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5.1.1903 Erstes Blatt
 
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Nr. 8

erfreut tSglich

außer Sonntags.

i®em Gießener Anzeiger werben im Wechsel mit dem hefstsche« Landwirt die Eichener Familien- DlStter viermal in der Woche beigelegt.

Notationsdruck u. Ver­tag der Brü h l'schen Untoerf^Buch- u. Stein- druckere^Pietsch Erden) Redaktion, Expedition und Druckerei:

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tzrrnsprechansckilußNr.bl.

ErfteS Blatt.

188. Jahrgang

Montag 5. Januar 1903

GietzenerAnzeiger

** General-Anzeiger y

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

vezngSpretSr monatlich 75Ps.,viertel- jährlich Aik. 2.20; durch Ab ho le- u. Zweigstellen monatlich Gd Pf.; durch die Post Aik.2. viertel- lährl. auSschl. Bestellq. Annahme von Anzeigen sur die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenprelS: lokal ISP^

auswärts 20 Pfg. Verantwortlich für den polit. u. allgem. Teil t.V.: yr.Hannemann; für »Stadt u. VxmbM und »Genchtssaal-: Lurt Plato; für den An­zeigenteil: HanS Beck.

Der Konflikt mit Kenezuela.

Die Antwort des Präsidenten Castro soll, wie in einer Reuter-Meldung auS Washington versichert wird, eine Be­dingung enthalten, die ganz den »Charakter einer Alternative trägt. Er habe anfangs Abneigung gegen den Haager Schiedsgerichtshof gezeigt, und verlangt, während er im Prinzip das Schiedsgericht annahm, daß die Angelegenhei von einer der amerikanischen Republiken abgeurteilt werden solle. Da Präsident Roosevelt es aber bereits abgelehnt hatte, als Schiedsrichter zu fungieren, und da derselbe Grund, dem seine Ablehnung entsprang, sich auf die Exekutive irgend eines anderen amerikanischen Staatswesens in derselben Stärke amvenden läßt, so war Roosevelt gezwungen, dieser Anregung seine Unterstützung zu versagen, und Castros An­regung wird sonach von dem Felde der Möglichkeiten ver­schwinden.

Auch sonst reitet Castro wieder auf dem hohen Pferde. Einem Vertreter des »Reuter'schen Bureaus* in Caracas er­klärte er, falls kein Arrangement stattfände, würde der Grund darin zu suchen sein, daß ein Arrangement nicht zu den Plänen der Verbündeten gehörte. Die Verlängerung der Situation würde für alle verhängnisvoll werden. Auf die Frage, ob er die Präsidentenwürde niederlegen oder eine Aenderung im Kabinet treffen würde, erwiderte er: »Die Leute können so viel Unsinn reden, wie sie wollen. Ich werde eine Aenderung im Kabinet treffen, wenn die gegen­wärtige Krisis vorüber ist."

Einer Depesche aus Puerto Cabello vom 2. Januar zufolge nahmen die blockirenden Kriegsschiffe alle vene­zolanischen Kreuzer aus dem inneren Hafen fort. Während dieser Maßregel waren Truppen an der Küste gelandet. Es fiel kein Schuß. Die Besetzung war nur vorübergehend. Einem Telegramm aus Port of Spain zu­folge wird das beschlagnahmte venezolanische Kriegsschiff »Zumbador" sämtliche 40 Prisen nach Port of Spain schleppen. Auf den Prisen wurden zusammen 30 000 Dollars beschlagnahmt.

AuS La Guayra, 8. Januar, wird gemeldet: Die beutschenTruppen nahmen heute früh, ohne auf Wider- stand zu stoßen, vom Zollamte in Puerto Cabello Besitz. Aus Puert o Cabello wird gemeldet, daß die Befehls­haber der verbündeten Truppen erklärt hätten, daß die ge­landeten Mannschaften wieder eingeschifft werden, sobald der Hafen von den kleinen Schiffen geräumt sei. Die Maßregel wurde ergriffen, um die Blockade wirksamer zu machen. Ferner wird berichtet, daß die Aufständischen in der Nähe von Puerto Cabello stehen, die Stadt sich also zwischen zwei Feinden befinde.

