Ausgabe 
8.7.1903 Erstes Blatt
 
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MiverMts Nachrichten

Begrüuduug des Urteils.

u. Schlußkurse.

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gehen au. .

Die nachgesuchtrn Tankmrlagen jiub in ber Folge auch ru Alssold unb (Äoßen rrichi zstgelossen worben; dagegen hat die DeutjcheEreritarrijche Petroleum-Gesellschaft m

Oest. Sitebit . Deutsche Bank Darmstädter Bank Lochumer Guß . Harpener Bergbau

schwächt. M

Privat-Diäkont 27/e Prozent.

Loubet in London.

Präsident Loubet fuhr gestern morgen, wie auS London gemeldet wird, von einer Abteilung Leibgarde begleitet, nach dem französischen Hospital und dann nach dem französischen Erzieherinnenheim. Um halb 1 Uhr fuhr Loubet nach York House zurück. Minister Delcasfä besuchte den Minister deS Aeußeren, LanSdowne, und hatte mit ihm eine längere Unter-1 redung. Loubet empfing um halb 12 Uhr das diplomatische Korps. Nach Schluß des Empfanges hatte Delcasiä ein Ge- spräch mit dem russischen Botschafter v. Benekendorf. Um 1 Uhr fuhr Loubet mit dem Botschafter Cambon und Ge­folge im Staatsmagen, von einer Abteilung Leibgarde ge­leitet, nach Guildhall, wo er vom Lordmayor und den städtischen Behörden mit großem Pomp empfangen wurde. Nach Ueberreichung einer Adresse m einem Kästchen nahmen die Gäste, unter ihnen der Prinz von Wales und andere Mitglieder des königlichen Hauses, die meisten Minister und andere Würdenträger das Frühstück ein. Der Lordmayor brachte in herzlichen Worten emen Trinkspruch auf Präsident

Anfangs-

. 208.60

. 210.25

. 136.00

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. 177Ü0 Schlup-Tendenz: ruhig.

Stalle" meldet, der Papst äußerte den Wunsch, baß] Hardinal Gotti sein Nachfolger werde.

Zur Charakteristik der fieberhaften Vorbereitung des Konklaves erzählt man die pikante Anekdote, daß der (ran- >ö fische Kiirienkardinal Matthieu gesteni durch den fron-1 wsij'chen Botschafter Nisard säst g e sv a l t s a man s dem Vatikan entfernt lverdeu mußte, wo er sich einquar* ueren wollte, um das sogenannte historische Neckst des Protektorats Frankreichs über das ShuiFiavc zu bekräftigen.

Vo« CuirinaL

DieTribuna" meldet: Heute morgen prüfte der Mi- ui ft errat die Frage, ob die Reise des Königs tn-l folge der Erkrankung deS Papstes aufzuschieben sei. Ern Beschluß ivurde iiicht gefaßt, denn man würde sich natür­lich auch mit der französischen Regierung ins Emver- nehmen setzen müsjeii. Auch die Meinung des Königs, Dem die Frage unterbreitet ist, wird zu hören sein,kapitale' bemerkt: Die Aufschiebung des Besuches kann angebracht erscheinen, nicht weil der König während des Konklaves in Rom sein müßte, wobei seine Gegenwart iiicht nötig ist, sondern weil es nicht angemessen sein würde, daß der König Festlichkeiten beiwohne zu einer Zeit, in der der Tod des PapsteS zahlreiche Menschen in Italien und in Frankreich in Trauer versetzen würde,kapitale" erkun­digte sich, ob der Tod des Papstes auch der italienischen Regierung amtlich mitgeteilt lverden würde. Es wurde ihr geantwortet, wahrscheinlich nicht.

An der Universität in München ließ sich Dr. theol. F. Gill mann mit einer Vorlesung über: ,Das Ehehmdernis der öffentlichen Ehrbarkeit nach seiner aeschicktllchen Entwickelung und heutigen Geltung" in der lheoloaischen Fakultät als Prwatd^ent nieder, in der juristischen Dr.H. Kreß mit einer Vorlesung über: .Das konstitutive Urteil im römischen, gemeinen und Reichs-Zivil- prozeßrechte" und in der philosophischen Dr. pbü. Jöraili mit einer Vorlesung über: »Die Organisation, Verb re ,, . ,r , t. >, ... -___SH m nhf hiort" --- ' ?ir

Vermischtes.

