Ausgabe 
5.6.1903 Erstes Blatt
 
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Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

heftige zur Linie.r ... .cllung nahmen. Oberbürgermeister Aoill 2 s trat heran uno überreichte in einem vom eiabt­rat v. Metzler gestifteten silbernen Pokal den Ehrentru.nL

Leitung vortrug giüt,cub durchs..,

)cach allen Seiten hin freundlich

LUcajeüätcn den ^aal und bliebei ü.oef, wahrend die Prinzen und ba5

Wählerversammluug der Liberalen Parteien.

Gießen, 4. Juni.

Es war eine große, imposante Versammlung politisch Interessierter, die gestern abend im 9teuen Saalbau zu- sammengekommen war; der Saal war bis aus den letzten Platz befett Wir schätzen die Zahl der Erschienenen aus 400500. Und es waren Männer erschienen, aus allen Kreisen der städtischen Bevölkerung, deren Vereinigung ein würdiges und ansehnliches Zeugnis ab legte für diejenige politische Gesinnung, die in unserer Stadt ausschlaggebend tfl Nach den mannigfachen Bemühungen der beibcii libe­ralen Parteien, um einen gemeinschaftlichen Kandidaten aufzustellen, trat gestern nicht nur hervor, daß man endlich den richtigen Mann gefunden hat, sondern eS dokumen­tierte sich auch glänzend, daß bezüglich der Wahlbewegung keine Gegensätze zwischen den liberalen Parteien bestehen, daß vielmehr ein Sinn und ein politisches Ziel beide ? Parteien deseelt. Kommerzienrat Heyligenstaedt, der iberale Wahlkandidat, betrat unter lautem Sei falt der An wesenden den Saal.

Komm-Rat Georgi eröffnete als Leiter der Ver­sammlung diese mit ungefähr folgenden Worten:Meine Herren! Tas liberale Wahlkomitee hat mich beauftragt, in der heutigen Versammlung den Vorsitz zu übernehmen und Sie im Namen des Komitees zu begrüßen. Ich freue mich, daß Sie so zahlreich der Einladung des liberalen Wahlausschusses gefolgt jinb. Nur wenige Tage trennen uns von dem Lage, an dem sich entscheiden wird, wie der Wahlkreis Gießen vertreten jein wird. Um eine geeignete Vertretung zu bekommen, haben wir uns zu einem ge­meinschaftlichen Kandidaten geeinigt. Ich stelle der Ver­sammlung Herrn Komm.-Rat Heyligenstaedt als Kandidaten vor, der sich bereit erklärt hat, heute zu der Wählerver­sammlung zu sprechen. Ich bitte ihn, dazu das Wort zu nehmen. c . ,

Tie Rede, die darauf Herr Heyligenstaedt hielt, gab mit einfachen, aber sehr bcfriebigenben Worten das Programm wieder, das der neu aufgestellte Kandidat im Reichstag zu verwirklichen suchen würde. Er führte etwa folgendes aus:

Mitbürger! Ich stehe heute zum zweiten Male vor Ihnen, um mich Ihnen als Reichstagslandidat vorzustellen, damals als Kandidat meiner engeren politischen Partei- fteunbe, heute als Kandidat des geeinten liberalen Bür­gertums in Stadt und Land, unb es drängt mich, dem Wahlausschuß, welcher mir diese ehrende Kandidatur an- getragen hat, für das mir hierdurch entgegengebrachte weitgehende Vertrauen meinen wärmsten Dank auszu-

Erleichtert wurde mir der Entschluß zur Annahme der Kandidatur durch die Selbstlosigkeit unb das Entgegen­kommen, welche von beiden Seiten geübt wurden, und es» hat damit das liberale Bürgertum des ersten Hefstschen Wahl­kreises den übrigen Wahlkreisen ein leuchtendes Vorbild gegeben, das hoffentlich, wemi auch in letzter Stunde, Noch weitere JLachahmuug finben wird.

