Ausgabe 
5.5.1903 Erstes Blatt
 
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Dienstag 5. MaitvvS

158, Jahrgang

Erstes Blatt.

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KernsprechanILluß Nr. 5L

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GietzenerAnzeiger

u General-Anzeiger v **

Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen

Nr. 104

»rscheiat ««glich außer Sonntag».

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Familien' blätter viermal in der Woche betgelegt

Rotationsdruck m. Ver­lag der Brü h l'schar Un werf.-Buch- u. Steü»- druckerei (Pietsch Erbrich «Ubafttxm. trpebttto« und Druckerei:

Der deutsche Kaiser in Aom.

Rom, 4. Mai.

heute vormittag 9y4 Uhr fuhren der Kaiser, der König, der Kronprinz, Prinz Eitel Friebrich und die Prinzen des italienischen Königshauses in offenen von Kürassieren es­kortierten Wagen vom Guirinal ab, um der zu Ehren f>e» Kaisers stattfindenden Truppenschau beizuwohnen. Kurz danach fuhr auch die Königin zum Paradefelde. Die Vol^menge brachte den Maiestäten bei der Borbeifahrt überall stürmische Huldigungen bar. Die Parade sand, da die Regengüsse der vorigen Woche den Boden der Piazza Tarmi aufgeweicht haben, auf dem Felde Centocelle statt. Tas Wetter ist schön.

Zu der Parade nahmen bereits um 9 Uhr morgens 18 000 Ulann Truppen in drei Linien Aufstellung. Die glänzenden Waffen und Uniformen boten im Verein mit den lebhaften Farben und flatternden Fahnen ein präch­tiges Schauspiel. Der Kaiser erschien in der Uniform der Garde du Corps, der König in italienischer großer Gene- ralsunifvrm, die Prinzen ebenfalls in großer Uniform, die Königin trug eine weiße Toilette. Als der Monarch kurz vor zehn, gefolgt von den Prinzen und einem glänzen­den Stabe, das Paradefeld betraten, gaben die Geschähe der FortS Salut ab, die Truppen präsentierten und die Musik spielte die deutsche Hymne unter dem jubelnden Beifall der zahlreichen Zuschauer. Tie Truppen marschier­ten in Kompag nie ko lvmie vorbei, Bersaglieri im Laufschritt. An dem Vorbeimarsch nahm auch die Radsahrerablellung und Artlllerie teil, die mit lebhaftem Beifall begrüßt wur­den. Nach dem Vorbeimarsch bildeten die Truppen ein Karree und präsentierten unter den Klängen der deutschen und italienischen Hymne. Tas wirkungsvolle Schauspiel rief erneuten stürmischen Beifall der Menge hervor.

Nach der Truppenschau empfing Kaiser Wilhelm in der Botschaft die Vertreter der hiesigen deutschen Ko lonie.

An dem Empsanae nahmen insgesamt 30 Herren teil. Ler deutsche Botschafter stellte dem Kaiser die Vertreter des archäologischen Instituts, des Künstlervereins, des Flottenvereins und der deutschen Kolonie vor. Der preu­ßische Qtefanbte beim päpstlichen Stuhl stellte die Vertreter des historische» Instituts und einige andere Herren vor.

Hierauf fand in der Botschaft ein Frühstück zu 44 Gedecken statt. Die Tafel war im Kaisersaal auf­geschlagen und mit Blumen reich geschmückt. Der Kaiser saß in der Mitte der langen Tafel vor dem Thvonsessel. Rechts vom Kaiser folgten der Minister des Auswärtigen 9)10rin, Reichskanzler Graf Bülow, der Bürgermeister von Rom Fürst Colonna, Oberstallmeister v. Wedel, Oberstleut­nant Slarciani, der bayrische Gesandte v. d. Tann, Haupt­mann Airvldi bi Robdiate, der Direktor des zoologischen Instituts in Neapel Prof. Dohrn usw., linfe der timtet* staatssekretär des Auswärtigen Baccelli, Generalfeldmar- fchall Graf Walderfee, Senator Maloano, Vizeadmiral von Senden-Bibran, Legationsrat v. Klehmet, SDberref .erun$3* rat v. Balcntini, Leibarzt Dr. Jlberg nfw.

