Ausgabe 
7.12.1903 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 287

Erscheint täglich anbei Sonntags, Dem (Siebener Anzeiger werden im Wechiel mit dem heffikchen Landwirt die Siebener Familiein blätter viermal in der Woche betflelegt.

ätolalronSdruct u. Ver­lag der t) t ü b Heben ^nivers.-Buch- a-Stein- b ruderet (Pleych Erdens Stedaknon. Lxvedilwa und Drriderei:

Schulst ratze 7, ttbiefle iür Depelchenr

Anzeiger Wietzen.

Fkrnlpr^chanicblug ')tr 51.

Montag 7. Dezember 1903

Erstes Blatt

Amis- und Anzeigeblatt für dm Kreis Gießen

153. Jahrgang

die Post Mk.2. viertel- jährl. aufild)L Beslellg« Annahme von Anzeigen ür Die tageßnummet L>lfl oormUiagfl 10 Uhr.

> eUenorriL lokal 12 Ps* außivdnfl 20 Pig.

Veraalivoerltch tiht Den poia «ord augem, Teil. P. Wiitto für ,Stadl and tiantr und .GerrchtÄsaalE-. Aaaust Gütz, für den An- ,eiaenteil: t>an< Beck.

a. Zweigstellen monatlich 65 Pi.- durch

ve-ngSPre»», monatlich 7b Pf., oiertel- sährlich Mk. 2.20; durch Abhole-

ietzenerAnzeiger

** General-Anzeiger **

parlamentarisches aus Kessen.

Se. Kgl. Hoheit der Großherzog richtet an die Zweite Kammer der Stände des Großherzogtums folgende Botschaft:

ERNST LUDWIG von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein rc.

Unseren Gruß zuvor, Liebe und Getreue, Stände des Grobherzogtums! Es hat Gott dem All­mächtigen nach Seinem unerwrschlichen Ratschluß gefallen, am Vormittag des sechzehnten dieses Monats Unser innigst geliebtes Kind, die Prinzessin Elisabeth, Marie Alice Victoria im neunten Lebensjahre nach kurzer Erkrankung aus dieser Zeit­lichkeit abzurufen. Von diesem leidvollen, Unser väterliche? Herz unsäglich schwer berührenden Trauerfall setzen Wir in tiefste. Be­trübnis Unsere Lieben und Getreuen, Stände des Großherzogtums in Kenntnis, die sichere Ueberzeugnng hegend, daß Dieselben an Unserem Schmerz aufrichtigen Anteil nehmen werden.

Womit Wir Unseren getreuen Ständen in Landesfürsllicher Huld und Gnade gewogen bleiben.

D a r m st a d t, den 20. November 1903. ERNST LUDWIG.

Rothe.