Rebbert, 209 Mitglieder), der mit feinen beiden Vorträgen einen voll verdienten Erfolg aufzuweisen hatte. DrL Dresdener Orpheus" war mit seinen Gesängen nicht zu glücklich, während dieE o n c o r b i a" inAachen uno derCreselder Sängerbund" gute gesangliche Leistungen boten. Außer dem Preischor wurden von biejen Vereinigungen noch gefangen: Ter siegende Holländer, eine verfehlte Komposition Brambachs, ferner des Kölner Diri­genten I. Schwark effektvoller Ehor:Im Qfebirge" und BrambachsSonnenaufgang". Damit scyloß desSänger, Wettstreits" erster Tag.

Nach Seenbigung des Gesangswettstreits fuhren bit, Majestäten, die Prinzen und bas Gefolge zum neuen Rat­haus, auf dem ganzen Wege jubelnd begrüßt. Paulsplatz, Römerberg, Liebtrcmenstraße unb bie angrenzenden Straßen- lüge waren schon von halb 11 Uhr an mit Menschenmassen dicht besetzt. Bor der Paulskirche hatten der kirchenvor- stand, die Geistlichkeit mit der kirchenfahne und die Schul­kinder des Paulssprengels mit Fähnchen Aufstellung ge­nommen. . Punkt halb 1 Uhr oertünbeten näherkommende Hochrufe bas Nahen der Majestäten, die, vom Fahrtor kom­mend, vor der Toreinfahrt am Paulsplatz vorfuhren und hier von Fanfaren, ausgeführt von auf dem Altan aufge­stellten Blasern in altfrankfurter Tracht, begrüßt wurden. An der Toreinfahrt empfingen Oberbürgermeister Adickes, der schon b-,ie weite des neu verliehenen Wilhelmsordens angelegt hatte, Bürgermeister Varrentrapp und die Archi- litten Reher unb v. Hove das kaiserpaar. Irl. Adickes über- reichte der Kaiserin einen Blumenstrauß. Im Burgersaal, der mit Gobelins und Festons geschmückt war, hatten an Den Längsseiten die Mitglieder des Magistrats, der Stadt­verordnetenversammlung, die Letter der städtischen Schuler und sonstigen Anstalten und die städtischen Beamten Aus stellung genommen Die Gallerte war mit den Dam er Der Stadtväter besetzt. Auf der Seiten-Empore hatte bei Knabenchor der Musterschule Platz gefunden. Die Hintere Querwand nahm der Thronbaldachin ein, an der gegen überliegenden war die Statue Kaiser Wilhelms des Großer ausgestellt, die. früher int Kaiser,aal stand. Beim Betreten des Saales wurden die Majestäten mit dem Gesang be^ ChoresTochter Zions, freue Dich" aus Judas Maeca- baus begrüßt, den der Knabenchor unter Adolf Möllere

Bei diesem weitgehendes Vertrauen haben Sie wohl das Recht, von dem Kandidaten, dem Sie Ihre Stimme geben sollen, zu verlangen, daß er vor Ihnen sein politi­sches und volkswirtschaftliches Glaubensbekenntnis ab legt. Vielleicht verlangt sogar jemand, daß ich ihm die Ver­sicherung gebe, allen seinen Herzenswünschen Rechnung zu tragen, wie dies leider von anderer Seite in der gewissen­losesten Weise versichert wird.

Da möchte ich Sie nun bitten, mich von dieser für mich etwas schweren Arbeit und von dieser schweren Ge- wifsensbelastung zu dispensieren unb mir zu gestatten, Ihrem Rechtsanspruch einen gleichen meinerseits ent­gegenstellen zu bürfen.

Nachdem ich nun feit einem Menschenalter unter Ihnen weile und Ihnen wohl ausreichend Gelegenheit gegeben habe, mich in meinen persönlichen und geschäft­lichen Verhältnissen, durch meine Tätigkeit im Bereins- leben, in der städtischen und Provinzial-Berwaltung kennen zu lernen, darf ich wohl das Recht beanspruchen, daß Sie mich und meine Grundsätze kennen.

So kann ich mich vorerst nur auf baS gedruckte Wahl­programm des Wahlausschusses beziehen, das wohl zu Ihrer Kenntnis gelangt ist, unb hiermit bestätigen, daß ich voll und ganz auf dem Boden dieses Programms stehe unb mir dasselbe als Grundlage meines politischen Denkens und Handelns, werde bienen lassen.

