Bezugsprers.
Nr. 184
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ffernlprcchanlchluß Nr. 51.
Blatt. 153. Jahrgang - Samstag 8. August 1903
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Amts- uni» Anzeigebla« für den Kreis Sietzen 88
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Darmstädter ZLrief.
R.B. Darmstadt, 7. August.
Die hiesige Stadtverordneten-Versammlung hat gestern eine als dringlich eingebrachte Vorlage angenommen, nach welcher die gärtnerischen Anlagen am Alice-Denkmal vor dem Grobherzoglichen Palais eine völlige Umgestaltung erfahren sollen. Die Kaiserin von Rußland hat für Herstellung eines anderen Gartenschmuckes beim Denkmal ihrer Mutter tausend Rubel gespendet, nnb derselbe soll so schnell hergestellt werden, daß er schon Lei dem Besuch des Zarenpaares im nächsten Monat fertig ist. Auch aus diesem an sich belanglosen Beschluß geht hervor, daß die Hierherkunft des Kaisers und der Kaiserin von Rußland bestimmt in Aussicht steht; selbstverständlich ist auch, daß sie zur Zeit der Vermählungsfeier des Prinzen Andreas voll Griechenland mit der? Prinzessin Elise von Battenberg erfolgt. Die hessische Residenzstadt hat seit Jahren keine glänzenden Hofteste und Galatafeln mit hohen, ordenbesäten Würdenträgern mehr gesehen, der leptverflossene Winter brachte infolge der Jndienreisc des Großherzogs gar kein solches. Es wird deshalb auch in den weitesten Kreisen mit Freuden begrüßt, daß durch die auf speziellen Wunsch unseres Großherzogs hier stattfinden.de Vermählung wieder eine Veranlassung zu glänzendem Hofgepränge geboten wird. Ist doch unsere Stadt mit ihrem früheren langen Hofleben, den zahlreichen Schlössern und den prächtigen Fürst en sitzen in der Nähe gerade ganz besonders geeignet, für solche Feste alle nur erwünschten Vorbedingungen zu erfüllen!
Bei den verwandtschaftlichen Beziehungen des fürstlichen Brautpaares konnte es von vornherein als ausgemacht gelten, daß sowohl der griechische, wie der russische Hof an der Vermählungsfeier Anteil nehmen würde. Wenn aber jetzt, wie man hier nicht wehr bezweifelt, neben dem Zarem- paare und dem griechischen Königspaare auch Kaiser Wilhelm als Hochzeitsgast erscheint, so wird man schon dre bloße Tatsache der Kais erb e g e gn un g als ein hocherfreuliches politisches Ereignis betrachten dürfen. Der weiteren, aus London kommenden Meldung gegenüber, daß auch König Eduard und der König von Dänemark zur Teilnahme an der Feier hierherkommen würden, tut man aber docy gut, sich etwas skeptisch zu verhalten. So uridankbar wäre es ja freilich, nicht, daß König Eduard nach dein Pomphasten Empfang des Präsidenten Loubet nun auch ein. kleines Verlangen fühlte, darnach auch den beiden Kaisern einmal wieder die Hand zu schütteln und mit ihnen persönlich seine Gedanken auszutauschen.
Werin wir somit alle Anwartschaft darauf haben, unser Hessenland demnächst für kurze Zeit in den Mittelpunkt der europäischen Politik gerückt zu sehen, so können wir mit Genugtuung konstatieren, daß es auch im sozialpolitischen and wissenschaftlichen Leben seine Stellung in bester Weise behauptet. Der hundertjährigen Liebigfeier, die uns zahllose wissenschaftliche Autoritäten aus aller Herren Länder zuführte, folgte in Darmstadt der große evangelisch^soziale Kongreß, der Zahnärztetag und der deutsche Bühnentag, in Mainz der deutsche Gastwirtetag und der Handelskongreß; für Worms steht in diesen Tagen der deutsche Anthropologenkongreß bevor, für Mainz der deutsche Weinbaukongreß, der deutsche Photographen- und Graphikertag re. re., also Versammlungen mnd Kongresse genug, um das geistige Leben anzuregcn und es schneller pulsieren zu lassen.
