«Ech-tn.?«^» ^Etes Blatt. 153. Jahrgang Samstag 8.August 1903
EÄSÄ /T X M Ck A A4 A A* . . aa! A A AA »»Ä dem yesfischen Landwirt M MM M jWV« MI «^k Xk 4t A AA Ab»°le- ». Zw,,,,stMen
i&ffi |ll| izl*lz II lz ■ /■ niizl ri ßr sÄte»
0i°.a.^-dİ^V°r- V/ llC, |||l l I V l । । wlC- । MM IC ft an’‘'8e" W General-Anzeiger « ** «g
^ultr- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen N8Z
iTc.i;rjwmq*<<t»«^pq|Lraff|\\\ flfl MMBiTBIHW*»*»*-«hiw-'m,......m __________________________________________ zetgentetl: Han« Beck.
Die Hreranlwortung der Kriegsschiff- Kommandanten.
Tas Reichsmilitärgericht hat über die Verantwortung des Kommandanten für die Sicherheit des von ihm geführten Kriegsschiffes neue Gesichtspunkte aufgestellt. Kapitän z. S. Jacobsen hatte als Kommandant der „Freya" am 13. November 1902 aus der Kieler Außenföhrde dem Oberleutnant z. S. v. Koch die selbständige Führung des Artillerieversuchsschiffs während einer Hebung übertragen und dessen Aufmerksamkeit auf den Lauf des Schiffes durch ein dienstliches Gespräch ab gelenkt. Dadurch entstand ein Zusammenstoß mit dem „Brummer" und ein erheblicher Materialschaden. Jacobsen ist daun, wie in Kürze mitgeteilt, vom Oberkriegsgericht zu drei Tagen Kammerarrest verurteilt worden.
Diese Verurteilung hat der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung zufolge diese Vorgeschichte: Am 13. November tjatte die „Freya", wie schon manche Tage vorher, nach der vom „Brummer" geschleppten Pontonscheibe in sogenannten Schießanläufen zu schießen, d. h." „Freya" ging immer in einem bestimmten Winkel auf die Scheibe aus und schoß dann im Passieren. Ties Manöver war schon so oft ausgeführt, daß Kapitän z. S. Jacobsen am 13. November kein Bedenken trug, das Kommando über das Schiff auf den Wachoffizier, Navigationsoffizier Oberleutnant v. Koch zu übertragen, und zwar deshalb, weil er selbst die Schießübungen zu beobachten und mit den beteiligten Offizieren oft Rücksprache zu nehmen hatte. Die „Freya" hatte nun eben geschossen und lief um die Scherbe herum. Es wurde Parallelkurs genommen. Das Schiff fuhr mit 11 Knoten Fahrt. Als ihm nun der Scheibend anchfer Maybach entgegenkam, fragt der Kommandant den Oberleutnant v. Koch, auf welcher Seite er den Dampfer nehmen wollte. Als die Antwort „auf Backbord" lautete, sagte der Kommandant, „dann druaen Sie das durch ein markantes Manöver aus", worauf das Ruder auf „Steuerbord 10" gelegt wurde. Die Entfernung zwischen „Brummer", „Maybach" und „Freya" wurde infolgedessen größer, so daß keine Gefahr vorhanden war. Der Kommandant hatte nun an anderer Stelle zu tun. Als er zu dem Oberleutnant zurückkehrte, hatte dieser zur Wiederherstellung des Parallelkurses das Ruder „Backbord 10" legen lassen. Weil Kapitän Jacobsen den Oberleutnant nun nach der Berechnung für den nächsten Schießantaus befragte und die ihm vorgelegte als falsch bezeichnete, vergaß v. Koch ganz die veränderte Ruderlage und vertiefte sich in die Berechnung. Kapitän Jacobsen, der von dem Ruderkommando „Backbord 10" keine Ahnung hatte, sah zu. Der Rudergänger wurde unruhig, weil er die „Freya" auf „Brummer" auflaufen sah und keinen Befehl zur Ruderänderung erhielt. Schließlich ries er den Offizier an. 'Da war es bereits zu spät. „Freya" hatte hundert Meter entfernt den „Brummer" vor dem Bug. Ruder hart Steuerbord rechts und Maschinen alle Kraft achteraus hatten keinen Erfolg mehr. Der Zufammenstoß erfolgte, und „Brummer" erhielt ein Leck, dessen Beseitigung 3358 Mark Kosten verursachte.