La Guayra, 4. Jan. Der holländische Konsul hat die Ermächtigung erwirkt, daß am 7. Januar ein nieder­ländischer Dampfer hier den Gesandten der Niederlande, der erkrankt ist, an Bord nehme. Hier sind alle Küsten-Wach- mannschaften entlasten worden. Das Zollamt soll Montag geschloffen werden. Hunderte von Personen sind ohne Arbeit. Es werden Störungen der Ordnung befürchtet. Der Befehls­haber des englischen Kriegsschiffes »Tribuna" teilte dem Prä­fekten mit, daß er ihn für die Sicherheit der Engländer, Deutschen und Italiener verantwortlich mache.

Die Kronpririzesstn von Sachsen.

In der Preste werden über das beklagenswerte Ehe- brama im sächsischen Königshause noch immer allerlei un­kontrollierbare Gerüchte verbreitet. So wird behauptet, daß der Kronprinz von Sachsen mit seinen fünf Kindern dem­nächst zu längerem Aufenthalte in Meran eintreffen wird. Wir halten dies nicht für zuverlässig; schon das Befinden des Königs schließt eine derartige Reise aus, wenn sie dem Kronprinzen selbst auch recht dienlich sein könnte.

Weit mehr als diese Personalnotizen oder die jeweiligen Aeußerungen der einzelnen Beteiligten intereffieren augen­blicklich die Urteile der Rechtsgelehrten über die Möglichkeiten, «elche die beabsichtigte Ehetrennung für beide Teile bietet. Eine kirchliche Auflösung der Ehe ist ausgeschlossen, denn nach katholischer Lehre und Praxis kann eine gültig ge­schlossene und vollzogene Ehe bem Bande nach niemals ge- löst werden, auch nicht durch den Papst. Die katholische Kirche betrachtet nach derKöln. Volksztg." die Unauflös­lichkeit der Ehe als ein Gebot Christi, welcher in dieser Be­ziehung ausdrücklich das Gesetz aufgestellt hat:Was Gott verbunden hat, das soll der Mensch nicht trennen". Sie hält daher weder den Papst noch sonst eine Macht der Erde für berechtigt, eine gültig geschlossene Ehe dem Bande nach zu lösen nnd eine Wiederverheiratung zu gestatten. Von göttlichen Geboten kann eben keine menschliche Autorität ent­binden. Und wenn auch der Papst von allen kirchlichen Ge­setzen unter Umständen dispensieren kann, so doch niemals von einem göttlichen Gesetze. Ein solches verpflichtet un­bedingt.

Diese Bemerkungen sind, wie dieKöln. Volks-Ztg." selbst zugibt, zwar rein theoretischer Art; aber praktisch wird die Frage, ob eine kirchliche Auflösung der Ehe der Kron­prinzestin eintreten könnte, überhaupt nicht werden.Ob die Kronprinzessin von Sachsen als geständige Schuldige einen Antrag bei einem kirchlichen Gerichtshof stellt, kann gleich­gültig bleiben; jedenfalls wird der katholische Kronprinz keinen Antrag stellen, von dessen kirchenrechtlicher Unmöglichkeit und gänzlicher Aussichtslosigkeit er von vornherein überzeugt ist., Wohl aber könnte er auch beim kirchlichen Gericht den An­trag auf Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft stellen, den er bei dem durch allerhöchste Verordnung vom 30. Dezember 1902 eingesetzten besonderen Gericht stellen wird. Der klagende Kronprinz will keine Scheidung, sdndern eine Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft; aber die Kronprinzessin kann ihrerseits nach § 1575, wie schon erwähnt, die Scheidung der Ehe beantragen. Dem Verlangen muß nach § 1575 des B. G. B. stattgegeben werden. Die schuldige Prinzessin könnte also ihrerseits die Ehescheidung verlangen, die der Kronprinz nicht will; das wäre allerdings eine seltsame Folgerung 1 Zweifel­haft ist zunächst wohl mcht, daß die Klage auf Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft erfolgreich sein wird.