Die Regierung hat der Zweiten Kammer den Ent­wurf eines Gesetzes, das Beerdigungswesen betr., vorgelegt, der für uns Gießener von besonderem Interesse ist. Danach dürfen Beerdigungen an anderen Orten als auf Fried­höfen oder in Familienbegräbnissen, deren Anlegung von der zuständigen Behörde genehmigt worden ist, nur mit besonderer staatlicher Erlaubnis stattstnden. Den bürgerlichen Ge­meinden liegt es ob: 1. dafür Sorge zu tragen, daß Fried­höfe, welche der allgemeinen Benutzung unterliegen, vorhanden sind; 2. soweit dies von der zuständigen Gesundheitsbehörde für erforderlich erachtet wird, für das Vorhandensein von Leichenhäusern oder Leichenhallen zu sorgen; 3. die nach den örtlichen Verhältnissen für die Verbringung und die Beerdig­ung der Leichen erforderlichen Vorkehrungen zu treffen. Den Konfessionsgemeinden und religiösen Verbänden verbleibt auch fernerhin das Recht, vorbehältlich der Geneh­migung durch <jie zuständige Behörde einen nur für die Leichen der Angehörigen ihrer Konfession bestimmten Friedhof an­zulegen. In der Begründung heißt es: Der Entwurf soll eine Zusage einlösen, welche die Regierung dem 30. Land­tag gegeben hat, dahingehend, unter Aufhebung der franzö­sischen Gesetze, durch welche das Beerdigungswesen den Kirchcn- gemeinden übertragen wurde, einheitliche Bestimmungen für das ganze Land zu treffen, die das Beerdigungswesen in die Hand der bürgerlichen Gemeinden legen. Die Gemeinden sind u. a. verpflichtet, die nach den örtlichen Verhältnissen für die Verbringung und Beerdigung der Leichen erforderlichen Vorkehrungen zu treffen. Die Verpflichtung der Gemeinde beschränkt sich daraus, diejenigen, welche nach den Vorschriften des bürgerlichen Rechts oder auf Grund öffentlich rechtlicher Bestimmungen für die Beerdigung Sorge zu tragen haben, die nach den örtlichen Verhältnissen erforderlichen Ein­richtungen zur Verfügung zu stellen. Die Gemeinde kann, soweit die Vereithaltung von Leichenwagen in Betracht kommt, dieser Pflicht auch durch den Abschluß von Verträgen mit Besitzern von Leichenwagen Genüge leisten. Die Benutzung anderer als der Gemcindeleichenwagen ist an sich nicht ausgeschlossen. Wird jedoch da, wo es die örtlichen Verhältniffe erfordern, einer Gemeinde die Pflicht zur Bereühaltung eines Leichen­wagens auferlegt, so erscheint es angemessen, zugleich Für­sorge dafür zu treffen, daß die Gemeindekasse nicht zwecklos belastet wird. Diesem Interesse der Gemeinde soll dadurch Rechnung getragen werden, daß bei Benutzung eines fremden Leichenwagens die für Benutzung des Gemeindewagens fest­gesetzte Mindesttaxe zur Gemeindekaffe zu entrichten ist. Den Konfessionsgemeinden und religiösen Verbänden soll auch fernerhin das Recht zustehen, Friedhöfe anzulegen, die nur für die Angehörigen ihrer Konfession bestimmt sind. Selbstverständlich bleiben die bestehenden Rechte der Konsessionsgemeinden :c. auf die Benutzung der ihnen gehörigen Friedhöfe unberührt. Auch in denjenigen Fällen, in welchen die bürgerliche Ge­meinde nicht Eigentümerin der Friedhöfe ist, stehen den Ortspolizeibehörden alle als Ausfluß der staatlichen Polizeigewalt sich ergebenden Aufsichtsbesugnisse hinsichtlich der Friedhöfe zu.

Der Vorarbeiter Karl Roth II. am Filial-Arbeitshaus u Gießen bittet um desinitive Anstellung im Staats- rnste.

Deutsches Reich.

Berlin, 6. Dez. Der Kaiser w-ird sich nach der tzosjagd in derGöhrde zur Teilnahme an der Hun­dertjahrfeier des Königs-Manen-Regiments am 19. d. M. nach Hannover 6e geben.

Tas preuß. St a a t s mi n i st er i um M an dem Entwurf des Kriegsministeriums betr. die Verbesser­ung des Mi lit är p e n s io n s w e s en s ^wesentliche Aen- derüngen vorgenommen; insbesonoere ist die ursprüng­liche Forderung, die Pension für eine Dienstzeit von zehn Jahren auf die Hälfte des Diensteinkommens zu erhöhen, a b q. e l e h n t worden. _

Wie dieNat.-Ztg." mitteilt, hat Geb. Kommerzien­

rat Herz das Präsidium im Hand elsvertrags - Ver - ein niedergelegt.

Der neue zweite Vizepräsident des Reichstages, Geh. Regierungsrat Dr. Hermann Paasche, ist 1851 in Burg bei Magdeburg geboren, studierte in Halle a. S. Volks­und Landwirtschaft, habilitierte sich daselbst 1877, bekleidete 1879 eine Professur in Aachen, war -ordentlicher Professor in Rostock, 1884 in Marburg, 1890 in Charlotten bürg an der Technischen Hochschule. Im.Parlament war er besonders tätig in der Kommission, wie beim Ziolltarlf, bei der Zuckersteuer, Novelle zum Branntweinsteuergesetz usw. Er bekleidete das Schriftführeramt und sitzt im Vorstande der nationalliberalen Partei.