Tas strafgerichtliche Verfahren wurde zunächst gegen Fen Kommandanten unb den Oberleutnant eingeleitet, später aber dasselbe gegen Kapitän z. S. Jacobsen eingestellt, weil man an zuständiger Stelle ihn für nichtschuldig hielt, nachdem er dem Oberleutnant das Kommando übertragen hatte. Am 20. Januar wurde v. Koch zu drei Tagen Kammerarrest verurteilt. Gegen die Vereidigung des als Zeuge vernommenen Kommandanten hatte der Ankläger, Kriegsgerichtsrat Dr. Bary, nur aus rein formalem Grunde Bedenken. Tas Gericht vereidigte jedoch den Kommandanten, weil offiziell das Verfahren gegen ihn eingestellt und damit-
seine Nichtschuld anerkannt sei. Das Urteil gegen v. Koch wurde rechtskräftig und dem Kaiser zur Bestätigung vorgelegt. Der Kaiser bestätigte das Urteil nicht. Nach etwa zwei Monaten wurde von höherer Stelle das Gericht der ersten Marine-Inspektion veranlaßt, das Verfahren' gegen Kapitän z. S. Jacobsen wieder aufzunehmen, obwohl neue Momente nicht zutage getreten waren. Die Verhandlung erster Instanz fand am 4. April 1903 statt. Obschon der Ankläger, wiederum Kriegsgerichtsrat Dr. Bary, die Freisprechung des Angeklagten beantragte, erkennt das Gericht aus drei Tage Kammerarrest. Der Angeklagte legte Berufung ein, die am 17. April zur Verhandlung kam. Kriegsgerichtsrat Rosenberger, der Vertreter der Anklage in dieser Instanz, beantragte Verwerfung der Berufung. Das unter dem Vorsitz des Kontreadmirals Fritze tagende Obergericht sprach jedoch den Angeklagten frei, weil er keine Veranlassung gehabt, den Wachoffizier hinsichtlich des Kurses zu überwachen, und weil er nicht voraussetzen konnte, daß v. Koch den Kurs ändern würde. Gegen das Urteil legte der Gerichtsherr Revision ein, und das Reichsmilitärgericht wies am 4. Juli die Sache zur nochmaligen Verhandlung an die Vorinstanz zurück.
Die Entscheidung wurde damit begründet, daß nach einer bestehenden Verfügung der Kommandant stets die Verantwortlichkeit für sein Schiff trage und sic nicht einem Niederen übertragen könne. Um so höher der Dienstgrad des Kommandanten, um so höher seine Verantwortlichkeit. Es bleibe ihm stets die Oberausiicht. Besonders dürfe aber nie ein Kommandant eines Spezialschiffes die Beaufsichtigung vollständig abgeben. Daher ]ei die Freisprechung unhaltbar. Der Angeklagte führte in der neuen Verhandlung u. a. an, daß das iyn freisprechende Oberkriegsgericht außer von zwei Juristen von fün, militärischen Mitgliedern besetzt gewesen sei, die sämtlich Kommandanten waren, während die Mehrzahl der Mitglieder des Reichsmilitärgerichts in seemännischen Singen kein Urteil besaßen. Tas Obertriegsgericht erkannte jedoch aus Verwerfung der Berufung des Angeklagten gegen das Urteil vom 4. April d. I., indem es in Ueberemstimmung mit der ersten Instanz an- nahm, daß der Angeklagte die Pflicht der fortgesetzten Ueberwachung gehabt, besonders aber, weil er den Oberleutnant z. S. v. Koch in 'ein Gespräch zog. Ein kurzer Aufblick hätte genügt, die Gefahr erkennen zu lassen, und ein vernünftiger Mann müsse bei einem Manöverieren in 100 bis 200 Meter Ab st and den Eintritt irgend eines Vorfalles als möglich voraussehen. Der Angeklagte habe deshalb fahrlässig gehandelt. Mildernd sei berücksichtigt, daß v. Kochs Fehler den Zusammenstoß mitverschüldet habe. Kapitän z. S. Jacobsen ist Schleswig-Holsteiner; in seiner langen Dienstzeit ist er bislang nicht bestraft, auch wird er als ein äußerst tüchtiger Seeoffizier geschätzt.