Volttische Tagesschau.

Die neue deutsche Rechtschreibung.

Die neue deutsche Rechtschreibung, die auf derOrtho­graphischen Konferenz", die vom 17. bis zum 19. Juni 1901 ui Berlin getagt hat, zwischen Deutschland, Oester­reich und der Schweiz vereinbart wurde, hat folgende Haupt- eigentümlich ketten: 1. Das tij wird nur noch in Fremd­wörtern griechischen Ursprungs geschrieben, z. B. Theater, Theologie, Thermometer, Hypothek, katholisch. Thron. Man schreibt also fortan Tal, Taler, Tat, Tor, Turm, Träne, Untertan, Rat, Rathaus, Rute, Tee; Berta, Bertold, Günter, Walter. Dagegen bleibt das th in Lothringen. 2. Das pH wird ebenfalls nur noch in eigentlichen, Fremdwörtern oe- schrieben, z. B. Phantom, Phase, Philosophie, Phosphor, Physiologie, dagegen Efeu, Adolf, Rudolf, Elefant, Sofa. 3. Vor t ünd p steht immer f: Knospe, er liest. Ausgenommen smd Zusammensetzungen: Hausthür, Donnerstag, Phosphor. Man schreibt: angeniessener oder angemeßner, wässerig oder wäßrig. Man schreibt ferner: du reisest oder du reist; du reißest oder du reißt; du sitzest oder du sitzt; dagegen: der närrischste. 4. Man schreibt: Brennessel, Schiffahrt, Schnelläuffer; setzt jedoch ab: Brenn-nessel, Schiff-fahrt; dagegen mittag, mtt-tag. ch, sch, ß, pH, th gelten beim Ab­etzen als einfache Laute; ft bleibt immer ungetrennt; sonst 'ommt von mehreren Mitlauten der letzte auf die folgende Zeile. In einfachen Fremdwörtern gehören die LZautver- bindungen von b, p, d, t, g, k, mit l und! r in der RegeÜ auf die folgende Zeile (Pu-blikum, Hy-drant). Zusammen­

gesetzte Wörter (deutsche und Fremde) trennt man nach ihren Bestandteilen: Em-pfangs-an-zei-ge, Mttkro-ftop. M« mo-sphäre. 5. Man schreibt: Schillers Gedichte, Voß' Luise. 6. Man schreibt: Ereignis, Hemmnis. 7. Man schreibt: studieren, abonnieren. Auch die neue Orthographie, die im übrigen auf das ganze deutsche Sprachgebiet sich erstreckt, läßt der Individualität noch viel Spielraum. DaS gitt insbesondere von der Schreibweise der mehr oder weniger eingebürgerten Fremdwörter.

Die östreichische Berständiguugskonfereuz.

In Wien ist am Samstag nachmittag die deutsch­böhmische Verständigungskonferenz zusammengetreten, an der sänttliche Delegierten der deutschen und tschechischen Parteien in Böhmen und Mähren, ausgenommen die All­deutschen und die Tschechischradikalen, teilnahmen. Mi­nisterpräsident Körber hielt eine kürze Ansprache, in der er ankündigte, die Regierung werde in dem für die Konferenz bestimmten Elaborate es unternehmen, zu einem Kompromiß zu gelangen. DaS Elaborat sei abänderungs- sähig. Die Agitation sei ohne sachlichen Hintergrund und die dadurch entflammte Leidenschaft habe ungleich mehr verschuldet als der Stand der Gesetzgebung. Lassen Sie uns mit Ruhe an die Arbeit gehen, und ruhig bleiben bis ans Ende! Der Ministerpräsident schloß: Rach einem ebenso loyalen wie schweren Kampfe wurde vor lvenigen Tagen zwischen beiden Regierungen ein neues llebemn- kommen über die Grundlagen der wirtschaftlichen Gemeinsamkeit Oestreichs und Ungarns für zehn Jahre erzielt. Die Verständigung über den Ausgleich der Interessen der beiden Staatsgebiete sei kein Triumph des einen über das andere, den keines von beiden hätte über sich ergehen lassen, triumphiert aber über beide und hat nur das Bewußtsein der Zusammen­gehörigkeit und die Pflicht gegen die Monarchie. Wenn nun trotz der tiefgehenden gegenteiligen Strömungen die höheren Zwecke des Gesamtreiches in der alten Weise er­reicht werden konnten, so muß es umsomehr möglich sein, der Schwierigkeiten Herr zu werden, die nun schon allzu­lange am Marke des diesseitigen Staates zehren. Wir müssen vorwärts und dürfen nicht immer wieder von dem einen Stein des Anstoßes ausgehalten werden. Das östreichische Parlament soll ein für allemal zur Erfüllung seiner Pflichten gelungen. Auch dafür giebt es eine letzte Stunde! Es muß geschehen imb darum bitte ich Sie: Lassen Sie es geschehen, vereinigen Sie Ihre Kräfte und räumen Sie den Stein des Anstoßes von unserem Wege!