Ter Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich nahmen an dem Frühstück nicht teil, sondern begaben sich nach den Museen, well der Kaiser wünsche daß die ohnehin kurze Zell ihres Aufenthalts möglichst zum Besuch der Museen verwendet wird. Nach dem Frühstück hielt der Kaiser Cercle im Garten der Botschaft und fuhr später beim Präsidenten des Roten Kreuzes, Grafen Eomaglia, und dem Fürsten Colonna vor. Er nahm sodann den Tee bei Frau von Chelius ein. Zum Tee waren geladen die Mitglieder der beutschen Botschaft sowie die Mitglieder der preußischen und bayrischen Gesandtschast beim päpstlülien Stuhle mit ihren Damen. Bon dort begab sich der Kaiser nach dem Forum Romanum.

Ter Kaiser wurde auf dem Forum, wo er um 5y< Uhr nachrn. an langte, vorn Könige, dem Unterrichtsminister und dem Direktor der Ausgrabungen, Boni, em­pfangen. Letzterer gab verschiedene Erläuterungen. Ter Kaiser, welcher dieselben mit lebhaftem Interesse verfolgte, besichtigte die Hauptpunkte, darunter die via sacra, die ara pacis, die Basilika Aezzilia und andere. In der Um­gebung des Forums hatte sich eine große Menschenmenge eingefunben, welche die Monarllien mit unaufhörlichen Hochrufen begrüßte. Nach einer Stunde verließen der Kaiser und der König das Forum und besichtigten die Arbeiten zu dem Nationaldenkmal für König Viktor Ema­nuel II. Hier wurden die Monarchen von dem Minister bei öffentlichen Arbeiten, dem Unterstaatssekretär Nicoolininnb dem Schöpfer des Denkmals, Sacconi, empfangen. Der Kaiser äußerte sich in bewundernden Worten über das große Werk. In den Bauhütten am Denkmal waren An­schläge angebracht, in denen es heißt:Die am Denkmal Likwr Emanuels EL beschäftigten Arbeiter begrüßen ehr­erbietig Kaiser Wilhelm, den Freund Italiens, des Hauses Savoyen und der Kunst." Kurz nach 7 Uhr trafen der Kaiser und der König wieder im Qüirinal ein, auf dem ganzen Wege von der Bevölkerung lebhaft begrüßt- Am Abend fand im Qüirinal ein Gast mahl zu 109 Gedecken statt. Der Kaiser saß zwischen dem Lönigspaar.

Ter Kaller empfing vor der Galatafel die Chefs der hiesigen Botschaften und Gesandtschaften und verlieh eine große Reihe Orbenäauszeichnungen. Es erhielten u. a. den Schwarzen Adlerorden Prinz Ludwig und der Herzog der Abruzzen,' das Großkreuz des Roten Adlerordens der Mi­nister des Aeußern Rdorin und der Lriegsminister Otto- langhi. Ferner empfing König Viktor Em an ue l den Reichskanzler Grafen Bülow in besonderer Audienz. Graf Bülow konferierte heute ferner in der Consulta mit dem Ministerpräsidenten Zanarbelli und hierauf mit dem Minister des Aeußern Morin. Es soll sich das Gespräch um bie Erneuerung der Haub elsverträge gehandelt haben. Bülow stattete dem Larbinalsekretär Rampolla längeren Besuch ab.

