Ausgabe 
5.3.1903 Drittes Blatt
 
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Donnerstag, 5, März 1903

153, Jahrg.

Erscheint täglich mit %u6no6mt bei Sonntags

Dl .Gieße ZamiUendlSNer- werden dem Anzeiger vierma wöchentlich bergelegt. Der HMlch« tonöeht erscheml moruulrch einmal*

Gießener Anzeiger

B»mnhputffid) 16t den nfljHwrti Kl P. Satte; tüt den ÄnKNjenttti; t BtA

Stotattonibrud und vertag be VrOht^chM

UntDcdUatibwdmt (Pterhch teb*i O-tzm»

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Liehen.

ningcn -pciion. .um n , .........

Ick habe biinngcfüflt, I entgegen nehm in

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rblte, ferner wünscht ist ja nicht viel, WaS ich gethan habt, die Verhältnisse der daß ich helfen will, so weit ich helfen !

kann!

will nur eine Verein- Pflichtgefühl in mir lebcdm ist. Natürlich kann ich diese Fürsorge i

In Bezug auf das Koalitionsrecht bin ich in der Prelle heftig

Ko°M°nSftribrit werbrni sich Erübrigen. M°g.b.r Mnistrnbah«

Wird, der Geist deS Unfriedens,

denn ist er auch nicht schlimm.

hebt sich

der Eisenbahn gearbeitet, bei der Penstonirung angerechnet werden. Eine Reihe weiterer Beamtenkategorien über die Redner mit anerkcnnenSwerther Ausführlichkeit sich verbreitet verdienen gleichfalls eine größere Berücksichtigung und Besierstevung.

Es ist ferner von den Vorrednern über das Vcrhältniß des Ehefs der Eisenbahnverwaltung zu seinen Beamten und Arbeitern gesprochen worden. Auch da kann ich den Herren sagen, daß ich voll mit ihnen übereinstimme. (Na, na! hei den Soz.) Auch ich halte es für meine schön- - Pflicht, Tag und Nacht für meine Ar­beiter und Untergebenen zu sorgen; es ist dies meine vornehmste ' .1 < < . < flL. ...S; «T.i» CT? P. X«a ftrnMrt '

in der Lage, den Vertrag, den ich mit den Fahrgästen eingegangen, innezuhaltcn, ja, bann leidet auch die Gesammthett, dann bricht eine große Kalamität in wirthschaftlicher Hinsicht über daS Land herein. Ich muß es also als eine meiner Pflichten erachten, daß ich solcher Gefahr entgcgenwirkc. Wird nun von einer Vereinigung mir angekündigt. daß eS ihre Aufgabe ist, die Arbeiter zu organi-

in die er ihn hineingesetzt hat. Und ich will von dieser Stelle es aussvrechen, so daß alle meine Beamten und Arbester c5 hören sollen, daß ich keine politischen Rechte antaste und daß ich gemein­sam mit den übrigen Arbeitern Tag und Nacht arbeite, so wie das Wohl des Vaterlandes es erfordert. (Setfan rechtS; Lachen bei

Vertreter der berbünbeten Regierungen behaupten, baß daS, wat er gesagt bat, eine Lüge sei, so ist bas ungehörig und ich ruft Sie

ES folgt der Etat derVerwaltungderelsatz"loth- eingischen Eisenbahnen .

Alm. Riff (freif. Vgg.): Der Minlstcrwechscl in Preußen wird ___- .....< r__r* QTTfeiS fi<-*irrt