Tie hessische Politik schlummert zurzeit noch vollständig. Die zweite K a m me r, deren Ausschüsse auf dringenden Wunsch des Präsidiums schon in der ersten Hälfte des September mit ihren Beratungen beginnen, wird sich bei ihrem Wiederzusamnientritt im Herbst nochprals mit einer Wahlprüfung recht diffiziler Art zu befassen haben. Bekanntlich war im 16. Wahlkreis.der Provinz Starkenburg (Offenbach-Land- die Wahl des sozialdemokratischen Abg. Orb von der Kammer infolge verschiedener Unregelmäßigkeiten^ bei der Wahl in Bieber für ungiltig erklärt worden. Tie Wahlmänner wählten nun bei der in Gegenwart eines Negierungsvertreters stattgehabten Neuwahl den Abg. Orb wieder, aber gleich darauf ist auch aus Bieber wieder ein neuer Wahlprotest erfolgt; in welchem etwa 70 Personen namhaft gemacht wurden, die unberechtigter Weise an der Wahl teilgenontinen hätten, ferner 38 Personen, die widerrechtlich in die Listen eingetragen worden wären usw. Die ganze Sache läuft auf einen offenen Kanrpf zwischen der Sozialdemokratie und dem Zentrum hinaus, und die ersteren haben denn auch bekanntlich sofort einen Protest gegen den Protest an die Kammer gerichtet, worin sie den Nachweis der Legalität der Wahl zu führen sich bemühen. Wie die Entscheidung fallen wird, hängt jetzt lediglich davon ab, ob die Sozialdemokraten oder das Zentrum in der Kammer die Mehrheit für sich zu gewinnen verstehen.
Das einzige Parlament, das sich bei uns noch immer /eine Ruhe .gönnt, ist die hiesige Stadtverordneten- Versammlung. Sie besitzt ein rechtes Schmerzenskind, das stärIsche Krankenhaus. Wie in der gestrigen Sitzung mitgeteilt wurde, ist jetzt ein neues Projekt ausgearbeitet, nach welchem aus dem alten Terrain des Krankenhauses zwei neue Pavillons für 850 000 Mk. errichtet und eine Anzahl Neueinrichtungen getroffen werden sollen, sodaß int ganzen eine Summe von 1300000 Mk. erforderlich wird. Dieser enormen Anforderung gegenüber wird nun von verschiedenen Seiten geltend gemacht, daß es besser wäre, die ganze Krankenhausanlage aus dem eng bevauten Stadt- v-iertel heraus vor die Stadt zu verlegen, denn mit dem jetzt vorgeschlagenen Erweiterungsbau werde doch höchstens dem Bedürfnis von etwa 20 Jahren Genüge geschehen können. Die Angelegenheit, die am nächsten Donnerstag zirr Debatte gestellt wird, dürfte den Stadtvätern noch inancherlei Gedanken bereiten.
Zurzeit wird in Hessen die Frage der T o tenbestatt-
ung durch Feuer wieder lebhafteren Erörterungen unterzogen. Mainz und Offenbach haben bekanntlich längst ihr Krematorium und es wird keine Klage darüber laut. Da man jetzt auch in Worms dabei ist, die Frage einer definitiven Lösung entgegenzusühren, so sei daran erinnert, daß auch in Darmstadt die Errichtung eines Krematoriums in nicht zu ferner Aussicht steht. Der hiesige Verein für Feuerbestattung hat bereits vor Jahren 35 000 Mk. für diesen Zweck zusammengebracht und die Stadtverwaltung, die der Sache sehr sympathisch gegenübersteht, erklärte sich auch bereits im Prinzip mit der Errichtung einverstanden. Es sind aber seitens des Stadtbauamts vor längerer Zeit Erhebungen darüber angestellt worden, die noch immer nicht zum Abschluß kommen wollen. Es ist auch die Frage, wer zu den 35 000 Mk. die noch etwa nötig werdenden 20 000 Mk. hinzulegen soll. Die Meinung geht nun vielfach dahin, daß dies letztere seitens der Stadt geschehen müsse und sie alsdann auch den Bau des älrematoriums direkt in die Hand nehmen möge. Jedenfalls ist für die Ausführung des Projektes auch in Darmstadt im allgemeinen eine sehr günstige Stimmung vorhanden!