Die Vertteter der Parteien gaben später folgende Erklärungen ab: Funke erklärt Namens der Deutsch­böhmen, daß sie nur auf Grund der von ihnen er­statteten Vorschläge in die Verständigungsaktion eintreten können. Chiari erklärte: Die Deutschmähren wollen nicht gemeinsam mit den Böhmen verhandeln. Pacak erklärte, die Tschechen wollten die neuen Elaborate der Regierung abwarten. Ministerpräsident Korber steltt fest, daß die Beratungen über die böhmischen und mährischen Ange­legenheiten in separaten Konferenzen stattsinden sollen. Aus den verschiedenen Stimmen glaube er als Grundton den Willen einer Verständigung heraushören zu sollen. Wo ein Wille, da sei auch ein Weg. Montag werden die Verhandlungen fortgesetzt.

Der französische Senat.

Am gestrigen Sonntag haben in Frankreich die Er­gänzungswahlen zum Senat stattgesünden. Nurch den dar­über vorliegenden Meldungen sind von 98 vorzunahwenden Wahlen jetzt 96 Ergebnisse bekannt, die eine starke Verbesse­rung für die Regierungspartei aufweisen. Bisher gehörten 46 Senatoren der Opposition und 50 der Regierungsmehrheit an. Bei den gestrigen Wahlen hat die Regierung 15 Sitze gewonnen, zwei verloren, es sind also gewählt: 63 Mini­sterielle und 33 Oppositionelle. In den Mederalpen ist die Wahl des Nationalisten Andrieux bereits angefochten, weil Andrieux vor.dem zweiten Wahlgang die falsche Er­klärung verbreitete, daß mehrere republikanische Kandidaten zu seinen Gunsten zurückgetreten seien. Andrieux siegte

Feuilleton.

Die meist gelesenen Bücher des Jahres. In seinem Neujahrshefte teilt dasLitterarische Echo", Verlag F. Fontane und Co., Berlin, das Ergebnis seiner dies­jährigen Umfrage nach den meist gelesenen belletristischen Büchern des Jahres mit. Von 96 deutschen Leihbibliotheken werden als die am meisten verlangten Bücher angegeben: Jörn Uhl" von Gustav Frenssen (88),Die Wacht am Rhein" von C. Viebig (40),Cäcilie v. Sarryn" von G. Frhrn. v. Ompteda (31),Die drei Getreuen von Gustav Frenssen (25),Karl Heinrich" von Will). Meyer-Förster (20),Quo vadis?" von H. Sienkiewiez (19). Danach stellt sich das Ergebnis folgendermaßen dar. Als meistgelesene Autoren wurden bezeichnet Gustav Frenssen 88mal, Clara Viebig 50mal, G. Frhr. v. Ompteda 47mal, Wilh. Meyer-Förster 23mai, Nataly v. Eschstruth 22rnal, Henryk Sienkiewiez 20mcll unter 96 Antworten. In Mannheim nennt die Statistik der Leihbibliothek (von Brockhoff und Schwalbe) als die meist verlangten Bücher: Eschstruth, Die Bären von Hohen-Esp. Frenssen, Jörn Uhl. Marriot, Menschlichkeit. Ompteda, Cäcilie v. Sarryn. Viebig, Das tägliche Brot.

