Montag 8. Juni 1903
183. Jahrgang
Erstes Blatt.
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lUchTöv^ Dterteb jährlich Mk. 2 JO; durch vlbbote« u. Zweigstellen monatlid) 6o durch
deS Vereins hierbei ihren früheren 2 Vereine sangen alphabetisch geord- , Der Chor stammt von Kienzl, „Evangelimanns", und ist „DaS er unbekannte Dichter schildert darin 'slied entsteht. Ein munterer Wan- Echo trägt die Weise weiter, der
Die Musik Kienzl'S ist einfach, wie
_______ __ (v.yc.ivt. jxuruoroia* Aachen, Liedertafel - Be rlin, Lehrer-Äesangoerem-Berlin, Lehrer - Gesangverem -Bremen, Sängerbund - C r e f e l d, SanSsouci-Essen an der Ruhr, Mannergesangverein Esssen a. d. 9L, Concordia-Essen a. d. R. (also alle drei am Wettstreit beteiligten Vereine), Männergesangverein-Köln, Liedertafel- München-Gladbach, Sängerchor des Turnvereins Offenbach a.M.und Männergesangverein Potsdam. Ueberrascht hat bei diesem Resultat der Ausfall von Hannover und Leipzig, während man den Esiener Lokalersolg durchaus berechtigt fand. Bald nach Verkündigung sind die 12 Konkurrenien in chre verschiedenen Lokalitäten abgezogen, wo chnen eine Stunde zur Einübung des bis dahin unbekannten Chores gelaßen wird. Um r/,4 Uhr be- beginnt der Wettgesang um den Kaiserpreis, die Stimmung isl überall belebt und mit Spannung sieht man dem Kommenden entgegen.
Zur festgesetzten Zeü begann das Wettlingen mit dem Stundenchor. Bemerkr muß werden, daß dieser Chor alle in, nicht den Ausschlag für die Erwerbung der Kaiserkette gibt,
Bekanntmachung.
Betr.: Die Erhebung der Beiträge zu den Kosten bei Handelskammern.
In Gemäßheit des Art. 23, Abs. 2 des Gesetzes vom 6. August 1902, die Handelskammern betreffend, hat Großh. Ministerium des Innern angcordnet, daß m Füllen, m denen Handelskammern die Erhebung ihrer Beiträge durch staatliche oder Gemcindekassenbehörden bei Großh. Mmlstenmn in Antrag bringen, diese Erhebung immer Gemeindekassen übertragen werden soll.
Als Vergütung für die Erhebung sind von den vandelk kämmern 3 Prozent Hebgebühren an bie betreffende Gemeinde zu zahlen.
Gießen, den 6. Juni 1903.
Großhcrzoqliches Kreisamt Gießen-
I. V .: Dr. Wagner.
Nr. 131 • rfftetwt täglich außer EonmagS.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hksssschea Landwirt die «lehrner Kamille,, b litt er viermal tn der
Woche beiqelegL
Rotalt»*tbnid u. öet- iay der V r ü h l',ch«r U«wers^-vuch-
diePost Mk.2.— oiertel- jätjrL auSschl. Bcstcllg. Annahme von Aazetgen ür die TageSnummer Ul vormittag» 10 Uhr.
•,eilenptett; total 12 Pt, aulrodrtl 80 Big.
Leraaiwortlich tüx den poltL und augenx. Teil! U ötttro; tür ,Sladl und tianb* und ,Gench«saal"; August Götz; füi ben Anzeigenteil: Han« Beck.