Paris, 7. Juli. Labori übernahm unter gewissen Dedingungen die Verteidigung des Ehepaares Humbert. Labori will seine Klienten abhalten, allzu großes Aufsehen tu erregen. Der Prozeß soll vom 10. bis zum 15. August Dauern.

* Bei den fortgesetzten Straßenkampfen m Evansville (Amerika) haben, wie aus Newyork tele­graphiert wird, acht Kompagnien Miliz zwei Salven auf die Volksmenge abgefeuert, die 20 000 Köpfe zählte. An­gesichts der Machtlosigkeit der Miliz henkte die Menge einen unschuldigen Neger auf. Die Miliz hat sieben Per­sonen getötet und 20 verwundet.

* Eine neue Liebestragödie, deren Opfer, ein lunger Mann im Alter von ungefähr 21 und ein Mädchen von etwa 26 Jahren, noch rekogiiosziert werden sollen, hat sich am Sonntag morgen in Schlachtensee in der Nähe von Berlin abgespielt. In dem genannten Restauraiit war am letzten Samstag spät abends ein Liebespaar eingekehrt. Der junge Mann, der ausfällig leidend aussah, schien Hand­werker zu sein. Tas Mädchen verhielt sich ihrem mitteil­samen Geliebten gegenüber ziemlich teilnahmlos. In später Nachtstunde brach das Paar auf. Um i/s4 Uhr hörten Bahn­wärter von der BerlinWetzlarer Eisenbahn unweit der südwestlichen Spitze des Schlachtensees mehrere Schüsse hintereinander fallen. Als die Beamten in die Nähe des Aees kamen, wurde das Paar am Waldrand tot aufge- iuriden. Das Viädchen blutete ans zwei Wunden, die chr durch Revolverschüsse in die Schläfengegend beigebracht sino. Tie Lage ihrer Leiche läßt es ausgeschlossen erscheinen, daß das Mädchen Selbstmord verübt hat. Ihr Geliebter hatte sich durch eine Kugel in den Mund getötet. Mit seinen Armen hat der auf den Tod verwundete Mann das Mädchen zu umarmen versucht. Irgend welche Ausweispapiere, die Aufschluß über ihre Persönlichkeit hätten geben können, wurden bei den Leichen nicht gefunden. Diese find nach, dem Schauhanse in Zehlendorf gebracht worden.

Im Berichtsjahre wurden uns von mehreren Petro- 1 leumhandlern unseres Bezirks Klagen über die ^Bestreb­ungen der Deutsch-Ameritanischen Petroleum-Gesellschaft, den Großhandel mit Petroleum auszuschalten, unterbreitet Die Deuts ck)-Ame rikanij che Petroleum-Gesellschaft, eine Tochtergesellschaft der von I. D. Rockeselter begründeten Standard Oil Company, welche bekanntlich einen großen Teil der amerikanischen Oelquellen und die meisten der dortigen Raffinerien besitzt, vereinigt in sich den größten Teil des Pctrvleumimvorthanbels an den deutschen See­plätzen. Seit Jahren ist es ihr auch gelungen, den Petro­leum-Großhandel im Binnenlande immer mehr znrnckzu- drängen. Sie hat an vielen Bahnstationen Tankanlagen errichtet und versorgt von hier aus, unter Umgehung des Großhandels, in Straßentaukwagen die Detaillisten unb größeren Konsumenten direkt mit Petroleum. Den De- I laillisten werden eiserne Bassins mit Meßapparaten ge- I liefert, die im Besitz her Gesellschaft verbleiben und von dieser mit Petroleum gefüllt werden. Petroleumtank- anlagen bestehen in den Nachbarslädten Marburg und Fulda; in Wetzlar, Limburg und Dillenburg befinden sich, Niederlassungen der Deutsch-Amerikanischen bezw. der Mannheim-Bremer Petroleumgesellschaft, die ebenfalls ein Doch ter mstitut der Standard Oil ko. ist. Im Mai des Be­richtsjahres suchte die Deutsch-Amerikanische Petroleum-Ge­sellschaft auch an ven Stationen Alsfeld und Gießen Gelände zur Errichtung je einer Santanläge zu erwerben. Wir tonnten uns der Befürchtung nicht verschließen, daß durch ein derartiges Vorgehen der genannten Gesellschaft nicht nur der Petroleumgroßhandel ausgeschaltet, sondern auch die Gesellschaft allmählich eine Monopolstellung im Pe- troleumhandel erlangen würde, aus der sie später nur mit den größten Opfern einer starken Konkurrenz vertrieben werden könnte. Auch lag die Gefahr nahe, daß angesichts der bekannten Tendenzen der Standard Oil Company und ihrer Tochtergesellschaften nach Ansjcl-alrung des binnen- ländischen Großhaiidels ein direkter Verkauf an die Konsw menten überhaupt unter Umgehung der Detaillisten yi er­warten sei. Von der Deulsch^Amerikauischen Petroleum- Gesellschaft wurde allerdings ein derartiger Plan, sowie alle I Monopolisierungsbestrebungen ihrerseits bestritten. Jeden-