Heber den Besuch des Kaisers beim Papst wird noch gemeldet: Der Papst habe im Gespräch mit dem Kaiser darauf hingewiesen, daß er die vatikanische Bibliothek den deutschen Gelehrten geöffnet habe. Er wünsche herzlichst, daß Rom und Deutschland durch die Wissen­

schaft immer enger verbunden werden. Auch habe er eine Kommission ernannt, um die biblischen Studien zu fördern. Im Privatgemach bes Papstes nahm der Kaiser mll großem Interesse die dort aufgcstellle kunstvolle Uhr in Augenschein. Die Prinzen fragte der Papst, ob ihnen Rom gefalle. Als sie dies bejahten, erwiderte der Papst, bann möcAen sie noch einige 'Tage in Rom bleiben. Der Kaiser aber meinte, sie hätten nun schon zu lange Ferien genossen und müßten wieder zur Arbeit. Äüuh den Prinzen wurde Graf Bülow allein vorgestellt. Der Papst sprach zehn Minuten lang mit ihm in leut­seligster Weise. Dem Grasen Walder see verlieh der Papst das Großkreuz des Pius-Ordens. Auch die übrigen Herren des Gefolges wurden durch Orden ausgezeichnet. Kardinal Rampolla wurde vom Kaiser des Gegenbe­suchs enthoben. Nach dem gestrigen Frühstück in der preußischen Gesandtschast hatte der Kaiser nut Kardinal Rampolla eine Unterredung, wie es schien über die Missionen im Orient. Die beiden vatikanischen Würdenträger wurden vom Kaiser durch Orden ausgezeichnet.

Capllale" zufolge begrüßte der Kaiser nach dem geftrigen Galadiner den General Menottt Garibaldi, der als Präsident des Provinzialrates an dem Diner teilge- genommen hatte, und unterhielt sich längere Zeit mll ihm.

Der König verlieh dem deutschen Botschafter und dem Vizeadmiral v. Senben-Bibran das Großkreuz des St. Mau- rittus- und Lazarus-Ordens. Das Kommandeur kreuz des­selben Ordens erhielt Legationsrat v. Jagow, das Offizier­kreuz Legattonssekretär v. d. Lancken-Wagenitz und das Kom- mandeurtteuz des Ordens der italienischen Krone der Ma- rineattachee Koch.

In der Deputiertenkammer führte der Präsident zu Beginn der heuttgen Sitzung aus: Die Kammer wird Kenntnis haben von den zwischen Kaiser Wilhelm und dem Könige Viktor Emanuel ausgetauschten Trinksprüchen und wird sich den in denselben ausgesprochenen herzlichen Ge­fühlen anschließen. Ich erachte es indessen als eine teure Pflicht, dem Hause davon Kenntnis zu geben, baß ich die Ehre gehabt habe, vom Könige bem Kaiser vor gestellt zu werden und daß ich Sr .'Majestät die ehrfurchtsvolle Huldigung der Station überbrachte und chm die lebhafte Genugtuung der 9iation dafür ausgesprochen habe, daß er zum drittenmale Italien einen Besuch abgestattet hat. (Bei­fall.) Der Kaiser gab mir den angenehmen Auftrag, der Kammer für die von mir in ihrem Namen ausgesprochenen Gefühle zu danken. Indem ich Sr. Majestät hierfür meinen Dank aussprach, habe ich mich für verpflichtet gehallen, dem Kaiser die ehrerbietigsten Glück- und Segenswunsche für die deutsche Nation zu übermitteln. (Lebhafter Beifall.) Der Präsident sprach stehend; die Kammer hörte gleich­falls die Ansprache stehend an.

Prehstimmen.

In einer Besprechung des Besuchs des Kaisers beim Papst sagtPopolo Romano", der Papst würde in keinem Lande der Welt größere Sicherheit und vollständigere Freiheit genießen können, als in Italien. Ter Besuch des Kaisers sei der beste Beweis für bie Möglichkeit des Neben-

Gießener Sladtthcaler.

Die schöne Helena.