allerdings; die

mer ist voll von Verhetzungen und Aufteizungen der Eisenbahner, denn im Allgemeinen sind die Etsenbabner, auch die in den Ver­einen, Gott sei Dank, durchaus vaterlandstreu; sie müsien schon von außen aufgehetzt werden. (Redner verliest eine Anzahl Zitate miS dem Weckruf.) In einer Nummer wird sogar die Schaffung von Eisenbahnschieosgerichten verlangt, denen alle Streitfälle unter­breitet werden sollen, sogar auch alle Disziplinarfälle. (Hört, hört! rechts.) Wenn ick gegen solch' einen Verein vorgehe, so hat das nichts mit Parieivolttik zu thun; eS ist lediglich Nothwehr, und wenn Herr Bernstein diese Bestrebungen von sich abweist und wenn er das leugnet, daß die Ziele, die der Gewerkschaftskongreß in Stutt­gart verfolgt bat, auch von ihm verfolgt werden, dann habe ich mit der Sozialdemokratie überhaupt nichtsU thun Allerdings ist eS mir zweifelhaft, daß das geschehen wird. In dem Centtalorgan der sozialdemottattschen Partei heißt es: Das Reckt deS SttikenS ist mit dem Koalitionsrecht unlöslich verbunden. (Hört, hört! rechts; Zurufe: Selbstverständlich! bei den Soz.) Entweder man giebt den Eisenbahnern das Sttikerecht ober man entmündigt sie zu wehrlosen Sklaven. (Hört, hört! recht?.) Dann wird von einemSystem Budde" gesprochen. das die Arbeiter entmündige. ES giebt übrigen! gar kein System Budde. Das Sintern der Selbsterhaltung ist fe al't, wie zwei Augen da sind, die über die Dis-iplin Wachen. Wenn der ..Vorwärts" die ganze Sache so darstellt, als ob ich da! ..Svstem" erfunden hätte, so ist daS zu viel Ehre für mich Da! hat derVorwärts" nicht Alles über das Stiftern Budde geschrieben. In einem Artikel über den holländischen Arbeitersttike, in dem er von den entrechteten Ei 'enbahnproletariern svrach, führte er auS,

Wg. v. Rarborff (ReichSp): Die Sozialdemokraten wollen bloS die Herrschaft gewinnen, deshalb sind sie auch Republikaner und können nicht Monarchisten sein. Gewiß bin ich für die Heraufsetzung der Personen- und Herabsetzung der Gütertarife. Sie mögen das meinetwegen den agrarischen Pferdefuß nennen. Ich will gerade, daß daS Land entlastet und die Städte mehr belastet werden, denn das Land zahlt baS Dreifache an Kommunalabgaben als die Städte. Die Einführung einer Billetsteuer würde ein kleines Mittel sein, 'un die Städte mehr zu belasten. tv

Abg. Schmidt-Frankfurt (Soz.) führt Beschwerde darüber, bafi die Eisenbahnarbeiter eine zu lange Dienstzeit hätten. Die An­gestellten des Frankfurter Bahnhofs-Restaurants hätten sich durch Revers verpflichten müssen, eine kürzere al5 die gesetzliche Ruhe­zeit in Anspruch zu nehmen. u v

Abg. Dr. Müller-Sagan (freif. Vp.) besttestet, ^atz^dasLa^ mehr Kommunalabaaben als die Städte zak^" f

Redner, daß die Verwaltung sich auch um ...

DahnhofS-Buchhändler kümmere.

Nach kurzer, unwesentlicher, weiterer Debatte wird der Etat des R c i ch s c is e n b a h n a m t S bewilligt.

auf schleunige Abhilfe (innen.

