Ausgabe 
4.4.1903 Viertes Blatt
 
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153. Jahrgang

Viertes Blatt.

Samstag 4. April 1903

Nr. 80

ouBtr ©onniofli. tem siebener An,eiqer werden im Wechiel mit dem hesßlche» Canöoirt die Lietzener Zamilien- bldlicr oiermal in der Woche beigtlfflL ÄotationflDrutf il Ver­la« der Brü d l'ichen Unioerl.-Vuch- u.Stein» brucfrret(l$iehd)lirben) Redaktion, (hrptöttwR und Trude rei:

Echulftratze 7. tldrelle ffir Deoelchen: tHijflger Sieben. $frnlprrd>an<d)hi6 Ar dl.

GletzenerAnzelgerW

General-Anzeiger o.a.=t?..tx

v den polu. und öligem.

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MKZ

VW 1 KJ ikiaenleN San« Beck.

Aum Landes-Nuß- nnb Ueltag.

Dießen, 4. April 1903.

Cincm Doll, das in kühnem Selbstvertrauen vorwärts stürmt, ganz erfüllt von feinen Erfolgen, stolz auf feine Er­rungenschaften auf allen Dcbicten, seines Sieges gewiß, einem foldjcn Volk Buße und Umkehr zu predigen, das könnte als ein ebenso gewagtes und aussichtsloses Unter­fangen erscheinen, als wenn man versuchte, sich einem Schnellzuge entgegenzuwerfen und ihm Stillstand zu ge­bieten. 3n unseren, wirtschaftlichen und poliiiftfren Leben sind freilich gegenwärtig die Bremsen bereits stark gezogen. Tie Passagiere haben schon angefangcn, sehr ungemütlid) zu werden, und die Frage gehl von Mund zu Mulide, ob nicht manche-, vieles oder gar alles bei uns faul fei. Es ist ja nur zu begreiflich, daß ein solcher Umschlag geneigter macht, sich auch einmal die Kehrseite der Tinge anzusei)en, und auf die mahnenden und warnenden Stimmen zu hören. Tas ist gerade das Heilsame an der gegenwärtigen Lage, das auch sofort von allen ernsten Menschen als heilsam em­pfunden wird, sobald sie nur einmal angefangen haben, auf die dadurch airgeregte Selbstprüfung einzugchcn. An Bußpredigern hat es auch vorder nicht gefehlt, die eine recht deutliche Sprache geführt haben, auch wo die Stimme der Kirche und ihrer Diener verhallte: die verheerenden Bolksjeuü-en, wie die Tuberkulose, die erschreaend fiaj auLbreitenden Geschlechtskrankheiten, der Alkoholisnius, die stelige Zunahine der Verbrecher schar, besonders der Jugend­lichen. Tie Sozialdemokratie ist nicht müde geworden, ihre scharfe Hulil an den bestehenden Mißständen zu üben und oic Schuld der herrschenden Klassen auszudecken. Sie hat die Wirkung dieier ihrer jtiuit vielfach ourch ihre Uebectreib- uligen, durch ihre ungerechte Verteilung von Licht unb Schallen, durch ihre Unfähigkeit, auch dem ehrlichen Gegner gerecht zu werden, gefährdet. Heute kommt diesen Buß- Predigern vielleicht in weiten Kreisen eine bereitere Stim­mung entgegen. Heute ist die Volksseele nicht mehr auf den JubelDie haben wird so herrlich weit gebrasst" gestimmt, auch der Trost reicht nicht mehr auS:wir sind zwar noch nicht so tveit, aber bald". Hier und da acht eine Ahnung auf, daß die Schuld an vielem doch nicht bloß in den Verhältnissen liegt, sondern noch mehr an den Metlichen, und daß der Wert des Lebens nicht in der Dunst dec Lebenöbedingungcn und in der Fälle der Mittel, sondern in der inneren Kraft, die wir im Kampf um die höchsten Düter entfalten, in der Kraft der Selbstüberwindung und der Liebe liegt. Es ist die Hoffnung und der heiße Wunsch aller ernsten Christen, daß au» dieser Stimmung eine gute Frucht erwachs.n möge, nicht im Sinne sozialdemokratischer Verbitterung, sondern für eine liefere Lelnnsaufsasjung, die tm Weltgetriebe Gottes heilige Gedanken sucht und seinem Willen zu dienen fich bemüht. Tazu will der LaiideSbuß-- uiid Betrag mahnen und darum tuill die fromme Gemeinde an diesem Tag bitten. AIS helles Licht steht dabei vor unseren Seelen die Gestalt dessen, der gekommen ist, nicht, daß er sich dienen lasse, sondern daß er diene, und gebe sein Leben zur Erlösuna für viele. In seinen Fußtapsen geht auch für unser Volk dec Weg zur reicheren Entfaltung seines Lebens.

läirchc und Schule.