Als dasBuch dieses Jahres" erscheint demnach Frenssens Jörn Uhl", Vas ja auch unlängst schon in der ICO. Auf­lage erschienen ist. Aber jetzt schon ist recht zu beachten, w lch eine mächtige Strömung sich das tüchttge, aber doch wie von einer Laune und Mode der Meng: zu feinem,

a

ungeheuren Erfolg emporgetragene Buch zuwendet und wie eine wohlberechtigte Kritik von den Einsichtigen an den Schwächen des norddeutschen Erzählers geübt wird.

Das Konrad Dreher-Jubiläum gestaltete sich in München zu einer großartigen Ovation für den urwüchsigen Humoristen und kernbraven Menschen. Der Hof, die Stadt- gemeinde, die Künstlerschaft, die Schriftsteller, die Theater­leiter, von nah und fern, die Kollegen des Jubilars wett­eiferten in greifbaren Ausdrücken ihrer Sympathien. Und wenn neben dem Lorbeer auch Pokale und andere, ,Trink­gesäße als Spenden dienten, so ist das begreiflich; war es doch ein echt Münchener Familienfest zu Ehren eines all- beliebtenMünchener Kindls". Dreher, der an seinem Ehrenabend denMathias Gollinger" spielte, hielt am Schlüsse des Stückes eine drollige Tankrede.

Ern neues Theater in Hamburg. An Stelle des Konzerthauses Hornhardt wird in St. Pauli ein neues großes Theater erbaut werden, das 1904 vollendet sein soll, und dessen Direktion Direktor Monti vom Karl Schulz- Theater übernimmt. Das Theater der Zentralhalle wird dagegen in ein Spezialttätentheater umgewandelt.

Chr. Collin, Björnstjerne Björnson. Einzige berechtigte Uebersetzung aus dem Norwegischen von Cläre Mjoen. Band 1: Björnsons Jugend und Werden (1832 bis 1856). Litt zahlreichen Illustrationen. Verlag von Alber: Langen in München. Collins Biographie von Björnson ist das erste wil'euschaftlichc Lebensbild des großen

I Menschenbildners und Lollsführers. Collin hat sich feit vielen Jahren mit Studien über Björnson und feine Zeit beschäftigt. Er hat beinahe alles gesammelt, was über Björnsons Leben und Dichtung an Ort und Stelle aufzu­spüren war. Eine Fülle von mündlichen und örieflidjen Mit­teilungen wirst über Björnsons Kinderjahre und Jugend ein neues Licht. Diese erste große Björnson-Biographie stellt sich als ein Quellenwerk ersten Ranges dar, unent­behrlich für den literarischen Forscher, und gleichzeitig als em höchst fesselndes Lebensbild, das jedermann mit dem größten Interesse lesen wird. Ter reiche Jllustrations- jchmuck erhöht den Wert des ausgestatteten Buches noch um ein bedeutendes.

Aus der Weltliteratur." Erlesene Gedanken in erlesener Sprache, gesammelt und geordnet von Leopold Auspitz (Egon Berg- und Paul Auspitz. Anhang: Geflügelte Worte. Verlag der r. t. Univerfltätsbuchhandlung Georg Szelinski, Wien L, Stephansplatz 6. Wir geben einzelne Stellen des Buches zur Exemplifikation wieder: Jeder wünscht lang zu leben, niemand will alt werden. (Owift.) Geschwister sind ja Schweigen und Verdienst. (Grillparzer.) Wollen die Wilden in Louisiana Früchte haben, so fällen sie den Baum an der Wurzel. Dies ist die despotische Regierung. (Montesqieu.) Gebeugt erst zeigt der Bogen seine ^raft. (Grillparzer.) Wen das Worr nicht schlügt, ocn schlägt auch der Stock nicht. (So- krales.. Sei wie die Eoloorange, die mit Süßigkeiten bettäuft den Mund, der sie verwundet. (Hamerling.)