Ausgabe 
4.4.1903 Viertes Blatt
 
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Bekanntmachung.

Bei den am 4., 6., 7. und 8. April im Hofe der allen Kaserne am Braudplatz ftattfindenbeii

Frühjahrs --5iontroUversammlttNgeu

haben aus der Stadt Gießen zu erscheinen:

am 4. April 1003, vormittags 8 Uhr:

Offiziere, Saniläisofsizicre und Beamten der Reserve und Landwehr L Aufgebotes, Rejervisien der Infanterie, rvelche in den Jahren 1895 und 1896 emgelreten sind:

am 4. April 1903, vormittag» 10 Uhr:

Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1897 und 1898 emgetreten fmb;

am 4. April 1903, nachmittags 8 Uhr:

Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1899,1900, 1901 und 1902 emgetreten ftnb, jotvie sämtliche zur Disposition der Truppenteile unb der Erfatzbehbrden elltlafsene Mannschaften der Infanterie;

am 6. April 1903, vormittags 8 Uhr:

Wehrlente ersten Aufgebots der Infanterie, welche ui den Jahren 1890 und 1891 cuigclrelcn sind;

am 0. April 1903, vormittags 10 Uhr:

Wehrleute erilen AingebolS der Jwanlerie, welche ui den Jahren 1892/1893 und 1894 eingetreien sind;

am 0. 'April 1903, nachmittags 2 Uhr: sämtliche Rejervlslcn der bjcube, Jäger, Kavullerle, Jeld- und Fuß- arlillerte, Pioniere und Bertehrsii uppen, teijenbalp-, Telegraphen- und Luftjchlnertruppen;

am 7. April 1903, vormittag- 8 Uhr: sämtliche Nefcrvistcn der Trams senifchl. Krankenträger), Sanitäts­und Bcteriiiärperfonals, Buchjenniachergehilfen, Letononneha>id- werlcr und Marine-Mannichaiten, loiuie zur Disposition der Truppenteile uirü der Erjagbehorden eiitlasferien Dtannjchasten der Spezialivaffen;

am 7. April 1903, vormittags 10 Uhr: Wehrleule erflen i)tn|gebots aller übrigen Araßen;

am 7. April 1903, nachmttlags 2 Uhr:

Erfahreserviflen der Jahrgange 1890, 1891, 1892 und 1893;

am 8. April 10o3, vormlttags 8 Uhr:

Ersatzreservislen der Jahrgänge \>'Vr 1896 und 1897;

am 8. April ll'o3, vormittags io Uhr:

Ersatzreservisien der Jahrgälige 1898, 1899, j[yoo, 1901 und 1902.

Beireiungsgefuche sind durch das Pauptn^^^anit einzureichen und müsfen behoidlich beglaubigt jein, tsiuien aber nur im bringcnö|ien Nonall genehniigl iverben.

Die Leute Habel, in bürgerlicher Kleidung zu erscheinen.

Stöcke, Schirme, Pfeifen und Zigarren smd vorher wegzulegen.

Die Militärpapiere lPag mit_ cingellebier Kriegsbeoroerung. und Fuhruiigsallefl müsfen zur Stelle fe,n. Sämtliche Atann- ichaften stehen im Laufe des ganzen Kontrolltages bis einjchließlich Atitleriiachl unter dem i)iiluarge|eQ.

(Siegen, am 30. Atarz 19u3. 2733

Ter Oberbürgermeister.

___________M e c u m.______

Bekanntmachung.

Wir bringen hiermit zur öffentlichen UenmniS, daß der Friedhof von jetzt ab bis zum 15. Mai d. I. von morgens 6 bis abends 8 Uhr geöffnet bleibt und daß die auf dem Friedhof Verweilenden eine Viertelstunde vor Schluß des­selben auf diesen durch ein Glockenzeichen aufmerlsam ge­macht werden. 2877

Gießen, am 1. April 1903.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Di e c u m.

Holzversteigernrrg

im Gemeindewald evbrt am Montag den 6. April, Distr. Berg und Eichenhard:

66 9lm. 2 Mtr. langes Cichen-Grubenholz,

6 mut. 3 Mtr. langes Eichcn-Grubenholz,

84 m»i. 4 Mtr. langes Eichen-Rutzholz, Wagnerholz (Deichselstangen, Langbäume re.)

Zusammenkunft um 9 Uhr auf der Elsernhand.

Hohensolms, den 2. April 1903. 2862

Der Bürgermeister.

WmiÄMÄsJcKO

Am 1». April beginnt wieder ein Kursus im Maßuchmeu, Mnsterzeichucu und praktischen Arbeiten. Auch tonnen Damen ^eden Aiomag eintreten.