Die neuen Kliniken sind derart projektiert, daß die djrfntrxiifdji- Minik, den südwestlichen und ein Stück des mittleren Teils des erwähnten Geländes umfassend, mit der Front des Hauptgebäudes nach Südwesten gerichtet, den an der K'linikstrahe bereits liegenden Wniken gegen- über errichtet, die Augenklinik, den Liest des nrrMeren Tnls mid den nordöstlichen Test des Geländes umfassend, mit der Front des Hauptgebäudes nach Nordosten gerichtet, er« baut werden soil. ..

Von den 0>rmidstücken wurden 12 zum Preise von 5Mk. pro Quadratmeter freihändig erworben. Acht Eigentümer, nämlich: 1. die 1. evangelische Pfarrei Giießen, 2. toi Winrich Schwan, 3. die Andreas Weidig Erben, 4. Nathan Rosenthal, 5. die Gailschen Erben, 6. die Balsersche Stift­ung, 7. August Gabriel II, & Wilhelm Plank II. gingen ans das ihnen gestellte Gebot iiicht ein, weshalb die von Großh. Regierung hierzu beauftragte Grvßh. V-aiibehorde für die Universitatsnenbanten zu Gießen mtterrn 23. Mai 11902 die Enteignung der nicht freihändig erworbenen Grund­stücke und Grundstücksteile beantragte, wobei sie 5 Mk. für heben Quadratmeter Gelände und außerdem für die Gabriel- jebe Hofraite 27 000 Mk. anbot.

Ter CnteignungSantrag wurde nachträglich auf das den (Zynischen Erben gehörige Grundstück Flnr V M. 327,5 in der Größe von 136 Quadratmeter ausgedehnt, nachdem der Anwalt der Eigentümer erklärt hatte, daß er gegen emo nachträgliche Ausdehnung des Enteignungsaiitrags auch aus dieses Grundstück für den Fall, daß die Zulässigkeit der Enteignung überhaupt ausgesprochen werde nichts zu erinnern finde. . _ t ,, _ ,e

Tiefem Anträge stattgebend, erließ das Großh. Lrers­auft Gießen mitcrm 16. Juni 1902 Bekanntmachung nach Vorschrift des Art. 24 des Enteignungsgesetzes in der neuen Sossung unter Hinweis aus die Bestimmungen des Art. 2i desselben Gesetzes.

