Nr. 210
<Srs»etvt «Lglt» außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Kamilien» blätter viermal in der Woche beigelegt
Rotationsdruck u. Verlag der BrühNchen Univers.-Buch- u. Stein- brudertt (Pietsch Erben)
Schulstraß- 7.
Adresse für Depeschenr Anzeiger Gieße«. Ferusprechlmschluß Nr. bl.
Dienstag 8. September 1903
153. Jahrgang
Erstes Blatt.
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger v
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen
BezugspretSr monatlich7bPs^ viertel» jährlich Mt. 2L0; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch dtePost Mk.2.— viertel» jährt, ausscht. Bestellg. Annabme von Anzeigen für die Lagesnummer bis vormittag« 10 Uhr. ZetlenprriSr total 12^ anSwLrvt 20 Plg.
Vercamtworttich Mr den poüt and allgem. Teil: P. ötitto: für »Stadt und &mb4 und »Gerichtssaat*: August Götz- für den An» zeigenteil: Pan« Beck.
WtttelstaudspolttiL.
Wenn wir uns die Frage vorlegen, wer Krmr MLtteL- stande gehört, und welche Interessen allen denen, die zürn Mittelstände gerechnet werden, gemeinscun find, so überzeugen wir uns bald, daß es sich hier um Worte handelt- die der Forderung des Schülers im „Faust": „Doch ein Begriff muß bei dem- Worte sein!" einen hartnäckigen Widerstand entgegenstellen. Seit etwa 50 Jahren wird das Mort „Mittelstand" in Deutschland häufig gehört; das ist ungefähr seit der Zeit, als infolge des wirtschaftlichen Umschwungs sich aus dem Bürgerstande eine größere Anzahl wohlhabender Personen entwickelte, auf welche die weniger begünstigten mit Neid blickten. In früherer Zeit kommt das Wort auch wohl vor, aber es wird seltener gebraucht. Mr finden es bei Goet he, der von Raberrer sagt, dessen Satire bezöge sich aus den Mittelstand, während er es, nicht für ratlicy halte, die Schwächen der höheren Stände zu berühren. Rabener aber hat seine Satire gegen Rechtsanwälle, Aerzte und ähnliche Berufs- klassen, die wir dem höheren Bürger stände zurechnen, gerichtet, und hat Halt gemacht vor dem! Feudal adel und dem hohen Beamtentum. Goeche mag also unter dem Mittelstände etwas ganz anderes verstanden haben, als die heutige Mittelstandsagitation darunter versteht. Er wird darunter das Bürgertum verstanden haben, das wirtschaftlich in behaglichen Verhältnissen lebte, aber nach den Zuständen jener Zeit von jedem politischen Einflüsse ausgeschlossen war.
Auch in den Reden des jugendlichen Bismarck finden wir einmal das Wort „Mittelstand". Als er am 18. Okt 1849 die volle Schale seines Zornes über die Gewerbefrei h eit ausgoß, sagte er in her zweiten Kammer: „Die Fabriken bereichern den einzelnen, erziehen uns aber die Masse von Proletarierin, von schlecht genährten, durch die Unsicherheit chrer Existenz dem Staate gefährlichen Arbeitern, während der Handwerkerstand den Kern des Mittelstandes bildet." Das sind Worte, die der heutigen Mittelstandsagitation schon eher Wasser auf die Mühle treiben könnten. Indessen ist es wahrscheinlich, wie der Breslauer Nationalökonom Pros. S o m b a r t, der Verfasser des vortrefflichen Buches „Die Volkswirte schast im 19. Jahrhundert", bemerkt hat, daß diese Stelle die erste ist, in der das gewerbliche Handwerk als in den Mittelstand inbegriffen genannt wird.
Mit dem Worte: ,cher Stand' oder ,M.e Stände" bezeichnet man Abteilungen von Manschen, die sich durch Vorzüge über die gemeine Menge erheben. Was zurückbleibt, bildet keinen Stand. Der dritte Stand in der französischen Revolution umfaßt alle diejenigen, die zwar nicht dem Feudaladel oder der Geistlichkeit angehören, aber durch Besitz! oder Bildung sich über die Menge erheben.