Sie gestatten mir, wenn ich deshalb nur auf einzelne Punkte des Programms eingehe, und da möchte ich zu­nächst ganz ausdrücklich betonen, daß ich ein entschiedener Freund und Förderer langfristiger Handels­verträge bin, die auf der Grundlage des neuen Zoll­tarifs voraussichtlich zum Abschluß gclahgen werden. Es liegt wohl in der etwas eigentümlichen Art, wie dieser Zolltarif zustande gekommen ist, daß er noch manche ^Positionen enthält, die der Abänderung be­dürfen und auch diese noch erfahren werden. Immerhin bietet der neue Zolltarif ein tüchtiges Rüstzeug in den Händen der deutschen Unterhändler, um vom Auslande möglichst günstige Vertragsbedingungen zu erhalten.

Was mein Interesse für den Ausbau der Ar­beiterfürsorgegesetzgebung aubclangt, so ver­weise ich auf die in meinem Betriebe getroffenen Ein­richtungen, bte weit über das Maß des gesetzlich Erforder­lichen hinausgehen und in Dem neben den gesetzlichen Kranken-, Unfall- unb Invaliditäts-Versicherungen schon seit 1897 Beamten- und Arbeiter-Pensions- und Witwen- und Waisenversorgungskassen eingerichtet sind.

So sehr sich auch nach meinen Erfahrungen diese Ein­richtungen als äußerst notwendig uni) wohltätig erwiesen haben, so wird es doch noch eingehender Erwägung be­dürfen, ob und wann die Industrie unb das Reich in der Lage sein Dürften, weitere schwere Lasten in dieser Richtung zu übernehmen. Zwar sind durch den Antrag Drimborn in Verbindung mit »Dem Zolltanfgesetz einige Mittel zu diesem Zwecke vorgesehen worden, doch bietvn diese eine so unsichere Grundlage, daß darauf ein solches Gebäude nicht erruf)tet werden kann. Wie die Witwen- und Waiseri-

versorgung, so würde auch die Versicherung gegen die Folgen der Arbeitslosigkeit eine wertvolle Vervollständigung der Arbeiterversicherung bilden, leider liegen aber hier die Verhältnisse noch viel schwieriger, sodaß man wohl auch ferner zunächst hier unb da Versuche wird anftellen müssen, ehe ein Resultat erreicht wird.

Bezüglich Der Maßregeln zur Erhaltung und Hebung des Mittelstandes in Stadt und Land, des Hand­werks unb Kleingewerdes kann ich mich wohl auch auf meine langjährige Tätigkeit auf diesem Ge­biete beziehen. Ich tann wohl sagen, daß bei mir das Interesse für diese Bestrebungen lebhafter und stärker war als bei den Jnterestenten selbst, wenn man die Art unb den Umfang bet Beteiligung unb Unterstützung, die meine Bestrebungen in jenen Jireifen gefunden haben, als Maßstab will bienen lassen. In neuerer Zeit haben sich die Verhältnisse wesentlich geben ärt, und es ist erfreulicherweise zu konstatieren, daß die erzieherischen Eigenschaften der neuen Gewerbeordnung einen recht günstigen Einfluß auf unsere gewerblichen Verhältnisse aus- geübt haben. WaS in dieser Richtung durch weitere gc- letzliche Bestimmungen noch weiter geschehen wird, werde ich natürlich mit allen Kräften unterstützen und zu fördern suchen.

Eins möchte ich noch dem Programm hinzufügen! ES dürfte wohl eine der vornehmsten Aufgaben des nächsten Reichstags die endliche Durchführung der Reichsfinanz- reform bilden, zumal die Reichsfitianzlage sich seit 1898 wesentlich verschlechtert hat. ES fehlt noch an jeder gesetz­lichen Schuldentilgung und an einer Möglichkeit, die Eiw nahmen mit den Ausgaben ohne Zuhilfenahme von An- leiyemitteln in Einklang zu bringen. Es ist deshalb not­wendig, daß endlich die Reichsfinanzreform durchgeführl werde, damit das Reich unabhängig von den Kleinstaaten werde und die Finanzverhältnisse der Klein­staaten nicht in so ungünstiger Weise durch die Finanzverhältnisse des Reichs beeinflußt werden, wie wir dies in den letzten Jahren an unserem eigenen Leibe so schmerzlich verspürt haben.