Abg. Houß (Els ): Wir sind in Elsc^-Lothrin^n g^enuber Preußen thatsSchlich im Nachtheil; ttnrhaben keine 4^ Klasie.auf man für 2 Pfg. pro Kilometer fahren kamt. Dringend noth thut uns emc Verbilligung der Personeittarife. Man reist m EIs^- Lthringen de facto jetzt theurer, als in Preußen u^sudbeutsch- land. Ferner müßen wir verlangen, daß ini alle Schnellzuge mit Ausnahme der Luxuszüge Dagen 3 Klasse ^6^ell Nor­den. Wir billigen gewiße Klassenunterschiede auf dn Ei'enbahn. die Schnelligkeit aber muß für alle gleich sein. Zur hcit aebört auch die Heranbildung eines zufriedenen, «bcitsfreukn gen Fahrdersonals. In dieser Beziehung bleibt unS ab« W viel zu thun übrig. Vor Allem muffen die PenswnSverhaltniffe besser werden. Unser ganzes PenfionSsystem bedarf einer grund­sätzlichen Aenderimg. Unser Lokomotivfuhrerversonal wird zu rasch ^gewitzt. Das erklärt sich aus dem tn der Tchat aufreibenden Dienst und dem langsamen Avancement. Der Beamte wrrd 3o Satire im Durchschnitt alt, ehe er überhaupt fest angestelll wird. Er mi^i ttühzeitig hettathen einen Unverheiratheten will schon kein H^swirih er bekommt bald Kinder, Schmalhans ist Küchen­meister Er altert vor der Zeit. Die gro^c Mehrzahl der Loko- motwführer sind mst 20, 25 Dienstjahren am Ende; ne muffen drain pensionttt werden. Eine Aufbesserung der AnfanggeHalter n^das Avancement ist keine unbillige Forderung. Man b^enke,

** »5.VS V $ienfetimnmcn. der ihn f° "brntif bm Momotib-

Wre be^nen, M man mehr an sieden« Sir derlrmgen ta nW tid; sie wallen nut. daß ihnen die Jahre, dr- ,,e barher ,n

ben Soz.)

Abg. Bernstein (Soz.): Der Minister hat uns hier weniger eine Reichstagsrede, al3 eine Festrede gehalten. Kehren wir aus der Festesstimmung zur ANtagsstimmung zurück, hören wtt wieder das, was die Beamten und Arbester selbst verlangen. Sie wollen die KoalitionSfteihest. um nötbtgen Falls selbst für sich sorgen zu können. Trotz alles Wohlwollens von oben will man auch eigene Kräfte haben. Daß das Koalitionsrecht die Disziplin gefährde, ist entf(Sieben zu verneinen. Mein Vater war selber Lokomotib- führer; er war zwar nicht Sozialdemottat, aber doch Demokrat. Und er hat es mit feiner Pflicht so ernst genommen, wie nur bent- bar, und ich weiß aus seinem Beispiel, daß Disziplin im Dienst keine Reglementtrerei außerhalb des Dienstes erförbert. Wohin kann diese nur führen? Zur Gesinnungslosigkeit, zur Heuchelei. Ein wackerer Beamienstand, der treu und fest tum Dienst hält, kann

Parlamentarische Perliandlunizen.

Nachdruck ohne Vereinbarung nicht gestatte t.

Deutscher Reichstag.

278. Sitzung vom 4. März.

1 mjr. Das Haus ist sehr schwach besetzt.

Am BundeSrathStisch: Schulz, Budde u. A.

Die zweite Beratbung deS Etats deS Reichseisenbahn- Amts wird fortgesetzt.

Abg. Stöcker (b. k. Fr.) spricht über die Verhältnisse auf den elsässischen Eisenbahnen, wird jedoch vom

Präsidenten Grasen Ballestrrm daraus aufmerksam gemacht, »aff diese Bemerkungen erst zum nächsten Etat gehörten.

Abg. Stöcker (sortsahrend) führt auß, daß der Minister Budde ganz recht thäte, wenn er gegen die Sozialdemokraten vorginge. Die Erfolge der Sozialdemokraten unter den Eisenbahnern seien übrigens gering. Erfreulich sei es, daß der Minister Budde neu­lich zu einer Kaiser Geburtstagsfeier nicht nur Assistenten, sondern auch Stteckenarbester und Wagenlacktter eingeladen habe. Wenn e5 unter den Beamten Unzufriedene gäbe, so läge die? vielfach daran, daß die Fühlung zwischen den höheren und niederen Beamten fehle. Durch solche Veranstaltungen würde diese nothlvenbige Fühlung wiederhergestellt.

Abg. Stolle (Soz.) bleifil bei seiner Behauptung, daß aus den preußischen Bahnen die meisten Unfälle vorkämen, auf den sibirischen und chinesischen Bahnen ginge e5 besser zu. Die Verwaltung ginge nur gegen die Arbeiter-Organisationen vor, West sie die Arbeiter zu willenlosen Sklaven machen wollre. Daß ein Eisenbahnkrieg zwischen Preußen und den übrigen Staaten bestehe, sei zweifellos ttotz aller Ableugnungen des Grafen Limburg-Ststum.

