Akr. S33
Grschetvt tSgltch außer SonmagÄ.
Gern GießenerAnzetger werden im Wechsel mit bem hessischen Landwirt die Gießener Familien, v Unter viermal in der Woche beigelegt.
-totattonSdruct u. Verlag der «rühNichea llntver^Buch- «.Stein» bruckevei(Pi«Üch Erben)
Gchalftratze *!• Dldresie für Depeschen» «n-etgee Vietze», tzervwrechanschluß Nr. 51.
Zweites Blatt.
153. Jahrgang
Montag 5. Oktober 1903
Gietzener Anzeigers
“ Seneral.llnjeiger
»Mts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Sichen
———————______ -eiqenteU: Pan« Beck.
Iie Heutige Wummer umfaßt 10 Seite».
Ier butgarisch-tülLilche Krieg hat öegounen!
Am Sonntag nachmittag erhielten wir folgendes Privattelegramm, das wir als Extrablatt bekannt gaben:
Hd. London, 4. Oktober, mittags. RenterS Bureau meldet ans Sofia: Dort gingen Varnaer Telegramme ein, wonach bei Demirkapu au der Grenze des Vilajets Adrianopel em Gefecht zwischen einer Schwadron türkischer Kavallerie mit bulgarischen Truppen stattgefuudeu hat. AugebUch sind 11 Bulgaren und 30 Türken gefallen.
Die Anerkennung dieser Meldung von WolfsS Bureau ging uns heute (Montag) früh zu. Anderweitige Bestätigung der 9tachricht fehlt noch. Trotzdem scheint kein Zweifel mehr obwalten zu können: Der orientalische Krieg ist ausgebrochen trotz der Mürzsteger Konferenzen, trotz der Warnungen von Rußland und Oesterreich, trotz der friedlichen Versicherungen der Türkei. Es wird weiter gemeldet, daß das Festungs-.Artillerie-Regiment in Sofia nach Philippopel verlegt worden ist und die bulgarische Kriegsoerwaltung die diesjährigen Rekruten statt im März nächsten Jahres bereits am 2. Oktober einstellte. — Wie aus Sofia noch gemeldet wird, find in Rilo wiederum über tausend Flüchtlinge an* «gekommen. Sie berichten von neuen blutigen Kämpfen, die unter Führung Zentschews und Jankows stattgefunden haben. — Rach Konsulats-Depeschen ist ein Aufstand im Sandschak Serres mit großer Heftigkeit ausgebrochen. Zahlreiche Ortschaften, darunter auch solche mit starken Garnisonen, werden von den Aufständischen hart bedrängt und mit Dyna- mtt angegriffen. Die Militärbehörden ersuchten um schleunige Verstärkungen der Garnisonen.
Aus Stadt und Zand.
Gießen, den 5. Oktober 1903.
** Empfang b ei Hofe. S. K. H. der Groß- Herzog empfing am 30. September den Oberkonsiftorial- rat und Superintendenten Petersen von Gießen und den Professor Dr. Brauns, Rektor der Landes- Universität.
** Ueber die gestrige Friedhofsweihe wird uns geschrieben: Trotz des denkbar schlechtesten Wetters sand Sonntag, 4JD&, nachmittags 4 Uhr die evangelische Weihe des neuen Friedhofes vor einer großen Gemeinde in würdigster Weise statt. Nach feierlicher (Hoffnung des Gottesdienstes im Freien sang der Knabenchor, dann folgte die eindrucksvolle, nur Glauben und Liebe atmende Weiherede des Pfarrers Dr. Naumann über Pf. 126, 5. 6, und das Weihegebet; nach einem Gesang des Mädchen- chors schloß der Geistliche mit dem Segen. Gewiß haben alle Anwesenden eine ergreisende und erheberrde Stunde durchlebt.
Schwurgericht.
P. Gießen, 3. Oktober.
AuslauS.
