Ausgabe 
3.10.1903 Erstes Blatt
 
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Kadelburg, findet al§ erste SonntagS-Abonnementsvorstcllung statt. Das Publikum kann aus der Ansetzung dieser Novität für Sonntag wiederum ersehen, daß die Direktion auch für Sonntag ein gewähltes Repertoire vorgesehen hat. Es wäre daher zu wünschen, daß sich auch für dreses Abonnement eine noch größere Beteiligung einstellte. -Die Novität selbst ist mit vollständig neuen Dekorationen aus dem Atelier von E. Fack (Berlin) ausgestattet. Der erste Akt führt uns an Bord eines großen Vergnugungsdanipfers; wir wohnen der Ausfahrt aus dem Hamburger Hafen bei, fahren elbadwärts, erreichen die hohe See, mährend der Schluß des Aktes das Rollen des Schiffes auf hoher See und die Wirkungen der­selben zeigt. Der zweite Akt spielt in einem norwegischen Fjord und der dritte wieder an Bord des Dampfers. Die Dekorationen sind genau nach Berliner Muster hergestellt.

Kunst verein. Die Gemälde-Ausstellung im Turm- haus am Brand ist von morgen Sonntag an wieder geöff­net und zwar an Sonntagen mittags von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen, an Wochentagen mit Ausnahme Samstags von 11 bis 1 Uhr und Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags. Eintrittsgeld für Nichtmitglieder an Sonn­tagen 20 Pfg., an Wochentagen 50 Pfg.

* Die Anlagem usik fällt morgen aus.

- Besitzwechsel. Die seither der Schleenbecker'schen Maffe gehörenden Bauplätze in der Ebelstraße gingen durch Kauf an Weißbindermeister K. Nikolaus über. Derselbe soll beabsichtigen, alsbald einige Wohnhäuser zu errichten.

* Das Projekt des Bahnhofs-Um- und Er­weiterungsbaues der Stadt Gießen von Architekt Hof­mann in Herborn ist, wie wir hören, vom preußischen Eisenbahn-Minister genehmigt worden. In Kürze wird mit der Ausführung begonnen werden.

** Verlauf der Witterung von Donnerstag dis Freitag. Die Wetterlage hat sich rasch in dem seitherigen Sinne geändert und ist der schon Dienslag vermutete Witterungs­umschlag eingetrelen. Das Hoch, welches gestern noch ganz Deutsch­land bedeckte und so heiteres warmes Wetter hervorrief, ist durch eui im Nordwesten erschienenes Tief, an dessen Südostralide ein Teiltief bis nach Ostdeutschland vorgedrmigen ist, nach den: Süden des Erdteils gedrängt worden. Tas Teillief verursachte gestern abend Trübung und in der Nacht Regensälle, stellenweise mit schwachen Gewittererscheinungen. Auf der Rückjeire des abziehenden Tiefs nahm das Wetter heute, Freitag, bei westlichem Winde böigen Charakter an, Sonnenschein wechselte rasch mit Bewölkung, vielen­orts fiel Regen. Die Temperaturen sind gesunken, sodatz es nach­mittags 56 Grad kühler war als gestern. Da nunmehr niederer Druck den ganzen Oiorden Europas bedeckte und hiermit den ozeanischen Tiefs freie Bahn geschaffen ist, so haben wir eine Zeit lang trübes, kühles, gelegentlich unruhiges Wetter mit Regenfällen zu erwarten. A. P e p p l e r.

p. Nieder-Bessingen, L Okt. Wieder einmal ist durch einen kleinen Jungen ein diesmal glücklicherweise nicht bedeutender Brand verursacht worden, indem mehrere Wagenladungen Stroh, die dem hiesigen Landwirt Georg Klös H. gehörten, auf dem Felde lagen, von einem füns- ^jührigen Jungen angezünder wurden. Die rings lustig brennenden Haufen Kurtoffelkraut haben offenbar den Meinen dazu verführt.

