Ausgabe 
6.5.1903 Drittes Blatt
 
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Nr. 105

Erscheint ISgltch anher Sonntag».

Dem (Lietzener Anzeiger werden im Wechsel mit den, Hessischen fonörolrl die chlessener Kamillen, blätter viermal in der Woche beigelegt.

ftoiattonfbrucf il Ver­lag der Brüh l'schen ltnweck.-Buch-u.Stem- b rudert* (Piellch Kirben) IHeönftton, Ervedikwn und Drnckerel:

«chnlßratze 1.

Adresse tüi Depeschenr Anzeiger G'eKe«.

FernlprechanIchlutzNr 61.

MiMvoch O Mai lOOS

158. Jahrgang

Drittes Blatt.

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'.'ibbcle- u. Zweigstellen monatUd) flo PI.; durch die Poster. L.- vtfrtd-

Ifibvl. aueschl. Beflellg. Annahme von Hnzeigen für die Tageennininer ul» vormittags 10 Uhr. Zetlenpreis: total 1»^ autioditt tu Pig.

Verantwortlich tflr den polit. uub allgein. Teil: V. Wittko: illr »Stadt und Xiflnb* und .Denchtssaaf r 11 nauft Götz; slli den 1li>- zeigentetl: (»an» Deck.

GietzenerAnzeiger

u General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Nolontalpoft.

Linen nicht schlechten Wl tz macht eine Korrcsondcnz. Sie läßt sich au3 London melden, zivischen den .kolonial- ämtern Berlin und London besteht ein äußerst reger und er­regter Depcschenwechsel über das eigentümliche Verhalten der an der ostasrikamschen Grenze In der 3tähc des Kilmand» scharogebirges stationierten englischen Ofsizieic. Im Jahre 18ti8 wtirde an den nördlichen Hängen ^des Gebirge« ein cho entdeckt, daS augenblicklich seitens englischer Dsfiziere zu antideutschen Ltlndgcbungen stark m Anspruch genommen wird, und zwar durch die in daü Echo hlnemgerusene Frage: »Wie geht ee den deutschen Kolonie«, Herr Siübel?" Das Unerträgliche für unsere dortige Bevölkerung, besonders für die Gouoerncmenttlbeamten, lst, daß daS Echo nut fabcl- hafter Deutlichkeit d,e Antwort gtebt:liebelt Uebel! llebell* Die deutsche Regierung soll beabsichtigen, um poli­tischen Komplikationen tM,ir ^»oe zu g*hea. daS Echo abtragen zu lassen.

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AUS Hlaol und tzand.

Gießen, am 6. Mai 1908.

* HeyseS nie! umstrittene- neue- Drama Maria von Magdala", dessen össentliche Aufführung

- tr beveittz gestern meld, >>n, in Nai verboten tvurde, soll nun m der Rachbarmusenstadt in dem dort kürzlich uau) O/wgener Muster gegründeten LHeater verein, unb zwar vor dessen Mitgliedern, also in geschlossener Gesellschaft, -ur Vorlesung lomnien. Drei Mit­glieder des Frankfurter Scl»ouspiell)atlseS, Frl. Rottmann unb bic Herren Diegelmanit und Bayrljantmer, werben die Marburger mit dem Werk bctannl inua^n. Dieses Frank- ।ui"ter nünstlertriv hatte die Absick>t, auch hier bei uns in Gießen das Drama zu rezitieren. Da jedoch, wie luir aus bester Quelle hören, für den nächsten Mn ter eine Theaterveretnsvorstellung derMacta von MagdaL a" bei uns geplant ist, so wird die Vorlesung hier nicht zustande kommen.

Darmstadt, 4. Mai. Wie alljährlich, so wird auch in diesem Sommer wieder 40 armen kranken Kindern die Wohltat einer Badekur im Kuiberdab LlijabethhauS m Bad Rauheim von der städtischen Armcnverwaltung zu teil werden. Diese 40 Kinder werden m Abteilungen von je 10 Kindern aus die vier sünswüchigen Kurpertoden der Sommer- saison verteilt. Die erste Abteilung von Kmdern geht bereits heute nach Bad Nauheim ab. (W. H. v.)

