannien 187071. Daß eine wissenschaftliche Kritik in unserer Armee alrcn Leute nehmen sich oft i;:rauS, btc jüngeren tn der Nacht zu berechttgt sein muß, ist selbstverständlich. Diese Ärttik ist in jeder überfallen und zu mißhandln. Sollte daS nicht einmal durch Weise erlaubt. Es ist aber ein großer Unterschied, ob eS sich blo» lirengere Aussicht verhindert werden können? Was bei den Milt- mn wisienschastliche Forschung oder um eine persönliche Beleidi- targerlchtSurrbcilen am mct.-cn auffallt, das ist die ungemein große handelt. Und daß Jemand, besten Vater persönlich ange- Milde der Strafen! In Glogau wurde em Unteroffizier wegen! .^ffen mirb, sich beleidigt fühlt, ist am Ende selbstverständlich. Die 14S Fälle fejigestelltcr 2 ^anbmngen zu fünf Monaten Gefängniß Sache har übrigens gar nicht zum Duell geführt, der Schriftsteller verurr.jeill. (Hört, bört!) In Dresden har gar eine Dcrurtheilung Hönig hat vielmehr darauf verzichtet, die Sache vor dem Ehren- von acht Tagen sra . gefunden, obgleich schwere Falle nachgewiesen gericht zum Äusttag zu bringen und auf die Uniform verzichtet, waren! Wenn man siebt, wie die empörendsten Falle immer -y* mimhcre mich überbauvt. dast Lcrr Bebel so viele Einzelfälle

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Abg. Zehnter (Ccntr., schwer verständlich) scheint sich dafür auszusprechen, daß die Prooiantamrcr angewiesen sein sollten, dirett von den Prodiizenten zu laufen. Weiter klagt Redner über zu bohe Manöverlasten. Die jetzt gewahrte Entschädigung sei lange nicht hoch genug. ... -------- -------

Generalmaior von Tollwitz: Die Militärverwaltung begünstigt selben hineinspucken müssen. Wenn solch: Scheußlichkeiten passiren, die direkten Einkäufe bei den Produzemen. Doch sind zwei liebel» und die Leute schlagen einen solchen Elenden, der so etwas anordnet, ssändc dabci: Einmal müssen die Produzenten sich der größten i uicht einfach zu Boden, so geht aller Respekt vor dem deutschen Punttlichkett befleißigen, sodann ist eine Vermehrung des Beamten- ManneSmuth in unserem Hccr in die Bruche! (Sehr wahr! bei versonalS nothwcndig. Es werden weitere Versuche nach dieser' ben Sozialden-.okratcn.) Wie ist es denn möglich, daß so etwas Ricotung stattfinden. Die Frage der Naturalverpflegung ist durch- geschehen kann! Man mutz sich fragen, woher denn das Material auf" im Fluß. Will man aocr etwas Wirksames thun, so würden kommt, ba5 solche Bestien hervorbring:: Und werden diese nicht ge- die Mehiioiren gleich in die Bttllionen gehen, so daß bei der gegen-1 Suchtet durch die geringen etraKn, die ihnen zu Theil werden? Wie toärrigen Finanzlage nicht daran zu denken ist. Tie ServiSfrage! lvar denn der Fall Pröwe m Rendsourg? Ta hm der llraer- v. s. w. ist Gegenstand forigesehlcr Berathungen und Erhebungen ' ossizier den den Soldm Prowe gezwungen, bie eigenen Exkremente bei b:n Rcichsbehörden, so daß in den nächsten Jahren voraus-! Sv verschlucken! Durch ganz ^Deutschland ging ein S^.._ "

sichtlich eine Klärung derselben ein treten wird. I Porung! Und tote war die Strafe? Ein Jahr Gefängniß!

Abg. von Gerororsf (Ions.) drückt Je ine Genugthuung über Z" den schönen, ungestörten Verlauf der Pofener Kaiseriage au5 und' die Sc_________

inüjift bar an die Hoffnung, daß diese ^zum nationalen Frieden in e5 sie nicht machen nnnc. den Oslprovinzcn beigrttagen Halle.

daß, wenn derartige Mißhandlungen, wie er sie erwähnt, Vor­kommen, keine Strafe stteng genug ist. Gott sei Tank ist indessen die Zahl der prinzipiellen Mißhanblungen (Heiterkeit bei b:n Soz.) nur gering; es überwiegt bie Zahl ber leichteren Fälle. Und hierbei muß man berücksichtigen, baß jeder einfache Stoß ober Schlag, der früher auf disziplinärem Wege mit Arrest besttaft würbe, jetzt ge­richtlich geahndet wirb. Daß daS Verbitterung hervorrusl, ist be­greiflich: wird doch bcchurch bic Zukunft vieler Unterofsiziere in Frage gestellt. Daß sich auch bei den Unteroffizieren zuweilen eine gewisse Nervosität bemerkbar macht, gebe ich Herrn Bebcl zu. Nur ist diese nicht durch die größere Schwicrigkett deS Dienstes hervor-

-* -S gerufen, sonbern liegt im Wesen unserer Zeit Überhaupt. Wenn

. w x- re. " & - «7--rcx ! ein Unteroffizier, der da weiß, daß er durch Mißhandlungen feine

I Und tote rocu Die -iraye. E m Jahr Gc-angntß. ganze Zukunft aurS ^piel setzt, diese dennoch begeht, so ist das geistig Zur Ehre de?- Olicrdivi;ionSgerichtZ sei cs gesagt, datz diescS. nicht normal. Und gewiß in es bie Pflicht der Vorgesetzten, bafür Bestrafung später für zu mtLbc er: art uich bedauert har, daß zu sorgen, brtz g.i g nicht Normale von ihren Posten entfernt

6um raiionaicn Frieden in eS ne nichr nlachcn Unne. CS gtebt nichts N..be.tr-chti^ereS, weiden. Sie i.^.n Di: 5 avlj und thun cs auch. Wenn sierr Zu begrüßen sei oayer auch j als wenn Jemand einen Anderen mitz^andett, von dem er weiß, j Beocl meint, daß die Militärärzte in dieser Beziehung ihre Pflicht

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Dienstag, 10. März 1903

Gießener Anzeiger

deS in diesem Jahre verstorbenen Hauptmanns a. D. Hönig, eines !

unabhängigen Militärschriststellers von Ruf und eines Mannes Kritik deS ganzen Auslands hervorgerufen. Der .Matin" sprach von untadelhaftern Charatter. Dieser $?ann wurde von dem Oberst- von einemphantastischen Manöver"; die englische Presse hat gleich- Icutnant von Schwartzkoppen auf Pistolen gefordert, weil er in

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