Ter Plan über die Lage der zu enteignenden Grund­stücke) der Enteignungsantrag unb die hierzu erforderlichen Nachweismrgen wurden in der Zeit vom 21. Juni biis 5. Juli 1902 einschließlich auf dem Blrgermeiftereiburean zu I Gießen zu jedermanns Einsicht offen gelegt Die Ver­handlung über den Plan und die zu leistende Eiitschädigrmgs- jumme fand in der Tagfahrt vor der L-okalkommisswn I am 9. Juli 1902 statt

Nack)dem das Gutachten der Lokalkommiftion unterm 30. Januar 1903 erstattet worben war, wurden, da eine Einigung mft den Geländeeigerftürnern nicht erzielt war, die Akten dem Provinzialausschnsse zur Entscheibnna vor­gelegt, in dessen öffentlichen Sitzungen vom 14. Februar, 28. g-ebruar, 14. Marz und 28. März die Sache verhandelt

mu VuuC,u.ia ' ^breitung und

Verwandtschait der paläozoischen Amphibien . Mit emer An-- trittsvorlesunq über die ^Haftung des Tierhalters rm Bürgerlichen Reckte" hat sich Dr. jur. F. Litten m der surlstlschen Fakultät der Uiilversität in Halle als Privatdozent eingesührt Der wiffen- schädliche Hilssarbeiter Tr. K. W a tz i n g,e r wurde zum Dlrektorra - allislenten bei den kgllMuseen irr Berlin ernannt. ^er

bo ent ht der mediftnischen Fakultät inB res l au W.tolpe: bat wie dieVoss. Zeitung" meldet, emen Ruf nach Göttingen als a. o. Professor der gerichtlichen Medizin erhallen und an­genommen. Aus Wien wird geschrieben: Für die Stelle des von seiner Lehrkanzel für Nationalökonomie scheidenden pofrats K. M e n g c r ist der Professor des gleichen Faches an der P r a g c r Universität Frhr. v. W i e s e r ausersehen. Die Professoren an der Wiener Universität Hofrat E. v. Logt ^Pharmakognosie) und Hofrat E. v. Ezyhlarz (römisches Recht), die die Altersgrenze erreicht haben, werden em Ehrenjahr absolviereti. Aus A m st e r- d a m meldet man: SDlit einer Schrift über den altgriechischen Dichter Anyte hat sich Fräulein M. I. Bag le den Doktor­titel erworben; sie ist die erste Dame, die m Holland als Alt-

Gießen unb Umgegend den Straßentanrwagcnverreyr er­öffnet. Der größere Teil der Detaillisten in der Stadt Gießen ist aber bei den Großhändlern verblieben, zumal eine hiesige F-irma inzwischen ebenfalls den .Straßentanr- wagenverrehr aufgenommen batte, um mit gleichen Mitteln das Vorgehen dec Gesellschaft zu bekämpfen. Dagegen hat die Gesellschast ans dem Lande durch ihr rasches Vorgeben viele Abnehmer gefunden, doch haben auch dort inzwischen andere Großhändler den Verkehr mit Straßentankwagen ausgenommen und bieten den Detaillisten die gleichen An­nehmlichkeiten als die Gesellschaft, sodaß eine Zurück­eroberung dieses Absatzgebietes erwartet werden kann.

Auch in anderen Teilen des Reickes bat der Handels- stand den Bestrebungen der Deutsch-Amerftanischen Petro- lemn-Gesellschaft ernstlichen Widerstand entgegengesetzt., Jur Königreich Sachsen hat Die Generaldirektion der sächsischen Staatsbahnen nach dem Gutachten der Handelskammern die Zulassung von Dankanlagen an den Bahnhöfen abge­lehnt. Der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten hat am 12. Dezember 1902 an die Eisenbahndirektionen eine Verfügung erlassen, day die Vermietung eisenbal-n- fiskalischer Lagerplätze an Petrolemngesellschaften behufs Errichtung von Lankanlagen nicht ftattfmbeii dürfe, wenn der beantragenden Gesellschaft hierdurch ein örtliches Mo­nopol gewährt würde.

preise auf dem jetzigen Stand beläßt.

Aus diesen Gründen haben wir uns bei den Kommunal- Verwaltungen in Alsfeld uub Gießen dringend gegen die Gewährung von Gelände zur Errichfting von Tankanlagen ausaejprock>en und im gleichen Sinne Eingaben an bie Grosch. Regierung, die Kvnigl. Eisenbahndirektwn in Frank­furt a. M. und an den preußftchen Herrn Minister der öffentlichen Arbeiten gerichtet. Gleichzeitig regten nur eine Reihe von Schwesterkmmeru zu einem ähnlichen Vor­

wurde.