() Oberschinitten. ö. Mat. Mit dem gestrigen Tage konnte endlich ber Unterricht in der hiesigen Ge m e i n d e schule wilder ausgenommeii werben, naa-dem die Sihulc schon mit Beginn dc- neuen Iah* es der D i p h t y c r i t i s hulber gesa-loiicn »veroen mugte. Am härtesten wllrde wohl die Familie des hiesigen Lehrers Ltslnlann von dem Mißgeschick heimgefucht. Kauul war ^»err Listmanu selbst von einer scoveren Blulvergistunng, die ihn an den Rand des Grabes gebracht hatte, wiederbergestellt, al- auch seine drei Knaben und zuletzt sogar seine Fran von der heim­tückischen HalSkranihetl befallen wurden, die zum Ten so stark austrat, bub operativ eingear,ssen werben mußie. ^eht, nachdem sämtliche Schüler sowohl, als auch die Lehrersaniitie wieder heracstellt sind uno das Schulhaus einer gehörigen Desinfektion uniernwren worden ist, konnte gestern enblid) der erste Schultag des Wahres 1908 seinen Anfang nehmen. . , Ä

o. Vom Sänger-Wetlstrett in Frankfurt. Der verkauf der Lmzelkarten beginnt am 7. Mai, und zivar nur bei den Stellen, die schon den Verkauf der Dauerkarten be- sorgt haben. Auf Dem Festplatze wird eifrigst gearbeitet. Tw Festhalle ist im Rohbau fertig und im Innern hat man bereits mit der Ausstattung und Ausschmückung begonnen. Die Halle, deren Größe sich m eine reiche Gliederung aus- löst, macht einen durchaus gefälligen und zugleich soliden Ein­druck. "Auch die verschiedenen RestaurationShallcn sind im Ent- stehen begriffen unb die Herrichtung deö FcstplaKeS durch An­

legung von Fahrstraßen, Promenaden, Beeten tu dgl. hat schon große Fortschritte gemacht.

yrnnildjtrs.

München, 2. Mai. Der diesjährigen Bockprobe im Hofbräu Hanse wohnten außer vielen sonstigen höheren Beaniten und Offizieren fast alle Minister bei, ivährend der Regierungspräsident von Oberbayern, Ritter v. Schraut, die Ehren des Hauses erwies. Unter den Anwesenden befanden sich der Ministerpräsident Frhr. v. Podeivilv unb ber frühere Ministerpräsident Graf ErailShe»m. Diese am vor­mittag begonnene gesellige Unterhaltung in solche» Eigenart, wie dies eben nur in Bayern- gemütlicher Hauptstadt möglich ist, ging erst in den Nachmittagsstunden zu Ende.

' Benevento, 6. Mai. Gestern und heute wurden m Arpa,a und Paolise mehrere Erderschütterungen wahr- gcnonuncn. Einige Häuser sind beschädigt und drohen tin- zustürz en.

' Diebstahl beim Freiherrn von Liebig in Wien. Am 28. April, nachts, wurden aus dem Palais des deiitfchen Generalkonsuls Alfred Freiherrn von Liebig in Wien aus einem versperrten Schrank Pretiosen im Gesamt­werte von 4000 Kronen gestohlen. Am 27. April ivurbe in Preßburg ein Mann angehalten, der eine antike, mit Perlen besetzte Uhr verkaufen ivollte. Der Ria«« nannte sich Vin­cenz S»)nck unb gab an, Fabrikarbeiter zu sein. Die antike Uhr rührte von dem Einbruch beim Generalkonsul her. Bei Dem Häftling ivuiDcn noch anbere dem Freiherr« v. Liebig gestohlene Gegenstände vorgefimden. Dav ErkennungSaml Dec Wiener Polizei stellte fest, daß der angebliche Synek mit dem wegen Diebstahls iviederholt abgestrafte« Tuchmacher Wilhelm Sedlaeek identisch ist.

