Ausgabe 
5.9.1903 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Zweites Blatt.

153. Jahrgang

Samstag 5. September 1909

Ale heutige Wummer umfaßt 14 Seiten.

Schnlstraße 7.

Adresse für Depeschenr Anzeiger Gießen.

Fernsprechanschluß Nr. öl.

porus und erschwere den russischen Vormarsch auf den Suezkanal und arzf den persischen Golf, Rußland endlich erwartet von der Tätigkeit der Revolutionäre die Besorg­ung seiner eigenen Geschäfte in der Türkei und auf dem Balkan und die Erschwerung der östreichischen Politik. Sicher haben Spekulationen auf das Auseinanderfallen der habsburgischen Monarchie nach dem Tode Franz Josefs, die in Frankreich an der Tagesordnung sind, und der Wunsch, in einem solchen Stadium auch Deutschland inner­politische Schwierigkeiten zu bereiten, die sränkorussischen Alliierten zu ihrer Nachsicht bewogen.

Während so die Verwirrung des Küäuels der europäi­schen Politik zu einem Teile in den Händen derRevo- lutionärkolonien" liegt, ist es sicher, daß die Entwirrung späterhin die getreuen Diener ihrer so arg befehdete Feinde ans Messer liefert. Das ist häufig die Ironie im Geschick derPolitiker aus der Dunkelkammer.

Bis zum Jahre 1910 ist es ja noch lange hin, aber steter Tropfen höhlt den Stein. Die Regierung hat, um den Zolltarif durchzubringen, manches Zugeständnis machen müssen, das sie gern nachträglich ausgehoben sehen wird. Tie Aufhebung der kommunalen Verbrauchsabgaben war von der Reichstagsmehrheit als ein Beruhigungsmittel ge- dacht; die Unzufriedenheit über die Erhöhung der land­wirtschaftlichen Zölle sollte damit beschwichtigt wer­den. Daß aus der anoeren Seite die Gemeinden mit Ver­brauchsabgaben die direkten Steuern, beim Fortfall jener Abgaben, zu erhöhen genötigt sein würden, dieser Hinweis fand in der Hitze des Gefechts kaum Beachtung. 9hirt, da der Kamps vorüber, und die Frage mit mehr Sachlichkeit und Besonnenheit geprüft werden tarnt, haben die Gemeinden begründete Hoffnung auf Beseitigung des ruinösen Para­graphen, zumal da eine größere Anzahl bundesstaatlicher Regierungen sicherlich, und wohl auch, Hessen, Unter* stüßung leihen wird.

~ ~ UL U-4 L LA Lj V, , LALKLV, K, ,

Straßburg, Metz, Göttingen, Wiesbaden, Aachen, Kassel und

Politische Tagesschau.

Die Aufhebung des Oktroi.

In Dresden traten am 4. September unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Beutler-Dresden und Bach-Straß­burg die Vertreter von 100 deutschen Städten zusammen, um über den § 13 des Zolltarisgesetzes vom 25. Dezenrber 1902, Aufhebung der Verbrauchsabgaben ab 1910, zu beraten, Nach längerer Debatte wurde folgende Resolution angenommen: 1. § 13 des Zolltarifgesetzes bedeutet einen schweren Eingriff in die Finanz- Wirtschaft zahlreicher deutscher Gemeinden, für deren Haushatt die Erhebung der in Betracht kom­menden Verbrauchsabgaben eine der wichtigsten und unentbehrlichsten Einnahmequellen bedeutet. 2. Tie Aufhebung der Abgaben würde in allen davon be­troffenen Gemeinden eine bedeutende Erhöhung der direkten Steuern und damit eine Mehrbe­lastung des wirtschaftlich schwächeren Teiles der Bevölkerung zur Folge haben, auch in vielen Ge­meinden die Einführung und Weiterbildung der gerade diesen Bevölkerungsteilen zugute kommenden Wohl­fahrt s e i n r i ch L u n g e n w e s e n t l i ch e r s ch w e r e n, oder gar unmöglich machen. 3. Es ist nachdrücklich die W i e d e r b e s e i t i g u n g des § »13 anzustreben a) dadurch, daß die beteiligten Gemeinden aus ihren Vertretern einen Ausschuß bilden, der beim Reichskanzler, beim Reichstag und bei den Bundesratsbevollmächttgten wegen dieser Be- ettigung des § 13 Mündlich und schriftlich vorstellig werden oll, b) dadurch, da.ßj die beteiligten Gemeinden in den Bundesstaaten sich zu einem gemeinsamen Vorgehen bei ihren Regierungen und nach Befinden bei ben Landtagen zusammenschließen und wegen der Wiederbeseittgung des § 13 bei ihren Regierungen mündlich und schriftlich vor­stellig werden, c) dadurch, daß auch durch die Vertreter der beteiligten Gemeinden im Reichstag in der Richtung auf Wiederaufhebung des § 13 eingewirkt wird. Zum g e- schäftsführenden Ausschuß werden drei hessi­sche Städte, nämlich Darmstadt, Mainz und