Sächsischer Gesandter Gras v. Hohenthal: $n der Debatte ist auch gesagt worden, daß es den sächsischen Arbeitern verboten sei, bestimmte Zeitungen zu lesen, und daß ein Bremser deshalb fogar entlassen sei. Zugleich hat man gefragt, ob eS mir angenehm sei, wenn man mir Die Lektüre von Zeitungen verbieten wollte. Darauf erwidere ich: Gewiß, es wäre mtt sehr lieb, wenn man mir be­stimmte Zeitungen verbieten wollte. (Heiterkett.) Der Bremser ist übrigens nicht entlassen, weil er die Sächsische Arbeiterzeitung gelesen hatte, sondern weil er Vertrauensmann deS sozialdemokrati­schen Hamburger DerbandeS war.

amten. Sie Ungufriebenbrit hn Beamtenstande f« toloffal tm Wachsen begriffen; er wisse das: em Abgeordneter höre zuweilen mehr, als ein Minister. Der Chef der Eisenbahnverwaltung muffe

bergehen wollte. Jßebh. Beifall rechts.) In allen diesen AuS- führungen finden Sie nicht ein Wort von Parteipolitik. (Heiterkett links.) Ja, das ist doch thatsächlich der Fall. (Erneute Heiterkett links.) Mir kann es ganz gleichgtttig sein, welche Parteirichtung

Minister Budde: Ich bin den beiden Vorrednern dankbar, baß sie eine Anzahl von Wünschen vorgebracht haben. Selbstverständlich ist eS Ihre Aufgabe als Abgeordnete, Dünsche, die im Lande ge­äußert werden, hier zur Sprache zu bringen; meine Aufgabe als Thef der Reichseisenbahnverwaltung ist es, die Wünsche nicht nur zu hören, sondern sie einer wohlwollenden Prüfung zu unterziehen. In wesentlichen Punkten stimme ich mit den Vorrednern überein. Ich möchte nur Einiges Berichtigen, was sie aus den Verhandlungen im Äbgeordnetenhause entnommen haben. Sic sagen. Sie fetten in ihrer Hoffnung auf eine Pcrsonentariftefarm getäuscht, ich soll im Abgeordnetenhause erklärt haben, daß ich keine Personentarifretorm! \ beabsichtige. Weder ich, noch der Finanzminister haben Den- behauptet. Ich habe nur gesagt, daß ich erst so kurze Zeit -m bin, daß ich heute noch fein Bild von der zukünftigen Personentarn reform, wie ich sie mir denke, geben kann ich müßte die Schnelligkeit eines KonzerimalcrS besitzen, wenn ich ein solches Bild schon jetzt zu entwerfen im Stande wäre. Ich habe ferner erklärt, baß ich eine rein preußische Reform für keine Re­form im Sinne einer Vereinheitlichung deS deutschen Eisenbahn wcseno halte. Ich glaube vielmehr: wenn man schon eine Reform rtnlcife, bann müsse man schon ganze Arbeit machen, bonnemüffe man für bas ganze beutsche Reich einheitliche Bestimmungen^ er­lassen. Zu biefem Zweck muß Preußen aber mit den anderen Staa­ten zunächst in Verbindung treten und Verhandlungen führen. Daß ich diese Arbeit in ben acht Monaten, wo ich nn Amt- bin. nicht habe fertig bringen können, diese Arbeit, die mein Amtsvorgänger doch in 11 Jahren nicht fertig bringen konnte, da? werden Sie verstehen; da? wäre auch zu