E. B. Darmstadt, 2. Okt. Die Kaiserin von Ruß­land, der Großherzog und die fürstlich battenbergischcn Herrschaften besuchten gestern abend nach der Rückkehr von Jagdschloß Wolfsgarten wohm sich die Kaiserin, der Großherzog und Prinz Andreas mittelst des dem letzteren vom Aarenpaar zur Hochzeit geschenkten Autoinobils begeben hatten, die Vorstellung des AnzengruberschenPfarrers von Kirchfeld * im Hostheater. Später sand Familientafel im Neuen Palais statt. Heute vormittag besuchten die Zarin und der Großherzog wieder mehrere Geschäfte, so die Möbel­fabrik von I. Glückert und die Darmstädter Möbelfabrik und Kunstsalon. Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen, deren Ankunft in Darmstadt für heute vormittag wir bereits gestern mitgeteilt, wurden im Alten Palais von der Zarin und dem Großherzog empfangen. Heute nachmittag unter­nahmen die Kaiserin, der Großherzog, Prinz und Prinzessin Heinrich mit den kleinen Prinzessinnen eine Ausfahrt nach der alten Schloßruine Frankenstein bei Eberstadt, woselbst auch ein Imbiß eingenommen wurde. Am Abend wurde wieder das Hostheater besucht.

B. B. Darmstadt, 3. Oktober. (Eigener Draht­bericht.) Die Kaiserin von Rußland besuchte heute vormittag ihre Verwandten im alten Palais und stattete auch dem Prinzen und der Prinzeffin Heinrich und den batten­bergischen Herrschaften Besuche ab. S. K. H. der Groß­herzog erteilte heute vormittag Audienzen. Der griechische Archimandrit ist gestern ans München hier eingetroffen.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Frankfurt a. M. hat sich der 40jährige Kaufmann und Bankier Dr. R. Goldschmidt er- schoffen. Das Motiv zu der Tat ist Schwermut.__________

Vermischtes.

* Hamburg, 2. Okt. Bei Helgoland kenterte ein tnit 8 Personen besetztes Segelboot, wobei der Steuermann den T o d in den Wellen sand.

* M ann heim, 2. Okt. Auf dem Friedhöfe er s cho ß sich der 66jährige Tabakagent Florian Franke, der früher der Bühne angehört hatte.

* Ein schauerlicher Fund wurde vor einigen Tagen bei Tilsit gemacht. An einer Gerichtsverhandlung, die im Sommer vorigen Jahres dort stattfand, war auch der Schneidermeister Kmbat aus Meischlanken beteiligt. Nach dem Termin war er spurlos verschivuuden, und auch alle nach ihm angestellten Ermittelungen waren vergeblich. Bor httfrem fand nun ein Junge beim Pilzelesen Kleidungs­stücke und Knochen vor. Das hiervon benachrichtigte Er­mittlungsgericht begab sich' an Ort und Stelle und stellte hierbei an den Kleidungsstücken und Stiefeln fest, daß dies Ueberreste von der Bekleidung des verstorbenen Kubat waren. Ein Riemen, der noch am Baume hing, ließ daraus schließen, daß der Tod des K. durch Erhängen erfolgt ist. Offenbar hat Raubzeug später die Leiche bis auf die Knochenreste aufgesresfen.

Kunst und Wissenschaft.

Berlin, 2.Okt. Geheimrat Friedrich Lippman, Direktor des Berliner Kupserstichkabinets, ist heute früh gestorben.

Berlin, 2. Okt. Heute vormittag sand anläßlich der Wagner-Feier das erste der drei historischen Konzerte statt. Das Programm bildeten Ouvertüren zu GlucksIphigenie", zur Zauberflöte", zumFreischütz" und Beethovens neunte Simonie. Dungent war Hoskapellmeisler Pohlig-Stuttgart. Tie Musik sührte das verstärkte philharmonische Orchester Leipzig, die Chöre der Stern'icbe Gesangverein und der CacllienvereimBerlin aus. Als

Solisten wirkten die Damen Laporte und Schumann-Heink, die Herrett Sommer und Heinemann mit.