London, 3. D£t In den rabäfaTcn Kreisen wird versichert, Lord Miln er habe den Posten als Kolonialmckrister aus materiellen Gründen abgelehnt. 2lls Oberkommissar in Südafrika bezieht er einen Gehalt von 11000 Pfd. Sterl.; als Lvlonialminister würde er nur ein solches von 5000 Pfund beziehen. Es wird noch hinAUgesügt, daß Miliner nicht sehr vermögend ist.
— Tie Umbildung des Kabinetts soll endlich vollzogen sein. Lord S-elbvrne, 5er gestern nach Bal- moral berufen wurde, wird Kolonialmiuister.
Rom, 3. Ort. In einer heute veröffentlichten ersten Enzyklika gedenkt Papst Pius X. zunächst seiner Wahl zum Papst und sagt, er habe unter Tranen und inbrünstigen Gebeten seine Erwählung zu vermeiden gesucht, da er sich, für unwert dieser Ehre gehalten habe. Ihn habe der Gedanke tief bewegt, Nachfolger desjenigen Papstes werden zu sollen, der 26 Jahre hindurch die Kirche mit höchster Weisheit und erhabener Einficht tin Glanze so vieler Tugenden gelenkt habe. Er sei auch besonders durch die höchst ver - hängnisvollen Zu starr de in der bürgerlichen Gesellschaft erschrecke gewesen, weil diese gegenwärtig mehr als in der Vergangenheit von sehr tiefgehender Unzufriedenheit er füllt sei, die immer mehr um sich greife und der Gesellschaft Verderben zusühre. Er habe sich dem Willen Gottes im Vertrauen auf seine Hilfe gefügt. Für sein Pontifikat ö^bc es kein anderes .Programm, als das Ziel, alles auf Eyristum zurückzuleiten, sodaß Christus alles und in allem sei. Ter Papst fährt dann fort: Der eine und der andere wird in unjerer Seele geheime Bestrebungen zu entdecken suchen, um sie auf weltliche Ziele und Parteiwünsche zurückzuführen. Wir erklären, um jeder nichtigen Erwartung vorzubeugen, daß wir vor der menschlichen' Gesellschaft nur ein Dien er Gottes sein werden^ dessen Willen auszupchren wir eingesetzt sind. Der Papst appelliert sodann an die Mitarbeit der Bischöfe. Man müsse der Erziehung der Jugend, besonders der für den geistlichen Beruf 6,eftimirrten, besondere! Sorgfalt zuwenden. Er wünsche, daß in den Städten und auf dem Lande immer mehr katholische Vereine
Deutsches Keich.
Berlin, 4. Okt. Der Kaiser hörte gestern im Jagdschloß Rominten die Vorträge des Mnisters <£ec. Studt und des Ministers von Podbielski.
— Die „Münch. 9t N." veröffentlichen einen Aufruf zur Gründung einer „sozial-aristokratischen Partei", der ihnen von einem Berliner Dr. Eduard Loewenthal zugegangen ist. Aus dem Programm, auf das der Gründer die neue Partei aufbauen will, sei angeführt, es werde für alle Freunde der Wahrheit, des Rechtes und der Humanität zur Pflicht, sowohl gegen den plump ma- terialisttschen Terrorismus von der einen, wie gegen die Reaktionsgelüste von der andern Seite entschieden Front zn machen und sich unter einem neuen Banner — dem der Sozial-Aristokratie — zusammenzuscharen. Die Sozial- Aristokraten werden den großen Prinzipien fragen, welche die Gegenwart bewegen, nicht aus dem Wege gehen, sondern offen und energisch Stellung zu denselben nehmen, — sie werden die Religion oder Weltanschauung nicht nur al- Privatsache, sondern auch als Gesellschastssache betrachten, und zwar im Sinne des Coaitanteutums, d. h. der Religion des Wissens und der Wifsenserweckerung, sie werden offen sich zu dem Grundsatz bekennen, daß auch im polckiichen Staatenverkehr die Herrschaft des Rechtes an die Stelle der Willkür und Gewalt treten muß." ^Der Aufruf gipfelt in einem Ruf nach einer obligatorischen internationalen Friedensjustiz und "einem Weltstaatenbund der Zukunft.