viel verlangt. Ich habe ferner im Abgeordnetenhause ge­sagt, daß ich zu einer Verkehrsreform im Sinne einer Kcrc-ifadnmg bereit wäre, daß aber die Rente der Eisenbahnverwaltung nicht so 1 verlockend ist, daß wir auf diese hin Tariferpcrimente machen können, die die Staatsfinanzen schädigen. Daß ich den Gepäcktarif nicht für vollständig halte, habe ich im Abgeordnetenhause erira be­stätigt, aber es ist schwierig, etwas anderes an seine Sttlle zu setzen. Abgelehnt habe ich die Reform nicht, aber Erverimente will ich nicht machen. Wie würde ich in meiner Qualifikation als Staats­mann Ihnen gegenüberstehen, wenn ich glaubte, in 8 Monaten schon etwas machen zu können. Sie würden jede? Vertrauen zu mir verlieren, wollte ich daS behaupten. Ein verständiger Mann kann nur aufbauen auf dem, was seine Vorgänger geschaffen haben. Wollte ich es anders macken, so könnte ich ja selbst nicht verlangen, daß ich noch ernst genommen werde. Ich wiederhole, daß ick keine Experimente mache, um nach Popularität zu Haschen. Etwa? habe ich ja schon zu thun versucht. Ich habe angeordnet, daß die Passa­giere 3 Klaffe in v-Zügen fortan auch den Speisewagen sollen benutzen dürfen. Da Bat man verächtlich vonkleinen Mtttelchen" gesprochen. Ich glaube aber, man sollte auch solche Maßregeln nickt so abthun. Bedenken Sie, tote viele Personen aus den gebildeten Ständen jetzt gezwungen sind, 8. Klaffe zu reifen. Nun ist der Aufenthalt auf den Stationen jetzt sehr eingesckräntt. Soll ich nur den Besitzenden Gelegenheit zur Verpflegung geben, indem ich nur die Passagiere 1. und 2. Klaffe in den Speisewagen hineinlaffe? Es gfber erkennen Sie doch an,

deshalb zur Ordnung. , . ,

Abg. Bernstein sforifährend): Wir muffen auf daS Ent­schiedenste dagegen prorestiren, daß man den Arbeitern daS Koali­tion-recht nimmt (Beifall bei den Soz.)

Minister Budde: Ich werde versuchen, die Diskussion wieder in ruhige, sachliche Bahnen zu lenken und sie von der Politik zu ent­fernen. mit der ich nickts zu thun habe. Pern Herrn Vorredner sind eine ganze Anzahl von Jrrihümern unterlaufen. Ich werde ihm darauf antwort-n - meine Erziehung verbietet eS mir aber, dieselben Ausdrücke » gebraudben. wi- der Vorredner. Ick pro« teftire zunächst gegen Behauptung, daß ich diejenigen maßregle, bie Eisenbahnerbesck'-erden vorbringen DaS PetitionSreckt bet Sier.rahner ist unangetastet. DaS beweist die große Zahl der Peti« ;.v?n an die j.*rfdüebciien gesetzgebenden Körperschaften, und wenn

vr Bernstein gelegentlich mtt selbst eine Beschwerde eineS Eisen- . ahnbeamten bringen will, so werde ick sie gern aus seinen Händen ........................ Zck vrotesttte ferner dagegen, daß ick behauptet haben soll, wir wollten den Eisenbahnern die Organisationen gene­rell verbieten. Das ist einfach nicht der Fall. ES eristiren 1H Dutzend solcher Vereine, vor Mem der große Trierer Eisenbahn« Werkstättenverband, der 50 000 Mitglieder umfaßt und über ganz Deutschland zerstteut ist. Ick habe neulich die Freude gehabt, dich drei Arbeiter dieses Verbandeö mir persönlich eine große Anzahl von Wünschen überbracht haben. Ich werde sie prüfen und werde daS Eine und Andere von dem, waS sie verlangen, bewilligen, natür­lich nicht Alles. (Heiterkeit.) Ich protestire ferner dagegen, daß in Deutschland Sklavendienst und Despotismus herrschen soll und daß ick die Eisenbahner zu Staatsbürgern zweiter Klaffe herabdrücken will. Das ist meine Antwort auf die Rede des Herrn Bernsttm. (Zuruf links: Aber sehr wenig! Heiterkeit.)