Von Offenbach

Unser Operettenenfemble ist in seinen OffenbachvorstelÜ ungen jetzt zur zweiten Station vorgeschritten. DemOr­pheus" folgte gestern die schöne Helena, und demnächst u>erben wir wohl noch ben Ankündigungen Erfolge, einen bcr graziösen kleinen Einakter Offenbachs,Die Verlobung unter der Laterne", zu hören berommen.Alle, alle sind wir da, bei ber schönen Helena", so erklang es einst gestern aber wies bas Haus leider sehr erhebliche Lücken auf wie bas Regiebuch, bas burd) das scharfe Streich­instrument des Dirigenten gegen seinen einstigen respek­tablen Umfang recht sehr zusammengeschrurnpft war. Vor 15, vor 10 Jahren noch schlugen die Offenbachschen Weisen mächtig ein, man war zwar noch vielfach erstaunt, im Einzelnen sogar oerftimmt ,^Orpheus" hatte der ,Helena" aber doch längst den Weg gebahnt, und namentlich der lüsterne zweite All der,Helena" hat Jahrzehnte lang viel von sich reden gemacht. Heute aber will man bie ganze Chose nicht mehr so ganz gelten lassen, ebensowenig wie ben Orpheus". Sie hat sich ja nun allerbings fdfon an bie 40 Jahre auf ber Szene erhallen, mittlerweile aber ist doch anderes Parfüm auf unseren Bühnen heimisch ge­worden, unb was wir ben Gliebern der zellgenössischen Gesellschaft gestatten, das möchten wir den allen Heroen doch nicht hingehen lassen. Mll der einst so viel geschmähten Leichtferttgkeit der Offenbachschen Opernbücher ist es ja durchaus nicht well her, umsoweniger, als die jetzigen Tar- steller bei aller Lusttgkell und Leichtigkeit im Spiele sich nicht mehr darin gefallen, Lüsternhellen hervorzuheben und als Würze des Ganzen anzusehen. Dian ist im allgemeinen jetzt geschmackvoller geworden, anspruchsvoller, wenn auch nicht musikalischer. Darum hat man heute an der Musik Offenbachs nicht mehr ganz dieselbe Freude wie ehedem, als ber Brunnen dieser Musik noch floß; die Leichtigkell und bie Mannigfaltigkeit der Melodien, die Geschicklich- feit, bie sich in ber Instrumentierung Offenbachs aus­spricht, hat bei den neueren Opereltenkomponisten einen im ganzen uns wohlgefälligeren Schliff erhalten, aber bie Lffenbachsche Musik ist doch man denke nur an die Chöre ber Damen wirklich dramatische Musik, wenn auch in kleinem Maß stabe und von absonderlicher Art, Musik, an die alle Walzerlieder späterer Operetten nicht heran- reichen. ,, ..

Tas stark verkürzte Werk war von Herrn Kapellmeister

Schatz musikalisch im ganzen sicher eingeübt Tie In­szenierung bot natürlich keine Ueberraschungen, aber die Kostüme waren zum Tell ganz originell, £ßett im Vorder­gründe stand Frl. Stöger, dll schöne Helena. Sie hatte sich in der Darstellung ein dezentes Maßhalten vorgezeich­net, das bie Wirksamkeit nur erhöhte. Eine Lfsenbachiade in bes Wortes verwegenster Bebeutung ersparte sie uns. Schade, baß ihre wirkungsvolle Salatzubereitungsszene, wie auch bie Arie bes 3. Aktes ganz in Wegfall gekom­men waren; da hätte sie besondere Kehlferttgkeit im schwie­rigen Figurenwerk zu erreichen gehabt Und auch sonst noch ließ sich diese spartanische Liebesabenteurerin mit östrei- chischem Accent eine Menge Pointen entgehen; gerade für Tetailrnalerei bietet die unverkürzte Rolle der schönen Helena einen überaus großen Spielraum Ihr Gesang war sonst im allgemeinen wieder recht ausdrucksvoll, flott und beschwingt. Gestern kämpfte Frl. St erfreulicher­weise weit weniger als sonst mit ihrer Indisposition, bie nachgerade an zu fangen drohte chronisch zu wer­den und zu Besorgnissen Allte Anlaß^ geben können. Tas große Tuett mit Ppnses ist ein Traum" gelang voll­kommen nach Wunsch, namentlich infolge ihres Sinnes für musikalische Komik, lieber schwierigere Passagen wie über glattes Eis hinzuschlüpfen ist ihr fteilich nicht ge­geben. Die Klytemnestta- Rolle war bis auf ein kaum kenntliches Atom verstümmelt Als Menelaus war Herr G e h r i ng das würdige Männ­chen seiner erhabenen Eheherrin, als solches ganz charalleristisch, aber doch ohne bie rechte mitreißende, über­mütige Laune und täppische Trolligkell. Auch Herr Nolte fand sich als Agamemnon nicht ganz zurecht, nachdem wir ihn doch als vottrefstichen Vogelhändler kennen gelernt haben. Ein urfibeler, mit kräftigen Strichen gezeichneterOber­rabbiner" Kalchas von imposanter Kompakthell und lokalem Stegreiftvitz war Herr Bruck. Nicht ohne Geschick fand sich Herr Sommer als Paris in Geist und Gewand der Offenbach'schen Parodie, wenn man auch seiner Darstellung mehr Espttt und lebhaftere Beweglichkeit gewünscht hätte. Die tönende Seele des berühmten pttnzlichen Hittenknaben brachte er zu an- gemesiener Gellung. Nur bie Reinheit und Sicherheit geriet diesmal bei ihm in einiges Schwanken, was man ja fteilich in der Operette nicht so genau zu nehmen pflegt. Tas Lied vom Berge Ida war ihm leider entzogen worden. Ter Zug der Könige war sonst noch durch die Herren Ganzer! und Meister als Ajar 1 und 11 höchst grotesk vertreten. Da­gegen versagte ganz der Achill des Herrn Berg. Ter Oreft