entstehen wmb Vorbilder christlichen Lebens geben. Wenn alles auf Christus zuruckgeleukt sei, würden die Vornehmen und Weichen gerecht und liebreich gegen die Niederen fein stnd diese würden mit Ruhe und Geduld auch die schmierz- lichsten Nöte ertragen'. Achtung und Liebe gegenüber den Obrigkeiten wurden als Pflicht betrachtet werden. Dann werde es schließlich offenkundig werden, daß die von Christus eingesetzte Kirche völlige Unabhängigkeit von äußerer Herrschaft genießen müsse. Indem diese Freiheit gefordert wird, wäre es nicht nur dem heiligen Rechte der Religion gemäß, sondern es werde auch für das allgemeine Wolst und die Sicherheit der Völker gesorgt werden.
Wien, 3. Okt. Der Zar ist programmmäßig heute nachmittag vom Bahnhofe Aieidling nach Darmstadt abgereist. Die beiden Atonarchen verabschiedeten sich au: das Herzlichste von einander.
Budapest, 3. Okt. In einer Berliner Korrespondenz tritt der „Pester Lloyd" den Gerüchten energisch entgegen, wonach Prinz Eitel Friedrich oder Prinz Adalberts sich auf die Thr o n so lg e in den Ländern d er Stefanskrone vorbereiten und zu diesem Zwecke die ungarische Drache studieren. Maßgebenden Ortes trete man dem Unfug, die deutschen Kaisersöhne für deutschf- seindliche und antidynastische Zwecke zu gdbrauchen, schar entgegen.
bares Geld verliehen und oieses Darlehen, welches vom Vormund seines außerehelich geborenen Kindes gepfändet werden sollte, sich zurückzahlen lassen, unter Umständen, welche den Verdmyt rechtfertigen, daß es ihm nur darum zu tun war, die 200 Mark der drohenden Zwangsvollstreckung zu entziehen, von deren Awordnung er wohl Wind bekommen haben muß. Dem Angellagten Graulich wird aus Den Akten der Voruntersuchung vor gehalten, daß er dem Untersuchungsrichter gegenüber ein umfassendes Geständnis seiner Schuld abgelegt hat. Landgerichtsrat Sandmann erklärt als Zeuge, daß der Angeklagte ihm gegenüber, als er in der Strafsache gegen Graulich die Voruntersuchung gefiihrt habe, ein offenes Geständnis seiner Schuko abgelegt hat. Den Geschworenen lag die gfrage vor, ob der Angeklagte wissentlich einen falscben Eid geleistet habe. Auf Antrag des Verteidigers wuröe noch für den Fall der Verneinung der von amtswegen gestellten Frage die weitere Frage gestellt, ob der unter Anllage stehende Eid fahrlässig falsch geschworen sei. Gerichts- asfessor Dr. Hetzel begründete bte Anklage und bittet die Geschworenen, die erste Schuldftage wegen wissentlichen falschen Eides zu bejahen. Rechtsanroalt Katz plaidiert auf Verneinung der auf Meirreid'gerichteten Schuldfrage, es sei dem Angeklagten zu glauben, daß er im Moment, als er den Eid geleistet, nicht daran dachte, daß er zu Hause noch den Betrag von 50 Mack habe. Tie Jury bejahte nach! kurzer Beratung mir die Schuldftage wegen fahrlässigen Falscheides, worauf der Gerichtshof auf 10 Monate Gefängnis, von denen 2 Monate der Untersuchungshaft in AbrechnurM kommen, erkannte. Der Staatsanwalt hatte 1 Jahr Gefängnis beantragt.