Pflege guter Handschrift. Der preußische Kultusminister hat, nne wir bereits mitteilten, in einem Erlaß die Pflege einer guten und lei'erliclfen Handschrift bei den Schulern allen Lettern und Lehrern der höheren Lehranstalten zur besonderen Pflicht gemacht. Es heißt u. a. in diesem sehr beherzigenswerten Erlaß:Nach den Wahr­

nehmungen, die hier bei verschiedenen Anlassen, besonders bei der Durchsicht von Prüfungsarbeiten gemacht worden sind, ist die bedauerlich« Tatsache nicht in Abrede zu stellen, daß zahlreid)e Schüler in den höheren Lehranstalten mit einer Handsä>rifl abgeben, die oifenbar infolge von Ber- naästässigung während der auf den oberen Ä'.a fen zu­gebrachten Schulzeit auch bei billigen Anforderungen viel zu toünfcljen übrig läßt. . . . Es ist unausgesetzt da,ur zu sorgen, daß die Schüler der höheren £cljraii|iaiteii durch alle Klassen mit Entschiedenheit und nötigenfalls nut Strenge an eine sorgfältige, leserlicl-e, gcfulnge Handschrift getvöhnt und vor dem U n i u g e einer unleserlichen Namensunterschrift bewahrt werden. Bet der Durch­sicht von Aufsätzen und Reinschriften jeder Art ist regel­mäßig auch das Acußere angemcjfen zu berück,icht.gen und erforoerltck-enfalls zu beurteilen; Arbeiten, bie fa-on bei der Einlieferung durch Flüchtigkett oder Unordentlichleit der Schrift auifallcn, sind zaruckzuiveisen. Tie in den Lehrplanen von 1901 vorgesehene Einrichtung befon- deren Schreibunterri a-ts für Schuler mti schlechter Hands «Hr i f t bietet Gelegenheit, erforder- Itchenfarls die in dem Vchreebunterricht der unteren Kla,sen gewonnene Grundlage zu festigen uno zu ergänzen. Damit aber den Bemühungen oer Aufstck-ktsbehl-rben um die Pstcgr einer guten Hand;chrift ein wirkjamer Erfolg gciuycii werde, tvird folgendes bestimmt: Fortan ist allgemein so­wohl in die getoohnlichen, im Lau,e des Schuljahres aus­zustellenden Zeugnisse bis in die Ober-Prima hin als audi in die Reifezeugnisse und in die Zeugnisse über bie bestanbene Schlugprüfung etil Urteil über d i e H a n d f chr t f t d.s Schülers au,zu.lehnten, dabei auch ausdrücklich zu rügen, facks er ctiua bie Neigung zeigt, seinen Nanten undeutlich zu schreiben."

jus yiaüi uub ^.niiö.

Die ßen, 4. April 1903.

** Militärbienstn achricht. Ai ann, Marme- Assist.-Arzt der Res. im Landw.-Bezirk Gießen, ist als Marine-Assist.-Arzt im aliiöen Marine-Sanicätskorps an­gestellt.

** Das Hessische Ausfübrungsgesetz zum Fleischbeschauge setz wurde belanntlich in der vorigen Woche in der von der zwetten Kammer angenommenen 0-ajfung auch von der ersten ftainmer genehmigt. Tas Gesetz tritt 14 Tage nach feiner Bekanntmachung im Re­gierungsblatt in K.aft. Tas Glvßh. iKegierungvb.att Vir. 20 uom bO. März, das und soeben zu geht, enthält diese Aus- fuhrullgsbestiiiiliiuugen. Tas Gesetz wird also am 14. April in Kraft treten.

w. Krofdorf, 3. April. Nachdem am vorigen Sonn­tag die Konfirmanden von Krofuorf-Gleiberg-Kinzen- bach vorgestellt worden finb, findet hier am Sonnmg Pal­ma cu in auch die Kvnsirmation statt.

