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6.10.1903 Zweites Blatt
 
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Nr. Ä34

Erscheint tägttch außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Kamillen» blätter viermal in der Woche beigelegt.

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Zweites Blatt.

153 Jahrgang

Dienstag 6. Oktober 1903

GiehenerAnzeiger

w General-Anzeiger w

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

E!

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Aie heutige Yummer umfaßt 8 Settru

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Deutsches Keich.

Berlin, 5. DEL Der Kaiser wohnte am

Sonntage mit seinem Gefolge, unter dem sich auch öer Kultusminister Dr. Studt und der Landwirtschaftsminister v. Podbielski befanden, dem Vormittagsgottesdienst in t>er St. Huberttrskapelle zuRominten bei. Nach Beendigung des ^Gottesdienstes sand die Vorstellmrg der Ehrenkompagnie statt, au die sich eine Bewirtung der Mairn schäften on- schloß, während die Offtziere zur kaiserlichen Tafel gezogen wurden. An dieser nahmen außer dem engeren Gefolge des Kaisers noch teil: die beiden Minister, der PredigerWaugnik- Dubeningten, Tiermaler Professor Friese u. a. m.

Berlin, 5. Okt. Die Abreise des Kaisers von Nominten ist heute abend erfolgt. Am Dienstag wird er in Kadinen eintresfen und von dort die Weiterreise nach Hubertusstock antreten.

Eine Meldung des LondonerDaily Expreß" aus Kapstadt, wonach die d e u t s ch e Regierung die Erlaub­nis zur Auwerbungvon5000Eingeborenenaus Deutsch-Südwestasrika für den Rand haben soll, hat zu der Befürchtung Anlaß gegeben, daß durch eine solche ^Erlaubnis Deutsch^Südwestafrika über Gebühr von brauch­baren Arbeitskräften entblößt werden würde. Nach Erkun­digungen, welche dieNat.-Ztg." an unterrichteter Stelle eingezogen -hat, ist diese Befürchtung unbegründet.

Hamburg, 5. Okt. Hier tagte am Sonntag ein deutsch-sozialer Parteitag (LiebermannscherRicht­ung). Gewählt wurden Abg. Liebermann v. Sonnenberg zum Vorsitzenden, Abg. Graf Reventlow, Abg. Amtsrichter Lattmann, Fr. Raab-Haurüurg, Dr. Winterst ein-Kn s s e l, Rechtsanwalt K. Fischer-Braunschweig, Rechtsanwalt Jacob­sen-Hamburg zu Mitgliedern des Vorstandes. Von Reso­lutionen sind zu verzeichnen eine, die eine Zusammenfassung der verschiedenen Parteizeitungen zum Zwecke größerer Leistungsfähigkeit empfiehlt, eine, die entschieden für das bestehende Reichstagswahlrecht eintritt, ferner solche, die den Ausbau und die Sicherstellung d-es Koalitionsrechts der Arbeiter und die Ausdehnung der Invaliden- und Altersversicherung, besonders auf die kleineren und mitt­leren selbständigen Gewerbetreibenden, fordern, endlich eine zu Gunsten unverzüglicher Einführung vor: Kauftnanns- gerichten im Anschluß cm die Gewerbegerichte und eine zu Gunsten einer Reform des Schau kwirtschaftsgewerbes, unter Prüfung der Fragen des Besähigun-gsldachn-eises in morali­scher u!nd technischer Beziehung, der Zulässigkeit der sogen. Vertreter, der Erteilung >wn Konzessionen, besonders auch der Massenkonzessionen an große Brauereien, sowie der Gehaltszahlung an die Gastwirtsgehilfen.

München, 5. Okt. Der Präsident des ehemaliaen

die dieselbe Friedensliebe bekunden, darauf dringen, daß Bulgarien seine Pflichten aegeu den Suzerän, der Bul­garien wohlwollend vehauole, Nachkomme, die Bildung von Banden und Deren Ilebertritt verhindere, die mili­tärischen Vorbereitungen einstelle und durch seine Haltung die Durchführung des beschlossenen Programmes nicht hindere. Die Pforte sei den Machten sehr dankbar für die bereits in Sofia gemachten Vorstellungen und hoffe, die­selben würden darauf bestehen,, daß ihren Absichten nicht zuwider gehandelt werde.