Heute, am Samstag, verhandelte das Schwurgericht gegen den Landwirt unb Gastwirt Valentin Schäfer von Lornshausen, früher Gerneinderechuer daselbst, wegen 23er- brecheus im Amt. Den Vorsitz ftihrte Landgerichtsrat Schmeckenbecher, die Landgerichtsräte Wehner und Koch fungierten als Beisitzer. Gerichtsassesfor Dr. Hetzel vertrat die Anklage. Rechtsanwalt Arnold führte die Verteidigung. — Der Tatbestand ist der folgende: Der 48 Jahre alte Angeklagte ist seit 1896 Gemeinderechner der etwa 250 Seelen zählenden Gemeinde Berrrshausen. Als solcher hat er in den letzten Jahren, besonders in 1901 und 1902, mehrere gröhere Betrüge unterschlagen und den ordnungsgemäßen Eintrag in die Bücher der ca. 2400 Mark äusmachenden Summen unterlassen. Die Beweisauftlähme ergibt, daß, toeim der Angeklagte alle die unterschlagenen Posten in das Tagebuch als Einnahnw eingetragen und die Beträge in die Gerneindekasse eingelegt hätte, er nie eine Uebekzahlung haben würde, fonoern im Gegenteil stets Ueberschuß gehapt haben würoe. Ferner wird fest-
gestellt — was der Angeklagte auch zugestand — daß Schäfer die Gemeindegelder nicht in einer gesondertere Kasse, sonderrr mit seinen Privatgeldern zusammen in einen Kasten getan hat. Gerichtsassesfor Dr. Hetzel plaidierte auf Bejahung der Schuldfrage, er tritt aber dafür ein, daß man den Angellagten für sein Tun nicht ins Zuchthaus schicken solle. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Arnolo, hüll es nicht für direkt nachgewiesen, daß der Angeklagte wirklich die Betrüge unterschlagen hat. Nach viertelstündiger Beratung sprachen die Geschworenen den Angellagten schuldig des Verbrechens im Amt, bewilligten chm aber mildernde Umstände. Der Gerichtshof erkannte darauf auf 1 Jahr Gefängnis, lehnte aber die vom Vertreter der Staatsbehörde beantragte Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte ab. Zlveisellos könne man annehmen, daß Schäfer, der in seinen Vermogensverhältnissen zurück^ gekommen gewesen, in einer gewissen Mtlage gehandelt habe. Zwei Monate der erlittenen Untersuchungshaft sind dem Angeklagten als von der Strafe verbüßt in Anrechnung gebracht worden. Mit dieser Verhandlung schloß die diesmalige Tagung des Schwurgerichts.
In der gestrigen Verhandlung vor den Geschvorenen hatte sick) der bisher unbeftrafte 26 Jahre alte Maurer Paul Graulich aus Wallersdorf wegen Meineids zu verantworten. Die Richterbauk 'bestand aus Landgerichts- rat Schmeckenbecher, Vorsitzender, den Landgerichtsräten Dornseiff und Neunhagen, als Beisitzer. Die Anklage vertrat Gerichtsassessor Dr. Hetzel. Verteidigt wurde der Angeklagte vom Rechtsanwall Kcch Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, daß er am 21. Januar 1902 vor dem Amtsgericht Alsfeld wegen einer Alimeutenforderung, wegen der er fruchtlos gepfändet worden war, einen wisjeutllch falschen geleistet hat. Er gesteht zu, daß, als er sein BennSgen unter Eid abgegeben hat, er Noch im Besitz von 60 Mark war, welche er dabei verschwiegen hat. Er will bet Leistung des Eides nicht daran gedacht haben, daß er zu Hause diesen Betrag habe, auch will er im Glauben esen sein, er brauche diese Summe, welche er demnächst zu seinem und 'feiner Familie Lebensunterhalt en wollte, nicht anzugeben. Der An- gellagte war seinerzeit Verurteilt worden, pro Monat 15 Mark für fein unehelich geborenes Kind zu zahlen. Zwei Tage vor seiner Verurteilung hat er ein Erbteil in Höhe von 200 Mark, welches sein Bruder in Gewahrsatn hatte, bei diesem erhoben, um, wie er angi&t, bis auf einen Rest von 50 Mark, Schulden damit zu bezahlen. Ter Angeklagte hat dann nachgewiesenermaßen 5 Monate später, nachdem er den Offenbarrm-gseid geleistet hat, 200 Mark
i ** Aus dem Stadttheater-Bureuu. Für das Stobitzer'sche Lustspiel,^Liselottt', das bei der Rentiere von dem Publikum mit großem, spontanen Beifall aul* genommen wurde, macht sich derart reges Sntereffe geltend, daß die morgige DieEag-Aufführung ein stark- besuchtes Haus aufweisen dürste. — In Dorberellung fleht Engels spannendes Drama „Üeber den Wasserw.