Vermischtes.
* Dresden, 6. August. Nach der neuesten, vom Geschäftsamte der Deutschen Städtcausstellung festgestellten Statistik des Besuches, die am 31. Juli abschließt, haben seit Eröffnung der Ausstellung 182 511 zahlende Personen die Ausstellung besucht. Hierzu kommen die Inhaber von ü6er' 20000 Dauerkarten. — Die Einrichtung der billigen Tage bewährt sich vorzüglich. Am vorigen Sonntag war der Besuch wiederum außerordentlich stark und er kann auf etwa 13 000 bis 14 000 Personen geschätzt werden. Es zeigt sich darin, daß die Ermäßigung des Eintrittsgeldes an zwei Tagen der Woche einem wirklichen Bedürfnis entsprochen har und es ist erfreulich, daß das von der Leitung der
Deutschen Städteausstellung damit geübte Entgegenkommen darin die verdiente Anerkennung findet, daß davon stark Gebrauch gemacht wird.
* Heb-er den Stand der Wurmkrankheit im Oberbergamtsbezirk Dortmund und über die Maßregeln zu ihrer Bekämpfung berichtet der „Reichsanzeiger": Die Zahl der Gruben, wo eine mikroskopische Untersuchung der gesamten unterirdischen Belegschaft staitsindet, jst im Juni um 9 gestiegen, beträgt jetzt also 61. Eine allgemeine Bergpolizeiverordnung des Oberbergamts Dortmund, in der auch für die übrigen Steinkohlenbergwerke Stichprobenuntersuchung, das heißt mikroskopische Untersuchung von 20 Prozent der unterirdischen Belegschaft vorgeschrieben und außerdem angeordnet wird, daß die Arbeiter und Beamten auf Steinkohlengruben zur unterirdischen Beschäftigung nur zuzulassen sind, wenn sie durch Bescheinigung bestimmter Aerzte den Nachweis ihrer Wurmfreiheit führen, ist am 13. Juli erlassen und wird am 1. August in Kraft treten. Zn ihrer Durchführung stehen nunmehr 200 mit der Wurmkrcmiheit vertraute Aerzte und 56 zur Behandlung der Wurmbehafteten eingerichtete Krankenhäuser zur Verfügung. Die Ergebnisse der auf den einzelnen Gruben vorgenommenen Untersuchungen sind sehr verschieden. Die Zahl der festgestellten Wurmträger schwankt zwischen 7 und 51 Prozent der Belegschaft unter Tage. Die genaueren Zahlen können erst mitgeteilt werden, wenn für die einzelnen Gruben die erstmalige Untersuchung vollständig durchgeführt ist. Tie an einzelnen Stellen des Oberberg- amtsbezirks vorgeuommenen Untersuchungen von Familienangehörigen unb Haushaltungsgenossen wurmbehasteter Bergleute haben stets denselben negativen Erfolg gehabt, wie schon früher. Die vom Verein für die bergbaulichen Interessen nact) Belgien entsandte Kommission, der sich auch Komnuffare der beteiligten staatlichen Behörden angeschlossen, hat die dortigen einschlägigen Verhältnisse und die dort gegen die Wurmkrantheit getroffenen und gepinnten Maßregeln studiert, unb das Ergebnis ihrer Wahrnehm-- ungen in einem sehr interessanten Berichte niedergelegt, dessen Veröffentlichung in Plummer 26 des „Glückauf", Berg- und Hüttenmännische Wochenschrift, erfolgt ist. Der „Reichsanzeiger" bezeichnet als sehr zweckmäßig die oberirdische Abortanlnge, welche die Gelsenkirchener Bergamts- Aktiengesellschaft auf Zeche „Erin" bei Castrop getroffen hat, und die ihren Zweck, die Reinhaltung der unterirdischen Grubenräume zu fördern, sicherlich erfülle. W sei zu enoerten, daß ähnliche Einrichtungen auch auf anderen Gruben getroffen würden.