Wenn somit nach früherem deutschen Sprachgebrauch der Mittelstand, nach französischem Sprachgebrauch der dritte Stand aus dem begüterten Bürgertum besteht, wenn inzwischen die industriellen Arbeiter sich mit Standes- bewußtsein so weit erfüllt haben, daß man ihnen die Bezeichnung als vierter Stand nicht vorenthält, so bleibt kein Raum übrig, in dem zwischen dem dritten und vierten Stande sich ein Mittelstand in dem Sinne, den man jetzt mit dem Worte verbinden möchte, festsetzen könnte.
Aber gesetzt eiirmal, es ließe sich eine Klaffe von Menschen abgren^en, die mau als Mittelstand bezeichnen könnte, weil sie einerseits nicht zu d^n Kapitalisten gerechnet werden können und andererseits durch ihre Bildung vielleicht durch einige Mittel, jedenfalls aber durch ihre Gesinnung und durch ihr Streben sich über das Proletariat erheben, wie sollte es möglich sein, gemeinsame Interessen ausfindig zu machen, wodurch diese Menschengruppe zusammengeh allen wird? Zu dieser Klaffe würde also aus der landwirtschaftlichen Bevölkerung der kleine Besitzer gehören, der ohn e Gesinde, ohne Biehstandj, allein oder mll seinen Familienmitgliedern seine Scholle mit dem Spaten bearbeitet oder allenfalls noch ein Zugtier hat, mit dem er den Pflug führen kann. Aus der gewerblichen Bevölkerung würde der selb ständige Handwerker hierhergehören, der allein oder mit einem Gehilfen ohne maschinelle Vorkehrungen sein Gewerbe betreibt. Aus der kaufmännischen Bevölkerung würde der Krämer hierher gehören, der seinen Vorteil mir darin sucht, das, was er in größeren Mengen angekauflt hat, bei der Vereinzelung mll einem kleinen Zuschläge wieder zu veräußern. Es «würde ein großer Teil des Beamtentums hierher gehören, das staatliche und kommunale Unter- und Subalternbeamtentum, das Privatbeamtentum, die Angehörigen der gelehrten Berufe, die es zu keinen großen Erfolgen gebracht haben. Alle diese Personellklassen fühlen sich ausgeschlossen von den Vorteilen, die nur den Wohlbegüterten zu statten kommen, und sie fühlen auf der andern Selle eine Scheidewand zwischen sich und dem Proletariat, freilich eine Scheidewand, die zuweilen doch übersprungen wird.
Diese einzelnen Gruppen zu einem Ganzen zu verbinden, zu einer Partei, die klar erkannte Ziele verfolgen kann, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Jede einzelne Sttei:srage, welche die Zeit bewegt, wird gerade innerhalb dieser Gruppen besonders hohe Wogen aufwühlen. Freihandel und Schutzzoll, Gewerbefreiheit und Zunftzwang, alle die Maßregeln, die sich feindlich gegen gewisse Produkte oder Betriebsformen richten, werden in diesen Kreisen viel stürmischer angefochten, und verteidigt werden, als an irgend einer andern Stelle. Die Fehlerhaftigkeit des Gedankens, den Ktassenkampf zur Grundlage der politischen Einrichtungen zu machen, tritt gerade bei diesem Versuche am lebhaftesten vor die Augen«
VoUtWr Tagesschau.
Die ReichStagSwahleu und die Parteien.