Anmeldungen werden entgegengenonunen BiSmarcksiraße 20, park., vom 1. April ab Goelhefiraßc 48, parl.

Gleichzeitig empfehle ich mich im Auscrtigcu von Damen« und Kinder-Garderobe unter Garantie für guten Sitz bei billigem Preis.

Louise Weinhardt

2441________________________anögeb. Lehrerin._____________

Guter nziumlimUmnÄvmz

des Oberhess,scheu BieuenzüchtervereiuS zu haben bei: 2432] C. <*. Kleinhenn, Gießen, Bahnhofstraße.

Holzversteigerung.

Es werden versteigert:

Dienstag den 7. April d. IS. au5 den Abt. Tempel 12, 23a, 24, 47, Törnergrund 28, ZeUenrod 29, Rabenpfuhl 54b, Buchenberg 57, Wachholderhe.de 62a, 62c, Altgehegt 70, Rehhecke 71b: 6 Eichenstämme von 1827 cm Turchm., 510 m Länge mit 1,75 fm, 132 Fichlenslämme von 1431 cm Turchm., 1021 m Länge mit 59,63 fm, 5 flicfemfiämme von 2837 cm Turchm., 610 m Länge mit 3,00 fm, 2 Lärchenstämme von 2324 cm Turchm., 1822 m Länge nut 1,75 fm, 86 Fichten-Derbslangen von 712 cm Turchm., 819 m Länge mit 7,20 fm, 49 Fichten- Reisstangen nut 1,05 fm, 14 rm Vichen-Werkschcilholz für Küfer, Glaser pp.; Buchen: 4 rm Scheiter, 10,6 rm Knüppel, 350 Wellen, 2 rm Stöcke; Eichen: 79,7 rm Scheiter, 26,6 rm Knüppel, 2660 Wellen, 97,5 rm Stöcke; Kiefern: 191,6 rm Scheiter, 71,4 rm Knüppel, 1760 Wellen, 56,2 rm Stöcke; Fichten: 2 rm Scheiter, 3 rm Knüppel, 1590 Wellen, 33,2 rm Stöcke; Weichholz: 1850 Wellen.

Tas tn Tempel 12, 23a, 24, 47, Buchenberg 57 lagernde Kiefern-, Fichten- und Weichholz, Stamm-, Stangen-, Scheiter-, Knüppel-, Reisig- und Stockholz wird nicht vor­gezeigt; es kommt um 12 Ühr im Törnergrund 28 zum Aus­gebot; Steigliebhaber wollen dieses vorher einsehen. Zu­sammenkunft morgens 9 Uhr auf der Kreisstraße Gießen Steinberg am Uebergang über die Eisenbahn. Nähere Aus­kunft erteilt der Großh. Förster Schlag zu Baumgarten.

Gießen, den 21. März 1903.

Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg.

Heyer.

Alicc-Schule.

Beginn des Sommerhalbjahres der Industrieschule: Dienstag den 21. April 1903.

Aufnahme der Schülerinnen:

Montag dcu 20. April 1903, vormittags 10 Uhr in der Alice Schule.

Beginn des Kursus für Handarbeitslehrerinnen: Montag den 8. Fuui 1903.

Nähere Auskunst und Lehrplan zu erhalten durch Frl.

Möser, Oberlehrerin, Gartenstraße. 2887

Der Vorstand: Frau B. Gebhardt.

Kaufmännischer 'Herein

Samstag den 18. April 1903, abends 9 Uhr im Kaufmännischen Bereinshause Hrdcnll. Generalversammlung.

Tagesordnung:

1. Bericht über das Geschäftsjahr 1902 03, Vorlage des ge­prüften Rechnungsabschlußes und Entlastung des Vorstandes.

2. Neuwahl des Vorstandes, der Revisoren zur Prüfung der laufenden Jahresrechnung, des Aufnahme-, Schul- und Vergnügungs-Ausschusses.

3. Beratung und Feststellung des Voranschlags für 1903/04.

4. Etwaige Anträge der Mitglieder in Gemäßheit des § 51 der Satzungen. 2879

Uin allseitiges Erscheinen bittet Ter Vorstand.

Gießener Omnibus-Gesellschaft

e. G. m. b. H. in Gießen.

Bilanz-Konto am 31. Tezember 1032.

Bilanz

Toll Aktiva

1. An Kassa Konto Mk. 2. Konio-Korrent-

Konto ... , 3. FuUer-Konto 4. Jmmobilicn-

Konto . . . , 5. , MobUien-

Komo . . . 6. Pierde-Konto 7. Betriebs-Konto

26.33

7276.49

3260

227L0

4813.95

6945.-

39.80

Atk.