w. Wißmar, 3. April. Endlich scheinen die lang­jährigen Eisenbahnwünsche der Bewohiter der Nebenstceue Lollar-Wetzlar betreffs rascherer Personenbeförderung Berücksichtigung gefunden zu haben. Bekanntlich verkehren auf dieser Strecke zurzeit nur gemischte Züge, unb dadurch erleiden die Passagiere auf den Stationen Abendstern unb Kinzenbach fast regelmäßig eine längere Unterbrechung. Wie wir nun zu unserer Freude erfahren haben, dürfen vom 1. April ab bie Züge auf diesen Stationen nicht mehr länger verweilen, da voii jetzt ab eine befonbere Maschine baä "Rangieren auf diesen Haltestellen besorgt. Ja, vom 1. Mai ab füll sogar bie Einrichtung g troffen werden, daß die bisher gemischten Züge in befonoere Personen- unb Güter­

züge getrennt werden. Hoffentlich werben auch bie luieber» l/otten Petitionen von feiten der Arbeiter unb Schüler betreffs einer passenderen Fährverbindung mit unserer Kreisstadt Wetzlar bet der Eisenbahitbehörde bald ein offenes Ohr finden.

Beerfelden i. £)., 1. April. In Abwesenheit bet Eltern hantierten hier zwei Knaben mit einem geladenen Revolver. Tabei entlud sich die Schußwaffe, und die Kugel drang dem jüngeren Bruder in die Hüfte.

Sprendlingen, 2. April. Gegen eint Darstellung des Falles Hosmann in derFrlf. Zig." hatte Pfarrer Schön Herr eine sehr lange Berichtigung gerichtet. Tas genannte Blatt widerlegt |ie nun, abgefjjen von Neben­sachen, Punkt für Punkt unb füllt bauet u. a. fest: SH. hat zwet verletzend»» den Bürgermeister gesandt,

und in dem einest direkt gedroht, H. uid Zuchthaus zu br.ngen. Es ist jmiC£ erwiesen, daß 30 katholische Bürger in D.ainz waren, um dem Bischof eine Pceition für Ent­lassung oes Pfatters zu Übecreichen. TieFrkf. Zbg." nimmt zur Ehre Sch.s au, daß er von diesem Schritte nid-itS erfahren habe. In den letzten 1Hz Jahren haben nicht nur mehrere Katholiken den Austritt aus der Kirche angedroht, joiwcnt ihn joaar vollzogen, und noch weitere tragen sich mit der Absicht, und zwar auch atigcsehene Kacholiken. ^Auch das l)ade Herr Sa), bestritten.) Ferner ist bewiesen, daß der Herr Pfarrer fud) bedroht fühlte. Er selbst richtete an den Kreisrat eine wohibegrandete Eingabe um polizei­lichen Schutz und bis mmj sZastnack-t haben zivei Gendarmen vor seinem Hause Woche gcsianocn. lieber die Glocken- augelegeiihett ivetß das Blutt zu ermitteln, daß Schötchen bie von ihm bezahlten Glocken der Gemeinde als fein Eigett- turn betrachtet unb behandelt hat. Bor etwa drei Wochen erst erklärte er von der jtatucl herab, daß die Glocken jetzt liicht mehr sein Eigentum, sondern als Kirchengut zu be­trachten f Jen, und baß bie Gemeinde noch etwa i4 0UU Mk. Schulden hiibe. Tog Schönhcrr bei euiem Feste die Er­laubnis zum Läuteti der Glocken verweigerte und deren Gebrauch durch Umwickeln unmöglich maa>te, ist nach den Mitteilungen wohlunterrichteter ^iiiwohncr tatsächlick) vor langen Jahren passiert. Am Schlüsse jagt dieFrkf. Ztg.", sie könnte noch maiiches hinzufüge.,, so z. B. daß Sch in den 12 Jahren feiner Amtstätigkeit hier schon etwa 18 Prozesse hatte, daß ihn der getarnte Gcmeindecat wegen Be­leidigung durch bie Presse verklagt hat, baß Schönherr burd) Weingcschiäste fü/ou mehrfach unliebsam von sich cebcn machte. Das Register sei bamit tustch nicht erschöpft, ater man ivolle bas Pulver iroch nicht ganz verschießen, uicllcid)! sei es nock> zu gebraudjen, falls Herr Schon Herr fich iioch nicht beruhigen sollte.