Auch in bulgarischen Regierungs- sowie mac e- donischeu Kreisen wird die neueste Kundgebung Oester­reich-Ungarns und Rußlands äußerst skeptisch beurteilt. Man erklärt, daß durch Morte und Noten der christlichen Bevölker­ung nicht geholfen sei. Tie türkische Regierung könne nur durch fremde militärische Intervention zur Durchführung der Reformen gezwungen werden. So lauge dies nicht ge­schehe, sei an ein Aufhören des Aufstandes nicht zu denken.

DasN. W. Tagbl." will wissen, daß identische Tele- gramrne Oesterreichs und Rußlands in offizieller Form auch den Kabinetten in London, Paris, Berlin und Rom mit­geteilt sind und daß die Kabinette sämtlicher Großmächte die vorher an sie gerichtete Frage, ob sie bezüglich der pattfi- katorischen Tätigkeit der Entertte-Mächte auf dem Balkan noch auf dem gleichen Standpunkte ständen, wie um die Jahreswende, mit einem entschiedenenJa" beantwortet hätten. DieN. Fr. Pr." sagt, die identischen Noten könnten bei den übrigen ^Nächten nur Zustimmung finden; sie seien geeignet, jeden Verdacht zu zerstören, daß man in Wien oder Petersburg selbstsüchttge und ehrgeizige Ziele verfolge. Trotzdem taucht diese Ansicht wieder auf. Vornehmlich er­scheinen die Beschlüsse von Mürzsteg wenig geeignet, die orientalischen Wirren einzudämmen. Man glaubt, daß die Publikation nur bezweckt, weitergehende Abmach­ungen geheim zu halten.

Eine in Petersburg abgehaltene Versammlung des slawischen Vereins beschloß, 10000 Rubel aus dem Reservefonds des Vereins zu Gunsten der Macedonier zu bewllligen und die Erlaubnis zu weiteren Sammlungen in allen Kirchen Rußlands nachzusuchen.

Nach einem derFrkf. Ztg." aus Konstantinopel zu- gegangenen Telegramm haben zahlreiche bulgarische Banden unter dem Befehl bulgarischer Offiziere die Grenze über­schritten und sind in das Gebiet von Raslog eingedrungen. Sie erschienen in verschiedenen Städten und proklamierten den allgemeinen Auf st and. Die letzten Nachrichten lauten alarmierend. In Konstantinopeler offi­ziellen Kreisen herrscht große Unruhe. Der bulgarische Bandenführer Schischmanow wurde auf Grund des Artikels des Strafgesetzes, welcher einen wegen Bandenbildung und revolutionärer Umtriebe Anoeklagten straffrei läßt, wenn der Beschuldigte vor denr Einttitt der Untersuchung so wich­tige Mittellungen macht, daß daraus dem Lande ein wesent­licher Nutzen erwächst, begnadigt und nur auf zwei Jahre unter Polizeiaufsicht gestellt. Gleichzeitig wies chm der Sultan ein Monatsgehalt von 25 Pfund an.

Ai« letzten Iriedensschakmeieu.