Die Entscheidung wurde dadurch verzögert, daß das neue Grundbuch der Gemarkung Gießen eine Aenderung der Bezeichnung der zu enteignenden Grundstücke notwendig machte, die nach dem neuen Grundbuche geprüften Meß­briefe aber erst kurze Zeit vor der Entscheidung in den Besitz des Provinzialausschusses gelangten.

In dem Verfahren vor der Lokalkonimission und dem Provinzialausschusse wurden Einwendungen gemacht:

(Hier folgen die seitens der einzelnen Anwälte der Eigen­tümer erhobenen Einwendungen, welche bereits in den Bc- rick)ten über die Verhandlungen ausführlich wiedergegeben .wurden.)

Jahresbericht der Krotzh. .Handelskammer Kletzen.

IV.

Petroleum-Harrdel.

Loubet aus. Dieser erwiderte:

,Jch schließe mich gem den Wünschen an, die sie tot daß oerzliche Einvernehmen zwlschen beiden Völkern zum Ausdruck brachten, von denen jede einen notwendigen Platz in der Geschichte der Zivilisatwn entnimmt Tas Gesicht ihrer gemeilp samen Interessen muß ihnen den Geist der^V e r j ohnlichteit und des ^nvernehmens einstoßen, der, wie Sie richtig bezeichneten^ der Sacke der Menschheit dienen wird. Tie Anwesenheit des Ministers des Aeußeren der Slepublit an meiner Seite ist Ihnen em Unterpsand für den Wert, den die ganze französische Regierung daraus legt, zwischen unseren beiden Ländern diese glücklichen Freundschafrsbeziehungen zur Enckaltwig zu bringen. Ich erhebe mein Glas zu Ehren des Lordmayors und des Gemeinderats.

Lebhaftes Aufsehen erregte bie Verhaftung eines jungen Franzosen, der im Augenblick, als Präsident Loubet voruberfuhr, mit der Hand nach einer inneren Rocktasche griff. Man vermutete emen Anarchisten und die Volks­menge machte Miene, ihn zu lynchen. Unter den Händen der herbeigeeilten Polizisten legitimierte der Mann sich jedoch als em in London angestellter französischer Kellner, der dem Präsidenten eine Bittschrift überreichen wollte. Die Polizei entließ ihn daher unbehelligt_______________________

Enteignung von Kelände für den Neubau einer chirurgischen und einer Augenklinik.

In den Hauptvoranjchlag der Staatseinnahmen und Ausgaben des Großherzogtums im Rechnungsjahre 1901/02 war ein Betrag von 305000 Mk. auf genommen worden zur Erwerbung von etwa 61000 Quadratmeter Gelände, auf welchem eine neue chirurgische und eine neue Augenklinik der Landesuniverfftät Gießen errichtet werden sollten. <511 den beigefügten Erläuterungen war folgendes bemerkt:

Tas jetzige sog. Akademische Krankenbaus (ehemals eine Kaserne) enthielt bis zum Jahre 1890 die Räume für die medizinische und für bie ophthalmologische Klinik. In dem genannten Jahr bezog die medizinische Klinik ihren Neubau, und die freigeworbenen Räume wurden unter bie beiden zurückbleibenden Kliniken verteilt. Heute ist nichtt nur biefer ihnen zur Verfügung stehende Raum völlig un­zureichend, die Lage, innere Einrichtung, Raumverteilung, Licht- und Lnstverhältnisse sind vielmehr derartig mangel­haft, baß nach dem Stand der heutigen Wissenschaft unb Erfahrung die Belassung der beiden genannten Kliniken in dem bermaligen Hause nicht wohl langer verantwortet werden kann. Ueberdies würde die in erfteulichem Auf­blühen begriffene Bedeumng unserer Landesuniversität als! einer bevorzugten Lehrstätte für die Heilkunde empfindlichen Abbruch erleiden müssen, wenn zwei wichtigen Zweigen dieser W^senfchaft noch fernerhin diejenige Berücksichtigung Dorentßaiten werden sollte, bie beanspruchen sie^wohl berechtigt sind. Endlich gebietet nicht an letzter Stelle die Kirsorgepflicht des Staates für die Heilung suchenden kranken bie Bereitstellung von Einrichtungen, welche eine hygienisch verwerfliche UeberfüHung der ftranfeuräume ent­behrlich machen und die zurzeft unvermeidbare Abweisung von Kranken nach Möglichkeit ausschließen." «ESäSS ft