In einem Sonderheft veröffenllicht das Kaiserlich Statistische Amt eine auf Grund der Berichte der Wahllommissare ausgestellte ,Vergleichende Uebersicht der Reichstvgswahlen von 1898 und 1903*, in welcher die Verteilung der abgegebenen gültigen Stimmen auf die einzelnen Parteien nachgewiesen werden soll. Nach einer Bemerkung scheint das Statistische Amt es nicht für ausgeschlossen zu halten, daß sich in die Berichte der Wahlkommissare Irrtümer hinsichtlich der Zurechnung der abgegebenen Stimmen zu den einzelnen Patteien eingeschlichen haben könnten. Es wäre daher erwünscht, wenn auf derartige Irrtümer seitens der Parteien oder der Wahlkandidaten selbst so rechtzeitig hingewiesen würde, daß diese noch bei der Bearbeitung der erst später erscheinenden ausführlichen Wahlstatistik für 1903 berichtigt werden könnten. Den Berichten der Wahltömmissare zufolge entfielen (nach der Zusammenfassung auf Seite 66/67 des Sonderheftes) von den abgegebenen gültigen Stimmen (1898: 7 752 693, 1903: 9 495 587) auf:
1898:
v. H.:
1903:
v. H.:
Deutschkonservative
859 222
(11,1)
948 448
(10,0)
Deutsche Reichspartei
343 642
( 4,4)
333 404
( 3,5)
Nationalliberale
971 302
(12,5)
1313 051
(13,8)
Freisinnige Vereinigung
195 682
( 2,5)
243 230
( 2,6)
Freisinnige Voltspari er
558 314
( 7,2)
542 556
( 5,7)
Deutsche Volkspartei
108 528
( 1,4)
91 217
( 1,0)
Zentrum
1 455 139
(18,8)
1 875 292
(19,7)
Polen
244 128
( 3,1)
347 784
( 3,7)
Sozialdemokraten
2 107 076
(27,2)
3 010 771
(31,7)
Antisemiten (Deutschsoziale Resormpartei, Ehllst»
lichsoziale)
284 250
( 3,7)
244 543
( 2,6)
Bund der Landwirte
110 389
( 1,4)
118 759
( 1,2)
Bauernbund
140 304
( 1,8)
111375
( 1,2)
Andere Parteien
268 234
( 3,5)
248 024
( 2,6)
Unbestimmt
92 637
( 1,2)
55 249
( 0,6)
Ein neues Zeugniszwangsverfahreu.
Wll haben gestern kurz ein neues Vorwüris-Geschichtch^n mllgeteilt, dessen Ergebnis die Verhaftung des Redakteurs Reh b ein gewesen ist. Wenn sich der Vorgang so abgespielt haben sollte, wie ihn der Vorwärts schilderte, so ist nicht in Abrede zu stellen, daß sich der Vorwärts der öffentlichen Meinung gegenüber in einer günstigeren Stellung befinden wird, als das Militärgericht. Das Matt sagt, es habe von jeder Veröffentlichung Abstand genommen und die Anzeige einreichen lassen, weil es ktme agitatorischen Zwecke im Auge gehabt habe, sondern nur verhindern wollte, daß in der betreffenden Kompagnie die Mißhandlungen ihren Fortgang nähmen, zu welcher Vermutung nach den'begleitenden llmständen aller Anlaß Vorgelegen hätte. Da eine hetzerische Veröffentlichung in der Tat nicht stattgefunden hat, so wird diese Angabe wohl Glauben finden können.
„Das Verhalten gegen Rehbein", so schreibt der Vorwärts, „ist deswegen noch unendlich mehr zu verurteilen, well es sich gar nicht um eine Veröffentlichung handelt, sondern well die Presse die ihr gewordenen Mitteilungen einfach dazu benutzte, um in dem uns so ost ungeratenen Jnstanzenzug Klarhell und Abhülfe zu schaffen. Rehbein hat niedmand beleidigt, niemand angegriffen, sondern er hat als der Vertreter einer ihm anvertrauten Beschwerde lediglich die Militärbehörde ersucht, in ihrem eigenen Interesse Untersuchung an zu st eilen. Für diese gerade im Sinne der Behörde anerkennenswerte und auch durch das erste Schreiben anerkannte Handlung wird er nun durch Einsperrung bestraft. Man will ihn z w i n g e n, z u m gewissenlosen Verräter zu werden, die Ehrenpflicht des Redaktionsgeheimnisses zu brechen und einen armen Teufel von S o lb a t e n ins Unglück zu stürzen. Das ist der nobüe Dank der Militärbehörde dafür, daß wir einmal ihren eigenen Wünschen entsprechend nicht durch die Presse, sondern durch persönliche Mitteilung Gelegenheit gaben, Mißständen ab- zuhelsen."