Ich werde schon noch mehr antworten. Ich betone, eS handelt sich nickt um Politik. Damit habe ick nichts zu thun. Wie jung­fräulich ich in der Parteipolitik bin, mögen Sie daraus ersehen, daß ick bisher noch nie. niemals politisch gewählt habe, weder zum Abgeordnetenhause noch zum Reichstag. (Heiterkeit.) Die ganze Frage liegt überhaupt sehr einfach. In der Budgetkommisiwn bm ich gefragt worden, was ich zu thun gedenke, um Vorgängen hne in Holland vorzubeugen Darauf habe ich in der Kommisswn eine kurze Antwort gegeben, daß ich nickt hoffe, daß jemals derartige- bei uns eintreten werde, daß ick aber auch für diesen Fall schon meine Maßregeln zu treffen wüßte. Darauf ist an mich die Btttt [ gerichtet worden, zur Beruhigung des Volkes diese Erklärung auch im Plenum abzugeben, und als ich das thctt, ist mir dann plötzlich vorgeworfen worden, ich hätte das Koalttionsrecht verletzt. DaS : verstehe ick nickt. (Heiterkeit links.) Ick bin doch lediglich der an« . gegriffene Dheil. (Erneute Heiterkeit links.) Als Leiter der Eisen- imhnverwaltung bin ich verpflichtet, den BeförderungSvettag, den die Eisenbahn mit jedem Passagier eingeht, tteu zu halten. Dazu fft ein geordneter, gesicherter Betrieb nöthig, und das Mttt-l hierzu ist wieder ein gutes, tteueS Personal. Jeder Beamte u-d jeder Ar­beiter tritt in ein Verttagsverhältniß. in dem diejenigen Bestim­mungen gelten, die von den berufenen Organen festgesetzt sind. Dieser Berttag muß gehalten werden. Bricht einer den Vertrag, so brickt er die Treue, und da ist es doch selbstverständlich, daß daS Recht der Kündigung gegen einen solchen Treubruch bestehen muß. Das gilt doch überall im geschäftlichen Leben, die Geschäftstteue wird überall verlangt und eingehalten. Tritt ein solcher Treubruch nur in einem einzelnen Falle ein, so ist das nur eine persönliche Sacke zwischen dem bett. Arbester, der leicht durch einen Anderen ersetzt werden kann, und der Verwaltung. Tritt aber ein Maffen- treubruch ein, dann stehen die Maschinen still, dann bin ich nicht

daß das AlleS ein auf daS Holländische übertragenes Svstem Dudde ö.._. . sei. Die holländische Regierung sei vom Geiste Buddes erfüllt ge<

Nur freie Bürger wesen, das Ideal Buddes soll in. Hofland verwttklicht werden. Der

Tugimg ihre Pflicht erfüllen. Bei mis ^Vorwärts" fügte hinzu: »Wahrscheinlich entspringen sogar die hol«

schulmeistert man die c : -ster, maßregelt sie, nimmt ihnen die gc- ländiscken Gesetzentwürfe der biretten Anregung Buddes." (Lache-

sctzlich gewährleist^ : ' - r;on?tteibeir! Graf Hohenthal hat selbst recktS.« Da kann man sehen, WaS blinder Parteihatz fertig bringt

uaegeben, daß ein Jrc^icr enttanen tvurde, wett er VerttauenS- Ick kann unter keinen Umständen zugeben, daß Unfriede unter den mann der Hambur.' r Organisation war (Hörtl hörtI) Denn. Enenbahnarbestern gesät wird, denn wenn er nickt hineingettage, ber Minister da neck beraubten wollte, daß daS Koalitionsrecht wttd, der Geist deS Unfriedens, t .

nickt eingeschränkt ist, so wäre das eine Lüge. (Unruhe links.) Aus s.Heiterb-it.) Einige Un-uftiedene giebt es ja mehrere Zurufe des Abg. Gamp und anderer Abgeordneten er-a*: *"

muß sein, die Berufs- und ArbeitSfreubigkest seiner Beamten zu er»

Wenn dies lleschieht, die soweit' eS durch die Gewerbeordnung gewährleistet wird, kann nickt

&Oen. SM» ta S Älta baf W W über'ben gattet Hefe,

die begründeten Beschwerden seiner Beamten und Arbeiter absteven d-r^s-nbahn^ Dom:etn» gesagt habe, nickt an? den Fingern gesogen ist.

nnb ÄWg » Ä Stan^b« » ma, b>- g ! »f-» nur bub Serbanb^ ben Jebe, ta.