Rückgang der französischen Ztevanchevestreöungen?
Tie „Münch. Allg. Ztg." erhält aus Paris einen interessanten Brief, dem wir das wesentliche entnehmen wollen. Immer deutlicher tritt in Kundgebungen von allen Seiten her die Tatsache zutage, daß die Franzosen im Begriff stehen, den ersten Teil der Revanchepartie, die sie in den 70er Jahren, sofort nach Abschluß des Frankfurter Friedens, mit uns zu spielen begonnen hatten, aufzugeben. Pochend auf .die unerwartet schnell geglückte Abtragung der'fünf Milliarden-Kriegsentschädigung und auf die verhältnismäßig rapide Ausheilung der Wunden, die der deutsch-französische Krieg dem nationalen Wohlstände geschlagen hatte, pochend ferner aus die großartige patriotische' Opferwilligkeit des Volkes und die anscheinende Unerschöpflichkeit der materiellen Hilfsquellen des Landes, hatten die Franzosen sich jahrzehntelang ein geredet, sie hätten nur nötig, ihre Rüstungen zu dem neuen Rachekriege bis ins Ungemessene zu steigern, um dadurch gewissermaßen zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, d. h. um uns entweder int gegebenen Moment, gestützt auf eine noch stärkere Armee als die preußisch-deutsche, Elsaß-Lorhringeu mit Waffengewalt wieder zu entreißen, oder aber um uns, die man für weniger patriotisch und vor allem für ärmer hielt, als man es selbst war, bevor es noch zum Kriege kommen konnte, durch das erwähnte immer weitere Hinaufschrauben der Rüstungen mürbe zu machen, und zu fteiwilligen Konzessionen in der sogenannten elsaß-lothringischen Frage zu zwingen.
Hierbei hatten die Franzosen, wie sie seit Jahren schon einzusehen begonnen haben, jedoch mit zwei wichtigen Faktoren nicht gerechnet: mit dem auch in Deutschland nach dem Kriege 1870/71 erfolgten rapiden Anwachsen des nationalen Wohlstandes und mit dem, namentlich im Gegensatz zu dem, was in Frankreich geschah, noch rapideren Anwachsen der deutschen Bevölkerungsziffer. Ter Beginn der Erkenntnis der begangenen Fehler reicht hier bis in das Ende der 80 er Jahre, bezw. bis in den Anfang der 90 er Jahre zurück und fällt bezeichnenderweise zusammen mit dem Zeitpunkte, in dem der damalige Kriegsminister de Freycinet urbi et orbi verkünden zu können glaubte, jetzt sei die Reorganisation und Rekonstruktion der französischen Armee vollendet, jetzt sei Frankreich wieder die erste Militärmacht der Welt; es habe nicht nur nichts mehr zu fürchten, sondern es hänge nun ganz von seinem Willen ab, wann es sich sein ihm 1870/71 verkümmertes Recht an der Sonne wieder nehmen wolle. In Wirklichkeit war zu jener Zeit, trotz des unbestreitbaren relativen Aufsteigens der Abstieg der französischen Militärmacht von der einstigen, alle seine Nachbarn überragenden Höhe definitiv und unaufhaltsam geworden. Herr de Freycinet hat das inzwischen bei den jüngsten Verhandlungen über die Einführung der zweijährigen Dienstzeit im Senat implicite lelbst zugeben müssen. Nochmals in ein Duell mit dem deutschen Nachbarn einzutreten, fühlten sie sich bei aller von dem Chef der Armee proklamierten Stärke nicht stark genug; statt dessen suchten sie die glücklich durchgeführte Rekonstituierung des Heeres, das zu keiner Zeit der fran- zösischen Geschichte, auch zu der des ersten Napoleon nicht, so zahlreich, so gut bewaffnet, ausgerüstet und ausgebildet war, und dessen Selbstvertrauen und Vertrauen in seine Führer