(Sine weitere praktische Schlußfolgerung, die der Vorwärts zieht, geht dahin, daß der Kriegsminifter sich für alle Zeiten des Rechtes begeben habe, die Sozialdemokratie zu beschuldigen, daß sie aus hetzerischen Motiven die .Soldatenmißhandlungen erörtere:
„Mit dem Fall Rehbem hat uns die Milllärbehörde selbst handgreiflich llar gemacht, daß es keinen anderen Weg gibt, als alle Mißstände in oer Armee entweder durch die Preffe oder im Parlament zur Sprache zu bringen. Und das wird auch mit dem Soldatenbrief, der zu dem Zeugnis-Zwangsverfahren geführt hat, ausdrücklich geschehen."
Der Vorwärts kündigt an, daß diese Angelegenhell den Reichstag beschäftigen werde, und es scheint, so schreibt die ,Löln. Ztg.", daß die Verteidigung des Vorgehens der Militärgerichte nicht leicht fein wird. Nach Schema F rechtfertigt sich allerdings formell die Erzwingung des Zeugnisses. Die öffentliche Meinung wird es aber nicht für angemessen ballen können, daß man es gegen einen Mann anwendet, oer sich allem Anschein nach in gutem Glauben mit einer Mitteilung an die Behörde gewandt und dabei das zu verschiedenen Malen vom Kriegsministerium dringend empfohlene Verfahren beobachtet hat. Wenn die Nennung des Namens im allgemeinen schon aus Gründen der Diskretion verweigert werden mußte, so trifft das besonders in diesem Falle ein, da es dem Soldaten sicherlich nicht
zum Vorteile gereicht hätte, wenn es bekannt geworden wäre, daß er sich mit feiner Beschwerde an ein sozialdemokratisches Matt gewandt hat.
Keer uud Klotte.
lleber Aendernngen im Militär-Veterinärwesen bestimmt eine Kabinettsordre was folgt: 1. Die Militär-Roßarztschnle führt fortan die Bezeichnung: „Mi- litär-Veterinär-Akademi e". Ihr Dienstverhältnis zu den vorgesetzten und anderen Behörden und der Dienst- betrieb wird dadurch vorläufig nicht verändert. Betreffs weiterer Ausgestaltung der Akademie hat mir das Kriegs- mmifterium Vorschläge zu unterbreiten. Die Eleven der Militär-Roßarztschule werden künftig „Studierende der Milllär-Veterinär-Akademie" genannt. 2. Als „Veterinär- Aspiranten" können unter den bisherigen Zulassungsbedingungen am 1. Oktober — zuerst 1903 — neben Zwei- und Dreijährigsreiwilligen auch Einjährigfreiwillige bei der Kavallerie, der Feldartillerie und dem Train eingestellt werden. Für die! Beritte nm achung der einjährigfreiwilligen Veterinäraspiranten finden die für die Berittenmachung der einjährigfreiwillig dienenden approbierten Tierärzte gegebenen Bestimmungen Anwendung. 3. Die Veterinär- aspllanten sind nach sechsmonatiger Ausbildung im Truppendienst, sofern sie für die Militär-Veterinärlaufbahn geeignet erscheinen, auf sechs Monate zur Milllärlehrschmiede in Berlin zu kommandieren. Nach dort bestandener Prüfung im Hufbeschlage sind sie am 1. Oktober auf den Etat der Militär-Vetermärakadernie zu übernehmen und zum überzähligen Unteroffizier zu befördern. 4. Nach bestandener tierärztlicher Fachprüsung sind die Studierenden unter Ueberweisung zu einem Truppenteil zum etcllsmäßigen oder überzähligen Unterveterinär zu ernennen und gleichzeitig zu einem sechsmonatigen Lehrkursus zur Milllärlehrschmiede und Klinik in Berlin zu kommandieren. Der bisherige vierwöchige Lehrschmiedekursus für Unterroßärzte fällt für diese fort. 5. Das Milllär-Veterlliär-Personal besteht fortan bis auf weiteres aus: Korpsstabsveterinären (bisher Korpsroßärzte), Stabsveterinären (bisher Oberroßärzte), Oberveterinären (bisher Roßärzte), Unterveterinären (bisher Unterroßärzte). 6. Betreffs Bildung eines Milllär- Veterinär-Offizierkorps des aktiven Diensp- und des Beurlaubtenstandes sehe ich den Vorschlägen des Kriegsministeriums entgegen.