!
Die meisten Nachahmungen von Dr. Hommels Haematogen werden, um das I). K. P. No. öl,aal zu umgehen, mit Zuhilfenahme von Aether bereitet, ein Zusatz, der insbesondere für Kinder und Nervöse direkt schädlich ist. Um sicher zu sein, das aetherfreie Original-Präparat zu erhalten, verlange man stets ausdrücklich Dr. II o mm ei's Haematogen und achte auf die Schutzmarke „Säugende Löwin.“ 92
-. ■- LjiKZJ iwni'ji. Prauss. Si'CJts-WedaRle
; '-t xr-. A ä jeder Art, in jeder Farbe, M
i &&»cieristoffe eter g
f ! r> --Muster portofrei. ■ ■ > —
v; Fertige seidene Kostüm -Röcke, Jupons, Blusen, hatbfert. Roben. Ä
Deutschlands grösstes Spezial-Seiden-Geschäft
m wife Seidenbaus Michels & vL, Berlin SW. 19 I 43 Leipziger Strasse 43 Ecke Markgrafen-Strasse. fj Mechanische Seldenstoffweberoi in Krefeld
Wiaudereten aus der Kaiserstadt.
(Nachdruck verboten.)
Verregnete Sommerfeste. — Herbst in der Mark. — Nowawes und Neuendorf, die feindlichen Nachbarn.
Nachdem sich die unzufriedenen Berliner über die asphaltausweichenoe Hitze der Juniwochen weidlich ausge- jchimpst hatten, dauert ihnen nun die damals ersehnte Abkühlung doch ein bißchen zu lange. Kein Tag vergeht ohne Regen. Der §immel ist wie eure riesige Gießkanne, die immer frisch nachgefüllt wird, und alle Sommerfeste, die des zu mietenden Lokals wegen oft monatelang vorher festgelegt werden müssen, verregnen mit eineir unerbittlichen Konsequenz. Aber mit ebenso unerbittlich guter Laune fahren oder „jonoeln", wie der Berliner sagt, die verschiedenen Vereinsbrüder in ihren Memseru trotz aller Berieselung am festgesetzten Tage hinaus in die jchöne Welt, die sich „Umgegend der Reichshauptstadt" nennt, und feiern ihr Sommerfest in Grünau oder Finkenkrug. Und wenn sie bei der Ankunft auch sofort in dem etwas stickigen großen Saale verschwinden und ein scharfes Zechen beginnen, das von etlichen Walzern und Pollas, aus denen die Vereins- schweftern nun einmal bestehen, hier und da unterbrochen wird: ein Sommerfest war es dochi, und mitunter schöner, als wenn die Sonne dazu geschienen hätte. Freilich, wenn man Theater im Freien spielen will, wie das auch vor- kommt, so ist man schon aufs „Weiße Rößl" angewiesen, in dem bekanntlich ein waschechter Platzregen auf die Bühne mederzurieseln hat. Die „Neue Gemeinschaft" hatte bei Schlachtensee unlängst so etwas arrangiert: Szenen von Peter Hille, einem seltsamen Wildling unter den Berliner Poeten. Ader es war gut, daß es regnete unb die weniger Begeisterten dadurch entweder gar nicht kamen oder den: etwas zu feuchten 'Naturtheater zeitig oeu Rucken kehrten. Denn dieses Naturtheater hatte etwas von jener Theater- nffltur, die keine Polizei zu verbieten nötig hat: es war
nämlich langweilig! Und so nahmen wir von diesem feuchten aber nicht fröhlichen Schauplatz Abschied und fuhren gen Potsdam, der Einladung eines Gastfreundes folgend, der eine regendichte Trinklaube hat mit rosa und anders gefärbten Scheiben in den Fenstern, allwo man sich graue Sommertage nach Storms fröhlichem Rezept flink zu vergolden vermag. Unterwegs aber sah ich, daß es mit den Sommertagen nun auch schon zu Ende geht. Die märkischen Birken mit den schlanken weißen Stämmen, die den melancholischen Föhrenwald so anmutig zu beleben wissen, haben ihr grünes Wipfeltleid schon bedenklich ins Bronzegelb verschießen lassen, und ein tückischer Windstoß läßt Tausende der welkenden Blätter aus