die Konkordia in Wiesbaden (133 Sänger, Dir. kgl. Musikdirektor Oertling), die Konkordia in Essen a. d. Ruhr mit 181 Sängern unter Leitung von R. Geyr, der Straßburger Gesangverein (182 Sänger, Dir. Trodl) und zum Schlüsse der Deutsche Sängerkreis m Elberfeld mtt 169 Sängern unter Direktion von Gustav Piellen. Unter den selbstgewählten Chören waren als Komponist Hegar (2 mal) Brambach, Bruch, Hutter und Schwartz vertreten. Mittags um 12 Uhr hatten wir den Preischor zum 34. male gehört. Dor Kaiser äußerte sich nicht günstig über die Komposition und bemerkte, daß ihr Schöpfer, der gestern anwesende Artillerieleutnant Meßner, e.gemllch zur Strafe den (ihor ebenso oft zu hören bekomme» lollte. Weller -ourde berichtet, daß üer Kaiser nach dem gestrige» groben Meine des Berliner Lehrergesangverems geaugert hat: 'So was habe ich den Berlinern gar nicht zu- qetraut!- Tas Interesse au diesem Vormlltag war etwas erlahmt, denn der Preischor ist doch recht ichwachlich. Allerdings muß anerkanill werden, dab der Schlug von der Ltelle
Vie Wahlhandlung fügen wir noch folgende Erläuterungen an:
a) Tie Bestimmungen in 8 11 Abs. 3 des Reglements (neue Fassung) über die Beschaffenheit der 6 t i m m zettel find teils solche, deren Nichtbeachtung nach § 19 Ungültigkeit der Stimmzettel zur Folge hat, teils Ordnungsvorschriften, deren llebcrtrehing einen Rechtsnachteil nickt nach sich zieht. Im elfteren Falle sind die Worte „müssens „dürfen nicht", „sind", im letzteren Falle ist das Wort „sollen" gebrancht. Die Borschriften über die Größe der Stimmzettel sind demnach nicht derart bindend, daß geringe Abweichungen den Stimmzettel ungültig machen würden. Immerhin durste aus tunlichste Einhaltung der vorgeschriebcnen Größe von 9 aus 12 Zentimeter zu halten fein. Ter Fall, daß sich mehrere Stimmzettel in einem Umschlag vorsinden, ist in § 19 Aos. 2
Gießen, 6. Juni 1903.
Betr.: Reichstagswahlen.
Das Großhcr;ogtiche Kreisamt Gießen an bie Großh. Bürgermeistereien des Kreises.
Am 9. Juni d. I. lind die Wählerlisten in der im Ausschreibcn vom 25. Mai d. I. (Kreisblatt Nr. 56) angegebenen Weise abzuschließen. Nack Abschluß der Wählerlisten darf eine Streichung ober Eintragung von Wählern nicht mehr vor genommen werden.
H und ansprechend und „klingt" vor auem tm Chor. Es ist ein „Strophenlied", alle drei Verse also werden auf die gleiche Melodie gesungen, und endet mit einem Refrain „tralala". — Die Spannung im riesigen Raum war aufs höchste gestiegen, als das Kaiserpaar und die Preisrichter erschienen. Fanfarenbläser begrüßten das Kommen und aus der Mitte der Versammlung erklangen laute Hochrufe. Und nun begann der Gesang und wurde gleich beim ersten male stürmisch applaudiert. Kräftig im Tempo und Auftassung sangen der Berliner Lehrerge- fangoerein, während die Kölner an zwei Stellen direkt fehlten; sie sangen sonst das Lied sehr fein, aber etwas maniriert. In den Beifall mischte sich sehr bemerkbares Zischen. Die Bremer gefielen sehr.
Nach Beendigung des Wettfingens zogen sich das Kaiserpaar sowie die Preisrichter zurück. Als sie nach einer halben Stunde wieder erschienen, wurde von den 1700 Frankfurter Sängern Mozarts schöner Chor: „O weile Geist des Friedens, Schutz des Schönen", mit Orchester gesungen, was eine weihevolle Stimmung hervorrief. Tann ertönten wieder Fanfo—* und als altdeutscher Herold gekleidet, trat Herr
er Chirurgenkongreß, Gynäkologen* c kriminalistische Vereinigung, Cv- tscher Geographentag, Geweroeschul- ümgreß, Matheniatiker-Deretti, allg. verein, Preußischer Rektorenverein, ne, Zentraloerband der Töpfer, Bernvereine, Gesamtverband der cvang Histen-Kongrcß..... Auf Bollstän-
i noch nicht einmal Anspruch machen, agten Journalisten einfach ton—
■ .......—»
rter Laugcrwettstreit.
ifer an die Dirigenten.