22588.77

Konto.

Passiva Haben

1. PerKonto-Korrent-

Monio . . . Mk. 12437.95

2. , Rejeroeionds-

Koulo ...» 4476. 3. Kapital-Konto , 5674.82

Alt. 22588.77

Gewinn- und Verlust-Konto.

Toll Verluste

1. An Betriebs-Konto

Mk. 11752.57

2. Futter-Konto , 12527.88

3. , Haudlungs-

UnloslemKonto 887.21

4. Immobilien-

Konto . . . 1414.42

5. Mobilien-Konto 227.28

6. Pferde-Komo 1630. -

Alk. 28439.31

Gewinne Haben

1. Per Betriebs Konto Mk. 25286.80

2. Zinsen-Konto , 44.81

3. Ditanz-Konlo 8107.70 (Verlust pro 1902.)

Alk. 28439.31

Die Zahl der Genossen betrug zu Anfang des Gefchäftsjahres 1902 ............... 137

Es schieden aus durch Tod ......... 3.

Ende 1902 ............... 134 Genossen.

Das Geschästsguthaben der Genossen betrug im Geschäftsjahr 19Ö2 ........... Alk. 5545.32

Die Gejamthastsumme der Genossen beträgt ... , 21 900.

Gießen, im April 1903.

Gießcncr Omnibns-Gcscllschast, E. (5. m. b. H.

Hanau. Helfrich. Kirch. 2861

NB. Die Bilanz liegt zur Einsicht der Interessenten während der nächsten 8 Tage bei der Firma G eb r. Kaufmann offen.

Ttenogrlls)hellgeseMsllft8ilbelslitrger"

(Hietzcri.

Wir eröffnen am DicnStag den 21. April d. I., abends 9 Uhr, in unserem Vereinslokal, Frankfurter Hoi, einen neuen

Unterrichtstursus

in der e 2732

chakelsberger'schen Stenograppie.

Tas Unterrichtshonorar beträgt 6 Mark. Anmeldungen werden beim Beginn des Unterrichts entgegen- genommen. Der Vorstand.

Man verlange

L Acrztlich empfohlen.

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Niederlagen bei:

Ph. Schwager Wwe., Marktplatz. L. StelnhSnaer, Neueu-Baue Carl Seibel, Frankfurteratraase. tiebr. Adami, Mäufburg. Jac. Frieeleben, Babnbofetra-ee. II. ßellof II., Aliceatrasse. Konsum-Halle, Heachelheim. Ang. Seibel, Wieaeck. A. L. Müller, Lang-Göna. W. Brück, Wisern ar.

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lieber Entstehuna und Zweck dieser ältesten Festung Hessens, die in Süd- und Mitteldeutschland niclit ihresgleichen hat, sagt Kofler,daß 'vielleicht zivischen luOO und 800 v. Ehr. ein fremder Stamm in das Land eindrang, das bis dahin noch mit Leuten der Bronzezeit besiedelt ivar, und diese zu verdrängen und sich seslzusepen suchte. Um sich selbst zu schützen, legten sie die Werke in der Koberstadt an und gaben sie aus, nachdem ihnen die Verdrängung der Eingesessenen oder eine Vereinigung mit denselben gelungen war."

In einem zweiten Aussätze berichtet derselbe Verfasser über Gräber der Bronzezeit bei Forsthaus Baierseich bei Darmstadt. Aus den Funden ergeben sich Schlüsse auf die Handelsbeziehungen des Milteirheingebietes, durch die Schu­machers früher an anderer Stelle dargelegten Anschauungen weitere Unlerslützung erfahren.

Den Schluß des Hesies bilden Arbeiten des Heraus­gebers des Archivs, Prof. A n t h e s. In denBeiträgen zur Geschichte der Besiedelung zwischen Rhein, Main und Neckar" stellt er die Funde steinzeitlicher Waffen und Ge­räte aus Starkenburg zusammen und beschreibt sodann die bis jetzt nachgewiesenen alten Befestigungsanlagen und Wohnsiälten des genannten Gebietes. Die beigegebene Ueberstckstskarte erhöht den Wert der verdienstvollen Arbeit.

Der übrige Inhalt des Heftes, so willkommen er dem Forscher ist, entbehrt des Interesses für den Leserkreis des Gießener Anzeigers" und kann deshalb hier übergangen werden.