auch kaum noch etwas zu wünschen ließ, zu benutzen, um unter möglich-st günstigen Bedingungen einen Bundesgenossen zum Kampf gegen Deutschland zu werben. So kamen zunächst die französisch-russischen Militär- Eventual-Konvention und später bte französisch-russische Allianz zu stände. Daß dieje den Franzosen das, was sie ihnen bieten sollte und anfänglich unter Zar Alexander III. auch zu versprechen schien, nicht gehalten hat, ist bekannt. Tie ungeheuren Kriegsrüstungen jedoch dauertrd zu ertragen, zu Gunsten der allgemeinen politischen Machte stellung an der Seite des einerseits immer anspruchsvoller, andererseits, was den Rachezug gegen Deutschland anlangt, immer kühler und ablehnender werdenden russischen Bundesgenossen, waren selbst die opferwilligsten Patrioten nicht gewillt. " Gleichzeitig wurde immer unleugbarer, daß Frankreich bei dem Versuchs den deutschen Gegner durch den begonnenen Wettkampf zu ruinieren, sich selbst ruinierte.
So kam die Reaktion, langsam zwar, aber unaufhaltsam. Erst sahen einzelne Staatsmänner ein, daß es wie bisher nicht weiterginge; dann folgten ganze Parteien nach. Sich ehrlich mit dem status quo in Europa zu ver- öhnen, sich mit uns zu vertragen, tonnte und kann man Ich noch nicht entschließen. Aber die Generation der Re
vanche stirbt immer mehr aus; neue Ideen kamen und kommen immer mehr zur Geltung. Die Politik der Rache, der Rückeroberung der Reichslande, trat und tritt mehr und mehr zurück hinter die gebieterischen Forderungen der Weltpolitik, der Kolonialpolitik und der Handelspolitik. Tie Abrüstungs- oder, richtiger gesagt, Rüstungseinschränkungsideen machen immer größere und einschneidendere Fortschritte. Aus ihnen sind die gesamten Andreschen Armeeresormen, einschließlich der Tienstzeitreform, entstanden, und sie kommen auch ziffernmäßig in den Militärbudgets der letzten Jahre zum Ausdruck. In dem Haushalt der Kriegsflotte sind von den verschiedenen Zivil- Marineministern, trotz großer Ausgaben für Schisssneu- bauten, nicht unwesentliche Ersparnisse gemacht' worden. Auch das Armeebudget wurde seit zehn Jahren wiederholt, teils durch die Kriegs- und Finanzminister, tells durch das Parlament erheblich herabgesetzt. Zwar steht Frankreich durch die Einführung der zweijährigen Dienstzeit eine -neuerliche Mehrbelastung bevor, aber inzwischen sind für das nächste Unanzjahr von der Regierung sowohl wie jetzt von der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses Einschränkungen vorgenommen, die eine bei solchen Reduktionen kaum je dagewesene Höhe erreichen. Tenn 37 Millionen fordert für 1904 der Kriegsminister weniger und 3 Millionen hat die Kommission der Kammer noch abgestrichen. Außerdem ist der Kriegsminister, was auch bezeichnend für die ganze Stimmung gegenüber den Militärlasten ist, von der Budgetkommission ausgesordert worden, für das kommende Jahr nur ein Minimum von Reservisten und Landwehrleuten zur Tienstleistung bei der Fahne .einzuberufen. _____________________
DoMische Tagesschau.
Deutschfeindschast im Auslände.
Tie nachstehenden Ausführungen unseres Berliner Mitarbeiters klaren die Tatsache auf, wie es kommt, daß trotz des Rückgangs der franzöftschen Revancheidee — über den wir heute inr 1. Blatt einen Ausblick geben — gerade von Frankreich aus in neuer und neuester Zeit so viel deutschfeindliche Verhetzungen ausgehen.