Friedrich Wernburg, der angesehene Berliner Pub­lizist, vollendet heute (Santstag) das 70. Lebensjahr. Geboren am 3. Oktober 1833 zu Mainz, ist er der jüngere Bruder des be- rühmten Juristen. Auch er selbst widmete sich hier in Gießen zuerst der Rechtswissenschaft und wurde Hofgerichtsadvokat in Darmstadt. Dann zog ihn die Politik in ihre Bande. Friedrich Dernburg wurde Abgeordneter der zweiten hessischen Kamrner und Führer d e r h e s s i s ch e n F o r t s ch r i t t S p a r t e i; als solcher ivar er ein Hauptgegner der Dalwigkschen Politik. Von 1871 bis 1881 gehörte er als nationalliberaler Abgeordneter dem Deutschen Reichstage an. 1883 nahm er an der Reise des Kronprinzen nach Spanien und Rom teil unb entwarf davon ^eine farbenreiche Schllderung. Es folgten weitere vielbeachtete Schriften, töte die SommerfahrtRussische ßeute",Berliner Geschichten",Aus detitscher Bahn in Klemasien" und als eines der reifsten Werke der zweibändige RomanDer Oberstolze". Friedrich Ternburg ist einer uiiserer geistvollsten Publizisten, der eine glänzende Feder und reiche Lebenserfahrtlng besitzt. Prof. Dr. Biermanri in Gießen ist ein Schlviegersohn des Siebzigjährigen.

Ardoiterlrcwcgung.

Berlin, 2. Okt. Gestern abend nach Schluß der Fabriken kam es zu A u s s ch r e i t u n g e n in der Gegend des Nettelbeck- platzes, wo eine Omnibushalte st elle ist. Ktttscher und Fahr­gäste wurden belästigt. Die eingreifenden Schutzleute wurden ver­höhnt und von allen ©eiten bedrängt. Die Menge, welche die An- chlagsäulen m Brand setzte und den Feuermelder beschädigte, ntnßte mit flacher Klinge auseinander getrieben werden. Bon deii Unruhestiftern, die die Schutzmannschafl mit Steinen, Flaschen und ähnlichem belvarfen imb mehrere Polizisten verletzten, so daß der Platz wiederholl mit blanker Waffe gesäubert werden mußte, wurden acht verhallet. In der Nähe des Nettelbeckplatzes, wo der Volkshaufe den Un'ug forlsetzte und die Pferde der Schutzleute durch Feuerwerk scheu zti rnachen suchte, wurde ein Kutscher bet der mut- willigen Alarmierung der Feuerwehr abgeiaßt.

Gerichtssaal.

G i e ß e n, 2. Okt. Strafkammersitzung. In der Strafsache gegen den Viehhändler M. L. von Neustadt, über die wir schon früher berichtet haben, wurde heute das Urteil dahin verkündet: Die Berufung der Staats­anwaltschaft gegen das sreisprechende Urteil des Schöffen­gerichts Homberg wird verworfen. Die Verhandlung gegen den Tagtöhner K. F. von Lollnr, der des Verbrechens im Sinne des § 176 Ziffer 3 des Strafgesetzbuches beschul­digt wird, findet unter Ausschluß der Oejfentltchkeit statt und endigt mit der Verurteilung des Angeklagten zu sechs- Monaten Gefängnis, abzüglich eures Monats Unter such ungs- hast. Der Taglöhner A. F. von Gießen hat sich des gleichen Verbrechens schuldig gemacht. Die Verhandlung and gleichfalls bei verschlossenen Türen statt. Urteil: Ein Juhr sechs Monate Zuchthuus und Aberkennung der bürger­lichen Ehrenrechte auf fünf Jahre. Der Erdarbeiter I. E. von Dersberg, der sich in strafiechtlichem Rücksalle'be- indet, erhält wegen Entwendung eines Hemdes und einer Hose aus einem verschlossenen Bleichgarten zu Wenings unter Zubilligung mildernder Umstände ein Jahr Gefängnis. Der Weißbindergeselle H. R von Daubringen, Witwer, hat sich heute wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen mit Personen unter vierzehn Jahrep $n verantworten. Urteil: 2 Jahre Gefängnis. Der Händler H. K. von Wolf wurde vom Schöfsengerichr Ortenberg wegen Betrugs mit 4 Tagen Gefängnis bestraft. Er hat einem Wirt, der infolge eines Alters sehr schlecht sieht, ein 20 Pfennigstück in Zahlung gegeben und erhielt von diesem im Glauben, es sei mit einer Mark gezahlt worden, 80 Pfennig zurück, die er auch trotz später erfolgter Aufforderung zur Rück­erstattung für sich behielt. Die vom Angeklagten einge­legte Berufung wird kostenfällig verworfen Der ange­klagte Schlossergeselle W T. von Büdingen, der gelegentlich eines in diesem Sommer in Büdingen slattgehabten Festes mit seinem Vetter Ludwig Treut in Streit geriet und hier­bei seinen Vetter mit einem Messerstich verletzte, erhält heute wegen schwerer Körperverletzung eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten, abzüglich ein Monat erlittene Untersuch­ungshaft; auch wird auf Einziehung des gebrauchten Messers erkannt.