Frankfurt, 6. Juni.
Z Ministers Studt und des Chefs !ucanus hielt der Kaiser in der Dirigenten der 34 Vereine und an
•e Ansprache:
Ich habe Sie zusammenberufen, um nc Freude auszusprechen, daß so tfforoerung des Rundschreibens ge- an dem SSettgefang beteiligt haben, eis für die Arbettsfreudigkeit mid ater Ihnen und zu gleicher Zeit e rege das Interesse an der Pflege »en Vereinen blüht. Ich will hierbei jmen, die Herren auf Einiges auf* das auch für Sie vielleicht von oa es nicht nur der Ausfluß meiner sondern fast aller Zuhörer ist. Ich Zhrer Stücke einen Augenblick ein* die bei diesem GefangswettstreiL die, daß durch ihn der Volts* des Volksliedes gehoben und Kreise verbreitet werden soll. Nun lpositionen gewählt, die von unferm nten guten Volkslied und Volkston igen. Sie haben Ihren Chören ko- ellt; sie find zum Teil geradezu elöst worden, und ich mutz sagen, 5a:ft<iunnt gesetzt und ergriffen, daß Männern, die vielleicht am Tage chwerer Arbeit, in ungünstiger Tem- on Staub und Rauch, gearbeitet m?e)en find, durch eifriges Studium c an die Arbeit fo schwere Aus- <if wie wir sie hier gehört haben, üben, daß in der Beziehung Diel* zum Teil selbst gefühlt haben, r Chöre das Aeußerste erreicht ist, rgesangvereinen verlangen können, davor warnen, daß Sie nicht reten, es philharmonischen Chören nsicht ist, der Mannergesangverein soll das Volkslied psle gen. ’tionen, die unserem Herzen nabe- ; wenig aefungen worden: sechs* -, achtmal Brambach. Ich kann . wenn man diesen Meister öfters 'onn würde man jeden Verein mit rußen, der nur einmal „Wer hat ' oder,Lch hatt' einen Kameraden" i Bursche" gesungen hätte. Diese ißeroroentlich wertvoll für die Aus- s ist, als ob ein besonderes hohes eilt würde. Aber es mangelt zu sehr an Melodik. Zudem n Texte, die etwas lang sind. Ich sehr dankbar, daß so patriotische ählt wurden, die von alten Kaiser* vrzeit handeln. Ich glaube aoer,
Tas Hauptexemplar bei Wählerliste ist nebst zugehörigen Belegen bei den Bürgermeisterei-Akten sorgfältig zu verwahren, das zweite Exemplar dagegen von dem , Bürgermeister da, wo er selbst Wahlvorsteher ist, znm ... WablrettellUmIckläae mit Stimmzettel un*
Zwecke der Benutzung bei der Wahl an zu sich nehmen, . I) b^neae6^ bk Äia >Pe der
anbernfalta dem betreffenben Wahlvorsteher U'zustcNem AWA 9 £ummicrt Die Abgabe der Unstchlüge -
T'e Wahlvorsteher finb unter Hinwc.z auf ihre Ver- ^N„°jndestcns in so großer Zahl bereit zu Ijaltcn find, antwortlichkeit und ans die Notwendigkeit der punkt- I , betreffende Wahlkreis Wahlberechtigte hat — an lichst-n Beobachtung der das WahlgeMft betreffen- « s ^hl^ Lt d u rchenein der Nähe des Zu» fttÄfÄ ihres Wlahlbezlrks einen «Ä d-r..n gs o o^r i ch i n g e>. -
kein" unmttWe" ^wa.sau.k b^le'/deL °dürftn^u°kr- > - n Z^^iener oder ^^-eUmschlag-
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o zeitig im Wahllokal zee erfchein-n, daß die Wahlhand- -'ne- w->'e ^"chlags an ein n
S K w» Ä'S & «W SStfÄ »S“S h‘,teilä £ -!»™. -<»
Einführung der WahlM-lumfchläge und der Jfolierräumc N°m«n «> di°s Protokoll ^de^ ^n Umschlagen nicht eine nicht unbeträchtliche Steigerung erfahren hat. rtnttHnbcn- ebensowenig dürfen bie Umschläge an anberen