Kevolutionärkolonien.

Mart schreibt uns aus Berlin von besonderer Seite: Es gab einmal eine Zeit der Berliner Dönhofsplatz war damals noch nicht der Kreuzungspunkt der polnischen und^der deutschen Rasse, der er heute ist, wie einst in Wien der Stefanspratz^ beim Beginn der Kolonisierung der östrei- chischen Reichshauptstadt da lehrte an der Berliner Universität ein baltischer Privatdozent angeblich Geschichte der alLslavischen Literatur. In Wirklichkeit trug er kaum verhüllte moderne, unter russischem Gesichtswinkel revolutionäre Gedanken vor. Zu seinen Füßen versammelte sich eine ziemlich abgerissene männliche Ge­sellschaft, mit der er privatim dem Sport des Zigaret­ten rauche ns, und eine weibliche, mit der er dem Laster desVerschemachens", wie der alte General Klinkow zu Heinrich von Kleist sagte, fröhnte. Es war die Zeit, in welcher in den Korridoren der Universität die meisten Butterbrote aus den Mänteln, und nicht selten die Mäntel m& verschwanden.

Die B u tterbrotkalamität aber und die Un> oequemlichleiten, die der deutschen Regierung aus dem Gefallen zu erwachsen drohten, das russische Geheimagenten plötzlich an den Sehenswürdigkeiten ' Berlins fanden, machten dem Dorado ein baldiges Ende. Der Zug nach dem Westert setzte wieder ein; uni) diese Abart derslavi- schen Gefahr" wandte chr Augenmerk wieder in verstärktem Made aufParis, das ein franzöjj cher Schriftsteller das Asyl jedermanns" genannt hat,ocr aus seinem Vater­lande verbannt ist und die Jungfräulichkeit des Vergessens sucht."

Seit der Zett, da Montesquieu seine Persischen Briese chrieb, ist Paris, mit dem Vorposten Gens, die große Börse, wo das Revolutionsangebot aus der Türkei seitens der Armenier und Maeedonier, von Kroaten und Serben, von Polen nut) Russen, seinen Mittelpunkt findet, von wo aus es durch den ungeheuren Fremdenstrom mit der ganzen Welt in Fühlung bleibt. Von Paris ist die Be­wunderung für die slavische Ltteratur ausgegangen; in den Spalten nationalistischer Mütter finden polnische und russische Schriftsteller willigen Unterschlupf. Radikal-sozia­listische Auslandspolitiker vom Schlage Pressense arbeiten ün Parlament und in den Salons der Hochfinanz für die Ziele dieser Propaganda und für ihre MütterMakedenia" urtdArmenia". Bedeutende französische Publizisten setzen eine Ehre darein, Mitarbeiter der von Bakunin und dem Fürsten Krepotkin begründeten, aber feit Herzen's Tode bedenklich entarteten geheimen Presse, die in Genf und Zürich gedruckt wird, zu sein. Seit in Oesterreich Polen und Tschechen eine maßgebende Rolle zu spielen begonnen haben, bestehen lebhafte Beziehungen auch mit Wien und Budapest. Die Pariser Revolutionäre stehen mit den in England ansässigen Flüchtlingen üi Verbindung. Das in London erscheinende OrganFree Rujsia" ist allerdings ein Beweis von dem Niedergang der geistig ehedem hoch­stehenden Londoner Kolonie. Aber die politische Bedeutung dieserMineurs" der bestehenden politischen Ordnung ist auch gegenwärtig noch keine geringe. Seit in den letzten zehn Jahren wiederholt die fernere Duldung dieserFrei­schärler von der Jeder" die öffentliche Meinung Englands beschäftigt hat, sind sie bedeutend stiller, aber keineswegs weniger tätig. Der letzte Versuch, dem Bestehen dieser : Kolonie ein Ziel zu setzen, ist von dem ALg. für Ronsford, Sinclair, ausgegangen. Indessen die Tatsache, daß dieser ; Bekämpf er des eingewurzelten Asylgedenkens kaum einen < Tropfen rein englischen Blutes in seinen Adern hat, und der tatsachenarme Bericht der Kommission, über fremde i Einwanderung haben ihrer Sache eher genützt, als ge- 1 schadet. j