** Die Ueberreichuug der Meisterbriefe an die erfolgreichen Teilnehmer an der Prüfung
für die Provinz Oberhessen fand gestern früh
um V2U. llhr im großen Saale des Cafs Leib feierlich statt. Es war eine sehr große Zahl, die der Ernennung zu Meistern wartete. Baumeister T r a b e r als Vorsitzender der Prüfungskommissiou begrüßte die jungen Meister und Ehrengäste, besonders die Vertreter der Großh. Staatsregier- uug und der Großh. Handwerkskammer, und hob hervor, daß es erfteullch fei, daß eine sv große Zahl von Handwerkern bei dieser zwecken Prüfung seck der Einführung der Gewerbeordnung um die Zuerkennung des Meistertitels sich beworben habe. Das sei ein Zeichen, daß die Meisterprüfung Anllang unter den Handwerkern gefunden habe. Er forderte die Junghandwerker auf, nach Empfang der Meisterbriefe fixt), dieses Titels stets würdig zu erweisen. Ministerialrat Braun hielt als Vertreter der Großh. Staatsregierung eine sehr schöne, sinnreiche Ansprache an die Versammlung, indem er sie zur Verleihung des DLeistertitels begMck- wünschte und an das Wort Hans Sachsens in Richard Wagners „Meistersingern" anknüpfte: Verachtet mir die Meister nicht, und ehrt mir ihre Kunst! Er erinnerte an den Streit, der damals, bei der Einführung der Bestimmung der Gewerbeordnung sich erhoben habe darüber, ob die Meisterprüfung nützlich sei oder nicht. Ec habe immer gedacht: tteberlaßt die Entscheidung dieser Frage doch nur denen, die sie zunächst angeht. Die Handwerker selbst werden chon durch die Erfahrung wissen, wie sie sich dazu zu stellen haben. Die heute so überaus große Zahl der jungen Erwerber sei ein Zeugnis dafür, daß die Verleihung des Meistertckels nützlich und erwünscht sei. Auch Mlnisterial- rat Braun forderte mit schönen Worten die Handwerker auf, ihren Stand und Meistertitel stets hochzuhalten. Er schloß mit des Meistersingers Worten: Drum sag' ich Euch: Ehrt eure deutschen Meister, dann bannt ihr gute Geister! Nach ihm ergriff als Vertreter der Großh. Handwerkskammer £herr Falk das Wort, um ebenfalls seine Glück- wünsche auszusprechen, den großen Bemühungen der Prüfungskommission, besonders dem Vorsitzenden, Herrn Traber, Dank und Anerkennung zu zollen und eindringlich zu ermahnen, die Meister möchten doch stets ihrem Beruf Ehre machen und an allen Dingen, die das Handwerk angingen, nach bestem Können mitwirken. Dann werde auch bald den Wünschen der Handwerker ncch» mehr Interesse und Wohlwollen entgegengebracht als seither. Sck)ließlich sprach noch Ingenieur Schiele im Namen des Ortsgewerbevereins den jungen Meistern Glückwünsche aus und verwies auf die Tätigkeit der Gewerbevereine, die den Fortschritt des Handwerks, das noch heute einen goldenen Boden habe, er- trebten. Auch er erkannte die Verdienste des Herrn Traber an und dankte ihm dafür. Es erfolgte darauf die Aufrufung der einzelnen Meister, die mit Handschlag geloben mußten, den Meistertitel hochzuhalten und danach die Urkunde empfingen. Zur Prüfung hatten sich 97 Kandidaten angemeldet. Von diesen haben 89 Kandidaten bestanden, 6 bestanden nicht, 2 traten während der Prüfung zurück. Nach den Gelverben verteilen fich die Kandidaten wie folgt: 17 Schreiner, 4 Glaser, 1 Drechsler, 1 Imker, 1 Pflasterer,