Wie dies zu geschehen hat, darüber sind sich die Qk> lehrten selbst noch nicht einig; es wird die dlottvendigkei/ sogar noch von einzelnen Parteien bestritten, wir wollen jedoch hoffen, daß wir bald zu neuen langfristigen Handels­verträgen kommen, die dem Reiche neue ansehnliche Mittel zuführen, die wohl als Unterlage für ein solches Reform­werk dienen können. Jedenfalls wird dem nächsten Reichs­tag Gelegenheit gegeben werden, diese Angelegenheit ein­gehend zu prüfen, unb auch ich würbe derselben mein volles Interesse entgegenbringen.

Von berufener Seite werden Ihnen noch eingehendere Erläuterungen über das Wahlprogramm des liberalen Wahl­ausschusses gemacht werben, ich erkläre mich jedoch gern bereit, auf etwaige Atif ragen Auskunft zu geben, soweit mir dies in der heutigen Versammlung möglich ist.

Zum Schluß möchte ich dem Wunsch unb Der Hoffnung Ausdruck geben, daß der nächste Reichstag eine Zusammen­setzung erlange, die denselben befähigt, eine würdige Ver-

Nr. 129

Erscheint täglich au bet Sonntag*.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem KeMschen Landwirt die «ietzener Familien- dlLner viermal tn der Woche beigelegL

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Mbreflt, Deoelchent «uzeiger Sieben.

EernipreldonlcbtuhNr 5L

per Sänger-Wettstreit in IttaoLsurt a. ZS.

Frankfurt a. M., 4. Juni.

So ist es also gestern do^h noch Laiserwetter ge­worden! Nachdem es sich schon gegen Abeiid aufgeklart halle brock) kurz vor Ankunst des uaiservaares die sonne durch unb beleuchtete freuiidlich das abendliche tfeftbilb. Don der Illumination ist noH. der leuchtende Schmuck der Trambahnwagen nachzutragen, der einen geradezu feenhaften Anblick gewährte. , . ~ r _

Heute früh wölbte sich der Himmel fast wolkenlos, tiefblau, und leichter Wind'ließ die Sonnenstrahlen wemger drückend erscheinen. .. ... . .

Pünktlich 9-4 Uhr trafen der Kaiser, die Kaiserin und die fürstlichen Gäste hier wieder ein und fuhren sogleich in offenen Wagen ohne Eskorte zur Festhalle.

Hier begann das eigentliche Wettsingen der durch das Los beslimmten Gruppen der 34 konkurrierenden Ver­eine. Jeder Gesangverein trug zunächst denPrLis­ch o r" tfoa. Sechswocyenchpr vor:Sieg es gelang nach der Varusschlacht" von Feli" ahn, komponiert von Georg Meßner. Von 18 eingetöüfenen Arbeiten war dem gegen­wärtig als Oberleutnant ün Breslauer Felditttlllerie-Re- giment v. Peucker stehenden Offizier, der mehrere Jahre zwecks Studiums der Musik zur Reserve übergetreten war, ber Preis zuerkannt worben. Dahns-rext ist recht akademisch und zeugt nicht von hohem dichterischen Gedankenflug. xie Komposition Meßners erwies sich vornehmlich als zu kom­pliziert, außerdem ist sie luenig originell unb ohne burch- idilaaenbc kraft ber Melodie, wenn fie auch geschmackvoll genannt zu werden verdient unb dem Autor das Zeugnis technischen könnens ausstellt. Harmonisch aber unb vor allem burch die vielfach sehr hoch geschriebenen ^cnore stellt ber Preischor Anforberungen, wie sie bie Mitglieder unierer meisten Mannergesangvereine nicht bewältigen können. Durch Forcieren ber Stimmen wurde denn auch bie Reinheit an ben betreffenden Stellen merklich gestörr und man konnte hier die gewiß seltene Beobachtung machen, baß fast alle Chöre hinaus gingen bis nacheinzelne ioaar fast bis Es bur, während ber Chor tn C schließt.