Frhr. v. R i chtho f en-Damsdorf und Pauli- Potsdam und Genossen beantragen mit Unterstützung der Konservativen, die Negierung um eine Vorlage zu er­suchen, durch die die obugatorische Versicherung aller Handwerker gegen'Krankheit, Invalidität und Unfälle in ähnlicher Weise eingeführt werde, wie es durch die Arbeiterversicherungsgesetze für Arbeiter geschehen ist. Sie beantragen ferner, die Vorarbeiten zu dem Gesetz­entwurf betr. die Pensionsversicherungder Pri­vatbeamten derart zu fördern, daß derselbe bei Beginn der nässten Reichstagssession vorgelegt werde.

Die Freisinnige Volkspartei Berlin hielt gestern einen Parteitag ab. Man war mit dem Re­sultat der preuß. Landtagswahlen und der von der Führung der Partei befolgten Taktik außerordentlich be­friedigt und gab dieser Befriedigung in folgender ein­stimmig angenommenen Resolution Ausdruck:

Der Berliner Parteitag der Freisinnigen Volkspartei spricht der Zentralleitung der Freisinnigen Volkspartei seinen Dank und Anerkennung aus für die tatkräftige und umsichtige Art und Weise, wie sie bei den statt- gehabten Landtagswablen das Parteiinteresse, nament­lich auch in dem Verhalten zu den anderen Parteien, gewahrt und wesentlich dazu beigetragen hat, daß der Landtagsfraktion, trotz des mehr als je erschwerten Mahlkampfes gegen zwei Fronten, fast unvermindert ihren bisherigen Bestand zu erhalten gelungen ist. Der Parteitag gibt sich der zuversichtlichen Erwartung hin, daß die Mitglieder des geschästsführenden Ausschusses in der Parteileitung des vollen Vertrauens, welckes ihm ihre Parteigenossen entgehens.'agen, würdig, nach wie vor unbeirrt durch gehässige und ungerechtfertigte An­griffe seitens einiger Zeitungen und Personen in der bisherigen Weise ihren Dienst der Partei erhalten werden. Tic Aufnahme des gegen den Willen des offiziellen Wahlkomitees gewählten Abgeordneten Korfanty als Mitglied der Pol en fr aktivn des Reichstages er­folgte ohne jeden Widerspruch. Fürst Radzewill begrüßte Korfanty, der übrigens auch als Vertreter der Polen in die Petitionskommission entsendet ttnrrbe, als den ersten Vertreter des polnischen Volkes in Oberschlesien. Dagegen wurde der Abg. Kulerski, gleichfalls ein polnischer Radikaler und bisher entschiedener Gegner der Fraktions- leitung erst nach lebhaften Debatten in die Fraktion aus­genommen.

Tie Zentrumsfraktion des Reichstages hat als ersten Redner für die Etat-Debatte, mit der zugleich die erste Lesung der Reichsfinanzvorlage verbunden ist, den Abgeordneten Dr. Schädler bestimmt, der als erster Redner dem Reichstage die Generaldebatte über den Reichs­haushalt eröffnen wird. Ob Reichsschatzsekretär Frhr. von Stengel die Unterhandlungen mit einer Etatrede und mit einer Begründung der Reichsfinanzreformvorlage ein- führen wird, ist noch nicht bekannt.

Wie derVorwärts" meldet, Haben auch in Tilsit bei bekannten Sozialdemo traten Haussuchungen aus Anlaß des Hochverratsverfahrens stattgefun­den. Tie in Königsberg in Untersuchungshaft befind­lichen Sozialdemokraten Braun und Nowogradsky werden besonders streng gehalten. Der letztere darf auch «keinen Besuch seiner Frau selbst unter Aufsicht von Beamten emp­fangen, und dem ersteren ist auch die Lektüre der frei­sinnigen KönigsbergerHartungschen Zeitung" entzogen worden.