«nntrafte ber elMer 3ngefte(tenemMm ronte. Mr^er aiM> Kl-sien°rgaui,uti°n auch rollig ousre.cht. um ben B-.

b?Ttaum mT sie o ^ahre über- Muten diensteifrig zu machen. Ich rechne mich nicht anders, berat als

ine dtatansche Dienstzeit nur angerccbnet, toetw «ämntenkatc ber höchste Arbeiter bes Eisenbahnbetriebs. Feber von uns arbeitet steigt. Redner erörtert dann die Lage- W* mit L Pft!nd, daS ihm GE gegeben hat, und in der Stellung,

gorien. Insbesondere wünscht, er Gleichstellune Der jeuttar hineingesetzt hat Und ick will von dieser Stelle es

giebt e5 aber immer. Herr Bernstein könnte sefln't das Ganze letten, , und es würde immer och einige Unzufriedene geben. (Heiterkett

Vicepräsident Gras Stolberg und erklärt: Wenn Sie von dem rechts.) Menschenwerk ist eben Stückwerk. Ich werde ber erste fein.

«6 htolten" eine neue 8'otmtr bringen, sonst wird Mr» Beim 1 -Xurgabe. ba bie Ticnitfrenbigleit bes S-rfonaB bi- grötzi- Sicher- alten bleiben les minfstres sen vout, les bureaux restent. heit des Betriebs gewährleistet. Meine ganze Erziehung als Sofliat Die ersehnte Verbilligung der Personentarife wttd noch immer nicht bürgt Ihnen dafiir. daß da? ferne leere ReberiSart, sondern daß bas konimen, denn auch der neue Minister will nur eine Verein- Pflichtgefühl ni mir Natur ich xc^e I stten, um später solch eine Gefahr herbeizuführen, dann wäre ei

fachung der Personentarife. Auch auf der Stuttgarter Konferenz nur m ben (Stengen bei f r m"1 V , L Y , diese gewissenlos, wenn ich gegen eine solche Vereinigung nicht energisch ii. sa mit wie nichts herausgekommen. Trotzdem man in Baden mtt aber n,ckt müde werden das zu thun. Ich weiß wohl, daß rnes^ n 9 hh» n n diesen Au»-

d^ Ktto^erhestcn ^ Erfahrungen gemacht hat, will man sie schönste Pflicht auch gle-chzetttg die undankbarste Aufgalie ist Alle im Reickslrack rinfühmi obSl dies von der Bedöflcrung zufriedenstellen kann ich r;cnt, aber ich f gern bereit, überall, wo

lebhaft gewünscht wird Eine der Hauptaufgaben des Ministers cS möglid ist, ^Ifejb einaugreifen. _ _ _ .

leunart gcrounji^t u w r-; In Bezug auf das Koalitionsrecht bin iaj in uet Picue ycin» .. M C r-x ...

Riffen Üben. .San rin« eintoräW,, «L

, bahncr in Hamburg vorgegangen wäre. Ich bin deshalb bet#

nur aus innerlich kräftigen Menschen, aus Menschen mtt Rückgrat! sich zusammenfetzen. Man sehe auf die Schweiz! Dort besteht seit: Jahren eine Eisenbahner-Lrganisation I Und doch hat Niemand die Behauptung gewagt, daß der Dienst dort lässiger geübt wttd, daß die Betriebssicherheit dort geringer ^ist. D ' ' "

können mtt voller Uebrriei ~ "t"* <nrr"CJ

Bei uns