Das Rentersche Telegramm von Sonntag, das wir durch Extrablatt verbreitet haben, schien darauf hinzu­deuten, daß die Situation auf dem Balkan auf das be­denklichste zugespitzt sei. Es schien die Absicht der bul- garrschon Regierung zu sein, durch einen solchen Kamps an der Grenze den Krieg de facto zu beginnen. Der erste Schuß, von dem niemand feststellen kann, wer ihn ab* gefeuert hat, hat schon häufig die Kriegsfurie entfesselt, während die Regierungen noch hofften, einen Weg zur Vermeidung des Krieges zu findeu Wenn die Türkei und Bulgarien ernstlich den Krieg zu vermeiden wünschen, so kann auch ein solcher Grenzzwischenfall durch gegenseitige Entschuldigungen aus der Welt' geschafft werden. Unter dem Druck Rußlands und Oesterreich-Ungarns und bei der Gewißhett, daß in keinem Falle für einen der beiden Teile, auch bei einem glücklichen Kriege, etwas heraus­springen wird, ist es docy anzrnrehmen, daß auch jetzt noch der Krieg vermieden wird, wenn die Schlacht bei Demirkapu wttklich stattgefunden hat, was von Sofia aus jetzt geleugnet wird! Tas ist fteilich die be­quemste Art der Entschuldigung, zu behaupten, es sei überhaupt nicht gekämpft worden. Man weiß in den bal­kanischen Hauptstädten sehr wohl, daß eine europäische Kontrolle über die Meldungen vom Balkan heute kaum möglich ist. So wird denn vorläufig alles hübsch ab- geleugnet, was event. recht unbequem werden könnte.

Es ist auch ein Zeichen der äußerst gespannten Situa­tion, daß einer Raschheit, die den Gepflogenheiten der Diplomatie nicht entspricht, das Ergebnis der Beratung anläßlich des Za r en b esu chs der Oeffentlichkeit bekannt­gegeben wird. Es wird darin mit vielen Worten eigent­lich nichts dieues gesagt, nur daß die Türkei diesmal allein väterlich ermahnt wird. Wörtlich wird u. a. ausgeführt:

Während einerseits die revolutionäre Komitees Unruhen hervorgerufen und die christliche Bevölkerung der drei Mlajets davon abgehalten haben, an der Durch­führung der Reformen mitzuwirken, haben andererseits Die Organe der Pforte, welche nrtt ihrer Anwendung be­traut waren, es dabei allgemein an dem wünschens­werten Eifer fehlen lassen und sind von dem Geiste, der diese Attrßregeln eingegeben hat, nicht durchdrungen gewesen. Um nun ihren festen Entschluß darzulegen, auf her vollständigen Durchführung jener Reformen zu bestehen, welche von der 'Pforte angenommen worden und bestimmt sind, die allgemeine Sicherheit zu gewähr­leisten, haben sich 'die beiden Regierungen über eine wirksamere Art der Kontrolle und lieber* wachung geeinigt. Sie werden in dieser Beziehung ohne Verzug eingehende Jnsttuktionen erhalten. Wenn die beiden Mächte auch das Recht und die Pflicht der Pforte in vollem Umfänge anerkennen, die durch die auftühre- rische Agitation der Komitees genährten Unordnungen zu unterdrücken, so beklagen sie, daß diese Unterdrück­ung von Ausschreitungen und Grausmnkeiten begleitet gewesen ist, unter denen die ftiedlichen Bewohnet zu leiden gehabt haben.