Ueber den kürzlich in den bayrischen Landtag ge­wählten Bauernbündler Anton Memminger hatten die bayrischen Zentrumsblätter allerlei Reminis­zenzen aus seinem Vorleben gebracht, die nicht gerade schmeichelhaft für ihn waren. Memminger antwortet dar­auf in seinerNeuen Bayr. Landesztg.", indem er die Re­dakteure jener Blätter mit einer Flut von Schimpfwörtern begießt, aus denen liebliche Pointen wie Banditen, gemeinste Lügner, niederträchtigste Meuchelmörder, ausgeschämte Schmierfinken hervorgehoben sein mögen. Tas ist der Ton, den man tagtäglich in der für den kleinen Mann in Bayern bestimmten Presse findet. Und die Meister dieses Stils dürfen dem Volke geistige Nahrung bieten und wollen seine Führer sein!" so bemerkt dazu derSchwäb. Mert." mit Recht.

Straßburg, 5. Tez. Die elsässische Gruppe im Reichstag brachte demVolksboten" zufolge einen Antrag auf Einführung des gleichen geheimen direkten und allgemeinen Wahlrechts für den schuß von Elsaß-Oothringen ein.

Kolonislpoft.

Aden, 6. Tez. Als der italienische Leutn ant Grabau, der den Befehl über eine armierte Thau führte, Eingeborene, die zu einem Italien befreundeten Stamme gehörten, in Turbo (Somaliland) ans Land setzte, bemerkte er, daß das dortige Fort die italienische Flagge nicht gehißt hatte. Tie Aufforderung, dies zu tun, wurde von dem Konimandanten des Forts mit dem Be­merken abgelehnt, daß er dazu keinen Befehl feines

Sultans habe. Grabau gab chm eine Frist von 2 Stunden und eröffnete sodann das Feuer auf das Fort. Tiefes erwiderte das Feuer. Durch eine Bombe wurde Grabau getötet. Tie Leiche wurde durch den Kreuzer Gallileo" nach Aden gebracht.

Seer und Ilotte.

Beim Heeres ergänzungsgeschäft im Jahre 1902 sind nach der dem Reichstag mitgeteilten Uebersicht im ganzen in Heer und Marine 277 710 Mann eingestellt worden gegen 280 521 im Vorjahre.

Ausland.

London, 5. Dez. Aus Peking wird vom 5. Dezemb'e< gemeldet: Es wurde ein Edikt erlassen, durch das eine Kommission, bestehend aus dem Prinzen Tsching, dem Vizekönig Puanschikai und einem Mandschubeamten, er­nannt wird zur Reorganisierung derTruppen- körver aller Provinzen auf nationaler Grundlage mit ähnlichen Waffen und ähnlicher Ausrüstung^ Duanschikai telegraphierte heute nach einer Meldung aus Tientsin dorthin, daß der Thron ihn heute Nachmittag zum Höchst- kommandierenden des kaiserlichen Heeres und der kaiserlichen Flotte mit dem höchsten Rang in China be­fördert habe.

Paris, 6. Dez. Tie nationalistischen Organe behaup­ten, daß bei Sichtung der Akten des Treyfus-Prozesses Dokumente gefiinden worden seien, welche angeblich Die Schuld Treyfus beweisen. Gerüchtweise verlautet, der Schriftsachverständige Dertillon, dessen Aussagen im Renneser Prozeß Treyfus stark b e l a st e t e n, sei bereit zu erklären, daß er sich damals geirrt habe.

Madrid, 6. Tez. Mährend der heute in Casa de Campo abgehaltenen Jagd, an der der König teil­nahm, gab^ ein Waldheger einen Kar ab i n er schu ß ab, durch den ein Hirte getötet wurde. Es soll sich um einen unglücklichen Zufall handeln. Der König, durch das Ereignis sehr ergriffen, kehrte alsbald ins Schloß zurück, wo bald daraus der Ministerpräsident Maura eintras.