Berlin, 7. Sept. Die „Rat.-Ztg." kann versichern, daß die diachrichten erfunden sind, nach welchen das Reichsmarineamt die Errichtung eines MarinehafenS auf Rügen bei Saßnitz plane.
EPinal, 7. Sept. 65 Soldaten des 149. Jnfan^ terieregiments, welches an den Manövern des 7. Korps tteilnimmt, wurden hierher krank zurückgeschafft.
Aus Stuöt und Lund.
Gießen, 8. Sept. 1903.
** Landwirtschaftliche Provinzial-Aus» stellung. Mr stehen nun kurz vor der Eröffnung der Ausstellung, die für die Stadt Gießen große, festliche Tage bringen wird. Die Vorberellungen, die sehr umsangrerch waren, sind alle rüstig fortgeschritten, so daß alles prompt von statten >gehen wird. Sämlliche Ausstellungsplätze sind vergeben. Der Platz wird ca. 60 000 Quadratmeter umfassen. An der großen Festhalle wurde gestern noch mit verstärkten Kräften gearbeitet, so daß der baufeitenbe Architekt dem schon besorgten Ausschuß die Versicherung geben konnte, daß morgen, Mittwoch, alles fix und fertig sein werde. Am gärttierischen Schmuck der Ausstellung, den der Gärtner Karl Becker übernommen hat, und der übrigen Llllsschmückung der Ausstellung, die die Firma Th. Brück übernommen hat, wird es in keiner Beziehung fehlen. Die Obstausstellung wird bie größte berartige Veranstaltung werden, bi e bas Gr o ß h e r zogtum bisher gehabt hat. Ganz hervorragend wird die Ausstellung in Simmentaler Rindvieh und in Vogelsberger Rind beschickt werden. Aber auch die Zahl der ausgestellten landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte, deren Tränst Porte man bereits seit ein paar Tagen durch die Straßen der Stadt nach dem Trieb sich in mehr oder minder kolossalen Fuhren sich bewegen ftelft, wird sehpxespektabel werden. — Allen Bedürfnissen der Ausstellungsbesucher ist auf das weitgehendste Rechnung getragen worden. Vier Wirtschaften werden auf dem Platz zur Niederlassung einlaben. Für bie Aktienbrauerei ist tätig Franz Wig andt, für die Brauerei Bichler Feid el, für Friedel und Asprion Lomes und für die Brauerei Denninghoff der Mrt Spuck. Das Etablissement Liebighöhe, deren Zäpfer für die Brauerei Jhring tätig ist, ist in den Ausstellungsbezirk einbezogen worden. — Auf dem Festplatz werden nur offizielle Festpostkarten ausgegeben. — Ter landwirtschaftlichen Bevölkerung verspricht die Ausstellung ungezählte neue Belehrungen und Anregungen. Aber auch andere Besucher werden den Matz nicht nur einmal, sondern mehrere Male mit Interesse durchwandern, umsomehr, da allgemeine Vergnügungen mancherlei Art in großem Maßstabe vorbereitet sind. Die allgemein interessanten Ausstellungsräumlichkeiten, der umfangreiche und mannigfaltig ausgestattete Juxplatz — auch ein Tanzplatz fehlt nicht — werden ihre Anziehungstraft vereinigen, um der Völkerwanderung, bie nach dem Trreb wogen wird, nach allen Richtungen außergewöhnlich reiche Anregungen und Genüsse darzubieten.
Pm. Gustav A d o l f e st in Lang-Göns. Es war ein recht schönes Fest, das der Gießener Z w eigne r e i n der Gustav Adolf-Sllstung am Sonntag in Lang- Göns feierte. Wie schön eignet sich dazu der schattige Platz