Wie kommt es nun, daß England und Frankreich, in j

Deutsches Kelch.

Berlin, 4. 0e.pt Aus dem Schcachtfelde von Roßbach unwett Merseburg nahm heute der Kaiser die Parade über das vierte Armeekorps ab. Der komman­dierende General v. Beneckendorff und v. Hindenburg hatte das Korps, das durch die KavalleriedivisionA" verstärkt ist, nördlich von Groß-Hayna aufgestellt. Las Kaiserpaar mit Gefolge kam vom Merseburger Schloß' aus äuf das Paradefeld. Der Kaiser führte selbst die Fahnen mit einer Kompagnie des 26. Regiments den Truppen zu und ritt dann mit den übrigen Fürstlichkeiten, unter denen sich auch der König von Sachsen befand, die Front ab. Tas Korps hatte im ersten Treffen die gesamte Infanterie, die Maschinen-Gewehr-Abteilung, die Telegraphenabteilung, so­wie die Jäger zu Pferde, im zweiten Kavallerie, Feldartttle- rie und den Train. Dann nahm das Kaiserpaar mit den Fürsten vor der Tribüne Aufstellung und ließ die Truppen defilieren. Wie aus Merseburg berichtet wird, schnttt das Korps gut ab. Nach der Parade kehrte das Kaiserpaar nach Merseburg zurück, wo heute abend das Paradediner für das vierte Korps stattfand. Bei dem Diner hielt der Kaiser folgenden Trinkspruch: Ml .. Ekas gilt dem Wohle des vierten Armeekorps, dem ich u oem heuti­gen schönen und gelungenen Paradetage non-ma.s meinen herzlichsten Glückwunsch ausspreche. Ich bin auch feft über­zeugt, daß am heutigen Tage derSiegervonRoßbach mit Wohlgefallen auf den jungen Nachwuchs herabgeblickt hat. Das vierte Armeekorps Hurra!

Bemerkenswert ist aus der Erwiderung des Generals von Beneckendorff undvonHindenburg folgen­der Passus: Sollten Euer Röajestät aber draußen brauchen, so darf ich versichern, daß die Altmärker, Nassauer, Alten­burger, Sachsen und Thüringer, die in den Reihen des 4. Armeekorps stehen, sich ihrer Väter würdig erweisen. Wir gehen d r a u f, Euer Majestät, und Unmöglich es so ll es für uns nicht geben.