Frankfurt a. M., 3. April. AuS bem Palmen- garten. Scl-öne Erfolge in bet Rofenzucht sehen wirb vci dem Rojensorüment, bas augenblutlid) in bei Blüten­galerie bes Pattnengartens zur Ausstellung gekommen ist. ^>ahrenb ber Hatibel treibende Gärtner sich auf einzelne, besonders ertragreiche Sorten in der Treiberei beschranken wird, sehen wir hier eine Sammlung von etwa 3v0 Sorten in bifivt Ausbildung ju einem sck)önen Gesamtbilde vereinigt. Wohl 1200 hochstämmige und LUU nieoeie vivsen sind dort zufammengestelit, neben alten bewahrten Bekannten treffen wir die Erzcugnifse der neuesten Bemühungen von Roscnzüchtern des In- und Auslandes und bewundern die Mannigfaltigkeit der Formen und Farben, welch letztere unter Glas oft leuchtender und besser abgetönt sind, als wenn man dieselbe Blume im Freien hat. Ucppiges, ge­sundes Blattwerk unterstützt die Wirkung der B.umen.

Deue literarische- tztscheinungen auf dem Keviete der dessischcn fKcschichte.

Der Historisck)e Verein für das Großherzogtum Hessen hat gleichzeitig von feinen drei Zeiischriseen je eine neue Nummer erscheinen lassen. Nämlich: 1) Quartal- blätter N. F. Bd. III, Nr. 7 (1902, 3. Dierteljahrsheft), 2) Archiv für hefsisck-e Geschichte und Altertumskunde, hg. von Eduard Anthes, N. F. Bd. III, Heft 2, und 3) B e i t r ä g e zur Ijcjfijdjen Krrchengejchichte, red. von Wilhelm Diehl und Walter Köhler, Bd. I, Heft 3 (- Archiv f. h. D. Ergänz- ungöband 1, 3).

In den Quartalblättern folgt auf die üblichen Vereins­nachrichten mit Auszügen aus den gehaltenen Vorträgen die Fortsetzung des Ausgrabungsbcrichtes des Mainzer Ver­eins zur Erforschung der rheinischen Geschichte und Alter­tümer, erläutert durch einige Tafeln. Es sind Hauptsack)- lich Funde aus Mainz selbst, die im vorliegenden Abschnitt beschrieben werden. Tie Stadt ist römischen Urjprungs, dcfsen Zeugnisse sich überall in ihrem Boden finden. Daher werden ahe Erdarbetten genau überwacht und liefern reiche Ergebnisse. Im Berichtsiahre lUUO/Ol wurden u. a. Massen­sunde von Amphoren gemad't und hierdurch im Verein mit gleick-artigcn Funden früherer Zeit mit großer Wahr­scheinlichkeit das Gebiet einer römisd-en Handeisniederlagc festgcsleltt. Von den weiteren Futidberichten intercfs.eren hier naturgemäß am meisten die wettecauischen. Herr Museumsdirekror Tr. Schumacher in Mainz hat zwei in der Rahe von Rockenvurg g.machten Funde, einen aus ber Steinzeit, den anderen aus dem Ende ber Bronze- heriübc (um 1000 v. Ehr.) untersucht unb beide alsTepot - funbe, von Handelsniederlagcn wandernder Händler her- rührend, nadjgeiuicfen. Ter steinz-i.liche aus 0 L^s^erchcn und Schabern bestehende Fund i|t schon um deswitten bc- deutungsvott, weil Depotfunde aus )uier fernen Zeit bis jCPt in Süddeutschland recht feiten find. Wenige Meter von d'.efer 'Jueberiaße wurde das Versteck der zwecken ge­funden. Diesem Umstand mißt Schumacher besondere Be­

deutung sei, da durch bas Nebeneinanber zweiermehr wie burd) ein Jahrtausenb getrennten Depots . . . bas Vor- hanbenfein einer in ber 2iähe vordeiführenben uralten Hauptaber bes Verkehrs erwiesen erscheint." An anberer Stelle hat Schumacher vor einigen Jahren schon gezeigt, baß bie Wetterau in sehr frül)«r Zeit bereits euie lebhafte Industrie (Töpfereien) befaß und Handelsbeziehungen nack) allen Himinclsrichtungen hin unterhielt. Wenn fick ber Hanbel ber Urzeit tuo 1,1 meistens als Tauschhandel von Hand zu Hand abgespielt haben mag, so gab es doch auch Händler und HandelSwege. Tie letzteren find uns gerade in der Wetterau nur mangelhaft bUaunt und harren noch der Erfocfd)ung. Schumacher flieht hierfür in dem vor­liegenden Au^'fatze nxriLode Fingerzeige, glaubt aber schon letzt mit Sicherheit jagen zu können, daß jene Rockenberger Depotfundemtt einem fchon feit ber Steir.jeit begangenen Naturweg zufarnmenhätigen, der an Rockenberg vorbei hinunter in bas Talgebiet ber Lahn und weiter in das der tiefer führte."