Auch aus denBeiträgen zur hessischenKirchengeschichle" möchte ich nur eine Arbeit, die uns Gießener besonders interessiert, hervorheben. Ter verstorbene Pfarrer Grein hatte vor seiner Uebersiedelung nach Tarm^adt begonnen, die Gießener K ir ch e n g e sch ich t e einer besonderen Untersuchung zu unterziehen. Seine Prüfung unterbrach

seine Studien, sein früher Tod setzte ihnen für immer ein Ziel. Was fertig geworden war leider ist es nur wenig, liegt vor in zwei Artikeln, von denen der erste die Gießener Geistlichkeit und die Judenfrage 1622/23" be­handelt.

Der bekannte Professor der Theologie Justus Feuerborn, der zugleich Prediger war, hielt gleich seinen Kollegen um die Advenlszcit 1622 eine Reibe heftiger Predigten gegen die Juden.Aus christlich-theologischen und eth.schen Grün­den vertritt ec den Antisemitismus in der schroffsten Form." Tas Verhalten Feuerborns erregte den Zorn des Stadt- kommendanlen von Gießen, des Hauptmanns v. Schrauten- bach, der eine Abschrift der Predigten F.'s einforderte, um sie dem Landgrafen vorzulegen. Statt dieser Aufforderung nachzukommen, geht Feuerborn in B.gleilung des Pfarrers Mylius zum Zwecke einer persönlichen Unterredung zu Sa-rautenbach. Tas Gespräch, in dem der Hauptmann energisch die Partei der Juden ergriff, verlief resultatlos. Ter Kriegsmann und der geistliche Herr sagten einander derb die Wahrl)eit, schieden aber mit einem Händedruck.

Ter zweite Artikel befaßt sich auf Grund von Akten des Darmstädter Archivs mit einerangeblichen Papsnvahl in Gießen 1725." Am 20. Juli dieses Jahres brachte die Düsteldorfer Postzeitung eine Nachricht, derzufolgeauf einer benachbarten Lutherischen Universität eine furnehme liompagnie sich luftig gemacht" und einen Papst aus ihrer Mitte gewählt habe. Ter Papst habe einen Thron be­stiegen, aber als bie Übrigen sich an schickten, ihm die Füße zu tüffen, habe es sich herausgesteltt, daß er eines plötz­lichen Todes vcr,.oroen sei. In dec nächsten Nummer der Po,.zeiiung luuroc berietet, daß Gießen jene Universität sei. Tie oüüjc crveg.c ungeheures Aufsehen, sie wurde in jivln und in Wien icbyajt besprochen. Landgraf Ernst

Ludwig, dem das Ansehen seiner Universität nicht gleich^ giltig sein konnte, ordnete strenge Untersuchllng an, i te durch eidliche Zeugenaussageti die vollkommene Grundlofig- keit des Gerüchts ergab. Im Hausgarten des Kriegszahl- Meisters Thom hatte am 9. Juni eine fröhliche Zusammen­kunft stattgefunden, an der u. a. der Stadlfchrewer, Aat Maleomesius, beteiligt war. Als sich die Gesellschaft trennte, blieb M. allein im Gartenhaus zurück und wurde dort zwischen 3 und 4 Uhr morgens tot aufgefunden. Tas war der ganze Sachverhalt; von einer Papsttvahl oder auch nur ber Absicht einer folck)en, war niemandem etwas bekannt. Energisch ging der Landgraf an die Bestrafung der Schul­digen, zumal gar ein gedrucktes Flugblatt von Regensburg aus verbreitet worden war. Ter Kurfürst von der Pialz sagte auch zu, die Sache untersuchen zu lassen und den Düsseldorfer Trucker der Postzeitung zum Widerruf anzu­halten; der Kurfürst von Mainz aber, dessen TomdechatU als Empfänger des verleumdcrifchen Berichtes aus Gießen genannt wurde, verhielt sich sehr ablehnend. Unterdessen erschien ein neues Flugblatt aus Köln, das als Teilnehnier an derPapstwahl" die hessischen Räte und LffiMnten in Gießen und als Ort der Wahl den Garten des Luper- intenbenten Bielefeld bezeichnete. Dieses Pamphlet ^wurde auf Verfügung der Tarmstädter Regierung vom Scharf­richter in Gießen öffentlicy verbrannt. Tie Untersuchung hat aber den Urheber dec ganzen Geschichte niemals er­mittelt t

An größeren Arbeiten bringt das vorliegende Heft den Anfang einerReformaäonsgest^ichte von LppenheiNi' von Haus- und Staatsarchioar Tr. I. 'JL Dieterich m Darm­stadt unotiidjen- und kulturhistorische Nachrichten aus dem ältesten Reinheimer Kirchenbuche" von dem dortiaen Pfarrer Alexander Schuchard K.t