des Frl. Bartl aber zwitschette ganz vergnügt wie bie Allen fungen.

Der feine französische Geist ber Operette hat ja schon durch die Uebersetzung an seiner Ursprünglichkeit vieles eingebüßt. Dafür waren ihm nun einige, seinem ursprünglichen Charakter zwar nicht entsprechende, immerhin aber ganz angenehm auf­fallende, von allem Vulgaren sich fernhaltenbe Dialogwitze aufgepfropft, die nebst manchen guten alten chre Wirkung nicht versagten. Im ganzen amüsiette man sich wieder ganz gut, wenn man auch bedauern mochte, daß die den außer­ordentlich großen Mühen jedes Einzelnen im Ensemble diametral entgegengesetzte geringe Teilnahme unseres Pub­likums und der damit verbundene fottwährende Wechsel deS ^Repertoires, das fast gar feine Wiederholungen kennt, son­dern Abend für Abend Neues bringen muß, eingehendere Ausarbeitungen der einzelnen Aufgaben zu verhindern be­ginnen. Vogelhändler, Fledermaus, Landstreicher, Tas süße Mädel wurden vortrefflich dargestellt, hatten sämtlich eine Reihe absolut tadelloser Emzetteistungen. Giebt es aber fort­gesetzt alle Abend etwas neues und sind selbst von diesen Neuaufführungen einzelne derartig schlecht besucht, daß von Wiederholungen ganz und gar feine Rede sein fann, bann müssen schließlich bie überanstrengten Künstler auf feinere Ausarbeitungen verzichten, gewiß zu ihrem eigenen Leidwesen, und sie verlieren zudem vor leeren Bänken alle Lust unb Laune.

Das lustigeAus nach Kreta" rief gestern trotz bes heftigen Aufeinanderschlagens der Völker weit hinten in der Türkei und umliegenden Ländereien feine politische Beunruhi­gung hervor. Möge aber bei uns im friedfertigen Gießen in den nächsten Tagen allgemein die Losung lauten: Auf nach dem Stadttheater! -tt-

Von einem Unternehmen des künstlerischen Wa nbschmuckes «Verlag von B. G. Teubner in Leipzig), bas in Künstle rstein zeichnungen für ben Schmuck bes Hauses geeignete Originalkunstblätter bringt, sinb neuer» bings ein paar Bilder erschienen, die bie besonbere Beacht­ung unserer Leser verdienen. In dem MattSeerose^ von Prosessor Julius Bergmann ,Preis 6 Mk.) kommt die Sdwiüjcir dieser Blumen, die so wirkungsvoll in ihrer natürlichen Umgebung ist, voll zur Geltung. Aus der buntlenasi.^flache, bic bald bas Dunkelgrün bes Laubbaches, bald bas Tiefblau bes Himmels wieberspiegell,