In Friedberg hak Herr Tr. Helmke vier neoli- thisd)e Trichtergruben und einen röm.fchen Brunnen, und in der 9lähe der Stabt am sog. Pfingsthcunnck-en mit Herrn G. Falci eine neockthifche Wohnimtte ausgegraben und be­richtet hierüber nut ausführlicher Beschreibung der Funde. Tie Untersuchung Der Wohnungen ist noch nicht abg<schlossen.

Von dem übrigen Inhalt ber 'Jtr. 7 der QuanackUitter ist noch ber Aufsatz des Herrn Pros. Röschen über bas Reden-Tenlmal zu Grunberg zu erwähnen. Es ist bies bie vom Voll sogenannteThrauen-Marie", ein jeyi un Garten ber ersten P,arrei d.fmblicher Tor.o. Ter Verfasser erriän bas Steinbcnkmal tr^tz seines Der]iummelten uno vernach­lässigten Zustanbes für hervorragend bedeutend. Es ist ein Werk des Kasseler Bildhauers Samuel Oiahl unb wurde dem am 21. März 1761 bei Atzenhain gefallenen hannöver­schen General Ernst Friedrich von Reden von s.iiier Witwe errichtet. Eine Taritellung des Gefechtes hu Atzenhain und Nachriauen über die Geschichte des Te.ikinals bi.den den Hauptinhalt des Aufsatzes, dem eine Abbildung des leider

verstümmelten Kopses der Figur, eine Abbildung des ganzen Tenlmals nack) einer Slpiazeichnung aus dem Bts.tze der milie v. Reden unb ein Bildnis des Generals beigegeben find.

Das Heft des Archivs enthält zum größten Teil Ar­beiten zur Urgeschichte. Von diesen ist es besonders ein Aussatz Koflers, ber unser Interesse fesselt. Ter be­kannte Forscher hat in der K o b e r ft a b t, einem nördlich an den kraitid)(teiner Pari angrenzenden Walbbistrilt, Be­festigungen ber Hallstattzeit ausgcgraben und damit unsere bisherige recht mangelhafte Kenntnis des Kriegswesens jener Zeit in wichtigen -teilen wesentlich ge­fördert. ES ist den unermüdlichen Nackjforschungen K.'s gelungen, eine bedeutende Befestigungsanlage in fast allen iyren Einzelheiten genau fepzupecken Tas Werl, bas un­gefähr beii Umfang ber Saaeburg hatte, bestanb aus einem oie ganze Anlage weit umiafsenden Pali,Pwen-Zaun mit olechuverk, sobann aus zwei in angemessener Entfernung hinter bem Zaun bicht nebeneinander herlausenden Ring- Spitzgraben, hinter denen sich mi.herum ein Erd-Ringwall erhoo. ori den Graben und auf Der zwischen ihnen ziehen- Den Crorippe stanaen Palisscwen-Zäune, deren einzelne Pflöcke Durch starles Fiechtwerk mitJnanter verbunDen waren. Auch au dem W .... nb sich als Brustwehr ein dj Qv teil teils ücii gaiizcn LJuu.m Deute, teils ckaum sür den (gebrauch oer Kernwaffen gewährte. Auf der durch die örtliche Bc- zweite Befestigungslini. 8-eia,er Art nachzuwei,en. Als Zu- . Toppeltore. ^ur luirijumeii Berleidigung die,cks starren Bol.werts waren enuc lucO wcann iw.ig. Ta |id) innerhalo Der Befestigung aber nur wenige Grch)hügel und Wohnstätten flauen, fo fchließt K, bag oas z-m nne ZufiUchisj.ätte fiic die hall- liauzx'eutc ber ganzen l^ngegend gewesen )ei. Als bie jjeit ber unlage Unn nur Gewißheit Die Zett vor der mittleren Hailpattpertode angegeben werben. Tie Tauer Oer Benutzung ber Werke schließt mit dieser Periode ab.