Jii Berlin hat sich ein aus den Herren Wirkl. Geh. Rat Weymann, Minister des kgl. Hauses v. Wedel, Ober­hofmeister der Kaiserin Frhr. v. Mirbach, Präsident der Seehandlung Havenstein, Geh. Kommerzienrat v. Mendels- ohn-Bartholdy und Geh. Kommerzienrat E. Hardt be- tehendes Komitee zur Sammlung einer Silber­nen Hochzeits spende" für unser Kaiserpaar gebildet, welches am 27. Februar 1906 das Fest der silbernen Hochzeit begeht. Die eingehenden Gaben sollen zum über­wiegenden Teile speziell protestantischen Interessen, näm­lich dem Ausbauprotestantischer Kirchen, gewid­met werden. In dem zu diesem Zwecke erlassenen Aufrufe heißt es u. a.:

Nr. 208

erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Familien* blätter vier-mal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Univers.-Buch- u.Stein- bruderet (Pietsch Erben)

W «gr veyngspret»,

/Wv Mr W monatlich^ Ptt viertel-

Gießener Anzeiger s

«eneraWnjeiger - JSBE

Amis- uni) Anzeige»!«« für den Kreis Eichen WU

_______________________ __ zeig enteil: Hans Deck.

gewissem Grade auch Oesterreich, diese Siedelungen nickst Worms, ferner folgende Städte gewählt: 9türnberg, ^ur dulden, sich vielmehr auch mit ihnen in Heine Ge- Augsburg, Bamberg, Dresden, Karlsruhe, Ulm, Weimar' schäfte von Harid zu 59and einlassen, und daß Rußland seine ' nm- ~ -

schwere Hand nicht auf sie legt? Es gehört zu den Geheim­kapiteln der internationalen Politik. Oesterreich ist teils zu schwach, sich dieser Umarmung zu erwehren, teils sind ihm die Mücken im Nacken Rußlands nicht unangenehm. Frankreich begünstigt jede Bemühung, welche die Aufmerk­samkeit des Sultans von seinen nvrdafrikanischen Besitz­ungen abziehen und die Stellung Großbritanniens in den DardMiellen schwächen kann. Englands Orientpolitik ist in diametralem Gegensätze zur französischen seit dem Ber­liner Vertrage von dem Gedanken beherrscht, die Loslösung und Selbständigmachung der Südslaven einerseits, der Ar­menier andererseits stärke beit kranken Mann am Bos-

FeuiUelsn.

Die Sti f ts kirch e in Wimpfen. Se. Kgl. Hoheit ber Großherzog hat, wie wir bereits mitteilten, dem Prü- lmen Tr. Fried. Schneider in Mainz für feine hervor­ragenden Verdienste als Mitglied des im Jahre 1893 für ine Wiederherstellungsarbeiten an der Stiftskirche zu Wimpfen a. N. berufenen Kunstrates die goldene Medaille sur Wissenschaft und Zlunst verliehen. Tie Verdienste des Dr. sn7nC^C= UTn Erhaltung bezw. Wiederherstellung dieses Bauwerks^ sind immens. Bevor noch von irgend einer Mweren Seite darauf hmgewieseu worden war, hat Dr. Schneider Schlüsse aus den baulichen Ueberresten gezogen uno tn feinem 1894 abgefaßten Gutachten niedergelegt,, drc durch die später- von der oberen Baubehörde angeord- neten 'Nachgrabungen ihre volle Bestätigung fanden. Die Vermutung Schneiders von einem Polygonbau im Sinne der Aachener, Münchener und ähnlicher Beispiele erwies stch als gerechtfertigt. Bei Wiederherstellung der im 13. Zayrhunoert erbauten Kirche war auch auf die künstlerische Ausgestaltung Bedacht genommen und die alten Glasmale­reien durch Prof. Geiges in Freiburg i. B. wieder renoviert worden. ^Tas Denkmal giebt jetzt Zeugnis von dem, was in den Vagen der süchsi>chen Kaiser an Stelle des nieder­gelegten Zwölfeckbaues gestanden hat. Durch Renovierung der Wimp;ener Stistkirche hat die deutsche Denkmalkunst eine wertvolle Bereicherung erfahren, und daß dem Werk rille jo pietulvolle lünstterische Rckönstruktion zuteil wurde, i>r hauptsächlich Dr. Schneider zu danken.