E i n Duell-Gesetz des Ho Boiubn. von dem vorletzten König beider Sizilien, Ferdinand II., der durch die grausame Unterdrückung der Revolution 1848 den traurigen Beinamen Ko Dombi (Bombenkönig) erworben hat, ist man gewöhnt, nichts gutes zil glauben. Die Revolution, die (ein Haus schließlich doch von, neapolitanischen Thron jagte, hat dafür gesorgt, daß die Erinnerung an ihn und seinen Sohn nur die, allerdinaS recht zahlreichen, schlimmen Züge bewahrt, und das Wort Bourbonenherrschast gilt de,n heutigen Ita­liener noch all der Inbegriff alle« Scheußlichen; all eine negnion ot God hat ja auch der junge Gladstone sie ge- brandmarkt. Die unbefangene Wissenschaft ist dagegen schon lange darllber einig, daß auch der Bombenkönig nicht ohne Verdienste war und daß seine Regierung, insbesondere vor 1848, manches Gute geleistet hat. Ein gewisse» Gefühl von Beschämung könnte sogar uns Angehörige des 20. Fahrhun- derts beschleichen, bic trotz allgemeinem Wahlrecht, Par­lament, Sozialpolitik, christlicher Gesinnung und Humanität doch mit manchen Unsitten noch tief im Mittelalter stecken, wenn wir z. B. Gesetze wie daS im Sommer 1838 von König Ferdinand 1J. erlassene Dekret gegen den Zweikampf lesen. Die einzelnen Bestimmungen können zwar nicht alle all ideal gelten, aber man kann nicht leugnen, daß ein vor- nehmer Grundgedanke bas Gesetz durchzieht. Da wird vor allen Dingen befhmmt, daß jede Herausforderung zum Zwei- lampf mit Gefangenschaft, Verlust von Pensionen und Ab- sprechung der Fähigkeit, öffentliche Aemter zu bekleiden, be- siraft werden soll. Wer Einen wegen Ablehnung einer For­derung tätlich oder wörtlich beleidigt, soll nach den bestehen- ben Gesetzen auf« strengste bestraft werden. Hat ein Duell stattgefunden, ohne daß Verwundungen erfolgt finb, so wer­den die Teilnehmer nut Galeere und Pensionsverlust bestraft, Tötung im Duell wird al« vorsätzlicher Mord mit dem Höchstmaß der Strafe belegt. Die Leichen der im Duell Gefallenen werden in ungcweihterErdc begraben, ebenso wie die wegen Duells zum Tode Verurteilten; auf den Gräbern solcher Fndlviduen darf nicht dal geringste Denkzeichen er­

richtet werden. Bei den Militär« soll das Duell noch den bereit! bestehenden Gesetzen bestraft, zugleich aber auch al« Insubordination betrachtet und mit dem Höchstmaß der Strafe belegt werden. Jeder, ber einen andern fordert ober an einem Duell teilnimmt, wird auch bei nichtvollbrachtem Duell aller Orden, Auszeichnungen und Pensionen verlustig. Die« die wichtigsten Bestimmungen de« Erlaßes, von dem e« auch nun interessant wäre, zu wissen, ob und wieweit er wirklich Anwendung gefunden hat. Auch heute wirb bei Zweikampf vom italienischen Strafgesetzbuch mit Strafe be­droht, aber gleichwohl sehen wir nicht nur Offiziere, sondern auch Gesetzgeber und 3)hnifter m Italien ungescheut unb un­gestraft ihre persönlichen etrcihgfcücn auf diesem Weg» zum Auvtrag bringen.

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Universitüls Nachrichten.

Ein archäologischer An schau unglkurß für G p m n a | i a 11 c 0 v c r wird Pfingsten d. Z. acmeinfam von dem Köntgl. Bayerifchen DlaatSminlslerlum be» Innern tür kUrchen- und Schulanaetcgentzcilcn in 'München und dem Großtzerzogl. Hesstschen ^-laoHiiumllcrlum des Innern in Darmstadt ver^ aultallct u>erben. Der Kurs benhml am 2. Juni in Würzburg, wo am 1 und 8. Jun» von den llnwersnätSvrotessoren De. ÜMolter- Würzburg, Dr. Bulle-Er langen und Dr. Sauer-Gießen Bvr- iräge und Aiuseumsstibrungen statisinden. \*lm 4. Juni vertagen bi« 4eUiicbiiuiv Würzburg, um zuuädffl nach Aschaffenbura zu jabnn, ivv da« Pompejannm besucht and erläutert wivb. Ulm Abend wirb die Fahrt nach Butzbach fortgesetzt; dort werden am d. Kuni die römisck-en ItimeSanlagen, Straßen- und Warliürme, das vtratzen- kaftell und die Gehöfte und Gräber au« der Hallslatlzcit besichtigt. Bei 8. .muh ui den archäologischen Sehenswürdigkeiten in Fried­berg oDliltiras-Heitigtum) und Homburg (Saalburg) gewidmet. Am 7. Juni ist Ruhetag in Mainz, zu dessen Studium die drei letzten tage bet Kursus bll »um i" Juni bestimmt sind. '?u<. Dozenten bei Kursus sind von Bai-crn berusen die schon genannten UntversilätSprvsessoren Dr. WollcrS und Dr. Bulle und von Hessen die Herren Ministerialrat i. P. Soldan-Darmstadt (aK> Veiler und Dozent), llmversitälsprosessor Dr. Sauer-Gießen, Baurai Jacobi-Homburg, AlufernnSbireklor Pros. Dr. Schumacher, Reat- avmnasialol'crtehrer Pros. 'Jlccb, Atilseun» >direktor Lindenschniitt und <)berb»bliothekar Pros. Dr. Welle, sämllich in Alamz, and Gi-.nnasial- oberleh^r Helmcke-Friedberg.