Zum Fall Hüssen er wird gemeldet, daß der Antrag des Hüssener, ihn aus der Hall zu entlassen, ablehnend beschieden worden ist. Maßgebend hierfür war die Erwägung der Militärbehörde, daß durch die Haitentlasiung das Publlkum sich zu Ausschreitungen könnte hinreißen laffen Es ist bereits versügt worden, daß Hüssener in den nächsten Tagen zur Verbüßung seiner Strafe in em Militärsestungsgesängnis transportiert werde.

AllSM BUS dkll StüuSrssmlsregistklll dkl Siaöt LMikll.

Aufgebote

Am 28. Sept. Ludwig Rum, Arbeiter dahier, und Christine Reich, Dwnstmagd zu Treihausen. 29. Louis Schmidt, Artist zu Gießen, und Elisabethe Leisek, Artistin zu Bukonunk. 30. Wil­helm Wirth, Metzger dahier, und Barbara Eichmann dahier. Peter Rosenbecker, Taglöhner dahier, und Wilhelmine Luise Hütter dahier. Mathias Willems, Techniker dahier, und Anna Luise Griesbach zu Sobernheim. 1. Okt. Friedrich Karl Philipp Bach­mann, Schlaffer dahier, und Wilhelmine Luise Georgine Elisabethe Berta Lehmann, Büglerin dahier.

Eheschließungen.

Am 26. Sept. Friedrich Karl Heinrich Preis, Maschinist zu Wald-Michelbach, und SDlarte Charlotte Hill, Dienstmädchen da­hier. Philipp Brunnengräber, Spengler dahier, uni) Juliane Luis« Struth, Tochter des verstorbenen Schreiners Werrrer Struch dahier.

Geborene.

Am 20. Sept. Dem Ausläufer Heinrich Pitz eine Tochter- Elisa Lma Wilhelmine. 21. Dem Hilfsbremser Georg Jaust eine Tochter Anna Aiarie Elisabeth. 22. Tem Briefträger Georg Rockel eine Tochter. 23. Tem Schneider Hellwig Franz em Sohn Erhard Heinrich. 24. Dem Tapezier Wilhelm Rohrbach ein Sohü Hermann Wilhelm. Dem Rechtsanwalt Ferdinand Arnold eine Tochter Emma Josephine. 25. Dem Schausteller Hermann Walldorf eine Tochter Ida Elisabethe. 28. Dem Friseur- Ludwig Schenk eine Tochter. Dem Rabbiner Dr. David Sander eine Tochter Flora. 29. Dem Schlosser Konstantin Nikola: em Sohn Max Heinrich Hermann. Dem Schneider Hermann Fleischer eine Tochter Sophie. Dem Kutscher Johannes Fülsiiig eine Tochter Marie. Dem Bäckermeister Wilhelm Christian Karl Löber ein Sohn Wilhelm Philipp. 30. Dem Bäcker Wilhelm Strack ein Sohn Friedrich Wilhelm.

Gestorbene.