den mageren Waldbodcn her- niederslattern. In den Bahnwärtergärten blüht der aufdringlichste aller Herbstherolde, die lang aufgeschossene Sommerrose, hier und dort auch eine Aster und Georgine; in den Stoppelfeldern schwirren verängstete Rebhüyner- ketten auf — und unter der Veranda eines am Bahnstrang liegenden Landhäuschens sehe ich im Vorüberfliegen, wie ein riesiges Drachengestell beklebt wird. Es wird wirk lich schon Herbst! Aus meinen melancholischen Betrachtungen weckt mich eine Stimme im Nebeukoupö. Wir fahren nämlich an Station Nowawes-Neueudorf vorüber und ein Wißbegieriger hat gefragt, ob man N o wawes oder Nowawes oder Nowawes zu sprechen habe, und was der Name eigentlich bedeute. Der Erklärer ist ein landkundiger Mann, der von der letzteren Station vor Potsdam manches berichten weiß. Es heißt natürlich Nowawes. Man sagt immer „natürlich", wenn man etwas verkündet, was durchaus nicht so natürlich ist. Nowawes bedeutet ungefähr dasselbe wie Neuendorf, der Name des Schwesterortes. Während aber Neuendorf schon im Jahre 137J im Land buch Karls IV. als Nygendorff Erwähnung findet und alteingesessene Bauernfaulilieu aufweist, die Lehnsleute der allen Kurfürsten gewesen sind, ist Nowawes eine Gründung wie etwa das schlesische Zillertal. Friedrich der Große, der rührige Kolonisator, legte es vor 150 Jahren für evangelische
Böhmen am, die die heimische Tätigkeit des Webens auch in Nowawes fortsetzten und dadurch den Grund zu den heute florierenden Baumwoll- und Wollwebereien in Nowawes legten. Anstatt aber die Nowaweser mit den Nenendorfern von Anfang an zu einem Gemeinwesen zu verbinden, da Nowaives ja vollständig in der Gemarkung Neuendorfs liegt, existieren sie noch heute als zwei Gemeinden mit durchaus selbständigen Verwaltungen. Straßen, von denen die eine Seite zu Nowawes, die andere zu Neuendorf geihört, gibt es verschiedentlich, sogar die beiden Rathäuser liegen in einer solchen Straße, und zwar ziemlich nahe beisammen. Natürlich setzt es da Streitigkeiten und Prozesse. Keiner will pflastern lassen. Die Anwohner wenden sich beschwerde- führend au den Landrat, der entscheiden soll. Er verfügt, aber man ilagt dagegen — und die holden Pfützen und unergründlichen Wege bleiben, bis die Mlage durch alle Instanzen gegangen ist! Nicht minder lustig ist der Krieg um die Hausnummern. Jeder Ort numeriert für sich, und eine Straße, die an jedem Ende mit dir. 1 beginnt, beweist allen, die ein Interesse daran haben, daß die liebe deutsche Einigkeit trotz aller Errungenschaften der letzten Jahrzehnte noch immer eine theoretisch betriebene Geschichte ist! Und damit auch die Jugend in den eigeukrämerischen Gedanken der Alten aufwächp, laufen die ^teuendorfer Schüler tagtäglich hübsch dura) "Nowawes, an der dortigen Schule vorüber, um in die eigene zu gelangen. Auch, die Post hat ihren Kummer wegen der feindlichen Nachbarn, die ihre Straßen manchmal mit gleichen Namen belegen, obgleich sie zusammen nur ein Postamt haben! Ties und jenes ist in letzter Zeit nach langem Kampfe schon geändert worden. An anderem wird hartnäckig sestgehalten. Wer merkt es im Vorüberfahren, wenn er die beiden Namen friedlich nebeneinander auf dem Stationsschilde stehen sieht, was für schlechte Nachbarn die beiden sind? Gott sei Dank, daß in 1:1 in Poch oam v Hessen kann, was dieses <_ aiions- schild für triste Gesch, !at aufgew.rbelt hat! . . . A.R.