Schon liegt auf .dem Weg über Konstantinopel die ebenso prompte Antwort der Pforte vor auf die von den Botschaftern Rußlands und Oesterreichs überreichte gleichlautenden Noten. In Macedonien, in Bulgarien wer­den die Mürzsteger Beschlüsse kaum Zuftieden^it Hervor­rufen. Das sog. Resorrnprograrmn für Macedonien ist keineswegs erweitert, worauf insbesondere England hin­gewirkt hatte. Neu ist nur, daß Rußland und Oesterreich ich über eine wirksamere Art der Ueberwachung der Aus- ührung der geplanten Maßregeln geeinigt haben. Der übrige Inhalt der Erllärung ist, mit anderen Worten, eine Wiederholung der früheren Kundgebungen der russi­schen Regierung. Instruktionen über die Eirrzelheiten der Humanitären Aktion zu Gunsten der Opfer türkischer Ueber- ariffe werden dann noch den Botschaftern in Aussicht ge­stellt Das Nähere hierüber bleibt abzuwarten. Gar keine Rede ist vor alllem in den Beschlüssen von der Einsetz- una eines christlichen Gouverrieurs für Macedonien, eine Forderung, für bie man sich ebenso in Frankreich wie in England, in neuerer Seit sehr stark rns Zeug gelegt hat. Wir sind nicht so hoffnungsvoll, von diesen Beschlüsssen eine daueriide Beruhigung zu erwarten. Vielmehr ist mr- zunehmen daß die Aufstäridischen ihre Anstrengungen ver­doppeln werden angesichts der llnmöglichkett, wettere Zu- qeständnisse zu erlangen. Wenigstens werden sie dies als Vorwand für d ie Forts etzung d er Greuel be- nU ®ie Pforte, obwohl ihr keine Erweiterung des Pro­gramms zugemutet wird, scheint ebenfalls verstimmt zu sein vermutlich insbesondere über den scharfen Tadel geacn das Verhalten derjenigen türkischen Organe, die mit der Anwendung der macedonischen Reformen betraut waren. Mi aller Höflichkeit des Tones klingt doch in der Er- Miderung der Pforte eine gewisse Gereiztheit durch Die Pforte ist nicht schuld an der Bewegung. Die bul­garische Regierung mit ifjren Rüstungen stärkt den Revo­lutionären den Rücken. Von den bulgarischen Agitatoren würden die ärgsten Missetaten verübt. Der Schluß der Antwort der Pforte gibt den Balkanwüchtern den dürren Rat, sich an die richtige Adresse zu wende«: die Pforte hoffe, die Mächte wurderl in Sofia darauf bestehen, daß ihren Absichten nicht zuwider gchandelt werde. Die fried­lichen Absichten der Pforte seien zu bekannt, um ange- zwcijelt zu werden. Aber, obgleich in Sofia feste Ver­sprechungen gemacht worden seien, setze die bulgarische Re- gieruitg die Rüstungen fort. Deshalb müßten die Mächte,

Oranje-Freistaates, Stejn, traf heute von Reichenhall hier ein und wurde von vielen Freunden am Bahnhöfe em­pfangen. Der Präsident, der noch den Eindruck eines schwerkranken Mannes macht, begiebt sich zum Besuch des Präsidenten Krüger nach Hilversum.

In der heuttgen Sitzung der Abgeor dneten- k amm er hielt der Ministerpräsident Freiherr v. P Ode­rn i l s gelegentlich der Besprechung der Interpellation über die Ver staa tlichung der pfälzischen Ba hn en seine Jungfernrede. Sie machte keinen Ändruck auf das Haus und wurde mitunter von Gelachter begleitet. Der Ministerpräfi« deut stellte sich bezüglich, eines etwaigen Anschlusses der pfälzischen Bahnen an eine Reichs eis enbahn-Ge- m e i n s ch a f t auf den Standpunkt seines Vorgängers und citierte dessen Ausführungen, wonach von einer solchen Ge­meinschaft keine Rede fein könne. Die Meinung eines Abgeordneten, daß die bayrischen Bahnen in späterer Zett doch an das Reich übergehen würden, ignorierte der Mi­nister.

Kirche und Kchule.

Auf der 33. Hauptversammlung der Gesellschaft für Verbreitung der Volksbildung berichtete Professor W e ck er l in - Worms über den Stand des Fort­bildungswesens in Hessen. Die Lage ist folgende: Für das ganze £ant> besteht obligatorischer Fortbildungs­unterricht für Knaben, und dieser llllterricht wird auch am Tage erteilt. Aber auch für Mädchen einen solchen Un­terricht unter denselben Bedingungen herzustellen, das hat die hessische Regierung noch nicht tun zu können ge­meint. Sie muß sich mit der sonstigen Förderung dieses Unterrichtes begnügen. Lehrer P au ks ch-Berlin erklärte die Notwendigkeit der Mädchenfortbildungsschule für das Land. Auch- die Bauersftau korumt Lei der Vieh wirt­schaft mit der üblichen Ueberlieferung nicht mehr aus. Ohne gesetzlichen Zwang wird >aber dre Madchenfortbildungs- jchule auf dem Lande nicht Eingang finden. Auf den Anttag Dr. Zwicks beschloß die Versammlung einstimmig unter Hinweis darauf, daß die gesetzliche Einführung eines obligatorischen Fortbildungsunterrichts für Mädchen zur Zett nicht erreichbar ist,den Reichs­kanzler zu ersuchen, dem Reichstage tunlichst bald eine Vorlage zu unterbreiten, durch welche der § 120 der Gewerbeordnung dahin erweitert wird, daß durch statu­tarische Bestimmung einer Gemeinde oder eines wetteren Kommunalverbandes auch den in gewerblichen Bettieben beschäftigten weiblichen Gehilfen, Lehrlingen und Ar b e i t er innen unter 18 Jahren die V e rp flicht- ung zum Besuche einer Fortbildungsschule auserlegt wer­den kann."