Wir bemerken hierzu, daß Personen, welchen von der stattflnden, eben ow ri g '^z^ifch ober in dem Jsoller* Postverwattung das Amt eines Postagenten überttagen wor- ^En, etwa auf dm V st^ s cy aufgclcßt fcin Ter ben ist, den Charakter eines unmittelbaren Staatsbeamten I^^'^ur Benutzung Stimmzettel nicht selbst
befiß-n und zu Protokollführern und Beifitzern nicht er- fmArn hat densebben, nachdem s-in-
""'"LarLaVen llntererheber anlang., fo ist Großb. ^m.Nchse..festgf.elltistdem
Ministerium her Finanzen der Ansicht daß man diese nicht geben, der i^ un^rossnet , b W g » ,^r,
al« unmittelbare Staatsbeamten wird bezeichne» können c) .Mit dem Lnnirrii _ i ? _ ,(t Mf <2lt,
nnd daß daher kein Anstand bestehen dürfte, den Unter» « “J M Uchlosse» zu erllaren Es dürfe» alsdann erhebern obige Funkttonen zu Übertragen. Zur Bermeibimg st'mmung ft ge^chioll ° ,genommen werden und
Überflüssiger Wahlr-klamation-n wird es sich aber cm- cme StMtmzettel meyr S.immzettel derjenigen Wahb- psehlen, von der Beslcllung von Untererheberu wachst be’t Wahllokal anwesend
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ben Vorschriften der 11 bis 21 des Re g lern en ts und das Wahlreglement enthaltende
vom 28. Mai 1870 - in der Fassung der Bekanntmachung gesetz ui^Handausgabe aufzulegen.
vom 28. April ids. Js. - zu verfahren, namentlich die ° m tlime y Werken wir noch, daß sämtliche angegebene neuen, durch die nllcgiertc Bekanntmachung zur Einfuhr- cVriftcn „„g Termine auf das pünktlichste eingehalten tverden ung gelangten Vorschriften, zu beachten uick "d^r die Wahl- I Tasten Falle^ der Verzögerung einer
Handlung ein Protokoll nach dem neuen Formular B, das wunen, uno v o r h e r i g e n o ch m a l i g e
den Großherzoglicheu Bürgermeistereien kürzlich zuge- der geforderten »«ruyi n d u n g e i n e s W a r t b o t e v gangen ist, aufzunehmen. nher eines Telegramms auf Kosten der Säumigen erfolgt
3. Tiefes Wahlprotokoll nut sämtlichen zugehörigen ober emes Heinrichs.
Schriftstücken, nämlich der G e g e n 1 i st e, der W a h l e r - I ---—
liste, welche beide von dxm gesamten Wahl- Vorstand zu unterschreiben sind, denjenigen Stimmzetteln und Umschlägen, über welche es einer Beschlußfassung des W a h 1 v v r st a n d s bedurft hatte und den nickt zur Verwendung gekommenen W a h lz e t te 1 - U m s ch l ä g e n unverzüglich, jebenfalls aber so zeitig an den Wahtkom- missär des Wahlkreises, Großh. Provinzialdlrektor Tr. Breidertin Gießen einzusenden, daß die Eendung spätestens im Laufe des 19. Juni d^ I. in dessen Handa gelangt. Bis zum 18. Juni d. I., abends, ist uns zu berichten, daß die Absendung des Wablprotokolls und sämtlicher namentlich a u s z u z ä h 1 e n b e r A n lagen an ben Wahlkommissär erfolgt ist. Tie Genbungen an ben Wahlkommissär sind zu frankieren.
4 Alle Stimmzettel und Umschläge, insoweit sie nicht dem Protokoll beigefügt find, zu u er f ie geln u„d m Ber- wabruna u nehmen und solange oufzuoe w°hren?bis der R erchchstog di- Wohl definitiv f Ü r 3uÜ bni fl»eue» Sott») “iften des Wahlreglements übe,