Am 25. Sept. Katharine Junker, geb. Hohmeier, 76 Jahre alt, ohne Beruf, dahier. 29. Heinrich Stroh, 76 Jahre alt, Großh. Renda,it t P., dahier. 1. Okt. Friedrich Peter Setzer, 26 Tage alt, Sohn des Formers Friedrich Peter Setzer dahier. Luise Anguste Vigelius, 76 Jahre all, ohne Berus, dahier. Heinrich Hans Prang, 3 Jahre alt, Sohn des Dachdeckermeisters Johannes Prang dahier.

Kandel und UerKeyr. VoüiLwlrflchaft.

Getreide. Ter Verlauf des Getreidegeschäftes war diese Woche im allgemeinen ein ruhiger. Für Weizen konnte sich die Stimmung wieder etwas befestigen. Effekt. Ware ist noch immer gefragt, auch auf spätere Lieferung zeigt sich gute Ateinung. Tas Angebot von Amerika ist nach wie vor verhältnismäßig sehr schwach und von Rumänien hat solches wesenllich nachgetaffeii. Rußland

bleibt dagegen mit Offerten immer reichlich am Markte, unter voller Behauptung hoher Forderungen für .Prima-W Roggen matt und etwas billiger. Gerste unverändert. Haf schäftslos. Mais flauer.

Tie heutigen Notierungen sind:

Weizen. Red Winter II Mk. 134135

Kansas II j, 134--

Ulka-Weizen 9 p. ,6/»o * 126127

10p. , 130--

Rumänischer, 80/81 Kilo 131135

, 79/80 , 129-130

78,79 , 128-129

Roggen. Russischer 9 p. 16/2» * 100--

Gerste. Ruff. Filltergerste 60/61 Kilo * 84--

Hafer. Russischer 47/48 Kilo * U)0102

50/51 , 104109

Mais. mixed 06--

Laplclla r. t. i> 00--

S't-i per Tonne cif Rotterdam.

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Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Betreffs der für morgen, 4. Oktober, nachmittags 4 Uhr, angesetzten evangelischen Weihe des neuen Friedhofs sei der Geniemde noch mitgeteilt, daß der dienst­tuende G e i st l i ch e, nebst den beiden Kirchenchor schulen, soivie auch die Alltglieder des Gesanit-Kirchenvorstandes und der Gesanit-Gemeindeverlretung sich ausstellen werden an der Treppe, die zur S a k r i st e i der FriedhoiSkapelle führt. Die übrige Ge­meinde wolle sich an dieselben anschlleßenl

Katholische Gemeinde.

S a in 5 t a g, den 3. Oktober 1903.

Nachmittags nm 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte.

von 510 Uhr wird ein srenider Priester Beichr hören.

Sonntag, den 4. Oktober. Noseukranzfcst.

Vormittags von 6 V, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.

um 7 Uhr: Die erste heil. Meffe, vor und in derselben Austeilung der hell. Kommunion.

Gemeinschaflliche hl. Kommunion des kath. kauf­männischen und kath. Gesellenvereins.

v um 8 Uhr: Tie zweite hell. Atesse.

um 9 '/, Uhr: Hochanit mit Predigt.

Nachmittags um 2'/, Uhr: Christenlehre; darauf Rosenkranz- Andacht mit Segen.

An den Werktagen ist abends um 6 '/, Uhr Rosenkranzandacht mit Segen.

Neuesse Mewmissea.

Originadralytmeldungen des Gießener Anzeigers.

Berlin, 3. Okt. An der Spitze seiner heutigen Aus­gabe erklärt derVorwärts : Der Parteivorpand hat die Erörterungen, welche auf dem Dresdener Partei­tage über die Mitarbeit von Parteigenossen in der bürger­lichen Presse, speziell an derZukunft" stattgefunden haben, noch fortgesetzt beraten. Der Vorstand ist zu dem einmütigen Beschluß gelangt, die Angelegenheit, nachdem das Material vollständig vorliegen wird, von Partei wegen zur Beratung und Entscheidung zn bringen.