Gerichtssaat.

Köln, 3. Mai. Der zu Batavia geborene Gras N et- mond de Bitte ii e ii v e la EoiSttS zu Orangehos bet Köln und sein GutSinspektor waren wegen gemeinsam verübten Haus­friedensbruches angeklagt. Der Graf war ferner beschuldigt, den Rechtsanwalt Wirtz III. von hier zum Z w e 11 a m p I mit gefährlichen Waffen berauogesordert, bei einem Angriff« auf diesen Herrn sich einer Reitpeitsche bedient und ihn durch die Be- ZeichnungFeigling" beleidigt z»i haben. ES handelte sich um folgendes: Am 24. Januar wurde am Schöffengericht in einer Prioatklage gegen einen Kaufmann aus Rippes verhandelt. Rechts­anwalt Wirtz 111. vertrat den Beklagten und soll als Verteidiger den Grälen durch Aeußerungen beleidiat haben. Am Vlachmlltage begaben sich der Graf und fein Gutsinspektor In das Bureau des RechtvanioalteS, um diefen jjur Zurücknahme der angeblichen Be­leidigung zu veranlassen. Der Rechtsanwalt lehnte eine Zurück­nahme ab. Da nahm der Graf aus dem Aermelauffchlage feines NeberzieberS «ine Visitetikarle, warf sie auf den Schreibtisch und sagte:Ich fordere Tie, iiehmen Tie da» an?' RechtSanwall Wirtz In. gab an, er habe geantwortet: Dazu habe ich keine Ber- aiilasfnng und zugleich die Hand erhoben und nach der Dür ge­zeigt. Kn biefem Augenblick habe der Gral eine Reitpeitsche an- fchemeno au» dem Rockärmel gezogen und sei nut der erhobenen Reitpeitsche ans ibn zugekommen. Er, Zeuge, habe sich dem An- griff entzogen, indem er in ein Rebenzlmnier eilt«, woraus ihm et Graf dao WortFeigling" nachgernsen und sich bald daraus mit seinem Begleiter entfernt hätte. Da» Gericht sprach die Be­schuldigten von der "Anklage brv HauösriedenSdrucheb frei, verur­teilte den Grasen aber wegen Herau»sorderung zum Ziveikamps zu einer Woche Festung und wegen bei Angriffe» und der Beleidigung zu einer Geldbuße von BUO Mk. Da» Gericht hob hervor, die Rechic-anwallfchast müfse gegen folche llebergriffe gefchützt werden. Tab der Rechtsanwalt Wirtz HI. damals alv Verteidiger über den Rahmen der Verteidigung hmauSgegangen, fei nicht erwiesen.

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Darmstädter Möbelfabrik ÜOO Zlmm.-Einricht.), PrefSl. grat. 891

Feuilleton.

Wan« wurde Liebig geboren geboren? Prof. Tr. Reumann Wender-Czernowitz schreibt der Wiener ßcit":In diesen Lagen werden cb bekanntlich hundert Jahre, seit der berühmnte Ll-emiker Justus Freiherr oo« Liebig zu Tarmstadt dao Lick>t der Welt erblickt l^it. Die gaii5(*gcbilbite Welt rüstet sich zur Feier deS Gedcnltagi o an d<m Mann, dessen epochale Ciltdeckungen und wissen­schaftliche Arbeiten wahre Umivälzuiigen auf dem Gebiete der Chemie, der Landwirtschaft und der Physiologie bewirkt haben. Der OX'burlStag wird jedoch verschieden ange­geben! Ich finde in der mir zur Verfügung stehenden Lite­ratur nachstehende Angaben über dieses Datum: MeyerS Konversationslexikon, 4. Ausl.: 8. Mai 1803; Brockhaus Konversationslexikon, 11. Aufl.: 12. Mai 1803: Tr. Bieder manns Chemitcr aalender 18U9: 13. Mai lt'03; Güntz, Hand- buch der landwirtichaftlichen Literatur 1897; 8. Mai 1803. Auch eines der neueften Werke, das bekannte BuchTie moderne Landlvirtsckiast" von Tr. W. Bersch, Wien 1903, giebt in einer Biographie aus der Feder des Hofraies Hamm, der selbst et« Schüler Liebigs war, den 8. Mai als Geburtstag an. In verschiedenen Relrologen, die an­läßlich Liebigs Tod im Fahre 1873 veröffentlicht wurden, wird bald der 8., bald der 12. und 13. Alai als Geburts­tag genannt. Mlen diesen widersprechenden 2lngaben