oanbuänbe gefunden hatte, wurde zur Erbauung der neuen Petroleumhandel m ern er Hand zu vereurrgen, oem Qll* tfürur(Pichen unb Augenklinik dasjenige Gelände gewählt, gemeinen Interesse der Äoniumenten 9«Jbl)rM) to rb n,

Bereite ft über Gebauten (mebftini- denn es ist [einerlei Garantie gegeben, daß bie Gesellschaft, s^nE^unb^Frmren-) Minken nordöstlich ber Mnikstraße wenn sie einmal den Markt allein beherrscht, bie Petroleurn- ub bis zu den Gärten hinter der Wilhelmstraße hinzieht.

Dieses Gelänbe wird sübwestlich begrenzt durch einen | längs der Klmikstraße hin-iehenden, dem Großl-erzogtum Lanoeseigentum gehörenben 6elänbeftreifen, durch bie Hofraiten oer Frankfurterstraße, nordoMch burch die Hoftaften der Lfthelmsrraße rnrb tft mit Ausnahme des Gabrieischen Grundstücks ebenso tote bas ftdoWch an- nrenLende Gelände nicht bebaut.

um«aßt, von besten auSQtfynb, folgende Grund­stücke DDtt ic rcr welche nach dem alten Gründ­lich bei G n.arkung Gießen sämftich ut Flur XXV liegen und folgenov Bezeichnuna haben:

(Folgen bie zu entcegnenbaT Parzellen.)

Philologe promovierte.

Spari

- Hundesport. Auf der großen internationalen Hunde­ausstellung zu Frankfurt a. M., bei der 950 Hunde aller Raffen in Konkurrenz traten, haben folgende Gießener Züchter für ihre zur Ausstellung gebrachten Tiere nachstehende ehrende Auszeuchimng erhallen: H e r m. F 0 e r st e r (Dachshunde) zwer 1. und vier2. sowie einenEhrmoreis. Frrtz Jung (rolerDachs­hund) je einen 2. und 4. Preis. H. R a ff a u c r (^.eonbergei: Rüde) drei 1. Preise und einen Ehrenpreis. H e i n r l ch I e n tz e n irussische Windhündin) 1. Preis, Ehrenpreis und Ehampwntllel. Georg Forbach (rauhaarige Pinscherhündm) 1. Prew und als beste Hm>dm der Raffe auf der Ausstellung der Ehrenpreis -- Georg Volk (Dobermann-Pichcher) 2. und 3.Preis, und Wrlh. Hamel (Bulldogge) 4. Preis. Außerdem kamen zahlrerche lodende Aneftennungen noch nach Gießem

Handel und Uerkehr. Uolkswirtschast.

Berliner Börse vom 7. Juli 1903.

(Mllqeteilt von oer Bant für Handel und Industrie, Güßen.) heurige Borst verlief ohne irgerrd besondere Anregung vollständig ruhrg und geschästslos. In Montmnverten und Bank- afticu sanden nur vereinzelte Umsätze bet gut behaupteten tosen statt In Kanada Paestst Shares würben trotz festen New-Porks und Londons hier kleinere Realisierungen vorgeno.nnren, welche den Kurs um Kleinigkeiten drückten. Etwas lebhafter gestaltete sich der Verkehr tu Lübeck-Buchener Eisenbahn-Aktlen, für tvelche sich in Bürsenkreffen altdauernd reges Interesse zeigt. Aus dem Kaffaindustrrenmrtt war die Tendenz vorwiegend leicht abge-