Den Anfang des Wettsingens machte berHannover­sche Männergesangverein", Dirigent I. B- Zerbett, Zahl der Sänger 211. Er legte sich mit dem Preis lieb scharf ins Zeug, ohne jedoch besonderen Lmbruck heroorrnfen zu können. DieStimmung" war noch nicht da. Geschmack bewiesen die Hannoveraner m£. ber Emhl des Hegarschen Chores: Rudolf von Werbenberg. Ihnen folgte derLeip­ziger Männerchor" unter Leitung von Gustav Wohl-

gemuth. Der Preisgesang klang kraftvoll und wurde nüanciert vorgetragen, wenn auch nicht durchwegs rein. H. WebersWaldweben", ein annehmbares Opus ,kam dynamisch gut schattiert, wenn auch etwas outriert zur Wiedergabe. DerMagdeburger Männerchor", 193 Sänger, Dirigent Organist Groscyoff, zeichnete sich als Dritter im Bunde durch klaren Vortrag des Preisliedes aus, wenn auch das stimmliche Material nicht an das der Leipziger heranreicht. Auch fehlt es dem Chor noch an Dem- perament, während Tcxtaussprache und musikalische Aus­arbeitung zu loben sind. Der Sängerbund in Mühl­heim a. d. Ruhr, Dirigent Musikdirektor Heinrich Elassen, 128 Sänger, fang den Preischor schneidig unb mit Kraft, doch war auch er zum Schluß mit ber Intonation nichlt glücklich. Der Verein zeichnet sich durch klangvolle Bässe aus, auch lag in ber Wiedergabe des zweiten Atlenhofer- schen Chores Stimmung. Ein starker Erfolg war dem GesangvereinSanssouci"- Dortmund (155 Sänger, Dirigent Lehrer unb Organist Gisbert Midbclmann), be- schieben, ber ihm auch in bem selbstgewählten Liede, eine nicht hervorragende Komposition des GoetheschenGe­sanges der Geister über den Wassern" treu blieb. Alle Kon­kurrenten dieses VormiUags aber schlug ber unter Leitung des Direktors Friedrich Sievers stehende, 152 Sänger starke GesangvereinSanssouci" in Essen a. d. Ruhr mit der kräftig und voll hingenbcn, temperamentvolleii Wieder­gabe des Preischores, bie stürmischen Beifall erweckte. Ebenso wirksam gelang auch der ChorSturmerwachen" (Anna Ritter-, komponiert von M. Neumann. Dagegen fiel die ,Li 1 aria" in Offenbach nut dem Preischor ab, sie hatteverjüngen und vertan", wenn bem Verein auch ein gut klingendes Piano nachgerühmt werden mag.

Damit war das Vormittagssingen zu Ende. Das Kaiserpaar war wieder bis zum Scbluffe amvesend und er­schien auch am Nachmittag. An diesem fangen derPots- Damer Männergesangverein" (Dirigent: König!. Musikdirektor M. Gebhardt, 116 Sänger- sehr schön Schu­berts:Nur wer bie Sehnsucht kennt", bem ber Längerchor des Turnvereins in Wiesbaden (Dirigent Carl Schauß, 138 Sänger) folgte. Der Preischor klang hier stellenweise etwas scharf unb hart, bagegen würbe das ,Morgenlied" von I. Rietz mit gutem Ausdruck, schönem piano unb verständig phrasiert vorgetragen. Der Quar­re tt verein Colombey in Elberfeld (Dirigent Evmund Liefener, 149 Kopfe) wäre nicht schlecht, wenn er nicht zu outriert sänge.

An diesem Namnnttage gebührt bie Palme dem Dort­munder Lehrergesangvercin (Dirigent Lehrer

Erstes Blatt. 153. Jahrgang Freitag 5. Jnm 1803

GietzenerAnzelger 8

General-Anzeiger "

Teil. U W'ttko tüt .Stadt und tfanö4 und ,(Aend>t<1aaie Auauft Götz, tüi den *ln- iftaenletl: pan« Beck.