stehen authentische Taten gegenüber. H. Kolbe, der nach dem Tode seines langjährigen freundes eine aus­führliche Biographie Liebigs im Journal für praklisck-e Ehemie veroffenurchte, schreibt ausorücklicb:Geboren a m 12. M a i 1803". Auch E. v. Mei-er nimmt in seiner Geschichte der Ehemie" diese- Datum als Geburtstag an, und auf dem Bild Liebigs, dao anläßlich feines Todes denBerliner Berichten ber deutschen ck)«mischen Gescll- sck>aft", Jahrgang 1874, beigeleat wurde, steht gleichsallo geboren 12. Mai 1803". Ta diese letztere« Angaben vollen Anspruch aus Richtigkeit erhebe« diirsen, so ist es zweifellos bau alle anderen Angaben unrichtig sind, unb daß die Feier bes 100. (Geburtstage- Liebigs am 12. Mat stattzu- finden hat."

Wie Tolstoj eine Dameaufsitzen" l 1. Nach derNowoje Wremja" kam ein reicher Amerikaner in seiner Facht ivährend loiftu, s .Aufenthalt in der Krim Dort an; er war in G > llfc t feiner Freunde und bat um die Erlaubnis, den großen Russen zu sehen Er versprach auch, sie würden ihn biirl) Sprechen nicht belästigen und mit einem Blick zufrieden sein. Tie Erlaubnis ivurbe gewahrt. Tolstoj f auf seinem Balkon unb bi. ganze Gesellsa> st u. m ..-r zog langsam unb schiv.-igeno an ihm uoii i; jeoi biidie ihn beim -uorbei,., >. an.

bunben sie slano einen Augenblick sltll und rief:Leo Tolstoß Leo Tolstoj, alle Fhre edlen Schriften haben

mein Leben tief beeinflußt: aber ivas mich am meisten gerührt hat, ist Ihr . . ." Hier hatte sic den Statuen de» Werkes vergessen Der kranke Tiftylcr lehnte sick> über die Brüstung des Balkons unb flüsterte lächelnb.Tote Seelen?" -Ja, ja", erwiderte sie.DaS Buch ist aber von Gogol, nicht von mir!"

Gcnter'S Führe-; nrd, Tirol an den Gardasee unb nach Venedig. Mari, l.i» Mk lLläbiebtlbc-r-Verlag Karl P. Gcuter iatmhabi.) Wa» dnü uovlifqciibe Büchlein will, befaat ber Xitel: cfl ivill ein vraliifdjri" Beglliur fein für Dirolfahrer, bw bas Uanb in uorb-fiivllchce Richtung bnrchauereu und bic Reife nach bent Vmibafcc oder nach Verona, pabii.» uno Venedig fortfetzcn. In einem Bändchen oeieinigt, behandelt Genters Führer ein Gebiet, daS obwol-l louiiftild) zufninmongchörig, in bet vorhandenen Relfe- liicralut meist auf zwei oder mehr Vauoc verteilt ist. Bei der Ein­teilung unb Anlage von Geuter'S Tirol-Führer Ist auf das Schnell- reifen nuferer :',eil voll« Ruckfichl genommen.Rundgängc" unb Wanberungen fmb Io eingetichiek, baß ber Reffcnbe bei geringstem Jcttauhuaiio mögt' n viel nchl, icdcnialltz alle- Wichtig« unb Letzen werte kennen lernt. Rebenfächliches unb UiuvefeiithdKl ist auvgefchieden oder nur kurz berührt. Der fonft in G.-iNers Futzrern angewandte j<iliDerid)mud i|t diesmal weggefallen, »veil er bei dem moiieii bcl)anbclien Webtet ba» S8<inbrt)r» zu mnlangreich und deshall: unl)iutbhd) flcmad)! arten im flläiten ift dafür iimfo

mehr -ianin au. vie »uuie ।u; deruhrer entbuli oeren tm ganzen. >nn ou jct;i begtnncm 'n Ilesten nad) ^nbcti" dürfte Wcuiei'ü fji-*-* u 41 ui en willkommene-, handlicher uno empfehlsn»- werter Begleiter fein.