Die Zusammensetzung der neuen Regier- >ung berührt wegen ihres ausgesprochen ultramontanen Charakters durchaus unsympathisch.

Rom, 6. Dez. DerDribuna" zufolge erklärte sich der Deputierte Pantano nach einer Besprechung mit dem Minister Luzzati bereit, die Verhandlungen für den Ab­schluß eines definitiven Handelsvertrages mit Teutschland M übernehmen.

Konstantinopel, 6. Dez. Die heutige Zerernonie der Enthüllung des Mantels des Propheten verlief programmmäßig. Der Sultan legte den Weg vom Mldiz-Kios^ nach Stambul zu Wasser zurück.

Petersburg, 5. Dezember. In gewöhnlich sehr galt informierten Kreisen zirkuliert das Gerücht, daß die plötzliche längere Beurlaubung des Finanrministers P l e s k e der Vorläufer seines Rücktritts ist. Als Grund für den Rücktritt wird angegeben, daß Pleske die großen Rüstungen, die Rußland wegen der sich zuspitzenden Lage in Ostasie n betreibt, nicht genügend unter­stützt. Ueber seinen Nachfolger verlautet noch nichts Sicheres, es sei aber bemerkenswert, daß der frühere Fi­nanzminister Witte beim Zaren wieder in hoher Gunst stehen soll, da er niemals aus Sparsamkeitsrücksichten Mittel für militärische oder Marinezwecke abgeschlagen habe und es am wenigsten in diesem Augenblick tun würde.

Colon, 6. Dez. Der hiesige deutsche Konsul hat der Regierung von Panama gestern amtlich davon Mitteilung gemacht, daß er Instruktionen empfangen habe, sie formell anzuerkennen. Infolgedessen hat der Konsul heute den Prä­fekten einen amtlichen Besuch abgestattet und die besten Glückwünsche Deutschlands für die Wohlfahrt Panamas ausgesprochen. Der Präfekt hat in seiner Er­widerung aufrichtig für die Anerkennung der Republik durch Deutschland gedankt.

Ans Stadt und Land.

Gießen, den 7. Dezember 1903.

** Eine überaus wertvo lle und inter­essante Arbeit hat unser städtisches Vermessungsamt hergestcllt, indem es den einzig existierenden ehemaligen Festungsplan unserer Stadt, dessen Original sich im Besitz der Großh. Hofbibliothek in Darmstadt befindet, aus die jetzige Karte von Gießen genau übertragen hat. Man ist dadurch in die Lage versetzt, leicht und genau bestimmen zu können, wie die Üntergrundverhältnisse bei zu errichtenden Fundamenten für Bauten beschaffen sind; es läßt sich aber auch danach feststellen, welche und was für Mauerreste man bei den Kanalisationsarbeiten unter dem Straßen- pflaster angetroffen hat und noch antreffen wird. Der Plan zeigt auch sonsriae recht interessante Einzelheiten, da jede, auch die unbedeutendste Befestigung darauf übertragen wor­den ist.

** Im Stadtt Heater tvurde gestern, Sonntagabend Otto LudwigsErbförster" in einer ausgezeichnetenAuf- führrmg gegeben. Das packende, in seinem tragischen Aus­bau erschütternde Stück hatte darum eine volle, nachhaltige Wirkung. Vielleicht liegt in dem Drama ein wenig zu viel der Verwicklimgen, die zum Sturze der Erbförster- famitie führen, aber unwiderstehlich, mit sesten Banden, fühlen wir unsere Teilnahme an den alten Waldbewohner im Jägerhaus gefesselt. Herr Lin zen bot gestern in seiner Darstellung des Erbförsters eine seiner besten Leistungen, die wir bisher von ihm sahen; er wurde vom Publikum mehrmals durch Hervorrufe .ausgezeichnet. Auch die übrigen Mitwirkendcn hatten gute (Äfolge: Herr Haag