D as »ü lte Barmer Theater, das am 25. März 'n Flammen aufging, wird nun durch ein neues ersetzt

werden. Regierungsbaurneister Moritz (Wln) hat die Pläne und Kostenanschläge fertiggestellt. Die St ad t Barmen hat sich der Barmer Stadttheaterakttengesellschaft gegenüber bereit erklärt, die Bürgschaft für ein auszunehmendes amor- ttisierbares D a r l e h e u v 0 n 1 M i l l i 0 n M a r k zu über­nehmen. Tie Sparkasse hat das Kapital zu 4 Proz. einschließlich einer jährlichen Amorttsationsrate von Vs Pvoz. zugesagt. Als Matz für den Neubau ist ein Grundstück in Größe von etwa 42 500 Quadratftlß zum Meise von 560 000 Mark erworben worden. Die Kosten des Baues einschließlich innerer Einrichtung und Fundus sowie Grunderwerb be­tragen etwa 1750000 Mark. Das Vermögen der Gesell­schaft beträgt rund 350000 Mt., an freiwilligen Gaben gingen aus der Bürgerschaft ein 160000 Mark, sodaß noch ein Restbetrag von 240000 Mk. aufzu­bringen ist. Man hofft, noch in diesem Jahre mit den Bauarbeiten beginnen zu können, sodaß das Theater späte­stens im Herbst 1905 spielfertig werden dürfte.

Eine hübsche Episode aus der pädagogischen Tättgkett Rudolf Hildebrands, des berühmleil Leip­ziger Germanisten unb vortrefflichen Menschen, dessen um­fassender Geist und oerehrungswürdige Tiefe keiner feiner Leipziger Universitätshörer vergessen wird, erzählt Archiv­rat Tr. Theodor Distel in der Zeitschrift für den deutschen Unterricht: In der Quinta der Thomasschule zu Leipzig gab Rudolf Hildebrand 1861/62 u. a. den lateinischen Unter­richt. Einmal wurde das StückEervus" aus Ellendts Lesebuch übersetzt, und als der große Sprachmeister von den ,chünnen Beinen" des sich im Wasser erblickenden Hirsches sprach, stand der Sohn eines Försters auf und bemerkte, daß das Rotwild Läufe habe und nicht Beine. Nun war es um das Latein geschehen: Der Rest der Stunde wurde

den sonstigenZveidmännischen Ausdrücken gewidmet, toobex dergrüne" Schüler die Belehrung übernah.m Lange ver­breitete Hildebrand sich besonders über die WorteGeäfe" (Maul),Lichter" (Augen",Gehöre" (Ohren). Tann schloß er die Stunde mit den Worten:Unser Latein ist heute zu einer Art Jägerlatein geworden, aber gelernt haben wir alle und dabei ins frische Waldesgrün geschaut."

Dem Könige Christian von Dänemark, der in den nächsten Tagen sein vierzigjähriges Re­gie r u n g s j ub i l ä u m begehen wird, setzt aus seiner Kronprinzenzeit, wie man uns schreibt, der dänische Schrift­steller und Märchendichter H. C. Andersen in seinem RomaneSein oder Nichtsein" ein ehrendes Denkmal. Im Jahre 1853, als das kleine Dänemark sich kaum von den vorhergegangenen Kriegsjahren erholt hatte, brach in der Hauptstadt Kopenhagen eine schwere Choleraepidemie aus. Sie forderte ihre Opfer scharenweise, ganze Häuser und Familien starben aus, die Menscheri mieden einander, wer nur irgend in der Lage war, verließ die Stadt.Häufig" läßt Andersen, nach ettigeheuder Schilderung jener Zu­stande, eine der Gestalten^seines Romanes sagenbe­gegnet man jetzt in ben Straßen von Kopenhagen einem Paare, das zurückgeblieben ist und dem Geringeren, der da weiß, - daß es leicht auf das Land hätte flüchten können, aber freiwillig die Müfuug mit dem armen Manne be­stehen wollte, tut das wohl. Bor diesem Paare, dem Ktwn- prinzen mit seiner Gemahlin, ziehe ich jetzt noch einmal so tief als jonst ben Hut. 9he im Leben wird ihnen dieser schöne Zug vergessen werden." S.