Keer uni» Iiotte.

Rach demSchwab. Merk." wttd der württem- bergische Mttitärbevollmächttgte in Berlin v. Marchtaler behufs anderweitiger Verwendung zu den Offizieren von der Armee versetzt. Als Nachfolger Marchtalers wird Oberst­leutnant Dörr er, Kommandeur des Feldarttllerie-Regts. Nr. 41 in Glogau genannt.

General der Infanterie z. D. v. Vie bahn, zuletzt Tttektor des Departements für Jnvalidenwesen im Kriegs- mtnifierium, ist gestorben.

Ausland.

London, 5. Okt. Austen Chamber la in tst zum Schatzkanzler befördert; an seiner Stelle wird Ärd Stanley Generalpostmeister. Daß Arnold Foster Kriegsminister wttd, wird allgemeine Zustimmung finden, aber überraschen wird, nachdem die Regierung und die Presse von Indien diesen erfolglosen Minister so ertt- schieden abgelehnt hatte. Ganz überraschend kommt die Ernennung des Wgeordneten Lyttleton zum Kolo­nial m i n i st e r an Stelle Ehamberlains. Er ist ein Jurist und ein Sportsman. Graham Murray ist zum Sekretär für Schottland ernannt worden.

Paris, 5. Okt. DiePetite Republique" veröffent­licht ein Telegramm aus Algier, wonach dieRevue d'Aftique" einen sensationellen Artikel mit der Unterschrift ihres Direktors Garnier bringt, in welchem mitgeteilt wird, daß Frankreichs Protektora t über Marokko beschlossene Sache fei. Eine neue Verfassung, die alle Einzelheiten enthält, sei fertiggestellt und in Druck gegeben. Der Abg. Janres erllärt, er sei überzeugt, daß die Nachricht eine Fortsetzung des militärischen un d ko­lonialen Komplotts sei. Es bestanden tatsächlich verbrecherische Gruppen, welche versuchten, die öffent­liche Meinung Algeriens aufzure^zen und für ihre chauvinisti­schen Pläne zu gewinnen. Das Kabinett müsse diesen Jn- triguen energischen Widerstand entgegensetzen.-

Budapest, 5. Okt. Der ffchechisch-raottale Abg. Klofac richtete an den Abg. Polonyi von der Kossuth-Partei euie Depesche, in welcher er dessen Partei zu gemeinsamer Be­kämpfung des Meuchelmörders auffordert.Der Kampf gegen bie deutsche Tyrannei, welche die Tschechen und Ungarn germanisieren wolle, müsse fortge­setzt werden." Dtt Entfernung des Ministerpräsidenten v. Körber müsse angestrebt werden.

New York, 5. Okt. Im Vestibül des Weißen Hauses in Washington hatten zwei Geheimdienstbeamte einen verzweifelten Kampf mit einem Irrsi nni- gen, Namens Peter Elliot aus Minneapolis, der mit m e h- r c r e n g e l a d e n e n R e v o l v c r n bewaffnet erschien und den Präsidenten zu sprechen verlangte. Er feuerte mehrere Schüsse ab, konnte aber schließlich von den Beantten Eissel und Parker überwälligt und in einen. Gc- iängniswagen gebracht werden. Im Wagen stteß Elliott