Berlin, 3. Okt. Im deutschen Theater hat Octave Mirbeaus breiaftige KomödieGeschäft ist Ge­schäft" einen durchschlagenden völlig unbestrittenen und überaus starken Erfolg davongetragen, an dem die glän­zende Darstellung der Hauptrolle reichen Anteil hatte. (Da­gegen wurde dasselbe Stück bei der Erstaufführung im Wiener Burgtheater, wie von dort telegraphiert wi.rd, scharf abgelehnt.)

Hamburg, 3. Okt. Auf dem RathauZmarkte über» fiel ein Strolch die Gemahlin des Geir er al ko n suis von Uruguay, Frau Browe, entriß ihr die goldene Uhr und Kette und versuchte zu entkommen. Schutzleute nahmen ihn fest.

Metz, 3. Okt. Ter Gemeinderat beschloß einstimmig, daß die Sperrung der Bouillon-Quelle jeder gesetzlichen Grundlage entbehre, wenn die Auf­sichtsbehörde den Beweis nicht liefern könne, daß die Bouillon-Quelle wegen Typhus-Gefahr geschlossen wurde.

L. London, 3. Okt. Chamberlain wird, wie dieDaily Mail" erfährt, die Einführung neuer Steuern auf Lebensmittel im Betrage von 10 Millionen Pfund Sterling Vorschlägen. Der gleiche Betrag würde bei anderen Verbrauchsartikeln Wegfällen. Die bestehen­den Lebensmittelzölle betragen annähernd 13 Millionen Pfund Sterling. Die noch verbleibendeu 3 Millionen Pfund sollen aufgehoben und durch Abgaben auf ausländischie Fabrikate ersetzt werden.

P a r i s, 3. Okt. In Montauban zerstörte eine furch t? bare Feuersbrunst den Stadtteil des Freiheits Platzes. Drei große Kaffeehäuser, ein Tabak-Geschäft und mehrere andere Häuser gingen in Flammen auf. Der Schaden be­ziffert sich auf mehrere Millionen. Man weiß noch nicht, ob Personen verunglückt sind.

Wien, 3. Okt. Nach bisher unbestätigten Privatmeld^ ungen ist es am jüdischen Versöhnungstage inMo- hileff unweit Kischchew zu Jud en-Ma s s acr es ge­kommen. Die Polizei war gegenüber den mit Knüppeln be.» wafsneten Buuern hilflos.

Telephonischer KursberschL

JfcrHHkiuri 3. Oktober iyu3.

3x/2% Reichaanleihe . . 101.80 3% do. . , . 90.35 37,0/v Koneols .... 101.65 3% do.....90.50

372% Hussen .... 100. 37a% Oberhessen . . . 99.20 4% Oesterr. Goldrente . . 101.80 4xI6% Oesterr. bilberrente 100.60 4% Ungar. Goldrente . . 99.70 4% Italien. Rente . . . 103.20 473% Portugiesen . . . 51.90 3°/ Portugiesen.....31.70

1% C. Türken .... 36.05 Türkenlose......133.44

4% Grieoh. Monopol.-Anl. 41/, % äussere Ar^entiner

3% Mexikaner . . . 27.80 4%% Chinesen .... 92.35 Electric, bchuckert . . . 97.50 Nordd. Lloyd . . , . 104 20

Kreditaktien . ... 203JO

biskonto-Kommandit. . . 188.60 Darmstädter Bank . . . 138.90 Dresdener Bank .... 148.30 Berliner Handelsges. . . 155.00 Oesterr. Staatsbahn . . , 140.2g Lombarden ..... 16.3q Gottbardbahn.....192.50

Laurahütte ...... 228.00 Bochum ....... 184.30 Harpener......189.25

Tendenz: fest.

Warnungl

Die meisten Nachahmnngen von Dr. Hommels Haematogen werden, um das D. K. V. Mo. 81,391 zu umgehen, mit, Zuhilfenahme von Aether bereitet, ein Zusatz, der insbesondere für Kinder und Nervöse direkt schädlich ist. Um sicher zu sein, das aetherfreie Original-Präparat zu erhalten, verlange man stets ausdrücklich Dr. Hommels Haematogen und achte auf die SchutzmarkeSäu- gende Löwin. *__________________________ _________ 92

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vrühttche Universitäts-Druckerei. Giesien.