Tie Deutschfeinoscyaft im Auslande ist größtenteils englische Mache und wird in Paris auf den Markt gebracht. Paris ist der richtige Markt für das deutschfeindliche Brunnengift. Die Journalistik unserer „Erbfeinde" besitzt im allgemeinen von „deutscher Politik"« soviel Ahnung, wie ein Botokude vom Sanskrit. Die Pariser Blätter und Telegraphenagenturen sind hinsichtlich der Kapitalisierung n i ch t f r e m d e n r e i n. Der Nachrichtendienst aus der Fremde fehlt chnen entweder gänzlich oder wird telephonisch von den Viorgenblättern der englischen Opposition bezogen. Das verbreitetste und maßgebende Pariser Früh-blatt, der „Matin", erhält täglich 4 bis 5 Spalten Telephonat von der „Times". Zwei Spalten sind fast stets deutschfeindlich. Für diese Leistung zahlt der „Matin" nur 200000 Francs jährlich, während einzelne Depeschen aus Asien der „Times" auf mehrere tausend Francs zu stehen kommen. Im Venezuelastreit gingen die ärgsten Verdächtigungen gegen unser Vaterland von dem franko-englischen Korrespondenten in Caracas aus. Sie machten von Paris die Runde durch die Welt. In der ftanzösischen Hauptstadt konzentriert sich nicht nur der westeuropäische Dienst der kontinentalen Presse, sondern auch fast der gesamte Dienst der transatlantischen Zeitungen. Ein in Frankreich naturalisierter Brite richtete den ersten billigen Kabeldienst für die Presse via Paris ein und leitet ihn nach dort gegenwärtig unter der Deck- sirma eines Handelsnachrichtenbureaus. Die deutsche Berichterstattung via Emden hat daneben in der Weltpresse noch keine erhebliche Bedeutung. Zur Schließung des vor allem dreibundfeindlichen Ringes trägt die Kärtellverbind- ung bei, in der nicht nur die italienische Agence Stefani, sondern auch, leider, deutsche Agenturen mit den Pariser Telegraphenbureaus stehei:. Außerdem gibt es in den österreichischen Ländern, in der Schweiz, in Oberitalien eine von Wien aus geleitete Preßgrrlppe, die den slavischen Selbständigkeitsbestrebungen der Polen, Bulgaren, Mace- donier und damit französischen und englischen Zwecken dient. Diese Gruppe schlägt ihre Brücken nach Paris, wo sie ihre Nachrichten von Russen, Galiziern und von englijch angesteckten Deutschen empfängt. Die Pariser Korrespondenten der „Tinles" wissen ihre galizische Abkunft nur chlecht unter fremden Namen zu verbergen. Gordon Be- nett, der erste amerikanische Zeitungsbesitzer, der sich dem Imperialismus in die Arme warf, hat die,-es ganze deutschfeindliche Nest seinen Zwecken dienstbar gemacht, indem er die europäische Ausgabe des Newyorker Herald in Paris niedersetzte. Engländer, Amerikaner, Franzosen, vor allem die City-Politiker, die Deutschland den Stillen Ozean und Südamerika verleiden möchten, Slaven und Revolutionäre, denen die starke Militärmacht Deutschlands der Hauptfeind ist, erhalten hier Obdach, Nahrung und Bestellungen.
Ker neue Rapst.
Die Ausschmückung der Peterskirche für die Krönung ist, wie vom 7. d. M. gemeldet wird, nahezu beendet. Es sind Tribünen errichtet für das diplomalirche Korps, die Aristokratie und die Musik. Heute, Samstag, bleibt die Basilika geschlossen, damit Vorkehrungen zur Regelung des Eintritts der Menge getroffen werden können. Die zum Ordnungsdienst bestimmten italienischen Truppen beginnen Sonntag früh 5 Uhr den Dienst. Kardinal Gibbons bestimmte den Papp, sich 5 0 amerikanischen Touristen in den vatikanischen Gärten zu zeigen. Der Papst war vortrefflich gelaunt und umarmte Gibbons zum Zeichen seiner Liebe für das katholische Amerika. — Nach einem


